Robot Dogs and driverless Vans as delivery system of the future - fahrerlose Transporter und Robot Dogs als zukünftiges Liefersystem der Zukunft - ein Modell von Continental und ANYbotics

15.01.2019 23:49:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ich hier in Berlin morgens zu bestimmten Zeiten eine Runde drehe, dann passiert es immer wieder, daß Lieferfahrzeuge verschiedener Dienstleister quasi hintereinanderstehen. Hier ein Wagen der Deutschen Post, dort ein Hermes, dann kommt ein UPS. Und dazwischen immer wieder weiße Lieferwagen, die im Auftrag von Amazon unterwegs sind.

Aber wer weiß: Womöglich wird diese Phase langfristig nur eine Übergangsphase sein. Bis zur vollständigen Autonomisierung dieser Liefertätigkeiten.

Wie das gehen könnte, zeigt ein Konzept, das zwei bislang getrennte Ideen - einfach miteinander kombiniert.

Einerseits gibt es immer mehr Konzepte fahrerloser Transporter. Transporter, die meist relativ gemächlich unterwegs sind und batteriebetrieben sind. Continental hat so ein Modell u.a. entwickelt, CUbE genannt.

Andererseits gibt es bsp. von ANYbotics das Konzept von kleinen Robotern, die auf vier Beinen laufen und "ziemlich standfest" sind. Die Roboter können Türen öffnen, Fahrstuhl fahren und dabei kleine Lasten transportieren.

Kombiniert man beide Modelle, dann landet man bei dem Modell, das nun bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt wurde:

Ein autonomes Lieferfahrzeug transportiert sowohl Pakete als auch ein paar dieser quadrupedal robots. Bis zu einem ersten Ort. Dort schwärmen die robots aus, verteilen die Pakete. Kehren wieder zurück. Und weiter geht die Fahrt.
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robot dogs in driverless vans are the delivery system of the future

https://www.designboom.com/technology/continental-anybotics-robot-dogs-delivery-01-14-2019/

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Auf YouTube gibt es mehrere Videos von der CES:

CES 2019: Continental robotic delivery dog

https://www.youtube.com/watch?v=4z4uf2sqJmg

Da sieht man, wie sich einer dieser dog robots langsam aus dem Auto heraus bewegt, dann einen umgefallenen Roller übersteigt, ein paar Treppenstufen eine Veranda hochgeht, einmal mit seinem "Vorderfuß" klingelt und das Paket abwirft. Das wurde so vorgeführt.

Das andere ist ein Zusammenschnitt, das Simulationen zeigt, die natürlich deutlich glatter und eleganter aussehen.

This Robot Delivery Dog Can Bring Your Parcel Right To Your Doorstep

https://www.youtube.com/watch?v=ssrk9bW2xBk

> ANYbotics and Continental have partnered up for CES 2019 to demonstrate a holistic concept of autonomous delivery. In "cascaded robot delivery," a driverless shuttle deploys robot dogs that can get the parcels to the recipients' doorsteps or drop them off inside their parcel lockers.

Dabei ist es klar, daß die tatsächlichen Bewegungen von so einem Robot Dog aktuell noch eher langsam sind. Das dürfte nur eine Frage der Zeit und Entwicklung sein, bis diese Roboter schneller unterwegs sein werden.

Für Continental geht es dabei um die Logik der "letzten Meile":

> ‘with the help of robot delivery, Continental’s vision for seamless mobility can extend right to your doorstep,’ said ralph lauxmann, head of continental’s systems & technology, chassis & safety division. ‘our vision of cascaded robot delivery leverages a driverless vehicle to carry delivery robots, creating an efficient transport team.’

Praktisch werden damit zwei sehr verschiedenartige Technologien, die zunächst einmal wenig miteinander zu tun haben, zu einer neuen Logik zusammengefaßt. Ein "effizientes Transport-Team".

Allerdings ist das Ganze bislang nur ein Konzept. Es gibt noch keinen Plan, das tatsächlich umzusetzen.

The Bailong Elevator in Zhangjiajie, China - glass lift climbs 326 meter (1070 feet) - Glasaufzug erklimmt einen Berg mit Aussicht

14.01.2019 23:52:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ich muß gestehen: Beim ersten Blick auf dieses Bild dachte ich, daß das eine Montage aus einem alten Film sei. Also Fiktion, nicht Wirklichkeit. Vielleicht, weil da auch noch Schnee liegt. Doch Bilder gibt es auch vom Sommer.

Der Bailong Elevator (wörtlich: Der Hundred Dragons Elevator, der Hundertdrachen-Fahrstuhl) wurde ab 1999 gebaut und 2002 eröffnet.

Vier nebeneinander postierte Stahlgerüste ermöglichen es drei Kabinen, hoch und runter zu fahren.

Bei einer Gesamthöhe von 326 Metern ist das etwas unter der Gesamthöhe des Berliner Fernsehturms (368 Meter). Aber dessen Kuppel ist 207,53 Meter hoch, da packt dieser Lift nochmals 120 Meter drauf.
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World’s Tallest Outdoor Elevator Climbs an Amazing 1,070 Feet Up a Mountain Cliff in Zhangjiajie, China

https://laughingsquid.com/worlds-tallest-outdoor-elevator-zhangjiajie-china/

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Der Fahrstuhl ermöglicht einen Ausblick auf die Wuling Mountain Range. Dort gibt es diverse Felsen und Bergsäulen. Senkrecht, mehrere hundert Meter hoch, mit Bäumen bewachsen.

Wulingyuan

https://en.wikipedia.org/wiki/Wulingyuan

Die Gegend gehört zum Weltkulturerbe. Der Fahrstuhl hat seit 2015 einen Eintrag im Guinness World Records als höchster Outdoor Lift.

Unter

Bailong Elevator: The Highest Outdoor Elevator in The World张家界百龙电梯

https://www.youtube.com/watch?v=ENV6I4eY0-c

gibt es ein Video, bei dem das Hochfahren einer Kabine von einer Drohne begleitet wird.

Ein zweites, älteres Video

Zhangjiajie-Elevator Bailong

https://www.youtube.com/watch?v=ukK8aDGyqoY

zeigt Aufnahmen aus der Kabine beim Hochfahren. Da hat man den Eindruck, daß der Fuß des Fahrstuhls bereits ziemlich weit oben liegt. Das ist quasi in Echtzeit aufgenommen. Eine Fahrt nach oben dauert mindestens eine Minute.

Definitiv nichts für Leute, denen schnell schwindelig wird.

Popcorn Bay near Corralejo, Canary Islands, Fuerteventura looks like paved with popcorn - Strand im Norden von Fuerteventura sieht aus, als wäre Popcorn ausgestreut

13.01.2019 23:50:21, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Internet und die damit möglichen weltweiten Verteilungsmöglichkeiten führen dazu, daß Besonderheiten, die zwar lokal schon seit langem bekannt sind, aber bislang nie überregional bekannt wurden, nun plötzlich weltweit verbreitet werden. Der mir bislang auch nicht bekannte "Popcorn Bay" ist ein schönes Beispiel dafür. Obwohl das auf Fuerteventura liegt. Man könnte also sagen: Von Berlin her "fast um die Ecke" auf den kanarischen Inseln.

Das ist ein Strandabschnitt im Norden von Fuerteventura, nicht weit von der Nordspitze der Insel entfernt, nahe Corralejo. Da gibt es keinen Sand. Dafür Teile, die wie Popcorn aussehen. Von der Ferne sieht man das noch nicht, da sieht das nur nach einem "hellen Strand" aus. Aber wenn man sich das aus der Nähe ansieht, dann fällt einem Popcorn ein.
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This Canary Island Beach Has Sand That Looks Exactly Like Popcorn

https://mymodernmet.com/popcorn-bay-fuerteventura/

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Die Erklärung ist eigentlich eher simpel:

> The strange, irregular fragments are actually pieces of white coral that have washed ashore. Mixed with the volcanic rocks and sand on the beach, the coastline looks like a delicious sweet and salty combination of popcorn and black pepper—just don’t be tempted to take a bite!

Das sind Teile weißer Korallen, die dort im Laufe der Jahrtausende angespült wurden. Das gemischt mit dem vulkanischen Gestein und dem Sand führt zu dem Eindruck, daß die Küste wie ein Gemisch aus Popcorn und schwarzem Pfeffer aussieht.

Die genaue Lage bei Google-Maps:

 

Popcorn Bay - Fuerteventura

 

Natürlich gibt es diesen Strandabschnitt schon lange. Das ist nichts, was über Nacht entsteht, sondern das dürfte schon seit Jahrhunderten oder einigen Jahrtausenden so sein. Aber:

> The phenomenon isn’t new to the area, but Popcorn Bay has become popular amongst Instagrammers recently, who have been posting images of themselves with the endless supply of popcorn-shaped coral.

Nun hatten Instagrammer das entdeckt und Photos gepostet. Damit verbreitete sich das.

An manchen Stellen ist der Boden einheitlich weiß.

https://www.instagram.com/p/BmglTbWHbo4/

zeigt dagegen einen Abschnitt, wo größere glattgeschliffene Steine vulkanischen Ursprungs mit weißen Teilen gemischt sind. An anderen Stellen vermischt sich das auch bereits deutlich mit dem Sand.

New Water Tower in Varberg as elongated wave - Neuer Wasserturm für Varberg als langgestreckte Welle - von White Arkitekter

12.01.2019 23:31:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin gibt es zwar einige historische Wassertürme. Aber diese werden längst nicht mehr im Sinne ihres eigentlichen Zweckes genutzt. Sondern wurden zu Wohn- oder Gewerberäumen umgebaut.

Anders sieht das im schwedischen Varberg aus. In der dortigen, flachen Landschaft bestand Bedarf für einen neuen Wasserturm. Der - als "richtiger Turm" - nur eine begrenzte Menge Wasser speichern kann.

Was macht man, wenn dieses Volumen nicht genügt? White Arkitekter hat eine elegante Lösung gefunden: Ein Wasserturm, gebaut auf einer "gewissen Anhöhe". Der nicht aus einem Turm, sondern aus diversen gleichartigen Elementen besteht, die hintereinandergestellt werden und zusammen den Wasserspeicher ergeben. So daß die "Wasserwelle" auf die Entfernung sichtbar ist und ein neues Wahrzeichen, einen Orientierungspunkt in der Fläche erzeugt.
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white arkitekter forms water tower in the shape of an elongated wave in varberg

https://www.designboom.com/architecture/white-arkitekter-water-tower-varberg-sweden-01-11-2019/

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Ein Quader, der das Wasser aufnimmt. Dieser wird auf zwei Stelzen gestellt, die vom Rand der beiden Schmalseiten zum Boden gehen. Dann wird der Quader in der Mitte etwas durchgedrückt, so daß eine leicht bogenförmige Struktur draus wird. Ebenso wird er von den Seiten her etwas eingedrückt, so daß die abschließenden Flächen nicht mehr plan, sondern leicht nach innen gebogen sind und sich Schattenmuster ergeben.

Von diesem Einmal-Element wurden acht nebeneinandergestellt. Der eigentliche Wasserzufluß ist in der Mitte zu finden, zwischen dem vierten und dem fünften Element.

Und schon ist eine elegante, graue Welle fertig, die aufgrund der 8 Elemente viel Wasser bereitstellen kann, ohne zu klobig zu werden.

Von den zwei Querseiten her betrachtet sieht das wie ein mächtiges Band in der Landschaft aus.

Laut der Website der Architekten

Wavy water tower wins architecture competition in Varberg

https://whitearkitekter.com/news/wavy-water-tower-wins-architecture-competition-in-varberg/

ist das bislang allerdings nur der gewonnene Wettbewerb, der Wasserturm ist noch nicht gebaut. VÅGA wird der Name sein.

> The creative and bold design will contribute to Varberg’s vision of being the Westcoast’s creative hub

Da gibt es schon einige Punkte, die als Wahrzeichen gelten:

> Varberg has several landmarks, from the 16th Century fort and the classic cold water bathhouse to the UNESCO World Heritage site Grimeton Radio Station and Sweden’s first windfarm. The new horizontal water tower adds to Varberg’s future image.

Ein Fort aus dem 16. Jahrhundert, ein Badehaus, eine Radiostation und Schwedens erste Windfarm. VÅGA soll da mit dazu zählen.

Der Auftrag war ganz offiziell ein doppelter:

> City-owned waste and water management company Vivab organised the competition asking for a water tower that would contain ten thousand cubic metres of water and provide a landmark for the city.

Ein Wasserturm, der 10.000 Kubikmeter Wasser fasst und ein neues Wahrzeichen werden kann. Heißt: Jedes einzelne Element fasst 1250 Kubikmeter Wasser.

Leider finden sich keine genauen Maße. Bei einem Quader und einer Breite von 4 Metern wäre das eine Höhe von 10 Meter und eine Länge von 25 Metern pro Element, um auf 25 * 10 * 4 = 1250 Kubikmeter zu kommen.

Best Drone Imagery - Dronestagram Annual Photo Awards - Drohnenbilder als neue Kunstform - die besten Drohnenphotos der Plattform Dronestagram

11.01.2019 23:49:36, Jürgen Auer, keine Kommentare

Drohnen, mit denen man Bilder aus der Luft aufnehmen kann, gibt es erst seit ein paar Jahren. Damit hat sich die "Kunst der Drohnenphotos" auch erst seither entwickelt.

Seit 2013 gibt es die Plattform www.dronestagr.am, die als "Instagram für Drohnenphotos" gilt. Diese hat nun die besten Drohnenaufnahmen von 2018 gekürt. Mit diversen sehr beeindruckenden Bildern.
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Breathtaking Drone Imagery Tops Dronestagram’s Annual Photo Awards

https://designyoutrust.com/2019/01/breathtaking-drone-imagery-tops-dronestagrams-annual-photo-awards/

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Laut der englischen Wikipedia (Dronestagram - https://en.wikipedia.org/wiki/Dronestagram ) hat die Plattform "nur" etwas über 30.000 aktive Nutzer. Klar - das Hobby ist nicht so ganz billig. Wer nicht Geld für Weltreisen hat, der kann "nur" Photos in seiner erreichbaren Umgebung machen.

Das Siegerphoto: Badende Hippos in Tanzania. Den zweiten Platz gab es für die Aufnahme eines Fischerbootes in Vietnam, das ein riesiges Netz aufgespannt hat. Das drittplatzierte Bild zeigt zwei Personen mit Hunden am Strand, wobei die Drohne über dem Wasser fliegt.

Die anderen Bilder sind aber so ziemlich durchgehend ebenfalls sehr faszinierend.

Der Traktor, hinter dem sich die Farbe der Erde deutlich ändert - von einem Grau- zu einem Braunton.

Die Venetian Islands in Miami - dicht bebaute Inseln, verbunden durch eine Straße.

Muschelfarmen in Spanien, die wie vom Wind verwehte Spielkarten auf dem Wasser wirken. Oder das Photo, das oben als Vorschaubild angezeigt wird: Ein Laster in Russland, der zur Seite gekippt ist und seine Ladung verloren hat.

Und dann: Ein Löwe, der zur Drohne hochsieht.

Bilder von Wüsten, endlosem Sand. Und von bewohnten und verlassenen Gegenden: Dubai versus die Sandwüste in Namibia.

Auf der Seite von Dronestagram

International Drone Photography Contest 2018

http://www.dronestagr.am/winners-announced-2018/

sind nur die drei Gewinnerphotos zu sehen. Es habe mehrere tausend Einsendungen gegeben.

Noch vor 10 Jahren waren solche Bilder kaum zu sehen. Und wenn, dann beschränkten sie sich auf wenige Aufnahmen: Von Flugzeugen oder Hubschraubern. Nun dagegen gibt es weitaus mehr Personen, die solche Aufnahmen erstellen können. Und Plattformen, die ein Teilen und weltweites Weiterverbreiten ermöglichen.

Chip(s) Board - Potato peels as alternative to medium density fiberboard (MDF) - Platten aus Kartoffelschalen als Alternative zu mitteldichten Holzfaserplatten

10.01.2019 23:53:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer für den Innenausbau oder ähnliche Zwecke Material sucht, der kann Festholzplatten verwenden. Oder er nutzt Spanplatten bzw. die ähnlichen mitteldichten Holzfaserplatten (MDF). Die bestehen aus zerfasertem Holz, das zu einem homogenen Holzwerkstoff verpresst wird.

Nachteil: Bei der Herstellung werden Formaldehyd-Harze und andere Stoffe eingesetzt, die später ausdünsten.

Drei Londoner waren entgeistert darüber, als sie bemerkten, welche schädlichen Stoffe da drin waren. Und versuchten, eine Alternative zu entwickeln. Ihre Antwort:

Chip(s) Board. Hergestellt aus Kartoffelschalen. Frei von toxischen Bestandteilen, Chemikalien. Und ohne Formaldehyd. Wenn es weggeworfen wird, dann hat es nicht dieselben negativen Folgen wie MDF-Platten.
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Potato peels offer a sustainable alternative to traditional building materials

https://inhabitat.com/potato-peels-offer-a-sustainable-alternative-to-traditional-building-materials/

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Praktisch geht es um eine Doppellösung:

> Minkley, Nicoll and Cooper wanted to combine the issue of material waste with the problem of food waste, and the result is a sustainable wood substitute made from potato peelings.

Das Problem des Materialverbrauchs und das Problem des Wegwerfens von Essensresten.

> They collected the peelings from manufacturers and then put them through different refinement processes to create a binding agent. This agent is then applied to fibers like potato skins, bamboo, beer hops and recycled wood.

Sie sammelten diverse Kartoffelschalen von Fabriken ein und konnten schließlich etwas herstellen, das man mit Kartoffelschalen, Bambus, Hopfenresten und recyceltem Holz verwenden konnte. Am Ende wurde das in Platten gepresst, die ähnlich wie MDF-Platten sehr vielseitig einsetzbar sind.

Haben diese Platten ihr Lebensende erreicht, lassen sie sich als Dünger nutzen.

Die Details der Herstellung sind aktuell wohl geheim, weil ein Patentanmeldeverfahren läuft. Der Pressprozess ist zwar ähnlich wie bei MDF,

> but they replace formaldehyde-based resins with waste-derived, biodegradable binders.

Die Bindemittel wurden durch biologisch abbauubare Binder ersetzt.

Auf

Chip[s] Board® have developed a range of innovative and sustainable circular economy materials using potato waste.

https://www.chipsboard.com/materials/

sieht man diverse Beispiele, wie diese Platten aussehen.

BeMA - Beirut Museum of Art with a facade of mismatched balconies - WORKac stellt die Pläne für das neue Museum of Art in Beirut vor

09.01.2019 22:31:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Gebäude sind schon von außen her echte Hingucker. Das US-Büro WORKac hat nun seine Pläne für das neue Museum of Art in Beirut / Libanon vorgestellt. Gekürzt BeMA.

Und das Ergebnis: Die Fassade ist nicht nur Außenhülle und schottet alles drinnen von der Welt da draußen ab. Sondern die Fassade enthält diverse unterschiedliche Balkone, runde Elemente, große Fensterscheiben und ähnliches. So daß die Balkone zum Flanieren einladen und wohl auch teils selbst als "Ausstellungsräume" nutzbar sind.
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Balconies will double as exhibition space in WORKac's Beirut Museum of Art

https://www.dezeen.com/2019/01/08/beirut-museum-of-art-lebanon-workac-architecture/

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Wenn man in dem Vorschaubild diesen letzten Rest des Gebäudes links daneben sieht. Das mit einer spiegelnden Hülle die Welt da draußen abweist. Da lädt bereits die Hülle des neuen Museums ein, dieses zu betreten und zu erkunden.

Das neue BeMA ist ein Würfel. Mit der bald unglaublichen Zahl von

> BeMA will take a cube-shaped form, wrapped by seventy "Mediterranean" style balconies, and made from stone and glass fibre reinforced concrete (GFRC) cladding.

siebzig mediterranen Balkonen. Auf allen 4 Seiten. Wenn man sich durch das erste Bild durchzählt, kommt man bereits auf ungefähr 20 Balkone.

Die Kunst soll auf die Balkone ausstrahlen, damit nach außen.

> WORKac's intention is that art will "spill out" onto the balconies, as well as creating meeting spaces – creating "a new type of flexible exhibition space".

Zusätzlich wird damit eine neue Art eines flexiblen Ausstellungsraumes gewonnen. Die Grenze zwischen Innen und Außen soll absichtlich aufgehoben werden, so daß sich das Museum vom typischen "weißen Würfel" verabschiedet.

Die Dimensionen: 6 Stockwerke über der Erde, vier darunter. Wobei spätere Skizzen zeigen, daß das erste Untergeschoss einen großen Veranstaltungsraum enthalten soll. 2700 Quadratmeter Ausstellungsfläche sollen zur Verfügung stehen.

> Alongside the exhibition spaces, seventy percent of the BeMA will be dedicated to space for educational programs and public events, a library, offices and a cafe and a rooftop restaurant from which to view the city.

70 % der Fläche soll für Programme und Events, eine Bibliothek, Büros, ein Cafe und ein Dachterrassen-Restaurant zur Verfügung stehen.

> Below ground level, there will be a black box theatre and workshops for collection storage and restoration.

Unten gibt es ein großes Theater und Räume für Sammlungen und Restauratoren.

Der Artikel oben enthält unten weitere Bilder. U.a. ein Modell der Fassade "am Stück". Die Fassade soll an diversen Stellen Platz für Pflanzen bieten. Teils gibt es Treppen in der Fassade. Die einzelnen Elemente sind allerdings nicht direkt verbunden, sondern immer nur über Innenräume zugänglich. Wobei die durchschnittliche Minimaltemperatur in Beirut im Winter bei über 10°C liegt. In kühleren Gegenden wäre so eine Gebäudekonzeption wahrscheinlich kaum mehr denkbar.

Querschnittsbilder zeigen, daß ab dem dritten Stockwerk einige Ebenen gegeneinander versetzt sind. Damit ergibt sich in der dritten Etage ein Raum mit einer höheren Raumdecke im Vergleich zu anderen Räumen derselben Etage. Dafür ist die fünfte Ebene in diesem Gebäudeteil nicht ganz so hoch. Auf der anderen Seite steht dagegen im fünften Stockwerk ein höherer Raum zur Verfügung.

Die Website von WORKac

https://work.ac/work/beirut-museum-of-art/

zeigt zusätzlich das Gebäude als Würfelmodell.

Little Tree Library - Big old stump gets a library - 100 Jahre alter Baumstumpf wird zur kleinen Little Free Library - Familie in Idaho belebt den Baumstumpf neu

08.01.2019 23:14:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manchmal müssen alte Bäume ja gefällt werden. Vielleicht haben sie bei einem Sturm wesentliche Äste verloren, vielleicht haben Schädlinge dem Baum zu sehr zugesetzt. Oder er war einfach zu alt.

Der Baumstumpf und die Wurzeln bleiben aber oft noch im Boden. Diese bilden oft ein eigenes Geflecht, so daß die Entfernung bei einem alten Baum sehr aufwendig wäre.

Eine Familie in Idaho hatte so einen Baumstumpf vor ihrem Haus. Mit einem so großen Durchmesser, daß wohl mehr als zwei Erwachsene notwendig sein dürften, um den Baumstumpf zu umschließen.

Nun wurde er zu neuem Leben erweckt. Indem eine kleine "Little Free Library" eingebaut wurde.
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Little Tree Library: A Clever Twist on the Donation-Based Community Library Gives New Life to a Big Old Stump

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/little-tree-library/

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Es wurde einfach ein quaderförmiges Holzvolumen herausgeschnitten. Innen zwei weitere Holzbretter mitsamt Beleuchtung eingebaut. Davor gibt es eine Tür, drüber eine Lampe. Und der Baumstumpf wurde oben auf beiden Seiten abgeschrägt und bekam zusätzlich ein kleines Dach. Fertig ist die "Little Tree Library". Hinzu kommen diverse kleine Holzbücher, die über der Tür angebracht wurden. Ferner die Steinplatten, die erst den Zugang ermöglichen.

Das basiert auf der "Little Free Library":

https://littlefreelibrary.org/

Ein Programm, das in 88 Ländern existiert und über 75.000 registrierte Little Free Libraries kennt. Das sind kleine Boxen, mit einer Tür zum Aufklappen. Es werden Bücher eingestellt, die man sich ausleihen oder durch andere Bücher ergänzen kann.

Man kann solche Boxen auf der Website kaufen. Das sind gewissermaßen überdimensionale Vogelhäuser, die auf Pfosten aufgestellt werden.

Oder man baut sich eine eigene Lösung, wie das die Familie in Idaho getan hat.

Die lokale Newsstation KREM hatte ein kleines Video dazu gedreht.

https://www.facebook.com/TaylorViydoKREM/videos/295084731359177/

Unter

https://littlefreelibrary.org/ourmap/

kann man suchen, wo es überall solche Little Free Libraries gibt. In Deutschland gibt es ein paar wenige. Eine Suche nach UK listet in Großbritannien nur sehr wenige, in der Ukraine dagegen eine ganze Reihe von Standorten.

Population Mountains - 3D Data Visualization - Global Density as Detailed Population Mountains - 3D-Datenvisualisierung - Bevölkerungsdichte als Berg dargestellt - von Matt Daniels

07.01.2019 23:42:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in Europa oder in den USA lebt: Da kann es manchmal durchaus schwer fallen, sich vorzustellen, wie es in anderen Gegenden der Welt zugeht.

Ein Thema, bei dem das besonders deutlich wird: Wieviele Personen leben eigentlich anderswo?

Matt Daniels hat deshalb das Projekt "Human Terrain" entwickelt. Das beruht darauf, daß er die Daten zu Bevölkerungszahlen an bestimmten Orten so visualisiert, daß dort farbige Säulen gesetzt werden. Je mehr Säulen es gibt und je höher diese sind, umso mehr Personen leben dort. Das Ergebnis sind "Population Mountains":
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Human Terrain, 3D Data Visualizations That Measure Global Density as Detailed Population Mountains

https://laughingsquid.com/human-terrain-global-density-as-population-mountains/

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> What stands out is each city’s form, a unique mountain that might be like the steep peaks of lower Manhattan or the sprawling hills of suburban Atlanta. When I first saw a city in 3D, I had a feel for its population size that I had never experienced before. …The 3D view left me with a better understanding of the world’s center of “human” mass, especially the weight of Africa and Asia.

Jede Stadt formt ihren individuellen Berg. In Lower Manhattan gibt es scharfe Spitzen. In Atlanta sind das eher ausgedehnte Hügel. Als er das Ergebnis seiner eigenen Arbeiten zum ersten Mal sah, bekam er ein Gefühl für die Populationsdichte, das er davor nie hatte. Bis hin zur Verteilung der Weltbevölkerung, insbesondere auf Afrika und Asien.

Die eigentliche Seite:

Population Mountains

https://pudding.cool/2018/12/3d-cities-story/index.html

Boston, New York mit etwa 18 Millionen, Philadelphia und Washington D.C. Dazwischen sehr viel freie Fläche. Im 3D-Bild (auf der Seite herunterscrollen) sieht man aber, daß in New York deutlich mehr Personen leben als in den anderen Städten. Erst recht wird das deutlich, wenn man sich ein Modell der ganzen Welt ansieht.

Da sind Indien und China sehr dicht besiedelt. In Afrika und Amerika gibt es fast nur an den Küsten große Zentren.

Seine Einsicht aus der US-Perspektive:

> From my perspective (albeit a US-centric one), it was eye-opening to see how the world’s population is so unevenly distributed. For example, compare the West Coast of the United States to Java, an island in Indonesia (home to 140 million people).

In den USA gibt es San Francisco im Norden, Los Angeles und San Diego. Auf Java gibt es große Zentren in Jakarta und Bandung.

Das weltweite Wachstum:

> In 1993, there were 14 cities with over 10 million people. Today, 20 additional cities qualify (and another 11 will by 2030), with many sprouting from farmland in our lifetimes.

1993 gab es 14 Städte mit mehr als 10 Millionen Mensche. Inzwischen gibt es 20 weitere, 11 weitere werden bis 2030 dazu kommen. Mir fällt da nur der lokale Bezug ein. Berlin hat inzwischen 3,6 - 3,7 Millionen, dürfte bis 2030 maximal auf 4 - 4,5 Millionen kommen. Aber das Umland ist dünn besiedelt, von 10 Millionen ist das weit entfernt.

Dann kann man diverse Städte in verschiedenen Größen sehen. Paris mit 10,9 Millionen ist deutlich spitzer als das eher flächige London (9 Millionen). Die 5,7 Millionen in Singapur sind dagegen allerdings "Wolkenkratzer".

Ganz anders dagegen das Bild in KINSHASA, DRC (13.1M people):

> Since 2001, Kinshasa has grown from the 38th to 23rd largest city in the world. One of the biggest challenges facing this city is transportation: getting to Kinshasa is difficult, and you can see this in the population data.

Kinshasa ist ein isolierter Berg. Ganz anders ist die Situation in Lagos:

> LAGOS, NIGERIA (13M people)— Compared to Kinshasa and Luanda, Lagos is surrounded by cities and development (Nigeria is the most populous country in Africa). The city is predicted to be the largest in the world by 2100 (estimated to reach over 100 million people).

Da gibt es drumherum diverse weitere große Städte.

Aber das ist alles nichts gegenüber den Bevölkerungsdichten in Indien - etwa Bengaluru, das als Silicon Valley von Indien gilt.

Oder die Gegend des Pearl River Deltas:

> PEARL RIVER DELTA, CHINA (50M-100M people)— This is actually three cities: Hong Kong (7.4 million people), Shenzhen (11.9 million), Guangzhou (12.6 million).

Das ist eine Mega-Region, in der etwa ähnlich viele Personen wie in ganz Großbritannien leben. Oder vergleichbar mit der Ostküste der USA - Boston, NYC, Philadelphia, Baltimore, and DC.

Wer selbst zoomen möchte: Unter

https://pudding.cool/2018/10/city_3d/

gibt es die Karte direkt.

Wenn man sich nach Deutschland durchzoomt, dann ist ganz Deutschland Flachland. In Polen gibt es dagegen gleich im Westen deutlich höhere Population Mountains.

Wobei ich da allerdings grade ein paar Daten überprüft habe. Da werden Kleinstädte wie Dębno (~~14.000 Einwohner) als Berge dargestellt. Lipiany hat laut Wikipedia etwa 5000 Einwohner.

Wenn man mit der Karte etwas rumspielt: Dann denkt man bei Australien erst an einen Fehler. Aber da gibt es so wenige Personen, daß es kaum "Berge" gibt.

Timber clad Polish Kindergarten - Kids can play on the green roof - holzverkleideter Kindergarten mit riesiger Spielfläche auf dem Dach - von Biuro Toprojekt

06.01.2019 23:56:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Von unten her sieht der neue Kindergarten im polnischen Żory schick aus. Eine Außenwand aus lauter senkrecht angebrachten dunklen Holzelementen. Man könnte auch an eine einstöckige Firmenzentrale denken.

Aber das "Geheimnis" des Gebäudes erschließt sich nicht vom Blick von der Straße her. Innen gibt es verschiedenste Zimmer. Aber zusätzlich kann man - bevor man das Gebäude betritt -, gleich links die Holztreppe nutzen. Und kommt damit auf das Dach, das praktisch komplett als zweite Ebene für die Kinder zur Verfügung steht.

Ferner gibt es ein Atrium, einen kleinen rechteckigen Innenhof, der im Flachdach ausgespart ist. Von dem führt eine zweite lange Holztreppe nach oben. Auf dem Dach gibt es eine große Holzfläche, die zwei Kreise und den dazwischenliegenden Innenhof einschließt. In beiden Kreisen soll wohl später Gras wachsen. Ebenso in den Bereichen außerhalb der Holzfläche.
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Timber-clad Polish kindergarten encourages kids to play on the green roof

https://inhabitat.com/timber-clad-polish-kindergarten-encourages-kids-to-play-on-the-green-roof/

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Das Gebäude wurde schon 2017 fertiggestellt und hat inzwischen diverse Preise bekommen. U.a. eine Nominierung für den European Union Prize for Contemporary Architecture – Mies van der Rohe Award 2019.

Drumherum gibt es sehr viele Einfamilienhäuser. Das Grundstück ist dreieckig, nebenan gibt es eine Schule. Erst wurde an eine zweistöckige Lösung gedacht, dann wäre außerhalb nur relativ wenig Platz zum Spielen übriggeblieben. Stattdessen paßte sich das Gebäude an den freien, dreieckigen Platz an. Und:

> “Instead, we decided to have a one-story building with rounded corners, which filled almost all of the possible surface, and for the outdoor play, we designed a large roof terrace.”

Das Gebäude füllt nun das meiste des vorhandenen Platzes aus. Und schafft mit der Dachebene eine fast ebenso große Fläche zum Spielen für die Kinder.

Durch das Atrium kommt Tageslicht in das Innere hinein, außerdem ist das ein Stück “piece of the outside world”, wenn Regen oder Schnee dort hinunterfällt.

Die Seite der Architekten:

KINDERGARTEN / 2017

http://www.toprojekt.com/en/projekty/przedszkole-zory-kleszczowka/

Da gibt es gleich oben eine Luftaufnahme, die das gesamte Gelände zeigt. Die Schule dürfte 2/3 bis 3/4 des gesamten Grundstücks belegen. Wenn man sich auf dem verbleibenden Dreieck ein zweistöckiges Gebäude vorstellt, dann bliebe nur noch ein kleiner Außenbereich übrig. So können die Kinder "sich selbst aufs Dach steigen" und haben damit - bei einigermaßen ordentlichem Wetter - doppelt so viel Platz zur Verfügung.

Mountain house in mist - Countryside book house in Liangjiashan - leuchtende Bibliothek aus Holz für ein Bergdorf in China - von Shulin Architectural Design

05.01.2019 23:57:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

Liangjiashan, ein Bergdorf in China. Gut versteckt, Liangjiashan Village, Liucheng Town, Wuyi, Jinhua, Zhejiang wird als Ort genannt. Selbst Google Maps findet nur vage Hinweise.

Lauter schlichte, kleine und wahrscheinlich auch sehr alte Häuser. Aus gestampftem Lehm hergestellt. Dazwischen ein Haus, das wie eine "Erleuchtung" wirkt. Spätestens dann, wenn das - wohl mit einer Drohne oder vom benachbarten Hügel aus - am Morgen oder Abend photographiert wird.

Da sieht man, daß das Haus auf Stelzen steht. Und daß das ganze Haus leuchtet.

Der Grund: Das ist ein Bücherhaus für Jung und alt, dessen Wände aus Holzrahmen bestehen. Dazwischen lauter Scheiben mit senkrechten Linien. Ergebnis: Man kann von drinnen nach draußen sehen. Aber es bleibt eben unscharf. Gleichzeitig leuchtet das Haus von innen heraus.

Deshalb auch der Name des Hauses: Mountain house in mist (Nebel).
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suspended wooden book house is clad in translucent panels by shulin architectural design

https://www.designboom.com/architecture/suspended-wooden-book-house-shulin-architectural-design-12-18-2018/

Bei Archdaily gibt es keinen Text, dafür deutlich mehr Bilder und Zeichnungen.

Mountain House in Mist / Shulin Architectural Design

https://www.archdaily.com/907416/mountain-house-in-mist-shulin-architectural-design

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Durch die Stelzen wirkt das Haus einerseits fast wie ein Ufo. Andererseits gibt es für die 10 Holzstelzen einen sehr praktischen Grund, den man bei Archdaily relativ weit hinten findet.

Für das Haus gibt es eine Ebene. Das nächste Haus ist bereits eine Ebene tiefer. Aber hätte man das Haus ebenerdig gebaut, dann würde Haus mit der Dachkante an die nächste Ebene anstoßen, so daß es zur dortigen "Brücke" keine Verbindung gäbe. Dort befindet sich ein Spielplatz für Kinder.

So wurde das Haus auf Stelzen gesetzt. Zum Hang hin gibt es damit einen ebenerdigen Zugang. Über eine Treppe am Haus kommt man zur zusätzlichen Zone "unterhalb" des angehobenen Hauses. Dort ergibt sich ein kleiner Innenhof. In der Mitte ein Miniteich, über dem das Gebäude eine bis zum Dach durchgehende Öffnung hat. So daß das Gebäude selbst in zwei Bereiche aufgeteilt wird. Eine kleinere und eine größere Seite. Durch die beiden Bereiche am Rand kommt man von einer zur anderen Seite (Bild 43 bei Archdaily).

Verblüffend ist, wie unterschiedlich das Haus von verschiedenen Blickrichtungen her wirkt. Vom Hang / Spielplatz her betrachtet wirkt das Haus wie ebenerdig. Eine kleine Hecke verbirgt den Blick auf die Pfeiler.

Von einem Standpunkt unterhalb erhebt sich das Haus wie ein Ufo.

Lead Architect Liu Dongying:

> ‘the setting of the patio looks like it is waiting for a certain time – for the sun to cast in a beautiful shadow, for the rain to drip ripples, or for the breeze to blow in,’

> ‘at those moments, the patio is set as special space waiting for its significance of being created. the essence of rural architecture as I understand is a state in which people and space, people and nature, and people and time coexist harmoniously. this patio, makes it happen by including sunlight, rain and air into the interior space.’

Das Setting des Innenhofes wirkt, als ob er auf etwas warten würde: Auf die Sonne, die Schatten produziert, auf den Regen, der von oben die kleine Wasserfläche auffüllt. Oder auf eine Brise, die durchfegt.

Der Innenhof wartet auf seine Bedeutung, die ihm zukommen wird.

New York City bans polystryrene foam and packing peanuts - New York verbannt Styroporteller und Verpackungen ebenso wie Styroporschnitzel ab 2019

04.01.2019 23:52:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

In deutschen Zeitungen habe ich noch gar nichts davon gelesen. Dafür klagt bsp. Berlin gerne über den Müll, der von Einwegkaffeebechern produziert wird und sucht noch nach Lösungen.

New York City ist da einen Schritt weiter. Mit dem neuen Jahr sind Styroporteller, Verpackungen für Lebensmittel aus Styropor und die "packing peanuts" untersagt.
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New York City bans polystyrene foam starting January 1

https://inhabitat.com/new-york-city-bans-polystyrene-foam-staring-january-1/

Der Beitrag, auf den die Meldung zurückgeht:

Polystyrene Foam Containers Out in Nation's Largest City

https://www.nrdc.org/experts/eric-goldstein/polystyrene-foam-cups-clamshells-and-packing-peanuts-are

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Das geht auf einen Beschluß von 2013 zurück.

> Back in 2013, the City Council authorized the statute that states NYC restaurants, food vendors and stores can’t possess, sell or offer polystyrene foam containers for food and beverages.

Das betrifft Restaurant, Essensdienste und Läden, die auch keine Styroporcontainer zum Warm- oder Kalthalten einsetzen dürfen.

Ferner wurde der Bann auf Styroporschnitzel erweitert. Das sind diese kleinen Styroporteile, die für Verpackungen verwendet werden, bei denen Leerraum mit Styroporschnitzeln gefüllt wird. Der zweite Link oben enthält Beispielphotos.

Es gibt noch eine Übergangszeit bis Ende Juni. Ab dann sind 250 Dollar für das erstmalige Ertapptwerden fällig.

Diverse Essenszulieferer haben solche Verpackungen bereits aussortiert und Kaffeebecher, Styroporteller und aufklappbare Behälter durch andere Gegenstände ersetzt.

> Such substitutes include products made of compostable paper, aluminum, corn or sugarcane, or other, more easily recycled plastics, in addition of course to reusable containers.

Diese sind teils aus kompostierbarem Papier, Aluminium oder Mais als Rohstoff. Oder aus Kunststoff, der besser recycelt werden kann.

Ein Problem bsp. bei den Styropor-Kaffeebechern ist, daß diese in sehr kleine Teile zerbröseln. Das nun in großen Mengen Straßen und Parks verunreinigt. Und von dort in die Kanalisation und ins Wasser wandert. Gleichzeitig sind sie mehr als hundert Jahre haltbar. Ferner verunreinigen sie oft gesammeltes Plastik, das - ohne diese Verunreinigung - noch weiterverwertet werden könnte.

Die Kosten für Ersatzlösungen liegen oft nur ein oder zwei Penny drüber.

Die Regelung wurde sowohl von der Bloomberg- als auch von der folgenden De Blasio-Administration unterstützt.

Ornament Now: Cake Vases - Swedish spit cake technique used to create unique ceramic vases - Erika Emeren nutzt schwedische Technik der Kuchenherstellung zur Herstellung individueller Keramikvasen

03.01.2019 23:54:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Keramikvasen denkt man normalerweise an "feste, glatte Gegenstände", nicht unbedingt an Techniken, die in der Küche zur Herstellung von Kuchen verwendet werden. Erika Emeren von der Design Academy Eindhoven hat aber diese beiden Bereiche zusammengebracht.

Und damit Cake Vases, Kuchen-Vasen aus Keramik erschaffen, von denen jede einzelne individuell ist.
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Erika Emeren uses Swedish spit-cake technique to create decorative vases

https://www.dezeen.com/2018/12/31/erika-emeren-spit-cake-vases-design/

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Ein Video

Erika Emeren uses spit-cake technique to create decorative vases

https://www.youtube.com/watch?v=v3kXPvMmuR8

zeigt die Technik, die mit "gewissen Seiteneffekten" einhergeht:

Ein Pappzylinder mit einem Holzblock drin ist waagerecht so befestigt, daß er auf der einen Seite drehbar gelagert ist und auf der anderen Seite von einem Bohrer langsam angetrieben wird. Über den Pappzylinder ist eine Schicht Zeitung geklebt, dahinter ein Heizgerät.

Wenn Heizung und Bohrer laufen, wird relativ dickflüssige Keramik auf den rotierenden Pappzylinder gespritzt. So daß das Rotieren für eine gleichmäßige Verteilung sorgt und sich nach diversen Runden ein Zylinder ergibt. Dessen Struktur aus dicken und dünnen Teilen erinnert komplexe Pflanzen oder Wurzelgeflechte.

> Cake Vases are created by applying slip clay to a rotating cylinder of papier-mâché using a piping bag, similar to those used in pastry making and cake decorating.

Genutzt wird dazu eine Art Spritzbeutel, wie man ihn auch verwendet, um Kuchen zu dekorieren.

Das Ergebnis benötigt noch einen Boden und wird anschließend gebrannt. Die Folge: Jede Vase ist völlig individuell.

In Schweden scheint es dazu ein besonderes Gebäck zu geben:

> The production method is based on the tradition of making Spettekaka, which translates as spit-cake, a traditional confection from Emeren's homeland of Sweden.

> The cake is made by baking batter around a dowel used for spinning. A similar technique can also be found in traditional cakes in other European countries like France and Poland.

Laut Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Spettekaka ) besteht der Teig aus Eiern, Kartoffelstärke und Zucker. Ähnlich wie bei der Baumkuchenherstellung läßt man das auf einen rotierenden Holzspieß vor einem offenen Feuer laufen.

Emeren hatte die Technik am European Ceramic Workcentre in Oisterwijk entwickelt.

> "There is this notion that folk art is supposed to be regional, but in the world of food, we can see how it has often worked as a cultural exchange".

Volkskunst würde man normalerweise mit einem regionalen Bezug verbinden. Aber in der Welt des Essens gibt es einen kulturellen Austausch.

> "In my work I hope to contribute to a language in objects, which extends beyond national borders. Cakes are fun and joyous, it is something meant to be shared."

In ihrer Arbeit will sie eine "Sprache der Objekte" entwickeln, die nationale Grenzen überschreitet. Kuchen sind lustig und fröhlich, es ist etwas, das man teilen könne.

Letsencrypt - kostenlose und automatisierte Zertifikate für Websites - Wachstum im vergangenen Jahr und Ausblick

02.01.2019 23:55:03, Jürgen Auer, keine Kommentare
Statistik zum Anstieg der von Letsencrypt ausgelieferten Zertifikate.

Letsencrypt startete Ende 2015 als CA, also als Certificate Authority mit der Möglichkeit, kostenlose und automatisiert beantragbare Zertifikate zu erhalten.

Damals war noch weniger als die Hälfte des Webtraffics verschlüsselt. Ganz zu schweigen von 2008 oder noch früher. Da gab es Zertifikate nur für ausgewählte Websites, weil auf einer IP-Adresse nur ein Zertifikat installiert werden konnte. Damit war Verschlüsselung als Massennutzung undenkbar, da sich bei Massenhostern viele Websites eine IP-Nummer teilten.

2013 führten die Snowden-Enthüllungen zu einem Umdenken. Die Gründung von Letsencrypt war eine Folge davon.

Zum Jahreswechsel gab es einen Blogbeitrag. U.a. mit einer neuen Statistik und einem Ausblick auf 2019.
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Looking Forward to 2019

https://letsencrypt.org/2018/12/31/looking-forward-to-2019.html

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Die 50 % - Schwelle des verschlüsselten Traffics ist schon eine Weile geknackt.

> Most importantly though, the Web went from 67% encrypted page loads to 77% in 2018, according to statistics from Mozilla. This is an incredible rate of change!

Im letzten Jahr ging das um weitere 10 % auf nun 77 % hoch. So Daten von Mozilla.

Die oben sichtbare Statistik zeigt das Wachstum bei der Zahl von Letsencrypt-Zertifikaten.

Etwa 46 Millionen Domains (eine Ebene unterhalb der Top Level Domains) sind aktiv. Das ist die unterste Linie. Etwa 87 Millionen aktive Zertifikate gibt es. Diese decken etwa 152 Millionen vollqualifizierte Domainnamen ab.

Ein Zertifikat kann einen oder mehrere Domainnamen enthalten. Wer bsp. ein Zertifikat für seine Website example.com mit zwei Domainnamen example.com und www.example.com erstellt, der taucht in dieser Statistik mit einer Domain, einem aktiven Zertifikat und zwei vollqualifizierten Domainnamen auf. Wer zusätzlich Namen wie mail.example.com und blog.example.com in sein Zertifikat aufnimmt, hat 4 vollqualifizierte Domainnamen.

2018 kamen bei Letsencrypt ab Mitte März Wildcard-Zertifikate hinzu. So eines nutze ich auch seit Mitte Juli auf server-daten.de, so daß auch der hiesige Blog darüber gesichert ist.

Wesentlich dabei ist, daß sich der gesamte Prozess von der Beantragung des Zertifikats und Überprüfung der Domain-Inhaberschaft bis hin zum Download des Zertifikats über das ACME - Protokoll (Automatic Certificate Management Environment) automatisieren läßt. Die Version 1 wurde von Letsencrypt entwickelt. Zur Version 2 wurde ein Standardisierungsverfahren als RFC gestartet.

Die Statistiken gibt es auf der Seite

https://letsencrypt.org/stats/

Letsencrypt-Zertifikate sind 90 Tage gültig. Inzwischen werden im Schnitt knapp eine Million Zertifikate pro Tag ausgeliefert. Das sind etwa elf Zertifikate pro Sekunde.

Für 2019 ist ein wesentliches neues Feature angekündigt: Die Überprüfung der Domaininhaberschaft von verschiedenen Standorten:

> The feature we’re most excited about is multi-perspective validation. Currently, when a subscriber requests a certificate, we validate domain control from a single network perspective. This is standard practice for CAs.

Das ist zwar Standard. Meine käuflich erworbenen Zertifikate hatte ich immer per Klick auf einen Link in einer Mail bestätigt, da ist die http-Domainvalidierung (spezielle Datei in einem Verzeichnis) oder die dns-Domainvalidierung (ein spezieller DNS-Eintrag) deutlich sicherer. Aber:

> If an attacker along the network path for the validation check can interfere with traffic they can potentially cause certificates to be issued that should not be issued.

Es gibt das sogenannte BGP Hijacking. BGP ist die Abkürzung für das sehr elementare "Border Gateway Protocol", das als Routing-Protokoll dafür sorgt, daß Browser zu Servern finden und die Daten wieder zurückgeschickt werden. Das Protokoll kennt keine internen Absicherungen, so daß Traffic umgeleitet werden kann. Das kann beim Erstellen von Zertifikaten dazu führen, daß ein Nichtberechtigter ein Zertifikat beantragt und es ihm gelingt, den Prüftraffic von Letsencrypt auf seinen eigenen Server umzuleiten.

Die Lösung, die Letsencrypt anstrebt:

> The solution we intend to deploy in 2019 is multi-perspective validation, in which we will check from multiple network perspectives (distinct Autonomous Systems). This means that potential BGP hijackers would need to hijack multiple routes at the same time in order to pull off a successful attack, which is significantly more difficult than hijacking a single route.

Eine Überprüfung von verschiedenen Standorten. Eine Route mag ein Angreifer noch kontrollieren und umleiten können. Wenn die Überprüfung über verschiedene Wege läuft, wird das deutlich schwieriger.

Ferner soll es ein eigenes Certificate Transparency Log geben. Das ist ein Append-Only-Log, bei dem Daten nur angehängt werden können. Zertifikatsanbieter sollen jedes ausgestellte Zertifikat in mindestens zwei dieser Logs protokollieren, so daß fehlerhafte Zertifikatsausstellungen zumindest rückblickend gefunden werden können. Allerdings gibt es nur relativ wenige CT-Protokolle. Die Anforderungen dafür sind gewaltig.

Schließlich sollen die schon für 2018 angekündigten ECDSA-Rootzertifikate kommen. Ich bin mit den hiesigen Zertifikaten im Oktober auf ECDSA (statt RSA) umgestiegen. Die Zertifikate sind - bei gleicher Sicherheit - deutlich kleiner.

Crown Shyness - Trees avoid touching - Bäume, deren Kronen Abstand halten, so dass sich von unten her zellenartige Muster ergeben

01.01.2019 23:57:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Phänomen ist - eigentlich - schon seit langem bekannt. Forscher beschäftigen sich schon etwa seit 100 Jahren damit, Leuten auf dem Land wird das mit Sicherheit schon weitaus länger bekannt gewesen sein. An mir ist das bis jetzt vorübergegangen, obwohl ich eigentlich in einer ländlichen Gegend aufgewachsen bin und auch oft genug im Wald war.

Stehen diverse Bäume bestimmter Arten nebeneinander, dann sind die Kronen nicht miteinander "verfilzt". Sondern halten brav Abstand zueinander, so daß sich größere Lücken ergeben.

Der englische Begriff "Crown Shyness" - Kronenschüchternheit - drückt das treffend aus.

Grade bei mir aus dem Fenster gesehen: Hier gibt es genau das Gegenteil. Sehr hohe Bäume, die ineinander ragen. Auch von diversen Wegen in Berlin kenne ich das. Links gibt es Bäume, rechts gibt es Bäume. Und die Kronen kommen sich oben so nahe, daß bsp. Eichhörnchen problemlos von einer Seite zur anderen gelangen können. Also exakt das Gegenteil einer Crown Shyness.

Umso faszinierender wirken die Bilder in dem folgenden Beitrag, die aus verschiedensten Quellen zusammengetragen wurden.
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Stunning Examples Of “Crown Shyness”, A Phenomenon Where Trees Avoid Touching

https://designyoutrust.com/2018/12/stunning-examples-of-crown-shyness-a-phenomenon-where-trees-avoid-touching/

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Beobachtet wird das mindestens beim Eukalytus und bei der Sitka-Fichte. Über die Gründe wird eher spekuliert.

Es könnte sein, daß dies eine erfolgreiche Abwehr gegen Schädlinge ist. Die so nicht von einer Baumkrone zur nächsten wandern können. Oder daß es eine Maßnahme ist, daß nicht um Licht konkurriert wird.

Eine andere These vermutet, daß sich die Äste bei Wind berühren. Und daß diese Berührungen dazu führen, daß die Äste das Wachstum einstellen.

Da gibt es eine Arbeit von 2015 dazu:

Mechanical abrasion, and not competition for light, is the dominant canopy interaction in a temperate mixed forest

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378112715001486

Da wurde über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren ein älterer Mischwald beobachtet. Der aus vier Baumarten besteht:

Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Carpinus betulus, Tilia cordata - Rotbuchen, Eschen, Hainbuchen und Winterlinden.

Lediglich bei der Esche schien es einen Zusammenhang zum Licht zu geben. Bei den anderen waren mehr als 50 % der Astverkürzungen auf Abbrüche zurückzuführen. Also auf irgendeine Variante einer "mechanical interaction".

> Crown shyness was highest in the Fagus–Fraxinus neighbourhood (average minimum distance: 1.0 m), intermediate in Carpinus–Fagus pairs (0.6 m), and low in Fagus–Fagus (0.2 m) and Fagus–Tilia pairs (0 m; direct contact).

Interaktionen seien meist asymmetrisch gewesen und hingen von der Art ab.

Die meisten Photos in dem obigen Artikel scheinen dagegen Bäume von jeweils einer Art zu zeigen.

Winter's Magic - Ice Crystals in bubbles - Seifenblasen im Winter die zu Eis werden und platzen - ein Makrofilm von Don Komarechka

31.12.2018 23:53:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Es ist Winter auf der Nordhalbkugel der Erde. Hier in Berlin zwar noch nicht, aber anderswo kann es schon deutlich kälter sein. Und mit der Kälte gibt es manche Phänomene, die es eben nur in der Kälte gibt. In anderen Gegenden mag es wärmer sein. Aber manche faszinierenden Beobachtungen sind nur dann möglich, wenn die Temperatur hinreichend unter Null liegt.

Eines dieser faszinierenden Beispiele sind Seifenblasen. Im Frühjahr und Sommer sieht man die auch hier in Berlin immer wieder draußen.

Aber wenn man bei strengem Frost eine Seifenblase erzeugt, dann kann man dieser beim Zufrieren zusehen. Bis sie schließlich platzt.

Der kanadische Filmemacher Don Komarechka hat dazu einen "Kurzfilm" gedreht. "Kurzfilm" dürfte aber eher das falsche Wort dafür sein. Denn die Vorbereitungen und die Durchführung dürfte weitaus mehr als nur "kurz" gewesen sein.
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Winter’s Magic: Dramatic Ice Crystals Formed in Ephemeral Spheres

https://www.thisiscolossal.com/2018/12/winters-magic/

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> A simple mixture of corn syrup, dish detergent, and water creates magical winter snow globes when blown into bubbles on snow.

Ich tippe eher, daß das keine "simple Mixtur", sondern ziemlich viel Ausprobieren war. Bis eine geeignete Mischung gefunden war.

In der Seifenblase bewegen sich die Teilchen - und bilden langsam wachsende Kristalle, die schließlich alle noch flüssigen Bereiche ersetzen.

Der Kurzfilm auf YouTube (02:45):

Winter's Magic - a short film by Don Komarechka

https://www.youtube.com/watch?v=mLcmeEL2SYs

Ein Problem beim Filmen:

> Freezing bubbles are a challenging subject to shoot, even more so with video. For the majority of these shots, the camera has a pre-set focus point and a razor-thin depth of field. Not only does the bubble need to be placed in exactly the right spot, but if the diameter of the bubble is too small or too large, the front will not pass through the focal plane and everything will be out of focus. This can be corrected quickly for stills photography, but requires a complete reset for video most of the time.

Die Kamera wird fest montiert und hat eine genaue Tiefenschärfe. Das setzt aber voraus, daß man die Seifenblase exakt an der richtigen Stelle postiert. Wenn der Durchmesser der Seifenblase zu klein oder zu groß ist, paßt die Front nicht in den Aufnahmebereich rein.

Die meisten Abfolgen sind in Real-time dargestellt:

> Most of the single-bubble shots are played out in real time, with a few cuts for dramatic effect. Some of the multiple-bubble sequences are sped up – they freeze more slowly due to their inner walls but hitting the cold outer air, and being filled with my hot breath. Close-up shots are all real time.

Bei den größeren, die aus mehreren Seifenblasen bestehen, wurde der Film teils etwas beschleunigt. Diese frieren relativ langsam zu.

Er schätzt, daß er etwa 400 Versuche in diesem Film komprimiert hat.

Seine Mischung:

> For those curious, my bubble mixture is 6 parts water, 2 parts dish soap and 1 part white corn syrup. The corn syrup is an important ingredient as it allows the bubble to thicken on the bottom and acts as a cushion to prevent the bubble from popping on impact with the snow.

6 Teile Wasser, zwei Teile Spülmittel und ein Teil Corn Syrup (Maissirup). Der Corn Syrup ist besonders wichtig, damit die Seifenblase nicht beim Auftreffen auf den Schnee gleich platzt.

Unter

Snowflake - Gallery

https://skycrystals.ca/snowflake-gallery/

hat er eine ganze Gallerie von Schneeflocken aufgelistet.

Die Website

https://www.donkom.ca/

zeigt seine anderen Arbeiten. U.a. bietet er auch Workshops zur Makrophotographie an.

Velox - creeply wiggly robot can move on land and water - Roboter, der sich kriechend und wackelnd fortbewegt, tauchen kann und auf Schnee und Eis zurecht kommt - Pliant Energy

30.12.2018 23:56:51, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Techniken von Robotern haben sich im ausgehenden Jahr deutlich weiterentwickelt. Es gibt Roboter, die laufen oder hüpfen können. Mit Gelenken, die an Tiere oder Menschen erinnern. Velox orientiert sich eher an Schlangen oder Amphibien.

Die "Kurzbeschreibung":

> four dimensional objects with a hyperbolic geometry that allows the robot to swim like a ray, crawl like a millipede, jet like a squid, and slide like a snake.’

Ein vierdimensionales Objekt mit einer hyperbolischen Geometrie, die es dem Roboter erlaubt, zu schwimmen wie ein Roche, zu kriechen wie ein Tausendfüßler, zu schwimmen wie ein Tintenfisch und zu gleiten wie eine Schlange.
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velox, a creepy wiggly robot that can move on land and water

https://www.designboom.com/technology/velox-amphibious-robot-pliant-energy-12-30-2018/

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Das ist ein "kleiner flacher schwarzer Kasten", der links und rechts so eine Art "festen Gummistreifen" hat. Dieser kann über kleine Hebel aus dem Inneren auf und abbewegt werden. Bei entsprechender Steuerung ergeben sich daraus im Wasser Schwimmbewegungen, die an Rochen erinnern.

Auf Schnee oder Eis können diese beiden Kufen entweder senkrecht gestellt werden, so daß sie in den Schnee einschneiden. Oder sie liegen waagerecht und produzieren Auf-Ab-Wellenbewegungen.

Das Video auf YouTube:

Ice-skating Robot Also Swims

https://www.youtube.com/watch?v=JVq0adTn0_w

Da startet Velox auf dem Eis.

Bei Pliant Energy

https://www.pliantenergy.com/home-1/

werden Vorzüge aufgeführt: Diese wellenförmigen Bewegungen funktionieren in so ziemlich jedem, auch schwierigem Gelände. Das Gerät ist aufgrund seiner Bauweise stabil, es kann nicht umkippen. Die Ideen wurden wohl wesentlich von Amphibien übernommen, die ebenfalls auf "schwierigem Gelände" klarkommen. Und die Risiken sind im Vergleich zu einem Propellerantrieb deutlich geringer.

Drunter werden Anwendungsmöglichkeiten aufgezählt:

- Der Einsatz unter Wasser oder als remote operierendes System, das problemlos vom Land ins Wasser und zurück wechseln kann.

- Als Retter für Personen, die ins Eis eingebrochen sind. Velox kann ein Seil bringen, wenn das Eis keinen Menschen tragen würde.

- Zum Ersatz von Propellerantrieben in Situationen, wo ein Propellerantrieb Probleme bereitet: Etwa in Korallenriffen oder Mangroven.

- Einsatz in Wasser, das mit Trümmern durchsetzt ist. Für ein Gerät mit Propellerantrieb wäre ein Einsatz undenkbar.

Dann folgen Bilder: Eisbär-Beobachtung "auf die Entfernung", freies Schwimmen unter Eis. Einsatz bei der Seenotrettung. Da werden auch schon Drohnen per Luft eingesetzt, aber die dürften bei kräftigem Wind oder Regen Schwierigkeiten bekommen.

Interessant ist auch der Einsatz im flachen Wasser mit vielen Pflanzen. Da werden keine Sedimente aufgewühlt.

Mir fallen da noch ganz andere Einsatzmöglichkeiten ein. Wenn es in einem Gebäude brennt oder qualmt: Da kann man so einen Roboter auf Erkundungstour schicken.

Better to transport Tricycle - tricycle created with recycled plastic - ein Dreirad-Lastenrad aus recyceltem Kunststoff für Mexico City - von Thomas Hoogewerf

29.12.2018 23:49:55, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Transportfahrrad, hergestellt aus recycelten Kunststoffteilen. Bei dem sich einzelne Teile problemlos austauschen und damit ersetzen lassen.

Thomas Hoogewerf, Student an der Design Academy Eindhoven, hat dieses Fahrrad nach einer Zeit in Mexico City entworfen. Die Hauptteile des Fahrrads sind aus recyceltem Kunststoff, verstärkt mit Metallteilen.

Ein Ziel war es, das Dreirad lokal herzustellen. Aus vorhandenen Materialien und zu möglichst günstigen Preisen.

Mexico City ist für seinen hohen Verkehr bekannt. Viele Bewohner verbringen Stunden im Stau. Hoogewerf fiel auf, daß die Stadt zusätzlich sehr viel Plastikmüll produziert. Sein Projekt begann damit, daß er dokumentierte, wo überall Plastik eingesetzt wird.
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Thomas Hoogewerf tackles congestion in Mexico City with recycled plastic tricycle

https://www.dezeen.com/2018/12/27/thomas-hoogewerf-better-to-transport-tricycle-mexico-city-design/

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Ein Problem: Colaflaschen:

> "Plastic is a very good material to use for hygiene, especially for consumption in the streets," explained Hoogewerf. "Mexico is one of the biggest, if not the biggest, Coca Cola consumer in the world, producing a large amount of PET bottles. Landfills in this mega city are growing and no real actions are taking place to solve this issue."

In Mexico wird sehr viel Cola konsumiert.

Er konzentrierte sich darauf, eine Art Open Source - Lösung zu entwickeln. Ein Recyclingprozess, der ein Produkt erzeugt, das für viele erreichbar und nützlich ist.

Die Technik: Plastikabfall wird unter Druck und Hitze gepresst. Dabei können unterschiedlichste Kunststoffe als Ausgangsmaterial verwendet werden.

> "Since plastic waste can become very difficult to wash and separate between varying plastic types, the pressing technique is a very workable method to also accept more hard-to-handle plastics," he said.

Plastikmüll zu reinigen und in verschiedene Typen aufzuteilen sei schwierig. Das Pressen sei einfacher und kann unterschiedlichste Typen verarbeiten.

Die Designs und die Hinweise zur Herstellung sind in einem Wiki online zugänglich.

Auf seiner Website

Better to transport

http://thomashoogewerf.nl/projects/BTT-bike.html

gibt es das Wiki als Unterseite:

http://thomashoogewerf.nl/PlasticProductions/index.php?title=Main_Page

Da finden sich auch einige Hinweise, wie das mit dem Pressen funktionieren könnte.

Dock Inn - 64 guest rooms using repurposed shipping containers - in Warnemünde eröffnet Deutschlands erstes Hostel basierend auf Schiffscontainern - von Holzer Kobler Architekturen und Kinzo Architekten

28.12.2018 23:54:48, Jürgen Auer, keine Kommentare

Oh, da staune ich nicht schlecht. In Südafrika, in Venezuela. Und nun auch in Warnemünde in Deutschland. Dort wurde das Dock Inn eröffnet. Das bietet 64 Zimmer - die aus ehemaligen Schiffscontainern bestehen.

Mindestens vier Ebenen stehen übereinander. Davon mindestens 13 nebeneinander, so daß die 4 Ebenen auch die Maximalhöhe sein könnten.

Ferner gibt es mindestens ein Hauptgebäude, das einen eigenen Kern zu haben scheint.
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Harbor town in Germany unveils urban-chic hostel made out of repurposed shipping containers

https://inhabitat.com/harbor-town-in-germany-unveils-urban-chic-hostel-made-out-of-repurposed-shipping-containers/

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Das Hostel befindet sich am Hafen in Warnemünde. Das ist natürlich die passende Umgebung.

Es gibt 64 Zimmer = 64 Schiffscontainer mit 188 Betten. Die meisten mit Ausblick über den Hafen. Es gibt unterschiedliche Größenordnungen. Container, die eher privat sind und Container mit bis zu 8 Betten.

Ferner gibt es eine ganze Menge Räume drumherum:

> The hostel also has a number of social areas such as a large lounge, computer room, galley kitchen, on-site restaurant and even a spa on the rooftop level.

Eine große Lounge, ein Computerraum, eine Küche, ein Restaurant und ein Spa. Dafür wurden diverse recycelte Materialien genutzt, etwa Holz von alten Paletten.

Merkwürdigerweise findet sich bei http://holzerkobler.com/de gar nichts.

Dafür bei Kinzo Architekten:

Container-hostel

https://kinzo-berlin.de/en/work/container-hostel-in-warnemuende/

Demnach ist das Hostel schon 2017 fertiggestellt worden. Jeder der Container hat ein Maß von 12 x 2.5 m.

Auf der Hotelseite

Dock Inn

https://www.dock-inn.de/

gibt es u.a. Pläne, wie die verschiedenen Zimmertypen aussehen. Teils sind auch zwei Container zu einem Zimmer zusammengebaut. Das sind dann 50 Quadratmeter Platz.

Kirie Octopus created from a single piece of paper - cut picture, die japanische Kunst, aus einem Blatt Papier Teile herauszuschneiden - ein Oktopus von Masayo Fukuda

27.12.2018 23:54:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Als Programmierer bin ich es ja - eigentlich - gewohnt, daß mit der Zeit sehr große und komplexe Gebilde entstehen. An denen immer wieder weitergebaut und damit die Komplexität erhöht wird. Aber: Beim Programmieren macht man ständig Fehler. Und die kann man auch ständig korrigieren.

Ganz anders sieht das bei bestimmten Kulturtechniken aus, bei dem solche Korrekturmöglichkeiten gerade nicht existieren.

Das Ergebnis ist dann etwas, das man zwar sieht. Aber nicht wirklich versteht, wie das möglich sein soll.

Das gilt bsp. für die japanische Kunst des Kirie (切り絵, literally ‘cut picture’). Da werden aus einem Blatt Papier "einfach" einige Stücke herausgeschnitten.

Das Ergebnis: Ein großer Oktopus, der dreidimensional wirkt. Aber in Wirklichkeit aus einem einzigen Stück Papier entstanden ist.
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Kirie Octopus Cut From a Single Piece of Paper by Masayo Fukuda

http://www.spoon-tamago.com/2018/12/27/kirie-octopus-masayo-fukuda/

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Diese Technik des paper-cuttings gibt es weltweit. Die japanische Variante reicht allerdings weit in die Vergangenheit zurück.

Die übliche Form besteht darin, aus einem weißen Papierblatt Teile herauszuschneiden und das Ergebnis auf einen dunklen Hintergrund zu legen.

Masayo Fukuda hat seit 25 Jahren Erfahrung darin.

Das Verblüffende bei diesem Oktopus besteht darin, daß er so wirkt, als seien das verschiedene Papierbahnen, die übereinander liegen würden. Tatsächlich ist es aber "nur" ein einziges Stück Papier.

Ein Blogbeitrag von ihr

再投稿します。10/5切り絵制作日記(ツイッターの呟き)タコをモチーフ(デザイン)とした図案〜下描き完成まで〜

https://www.kirie-masayo.com/entry/2018/12/27/202943

zeigt diverse Einzelschritte, wie sich das aus ersten Linien heraus entwickelt.

Auf Twitter

https://twitter.com/kiriken16/status/1078062563718393856

gibt es dieses Bild ebenfalls.

Sripayong - thai restaurant with floating charred wood lamellae - Familienrestaurant in Chiang Mai nutzt einen Rahmen von schwarzen Holzlamellen als Schattenspender und Durchblick - von Sher Maker in Thailand

26.12.2018 23:53:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Familienrestaurant in Chiang Mai, Thailand. Das Geschäft sollte von der bisherigen Generation auf die nächste Generation übergehen. Aufbruch und Kontinuität sollten in einem neuen "Gebäude" zum Ausdruck kommen.

Aber die bestehende Küche sollte natürlich weiterverwendet werden. Und Thailand liegt in den Tropen. Damit werden an ein Gebäude ganz andere Herausforderungen gestellt. Kalte Winter gibt es dort nicht. Dafür kann es sehr warm, schwül und feucht werden.

Die Architekten von Sher Maker entwickelten eine Lösung, die bsp. hier in Deutschland völlig undenkbar wäre.

Die eigentliche Konstruktion besteht aus einem Stahlgerüst, das fest in der Bodenplatte verankert ist. Der Boden ist teils glatt, teils mit großen Fliesen belegt. Das ebenfalls schwarz gestrichene Stahlgerüst trägt einerseits das Dach, andererseits die Holzlamellen.

Umrahmt wird das gesamte Gebäude von einem Gitter aus senkrechten schwarzen Holzlamellen. Grob geschätzt sind die Holzlamellen immer ungefähr genauso breit wie die sich anschließenden freien Abstände. Ferner gehen die Holzlamellen nicht bis zum Boden. Sondern enden vielleicht 15 oder 25 Zentimeter vor dem Boden. So daß ein deutlicher Spalt frei bleibt.

Die Wirkung: Einerseits ist das Innere des Restaurants klar abgetrennt. Andererseits kann man von innen gut nach außen durchsehen. Die Lamellen sorgen für eine Reduktion der Sonneneinstrahlung. Und lassen gleichzeitig Luft durch.
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the boundaries of this thai restaurant are defined by floating charred wood lamellae

https://www.designboom.com/architecture/sher-maker-sripayong-boundaries-thai-restaurant-charred-wood-lamellae-12-26-2018/

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> walls need to be the restaurant’s boundary, but they have to make the visitors comfortable’

so die Architekten. An der Restaurantgrenze war etwas notwendig, aber diese "reduzierten Wände" machen es für die Besucher angenehmer.

Auf der Seite von Sher Maker:

https://www.shermaker.com/copy-of-the-localist

findet sich unten ein Hinweis:

> The original area of ​​the restaurant is a non-regularity of structure system. With a relatively exposed open field and vast space. Many function mix together without nice management planning.

Demnach war das ein sehr offener und groß wirkender Bereich. Eine Mischung aus verschiedenen Funktionen, ohne eine richtige Planung. Die erste Idee bestand darin, ein neues Gebäude zu bauen, das an die vorhandene Küche anschließen sollte. Und das die Größe des Restaurants durch neue Grenzen deutlich macht.

> We design boundary system to use the elements of the battens wall were lift up floating above the ground. This wall use for limit the point of view and filter sunlight. ,But in the meantime, building users can still see through out from inside.

Aber dann wurde als "Grenzsystem" eine solche Lamellenwand entwickelt, die nicht auf dem Boden beginnt, sondern über diesem schwebt. Das reduziert Einblicke von außen nach innen und reduziert die Sonneneinstrahlung.

> Dark colors choose for create a shading gradient level of light and shadow from outside to inside. To solve the problem of glare light from the external concrete floor. And make inside shady and cool.

Die dunklen Farben wurden gewählt, weil das für Schatten sorgt. Und weil wohl ein Betonboden sonst für Reflexionen gesorgt hätte. Damit ist es im Innern schattig und kühl.

Das Holz ist einfaches, gebeiztes Holz, das zu normalen Marktpreisen erhältlich war.

> We want to save cost for the owner and we want to mix just basic material and simple idea to be a new interested building.

Die Architekten wollten für den Besitzer Geld sparen und einen Mix aus normalem Material und einer einfachen Idee umsetzen, um ein neues, interessantes Gebäude zu erstellen.

Ramel - a coffee cup made of sand - The foundry erstellt Kaffeebecher mit Wüstensand als Grundstoff

25.12.2018 23:54:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Deutschland ist Sand eher selten. Ok, in Kinderspielplätzen und auf Baustellen: Da taucht Sand auf. Und Böden hier in Berlin sind relativ sandig.

Ganz anders sieht das in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emirate aus. Designer in Dubai waren von der Monotonie kommerzieller Designs gelangweilt.

> the company looked at the most abundant and unused natural resource in the UAE

Sie sahen sich um - und stießen auf die großzügig existierende und nicht genutzte natürliche Ressource: Sand.
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the foundry designs a coffee cup made of sand

https://www.designboom.com/design/foundry-ramel-sand-coffee-cup-12-25-2018/

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Die Merkmale von Wüstensand, umgesetzt in Alltagsgegenstände.

> ‘ramel’ has the ability to shift shape into functional and aesthetic products that emerge from their environment rather than adopting their surrounding. as a homage to a global culture, the foundry has designed and produced the humble coffee cup using this new material.

Das Ziel ist es, ein Produkt zu schaffen, das im größeren Maßstab hergestellt werden kann. Nun ist das ein Mischobjekt - einerseits aus Sand, andererseits aus Keramik.

Allerdings wird auch auf der Website

RAMEL C01

https://thefoundry.ltd/collections/our-products/products/ramel-c01

nicht so ganz klar, wie diese Becher eigentlich hergestellt werden. Dabei sehen die Becher ja durchaus schick aus.

Auf

Ramel Cups, Molding Desert Sand to Reimagine the Bedouin Coffee Cup

http://www.herskhazeen.com/ramel-cups/

findet sich unten ein Bild, das eine Halbform zeigt.

> The sand is molded into the ceramic surface by controlling mold moisture, casting time, glaze type and firing temperatures.

Demnach gab es viel "Trial and error", weil der Wüstensand verschiedenste Materialien wie Eisen, Kalzium, Silikate, Aluminium und Magnesium enthält. Jeder Becher ist damit individuell.

Three-Dimensional Murals - Dreidimensionale Murals auf zweidimensionalen Hauswänden - die verblüffenden Bilder von Astrograff

24.12.2018 23:54:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Man nehme eine zweidimensionale Hauswand, von denen es in Großstädten genügend gibt. Darauf malt man - ein Bild, das sehr dreidimensional wirkt.

Das Ergebnis: Scheinbar neue Dimensionen, obwohl das doch nur - eine flache Hauswand ist.

Der Künstler Astrograff hat sich auf solche Bilder spezialisiert.

Auf Instagram ein Bild aus New York: Ein riesiger Weg, den man fast schon beschreiten möchte. Neugierig darauf, was hinten, nach der Biegung zu sehen ist.

https://www.instagram.com/p/BIDG392By1S/

Seine Website zeigt von diesem Gemälde Bilder, wo man das Haus im Kontext sieht:

New York: This is my first wall in New york for the project ” @notacrimecampaign aCrime ” , Organised by @streetartanarchy Art Anarchy .

http://astrograff.com/?mgt_portfolio=sloko

Ein unscheinbares Wohnhaus mit Erdgeschoss, drüber drei Stockwerke. Fenster gibt es auf den beiden anderen Seiten. Wahrscheinlich endet das Grundstück an dieser Wand, so daß das folgende Grundstück auch bebaut werden könnte. Damit gibt es dort keine Fenster.

Oder ein Haus in Chicago:

http://astrograff.com/?mgt_portfolio=2216

Auch da ist die Seitenfront bemalt. Allerdings geht es dort in ein "schwarzes Nichts".

Da schimmert noch die originale Backsteinstruktur durch. So daß man "eigentlich" sieht, daß das nur ein Bild sein kann.

Eine andere Variante sind buchstabenähnliche Gebilde, die wie in die Wand eingelassen wirken.

https://www.instagram.com/p/BCQni6EijPl/

In Mailand gibt es ein bemaltes Dach, in dem scheinbar ein riesiger Wassertrichter eingebaut ist.

https://www.instagram.com/p/BUHZlvVjpMZ/

Auf dem Instagram - Account

https://www.instagram.com/astro_odv_cbs/

wirkt es so, als ob sich dieser spezielle dreidimensionale Stil erst so etwa 2016 entwickelt hat.

Teils scheint es diese Bilderwelten auch auf Leinwand zu geben.

Clever - a lightweight stackable desk for mexican schools - flexible, wetterbeständige und stapelbare Schulstühle mit Tischen für mexikanische Schulen - von Nos

23.12.2018 23:53:36, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Deutschland mag man bei Stühlen und Tischen für Schüler an alles mögliche denken. Die Wetterbeständigkeit ist aber normalerweise kein Kriterium.

Ganz anders sieht das in anderen Gegenden der Welt aus. So beschäftigte sich das mexikanische Designstudio Nos mit den Angeboten an Tischen und Stühlen für ländliche Schulen in Mexiko. Mexiko liegt größtenteils in den Subtropen. Daraus entstand "Clever": Eine bezahlbare Kombination aus Stuhl und Tisch, stabil auch in extremen Wettersituationen, einfach zu nutzen. Und stapelbar.

Das Prinzip: Ein Stuhl aus einem Stück mit Rückenlehne. Darauf kann eine Art Ring aufgesteckt werden, der einen kleinen Tisch bereitstellt.

In der Rückenlehne hat es eine Öffnung mit einer Art Haken. Daran läßt sich ein Rucksack einhängen.

Unterhalb der Sitzfläche hat es einen waagerechten Schlitz. Da können Bücher abgelegt werden.

Trennt man beide Elemente, lassen sich die Stühle und die Tischaufsätze jeweils stapeln. Das Material ist eine Art Kunststoff, das mittels einer Metallform wohl gegossen bzw. gepresst wird.

Damit können die Elemente sowohl in einem festen Gebäude als auch auf Kies und unter einfachen Bedingungen genutzt werden. Ein Bild zeigt einen einfachen offenen Schulraum: Ein Gestänge trägt das Schrägdach, es gibt keine Wände. Der Boden ist entweder aus Beton oder aus grobem Schotter.
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nos designs clever, a lightweight stackable desk for mexican schools

https://www.designboom.com/design/nos-clever-school-desk-lightweight-stackable-12-22-2018/

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Die Seite von Nos:

CLEVER- SCHOOL DESK - Pupitre ergonómico, fabricado en rotomoldeo.

http://nos.mx/en/proyecto/pupitre-2/

Dort wird die Herstellung als Rotomolding = Rotationsguss beschrieben. Sprich: Es gibt eine Hohlkörperform, in die pulverförmiges Thermoplast eingebracht wird. Durch Rotation lagert sich das relativ gleichmäßig am Rand ab, so daß ein Gegenstand mit konstanten Eigenschaften erzeugt wird.

Eine Wirkung: Man kann sich sehr unterschiedlich hinsetzen. Und dreht den Tisch einfach passend mit.

Ein kleines Video auf Vimeo:

Pupitre Clever

https://vimeo.com/293629468

Dort sieht man, daß die Elemente in unterschiedlichsten Kombinationen angeordnet werden können: Paarweise nebeneinander mit Gängen dazwischen. Als Vierergruppen, so daß ein Tisch aus vier Elementen entsteht. Oder auch eine Art Konferenztisch aus 2 * 6 Elementen. So daß Schüler temporär in unterschiedlich großen Kleingruppen zusammenarbeiten können.

Bookworm-Bookshelf - ein Bücherregal zum Reinsetzen und Schmökern - von Atelier 010 aus Rotterdam

22.12.2018 23:54:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier die Bücher im Bücherregal. Dort der Sessel oder der Schreibtisch, an dem das Buch gelesen wird. So dürfte das in diversen Wohnungen üblicherweise sein.

Eine andere Lösung hat das Atelier 010 aus Rotterdam gefunden: Ein "Bücherregal", das aus einer Doppelschleife von zwei Holzbändern besteht. Dazwischen ist ein gewisser Abstand plus Trennstützen: So gibt es verschiedene kleine Kammern, die mit Büchern gefüllt werden können.

Das "Bücherregal" steht auf dem Boden und hat einen zusätzlichen Fuß an der Seite, auf daß es nicht umfällt.

Damit bildet aber die innere Holzschleife eine Sitzfläche. So daß man sich in das Bücherregal hineinsetzen und dort direkt lesen kann.
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Die Site des Studios:

BOOKWORM CLASSY

https://atelier010.nl/portfolio_page/bookworm-classy/

Demnach:

> CLIENT: private commision

war das wohl ein einzelner Auftrag von 2016. Es gibt jedoch die weitere Seite

Bookworm-Bookshelf

http://bookworm-bookshelf.nl/

> Bookworm is a single piece of furniture that combines a chair and bookshelf in one. The shelf is curved into a cocoon for avid readers. The lower half of the curve can be used as a reading chair. From the top of the bookshelf a simple light bulb hangs to provide the reader with a direct, overhead light source.

Ein Stuhl und ein Bücherregal, kombiniert in einem Stück. Das Bücherregal als Kokon für eifrige Leser. Mit einer einfachen Glühbirne, die den Leser mit direktem Licht versorgt.

Das gibt es klassisch, da ist das Holz direkt zu sehen. Oder in verschiedenen Farben.

Man kann sich senkrecht reinsetzen, so daß die Wand dahinter als Rückenlehne dient. Oder man setzt sich in der Längsrichtung ganz hinein, so daß der eher senkrechte Teil auf der rechten Seite zur Rückenlehne wird. Nur schaukeln darf man dann nicht.

Mobile first - Google liefert inzwischen mehr als die Hälfte aller Websites aus dem Mobile Index aus - Problem fehlende Alt-Attribute bei Bildern

21.12.2018 23:55:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Vor über zwei Jahren hatte Google damit begonnen, das Mobile-First - Indizieren zu propagieren. Dahinter steckt zunächst, daß die Mehrzahl der Suchanfragen von mobilen Geräten kommen. Nimmt nun Google die Desktop-Ansicht als Basis des Index, so sieht der mobile Nutzer womöglich Dinge, die ihm auf der von ihm anschließend besuchten mobilen Seite gar nicht angezeigt werden.

Deshalb die Grundidee: Das, was mobilen Nutzern angezeigt wird, ist Basis für den Index. Dies ist das Mobile-first - Prinzip.

Von da an zogen Websites Schritt für Schritt vom Desktop- in den mobilen Index um. Das wirkt sich vorrangig so aus, daß der Smartphone Googlebot crawlt, nicht der Desktop-Googlebot.

Inzwischen ist mehr als die Hälfte aller Websites im mobilen Index drin.
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Mobile-First indexing, structured data, images, and your site

https://webmasters.googleblog.com/2018/12/mobile-first-indexing-structured-data.html

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> we now use mobile-first indexing for over half of the pages shown in search results globally.

Websites ziehen in den mobilen Index um, wenn Tests zeigen, daß die Sites dafür fertig sind. Websitebetreibern wird ein Hinweis in der Google Search Console angezeigt. Dort gibt es auch ein Url Inspection Tool, mit dem der Sitebesitzer sehen kann, wie die Seite in den Index gekommen ist.

Wer responsives Webdesign nutzt, der sollte sich nicht allzuviele Gedanken darum machen.

Bei Websites ohne responsives Webdesign gibt es zwei große Schwachpunkte:

Zum einen setzen Website-Betreiber auf Desktop-Versionen strukturierte Daten ein. Diese fehlen aber häufig auf der mobilen Variante. Sprich: Strukturierte Daten sollten einheitlich (desktop und mobil) bereitgestellt werden. Wenn diese Elemente bis jetzt angezeigt wurden, mobil aber fehlen, dann entfallen sie, wenn die Website in den mobilen Index kommt.

Ein wichtiger Hinweis:

> Note that a page does not need to be mobile-friendly in order to be considered for mobile-first indexing.

Eine Website müsse nicht mobil-freundlich sein, damit sie in den mobile-first - Index kommt. Sprich: Über kurz oder lang kommen alle Websites da rein. Die Frage ist nur, ob das für den Websitebetreiber positive oder negative Konsequenzen hat.

Die zweite große Schwäche: Fehlende alt-Attribute bei Bildern. Die sind wichtig für mobil genutzte Screenreader ebenso wie für Suchmaschinen.

> Without alt-text for images, it's a lot harder for Google Images to understand the context of images that you use on your pages.

Ohne Alt-Attribute ist es schwerer, den Inhalt des Bildes zu verstehen, das auf der Website genutzt wird.

Das Beispiel aus dem Beitrag

> <img src="cute-puppies.png" alt="A photo of cute puppies on a blanket">

ist simpel. Aber damit wird eben einigermaßen klar, was das Bild darstellt. Ein bloßer Bildername "puppies15.png" ermöglicht keine Einschätzung.

The orange Phone Booths - Obsolete Phone Booths in Shanghai transformed in new urban landmarks - ausgemusterte Telefonzellen werden in Shanghai zu kleinen Ruheinseln transformiert - 100architects

20.12.2018 23:58:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Technik ändert sich. Zu DDR-Zeiten gab es im Osten von Berlin kaum Telefonzellen. Mit der Wende wurden diverse aufgestellt. Und mit dem Aufkommen von Smartphones wieder überflüssig. Die Telekom hat die meisten Telefonzellen längst abgebaut.

In Shanghai wurden dortige Telefonzellen dagegen auf eine interessante Art und Weise umgestaltet. So daß sie "kleine Inseln" anbieten. Leute können sich hinsetzen. Mit ihrem Smartphone spielen. Oder einen mitgebrachten Kaffee trinken.
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100architects transforms obsolete phonebooths into new urban landmarks in shanghai

https://www.designboom.com/architecture/orange-phone-booths-100architects-shanghai-12-20-2018/

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Die umgestalteten Telefonzellen sind zu einer breiten Seite hin offen. Und dürften einen Einsatz bekommen haben. Mit einer Sitzgelegenheit. Einer Möglichkeit, eine Tasche hinzuhängen. Und einer Ebene, auf der man den Kaffee abstellen oder das Smartphone hinlegen kann.

Diese Einsätze sind einheitlich, in einem kräftigen Rot- oder Orangeton gestaltet. Nachts auf eine "anlockende Weise" beleuchtet.

Die Ausgangsfrage war: Wie können Telefonzellen im Zeitalter von Smartphones neu genutzt werden?

Nun gibt es dort freies WiFi, freie USB-Ladegeräte, Zeitungs- und Abstellflächen. Ebenso ist weiterhin ein Telefon dabei. Das kann für einen Notruf genutzt werden.

Ein weiterer Gedanke war, daß die Telefonzellen zu "Kapseln" werden. Deshalb das Dach und die Öffnung der Zellen in Richtung von Fußgängern, nicht zur Straße.

Es gibt drei Typen: Einer mit drei Würfeln auf der linken Seite. Der zweite Typ hat links und rechts eine Bank. Dazwischen das Telefon und ein Bügel, der von oben vorne nach unten hinten geht und dazwischen eine Ablagefläche bereitstellt. Schließlich eine schmale Telefonzelle, die lediglich Platz für eine Person bietet.

Das ganze Projekt scheint sich allerdings auf eine Straße, die Yuyuan Road zu beschränken.

Ein kleines Video auf Vimeo

100architects transforms obsolete phonebooths into new urban landmarks in shanghai

https://vimeo.com/307441132

Bei 100Architects:

ORANGE PHONE BOOTHS - YuYuan Lu | Shanghai | China

https://100architects.com/project/orange-phonebooths/

> Every major city in the world has a network of public phone booths on most streets, which was crucial to the running of the city, however a couple of decades phonebooths throughout the world became obsolete. In a lot of places, they had even become urban trash bins or even worst, public toilets.

Jede größere Stadt in der Welt habe ein solches Netzwern an öffentlichen Telefonzellen. Das wesentlich war für Gäste in der Stadt. Nun wurden sie überflüssig. Sie wurden zu städtischem Müll. Oder sogar zu öffentlichen Toiletten.

> We were hired to rethink the role of those urban objects in our contemporary city with the current needs and conditions of the real potential users of today. after analyzing the booths, the answer was clear. We had to turn them into urban mini capsules that facilitate interaction among people.

Die Agentur wurde damit beauftragt, die Rolle dieser urbanen Objekte in unseren heutigen Städten neu zu denken. Die Antwort war klar: Sie müssen zu Mini-Kapseln werden, die Interaktionen ermöglichen.

Früher waren Telefonzellen ein Schutz. Geschlossen, ein Hauch von Privatheit. Heute ist die Welt über-verbunden. Deshalb wurden die ehemaligen Telefonzellen nicht schließbar, sondern offen gestaltet.

Die drei Außenwände sind mit diffusen Scheiben gestaltet. Plus LED-Beleuchtung. So daß die gesamte Box in der Nacht nach allen Seiten hin leuchtet.

Auf der Seite sieht man auch Bilder, in denen andere Personen die Boxen nutzen.

Hizkuntza - Sunset in Baiona / Bayonne - Simple Whale Mural is transformed, shows a boat with sailors - Mural in Bayonne, das sich in der Dunkelheit verändert - Reskatestudio

19.12.2018 23:54:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bayonne liegt im äußersten Südwesten von Frankreich, nicht weit von der spanischen Grenze entfernt. Zu Bilbao sind es etwa 150 Kilometer.

Dort gibt es ein spannendes Mural, ein Wandgemälde auf der Seitenfläche eines Hauses.

Tagsüber sieht das eher unspektakulär aus: Ein Wal mit aufgerichteter Schwanzflosse, in einem Weißton. Nur wenige konturierende Linien für die Augen und die Flossen. Der Rest der Wand ist in einem dunklen, fast schwarzen Ton gestrichen.

Aber wenn es dunkel wird: Dann wird im Bauch des Wals plötzlich ein Boot mit Seeleuten sichtbar. Vier Ruderer, hinten gibt einer Kommandos. Vorne steht jemand mit einer Harpune.
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When the Sun Sets in Baiona, a Seemingly Simple Whale Mural Reveals a Belly Full of Sailors

https://www.thisiscolossal.com/2018/12/hizkuntza/

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Das ist eine Kollaboration zwischen María López and Javier de Riba, beide aus Barcelona. Beide treten unter dem Namen Reskatestudio gemeinsam auf.

> The placement of the whalers inside the whale’s belly suggests an ambiguous power dynamic: did the whale swallow the sailors, or did they overtake the beast and turn it into a ghost of its former self?

Das Mural ist an der Patxa Plaza zu finden. Ein Platz, bei dem sich viel um die baskische Kultur dreht.

Auf Behance gibt es dieselben Bilder, zusätzlich ein paar von der Entstehung:

https://www.behance.net/gallery/71734139/Hizkuntza-Wall-(Baiona-French-Basque-Country)

Das Prinzip dieser in der Dunkelheit leuchtenden Farben nutzen die beiden bei diversen weiteren Projekten. Ferner dieses Sich-Beziehen auf die lokale Kultur.

Auf Instagram

Reskatestudio

https://www.instagram.com/reskatestudio/

sind einige davon zu sehen. Etwa dieses:

https://www.instagram.com/p/BHlw62shI7S/

Tagsüber wirkt das wie ein stilisierter Saturn: Eine Kugel und ein Ring drumherum. Die Wand drumherum ist nicht gestrichen. In der Nacht wird der Kopfhelm eines Tauchers draus. Der Saturn-Ring wird zum Atemschlauch.

Auf der Website

Hizkuntza

http://www.reskatestudio.com/store/p4/hizkuntza.html

gibt es das Walbild in einer Papierversion. Ebenfalls mit solchen strahlenden Farben: So daß das Bild im Tageslicht lediglich den Wal zeigt. In der Dunkelheit kommt das Boot zum Vorschein.

Hizkuntza - so der Titel des Murals - ist baskisch und heißt "Sprache".

Tyre Soled Driving Loafers - Loafers made with recycled tires - schicke Slipper-Schuhe, mit recycelten Reifen als Sohle - von Hugs & Co in London

18.12.2018 23:54:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kräftige Autoreifen bringt man normalerweise mit Dingen wie Wasser, Dreck oder Schlamm in Verbindung. Durch die sich die Reifen durchwühlen. Dafür sind Reifen gedacht. Das führt aber zu Problemen, wenn es darum geht, Reifen wiederzuverwenden. Oft ist Stahl zur Verstärkung mit dabei. Damit lassen sich solche Reifen nicht mit üblichen Methoden aufbereiten.

Das Londoner Unternehmen Hugs & Co hat nun Schuhe entwickelt, die abgenutzte Reifen verwenden, um daraus Schuhsohlen herzustellen. Ergebnis: Diese "Tyre Soled Driving Loafers" haben Sohlen, die mit der Haltbarkeit von Autoreifen mithalten können. Da bringt der Rohstoff für die Sohlen quasi von zu Hause her bereits starke Eigenschaften mit.
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These stylish, work-appropriate loafers are made with recycled tires

https://inhabitat.com/these-stylish-work-appropriate-loafers-are-made-with-recycled-tires/

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Die Herstellung (bzw. das Recycling) erfordert wohl nur einen Bruchteil der Energie, die sonst für normale Schuhsohlen notwendig ist. Und das erzeugt ein Produkt, das quasi zwangsläufig langlebig ist.

Eigentlich waren die Schuhe ursprünglich als bequeme Schuhe zum Autofahren gedacht. Aber sie können auch bei der Arbeit, am Abend oder am Wochenende getragen werden.

Das Material kommt teils handverlesen aus Italien. Die Sohlen kommen derzeit von Michelin aus Spanien, von Reifen, die ihr Lebensende als Reifen erreicht haben.

Die Unterseite von Hugs & Co

THE TS1 MODEL - THE BRITISH DRIVING LOAFER

https://www.hugsandco.com/collections/tyre-sole-driving-loafers

Ein paar Größen sind grade ausverkauft, andere noch erhältlich.

Aufgrund des "Ursprungs" der Sohlen müßten diese Sohlen zwangsläufig deutlich mehr aushalten als typische Schuhsohlen.

Eigentlich müßte man diese Idee nicht nur für solche Slipper, sondern zuallererst für kräftige Outdoor-Schuhe nutzen.

Energy Vault: energy storing concrete bricks as key to proliferation of renewables - Energiespeicher durch Betonquader - wie eine Art statischer Wasserspeicher

17.12.2018 23:58:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein großes Problem bei der Umstellung auf regenerative Energien besteht darin, daß die Spitzenzeiten der Erzeugung nicht unbedingt den Verbrauchsspitzenzeiten entsprechen. Folglich sollte der bsp. durch Wind- oder Solarenergie erzeugte Strom gespeichert werden. Das kann man in Form von Batterien machen. Dafür fehlen Kapazitäten, außerdem sind Batterien mit diversen problematischen Stoffen verknüpft.

Oder es werden Wasserspeicher in Form von Pumpspeicherkraftwerken genutzt: Bei Stromüberschuß wird der Strom genutzt, Wasser den Berg hinaufzupumpen und oben in einem Stausee zu speichern. Später kann das Wasser wieder zur Stromgewinnung genutzt werden. Allerdings setzt das ein entsprechendes Gelände voraus und ist mit Eingriffen in die Landschaft verbunden.

Energy Vault basiert auf einer ähnlichen Idee. Nur daß statt des Wassers - Klötze aus Beton genutzt werden.
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Energy-storing concrete bricks could be key to proliferation of renewables

https://www.dezeen.com/2018/12/17/energy-vault-energy-storing-concrete-bricks-technology/

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Das Video direkt auf YouTube:

Energy-storing concrete bricks could be key to proliferation of renewables

https://www.youtube.com/watch?v=hXbtjdg0XKI

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Die Idee ist eine Art Kran mit sechs Auslegern. Um ihn herum stehen diverse gleichartige Betonquader. Bei Stromüberschuß holt sich der Kran außenstehende Betonquader und stapelt diese übereinander. So daß er sich selbst in einen hohen Turm aus diesen Quadern einmauert. Die Technik ist natürlich nicht neu. Jeder hohe Baukran ist so aufgebaut, auch wenn dieser normalerweise nur einen Ausleger hat.

Wird Strom benötigt, geht das in der umgekehrten Richtung. Die schweren Betonquader treiben nun durch ihr Gewicht Generatoren an und erzeugen damit Strom.

Praktisch funktioniert das damit ähnlich wie ein Wasserspeicher. Nur auf einer sehr viel geringeren Fläche.

Die Effizienz liegt wohl bei bis zu 90 %. Es gibt ja bereits bei Straßenbahnen schon lange eingebaute Generatoren, welche einen Großteil der Bewegungsenergie beim Bremsen wiederverwerten können.

Ein einzelner solcher Speicher kann eine Kapazität von 10 - 35 MWh haben. Die Anlagen würden unbemannt funktionieren, kontrolliert von einem Kontrollzentrum. Das Ganze so per Software kontrolliert, daß jeder Quader wieder genau an dem Platz abgestellt wird, von dem er ursprünglich geholt wurde.

Die Betonquader haben unten eine Stahlplatte, drüber Beton. Oben eine zweite Abschlußplatte.

Mit dem indischen Unternehmen Tata Power soll es 2019 einen ersten 35 MWh - Prototypen geben.

Da genügt jede ebene Fläche. Eine bestimmte Topographie ist nicht notwendig. Ferner nutzt sich das System nicht wie Batterien ab. Deren Kapazität sinkt mit jedem Lade- und Entladevorgang, so daß sie irgendwann ausgetauscht werden müssen.

Auf der Website

Energyvault

https://energyvault.ch/

gibt es ein kleines Video https://vimeo.com/300998735 - das eine solche Anlage als Simulation mitten in einer öden Landschaft zeigt.

Der Teufel dürfte natürlich im Detail stecken. Angefangen beim Kran, der reibungslos in verschiedensten Wettersituationen funktionieren muß.

Mal sehen, ob der geplante Prototyp im nächsten Jahr in Betrieb geht. Ein "Wasserspeicher ohne Wasser".

California: 2029 new city buses only electric - 2040 all city buses emission free - Kalifornien will ab 2029 nur noch elektrische Busse neu zulassen

16.12.2018 23:58:37, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Deutschland ist es für hiesige Kommunen sehr schwer, elektrisch betriebene Busse zu kaufen. Die Autohersteller haben dieses Thema gewaltig verschlafen.

Kalifornien geht nun mit gutem Beispiel voran: Ab 2029, also in gut zehn Jahren, sollen alle neu zugelassenen Busse nur noch elektrisch betrieben werden.

Und ab 2040 soll die gesamte Flotte umgestellt sein, so daß alle Busse, die noch fossile Brennstoffe nutzen, ausgemustert werden müssen.
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California says all city buses have to be emission free by 2040

https://techcrunch.com/2018/12/15/california-says-all-city-buses-have-to-be-emission-free-by-2040/

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Das erfordert, daß 14.000 E-Busse neu produziert werden.

Mary Nichols, chair of the California Air and Resource Board (CARB): California has

> “to push standards that are more progressive” than the federal government because of the state’s chronic air pollution, which is linked to asthma and heart disease

Kalifornien müsse progressiver sein als die Regierung, denn in Kalfornien gäbe es eine chronische Luftverschmutzung mit der Folge von Asthma und Herzproblemen.

Der Beitrag zitiert Trump, der weiterhin nicht an zu heftige Schreckenszenarien glaubt. Die Konsequenz:

> Instead of wait on the administration to change its mind, California’s new Innovative Clean Transit rule will force California’s public bus lines — many of which currently run on natural gas or diesel fuel — to shift to either electric power or hydrogen fuel cells.

Anstatt auf die Bundesregierung zu warten, bis diese ihre Meinung ändert, will die kalifornische Regierung lieber dafür sorgen, daß öffentliche Buslinien auf Elektrizität oder Wasserstoffzellen wechselt.

Der Wechsel könnte dazu führen, daß Firmen, die elektrische Busse herstellen, massiv davon profitieren. So gibt es ein grade mal 14 Jahre altes Unternehmen Proterra (Burlingame, Ca), das etwa 500 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt hat, um elektrische Busse zu produzieren. Ferner gibt es in China ein großes Unternehmen BYD, das in diversen chinesischen Städten an der Elektrifizierung der Busse beteiligt ist. Das streckt bereits seine Fühler nach Kalifornien aus.

Gegenüber solchen Zielen wirkt die deutsche Politik lahm. Als ob hier das Luftproblem nicht in diversen Städten ebenfalls gravierend wäre.

Bonpland 2169 Garden Tower - seven storey building with internal gardens - Hochhaus mit eingebauten Gartenflächen für jede Etage - Adamo Faiden in Buenos Aires

15.12.2018 23:52:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei einem siebenstöckigen Hochhaus aus Beton denkt man normalerweise nicht unbedingt an Grünflächen. Da soll eben möglichst viel Platz zum Wohnen oder für Büros zur Verfügung stehen.

Aber in Buenos Aires geht das auch deutlich anders. Da wurde nun der Bonpland 2169 Garden Tower fertiggestellt. Schon der Begriff "Garden Tower" klingt wie ein Widerspruch. Hier aber trifft der Begriff genau:

Denn jedes Stockwerk hat - auf zwei Seiten - private Gärten. So daß zwei Seiten des Hauses grün sind. Von unten bis nach oben.

Die Front ist meist mit einem groben Maschendrahtgitter gestaltet. Kleine Vögel dürften da problemlos durchkommen. Pro Etagenfront gibt es zwei milchglasartige Elemente, die das Maschengitter unterbrechen. Und die sich drehen lassen. So daß man ohne Blick durch das Gitter nach draußen sehen kann.
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Metal mesh covers garden tower in Buenos Aires by Adamo-Faiden

https://www.dezeen.com/2018/12/15/adamo-faiden-bonpland-2169-garden-tower-buenos-aires/

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1068 Quadratmeter sind das insgesamt. Es gibt 13 Einheiten. Also je eine Einheit pro Seite mit einem solchen Garten. Das oberste Stockwerk ist etwas schmaler, das dürfte die 13. Einheit sein.

Die Einheiten können für verschiedenste Zwecke genutzt werden:

> "The building is prepared to be residential, office, studio, or whatever the inhabitant decides to do with it"

Zum Wohnen, als Büro, Studio. Oder was die Nutzer sonst wünschen.

Die Einheiten sind symmetrisch aufgebaut. Innen ein großer Raum, außen der "aerial garden", dazwischen eine Glastür, die die gesamte Höhe ausfüllt.

Die drehbaren Elemente können als Drehtüren oder als Fenster betrachtet werden. Das Gitter sorgt für Abstand. Über diese Dreh-Fenster können die Bewohner in direkten Kontakt mit der Außenwelt treten. Innen gibt es eine eingebaute Küche auf der einen und ein Bad auf der anderen Seite.

Eine Beschreibung durch das Unternehmen:

> "Almost everybody agrees that our cities should be compact, dense and programmatically diverse," said the firm in a project description. "Instead of projecting a container to host previously established programmes, we offered a structure open to different appropriations."

Städte sollten kompakt, dicht und thematisch vielfältig sein. Aber anstatt einen Container zu entwickeln, der vorhandene Konzepte beheimatet, bieten wir eine Struktur an, die für verschiedenartige Nutzungen geeignet ist.

Die Seite der Architekten:

Bonpland 2171 building. Buenos Aires

https://www.adamo-faiden.com/bonpland-2171-building/

Dort gibt es eine Folge von 25 Bilder. U.a. mit einem Querschnitt des Gebäudes. Die Treppen sind im Inneren, zwischen den beiden Flügeln.

Die Räume auf der einen Seite (wohl im Schatten liegend) sind etwas kleiner als die auf der anderen Seite.

Insgesamt dürfte die so geschaffene, übereinandergestapelte Grünfläche der bebauten Fläche entsprechen. So daß das, was an Boden durch die Räume und das Treppenhaus versiegelt wurde, nun in Form von übereinandergestapelten Grünflächen wiedergewonnen wurde.

Tippet Rise Art Center in Montana - new pavilion designed by Francis Kere - ein Pavillon mit einem Dach aus unzähligen senkrechten Hölzern

14.12.2018 23:57:23, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Tippet Rise Art Center in Montana ist ein Kunstzentrum, das auf einer Ranch in Süd-Zentral-Montana nördlich vom Yellowstone National Park liegt. Ursprünglich war das eine Schafsranch der Künstlerin Isabelle Johnson. Eröffnet 2016 ist es Heimat für einige Outdoor-Skulpturen. Geöffnet ist es nur im Juli, August und September.

Dort soll im nächsten Sommer ein neuer Pavillon entstehen. Designt von Francis Kéré als die jüngste der skulpturalen Gebäude in der dortigen Landschaft.
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tippet rise art center to break ground on francis kéré-designed pavilion

https://www.designboom.com/architecture/francis-kere-pavilion-tippet-rise-art-center-montana-12-14-2018/

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Auf einer Fläche von 1.900 Quadratfuß (176 Quadratmeter) orientiert sich der Pavillon an den traditionellen Togunas der Dogon Kultur von Mali.

Das Dach besteht aus unzähligen senkrechten Holzstäben, dazwischen getrocknetes Hirse-Stroh (millet straw). So daß das Dach einerseits vor der Sonne schützt, es andererseits aber eine gewisse Ventilation durch die Zwischenräume zuläßt. Genutzt wird Holz der lokalen Ponderosa-Kiefer und von Lodgepole Pine, das ist die Küstenkiefer. Damit ergibt sich ein "rain of light", ein Regen von Licht, der von oben durchdringt.

Peter und Cathy halstead, die Gründer des Tippet Rise Art Center:

> at tippet rise, we want the buildings to have the material and formal integrity of sculptures and the sculptures to have the scale and presence of architecture, with both kinds of structure rooted deeply in the experience of land and sky,’

Wir möchten hier Gebäude haben, die das Material und die Gestalt von Skulpturen haben. Und die Skulpturen sollen sich an der Architektur orientieren, so daß die Strukturen tief verwurzelt sind in der Gestalt des Landes und des Himmels.

Auf der Seite von Kéré Architecture

http://www.kere-architecture.com/projects/project-overview/

findet sich ganz unten ein Hinweis:

A Pavilion for Tippet Rise Art Center

http://www.kere-architecture.com/projects/pavilion-tippet-rise-art-center

Auf einem Einzelbild

http://www.kere-architecture.com/files/5815/2768/8330/project-overview-web.jpg

ist noch eine Version zu sehen, in welcher der Pavillon zusätzlich von einer Art Holzsteg umgeben ist.

Auf der Seite des Tippet Rise Art Center https://tippetrise.org/ ist noch kein Hinweis zu finden. Dafür gibt es auf der Website und im Programm für 2018

https://tippetrise.org/program-books/2018-program-book

diverse Bilder. Diese zeigen u.a. die bereits vorhandenen Skulpturen.

Zum Vergleich: Montana hat eine Fläche von 380.838 Quadratkilometern, das ist größer als ganz Deutschland mit 357.385. Aber in Montana leben weniger als eine Million Menschen.

A Billion Cockroaches to fight against food waste - Kakerlaken zur Vernichtung von Essensabfällen - eine wachsende Branche in China

13.12.2018 23:53:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

In China wächst die Zahl der Menschen. Eine Folge: Die Menge der Essensabfälle wächst so dramatisch an, daß Deponien damit überfordert sind. Die Folge: Es werden Milliarden von Kakerlaken eingesetzt, um die Essensreste zu verarbeiten.
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In China, a billion cockroaches are leading the fight against food waste

https://inhabitat.com/in-china-a-billion-cockroaches-are-leading-the-fight-against-food-waste/

Basis ist ein Bericht von Reuters, der einige Bilder zeigt:

Bug business: Cockroaches corralled by the millions in China to crunch waste

https://www.reuters.com/article/us-china-cockroaches/bug-business-cockroaches-corralled-by-the-millions-in-china-to-crunch-waste-idUSKBN1O90PX?feedType=RSS&feedName=environmentNews

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Eine Fabrik außerhalb von Jinan verarbeitet pro Tag 50 Tonnen Küchenabfälle, indem diese an Kakerlaken verfüttert werden. Die Kakerlaken werden später zu proteinhaltigen Nahrungsmitteln.

Shandong Qiaobin chairwoman Li Hongyi:

> “It’s like turning trash into resources”

Shandong Qiaobin Agricultural Technology ist das Unternehmen, das diese Fabrik betreibt. Das Unternehmen hofft, weitere drei Fabriken eröffnen zu können. Dann würde es ein Drittel der Essensabfälle von Jinan verarbeiten.

Früher wurden Essensreste an Schweine verfüttert. Aber das wurde gestoppt, als die Afrikanische Schweinepest ausbrach. Nun wächst die Zahl der Firmen, die Kakerlaken einsetzen. Ferner gibt es wohl auch diverse Privatpersonen, die sich mit der Kakerlakenzucht beschäftigen.

Liu Yusheng, ebenfalls von Shandong Qiaobin:

> “Cockroaches are a bio-technological pathway for the converting and processing of kitchen waste,”

Kakerlaken seien die biotechnologische Lösung für die sinnvolle Verarbeitung von Küchenabfällen. Teils werden die Kakerlaken an Schweine oder Fische verfüttert. Teils zu pharmazeutischen Produkten weiterverarbeitet.

Cultural Production Zone: Pico Colectivo stacks Shipping Containers to create a cultural center - zwei alte Gebäude werden durch Schiffscontainer zum Kulturzentrum - Venezuela

12.12.2018 23:54:19, Jürgen Auer, keine Kommentare

Zwei alte, flache Gebäude. Aus rohem Beton, eine Ebene, mit Flachdach. Das Pico Colectivo hat - unter Verwendung von drei oder vier ausrangierten Schiffscontainern - daraus eine kleine Perle gemacht. Drei der Container kamen auf die Flachdächer. Beim vierten wurde eine Wand komplett entfernt. Dieser wurde schräg an das Haus gestellt. So daß er die Treppe zu den Containern und zur zusätzlich geschaffenen Dachfläche auf den Containern bildet.

Das Ganze in kräftigen Farben gestrichen. Fertig ist ein kleines kulturelles Zentrum mit dem Namen "Cultural Production Zone". Zu finden in Guácara in Venezuela.
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pico colectivo stacks shipping containers to make cultural center in venezuela

https://www.designboom.com/architecture/pico-colectivo-cultural-production-zone-guacara-venezuela-12-11-2018/

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Das Video aus dem Beitrag direkt auf Vimeo:

pico colectivo stacks shipping containers to make cultural center in venezuela

https://vimeo.com/305702189

Das Ergebnis:

> By repurposing shipping containers, the design creates a variety of functions including: urban garden, cafeteria, image and audiovisual laboratory, recording studio and music room, gallery, multipurpose workshop, skate plaza, sports court and a stage for presentations.

Nun gibt es einen urbanen Garten. Eine Cafeteria. Räume für Bilder. Der bisherige Betonklotz wurde zum Musizier- und Übungsraum. Der eine langgestreckte Schiffscontainer kann für Filmvorführungen, Vorträge und Workshops genutzt werden. Leute können skaten, Sport treiben. Und es gibt Ausstellungsflächen.

Teile der Wand, die von dem als Treppe fungierenden Container entfernt wurden, dienen nun als Dach der Cafeteria oberhalb der Schiffscontainer.

Die beiden Gebäude waren zurückgelassene Ruinen nach Straßenprotesten. Es gab staatliche Zuschüsse für die Technik und wohl auch für das Aufstellen der Container.

> The design uses shipping containers to accommodate the spaces and stacks them to create multiple structures into a single, more complex system.

Durch die Schiffscontainer wurde der zur Verfügung stehende Raum gewissermaßen vervielfacht, damit ließen sich unterschiedliche Strukturen in einem neuen Gesamtsystem erstellen.

Ein Bild zeigt, wie das davor aussah: Trostlos, ein kahler Betonbau.

Auf der Seite des Pico Colectivo:

ZONA DE PRODUCCIÓN CULTURAL: UNIDADES DE CREACIÓN URBANA

http://picocolectivo.org.ve/2018/03/30/zona-de-produccion-cultura-unidades-de-creacion-urbana/

Die Startseite

http://picocolectivo.org.ve/

zeigt diverse weitere solcher Projekte, mit denen solche neue, kleine Strukturen entstehen. Ferner ist das eine weitere Variante für ein Upcycling Shipping Containers: Schiffscontainer, die nicht verschrottet werden, sondern die mit ihrer speziellen Ästhetik ein neues Leben beginnen.

Between Two Worlds - Nendo designed Escher Exhibition opens in Melbourne National Gallery of Victoria - Escher-Ausstellung in Melbourne eröffnet - mit einer Gestaltung von Nendo

11.12.2018 23:53:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

In der National Gallery of Victoria in Melbourne wurde am 02.12.2018 eine Ausstellung zu Maurits Cornelis Escher eröffnet. 157 Stücke aus der Sammlung des Gemeentemuseums in Den Haag sind dort zu sehen. Der Titel der Aussstellung: "Between Two Worlds".

In einer Gestaltung von dem Studio Nendo von Oki Sato. Die zwar nicht "unmögliche Geometrien" enthält. Die aber in ihrer Darstellung an die Kunst von M.C. Escher anknüpft.
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Nendo-designed Escher exhibition opens at Melbourne's National Gallery of Victoria

https://www.dezeen.com/2018/12/11/nendo-escher-exhibition-melbourne-national-gallery-of-victoria/

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Das Studio hat das einfache Motiv eines stilisierten Hauses als Basis genommen, um die Ausstellung mit intensiven Schwarz-Weiß - Gestaltungen zu umgeben. Das Haus wurde als Objekt ausgewählt, weil es Raum / Space darstellt.

So führt der Weg zur Tür der Ausstellung durch einen Raum, der an den Seiten und am Boden mit vielen dieser Häuser bedeckt ist.

Dann gibt es einen 17 Meter langen Korridor, ganz in Schwarz. Da werden helle Animationen auf den Boden und die Wände projiziert.

Das Haus-Motiv taucht auf als Sitzgelegenheit in einem Raum, der ältere Escher-Werke zeigt. Eine langgezogene, weiße Sitzbank, die aussieht, als sei sie aus vielen dieser Häuser zusammengesetzt. Im nächsten Raum taucht das Haus als Muster des Bodens auf.

Dann folgt ein Raum, in dem diverse dieser Häuser aufgestellt sind. Außen schwarz, die Kanten und innen weiß. In den hinteren Reihen öffnen sich die Dächer.

Der nächste Raum ist noch verwirrender:

> In the next room black metal pipes holding Escher works appear to float in space. Visitors can walk around the gallery and when viewed from certain angles, the black pipes form the outline of a house.

Schwarze Metallrohre halten weiße Flächen, darauf Escher-Werke. Die einzelnen Rohre wirken zunächst willkürlich senkrecht, waagerecht und schräg geformt. Bis man auch hier das Haus-Motiv wiederfindet.

> This area is dedicated to Escher's work that explores extreme perspectives and optical illusions.

Der nächste Raum ist rund. In der Mitte gibt es etwas, das als Kronleuchter bezeichnet wird:

> Further on, a huge chandelier hangs in the middle of a circular gallery. It is made of more than 55,000 small flat black and white houses, and has 17 pieces of art displayed around them that all relate to the idea of reflections and geometric forms.

Die Seite der Gallerie

Between Two Worlds

https://www.ngv.vic.gov.au/exhibition/escher-x-nendo-between-two-worlds/#home

02. December 2018 - 07. April 2019

zeigt leider keine weiteren Bilder der Ausstellungsräumlichkeiten.

Ein paar weitere Bilder der Räumlichkeiten fanden sich hier:

Nendo Channels MC Escher in New Immersive Installation

http://www.spoon-tamago.com/2018/12/11/nendo-mc-escher-ngv-melbourne/

Da wirkt der Raum mit den senkrechten Rohren plötzlich aufgeräumt und übersichtlich. Den Kronleuchter sieht man aus der Entfernung, so daß sich die Darstellung des gesamten Raumes besser erschließt.

Auf der Seite von Nendo

http://www.nendo.jp/en/news/

ist unter

2018.11.26 Mon
Collaborative exhibition “Escher x nendo | Between Two Worlds” at the National Gallery of Victoria (NGV), Melbourne Australia

ein PDF eingebunden:

http://www.nendo.jp/wp/wp-content/uploads/2018/11/Between_Two_Worlds_object_akihiro_yoshida.pdf

Das zeigt bsp. die Logik dieses Raumes mit Häusern von oben.

Luxembourg: First country to offer all public transportation for free - Luxemburg will ab dem nächsten Sommer alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos anbieten

10.12.2018 23:57:30, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die eine Strategie der öffentlichen Entscheidungsträger besteht darin, den öffentlichen Personennahverkehr regelmäßig teurer zu machen. Mit dem Ergebnis, daß immer mal wieder Kunden abspringen und auf andere Fortbewegungsmöglichkeiten setzen.

Eine andere Strategie besteht darin, die Preise deutlich zu verbilligen. In Wien gibt es das Modell "Ein Euro pro Tag", so daß die Jahreskarte dort 365 Euro kostet. Die Wirkung: Eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen.

Luxemburg will im nächsten Sommer noch einen Schritt weitergehen: Alle öffentlichen Verkehrsmittel sollen kostenlos werden.
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Luxembourg will be the first country to offer all public transportation for free

https://inhabitat.com/luxembourg-will-be-the-first-country-to-offer-all-public-transportation-for-free/

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Xavier Bettel, der wiedergewählte Premierminister in Luxemburg, hat das nun angekündigt.

Die Hauptstadt Luxemburg ist klein, hat nur etwa 110.000 Einwohner. Aber täglich kommen 400.000 Leute aus der Umgebung in die Stadt. Insgesamt hat Luxemburg etwa 600.000 Einwohner, also grade mal 2 Berliner Bezirke zusammen. Von den Nachbarländern pendeln täglich etwa 200.000 Personen nach Luxemburg.

Schon in diesem Sommer wurde die Abschaffung der Tickets für alle unter 20 Jahren beschlossen. Aktuell kostet ein Ticket etwas im Bereich von 2 Dollar, also ungefähr 1,76 Euro. Dafür kann man zwei Stunden am Stück fahren. Im Jahr 2020 sollen alle Tickets abgeschafft werden.

Die Quelle ist ein Artikel im Guardian:

Luxembourg to become first country to make all public transport free

https://www.theguardian.com/world/2018/dec/05/luxembourg-to-become-first-country-to-make-all-public-transport-free

Da wird auch erwähnt, daß sich das auch auf Züge bezieht:

> Fares on trains, trams and buses will be lifted next summer

Eine Studie hatte ergeben, daß 2016 jeder Autofahrer 33 Stunden pro Jahr im Stau gestanden sei.

Manches sei noch unklar. So gibt es in den Zügen noch erste und zweite Klasse. Da ist noch nicht entschieden, wie damit umgegangen werden soll.

Hier in Berlin gibt es - zumindest in der Theorie - ähnliche Überlegungen. Etwa eine Übernahme des Wiener Modells. Ferner wurde auch hier das Ticket für Schüler abgeschafft:

Rot-Rot-Grün: Berliner Schüler bekommen kostenloses BVG-Ticket

https://www.tagesspiegel.de/berlin/rot-rot-gruen-berliner-schueler-bekommen-kostenloses-bvg-ticket/23712452.html

Ab dem 01. August 2019 gibt es das Schülerticket kostenlos.

Berlin hängt also Luxemburg mit Blick auf Schüler ein Jahr hinterher. Mal sehen, ob bei dem "größeren Thema" der Preise für alle auch noch mehr geht.

Anti Coyote Vests for small dogs - wenn der Hund wie ein Punk aussieht - eine Weste aus Kevlar mit Spikes und Coyote Whiskers, die den Hund grösser wirken lassen - von CoyoteVest

09.12.2018 23:52:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Deutschland gibt es relativ wenige gefährliche Wildtiere, die Haustieren gefährlich werden könnte. Wobei die Diskussion um Wölfe grade losgeht.

In anderen Gegenden der Welt ist das deutlich anders. So gibt es in den USA Kojoten, die auch Präriewolf oder Steppenwolf genannt werden. Von der Größe her sehen Kojoten wie kleinere Wölfe aus.

Ein Paar hatte in den USA vor einigen Jahren einen kleinen Hund verloren. Der von einem Kojoten geschnappt wurde.

Daraufhin haben sie "Anti Coyote Vests" entwickelt: Schutzwesten für kleine Hunde.
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Anti-Coyote Vests For Dogs Are More Punk Rock Than You’d Expect

https://designyoutrust.com/2018/12/anti-coyote-vests-for-dogs-are-more-punk-rock-than-youd-expect/

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Die Westen bestehen aus drei Schichten Kevlar. Schon das sorgt dafür, daß ein Zubeißen schwierig ist. Auf den Westen sind drei Längsstreifen für einen Klettverschluss angebracht.

Damit lassen sich zwei Reihen Stacheln anbringen. Wobei die Stacheln wohl nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff sind.

In einer mittleren Reihe lassen sich Borsten aus Nylon anbringen. Die lassen den Hund zum einen größer wirken als er ist. Zum anderen sollen diese Angreifer erheblich stören, wenn diese zubeißen wollen. Solche Borsten an den Augen dürften sehr unangenehm sein.

2014 hatte der Erfinder dieser Anti Coyote Vests einen Hund in San Diego verloren, den ein Kojote geschnappt hatte. Der Hund wurde niemals mehr gefunden.

In dem Beitrag ist ein Tweet eingebunden:

https://twitter.com/nwchap/status/1070048435368210432

Demnach gibt es in Australien auch Elstern, die Radfahrer am Kopf attackieren. Diese schützen sich davor, indem sie diverse bunte, aufstehende Borsten an ihren Fahrradhelmen anbringen und damit das Näherkommen der Elstern erschweren. Dieses Schutzprinzip scheint sich also schon anderswo bewährt zu haben.

Auf der Website

Coyote vest

https://www.coyotevest.com/

gibt es eine Rubrik Videos. Da

San Diego couple invents vest to protect dogs from coyote attacks

https://www.youtube.com/watch?v=UsEJGf54EOQ

> A local couple's invention came about after their dog was killed by a coyote.

ahnt man das Problem. Leute sind mit ihren Hunden draußen. Irgendwo taucht ein Kojote auf. Dann bekommt der Hund eine solche Weste angelegt.

Teddy Bear Museum - Anti Bear Farming Campaign: The Footprint Poster - ein Poster auf dem Boden, das durch die darüberlaufenden Personen Gitter zeigt - von Supernormal Voice aus Seoul

08.12.2018 23:57:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Zwar sehr alt (vom Sommer 2010), aber mit einer interessanten Idee umgesetzt.

In Südkorea werden diverse Bären (das Plakat nennt 1140 Bären) in Käfigen gehalten, um Bärengalle zu gewinnen. Diese wird in der asiatischen Medizin verwendet. Das größte Problem sei, daß sich in Südkorea niemand dafür interessiert.

Das Teddy Bear Museum, das Teddybären ausstellt, hatte deshalb diese Kampagne in Auftrag gegeben.
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Teddy Bear Museum Anti Bear Farming Campaign: The Footprint Poster

http://www.adeevee.com/2010/08/teddy-bear-museum-anti-bear-farming-campaign-the-footprint-poster-outdoor/

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Das Video auf YouTube:

The footprint poster ( Anti bear farming campaign )

https://www.youtube.com/watch?v=0f-W4qawJRk

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> In S.Korea, about 1140 bears are kept in small and dirty cages for gall bladder extraction to be used in asian medicine. The biggest reason behind maintaining "Bear Farming" is that koreans don't have interests in it. Thus, we made the public realize that how much influence "indifference" has on bears via a large poster treated with transparent adhesive materials.

Es wurde ein großes Poster auf den Boden aufgebracht. In der Mitte ein großer Bär. Drumherum zunächst alles weiß. In einer Ecke ein QR-Code.

Allerdings bestand das Poster aus verschiedenen Teilen: Teils trittfest. Teils löste sich das mit der Zeit ab.

Ergebnis: Da Leute über das Plakat hinüberliefen, wurde mit der Zeit eine Gitterstruktur sichtbar: Der Bär war "hinter Gittern", der QR-Code war im Käfig.

Die Fußspuren der Leute / die Gleichgültigkeit hatte den Bären hinter Gitter gebracht.

Das Poster wurde im Museum, in U-Bahnstationen und in Gebäuden angebracht.

Alleine im Museum wurde das Poster von 410.000 Personen gesehen. 67.000 meldeten sich auf der Kampagnenseite, die über den QR-Code zugänglich war.

Walmarts are being cleaned by autonomous robots - Walmarts setzt in ersten Filialen autonome Reinigungsmaschinen ein, um die Böden zu reinigen

07.12.2018 23:54:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Staubsauger, die autonom in der Wohnung Staub saugen und anschließend feucht durchwischen: Inzwischen gibt es solche Möglichkeiten für Privatnutzer. Aber nun haben diese Techniken auch schon die Reife erreicht, daß sie in größeren Maßstäben eingesetzt werden.

So gibt es seit Anfang Oktober ein Video auf YouTube, das einen autonomen Robot beim Einsatz in einer Walmart-Filiale zeigt.
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Walmarts are Now Being Cleaned by Autonomous Robots

https://www.core77.com/posts/81599/Walmarts-are-Now-Being-Cleaned-by-Autonomous-Robots

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Das Video direkt:

This Self-Driving Floor Scrubber Adds Polish

https://www.youtube.com/watch?v=rcMCFe6XVC0

> Much like a self-driving car, the Auto-C Autonomous Cleaner uses assisted autonomy technology to clean and polish floors, freeing up associates to take care of other tasks. It’s another piece of technology that’s making Walmart more efficient.

In Walmarts gibt es - so ein Photo in dem Beitrag - Spill Response Stations: Kleine Anbauten an den Regalen zum Bereitstellen von Besen, einer Handschaufel und weiteren Putzutensilien.

Aber:

> Perhaps what is interesting, is that those spill response stations' days are numbered. Walmart is rolling out autonomous robot floor cleaners.

Die Tage dieser Spill Response Stations seien gezählt. Stattdessen werden autonome Reinigungsmaschinen eingesetzt.

In dem Video berichtet ein Mitarbeiter, daß das Reinigen des Bodens bis jetzt immer einen Mitarbeiter zwei Stunden beschäftigt habe.

Wobei der eingesetzte autonome Robot einem Gerät zu entsprechen scheint, wie es davor von einem Mitarbeiter eingesetzt wurde. Der saß drauf und lenkte das Gefährt. Nun kann es sich autonom bewegen.

Er zeigt die Anwendung: Am Bildschirm wird die Route ausgewählt. Die Gurte werden eingehängt, weil sich sonst Leute auf das Gefährt draufsetzen. Dann drückt er einen blauen Knopf - und das Reinigungsgerät macht sich an die Arbeit.

Das ist damit ein typisches Beispiel dafür, daß körperlich anstrengende Arbeiten langfristig von Maschinen erledigt werden. So daß die Arbeitsplätze, die bislang nur geringe Qualifikationen erforderten, nun wegfallen.

Man mag das gut oder schlecht finden. Praktisch ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch hier nicht mehr Mitarbeiter am Abend solche Geräte teils manuell durch die Gegend schieben. Stattdessen wird der autonome Robot vorbereitet und arbeitet dann eigenständig.