Fietsen Door Het Water - Cycling through the water - die Fahrradbrücke bei Bokrijk führt mitten durch das Wasser

23.01.2020 23:00:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einmal mit dem Fahrrad durch das Wasser fahren? Geht natürlich eigentlich nicht. Geht schon, sofern es entsprechende "Brücken" gibt, bei denen die Fläche zum Radfahren unterhalb des Wasserspiegels zu finden ist und bei dem Wände rechts und links des Weges dafür sorgen, daß die Fahrradfahrer im Trockenen "durch das Wasser" fahren.

Eine Variante dieser Brückenkonstruktionen gibt es im belgischen Bokrijk. Die Fertigstellung erfolgte wohl schon 2018.
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burolandschap's landscape design lets you ‘cycle through water’ in belgium

https://www.designboom.com/architecture/burolandschap-cycle-through-water-belgium-01-22-2020/

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Die Gegend bei Bokrijk ist wohl das größte belgische Seengebiet.

Dort wurden diverse Radwege und ein paar Brücken angelegt. Eine Brücke führt mitten durch einen langgestreckten See durch.

Sucht man bei Google-Maps nach

Bokrijk Fietspad Fietsen Door Het Water

dann findet man die Stelle. Südwestlich ist Hasselt, östlich ist Genk. Wobei die Strecken "relativ übersichtlich" sind. Von Hasselt nach Genk gibt es einen ziemlich direkten Fahrradweg mit einer Länge von 13,8 km.

Bei

Cycling through water

https://www.bokrijk.be/en/discover-bokrijk/nature/cycling-through-water/cycling-through-water#subtabs

finden sich ein paar Details: Der Weg ist 3 Meter breit und etwa 200 Meter lang. Das Wasser ist etwa auf Augenhöhe. Der Boden des Radwegs liegt etwa 1,6 Meter unter der Wasseroberfläche.

Entworfen und gebaut wurde das von Burolandschap. Auf der dortigen Website

Burolandschap

https://www.burolandschap.net/

findet sich leider kein Hinweis dazu. Das "Nachbarprojekt" Cycling Through the Trees – Hechtel-Eksel war hier bereits Thema.

Eine Suche listete diese Website:

Cycling through water

https://landezine-award.com/cycling-through-water/

Demnach wurde das 2014 projektiert und bereits 2016 eröffnet. Das wurde kombiniert mit Naturschutzprojekten in den umliegenden Teichen. Das verbesserte die Wasserqualität und den Lebensraum der dort angesiedelten Amphibien. Ein Grund war, daß die Deiche umgebaut und die Teiche damit sauberer wurden. Unter dem Radweg ist noch genügend Platz, so daß Amphibien zwischen beiden Teichhälften wechseln können.

Etwa 800 Radfahrer sind dort täglich unterwegs. Mit Spitzenwerten von etwa 5000 am Wochenende.

https://www.visitlimburg.be/en/cycling-through-water

enthält oben ein tolles Photo.

Ein ähnliches Bauwerk ist die "Moses Bridge", die allerdings nur für Fußgänger gedacht ist und die deutlich kürzer ist.

Moses Bridge (Mozesbrug) - invisible Pedestrian Bridge in Halsteren - Unsichtbare Brücke die wie ein Graben im ehemaligen Burggraben liegt - RO&AD Architecten

https://blog.server-daten.de/de/2019-07-05/Moses-Bridge--Mozesbrug----invisible-Pedestrian-Bridge-in-Halsteren---Unsichtbare-Bruecke-die-wie-ein-Graben-im-ehemaligen-Burggraben-liegt---RO-AD-Architecten-682

The Exchange - spiraling light-filled bird's nest - Kengo Kuma umwickelt ein rundes Gebäude mit einem unregelmässigen Band aus Accoya - Holzbändern

22.01.2020 23:42:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der japanische Architekt Kengo Kuma hat seinen ersten Auftrag in Australien fertiggestellt. Das Gebäude nennt sich "The Exchange", der Austausch.

Es ist ein Mehrzweckgebäude am Darling Square in Sydney, das eine Bibliothek, eine Lebensmittelhalle, Restaurants und eine Kindertagesstätte beherbergt.

In der Umgebung gibt es hauptsächlich Hochhäuser. Dagegen handelt es sich bei "The Exchange" um einen spiralförmigen, lichtdurchfluteten "Bienenstock".

Aber das Gebäude selbst ist irgendwie unsichtbar. Denn es gibt eine sich um das Gebäude schlängelnde Bandform, die aus vielen einzelnen Accoya-Hölzern bestehen. Diese Holzumhüllung ist einerseits irgendwie regelmäßig. Andererseits immer wieder deutlich unregelmäßig.

Mit der Wirkung, daß die dahinter liegende Glasfassade beschattet wird, aber weiterhin Licht zum Gebäude durchkommt.
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The Exchange: a Spiraling, Light-Filled ‘Hive’ Designed by Kengo Kuma

http://www.spoon-tamago.com/2020/01/21/the-exchange-kengo-kuma/

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Unten läuft die Spirale nicht einfach aus, sondern dreht sich aus der senkrechten Anordnung in eine waagerechte Anordnung. Das überdeckt als breites Band Stufen, Tische und Bänke auf dem Boden, so daß sich eine Art schattenspendende Pergola ergibt, die sich über den am Gebäude anschließenden Platz zieht.

Die Architekten:

> “This structure resulted in interior space that resembles a silkworm cocoon, and a primitive façade which looks like a bird’s nest,” said the architects, “creating an oasis in the middle of an urban jungle.”

Diese Struktur erzeugt einen inneren Raum, der einem Seidenraupenkokon ähnelt. Und eine Fassade, die wie ein Vogelnest wirkt. Eine Oase, mitten im städtischen Dschungel.

Bei Kengo Kuma:

The Exchange

Sydney, Australia, 2019.09, Market Hall, Public Library, Child Care, F&B, 6,680 m²

https://kkaa.co.jp/works/architecture/the-exchange/

Dort gibt es noch ein paar weitere Bilder. Auf der "hinteren Seite" des Gebäudes geht dieses Holzband in einer zweiten Weise nach außen. Dort "fällt" das als senkrechtes Band von oben nach unten und biegt sich unten ein kleines Stück. So daß wohl eine Art Bühnenraum im öffentlichen Raum markiert wird.

Leider gibt es keine Bilder aus dem Inneren des Gebäudes.

Pigeonbot - Robot Bird with 40 pigeon feathers flies - propellergetriebener Taubenroboter nutzt bewegliche Flügel mit Taubenfedern für den Gleitflug und Kurven

21.01.2020 23:55:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Roboter, der wie ein Vogel fliegt? Forscher an der Stanford University haben einen kleinen Roboter gebaut, der 40 Taubenfedern verwendet. Das ist das erste Fluggerät, das seine Flügel auffächern oder zusammenziehen kann.

Die Basis bildeten Untersuchungen, wie Tauben ihre Flügel bewegen und welche Gelenke wie genutzt werden. Dann wurde ein Pigeonbot, ein Taubenroboter entwickelt, der zwei Flügel hat und dessen Flügel sich ähnlich wie das biologische Vorbild auffächern können.
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a robot bird built using 40 pigeon feathers flies like the real thing

https://www.designboom.com/technology/pigeonbot-robot-bird-flying-pigeon-feathers-real-01-17-2020/

Das Video auf YouTube:

PigeonBot Uses Real Feathers to Explore How Birds Fly

https://www.youtube.com/watch?v=NjN7nXVBiwk

Ein Spectrum-Artikel:

PigeonBot Uses Real Feathers to Explore How Birds Fly

https://spectrum.ieee.org/automaton/robotics/drones/pigeonbot-uses-real-feathers-to-explore-how-birds-fly

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Bei den Untersuchungen der Flügelbewegungen stellte sich heraus, daß die Winkel zweier Flügelgelenke die Ausrichtung der Federn am stärksten beeinflusst. Ein "Handgelenk" und ein "Fingergelenk". Das Handgelenk spielt eine Rolle, wenn der Flügel teils zurückgezogen war. Das Fingergelenk regelte bei ausgestrecktem Flügel die Details. Zusammen ergibt das eine Mechanik, mit der sich die Stellung der Federn während des Flugs kontinuierlich verändern können.

Ferner stellten die Forscher fest, daß benachbarte Federn aneinander haften, um ein Gleiten in eine Richtung zu verhindern. Das sind Details im Mikrometer-Bereich, die von den Forschern als ein "gerichteter Klettverschluss" beschrieben wurden. So daß diese Konstruktion dafür sorgt, daß es keine Lücken zwischen den Federn gibt.

Die "Kopie" der Taube ist natürlich sehr unvollständig. Der Pigeonbot nutzt einen Propellerantrieb.

Die Steuerung des damit ermöglichten Gleitflugs scheint jedoch ausschließlich über die Flügel zu erfolgen.

Da die Bewegungen von Vogelflügeln jenen eines Flugzeugs überlegen sind, könnte sich aus diesen Ergebnissen langfristig eine Änderung des Designs von Flugzeugflügeln ergeben. Von Airbus gibt es wohl schon so etwas wie einen "Greifvogel", wo gefiederte Flügel genutzt werden. Die Feather-Locking-Technologie könnte dazu beitragen, High-Tech-Kleidungsverschlüsse oder Spezialverbände zu entwickeln.

Der Spectrum-Artikel verweist darauf, daß die Kurvensteuerung wohl nur durch die Bewegung des Fingergelenks am Flügel gesteuert werden kann. Diese Technik sei zwangsläufig deutlich stabiler als die Querruder-Rollbewegung, die Flugzeuge nutzen.

Das könnte auch erklären, warum Vögel Turbulenzen relativ problemlos bewältigen. Ihre dynamischen Flügel sind leistungsfähiger als das starre System, das Flugzeuge derzeit nutzen.

China starts to ban single use plastic bags and straws - China will bis 2025 den Verbrauch von Einweg-Plastik massiv reduzieren

20.01.2020 23:59:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

China ist das Land, in dem am meisten Plastik verbraucht wird. Davon landet vieles in der Umwelt oder im Meer. Die "National Development and Reform Commission" hat gestern mitgeteilt, daß in den nächsten fünf Jahren diverse Plastikvarianten verboten werden sollen.
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Single-use plastic: China to ban bags and other items

https://www.bbc.com/news/world-asia-china-51171491

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So werden Plastiktüten, die sich nicht zersetzen, in großen Städten bis Ende 2020 verboten sein. Kleinere Städte sollen bis 2022 folgen.

In Restaurants werden Einweg-Strohhalme aus Kunststoff Ende 2020 ausgemustert.

2017 sammelte China 215 Millionen Tonnen städtischen Hausmülls. Für das Recycling gibt es keine Zahlen.

Die Gastronomie muß den Verbrauch von Einwegartikeln aus Kunststoff um 30 % senken. Hotels dürfen ab 2025 keine kostenlosen Einweg-Kunststoffe mehr anbieten.

Aber es sind nicht nur diese Bereiche.

China has announced a new plan to crack down on most single-use plastics by 2025

https://edition.cnn.com/2020/01/20/business/china-single-use-plastics-intl-hnk/index.html

> no postal service nationwide will be allowed to use any plastic packaging.

Kein Postservice darf mehr irgendwelche Plastikverpackungen nutzen.

Laut diesem Beitrag produziert China 29 % aller Plastikprodukte in der Welt. Der chinesische Yangtze river bringt mehr Plastik in die Weltmeere als jeder andere Fluß.

Allerdings geht das noch weiter:

Rules for plastic products aim to curb urban pollution

http://www.chinadaily.com.cn/a/202001/20/WS5e24181da310128217272097.html

> The production of household chemicals containing plastic microbeads will be prohibited by the end of this year, and the sale of such products will be barred two years later, it said.

Die Produktion von Haushaltsreinigungsmitteln, die Kunststoff-Mikrokugeln enthalten, wird Ende dieses Jahres verboten sein. Der Verkauf solcher Produkte ist nach weiteren zwei Jahren nicht mehr zulässig.

Ferner gibt es bereits in einigen Regionen und Sektoren Erfahrungen mit alternativen Lösungen. So ist die Provinz Jilin schon sehr weit damit, biologisch abbaubare Plastiktüten zu nutzen. Einige Supermärkte und Online-Plattformen verwenden diese bereits.

Eine interessante Entwicklung. Fünf Jahre sind eine überschaubare Zeit. Mal sehen, wie sich die Situation in China in einigen Jahren darstellen wird.

Living building materials - help from bacteria - Baumaterial, das sich vermehrt - durch die Nutzung von Bakterien - Forschungen an der University of Colorado Boulder

19.01.2020 23:35:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Für Gebäude wird oft Beton verwendet, dafür ist Zement notwendig. Aber dessen Herstellung setzt viel CO2 frei - durch die notwendige Erhitzung und direkt durch die chemische Reaktion.

Forscher an der University of Colorado Boulder beschäftigen sich mit Lösungen, die ganz andere "Techniken" nutzen. Wobei von "Techniken" eigentlich keine Rede sein kann: Die Forscher beschäftigen Bakterien.

Besonders interessant sind Cyanobakterien der Gattung Synechococcus. Unter den richtigen Bedingungen absorbieren diese Kohlendioxid, um zu wachsen und um Calciumcarbonat herzustellen. Das ist der Hauptbestandteil von Kalkstein, aus dem Zement gewonnen wird.

Cyanobakterienkolonien kommen in eine Lösung aus Sand und Gelatine. Unter den richtigen Bedingungen mineralisiert das Calciumcarbonat die Gelatine. Das Ergebnis sind feste, quasi gewachsene Steine.

Zusätzlich wird bei diesem Prozess CO2 aus der Luft entfernt, anstatt freigesetzt zu werden.
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Building materials come alive with help from bacteria

https://www.colorado.edu/today/2020/01/15/building-materials-come-alive

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Der Forscher Wil Srubar:

> “We already use biological materials in our buildings, like wood, but those materials are no longer alive,”

Wir nutzen schon biologische Materialien, etwa Holz. Aber diese Materialien leben nicht mehr, wenn sie verbaut werden. Die Forschungsfrage:

> “We’re asking: Why can’t we keep them alive and have that biology do something beneficial, too?”

Warum können wir nicht lebende Materialien nutzen?

> “It’s a lot like making rice crispy treats where you toughen the marshmallow by adding little bits of hard particles,”

Die Technik sei so, als ob man Reis zu knusprigen Leckereien macht, indem man einzelne Stücke harter Partikel hinzufügt, die das ganze deutlich zäher und stabiler machen.

Das Ergebnis ist auch hinreichend stabil und langlebig. Es weist ungefähr dieselbe Festigkeit auf wie der Mörtel, der heutzutage bereits verwendet wird.

Ein Stein läßt sich teilen - und beide Hälften wachsen wieder zu vollständigen Steinen. Und die Bakterien sind widerstandsfähig: Nach 30 Tagen und 3 Generationen lebten noch etwa 9 - 14 % der Bakterien. Bakterien, die Beton zur Selbstheilung zugesetzt werden, haben dagegen Überlebensraten von weniger als 1 Prozent.

Unter geeigneten Bedingungen können Bakterien exponentiell wachsen. Das ist deutlich schneller als übliche Herstellungsverfahren. Auch schneller als 3D-Druck.

Eine Imagination des Forschers: Leute lassen sich diverse Säcke mit trockenen Ausgangsmaterialien liefern. Diese werden geeignet gemischt und es wird Wasser hinzugefügt. Dann wachsen die Häuser vor Ort.

Den ausführlichen Text gibt es unter

Biomineralization and Successive Regeneration of Engineered Living Building Materials

https://www.cell.com/matter/fulltext/S2590-2385(19)30391-1

Wichtig dabei:

> Living building materials (LBMs) were grown and regrown using physical switches

Indem man die Feuchtigkeit beeinflußt, läßt sich die Bakterienaktivität gewissermaßen an- und abschalten.

> In this work, we used photosynthetic microorganisms to biomineralize inert sand-gelatin scaffolds to create LBMs.

Ferner betreiben die ausgewählten Bakterien Photosynthese.

Ikea Westbahnhof with a green roof and no car parking - Neuer Ikea am Westbahnhof in Wien ohne Parkmöglichkeit - Artikel werden geliefert - 160 Bäume auf dem Dach und der Fassade

18.01.2020 23:50:00, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wien hat die 365-Euro-Jahreskarte und einen hinreichend gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr. Und das zahlt sich nun aus. Auf eine Art und Weise, die höchst ungewöhnlich ist.

Ikea hat mit dem Neubau eines siebenstöckigen Geschäfts am Wiener Westbahnhof begonnen. Das Gebäude wird sich deutlich von anderen Ikea-Standorten unterscheiden.

Es hat eine grüne Fassade und ein grünes Dach, das für die Allgemeinheit zugänglich ist. Und es wird keine Parkplätze geben. Stattdessen sollen die Kunden die kleineren gekauften Dinge direkt mitnehmen. Für die größeren gibt es einen Lieferservice.
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IKEA’s New Vienna Store Includes a Green Roof and No Car Parking

https://mymodernmet.com/ikea-westbahnhof-vienna/

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Der Standort soll alle üblichen Artikel enthalten. Eine erweiterte Logistikabteilung ist für den Transport der größeren Objekte zuständig. Idealerweise sollen diese innerhalb von 24 Stunden angeliefert werden.

Die Konsequenz: Hoffentlich die allermeisten Kunden würden mit dem öffentlichen Nahverkehr an- und abreisen. Mangels Parkplätzen wäre der Selbsttransport größerer Möbel praktisch unmöglich. Stattdessen werden gezielt Lastwagen mit diesen Möbeln vollgepackt und pendeln zwischen Lagern und den Kunden.

Wobei die Lager nicht am Westbahnhof sein müßten. Die könnten sogar außerhalb von Wien sein.

Das Gebäude wurde von querkraft architekten und Ikea-Architekten gemeinsam geplant. Das grüne Dach wird auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich sein. Insgesamt 160 Bäume sollen in die Außenhülle integriert werden. Teils auf dem Dach. Teils in der regalartig gestalteten Außenfassade.

Das Gebäude wird aber nicht nur von Ikea genutzt werden. In die beiden oberen Etagen wird ein Jo & Joe Open House-Hotel mit 345 Zimmern einziehen. Dazu ein Restaurant und eine Bar auf dem Dach. Ferner werden einige Geschäfte zurückkehren, die im Vorgängergebäude tätig waren: Eine Apotheke, ein Hörgerätestudio, ein Friseursalon und eine Bäckerei.

Bei Ikea gibt es eine eigene Infoseite zu dem Projekt:

IKEA am Westbahnhof

https://www.ikea.com/at/de/stores/wien-westbahnhof/

Die Apotheke und das Hörgerätestudio sind temporär in die unmittelbare Nachbarschaft umgezogen. Der Friseursalon und die Bäckerei pausieren solange.

Sucht man bei Google-Maps nach

Westbahnhof/Gerstnerstraße, Wien, Österreich

dann wurde der nördlich davon gelegene Block abgerissen und macht nun für dieses neue Gebäude Platz. Das abgerissene Gebäude sieht nach einem vierstöckigen Wohnhaus mit Geschäften im Erdgeschoss aus.

Auf der Ikea-Seite findet sich ein Hinweis zur Motivation:

> Kunden haben wenig Zeit und schätzen Bequemlichkeit und Komfort. Im Einrichtungsbereich merkt man das deutlich: Mehr und mehr Kunden denken gar nicht mehr daran, ihre Einkäufe selbst nach Hause zu schleppen. Sie lassen sie sich liefern.

Das wird nun deutlich umgesetzt, indem die Parkplätze gestrichen werden. Sowie:

> Dafür gibt es viel Erlebnis, Gastronomie, Raum zum Bummeln und Schauen und mehr Grün, als es ein Park auf dieser Fläche bieten könnte.

Da ein Teil der Fassade für Bäume reserviert ist, dürften die 160 Bäume mehr sein als das, was normalerweise auf so ein Grundstück draufpassen würde.

Wie vermutet, ist das Lager anderswo:

> Was es nicht geben wird, ist ein traditionelles Möbellager, denn alle größeren Artikel werden aus dem neuen Logistikzentrum in Strebersdorf direkt nach Hause geliefert.

> IKEA hat im 21. Bezirk ein Logistikzentrum eröffnet, von dem aus die Warenlieferung an die Kunden erfolgen – mit kurzen Lieferzeiten, präzisen Zeitfenstern und günstigen Preisen.

Strebersdorf ist ein Teil von Floridsdorf, das ist der 21. Wiener Gemeindebezirk. Es gibt noch ein zweites Strebersdorf, das ist etwa 100 Kilometer südlich.

Ferner wird auf der Südseite die Fassade zurückgesetzt, so daß eine Arkade entsteht und sich die Breite des Gehwegs verdoppelt.

Tja, das Gebäude war eigentlich gar kein Wohnhaus.

> Es hat viele Umbauten erfahren und war zuvor ein Bürogebäude. In den vergangenen Jahren ist es weitgehend leer gestanden.

Es sah also bei Google-Maps noch wie ein Wohnhaus aus, war das aber nie.

Das Gebäude wird weltweit das erste Ikea-Haus sein, das im nächsten Jahr nach diesem Konzept eröffnet werden wird.

In Wien wurde das 365-Euro-Ticket im Mai 2012 eingeführt. Man sieht daran, wie solche vorausschauenden Schritte der regionalen Politik längerfristig Auswirkungen auf globale Unternehmensentscheidungen haben.

Berlin scheint so etwas völlig zu verschlafen. Ebenso wie das Konzept grüner Fassaden und Dächer. Stattdessen monotone neue Wohnhäuser, die nur zu weiteren Versiegelungen führen. 160 Bäume!

Bei querkraft

IKEA mitten in der stadt

http://www.querkraft.at/?story=2686&details=1

findet sich der Hinweis, daß die Gesamtfläche bei etwa 21.600 Quadratmetern liegt. Das Fassadenraster hat eine Tiefe von 4,5 Metern. Die vorgefertigten Stahlbetonelemente erzeugen ein Raster von etwa 10 Metern Kantenlänge. Da auf dem Photo die eine Querseite 6 Elemente enthält, dürfte das ungefähr ein 60 x 50 - Meter - Grundriss bzw. 3000 Quadratmeter pro Etage sein. Würde man versuchen, auf dieser Fläche 160 Bäume unterzubringen, dann hätte jeder Baum 18,75 Meter, also eine Fläche von etwa 4 x 4,5 Metern.

Sprich: Ein so hoher Anteil von Bäumen läßt sich nur dann realisieren, wenn die Fassade für Bäume genutzt wird.

Assure Knives - Knives with rounded tips in response to knife crime - britisches Besteckunternehmen Viners entwickelt Küchenmesser mit stumpfer Spitze

17.01.2020 23:46:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Großbritannien hat es in den letzten zwölf Monaten ein trauriges Rekordhoch von Straftaten mit Messern gegeben. 285 Todesopfer. Deshalb gibt es ein neues Gesetz, das Küchenmesser als Angriffswaffen einstuft. Manche Einzelhändler haben bereits Messer aus ihrem Sortiment entfernt.

Als Reaktion darauf hat das britische Besteckunternehmen Viners eine Kollektion von Küchenmessern entwickelt, die ausschließlich abgerundete Ecken haben.

Die "Assure-Messerkollektion", bestehend aus sechs Küchenmessern, hat eine stumpfe, abgerundete Spitze, mit der sich die menschliche Haut nicht mehr durchbohren läßt.

Die Messer können zum einen nicht mehr verwendet werden, um Stichverletzungen zu erzeugen. Zum anderen verringern sie das Risiko, daß sich Nutzer in der Küche an den Spitzen verletzen.
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Viners makes knives with rounded tips in response to knife crime

https://www.dezeen.com/2020/01/16/viners-knives-round-tip-cutlery/

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Kate O'Neill, Head of product and marketing bei Rayware Group, dem Haushaltslieferanten von Viners:

> "We have been working hard to develop a safer kitchen knife design in light of recent legislation changes and disconcerting knife crime statistics,"

Wir haben hart dafür gearbeitet, ein sichereres Design für Küchenmesser zu entwickeln.

Die Messer basieren auf japanischen Santoku-Messern und bestehen oben aus einem vergleichsweise breiten Metallblock.

Jedes Messer der Kollektion wurde vielfach getestet, um sicherzustellen, daß die Spitze nicht irgendwie in die Haut eindringen kann. Die Messer bestehen aus Edelstahl mit schwarzen Soft-Touch-Griffen und einer Anti-Haftbeschichtung auf den Klingen.

John Ashton, Berater der Polizei von Merseyside und Kriminalbeauftragter für Gewaltprävention:

> "Viners has potential to make a significant contribution to knife safety within the home and wider community,"

Die Kollektion habe das Potential, einen signifikanten Beitrag zur Sicherheit im Umgang mit Messern zu liefern. Sowohl bei der Benutzung im Haus als auch in der Öffentlichkeit.

> "Knife crime has seen an alarming increase, not just locally but across the whole of the UK, so it is extremely encouraging to see this British company taking the initiative to address this public health concern,"

Kriminalität mit Messern habe alarmierend zugenommen. Nicht nur lokal, sondern im gesamten United Kingdom. So sei es sehr ermutigend, daß dieses Unternehmen die Initiative ergreift, dieses Problem anzugehen.

Bei Viners

Assure Knives

https://www.viners.co.uk/our-collections/assure-knives.html

gibt es die Messer allerdings derzeit nur als Vorankündigung. Lieferbar ab Februar 2020.

> As well as being stylish, the knives deliver the same functionality as a standard kitchen knife to tackle all cooking tasks including chopping, carving and dicing. The knives feature curved ergonomic soft touch handles for optimum comfort, and the blades are finished with a black non-stick coating which helps reduce friction.

Die Messer bieten dieselbe Funktionalität wie Standard-Küchenmesser.

Bei

New knives invented in Liverpool that are 'impossible to stab someone with'

https://www.liverpoolecho.co.uk/news/liverpool-news/new-knives-invented-liverpool-impossible-16954882

findet sich ein Beitrag vom 23.09.2019. Der Preis soll zwischen 3,50 und 5,00 britischen Pfund liegen.

Viners hofft, daß die Messer auch für Personen mit Einschränkungen hilfreich sind, da das Verletzungsrisiko sinkt.

Eine Umfrage ergab, daß 65 % der 1.700 Befragten eher so ein Messer als ein traditionelles Küchenmesser mit einer Spitze kaufen würden. 76 % fänden es gut, wenn dies die einzigsten Messer wären, die man einzeln kaufen könne.

LEGORampen - Rita Ebel creates wheel chair ramps with Lego in Hanau - Läden in Hanau erhalten kleine Rollstuhl-Rampen aus Lego, damit Rollstuhlfahrer leichteren Zugang haben

16.01.2020 22:54:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hanau in Hessen gehört zum Ballungsraum Frankfurt und hat knapp 100.000 Einwohner. Und Hanau hat die LEGORampen. Rollstuhl-Rampen, gebaut aus gesammelten Lego-Bausteinen.

Initiiert hat dies Rita Ebel, die selbst seit langem im Rollstuhl sitzt.
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Einwohnerin aus Hanau baut Rampen für Rollstühle aus Lego und verteilt sie kostenlos in der Stadt

https://urbanshit.de/eine-frau-baut-aus-lego-rampen-fuer-rollstuehle-und-verteilt-sie-in-der-stadt/

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Das Video auf YouTube:

2019 Hanauer Helden: Rita und das Projekt Mobile LEGO-Rampen

https://www.youtube.com/watch?v=Pf9I49UwN_s

Die Stadtwerke Hanau hatten 2019 eine Aktion gestartet: #HanauerHelden. Dort wurde das Projekt

Menschen in Hanau

https://menschen-in-hanau.de/de/

vorgestellt, zu dem Rita Ebel gehört.

In dem Zusammenhang entstand das kleine Video.

Dort schildert sie, daß sie in einer Fachzeitschrift ein Bild einer solchen Legorampe gesehen hatte. Gebaut von einer Rollstuhlfahrerin. Daraufhin initiierte sie das für Hanau.

Zur ersten Rampe kam eine zweite für das benachbarte Geschäft, dann eine große vor einem Hotdog-Laden.

Die Steine werden nicht gekauft, das sind alles gespendete Steine. Da gibt es wohl noch diverse Geschäfte mit kleineren oder größeren Stufen.

Laut "Menschen in Hanau" gibt es aktuell 10 LEGORampen.

Laut

Mobile LEGO-Rampen

https://menschen-in-hanau.de/de/unsere-projekte/mobile-lego-rampen/

begann das im März 2019. Die Inspiration stammt von einem ähnlichen Projekt in Bielefeld. Ferner:

> Das Ganze ist aber nicht nur gut für Menschen im Rollstuhl, sondern auch für Mitbürger mit Kinderwagen oder Rollator. Auch sehbehinderte Menschen haben durch die bunte, auffällige Stufenmarkierung einen Vorteil und werden auf die Barriere aufmerksam.

Inzwischen gibt es in Hanau ein paar Sammelstellen für Lego-Bausteine. Und eine Facebook-Seite:

LEGORampen

https://www.facebook.com/LEGORampen/

mit Kontaktdaten.

Smart Cargobike follows the courier like a dog - IAV entwickelt autonomes Lastenrad, das dem Fahrer im Schritttempo folgen kann

15.01.2020 23:57:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Vor zehn Jahren waren autonom fahrende Fahrzeuge noch "unbekannte Zukunft". Seither hat sich viel getan. Mit Sicherheit wird es in zehn Jahren diverse ausgereifte Lösungen geben, die sich deutlich auf das Leben in Großstädten auswirken dürften.

Zur CES 2020 hat die in Berlin ansässige IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr ein "smartes Cargobike" vorgestellt. Ein dreirädriges Fahrrad. Vorne zwei Räder nebeneinander, dann folgt eine große Box für die auszuliefernden Pakete. Dahinter eine Lenkstange, der Sattel und das Hinterrad.

Das Cargobike kann einerseits für längere Strecken regulär genutzt werden. Andererseits kann der Fahrer absteigen und einzelne Pakete übergeben. Dann folgt ihm das Cargobike autonom. Gesteuert über eine Kamera auf der Frontseite. Eine "Follow-me" - Funktion.
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IAV develops smart cargobike that follows the courier around like a dog

https://www.designboom.com/technology/iav-smart-cargobike-follows-courier-01-14-2020/

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Die Ladebox kann nur geöffnet werden, falls der Kurier in der Nähe ist.

Gekoppelt ist es mit einer App, die dem Kurier seine Route und relevante Informationen zum Fahrzeug anzeigt. Es gibt es einen Backend-Server, der Daten sammelt.

Ferner ist das Cargobike mit DiSA verbunden. Dem digitalen Service-Assistenten von IAV, einem Dashboard, mit dem sich ganze Flotten überwachen lassen.

Das Video (in Berlin gedreht):

IAV develops a smart cargobike that follows the courier around like a dog

https://vimeo.com/384778007

Das zeigt diese verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten:

* Der Kurier fährt normal auf dem Rad
* Das Rad folgt ihm, während er Pakete übergibt
* Das Cargobike fährt autonom zu einem Lieferanten. Der packt etwas rein. Dann fährt es autonom zur Empfängerin. Diese kann mit ihrem Smartphone den Transportbehälter öffnen und die Bestellung entnehmen.

Schließlich lassen sich alle Bewegungen aller Fahrzeuge auf einem Stadtplan verfolgen. Und hat ein Cargobike einen Platten, meldet es das der Zentrale, die eine Reparatur veranslassen kann.

Das findet sich analog unter

Mobility Made to Measure: Smart Cargobike and Mobility Platform

https://www.iav.com/en/ces/mobility-concepts

bzw. auf deutsch, wenn man en durch de ersetzt.

Pointless Packaging - Instagram-Account listet Obst, Gemüse und andere Objekte, die aufwendig und teils einzeln in Plastik verpackt sind

14.01.2020 23:49:41, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Welt redet vom Klima, von Plastikmüll. Aber die Wirklichkeit? Ein Instagram-Account "Pointless Packaging" sammelt Photos von "sinnlosen Verpackungen".

Wobei ich bei diversen Bildern gar nicht gewußt habe, daß so etwas überhaupt angeboten wird:
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Instagram Account “Pointless Packaging” Is Both Hilarious And Infuriating

https://www.sadanduseless.com/pointless-packaging/

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Einzelne Äpfel, in Plastikfolie eingehüllt. Eine Banane in einer Pappkartonschale, drumherum Plastik. Drüber scheint es Bananenbündel zu geben. Lose, ohne Verpackung.

Sehr irritierend: Cola-Dosen in Plastikschalen. Wo doch die Coladose schon selbst eine Verpackung ist.

Einzelne Weißbrot-Scheiben, jede in eine Hülle verpackt. Ein Stück einer Ananas. Eine halbe Avocado, ohne Kern.

Hartgekochte, geschälte Eier.

Und etwas, das als "fresh produce" gekennzeichnet ist: Geschälte Mandarinen in kleinen Behältern aus Hartplastik.

Achtelstücke von roten Paprika, einzeln verpackt.

Ein Apfel auf einer Kunststoffschale, drumherum Klarsichtfolie.

Bei dem Instagram-Account

https://www.instagram.com/pointless_packaging/

finden sich noch diverse weitere Beispiele, teils mit Ortsangaben.

Etwa einzelne Kiwischeiben, von Carrefour Centro Manaus:

https://www.instagram.com/p/Bl6YHdWhoew/

Da findet sich ein Hinweis von @carrefourbrasil, warum die meinen, das so verpacken zu müssen:

> The kiwi was repacked to avoid its waste due to its "ugliness", imperfections, or other aspects that may keep people from buying it. Regarding the trays, they're recyclable, therefore they do not damage the environment when disposed correctly!

Die Kiwi wurde neu verpackt, um ihren Abfall aufgrund ihrer "Hässlichkeit", Unperfektheit oder anderer Aspekte zu vermeiden, die Leute davon abhalten, sie zu kaufen. Die Schalen seien recycelbar, wenn sie korrekt entsorgt werden.

Kaufen, aufreißen, essen, Hülle wegwerfen. Als ob zum Essen das Waschen, Schälen, Schneiden und Vorbereiten nicht dazugehören würde.

Bei manchen Angeboten (etwa den einzelnen Brotscheiben oder den geschälten Mandarinen) könnte man an alte Leute denken, die nur einzelne Scheiben essen und die Schwierigkeiten haben, bsp. Mandarinen zu schälen. Bei einzelnen Bananen in Hüllen denken Leute womöglich, daß die Bananenhülle etwas in der eigenen Tasche verschmutzen könnte.

Bei den Brennholzblöcken, die in Plastikfolie eingehüllt sind, hält diese auch einen Zettel mit einer Beschreibung zusammen.

Der Artikel bei Sadanduseless endet mit dem Bild einer "Kotoka Strawberry Gift Box":

Ein kleiner Karton. Drin Holzspäne zur Polsterung. Ein komplex strukturierter Ring als "Halter". Drin eine Erdbeere. Das Bild findet sich nicht bei Instagram.

Verpackt mit einer Klarsichthülle, darauf ein Aufkleber: Fresh By Air from Japan. Und eine Preisangabe von 168 Dollar. Wobei unklar ist, ob das US-Dollar oder eine andere Währung sind.

Kooshk Research Pavilion - Studenten an der Islamic Azad University in Isfahan bauen mit traditionellen Techniken einen Kuppel-Pavillon mit einer Höhe von 530 Zentimetern

13.01.2020 23:30:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie kann man mit einfachen Mitteln kuppelartige Strukturen erstellen? In der iranischen Stadt Isfahan, die für ihre persische Architektur bekannt ist, haben Studenten alte und neue Techniken kombiniert, um den "Kooshk Research Pavilion" als eine freie Form zu erstellen.

Das Ergebnis wirkt sehr elegant: Außen gibt es eine Erdhülle. Innen wurde die Fläche mit rötlichen Kacheln gestaltet.

Der Pavillon steht auf acht Füßen: 4 äußere und 4 innere Füße.
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iranian students use soil to build the kooshk freeform research pavilion

https://www.designboom.com/architecture/iranian-students-kooshk-freeform-research-pavilion-01-13-2020/

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Die eigentliche Bautechnik: Aus dem Boden der umliegenden Felder wurde zunächst eine temporäre Struktur erstellt: Erde und Sand in Säcke gefüllt, diese übereinandergeschichtet.

Dieses "innere Gerüst" wurde mit Schlamm überzogen. Wobei nicht ganz klar ist, ob die roten Ziegel direkt mit aufgeschichtet wurden oder ob diese erst später, nach dem Entfernen der temporären Struktur, eingefügt wurden.

Insgesamt wurden jedenfalls 180 Tonnen Erde verarbeitet. Die Hülle ist zwischen 3 und 8 Zentimetern dick.

Die Bögen haben eine Höhe zwischen 210 und 530 Zentimetern, die Gesamtfläche mißt 90 Quadratmeter. Die überdachte Fläche liegt bei 7 x 7 Metern, also 49 Quadratmeter.

Eine Querschnittszeichnung zeigt allerdings, daß noch ein Stahlgitter dazwischen ist.

Ferner legt es die Bezeichnung "recycled soil: 180 ton" nahe, daß die 180 Tonnen nicht das verwendete Volumen für die Kuppel, sondern das wiederverwendbare Volumen der temporären Struktur ist. Der Sand und die Säcke, mit denen dieses "Stützgerüst" aufgebaut wurde, können problemlos recycelt und wiederverwendet werden.

Ein Video

Kooshk Research Pavilion

https://www.youtube.com/watch?v=gqhVYZpXW24

zeigt leider nur das Ergebnis, nichts vom eigentlichen Konstruktionsprozess.

Der Pavillon entstand an der Islamic Azad University, Najafabad Branch und wurde auf dem dortigen Universitätsgelände errichtet.

Connectivity, Domestication, The Peace of Belmonte - Three glow-in-the-dark street murals with hidden messages - drei Murals vom Reskate Studio mit photolumineszierenden Farben

12.01.2020 23:59:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Reskate Studio, von dem eine frühere Arbeit bereits hier Thema war, hat zum Abschluß des Jahres 2019 drei neue Murals fertiggestellt:

‘Connectivity’ in Shenzhen (China).

‘Domestication’ in Wien (Österreich).

‘The Peace of Belmonte’ in Belmonte (Portugal).

Diese Street-Art - Wandbilder sind eine Fortsetzung der aktuellen Harreman-Serie des Studios, die darauf abzielt, dunkle Ecken von Städten zu beleuchten und die Konversation zwischen Publikum und dem Kunstwerk zu lokalen Themen anzuregen.

Das sind Murals, die tagsüber aus relativ großflächigen, hellen Flächen bestehen. Kontrastiert von einem grauen Hintergrund.

In Shenzhen ist das eine Abfolge von dunklen, geflochtenen Seilen, die eine Art "elastische Mauer" auf der hellen Fläche bilden.

In Wien ist das ein großer Hund, der sich über drei Stockwerke erstreckt.

In Belmonte ist das ein Baum oder ein sehr dicker Ast, der auf der Seite eines Hauses von links unten nach rechts oben wächst.

In der Nacht verändern sich die Kunstwerke. Die weißen Flächen enthalten Bereiche aus photolumineszierendem Material. Diese wirken tagsüber hell, laden sich aber über das Sonnenlicht auf. Und geben diese Energie in der Dunkelheit langsam wieder ab.

Die Wirkung: In der Nacht erscheinen "zweite Kunstwerke".
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reskate studio unveils three glow-in-the-dark street murals with hidden messages

https://www.designboom.com/art/reskate-studio-unveils-three-glow-in-the-dark-street-murals-across-the-globe-01-11-2020/

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Mit Hilfe von Community Art Centern wurde für jedes Mural jeweils ein Thema ausgewählt.

Connectivity ist auf einem öffentlichen Parkplatz in Shenzhen zu finden. Shenzhen war ursprünglich ein relativ kleines Fischerdorf mit 30.000 Einwohnern. Innerhalb eines Jahrzehnts wurde daraus das Flaggschiff der Handyindustrie mit bis zu 12 Millionen Einwohnern. Seilknoten symbolisieren soziale Netzwerke. Diese verbinden Bürger, gefährdet aber auch die Privatsphäre. Nachts taucht ein Koi-Fisch auf. Als Erinnerung, was die heutige Stadt früher geprägt hat.

In Wien wurde das Wien-Museum gestaltet. Der Hund stellt eine einheimische Hunderasse, Tiroler Bracke dar. Die Hunderasse bringt einen natürlichen räuberischen Instinkt mit, wilde Füchse zu jagen. Nachts enthüllt die Hundefigur zwei Füchse, die gegeneinander kämpfen.

"Der Frieden von Belmonte" ist den jüdischen Mitbürgern gewidmet, die noch in der Stadt wohnen. Das Kunstwerk feiert die Integrität der Gemeinschaft während der portugisischen Inquisition. Fünf Jahrhunderte lang mußte die jüdische Gemeinde mit ihren Bräuchen im Verborgenen leben. Aus der Baumwurzel werden in der Nacht zwei sich gegenseitig haltende Hände. Sie symbolisieren den Respekt und die Toleranz, welche die Bewohner von Belmonte der jüdischen Gemeinde entgegenbrachten.

Connectivity (Shenzhen China 2019)

http://www.reskatestudio.com/works/connectivity-shenzhen-china-2019

und

Domestication (Vienna, Austria 2019)

http://www.reskatestudio.com/works/domestication-vienna-austria-2019

werden bereits auf der Website vom Reskate Studio vorgestellt. Die Arbeit in Belmonte fehlt da noch.

Thailand bans plastic bags - people come with unusual alternatives - eigene Behälter zum Einkaufen mitnehmen

11.01.2020 23:58:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Thailand hat zum Jahresbeginn 2020 in einigen großen Geschäften Einweg-Plastiktüten verboten. Das Land will damit für eine bessere Umwelt bzw. für eine geringere Umweltverschmutzung sorgen. Das Verbot ist noch nicht vollständig. Derzeit scheint das zunächst nur einige große Geschäfte zu betreffen.

Aber es führt zu Konsequenzen: Leute bringen ihre eigenen Transportmöglichkeiten mit. Diese sind teils durchaus kreativ.
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As Thailand Is Banning Plastic Bags, These 30 People Have Come Up With Awesome And Unusual Alternatives

https://www.boredpanda.com/unusual-ways-people-dealing-plastic-bag-ban-thailand/

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Ein Kunde hat seine Schubkarre mitgebracht. Da lassen sich auch schwere Gegenstände problemlos transportieren.

Ein zweiter hat eine Art Fischreuse als Transportmittel verwendet. Das sieht allerdings danach aus, als ob oben nur lauter leichte Dinge liegen.

Bei der Frau, die mit zwei an einer Stange befestigten Trageschalen Waren transportiert, steht allerdings im Kommentar:

> This is from television series,not real life

Ein paar Mal werden Rollkoffer verwendet. Das sieht auch immer danach aus, als ob die Kunden das Transportmittel zunächst im Laden nutzen, um ihre Einkäufe zusammen zu sammeln. An der Kasse wird das dann einmal alles gescannt und wieder verpackt. Aber ein großer Eimer kann auch genügen.

#10 zeigt eine Art Fahrradanhänger, beladen mit einer sehr großen geflochtenen Tasche. Da könnte einiges reingehen.

#12 zeigt richtiges Recycling: Eine großer Kunststoffsack, der ursprünglich zur Verpackung von weißem Zucker genutzt worden war. Der ist zum Einkaufen hinreichend stabil.

Größere geflochtene Körbe oder Gitter-Wäschekörbe aus Kunststoff tun es auch.

Schließlich gibt es ein paar Beispiele von sehr großen Einkaufstaschen aus Kunststoff, die entweder in anderen Geschäften gekauft oder dort ausgegeben wurden.

> Thailand was ranked sixth among the world’s top countries that dump waste into the sea,” Minister of Natural Resources and Environment Varawut Silpa-Archa told the media on Wednesday. “During the past five months, we were down to 10th ... thanks to the cooperation of the Thai people."

Thailand hatte den sechsten Platz der Länder belegt, über die am meisten Müll in das Meer gelangt war. So Varawut Silpa-Archa, der Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt. In den letzten fünf Monaten ging das auf Platz 10 runter.

Im letzten Jahr gab es den ersten Teil einer Kampagne. Da sank der Verbrauch von Plastiktüten um 2 Milliarden (etwa 5765 Tonnen).

Die größte Herausforderung besteht nun darin, die verbleibenden 40 % der Plastiktüten auf Frischmärkten und in ländlichen Gegenden zu reduzieren.

Die Originalquelle ist ein Reuters-Artikel:

Thailand kicks off 2020 with plastic bag ban

https://www.reuters.com/article/us-thailand-environment-plastic/thailand-kicks-off-2020-with-plastic-bag-ban-idUSKBN1Z01TR

Demnach betrifft das aktuelle Verbot große Geschäfte = major stores.

Study in Pattern - Ribbons of Wood Form Twisting Root Structures - gigantische Struktur aus Holzbändern bilden verdrehte Wurzelstrukturen - Wade Kavanaugh und Stephen B. Nguyen

10.01.2020 23:48:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Baum, der scheinbar mitten in einem Gebäude seine Wurzeln ausschlägt, die sich in mehrere Räume ausbreiten. Und der Stamm entweicht durch die Decke.

So könnte man die Installation "Study in Pattern" von Wade Kavanaugh und Stephen B. Nguyen beschreiben. Das experimentelle Projekt wurde für das Islamic Arts Festival in Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten entwickelt.
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Giant Ribbons of Wood Form Twisting Root Structures in Expansive Installation

https://www.thisiscolossal.com/2020/01/wood-tree-wade-kavanaugh-stephen-b-nguyen/

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Die Besucher können von unten her in den spiralförmig gedrehten "Baumstamm" blicken. Oder sie bewegen sich in einem der Räume, zwischen den wurzelartigen Elementen, die sich überall hin ausbreiten.

Das Werk lehnt sich einerseits an der vorhandenen Struktur der Räume an. Die Wiederholung von Bögen, überlappende lineare Strukturen. Der Beobachter orientiert sich an den Linien. Aber auch:

> but the finished work ultimately took on the feel a gesture drawing, veering away from regularity of pattern and toward entropic wildness.

Das fertige Werk ist wie eine Geste, die sich abwendet von Regelmäßigkeit und von Mustern. Und sich entlädt in einer entropischen Wildheit.

Die Künstler hatten das Werk "in klein" entwickelt, bevor sie das gesamte Projekt in Seattle produzierten.

Der Link verweist jedoch auf einen Artikel bei US-News.

Demnach werden die beiden eine Installation für das Washington State Convention Center in Seattle entwickeln.

Das wird das erste permanente Projekt der beiden werden und 2021 fertiggestellt sein.

Die Website

Wade Kavanaugh and Stephen B. Nguyen

https://stripedcanary.com/home.html

enthält noch nicht diese aktuelle Arbeit. Stattdessen nur relativ wenige ältere Arbeiten.

Ebenso gibt es beim

Islamic Arts Festival

https://www.sharjahartmuseum.ae/Events/Sharjah-Islamic-Arts-Festival.aspx

noch keine weiteren Bilder.

Bei

The 22nd Sharjah Islamic Arts Festival kicks off

https://www.thenational.ae/arts-culture/art/the-22nd-sharjah-islamic-arts-festival-kicks-off-1.950071#2

findet sich ein Bild. Wohl Besucher bei der Eröffnung, die unter einem Baumelement hindurchgehen.

Pittsburgh Parking Chair - Chair in front of a house used as a signal to all that the parking spot is taken - mit einem Stuhl auf der Strasse einen Parkplatz reservieren

09.01.2020 23:44:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin kennt man das ja: Autos fahren in der Gegend herum, weil sie einen Parkplatz suchen. Der Platz ist knapp und oft belegt. Eine ganz andere - und eher gegenteilige - Tradition hat sich in Pittsburgh entwickelt.

Dort gibt es den "Pittsburgh Parking Chair". Ein Stuhl, der auf die Straße, direkt an die Bordsteinkante hingestellt wird.

Und der signalisiert: Dieser Parkplatz ist besetzt.
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The Endearing Pittsburgh Tradition Using a Chair to Save a Parking Space in Front of a Home

https://laughingsquid.com/pittsburgh-parking-chair/

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Der Filmemacher Dean Bog hat eine wöchentliche Videoserie erstellt, in der er sich mit Besonderheiten seiner Heimatstadt Pittsburgh, Pennsylvania beschäftigt. Eine Episode beschäftigt sich mit dem Pittsburgh Parking Chair.

Er vermutet, daß das nach einem Schneesturm angefangen hat. Einer grub sein Auto aus. Und wollte den freigelegten Parkplatz nicht jemandem anderen überlassen. Also wurde der Platz mit einem Stuhl blockiert.

Das Video auf YouTube:

Pittsburgh's Weirdest Tradition

https://www.youtube.com/watch?v=gUY4a7AjsSM

Ein Text aus dem Video:

> This is a Pittsburgh parking chair. It was placed here, probably by the owners of this house, and it means this is my spot and you can’t park here. …I think that have probably started with snow at least from what I’ve heard, we would shovel and a neighbor could pull in your spot and it would be a feud with the neighbors. … It’s technically illegal to claim it as your own but in Pittsburgh, neither the police nor the people seem to care. It’s this widely accepted DIY neighborhoodly solution.

Technisch sei es illegal, wenn jemand Straßenland für sich beansprucht. Aber in Pittsburg sieht weder die Polizei noch sonst jemand einen Handlungsbedarf. Es ist eine weithin anerkannte Do-it-yourself - nachbarschaftliche Lösung.

Die englische Wikipedia

Parking chair

https://en.wikipedia.org/wiki/Parking_chair

Demnach ist das in Pittsburg, Boston und in den Regionen Upper Midwest und Great Lakes (inklusive Chicago) verbreitet. In Pittsburg und Chicago ist das eine "ikonische regionale Praxis". Überall dort, wo es große Schneemengen geben kann.

Einerseits ergibt sich aus solchen Ad-Hoc-Parkplatzblockaden kein rechtlicher Anspruch. Technisch sind das "verlassene Möbel", Sperrmüll. In Pittsburg wird das allerdings auch von der Polizei toleriert. In dem Video wird ein Polizist danach befragt. Er winkt nur ab.

In einigen Städten ist diese Praxis explizit verboten, etwa in Washington DC.

Harbour Kiosk - Kinetic Kiosk in Hong Kong opens and closes using robotic timber fins - Kiosk an der Avenue of Stars in Hong Kong mit kinetischer Holzfassade

08.01.2020 23:57:30, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Hong Kong gibt es die Avenue of Stars. Ein Teilstück der Uferpromenade Tsim Sha Tsui, direkt am nördlichen Teil von Hong Kong, am Wasser liegend. Mit Blick zu Hong Kong Island. Die Promenade feiert den Erfolg der Filmindustrie in der Region.

Dort wurde das Harbour Kiosk eröffnet. Ein Kiosk, das sich an lokalen Marktständen orientiert. Morgens werden diese geöffnet, dehnen sich aus, treten mit der Umgebung in Kontakt. Am Abend werden sie wieder geschlossen und nehmen eine kompakte und geschützte Form an.

Dazu hat das Harbour Kiosk an seiner Außenseite diverse senkrecht montierte Holzlamellen. Wobei das (einmal von unten nach oben) jeweils zwei Lamellen sind, die durch ein Gelenk miteinander verbinden. 49 Roboterarme öffnen am Morgen das Kiosk, indem die Lamellen nach oben geschoben werden und an dem Gelenk nach außen hin aufklappen. Damit wird zum einen der eigentliche Verkaufsbereich zugänglich. Zum anderen ergibt sich eine kleine "Markisenwirkung". Ferner bewegen sich diverse der Lamellen tagsüber in Wellenbewegungen.
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LAAB's kinetic 'harbour kiosk' in hong hong opens + closes using robotic timber fins

https://www.designboom.com/architecture/laab-kinetic-harbour-kiosk-hong-kong-robotic-timber-fins-01-08-2020/

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Interessant ist, wie sich das Projekt entwickelt hatte.

Der ursprüngliche Auftrag lautete: Ein Kiosk mit 10 Quadratmeter Fläche. Stattdessen:

> the hong kong-based architecture firm believed that it also has the mission to serve the public

Die Architekturfirma LAAB meinte stattdessen, daß die Mission sei, der Öffentlichkeit zu dienen. Deshalb wurde das Kiosk mit einem in der Nähe befindlichen M&E-Maschinenraum zusammengelegt.

Das Ergebnis ist ein Objekt mit einer Außenfläche von 17 Metern und öffentlichen Funktionen: Der Verkaufstresen des Kiosks, ein Verkaufsautomat, Trinkbrunnen, Infotafeln und Pflanzgefäße. Ferner ist eine Stereoanlage untergebracht, die für eine tägliche Lichtshow um 20:00 genutzt wird.

17 Meter Außenfläche. Das dürfte ein Rechteck von etwa 3,5 x 5 Meter sein.

LAAB hatte in zwei Jahren vier Prototypen entwickelt, um das kinetische System so zu optimieren, daß es der Taifunsaison in Hong Kong standhält.

PEFC-zertifiziertes rotes Balau-Holz wurde aufgrund seiner Festigkeit, Härte, Leichtigkeit und Wirtschaftlichkeit ausgewählt, um als nachhaltiges Fassadenmaterial verwendet zu werden. Um das Holz gegen UV-Strahlung und Termiten zu schützen, wurde es von außen her geölt.

Bei LAAB

Harbour Kiosk

https://www.laab.pro/?portfolio_page=harbour-kiosk

findet sich eine Skizze, die den Vergleich zu einem geschlossenen bzw. geöffneten Marktstand zeigt. Ferner eine Darstellung, bei der eine Längswand abgenommen ist. So daß die räumliche Aufteilung zwischen Kiosk und Maschinenraum sichtbar wird.

Impulse - 12 giant Seesaws create a light-filled urban playground in the Garment District in New York - Riesenwippen erschaffen einen lichtdurchfluteten städtischen Spielplatz

07.01.2020 23:23:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das ist ja eine hübsche Installation. Im New Yorker Garment District, dem Bereich in Midtown Manhattan zwischen der Fifth Avenue und Ninth Avenue sowie von der 34th Street bis zur 42nd Street, wurde Impulse aufgebaut.

Das Viertel hat seinen Namen, weil es als ein Zentrum für Modeherstellung und Modedesign gilt. Auf weniger als 65 Hektar finden sich dort die meisten Showrooms von New York City, diverse Modelabel und sämtliche Aspekte der Modeindustrie.

Dort wurde Impulse erneut aufgebaut. Ursprünglich gab es die Installation 2016 zum Place Des Festivals in Montreal. Dann wanderte sie durch Städte wie Chicago, Boston und Scottsdale.

Zwölf überdimensionale Wippen stehen Passanten zur Verfügung. Diese sind 16 - 24 Fuß / 4,8 - 7,3 Meter lang. Sie enthalten LED-Leuchten, die mit unterschiedlicher Intensität leuchten sowie Lautsprecher, die zufällige Musiksequenzen wiedergeben.
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Giant Seesaws Transform New York City’s Garment District into Light-Filled Urban Playground

https://www.thisiscolossal.com/2020/01/impulse-seesaws-new-york-city/

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Bei Garmentdistrict

Impulse: Lateral Office and CS Design in collaboration with EGP Group

http://garmentdistrict.nyc/arts/art-installations/impulse/

JAN. 6, 2020 — FEB. 1, 2020
Winter Garden
Broadway between 37th & 38th Streets

findet sich die genaue Adresse. Und ein Bild, wie das wohl damals in Kanada ausgesehen hat.

> One block of Broadway has been closed to traffic in order to bring you Impulse, an interactive art installation comprised of 12 over-sized seesaws that transform our Broadway pedestrian plazas into a gleaming winter wonderland.

Eine Installation, die unsere Broadway-Fußgängerzonen in ein strahlendes Winterwunderland verwandeln.

> When you and another climb on and begin to both teeter and totter, the seesaws radiate with light and musical elements, creating your very own winter light show.

Die Nutzer, die mit dem Wippen ihre eigene Winter-Lichtshow erschaffen.

Der Ursprung:

> Impulse was created by Lateral Office and CS Design in collaboration with EGP Group, with Mitchell Akiyama leading the sound design, mechanical elements and fabrication by Generique Design, and electronic design by Robocut Studio.

Das Ganze findet statt im Rahmen des New York City Department of Transportation’s (DOT) Seasonal Streets Program.

Bei Lateral Office

Impulse - Luminotherapie - Place des Arts, Montreal, QC /// 2016

http://lateraloffice.com/IMPULSE-2015-16

gibt es einige Bilder von 2016: Die "verschneite Version" startete ursprünglich ebensow wie die Version, die nun in New York zu sehen ist.

Das dortige Video

Impulse

https://vimeo.com/154138185

zeigt sowohl ruhige Szenen am Abend (ohne Schnee) als auch turbulente Tag- und Nachtszenen mit teils viel Schnee.

New York officials propose using drones to inspect buildings - Beamte in New York fordern, Drohnen zur Gebäudeinspektion zuzulassen

06.01.2020 23:45:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

In New York hatte es einen tragischen Unfall gegeben. Die Architektin Erica Tishman starb, weil sie von Trümmern eines Gebäudes in New York getroffen worden war.

Ein paar Tage später schlug Eric Adams, Borough President von Brooklyn, vor, daß Drohnen zur Fassadeninspektion zugelassen werden sollen.

Aktuell ist es zwar an den meisten Stellen in der Stadt illegal, Drohnen zu fliegen. Aber die Gesetzesvorlage würde es ermöglichen, die Inspektion von Gebäuden zu beschleunigen und damit die Sicherheit der Bewohner zu erhöhen.
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New York officials propose using drones to inspect buildings

https://www.dezeen.com/2020/01/06/drone-building-inspection-new-york-city-bill/

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> "The death of Erica Tishman tells us that we must move our technology and embrace technology to find a safer way to inspect buildings," Adams said. "Using drones would take us to a new height in carrying out that inspection."

Der Tod von Erica Tishman zeigt uns, daß wir unsere Technologie weiterentwickeln müssen, um einen sichereren Weg zu finden, Gebäude zu inspizieren. Die Verwendung von Drohnen würde uns bei diesen Inspektionen deutlich helfen.

Drohnen seien - so eingesetzt - kein Spielzeug, sondern ein Werkzeug. Sie sparen Millionen von Dollar (für Gerüste) und Zeit. Und sie könnten Leben retten.

Das Gesetz wurde zuerst von Justin Brannan, Stadtrat von Brooklyn vorgeschlagen, der den Tod von Erica Tishman als völlig vermeidbare Tragödie bezeichnet hatte.

Bei der Gebäudeabteilung sind wohl 1300 Beschwerden über Fassaden aufgelaufen.

Der Gesetzesvorschlag sieht vor, daß nach einer 311-Beschwerde innerhalb von 48 Stunden eine Inspektion per Drohne erfolgen solle.

New York gibt derzeit etwa 30 Millionen Dollar pro Jahr für "sidewalk sheds" aus. Das sind jene Gerüste, die Fußgänger vor herabfallenden Materialien schützen sollen.

Drohnen sollten deutlich günstiger sein als die bisherige Lösung von Gerüsten. Von den "sidwalk sheds" gab es im Dezember 9.217 Stück mit einer Gesamtlänge von 1,7 Millionen Metern.

Derzeit ist die Nutzung von Drohnen größtenteils verboten. Das Gesetz würde damit eine deutliche Änderung bedeuten.

Mount Sinai Kyabirwa Surgical Facility with a canopy of solar panels in Uganda - autarkes Krankenhaus in Jinja / Uganda mit Dach aus Solarpaneelen und Internet für chirurgische Live-Beratungen aus New York

05.01.2020 23:48:37, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den Industrieländern gilt die medizinische Versorgung als selbstverständlich. Anders sieht das in manchen Gegenden bsp. in Afrika aus. In Uganda wurde nun ein interessantes Modell einer "autarken Einrichtung" eröffnet.

Ein Krankenhaus, das aus einer Reihe von ebenerdigen Räumen besteht. Drumherum gibt es u.a. Bananenstauden. Diese haben sich die Architekten von Kliment Halsband Architects zum Vorbild genommen: So, wie die Blätter der Bananenstauden Schatten spenden und Licht in Nährstoffe umwandeln. So spenden die Solarpaneele Schatten und wandeln Licht in Strom um.
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Solar panels form canopy over surgical facility in Uganda

https://www.dezeen.com/2020/01/02/mount-sinai-kyabirwa-surgical-facility-kliment-halsband-architects-uganda/

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Lokale Arbeiter hatten die Gebäude mit Material aus der Region errichtet. In der Nähe wurde roter Ton ausgegraben. Damit wurden die charakteristischen roten, perforierten Backsteine hergestellt, die teils in den Außenwänden verarbeitet sind und die zur Belüftung des Gebäudes dienen.

> "This model is built around developing an independent, self-sustaining facility capable of providing surgical treatments in resource-poor areas."

Das Modell basiert auf einer unabhängigen, autarken Einrichtung, die zur Durchführung von chirurgischen Behandlungen in ressourcenarmen Gegenden genutzt werden kann.

Auf dem Backsteingebäude steht oben ein Stahlrahmen, der ein Betondach trägt. Auf diesem folgt ein zweiter Stahlrahmen für die Solarpaneele.

Ein Batteriespeichersystem und ein Generator vor Ort ergänzt die Leistung, die über das Stromnetz zur Verfügung steht. Leider kann es dabei immer mal wieder zu Ausfällen kommen, so daß die Batterien als Puffer dienen. Wenn die Stromversorgung ausfällt, kann sich das Krankenhaus zwei Tage lang autonom versorgen.

32 Kilometer unterirdisch verlegte Glasfaserleitungen sorgen für eine zuverlässige Internetanbindung.

Chirurgen im Mount Sinai Hospital in New York können die Kollegen in Uganda mit chirurgischen Live-Beratungen und Videokonferenzen unterstützen, Operationen in Echtzeit durchzuführen.

Wassertanks speichern Wasser aus dem Brunnen und der öffentlichen Wasserversorgung. Dieses Wasser kann bei Bedarf gefiltert und sterilisiert werden. Dachwasser wird gesammelt und für die Toiletten sowie zur Bewässerung des Gartens genutzt. Dieser versorgt Patienten und Personal mit Lebensmitteln.

Das Abwasser wird vor Ort in einer Klärgrube aufbereitet. Für den medizinischen Abfall gibt es eine Verbrennungsanlage.

Die Operationssäle sind klimatisiert, um sie steril zu halten. Die anderen Räume werden auf natürliche Weise belüftet. Durch das wellige Vordach und durch die perforierten Ziegelwände.

Uganda hatte 2001 eine kostenlose, allgemeine Gesundheitsversorgung eingeführt. Hat aber noch diverse Schwierigkeiten, dies für die ländliche Bevölkerung umzusetzen. Die Architektur ist ein entscheidender Faktor, das zu verbessern.

Bei Archdaily

Mount Sinai Kyabirwa Surgical Facility / Kliment Halsband Architects

https://www.archdaily.com/928402/mount-sinai-kyabirwa-surgical-facility-kliment-halsband-architects

wurde das Projekt im November vorgestellt. Da finden sich einige Skizzen, wie das Gebäudevolumen in Räume aufgeteilt und wie die verschiedenen Elemente zusammengesetzt sind.

Nightmare - Art B&B Hotel in Blackpool designed by artist Christopher Samuel shows how difficult it is to be disabled in a hotel - Alptraum-Zimmer in Blackpool

04.01.2020 23:58:48, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie ist es bsp. für Leute, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, wenn sie im Hotel übernachten?

Im britischen Blackpool wurde das Art B&B Hotel eröffnet. Es enthält 19 verschiedene Zimmer. Jedes ist von einem anderen Künstler gestaltet.

Eines davon, das Nightmare, ist "etwas anders": Der Name ist Programm. Konzipiert wurde es von dem Künstler Christopher Samuel, der selbst im Rollstuhl sitzt und schlechte Erfahrungen in Hotels gesammelt hatte.

Das Zimmer vermittelt einen Eindruck davon, wie es bsp. einem Rollstuhlfahrer geht: Das Bett ist wahnsinnig hoch, man kommt kaum hinein und am Morgen kaum wieder heraus.

Der Fernseher ist so angebracht, daß man nur über den Spiegel fernsehen kann. Neben dem Bett ist "ziemlich wenig Platz". Die Lampe hängt so tief, daß man sich auf den Boden setzen muß, wenn man da etwas lesen möchte.

Bad und Toilette haben ebenfalls ein paar "Besonderheiten".
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Skurriles Übernachtungs-Design: Ein extra nervig konzipiertes Hotelzimmer voller Probleme

https://www.langweiledich.net/ein-extra-nervig-konzipiertes-hotelzimmer-voller-probleme/

Beim DailyMail:

Room for improvement! World's most annoying hotel suite that promises the 'worst night of your life' for £70 aims to highlight nightmare faced by disabled guests

https://www.dailymail.co.uk/news/article-7836643/Worlds-annoying-hotel-suite-promises-worst-night-life-70.html

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Das Video auf YouTube:

Hotel Room Designed To Create Problems

https://www.youtube.com/watch?v=3XyrluCAkLQ

Für 70 Pfund kann man das für eine Nacht buchen.

Leider findet sich auf der Website des Hotels

https://www.artbb.org/

keine richtige Übersicht aller Zimmer mit Beschreibungen. Zumindest derzeit gehen die Links in der Mitte immer nur auf die Buchungsseite. Auch das "Nightmare" - Zimmer wird bei den Buchungsmöglichkeiten unter einem anderen Namen gelistet.

Plans for Greener and Safer Downtown Brooklyn - Pläne von BIG und WXY, Downtown Brooklyn neu zu gestalten - Vorrang für Fussgänger, neue Stadtmöbel und 900 neue Bäume

03.01.2020 23:59:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie sollen Städte in Zukunft besser gestaltet werden? Freundlicher für Fußgänger, sicherer, grüner? In New York haben sich dazu die Bjarke Ingels Group (BIG) und WXY architecture + urban design in Kooperation mit Downtown Brooklyn Partnership, Gedanken über eine neue Zukunft von Downtown Brooklyn gemacht.

Ziel: Ein umweltfreundlicherer und sicherer Ansatz für eine fußgängerfreundliche Umgebung.

Dort boomt die Bevölkerung. Die - bald schon üblichen - Hauptprobleme, die sich auch in anderen Städten finden: Überlastung, Mangel an Grünflächen, unterbrochene Radwege und eine mangelhafte öffentliche Infrastruktur.

Die Vorschläge: Eingeschränkte Zufahrtswege für Autos, geschützte Radwege, sichere Fußgängerübergänge, farbenfrohe Stadtmöbel, öffentliche Versammlungsräume. Und eine Einbahnstraße in der Fulton Street.
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BIG and WXY Propose Plans for Greener and Safer Downtown Brooklyn

https://www.archdaily.com/931255/big-and-wxy-propose-plans-for-a-greener-and-safer-downtown-brooklyn

Wenn man sich die Gegend per Google-Maps ansieht:

Willoughby Plaza Brooklyn, New York 11201

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Die Willoughby Plaza markiert einen der westlichen Punkte des Gebiets. Schiebt man die Karte etwas nach links und wechselt eine Zoomstufe raus, dann entspricht das den Skizzen in dem Beitrag.

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Claire Weisz, Principal von WXY:

> Downtown Brooklyn is the ultimate mixed-use district–and this action plan offers a design framework for its shared streets, parks, and public spaces today and tomorrow

Downtown Brooklyn ist der ultimative Mixed-use Stadtteil. Dieser Plan bietet einen Gestaltungsrahmen für die gemeinsamen Straßen, Parks und die öffentlichen Plätze für morgen.

Der öffentliche Bereich soll in eine Art "spielerische Umgebung" zurückversetzt werden. Bei der die Möglichkeiten für die Fußgänger zentral und entscheidend für die Gestaltung sind.

> a place where residents, workers, and visitors can enjoy gathering outdoors, practice sports and celebrate the diverse culture

Ein Platz, wo Anwohner, Berufstätige und Gäste sich im Freien treffen können, Sport treiben und die verschiedenen Kulturen zelebrieren können.

Ferner sollen bestehende Räume wie der Columbus Park in Borough Hall (westlich von dem Kerngebiet) und der University Place (ein langgestreckt dreieckiger Park an der Ostseite) mit umgestaltet werden. 900 neue Bäume soll es geben.

Sieht man sich einige der Vorher-Nachher-Bilder an, so fällt auf, daß der Ist-Zustand kaum Bäume hat. Ferner werden die Bereiche für Fußgänger deutlich erweitert, Straßenmöbel verengen teils den Platz für Autos.

Aktuell gibt es dort nur wenige Straßen, die für Autos komplett gesperrt sind. Deren Länge soll sich nicht mal so sonderlich erhöhen. Aber es soll im oberen Teil diverse neue "Shared Streets" geben: Mit Stadtmöbeln und mehr Platz für Fußgänger.

Bei der Bjarke Ingels Group

Downtown Brooklyn Public Realm Vision

https://big.dk/#projects-dbklyn

gibt es dieselben Bilder, allerdings deutlich größer. Dort findet sich eine Größenangabe: Das Gebiet ist 370 Acres groß, das sind 1,49 Quadratkilometer.

Das Thema scheint allmählich in allen größeren Städten aufzutauchen. Ganze Blöcke gesperrt für durchfahrende Autofahrer, nur an den Rändern dieser Blöcke ist noch allgemeiner Autoverkehr zulässig.

Bamboo to build earthquake-resistant housing in Indonesia - statt schlechter Beton-Kopie lieber ein erdbebensicheres Haus aus Bambus - Ramboll entwickelt Prototyp in Lombok - Indonesien

02.01.2020 23:51:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Lombok in Indonesien hatte es 2018 erst am 29.07.2018 ein kleineres Erdbeben gegeben. Am 05.08.2018 folgte ein stärkeres Erdbeben, bei dem es etwa 480 Tote gab. Hinzu kam, daß mindestens 80 % der Bauwerke in Nord-Lombok beschädigt wurden. Insgesamt etwa 70.000 Häuser.

Warum waren die Auswirkungen so heftig? Unter anderem deshalb, weil sich Leute in Indonesien den Westen als "falsches Vorbild" genommen hatten. Mauer- und Betonhäuser wurden ohne die richtige Bewehrung gebaut und waren deshalb Erdbeben nicht gewachsen.

Das ist die Einschätzung von Mitarbeitern von Ramboll, einem Tiefbauunternehmen. Es hat zusammen mit der lokalen Wohltätigkeitsorganisation Grenzeloos Milieu und dem University College London (UCL) eine Alternative in Form von Bambushäusern entwickelt.

Gebaut wurden - teils unter Anleitung lokaler, unerfahrener Leute - drei Prototypen, die als "template houses" dienen.
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Ramboll uses bamboo to build earthquake-resistant housing in Indonesia

https://www.dezeen.com/2019/12/31/bamboo-template-houses-ramboll-earthquake-indonesia/

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Ziel des Projektes ist es, Einheimischen eine lokale und bessere Alternative anstelle schlechter Kopien anzubieten. Häuser, die erdbebensicher, aus lokalen Materialien und erschwinglich sind. Die Aussage ist drastisch:

> The company hopes to encourage a move away from esoteric construction methods like concrete and brickwork that can require detailed knowledge.

Das Unternehmen hofft, daß es eine Abkehr von esoterischen Konstruktionsmethoden wie Beton und Backstein gibt, die detaillierte Kenntnisse erfordern.

Marcin Dawydzik, Tragwerksplaner bei Ramboll:

> "People in Lombok often look to the west and big cities striving to build large concrete houses. Unfortunately, only very few can afford it and even less can afford a proper design,"

Leute sehen in den Westen, die dortigen großen Häuser, sehen große Betonhäuser. Allerdings können sich nur wenige solche Bauten leisten und noch weniger können sie es sich leisten, ein brauchbares Design zu entwickeln.

Die Konsequenz: Ein Desaster.

> "As a result, majority of the houses are a mixture of concrete and brick, or timber and concrete, none of which are sufficiently reinforced and have resulted in over 300,000 collapses and almost half a million people without a roof over their head,"

Viele der Gebäude seien ein Mix aus Beton und Ziegeln oder aus Holz und Beton, kaum ausreichend bewehrt. Mit der Folge von über 300.000 Zusammenbrüchen und etwa einer halben Million Personen ohne Dach über dem Kopf.

Diese "template houses" sind das Ergebnis eines Besuchs eines Ramboll-Teams in Lombok nach der Serie von Erdbeben. Auf das Beben vom 05.08.2018 folgten noch diverse Nachbeben. "Hastig und schlecht gebaute Betonhäuser" als eine wesentliche Ursache der großen Schäden.

Grenzeloos Milieu setzt dagegen auf Bambus als größerer "Bambus-Kreislaufwirtschaft". Einheimische werden gelehrt, wie sie Bambus anbauen und nutzen können.

Die Häuser bestehen aus kleinen Strukturen, die auf gekreuzten Bambussäulen stehen. Oben gibt es zwei Schlafräume. Die Wände bestehen aus gewebten Bambuselementen oder aus kleinen Bambusstangen. Das Erdgeschoss ist offen und bietet Platz für Geräte, Motorräder und ähnliches. Das Dach wurde aus lokalem, recycelten Tetrapack in Form von Wellpappen hergestellt. Das ist leicht und sorgt durch die Reflexion dafür, daß es drunter nicht zu warm wird.

Bambus wurde ausgewählt, weil das überall in Indonesien wächst und weil Bambus bereits nach fünf Jahren die volle Belastbarkeit erreicht. Ein dort idealer Rohstoff.

Der Entwurf soll nun verfeinert und weiterentwickelt werden. Inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Bei Ramboll

Bamboo – a sustainable solution to Lombok’s housing needs

https://ramboll.com/projects/ruk/lombok_bamboo_housing

gibt es zwei interessante Photos: Das obere Photo zeigt ein wohl schon älteres Haus, das dieselbe Grundstruktur hat, aber deutlich größer ist. Oben dürfte es vier Räume geben, die über eine Art kleine Veranda zugänglich sind. Das Dach ist mit Pflanzenfasern gedeckt. Und die Feststellung:

> Bamboo structure unaffected by earthquake

Das Haus hat die Erdbeben gut überstanden.

Dagegen Häuser, die aus einem Mix aus Beton und Ziegeln gebaut worden waren. Größtenteils zerstört. Die Einsicht bei Grenzeloos Milieu: Dieselben Fehler sollten nicht wiederholt werden.

Marcin Dawydzik:

> “This was not an unusually powerful earthquake for the region, but lack of reinforcement in the buildings meant the damage, and consequential loss of life, was far greater than it should have been. What I found even more disturbing was that communities had already started rebuilding with the same absence of structural integrity that had existed in the destroyed buildings!”

Es sei kein besonders starkes Erdbeben für die Region gewesen. Aber der Mangel an Erfahrung verschlimmerte die Wirkung, viel mehr, als eigentlich nötig gewesen wäre. Besonders verstörend fand er, daß Gemeinden bereits damit begonnen hatten, Gebäude mit denselben Mängeln erneut zu errichten.

Früher waren dort Bambusbauten weit verbreitet. Nun waren das hauptsächlich Gebäude für Touristen. Die Bürogebäude von Grenzeloos Milieu, ebenfalls aus Bambus, hatten ebenfalls kaum Schäden. Stattdessen gab es viele Beton- und Backsteinbauten für die Bevölkerung.

Unter

BAMBOO HOUSING FOR LOMBOK

https://blog.ramboll.com/bhfl/

gibt es einen Blog zu den neuen "alten" Bambushäusern in Lombok.

Ecopark Stadium - all timber football stadium from Zaha Hadid Architects has received planning permission - Baugenehmigung für Fussballstadion aus Holz in Gloucestershire

01.01.2020 23:49:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Deutschland gilt als Fußballland. Gleichzeitig hat - zumindest in der Theorie - der Umweltschutz einen hohen Stellenwert. Praktisch hat man aber den Eindruck, daß bei der Kombination beider Dinge andere Staaten bereits deutlich weiter sind.

Zaha Hadid Architects hatte 2016 über Pläne für ein Fußballstadion informiert, das praktisch vollständig aus Holz gebaut werden soll. Nun hat das Projekt die Baugenehmigung erhalten.

Es soll in der britschen Grafschaft Gloucestershire entstehen und bildet dort den Mittelpunkt des "Eco Park". Ein 100 Hektar großes Gewerbegebiet für Sport und grüne Technologien. Das Stadion soll von den Forest Green Rovers genutzt werden. Ein Fußballclub, der derzeit in der Football League Two spielt. Das ist die vierthöchste Spielklasse in England. Dort spielen - im Gegensatz zu anderen Ländern - 24 Proficlubs gegeneinander.
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zaha hadid architects' all-timber stadium receives planning permission

https://www.designboom.com/architecture/zaha-hadid-timber-stadium-planning-permission-12-27-2019/

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Die Zuschauer werden bis auf 5 Meter am Spielfeldrand sitzen.

Laut einem älteren Artikel ( https://www.designboom.com/architecture/zaha-hadid-architects-forest-green-rovers-football-stadium-eco-park-11-03-2016/ ) scheint das Stadion allerdings relativ klein zu sein. Zunächst ist es nur für 5000 Zuschauer geplant, es läßt sich aber auf 10.000 Plätze erweitern. Das ist natürlich ziemlich wenig und würde bsp. für ein Bundesligastadion in keinster Weise genügen.

Der Eco Park liegt in Stroud, einer Gemeinde in Gloucestershire. Dort hat auch das Energieunternehmen Ecotricity seinen Sitz und wird entsprechend expandieren. Dessen Gründer ist auch Vorsitzender der Forest Green Rovers. Das Gelände soll zusätzlich ein Naturschutzgebiet und einen neuen Verkehrsknotenpunkt erhalten.

Das Dach des neuen Stadions ist mit einer transparenten Membran bedeckt. Diese soll das Wachstum des Rasens fördern.

Die Aufteilung des gesamten Parks soll halbe:halbe sein: Etwa 50 % für moderne Sportanlagen. Die andere Hälfte für Gewerbe.

Beim Stadion sollen nicht nur die Sitzplätze für die Zuschauer, sondern auch die gesamte Bodenplatte aus Holz hergestellt werden.

In anderen Stadien ist das meist Stahl oder Beton.

Bei Zaha Hadid Architects

Ecopark Stadium’s outline planning permission approved

https://www.zaha-hadid.com/2019/12/ecopark-stadiums-outline-planning-permission-approved/

findet sich nur ein kurzer Hinweis. Allerdings auch der Text von 2016:

Forest Green Rovers Eco Park Stadium

https://www.zaha-hadid.com/architecture/forest-green-rovers-eco-park-stadium/

Insgesamt könnten dort 4000 Arbeitsplätze entstehen.

Das Stadion wird das weltweit erste Fußballstadion sein, das im wesentlichen aus Holz gebaut wird.

Portuguese hillside house with a cantilevering concrete roof - Haus am Hang mit freitragendem Betondach, das vom Hang her praktisch unsichtbar wirkt

30.12.2019 23:57:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Häuser werden normalerweise sichtbar gebaut. Erst recht gilt das für Häuser, die "irgendwie" eine besondere Architektur mitbringen. Man soll die Häuser sehen können.

Einen verblüffenden anderen Ansatz verfolgt ein Haus, das in Portugal gebaut wurde.

Es ist vom Hang her betrachtet quasi unsichtbar.

Ok, nicht ganz: Das Gelände ist relativ flach. Es scheint einen Bereich zu geben, wo der Hang relativ stark ansteigt. Höhenunterschied: Etwa ein Stockwerk. Dort ist das Haus, das nur eine Ebene hat, so in den Hang hineingebaut worden, daß nur eine Ecke und die daran anschließenden Fronten von unten her sichtbar sind.

Das Dach enthält drei große Ausschnitte, die Licht nach unten lassen. Plus eine Treppe. Das ist natürlich sichtbar.

Aber ansonsten paßt sich das Dach und das darunterliegende Haus so perfekt in die Landschaft ein, daß man bei der Betrachtung von oben her an alles mögliche denken würde: Nur nicht an ein Haus.
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Cantilevering concrete roof emerges from Portuguese hillside house by Aires Mateus

https://www.dezeen.com/2019/12/29/house-monsaraz-aires-mateus-architecture-concrete/

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Gebaut wurde es in Monsaraz. Wenn man sich bei Google-Maps

Monsaraz, Portugal

runterzoomt, sieht man, daß die Gemeindefläche im Süden und Osten an den sehr großen und verzweigten Lake Alqueva anschließt. An einem dieser kleinteiligen Seeabschnitte ist das Haus gebaut worden.

Wenn in ein paar Jahren Google-Maps neue Luftbilder hat, dann müßte man das Haus dort finden können.

Oben ist das Dach mit einem Zaun von senkrechten Metallstangen abgegrenzt. Diese Stangen sind aber in so einem rostigen Ton gehalten, daß sie in der Landschaft verschwinden.

Schlafzimmer und Bäder sind im hinteren Teil des Hauses untergebracht. Sie öffnen sich zu zwei Innenhöfen, das sind die beiden kleineren kreisrunden Gebilde, die man schon auf dem Vorschaubild sieht.

Vorne, da, wo das Dach zum Vorschein kommt, sind zwei große Räume - eine Küche und ein Wohnraum - untergebracht. Damit entsteht eine geschützte Terrasse unter dem Dach mit einer zusätzlichen Lichtquelle. Von beiden vorderen Räumen kommt man auf die Terrasse. Die beiden Innenhöfe sind weiß gekachelt. In den Wänden der Räume gibt es wohl diverse unsichtbare Stauräume.

Persönlich würde ich zwar in einem solchen Betonhaus nicht unbedingt leben wollen. Aber die Einbettung in die Landschaft, das Sich-Unsichtbar-Machen, ist faszinierend gelöst.

Gebaut wurde das von Aires Mateus:

https://www.airesmateus.com/

Wobei es auf der Website nur eine Abfolge von Bildern gibt. Leider findet sich dort keine Projektübersicht.

Bamboo - Millennium Bridge at Green School in Abiansemal - Indonesia - lange Bambusbrücke in Asien mit einer Spanne von 23 Metern von IBUKU

29.12.2019 23:51:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit Bambus kann man ja allerlei bauen. Aber läßt sich daraus auch eine Brücke bauen?

Die Designerin Elora Hardy wurde in Kanada geboren, wuchs in Bali auf und zog mit 14 Jahren in die USA, um ein Internat zu besuchen. Zunächst arbeitete sie als Designerin, zog 2010 wieder nach Bali und gründete dort IBUKU. Ein Designunternehmen, das Bambus und andere Materialien nutzt, um Häuser und andere Strukturen zu erstellen.

Ein Gelände, das diverse Bambushäuser enthält, ist die Green School in Abiansemal (Indonesien).

Dort gibt es auch die "Millennium Bridge", erbaut 2011.
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The Millenium Bridge / IBUKU

https://www.archdaily.com/884632/the-millenium-bridge-ibuku

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Das ist eine der längsten Bambusbrücken in Asien. Gebaut mit einem ungewöhnlichen Dach, das der Minangkabau Architektur folgt und die Form eines Büffelhorns nutzt. Die Brücke wurde aus einem Mix von hellem und dunklen Bambus gebaut.

Defit Wijaya, Senior Architect bei IBUKU:

Es sei sehr selten, daß man eine Brücke aus Bambus baut. Aber es sei auch der Beweis dafür, was sich alles aus Bambus herstellen läßt.

Die Brücke ist für Fußgänger gedacht und verbindet den West- und den Ost-Campus der Schule.

In den Skizzen sieht man, wie Form und Brückenstatik zusammenpassen: An den beiden Sockeln ragen je zwei lange Bambuspfeiler nach außen, die sich oben treffen. Dort beginnt auch ein Bambusbogen, der die beiden obersten Punkte miteinander verbindet. An diesem oberen Bogen ist die eigentliche Brückenfläche durch Bambusverbindungen aufgehängt.

So daß die gesamte Konstruktion wie eine Art Hängebrücke wirkt. Nur, daß eben keine Stahlseile, sondern Bambus genutzt wurde.

Gebaut wurde die Brücke 2011 in 8 Monaten.

Bei IBUKU

Millennium Bridge at Green School

https://ibuku.com/millenium-bridge/

gibt es noch weitere Seiten zu den anderen Gebäuden, die auf dem dortigen Campus zu finden sind.

Die Daten zu Elora Hardy stammen aus der englischen Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Elora_Hardy .

Lika - Accessory Dwelling Unit created from invasive Albizia Trees - vorgefertigte Wohneinheiten für Hawaii aus dem Holz der invasiven Albizia-Bäume

28.12.2019 23:57:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der Architekt Joey Valenti, Absolvent der Universität von Hawaii, hat ein interessantes Konzept entworfen. Er erstellt auf der zu Hawaii gehörenden Insel Oahu vorgefertigte und günstige Wohneinheiten. Als Baumaterial verwendet er die invasiven Albizia-Bäume, die so zu einem Rohstoff werden.

Die vorgefertigten Wohneinheiten (Accessory Dwelling Unit, ADU) sind Teil von seinem größeren Albizia-Projekt, das aus seiner Dissertation hervorgegangen ist.

Die Initiative hat zwei Ziele: Zum einen sollen kostengünstig kleine Häuser entstehen. Zum anderen soll diese produktive Nutzung der Albiziabäume dafür sorgen, daß sich die einheimischen Wälder wieder regenerieren können. Wie auch bei anderen Inselwirtschaften ist die Abhängigkeit von Importen groß, das verteuert das Leben.
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Architecture grad makes affordable prefab homes from Hawaii's invasive trees

https://www.dezeen.com/2019/12/28/albizia-low-cost-affordable-housing-hawaii-joey-valenti/

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Der Architekt:

> "A concern for homelessness in Hawaii is part of our core values, but we must also solve for the supply chain and ecosystem restoration challenges before pursuing commercial applications,"

Die Sorge um die Wohnung ist Teil unserer Grunderfahrung. Aber wir müssen uns auch Gedanken um die Lieferketten und um unser eigenes Ökosystem machen.

Das Problem bei den Albizia-Bäumen: Sie sind sehr durstig und können jährlich bis zu fünf Meter wachsen. Der hohe Wasserbedarf gräbt anderen Pflanze im Sinne des Wortes das Wasser ab.

Die Bäume kamen 1917 nach Oahu, um Land aufzuforsten, das zuvor für die Viehzucht genutzt worden war.

Von diesen Bäumen gäbe es inzwischen zu viele, Leute nehmen das als Problem wahr. Er meint, man müsse diese Bäume eher als Ressource betrachten.

Auf dem Campus der Manoa School of Architecture der University of Hawaii wurde ein Prototyp aufgebaut, Lika genannt. Das Design orientiert sich an der traditionellen Architektur der Pazifikinsulaner.

> "In school we learned to base design concepts on elements of cultural significance, so I began investigating various low-tech, indigenous architecture in the Pacific Islands,"

Designkonzepte sollten sich an Elementen kultureller Bedeutung orientieren. Deshalb hat er begonnen, verschiedene Architekturen der pazifischen Inseln zu untersuchen, die einen relativ geringen Aufwand erfordern.

Albizia-Holz ist ein relativ weiches Holz mit geringer Dichte. Er nutzte neue Technologien im Holzbau und im digitalen Schneiden, um Bretter auszuschneiden, die zu Schichtplatten verklebt wurden. Erst dann entstanden daraus Bögen und Balken.

Er bezeichnet das als eine neue Version von "cross laminated timber". Es sei zwar alles in die gleiche Richtung laminiert, aber die Platten seien fast wie eine dicke Schicht Sperrholz. Das stabilisiert das Holz und verleiht ihm eine zusätzliche Festigkeit.

Das kuppelartige Design von Lika ist kostengünstig und fördert die Luftzirkulation durch die Verwendung von Holzklappen. Da drei klassische Wände im Vergleich zu einer rechteckigen Standardstruktur wegfallen, sorgt der natürliche Luftstrom für eine hinreichende Klimatisierung. So daß die Notwendigkeit einer Klimaanlage im tropischen Hawaii-Klima entfällt. Von oben her ist das Gebäude mit einem wasserdichten Segeltuchdach bespannt. Das stammt von einem lokalen Hersteller und wird normalerweise als Basis für gewerblich genutzte Markisen verwendet.

> "The bulk of the time and labour intensity happens in the shop," Valenti said. "Once everything is prefabricated, the entire structure can be installed in about a day."

Das meiste der Arbeit wird davor, quasi in der Fabrik erledigt. Wenn alles vorgefertigt ist, läßt sich die gesamte Struktur innerhalb eines Tages installieren.

In der englischen Wikipedia findet sich ein Hinweis zu den Bäumen:

Albizia

https://en.wikipedia.org/wiki/Albizia

> The tree grows very rapidly and can quickly colonize disturbed areas in wet environments. It tends to shed large branches, damaging power lines, houses, and other infrastructure in Hawaii.

Einerseits kann der sehr schnell wachsende Baum in feuchten Umgebungen sehr schnell Bereiche besiedeln. Allerdings neigt er dazu, leicht große Äste zu verlieren. Mit der Konsequenz, daß Stromleitungen, Häuser und andere Infrastrukturen auf Hawaii beschädigt werden.

The Deep Sea - Website to scroll down to the Bottom of the Ocean - Website zeigt das Leben in der Tiefsee

27.12.2019 23:41:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das tierische und pflanzliche Leben auf dem Land ist so einigermaßen bekannt. Ganz anders sieht es dagegen mit dem Leben im Wasser und vor allem in der Tiefsee aus.

Da führen Tiefsee-Erkundungen zu immer wieder neuen Ergebnissen.

Ferner dürfte es so einigen Leuten wie mir gehen: Wie tief können bestimmte Fische tauchen? Keine Ahnung.

Die Website "The Deep Sea" nutzt das "Endlosscrollen" als Technik, so daß der Leser die Tiefe erkunden kann. Simpel gestrickt, nur Bilder und Texte. Aber schön gemacht.
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This Website Lets You to Scroll to the Bottom of the Ocean and Discover Deep Sea Animal Life

https://mymodernmet.com/the-deep-sea/

Die Seite direkt:

The Deep Sea

https://neal.fun/deep-sea/

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10924 Meter: Das ist der tiefste Punkt im Meer.

Ganz oben ist das noch "relativ übersichtlich". Eisbären können bis zu 30 Meter tief tauchen. Flundern schaffen 72 Meter, der Beluga-Wal 78 Meter, Killerwale 108 Meter.

Seelöwen schaffen es tiefer, bis etwa 138 Meter, die Green Sea Turtle bewältigt 170 Meter. Bei etwa 200 Metern beginnt THE TWILIGHT ZONE, die Dämmerzone.

Die THICK-BILLED MURRE DIVE, die Dickschnabellumme, kommt so tief, ähnlich der Wolf Eel, der Seewolf. Bei 270 Metern ist für den Großen Weißen Hai Schluß, der große Tümmler, eine Delphinart, schafft 290 Meter.

> At 332 meters, this is the deepest any human has ever scuba dived. Set by Ahmed Gabr in 2014.

Bei 332 war für tauchende Menschen die Grenze erreicht.

Der Mako Hai schafft 500 Meter, Kaiserpinguine 530 Meter.

In 640 Meter Tiefe gibt es Riesenkrabben:

> The Japanese Spider Crab is the largest known crab with a maximum leg span of 3.8m.

Der große pazifische Oktopus kann bis zu 760 Meter tief runtertauchen.

Pottwale schaffen etwa 900 Meter, getoppt von den

> Leatherback Sea Turtles are the oldest sea turtle species.

die auch noch 50 Meter tiefer zu finden sind. Der BAIRD'S BEAKED WHALE, der Baird-Schnabelwal, kommt 970 Meter tief.

Dort beginnt die Dunkelzone, weil hier keinerlei Sonnenlicht mehr herunterkommt. Das führt zu neuen Anpassungen:

> Many deep-sea creatures cope by creating light themselves - also known as bioluminescence

Tiere haben ihre eigenen Leuchtquellen. Und teils sehr hohe Lebenserwartungen:

> The Orange Roughy can live up to 200 years. Deep sea life often have elongated life spans.

Bei 1300 Metern findet sich ein Fossil:

> Goblin Sharks are known as "living fossils" because they're the only living species of a lineage that has existed for 125 million years.

Auch die Bubblegum-Koralle kann so tief noch existieren.

Yeti-Krabben, die in 1600 Metern Tiefe an hydrothermalischen Quellen leben. Aber selbst dort gibt es noch Tiere, die pendeln:

> Sixgill Sharks spend the day in deep waters and the night in shallow waters. They can be found all over the world.

Eine Tiefe von 1700 Metern. Ebenso Narwale, die bis zu 15 mal pro Tag tief tauchen, um Nahrung zu finden.

Das Essen dort unten ist rar. Die Anpassung bei 2100 Metern:

> Meals are rare in the deep sea. Deep sea creatures have adapted to this - one Giant Isopod in captivity went five years without eating.

Fünf Jahre lang ohne Nahrung auskommen. Der Grönlandhai kommt auch in diese Tiefen, ebenso

> Colossal Squid are the largest known squid species. They can reach a length of 10 meters and weigh up to 700 kg.

Und dann - stolpert man bei 2400 Metern Tiefe über Seeelefanten. Warum die so tief tauchen?

> Black Swallowers can swallow entire fish whole - even those vastly larger than themselves!

Der schafft 2700 Meter. Vampir-Tintenfische fressen maritimen Schnee - organisches Material, das von oben herunterkommt. Knapp 3000 Meter.

Da ist die Grenze für Säugetiere erreicht:

> Cuvier's Beaked Whales are the deepest diving mammals.

Aber nicht für Haie. Der Cookiecutter-Hai

> This shark takes cookie-shaped chunks out of its prey.

ist noch in 3400 Metern Tiefe zu finden.

Bei 3700 Metern ist die durchschnittliche Meerestiefe erreicht. Aber es gibt Stellen, die deutlich tiefer sind. Die Titanic liegt auf 3800 Metern. Bei 4000 Metern beginnt

> THE ABYSSAL ZONE

> The temperature here is near freezing and very few animals can survive the extreme pressure.

Aber selbst dort gibt es noch Haie.

Bei 5400 Metern:

> This is the deepest point of the Manila Trench in the South China Sea.

Bei 6000 Metern beginnt die "Hadal Zone": Mehr Leute waren auf dem Mond als dort. Da ist dann auch noch kaum mehr etwas bekannt.

Bei 7450 Metern:

> This is the deepest point of the Java Trench in the Indian Ocean.

Bei 8600 Metern:

> This is the lowest point of the Puerto Rico Trench.

Bei 8850 Metern würde der Mount Everest komplett reinpassen.

Schließlich der Versuch, "ganz nach unten" zu kommen: An den tiefsten Punkt.

> On January 23rd, 1960, about 9 years before the moon landing, humans went where they never had before.
> Two men, Jacques Piccard and Don Walsh, onboard the submarine Trieste slowly descended into the Mariana Trench

Angesichts des immensen Wasserdrucks wäre jeder Fehler tödlich. Nach 4 Stunden und 47 Minuten hatten sie den tiefsten Punkt erreicht.

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Die Website ist insofern spannend, weil das "angepaßte Scrollen" die Dimensionen der Tiefsee verdeutlichen. Wenn man rechts mit der Maus den Scrollbalken schnell hoch- und wieder runterzieht, sieht man sehr anschaulich, wie das in der Tiefe "immer dunkler" wird.

Wooden BookWorm pavilion in Mumbai - hölzerner Bücherwurm-Pavillon schlängelt sich durch den Garten des Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya Museums in Mumbai

26.12.2019 23:56:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein hölzerner Bücherwurm schlängelt sich noch bis Ende Dezember durch den Garten des Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya Museums (CSMVS) in Mumbai.

Entworfen von dem indischen Architekturbüro Nudes soll er Kinder und Erwachsene zum Lesen anregen.

Als Reaktion auf das 4. Ziel der Vereinten Nationen: #Envision2030 Goal 4: Quality Education.

Goal 4: Ensure inclusive and equitable quality education and promote lifelong learning opportunities for all

https://www.un.org/development/desa/disabilities/envision2030-goal4.html

Anstatt sich an der üblichen, manchmal eher einschüchternden Struktur von Bibliotheken, Schulen und Museen zu orientieren, sollte der Pavillon ein

> "fun and welcoming space"

sein, zugänglich für alle.
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Nudes designs wooden book pavilion to encourage reading in Mumbai

https://www.dezeen.com/2019/12/26/wooden-book-worm-nudes-pavilion-architecture-mumbai/

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Ziel sei es gewesen, eine Art Buchlandschaft zu schaffen. So daß Kinder und ihre Eltern eingeladen sind, gleichzeitig zu erkunden und zu lernen.

> "We wanted to make reading a fun activity, encourage children to pick books and read, irrespective of language."

Lesen soll als lustige Tätigkeit erlebt werden, die den Kindern Spaß macht. So daß sie sich Bücher herausgreifen und lesen.

35 Meter ist der gesamte Pavillon lang. Das sind zwei voneinander unabhängige Strukturen aus Holzelementen, die sich nebeneinander durch den Museumspark schlängeln. V-förmige Elemente in wechselnden Höhen und Breiten.

Die Flächen können sowohl für das Abstellen von Büchern als auch zum Hinsetzen genutzt werden. Teilweise ist das in Gerüst so hoch, daß man sich auch im Inneren davon bewegen kann. Da ist es schattiger.

Insgesamt bestehen beide Elemente aus etwa 3600 Holzbauteilen. Platz ist für etwa 12.000 Bücher.

Die modularen Elemente wurden an anderer Stelle vorgefertigt und vor Ort zusammengebaut. Der Pavillon steht noch bis Ende Dezember im Museumsgarten. Dann wird er dort abgebaut und soll an unterschiedlichen Stellen in Indien wieder aufgebaut werden.

> "We are hoping that the BookWorm travels across the country in both rural and urban areas, spreading the message of 'empowerment through education'".

Sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gegenden soll der BookWorm aufgebaut werden. Um die Botschaft "Stärkung durch Bildung" zu verbreiten.

Unterstützt wird das Projekt von der Priyarsi Art Gallery in Mumbai und dem CSMVS Museum.

Moldy Bread shows how many germs are on our hands - Brotscheiben mit gewaschenen und ungewaschenen Händen berührt - deutlicher Unterschied bei der Schimmelbildung

25.12.2019 23:44:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie zeigt man Kindern, daß Händewaschen wichtig ist? Die beiden Pädagogen Jaralee Metcalf und Dayna Robertson vom C.S. Mott Children's Hospital von der University of Michigan in Ann Arbor, westlich von Detroit gelegen, haben sich einen einfachen Test ausgedacht.

Fünf einfache Scheiben Weißbrot. Eine Kontrollscheibe wurde unberührt gelassen. Die nächste wurde von Händen angefaßt, die mit warmem Wasser und Seife gereinigt wurden.

Die dritte Scheibe wurde von Händen angefaßt, die mit einem Desinfektionsmittel gereinigt wurden.

Die vierte Scheibe wurde mit nicht gewaschenen Händen angefaßt. Mit der fünften wurde ein Laptop abgerieben.

Dann kamen alle Scheiben jeweils in eine Kunststoffhülle und wurden ein paar Tage sichtbar aufgehängt.
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Moldy Bread Science Experiment Is a Gross Reminder of How Many Germs Are on Our Hands

https://mymodernmet.com/moldy-bread-science-experiment/

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Das Ergebnis ist beeindruckend: Das Kontrollbrot sah praktisch unverändert aus. Ebenso das Brot, bei dem die Hände mit Wasser und Seife gereinigt worden waren.

Aber schon die mit Händedesinfektionsmittel gereinigten Hände produzierten deutliche Schimmelflecken.

Die Brote, die ungereinigte Hände bzw. den Laptop über sich ergehen lassen mußten, waren großflächig verschimmelt.

Auf

How Clean Are Your Hands?

https://www.mottchildren.org/posts/camp-little-victors/dirty-hands

findet sich eine Anleitung, wie man das mit drei Broten reproduzieren kann: Für das "nicht angefaßte Brot" kann man den Beutel als umgekehrten Handschuh verwenden. Dann wird auf eine Brotscheibe mit ungewaschenen Händen gedrückt. Anschließend werden die Hände gewaschen und das dritte Brot einmal berührt.

Dann möge man die Beutel an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren und täglich notieren, wie sich die Brote verändern. Oder Photos anfertigen.

Auf Facebook

https://www.facebook.com/jaraleer/posts/10212869900302799

findet sich der Hinweis:

> Wash your hands! Remind your kids to wash their hands! And hand sanitizer is not an alternative to washing hands!!

Die Pädagogen waren wohl selbst davon überrascht, daß Händedesinfektionsmittel so wenig Wirkung zeigten.

White Christmas - Blank Ad Space (10K Dollar) to give everyone a break from Ads - kanadische Werbeagentur Wunder mietet Werbeflächen und füllt sie mit weisser Fläche

24.12.2019 23:48:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Werbeagenturen sind üblicherweise damit beschäftigt, Werbeflächen mit mehr oder weniger kreativen Einfällen zu füllen: Sei es auf großflächigen Plakaten, in Zeitungen oder Zeitschriften oder im Radio und Fernsehen.

Die kanadische Werbeagentur Wunder hatte in diesem Jahr eine ganz eigene "White Christmas" - Kampagne durchgeführt.

Sie kaufte für 10.000 Dollar Werbeflächen in Halifax - und ließ diese mit weißem Papier bestücken. Um

> give everyone a break from ads

jedem eine Werbepause zu gönnen.
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Creative Agency Buys $10k Of Blank Ad Space To Give Everyone A Break From Ads

https://designyoutrust.com/2019/12/creative-agency-buys-10k-of-blank-ad-space-to-give-everyone-a-break-from-ads/

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Die genutzten Flächen:

White Christmas

https://wunder.ca/work/white-christmas/

> The campaign includes billboards, transit shelters, bus ads, ferry terminal ads, a full page newspaper ad, social ads, and even radio ads.

Werbetafeln, Überdachungen, Buswerbung, Anzeigen auf Fährterminals, eine ganzseitige Zeitungsanzeige, Werbung in sozialen Medien und sogar eine Radiowerbung.

Das dortige Video zeigt die "weißen Werbetafeln", dort schneite es es bereits.

Creativdirektor Stephen Flynn:

> “As a creative agency we typically spend our time creating ads and promoting brands, but this year we’ve decided to do the opposite and give everyone a break from ads during the holiday season”

Wenn man sich die Bilder ansieht: Da findet sich auch nicht unten oder am Rand irgendein Hinweis darauf, wer dafür verantwortlich ist. Die - damit natürlich gedachte - Werbung soll wohl ausschließlich indirekt stattfinden.

Pictures of Fruit and Vegetables before they were domesticated by humans - Obst und Gemüse - Naturformen und heutige Züchtungen

23.12.2019 23:58:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit Gemüse und Züchtungen ist das ja so eine Sache. So bin ich irgendwann einmal über "getrocknete Erbsen" gestoßen. Und stellte erstaunt fest: Eigentlich ist das ein ganz anderes Gemüse als "frische Erbsen". Letztere sind nicht "frisch", sondern teils unreif. Sie basieren auf Züchtungen ab dem 17. Jahrhundert. Getrocknete Erbsen sind dagegen auf dem Feld ausgereift, trocknen dort und sind seit mindestens 10.000 Jahren Nahrungsmittel.

Der folgende Beitrag bei BoredPanda vergleicht acht Gemüse- und Obstsorten: Die ursprüngliche Form versus die heutige Form. Ein Hintergrund sind Diskussionen über gentechnisch veränderte Lebensmittel. Züchtungen sind schließlich nichts anderes als ein "Herumspielen mit der Genetik". Allerdings mit einem sehr viel längeren Zeithorizont.

Das, was wir heutzutage essen, ist so oft das Ergebnis jahrhundertealter Züchtungsversuche.
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Here Are 8 Pictures Of Fruit And Vegetables Before They Were Domesticated By Humans And After

https://www.boredpanda.com/what-fruits-vegetables-looked-like-before/

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Wassermelonen: Da ist ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert zu sehen, entstanden zwischen 1645 und 1672. Da hat die Wassermelone große Kerne und sehr viel von dem weißen Fleisch, das heutzutage als eher ungenießbar gilt. Von dem hellroten Fleisch gibt es nur 6 Teilstücke. Da verschwand also durch Züchtungen das weiße Innere und die Kerne wurden deutlich kleiner.

Bananen enthielten in ihrer Wildform sehr große Samen.

Auberginen waren ursprünglich deutlich kleinere, runde Früchte. Da, wo der Stiel ansetzt, gibt es kräftige Stacheln. Heutige Auberginen sind deutlich größer und enthalten vergleichsweise wenige Samen.

Karotten waren ursprünglich weißliche Wurzeln. In Zentralasien gab es im 9. Jahrhundert lila und gelbe Exemplare. Da dürfte es ein langer Weg gewesen sein, bis sich die Karotten kaum mehr gabelten und am Stück blieben.

Bei Mais ist der Unterschied zwischen der historischen und der heutigen Form extrem: Vor etwa 7000 Jahren gab es Vorläufer, die wie rohe Kartoffeln schmeckten und kaum größer als zwei Zentimeter waren. Den Vorläufer gab es nur in Mittelamerika, mit sehr harten Kernen.

Heutiger Mais sieht dagegen ganz anders aus, ist deutlich größer und wird in 69 Ländern angebaut.

Bei Pfirsichen gab es zwar einen Größenzuwachs. Die ersten wurden bereits vor 8000 Jahren in einer chinesischen Provinz angebaut. Die Grundform hat sich seither nur gering verändert.

Bei Kohl gibt es den Wildkohl, aus dem sich verschiedene Arten wie Kohl, Brokkoli, Blumenkohl und Grünkohl entwickelt haben. Wildkohl wächst teils heute noch, etwa in der Nähe von Kalksteinfelsen. Allerdings gibt es da nicht so einen runden Kopf, das ist mehr eine Pflanze mit diversen krautigen Blättern, die keine Einheit bilden. Heutiger Kohl liefert sehr viel mehr an Nahrung aus einer einzigen Pflanze.

Tomaten sind wild deutlich kleiner, wie Beeren. Die wildlebenden Varianten gibt es in Ecuador und Peru bis heute unter dem Namen Johannisbeertomate. Sie werden nicht unbedingt gegessen, sondern dazu genutzt, um bei Züchtungen den Genpool wieder zu ergänzen.

Duke of York Restaurant - Restaurant with a roof garden and retractable glass windows - rundes Restaurant in Chelsea - London mit versenkbarer Glasfront

22.12.2019 23:46:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Gebäude wirken auf den ersten Blick "zwar hübsch", aber auch unscheinbar. Die Besonderheit sieht man erst in "speziellen Situationen".

Das gilt mit Sicherheit für das Duke of York Restaurant, das im Südwesten von London, in Chelsea, am Duke of York Square neu errichtet und nun eröffnet wurde.

Der Platz wurde saniert. Das Restaurant ist nun der letzte Schritt dieser Sanierung.

Es gibt eine Dachterrasse. Diese ist über eine Treppe zugänglich, die in der Verlängerung einer historischen Mauer genutzt werden kann. Damit ergibt sich eine gewisse Spiralform: Man kann auf das Dach, das jederzeit zugänglich ist. Oder man geht um das Gebäude herum.

Eigentlich interessant ist aber das weiße Fasadenelement aus Stahl. An diesem ist das ganze Gebäude quasi aufgehängt. Mit der Wirkung, daß zwischen den Elementen, die zum Boden reichen, viel Platz für sehr große Fensterelemente ist. Es sind keine waagerechten Streben notwendig.

Der eigentliche Clou zeigt sich bei hinreichend warmen Temperaturen: Die großen Fensterelemente können nach unten in einen Kellergraben gleiten. Laut den Architekten ist dies das weltweit erste Beispiel für ein einziehbares, gebogenes Glassystem.
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this restaurant in south-west london has glass windows that can disappear from sight

https://www.designboom.com/architecture/restaurant-south-west-london-glass-windows-disappear-from-sight-nex-12-20-2019/

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Der Dachgarten ist quasi ein Geschenk für die Anwohner. Es gibt große Pflanzkübel mit diversen Kräuterpflanzen. Die Terrasse ist aus Holz, so daß sich Anwohner und Gäste dort sicherlich gerne aufhalten.

Innen gibt es ein neues Restaurant, "Vardo" genannt. Es gibt eine Kette "Caravan Restaurants", die sind Betreiber. Auf

https://www.caravanrestaurants.co.uk/

gibt es zwar einen Hinweis für einen Newsletter zu Vardo, aber das Restaurant ist auf der Website noch nicht gelistet.

Wenn man bei Google-Maps nach

Duke of York Square Food Market

sucht, sieht man das neue Gebäude von oben. Bei StreetView gibt es zwei Versionen - eine vom März 2019 zeigt bereits die Hülle. Andere Bilder sind von 2016, da ist noch nichts zu sehen.

Unten in dem Artikel gibt es weitere Bilder und Querschnitte. Diese zeigen, daß es unter dem Erdgeschoss ein Untergeschoss gibt, das größer ist als die Fläche oben. Toiletten und die Küche sind im Untergeschoss zu finden. So daß der Raum im Erdgeschoss vollständig für die Gäste zur Verfügung steht und die Küche davon keinen Raum abzwackt. Ferner sieht man dort, wie die Glasscheiben am Rand "in die Tiefe" gleiten können.

Die Gebäudetechnik ist geradezu genial, ideal für ein Restaurant. Und mit dem offenen, jederzeit zugänglichen Dachgarten haben auch die Anwohner etwas von dem Gebäude.

Konzipiert wurde das Gebäude von Nex-.

Duke York Restaurant

https://www.nex-architecture.com/projects/duke-york-restaurant/

Von dort:

> Dedicated to sustainability, this is one of the greenest restaurant buildings in London and makes use of a semi-passive system to maximise performance and minimise energy use, with the retractable glazing also enabling the public spaces to be naturally ventilated throughout the year.

Es sei eines der grünsten Restaurantgebäude in London.

Flood-proof commuter suit for rising sea-levels - Nicholas Bennett designt überflutungssicheren Anzug - erster Preis des CreateCOP25 - Wettbewerbs

21.12.2019 23:41:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei manchen Unwetterkatastrophen gab es das schon: Es kam zu Überschwemmungen, das Wasser stieg sehr schnell sehr stark an. Was macht da ein Pendler, der im Anzug unterweg ist? Wenn das Wasser bis zu den Knien reicht?

Zur UN Climate Change Conference in Madrid hatte die Künstleragentur Art Partner einen Wettbewerb organisiert. 266 junge Kreative aus 40 Ländern reichten künstlerische Antworten auf die Klimakrise ein. Der Entwurf von Nicholas Bennett gewann den ersten Preis.
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Nicholas Bennett designs flood-proof commuter suit for rising sea-levels

https://www.dezeen.com/2019/12/19/nicholas-bennett-flood-proof-commuter-suit/

Das Video:

Nicholas Bennett designs flood-proof commuter suit for rising sea levels

https://www.youtube.com/watch?v=LSXVVHqwkKc

> First year Goldsmiths student Nicholas Bennett has created waterproof formal footwear for commuters, that can be subtly integrated into a suit and extended into waders to protect it from the floods that might become our daily reality due to climate change.
>
> The project imagines a future where the effects of rising sea levels have become so inescapable, that solutions need to be integrated into our everyday products.

Das Projekt stellt sich eine Zukunft vor, in der die Effekte eines steigenden Meeresspiegels so unausweichlich geworden sind, daß Lösungen in unsere tagtäglichen Produkte integriert werden müssen.

Seine Lösung: Er nahm sich alte Herrenhalbschuhe. Schnitt die Sohlen heraus und zog den Rest über Gummistiefel. Der Büroarbeiter hat also in Wirklichkeit Gummistiefel an, die unten wie Halbschuhe aussehen.

Die Hose läßt sich hochziehen und umdrehen. Drunter gibt es wohl nochmals eine zweite Hose, die ebenfalls nach oben gezogen wird. Dann kommt eine Wathose zum Vorschein, die er sich aus einer alten Überlebenstasche selbst erstellt hat und die wasserdicht mit den beiden Gummistiefeln verbunden ist. Die läßt sich über die beiden bisherigen Hosen drüberziehen und schützt diese.

Damit kann man ins Wasser.

Hat man danach wieder trockenen Boden erreicht, geht das rückwärts.

Er stammt ursprünglich aus North Yorkshire. Einer Gegend, die in diesem Jahr mit heftigen Regenfällen und angestiegenen Flüssen zu tun hatte.

> "My grandparents live within a couple of metres from flood plains and my family was having to deal with all the 'what ifs'," he remembered. "I think looking back I saw flooding as a temporary issue, which is exactly the problem because we just try to fix it with temporary measures."

Seine Großeltern leben nur ein paar Meter von den Überschwemmungsgebieten entfernt und seine Familie mußte sich mit all dem "Was wäre wenn" auseinandersetzen. Rückblickend habe er jedoch Überflutungen als ein temporäres Problem betrachtet. Das sei genau das Problem: Es wird versucht, mit temporären Maßnahmen darauf zu reagieren.

Bei Art Partner

#CreateCOP25 - Meet our winners

https://www.artpartner.com/news/createcop25-winners/

findet sich ein interessanter Hinweis:

> “Concerned by the floods in Yorkshire over the past few years, I wanted to test the space between these old and new worlds, and to see how the suit – a garment with a strong sense of tradition and history – fares against the threat of unpredictable weather. The resulting work may be darkly humorous, but this is fast becoming reality. We have to rethink our skins.”

Er wollte den Raum zwischen diesen alten und den neuen Welten erkunden. Um zu sehen, wie ein Anzug der Bedrohung durch unvorhergesehenes Wetter standhalten könne. Die Arbeit mag wie schwarzer Humor wirken. Aber das könne schnell Realität werden.

Opossum helps a deer by picking ticks off its face - Kamera im Wald zeigt, wie sich ein Reh von einem Opossum Zecken vom Kopf wegfressen lässt

20.12.2019 23:48:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei verbesserten Überwachungskameras mag man an die Überwachung von Innen- und Außenräumen an Häusern oder an Dashcams denken. Allerdings können Kameras auch im Wald und anderswo in der Natur eingesetzt werden. Um Beobachtungen festzuhalten, die so teils noch gar nicht bekannt waren.

Die Vermont Wildlife Coalition hatte auf ihrer Facebook-Seite ein Bild einer solchen Kamera veröffentlicht.

Es zeigt, wie ein Reh bereitwillig einem Opossum seinen Kopf hinstreckt. Und das Opossum sammelt Zecken vom Rehkopf und frißt diese.
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Trail Cam Accidentally Captured The Moment An Opossum Helped A Deer By Picking Ticks Off Its Face

https://www.boredpanda.com/trail-cam-opossum-eating-ticks-deer-vermont-wildlife-coalition/

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Weitere Informationen fanden sich auf

Opossumpower

https://www.opossumpower.org/

einer Website der Opossum Awareness & Advocacy (OPAA) aus Vermont.

Darunter einige Informationen, die unter

Opossums

https://de.wikipedia.org/wiki/Opossums

nicht zu finden waren.

Opossums gehören zu den Beutelratten, sind aber mit 32 - 50 Zentimetern plus Schwanz und einem Gewicht bis zu 5,5 kg deutlich größer und schwerer als Ratten. In den USA werden sie teilweise bekämpft, was aber eher falsch ist.

Denn eine Hauptnahrung - sind Zecken. Opossums können 3000 - 5000 Zecken pro Saison vertilgen. Sie reduzieren damit das Borreliose-Risiko für alle anderen Tiere und für Menschen. Ferner fressen sie Schnecken, Mäuse und andere Schädlinge im Garten. Sie können auch giftige Schlangen angreifen, weil sie gegen deren Gift immun sind. Ferner sind sie sehr reinlich, ähnlich wie Katzen.

Bemerkenswert:

> Most opossums cannot contract or spread rabies due to their very low body temperature.

Die meisten Arten können keine Tollwut übertragen, weil ihre Körpertemperatur sehr niedrig ist. Ferner:

> Opossums have a spectacular immune system, and a lower than average body temperature. This means that they don't carry a whole lot of the standard zoonotic diseases that other animals might carry.

Durch die niedrigere Körpertemperatur können sie biologisch bedingt diverse der typischen Krankheiten gar nicht übertragen.

Laut

Opossums

https://publish.illinois.edu/wildlifemedicalclinic/opossums/

> Opossum body temperature is 90-99 degrees. They have a lower body temperature than most mammals.

liegt die Körpertemperatur zwischen 90 und 99°F, also zwischen 32°C und 37°C.

Das Bild mit dem Reh zeigt, daß andere Tierarten und Opossums kooperativ zusammenarbeiten, zum Wohle beider: Das Reh wird von Zecken befreit, das Opossum findet Nahrung. Da Opossums nachtaktiv sind, können solche Aufnahmen nur mit geeigneten Kameras gemacht werden.

SoapBottle - Zero-Waste Packaging made of soap - Jonna Breitenhuber stellt Behälter für Liquids aus Seife her

19.12.2019 23:43:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Ideen zur Vermeidung von Plastikverpackungen hören sich auf den ersten Blick "etwas merkwürdig" an. Die folgende Seifen-Verpackung für Flüssigkeiten scheint aber zu funktionieren.

Die Produktdesignerin Jonna Breitenhuber nutzt wohl eine eigene, schwer lösliche Seifenmischung, um daraus Behälter herzustellen. Diese werden geöffnet, indem man eine Ecke abschneidet.

Jeder Behälter hat ein Loch, so daß man den Behälter daran aufhängen kann. Man kann die Flüssigkeit drin nutzen. Oder etwas von der Hülle nutzen.

Ist der Behälter leer, verbraucht man entweder die Hülle komplett. Oder zerschnipselt sie, wandelt das mit Natron um und verwendet das zum Wäschewaschen.
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Zero-Waste Packaging for Liquids is Made Entirely of Soap

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/soapbottle-jonna-breitenhuber/

Das Video auf Vimeo:

SOAPBOTTLE_Jonna_Breitenhuber_Film

https://vimeo.com/317115966

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Das Video startet mit zwei Zahlen, die zumindest deutlich über meinem eigenen Verbrauch liegen: Im Schnitt verbraucht jeder 11 Flaschen mit Duschgel und 10 Flaschen Shampoo pro Jahr. Die Menge würde pro Jahr 1000 olympische Swimmingpools füllen.

Stattdessen SoapBottle: Zum Mix erfährt man nichts. Zu dem Loch gibt es ein kleines Metallelement, das dort drehbar gelagert ist und als Verschluß dient.

Bei der Nutzung sieht man aber, daß der Schriftzug in der Verpackung mit der Zeit verschwindet, die Verpackung also "von außen her" mit der Zeit aufgebraucht wird.

Dann ist das leer. Also kann das wieder zerlegt werden. Schnur und das Metallelement werden entfernt, der Rest mit einer Reibe zerkleinert. Natron und Soda dazu, das ganze gut vermixt eignet sich als Waschpulver. Oder das Stück wird einfach als Seife verbraucht.

Die Seite von Jonna Breitenhuber:

SoapBottle

https://jonnabreitenhuber.de/soapbottle.html

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Wobei für mich unklar ist, ob diese Verpackung für größere Maßstäbe geeignet ist. Die einzelnen Verpackungen fassen immer nur 100 Milliliter. Allzuviel mehr darf das nicht sein, weil sonst die Verpackung schneller verbraucht ist als der Inhalt. Damit bräuchte man sehr viel mehr Verpackungen im Vergleich zu einer 500- oder 1000-Milliliter-Packung. Und von der Seife müßte zwangsläufig ein Teil in die Flüssigkeit übergehen. Ein Effekt, der womöglich unerwünscht ist oder zu Problemen mit dem Inhalt führen kann.

Harbor Air ePlane - First commercial electric plane takes off near Vancouver - weltweit erstes kommerzielles elektrisches Flugzeug von Harbor Air absolviert einen Testflug

18.12.2019 23:49:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

Elektrisch angetriebene Autos gibt es immer mehr. Aber was ist mit einer anderen Transportbranche, der Flugbranche?

In Vancouver in Kanada hat nun die Harbor Air ePlane einen ersten, fünfzehn Minuten langen Testflug absolviert. Das ist ein sechssitziges, voll elektrisch betriebenes Wasserflugzeug. Der Motor wurde vom australischen Ingenieurbüro MagniX entworfen.
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World's first commercial electric plane takes off near Vancouver

https://www.dezeen.com/2019/12/17/worlds-first-commercial-electric-plane-canada-seaplane/

Die Pressemitteilung von Harbor Air:

Harbour Air and magniX Announce Successful Flight of World’s First Commercial Electric Airplane

https://www.harbourair.com/harbour-air-and-magnix-announce-successful-flight-of-worlds-first-commercial-electric-airplane/

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Greg McDougall, CEO und Gründer von Harbour Air Seaplanes:

> "Today, we made history,"
> "I am incredibly proud of Harbour Air's leadership role in re-defining safety and innovation in the aviation and seaplane industry."

Heute hätten wir Geschichte geschrieben. Er sei unglaublich stolz auf die Rolle, die sein Unternehmen dabei einnimmt.

MagniX - CEO Roei Ganzarski:

> In December 1903, the Wright Brothers launched a new era of transportation—the aviation age—with the first flight of a powered aircraft. Today, 116 years later, with the first flight of an all-electric powered commercial aircraft, we launched the electric era of aviation

1903 gab es die Gebrüder Wright mit dem ersten Flug. Heute, 116 Jahre später, startet zum ersten Mal ein vollständig elektrisch angetriebenes Flugzeug.

Ferner verweist er darauf, daß die grundlegenden Techniken seit Ender der 1930-er unverändert seien und daß die Branche seither stagniert.

Der Motor hat 750 PS / 560 kW und heißt Magni500. Die vollelektrische Antriebstechnologie wurde im Juni auf der Paris Air Show vorgestellt und demonstrierte damals, daß es eine saubere Möglichkeit gäbe, Flugzeuge anzutreiben.

Die beiden Unternehmen wollen sich nun auf das Zertifizierungsverfahren für das Antriebssystem konzentrieren, bevor weitere Flugzeuge nachgerüstet werden. Das hört sich danach an, als ob das Flugzeug nicht selbst entwickelt wurde, sondern ein vorhandenes Flugzeug umgebaut wurde.

Die größte Herausforderung, um mehr als 6 Personen gleichzeitig transportieren zu können, besteht darin, daß dafür die Batterien kleiner werden müßten.

Two-Story 3D-printed Building in Dubai - Apis Cor druckt und baut in drei Wochen ein 650-Quadratmeter grosses zweistöckiges Gebäude

17.12.2019 23:50:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit lokalem Material in 3 Wochen ein Gebäude drucken. Das hat das Unternehmen Apis Cor aus Boston nun in Dubai gemacht.

Der 3D-Drucker des Unternehmens ist etwa so groß wie ein Auto. Mit einem Kran wurde der Drucker jeweils an die entsprechende Stelle transportiert.

Es handelt sich um einen Auftrag für Stadtverwaltung von Dubai. Verwendet wurden Beton, Gips und firmeneigene Materialien.
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The World’s Largest 3D-Printed Building Just Popped Up in Dubai

https://www.dwell.com/article/worlds-largest-3d-printed-building-apis-cor-6a4b7f45

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Traditionelle Techniken wurden genutzt, um das Fundament zu erstellen, die Fenster einzubauen und um Dächer hinzuzufügen.

Eine Herausforderung in Dubai:

> "The Dubai climate is very harsh — temperature and humidity change significantly even within a day,"

Das Klima ist dort sehr rauh. Temperatur und Luftfeuchtigkeit können sich stark innerhalb eines Tages verändern. Das Druckmaterial muß sich aber immer gleichartig verhalten.

Über die Kosten wurde nichts mitgeteilt. Aber ein zweistöckiges Gebäude in drei Wochen zu errichten ist extrem schnell.

Die Gesamtfläche liegt bei 6,998 Quadrat Foot, etwa 650 Quadratmeter. Die Gesamthöhe beträgt 31 Fuß, etwa 9,4 Meter Höhe.

Ein Video zeigt Teile des Druckprozesses:

The biggest 3d printed building

https://www.youtube.com/watch?v=69HrqNnrfh4

> Apis Cor is happy to announce the recent huge project! Hired by Dubai Municipality we 3D printed the 2-stories administrative building. That’s the biggest building ever 3D printed on-site! The project is unique and groundbreaking and opens a new chapter both in the concrete 3D printing industry and construction industry.

Der Drucker kann natürlich 24 Stunden ackern.

Interessant ist, daß lediglich drei Mitarbeiter von Apis Cor vor Ort waren. Die Hauptaufgabe: Den Drucker immer wieder umsetzen und neu starten.

Bei Apis Cor:

GROUNDBREACKING PROJECT - COLLABORATIVE PROJECT WITH DUBAI MUNICIPALITY

https://www.apis-cor.com/dubai-project

Das Gebäude hat schon eine beeindruckende Ausdehnung. Nicht diese "kleinen Häuser", die man bis jetzt immer mal wieder gesehen hatte.

Auf den Bildern sieht man, daß in die gedruckten Mauern teils Stahlgeflechte hineinkommen. Man baut praktisch die Außenwände per 3D-Druck. Die hinreichend hohe Stabilität erreicht man, indem man so einzelne Pfeiler mit Stahlgeflechten und Beton füllt. Beim "traditionellen Betonbau" müssen dagegen ständig Verschalungen gebaut und wieder entfernt werden.

Auf der Seite gibt es auch Skizzen, die das gesamte Raumvolumen zeigen.

The Rainbow Embassy - Color-blocked Animals and geometric Shapes to transform neglected home - Okuda San Miguel gestaltet im Rahmen der The Unexpected - Reihe in Fort Smith / Arkansas ein Haus

16.12.2019 23:47:32, Jürgen Auer, keine Kommentare

Verlassene Häuser: Was macht man damit? In Großstädten mögen diese abgerissen werden und durch Neubauten ersetzt werden. Anderswo können solche verlassenen Häuser zum Problem werden, weil sie sich womöglich negativ auf die Umgebung auswirken.

Im Rahmen der The Unexpected - Reihe von Justkids in Fort Smith, Arkansas hat der spanische Straßenkünstler Okuda San Miguel ein dortiges, vernachlässigtes Haus neben der Darby Junior High School neu gestaltet.

Mit kräftigen Farben, geometrischen Mustern und zwei stilisierten Tierköpfen.
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Color-Blocked Animals and Geometric Shapes Transform Neglected Home in Installation by Okuda San Miguel

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/okuda-san-miguel-rainbow-embassy/

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Eine Suche bei Google-Maps listet zwar die

Darby Junior High School, North 14th Street, Fort Smith, Arkansas, USA

Aber ein Durchblättern der Umgebung zeigte auf die Schnelle kein passendes Haus.

Das Haus hat eine Veranda und scheint irgendwie etwas verschachtelt konstruiert zu sein. An der Seite gibt es ein zweites Gebäude, vielleicht eine ehemalige Garage.

Der Künstler:

> “This project gave me the possibility to expand on my previous work, adding in more architectonic dimension and completing my vision of mythical animals,”

Das Projekt hat es ihm ermöglicht, seine bisherigen Arbeiten um eine architektonische Dimension zu erweitern.

Er hofft, daß seine Arbeit einen Hauch von Phantasie und Spiel in das tägliche Leben in der Umgebung hineinbringt. Daß die Schüler und Studenten der Schule die Installation genießen und beobachten, wie sich diese während der Jahreszeiten entwickelt.

Bei

The Unexpected

http://www.unexpectedfs.com/

gibt es nur ein Bild zu einer früheren Arbeit von Okuda San Miguel:

http://www.unexpectedfs.com/artists/74-okuda-san-miguel

Er hatte 2016 die

Universal Chapel

http://www.unexpectedfs.com/art/106-drone

gestaltet, 1300 Garrison Ave, Fort Smith 72901.

Sucht man nach der Adresse, findet man diese bunte "universelle Kapelle". Google-Maps zeigt auch ein älteres Photo von 2013 an. Da ist das Haus noch weiß.

Weitere Arbeiten von Okuda San Miguel gibt es auf seinem Instagram-Account:

https://www.instagram.com/okudart/

Dort findet sich ebenfalls ein Bild der 2016-Arbeit.

Kansas City (Missouri): First Major US City to make public transit free - KCMO als Teil der Metropolregion Kansas City will Busfahren kostenlos anbieten

15.12.2019 23:52:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Von Kansas City gibt es zwei Versionen: Kansas City (Missouri - KCMO) ist mit etwa 480.000 Einwohnern die größte Stadt im US-Bundesstaat Missouri. Direkt daneben liegt Kansas City (Kansas), die drittgrößte Stadt in Kansas mit etwa 152.000 Einwohnern.

Beide Städte liegen am Missouri River und bilden zusammen mit umliegenden Counties die Metropolregion Kansas City. Insgesamt leben dort etwa 2 Millionen Menschen.

In KCMO wurde nun beschlossen, einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr zum nächsten Budgetjahr einzuführen.
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Kansas City Becomes First Major U.S. City to Make Public Transit Free

https://www.archdaily.com/929892/kansas-city-becomes-first-major-us-city-to-make-public-transit-free

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In der letzten Woche hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen, daß das Bussystem neben dem 2016 eingeführten Straßenbahnsystem kostenlos sein solle. Der "Zero Fare Transit" zielt darauf ab, ein universelles und systemweites Tarifsystem zu schaffen.

Für den kürzlich gewählten Bürgermeister Quinton Lucas war das eine priorisierte Idee. Derzeit kostet eine Karte 1,50 Dollar, eine Monatskarte 50 Dollar.

8 Millionen Dollar soll das kosten, wenn es 0-Dollar-Fahrpreise gibt.

Der Stadtrat Eric Bunch:

> “When we’re talking about improving people’s lives who are our most vulnerable citizens, I don’t think there’s any question that we need to find that money. It’s money that we as a city, if we want to prioritize public transportation, can find.”

Wenn wir darüber sprechen, das Leben der Menschen zu verbessern, die am schutzbedürftigsten sind: Ich denke nicht, daß es eine Frage ist, ob wir das Geld finden. Es ist Geld, das wir as Stadt finden können, wenn wir den öffentlichen Nahverkehr priorisieren möchten.

Laut

Kansas City becomes first major American city with universal fare-free public transit

https://www.435mag.com/kansas-city-becomes-first-major-american-city-with-universal-fare-free-public-transit/

war die Straßenbahn bereits kostenlos.

Unter

Free bus rides: KCMO Council moves closer to eliminating fares

https://www.kshb.com/news/local-news/kcmo-city-council-to-decide-on-free-bus-fares

gibt es einen Tweet vom Bürgermeister:

https://twitter.com/MayorLucasKC/status/1202717485197332480

> The City Council just took a monumental, unanimous step toward #ZeroFareTransit – setting Kansas City up to soon become the first major metropolitan city with free public bus service.

In Deutschland gibt es - in der Theorie - ähnliche Überlegungen. Auch hier in Berlin, wobei hier von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr die Rede ist. Allerdings wird hier in Berlin als Gegenargument genannt, daß der öffentliche Nahverkehr bereits jetzt an seiner Kapazitätsgrenze arbeitet. Und daß er in den letzten Jahrzehnten eigentlich unterfinanziert war, so daß es zu viele strukturelle Mängel gibt. Diese müßten erst einmal behoben werden, bevor die bei einer kostenlosen Nutzung entstehende zusätzliche Nachfrage bei gleichzeitigem Wegfall der Einnahmen bewältigbar wäre.

Multi-acre magnifying glass - Heliogen creates a ultra-high heat using a precisely aligned array of mirrors - Heliogen erzeugt hohe Hitze zur Zementherstellung

14.12.2019 23:58:23, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei der Erzeugung von Strom sind grüne Technologien auf dem Vormarsch: Wind- und Solarenergie liefern inzwischen wesentliche Mengen an Strom. Allerdings macht die Erzeugung von Strom weltweit nur weniger als ein Viertel des weltweiten Energiebedarfs aus. Ein Großteil der Verwendung fossiler Brennstoffe entfällt auf industrielle Prozesse und den Transport.

Für beide Bereiche könnte das nun von Heliogen entwickelte System eine Lösung anbieten.

Es basiert auf der computergesteuerten Anordnung von Spiegeln, die Sonnenlicht auf ein Ziel auf einem Turm lenken. Damit gelang es, Temperaturen von über 1000° Celsius zu erzeugen.

Wie eine große Lupe, die das Licht, das auf einer großen Fläche einfällt, in einen relativ kleinen Bereich konzentriert und dort sehr hohe Temperaturen erzeugt.
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Heliogen's 1000C solar-heating technology could be key to low-emission cement

https://www.dezeen.com/2019/12/11/heliogen-1000c-solar-heating-tech-low-emission-cement/

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Hohe Temperaturen sind bsp. erforderlich, um Zement herzustellen. Zement ist einer der wesentlichen Grundstoffe für die Bauindustrie. Bei der Zementherstellung entfallen etwa 50 % der CO2-Emissionen auf die Erzeugung der benötigten Hitze durch Verbrennen. Die andere Hälfte entsteht durch die Umwandlung von Calciumcarbonat in Calciumhydroxid, die läßt sich technisch bedingt nicht einsparen.

Das Unternehmen beschäftigt sich mit zwei Anwendungen:

Zum einen HelioHeat: Da sollen die Temperaturen genutzt werden, um industrielle Prozesse (wie die Zementherstellung) durchzuführen. Ohne daß für die Hitzeerzeugung fossile Brennstoffe benötigt werden.

Zum anderen HelioFuel: Da sollen saubere Kraftstoffe erzeugt werden.

Für letzteres wären Temperaturen von mindestens 1.500° C notwendig. Damit könnte man Wasserstoff oder Synthesegas herstellen, ein Gemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid.

Das System basiert also nicht auf Photovoltaik-Solarmodulen, die Sonnenenergie direkt in Strom umwandeln. Stattdessen wird die Hitze konzentriert. So daß dies eher Solarwarmwassersystemen entspricht, die in manchen Häusern installiert sind.

Auf der Website

Heliogen

https://heliogen.com/

gibt es ein kleines Video:

Heliogen - Replacing Fuels with Sunlight

https://www.youtube.com/watch?v=0EKx7aEzXb0

> Heliogen is a clean energy company focused on eliminating the need for fossil fuels in all sectors of the economy. Heliogen’s mission is to create the world’s first technology that can commercially replace fossil fuels in industrial processes with carbon-free, ultra-high temperature heat from the sun and to transform sunlight into fuels, including hydrogen, at scale.

Interessant ist dabei natürlich die Frage, wie man diese "Hitze auf dem Turm" so weiterverwenden kann, daß man damit bsp. Eisenerz schmilzt, um daraus Stahl zu gewinnen.