Check your Website - kleine Anwendung zum Test von Redirects http - https, Zertifikaten und Hinweisen zur Konfiguration - mit Ranking-System

16.11.2018 23:54:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer eine Website betreibt, der kennt das Problem. Immer mal wieder ändern sich Dinge. Techniken, die zeitweilig top waren, gelten plötzlich als unsicher und sollten deaktiviert werden. Aber wie soll man bei all den verschiedenen Dingen auf dem Laufenden bleiben?

Im Internet gibt es einige Testseiten für solche Zwecke. Diese ermöglichen es, eine Website einzugeben und diese testen zu lassen. Die Tests kann man immer mal wieder wiederholen. So daß man bsp. bei SslLabs plötzlich sieht, daß bestimmte Techniken nicht mehr verwendet werden sollten.

Aus einigen Beobachtungen heraus entstand vor einigen Wochen die Idee, ein kleines Tool zu bauen, mit dem man eine Grundfunktion von Websites testen kann. Inzwischen werden immer mehr Websites auf https, auf einen verschlüsselten Zugang umgestellt. Aber was macht man dann mit dem http - Zugang?

Weiterleitungen einrichten, von http zu https. So die gängige Antwort. Aber was heißt das im Detail? Was sollte man nicht machen? Wie kann man bei einer Website schnell sehen, welche Konfiguration vorliegt? Ohne daß man 4 Urls manuell testen muß?

Das Ergebnis ist nun in einer ersten Version fertig und verwendbar.
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Redirect Check

https://check-your-website.server-daten.de/

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Man kann den Namen einer Website (ohne http/https und ohne www) eingeben. Und die Website testen lassen.

Wenn man als Name bsp. "server-daten.de" eingibt, dann wird der Reihe nach

- http://server-daten.de/
- http://www.server-daten.de/
- https://server-daten.de/
- https://www.server-daten.de/

abgerufen. Ferner zwei Anfragen an das Standardverzeichnis /.well-known/acme-challenge/ mit einem nicht existenten Dateinamen gestellt. Das ist interessant, wenn man ein Zertifikat von Letsencrypt nutzen möchte. Solche Anfragen sollten mit einem 404 beantwortet werden.

Ermittelt wird, welchen Statuscode der Aufruf zurückgibt, ob es grundsätzliche Fehler gibt und ob es eine Weiterleitung auf eine andere Seite gibt. Falls ja, wird dieser solange gefolgt, bis keine weitere Weiterleitung, sondern ein Http-Status 200 oder etwas anderes gefunden wird.

Die Ergebnisse werden vierfach aufbereitet:

- Es gibt einen globalen Rang: A+, A, B, C usw. bis V, W und Z.

- Zu jeder einzelnen Abfrage gibt es eine Kurzklassifikation mit Buchstaben und Farben.

- Drunter gibt es eine Liste mit Erläuterungen zu einzelnen Zeilen und Erläuterungen zu Kombinationen aus Zeilen.

- Ferner kann man sich die Http-Header zu jeder Zeile einblenden lassen.


Die Prinzipien für einen Grad B sind eigentlich relativ einfach:

1. Von http sollte immer direkt zu https weitergeleitet werden. Und zwar zur gleichen Domain. Also http://server-daten.de/ -> https://server-daten.de/, nicht auf die www-Version.

2. Wenn damit beide http-Zugriffe in https-Zugriffe umgewandelt sind, sollte eine Version (non-www oder www) als präferierte Version ausgewählt und von der nicht präferierten Version auf die präferierte Version weitergeleitet werden. Also bsp. von https://server-daten.de/ auf https://www.server-daten.de/.

3. Damit hat man bei 4 Seitenaufrufen 3 Weiterleitungen und ein einziges https - Ziel mit dem Http-Status 200.

4. Klar ist, daß das Zertifikat gültig sein sollte. Üblicherweise nutzt man ein Zertifikat mit beiden Namen (non-www und www-Version).

Den Grad A gibt es, wenn alle https-Aufrufe einen zusätzlichen Strict-Transport-Security - Header haben und alle per https gesendeten Cookies als "secure" markiert sind, also nur über https gesendet werden dürfen. A+ gibt es, wenn die Domain zusätzlich eine der etwa 60.000 Preload-Domains ist.

Die Regel 1 wurde nicht selbst erfunden, sondern stammt vom HSTS-Preload-Formular https://hstspreload.org/ , dort ist das die Regel 2 (Regel 1, das gültige Zertifikat, versteht sich von selbst).

> Redirect from HTTP to HTTPS on the same host, if you are listening on port 80.

Nur, wenn man zusätzlich alle Subdomains per https absichert, einen HSTS-Header von einem Jahr und einer preload-Direktive sendet, kann man den Antrag stellen, daß die Website in die Preload-Liste aufgenommen wird. Falls alle Bedingungen erfüllt sind, übernimmt Google die Domain in die Preload-Liste. Das ist eine hartcodierte Liste im Chrome-Browser:

https://cs.chromium.org/codesearch/f/chromium/src/net/http/transport_security_state_static.json

Vorsicht: Das sind 6 MB. Die Domains, die dort drauf sind, werden von Chrome ausschließlich per https kontaktiert. Das gilt auch dann, wenn dieser Browser noch nie auf der Website drauf war, den HSTS-Header also nicht kennen kann. server-daten.de ist da schon ziemlich lange drauf, etwa Platz 12.000.

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Beim ersten Zusammenbauen dachte ich eigentlich, daß es "fast nur" Grad-A - Seiten geben müßte. Dann wurden erste Domains getestet - und es fand sich das genaue Gegenteil: Grad A (zu dem Zeitpunkt noch ohne die Überprüfung von HSTS und Cookies) wurde fast nicht gefunden. Selbst Websites wie google.de, die auf der Preload-Liste sind, halten diese einfache Regel (1) nicht ein. Andere machen ein Redirect von https zu http (Grad F), um dann wieder bei https zu landen. Dritte Seiten haben überhaupt keine Weiterleitung, so daß Nutzer auf http + Status 200 bleiben. Das wird zum Grad H.

Oder es gibt richtige Loops (Grad L), so daß eine Site unter der non-www - Version problemlos nutzbar ist. Die https + www - Version hat aber eine Weiterleitung - auf sich selbst, da hängt der Nutzer aussichtslos fest.

Ferner gibt es diverse Websites, bei denen bsp. www.example.com per http und https erreichbar ist. example.com ist aber per https nicht erreichbar, sondern es gibt ein Timeout (Grad T) oder ein ConnectFailure (Grad V).

Die Wirkung: Ursprünglich hatte ich gedacht, mit einer Handvoll von Graden auszukommen (A - D plus Zertifikatsfehler, https-Protokollfehler und Timeout). Inzwischen sind 19 Grade (von 26 Buchstaben) belegt. Denn es hatte sich einfach gezeigt, daß die Fehler "in freier Wildbahn" vorkommen. Ein ConnectFailure weist bsp. auf eine aktive blockierende Komponente (Firewall) hin, wohingegen ein Timeout deshalb auftreten kann, weil der Port 443 nicht lauscht, also keine lauschende Komponente definiert wurde. Folglich wurden ursprüngliche Zusammenfassungen (alles, was für den Nutzer wie ein Timeout aussieht, wird als Timeout ausgegeben) in verschiedene Fehlertypen getrennt.

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Zwei Listen sind integriert: Zum einen die Google-Preload-Liste mit derzeit etwa 60.000 Domains. Da ist der obige Chrome-Quellcode die Quelle. Ferner wurde die Public-Suffix-List (unter https://publicsuffix.org/ verfügbar) integriert. Diese Liste legt fest, welche öffentlichen Domainendungen es gibt.

Das kann nicht nur eine Top Level Domain wie .de, .eu oder .com sein. Sondern es gibt bsp. diverse Länderdomains, die ein oder zwei Labels nutzen:

ac
com.ac
edu.ac
gov.ac
net.ac
mil.ac
org.ac

Man kann also eine Domain server-daten.ac registrieren. Ebenso wäre aber server-daten.com.ac denkbar. In beiden Fällen ist das eine Domain (und nicht eine Subdomain). Man benötigt also die Public Suffix List (PSL), um entscheiden zu können, ob es sich bei dem ins Formular eingetragenen Namen um eine Domain oder um eine Subdomain handelt.

Die Liste ermöglicht es, private Domainendungen, für die es keine öffentlich sichtbare IP-Adresse geben kann, sofort zu ermitteln.

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Es könnte noch die Mozilla-Preload-Liste hinzukommen. Mozilla nutzt zwar die Chrome-Liste, überprüft da wohl aber Einträge und hat deshalb eine kürzere Liste. Für die Microsoft-Liste ist mir keine Quelle bekannt.

Ferner fehlen bei Zertifikaten noch diverse Informationen. Etwa eine genauere Darstellung der Zertifikatsfehler, der SAN-Namen sowie ergänzender Features (OCSP-Stapling, CT - Certificate Transparency).

Mal sehen, ob und wann ich solche Dinge noch ergänze.

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Wer seine Ssl-Konfiguration testen will: Da ist die Testseite von SslLabs ( https://www.ssllabs.com/ssltest/ ) die beste Variante.

Brexit Mug by Lee Cartledge - completely useless - ein Becher mit dem Begriff Brexit, so daß der Becher nicht mehr als Becher zu verwenden ist - nun stellt die Bentham Pottery 100 Stück her

15.11.2018 23:54:30, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge bringen doch ein Problem so genial auf den Punkt. Das gilt für den Brexit-Becher, den man so schön in der Vorschau sieht.

Ein kräftiger Becher aus Ton. Aber mit dem negativ erzeugten Begriff "Brexit". Mit der Wirkung, daß aus dem Becher jede Flüssigkeit auslaufen würde.

Ausgedacht hat sich das Lee Cartledge, der in North Yorkshire als Töpfer arbeitet.
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Brexit mug by Lee Cartledge is completely useless

https://www.dezeen.com/2018/11/15/brexit-mug-lee-cartledge-benthan-pottery/

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Der Becher

> "sums up the whole Brexit negotiations"

faßt die ganzen Brexit-Verhandlungen zusammen. Lee Cartledge arbeitet in der Bentham Pottery:

https://www.benthampottery.com/

Dort gibt es diverse Töpfe und Becher zu kaufen, die auch individualisiert werden können. Am Dienstag, als die Einigung zwischen Großbritannien und der EU bekannt wurde, hatte er ein Bild des Bechers auf Facebook hochgeladen:

https://www.facebook.com/BenthamPottery/

Dann traten zwei Kabinettsmitglieder zurück, das Bild mit dem Becher trendete auf Twitter. Das Bild auf Facebook hatte er mit

> "Limited edition Brexit mug available from 29th March 2019"

betitelt, also dem Austrittsdatum. Eigentlich war das nur als Scherz gedacht. Stattdessen:

> "It was done as a joke, I had no idea it would attract this sort of attention," said Cartledge.

20 Minuten hatte er dafür gebraucht, die Buchstaben aus dem Becher herauszuschneiden.

> "A cup of tea is a very British thing isn't it, and to express Brexit in terms of a cup of tea, it fitted the national psyche in some way,"

Auf der Seite

Leaky Brexit Mug News - Mugs are now available for sale – see below

https://www.benthampottery.com/theleakybrexitmugwithholes/

berichtet er, daß er das eigentlich nicht kommerziell gedacht habe. Das Ausschneiden der Buchstaben sei eher schwierig. Aber nun soll es eine limitierte Edition von 100 Brexit-Bechern geben:

> However due to the interest, I have decided to make a limited edition of 100 Brexit mugs. See here for details of the costs and how to order.

80 Pfund soll ein Becher kosten, davon gehen 10 Pfund als Spende ab. Der Verkauf ist auf Großbritannien beschränkt. Er startet jetzt mit der Herstellung und will spätestens zum 15.03.2019 damit fertig sein.

Meine persönliche Vermutung zum Brexit: Da mögen einige im nächsten März triumphieren. Aber irgendwann wird sich zeigen, daß das so dermaßen viel an Problemen bereitet und Großbritannien von da an immer irgendwie am Katzentisch sitzen wird. Daß es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis irgendjemand die Initiative für ein neues Referendum ergreift. Und das politisch durchsetzt.

Bundesfinanzhof: Gilt Steuersatzermässigung für Campingplätze auch für Bootsliegeplätze? Vorabentscheidungsersuchen zum Europäischen Gerichtshof - V R 33/17

14.11.2018 23:49:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Würde man die gesplitteten Steuersätze von 7 und 19 Prozent abschaffen und nur einen einheitlichen Steuersatz einführen: Das dürfte erhebliche Vereinfachungen nach sich ziehen. Denn die jetzigen Regelungen führen immer wieder zu Überschneidungen und neuen Situationen.

Der Bundesfinanzhof hatte sich im August mit so einer Geschichte beschäftigt.

Die kurzfristige Vermietung von Campingflächen ist laut Umsatzsteuerrecht ermäßigt, also nur mit 7 Prozent Umsatzsteuer belegt. Nun gibt es einen eingetragenen Verein. Dieser überließ Bootsliegeplätze in seinem Hafen Wassersportlern, diese zahlten dafür ein sogenanntes Hafengeld. Damit durften sie im Hafen ankern, übernachten und dortige sanitäre Einrichtungen nutzen.

Sie nutzen also eine Infrastruktur, wie das ähnlich für Campingplätze und Wohnmobilhäfen zutrifft.

Dann fiel jemandem diese Analogie auf. Und der eingetragene Verein klagte. Verlor zwar, ging aber weiter zum Bundesfinanzhof. Und dieser entschied, die Frage an den Europäischen Gerichtshof weiterzuleiten.
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EuGH-Vorlage: Steuersatzermäßigung für Campingplätze auch für Bootsliegeplätze? Beschluss vom 2.8.2018

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=38291&pos=1&anz=60

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Der Gedanke gegenüber dem ablehnenden FG-Urteil:

> Demgegenüber sieht es der BFH als möglich an, dass es der in der Europäischen Grundrechtscharta verankerte allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 20 EUGrdRCh), der im Steuerrecht im Grundsatz der steuerlichen Neutralität zum Ausdruck kommt, gebietet, die Steuersatzermäßigung für Campingplätze und damit für sog. „Wohnmobilhäfen“ auch auf die Überlassung von Bootsliegeplätzen anzuwenden, soweit diese gleichartige Umsätze ausführen.

Sprich: Da die erbrachten Leistungen "im wesentlichen" dieselben sind (Platz für eine eigene Übernachtung, sanitäre Anlagen), müssen die Erträge auch nach denselben Prinzipien besteuert werden. Und nicht im einen Fall ein Aufschlag von 7 Prozent, im anderen Fall einer von 19 Prozent.

> Da diese Frage die Auslegung des Unionsrechts betrifft, war dem BFH eine eigene Sachentscheidung verwehrt und eine Vorlage an den EuGH erforderlich.

Der Beschluß:

BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 2.8.2018, V R 33/17
ECLI:DE:BFH:2018:VE.020818.VR33.17.0

EuGH-Vorlage zur Steuersatzermäßigung für die Vermietung von Bootsliegeplätzen

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&anz=60&pos=1&nr=38307&linked=ant

Das Finanzgericht hatte argumentiert, daß ein Boot zuallererst ein Beförderungsmittel sei.

> Dem stehe nicht entgegen, dass viele Boote auch Einrichtungen zum Übernachten (Kajüten) hätten und diese auf den Gastliegeplätzen entsprechend genutzt werden könnten.

Deshalb sei die Überlassung von Bootsliegeplätzen von der Formulierung "Vermietung von Plätzen für das Abstellen von Fahrzeugen" erfaßt. Dagegen wehrte sich der Kläger mit dem nachvollziehbaren Argument:

> Die Besteuerung mit dem Regelsteuersatz verletze den allgemeinen Gleichheitssatz, weil die Überlassung von Flächen für Wohnmobile und Wohnwagen dem ermäßigten Steuersatz unterläge. Damit werde ein vergleichbarer wirtschaftlicher Vorgang begünstigt.

Wohnmobile und Wohnwagen sind auch Fortbewegungsmittel, aber gleichzeitig zum Übernachten geeignet. Wie ein Boot mit Kajütte. Stattdessen sei es Wille des Gesetzgebers,

> der grundsätzlich alle kurzfristigen Beherbergungen in wie auch immer gearteten Einrichtungen mit dem ermäßigten Steuersatz habe besteuern wollen.

In dem Beschluß gibt es einen längeren Abschnitt (RN 28), in dem diverse Hinweise zu finden sind, warum das Bereitstellen von Ankerplätzen ähnlich wie das Bereitstellen von Wohnmobilplätzen zu behandeln sei.

> Denn einem reinen Freizeithafen kann im Gegensatz zu einem Industriehafen dieselbe Funktion zukommen wie einem Campingplatz. Diese funktionale und wirtschaftliche Identität kommt zum Ausdruck, wenn man auch bei Flächen für Wohnmobile von "Wohnmobilhäfen" spricht.

Dann wird darauf verwiesen, daß es zwar Regelungen zum kurzfristigen Vermieten auf Campingplätzen gäbe. Das wurde aber bereits auf die Vermietung von Campingflächen ausgedehnt. Damit könnten auch andere Flächen, insbesondere Wasserflächen, mit einbezogen werden. Und dann:

> So wie es für den Begriff des Grundstückes unerheblich ist, ob das Grundstück von Wasser überspült ist oder nicht (BFH-Urteil vom 8. Oktober 1991 V R 46/88, BFHE 167, 200, BStBl II 1992, 368), ist es für den Begriff der Campingfläche unerheblich, ob diese aus Rasen, Beton oder eben aus Wasser besteht.

Das Problem gibt es erst seit 2009, seitdem die damalige schwarz-gelbe Regierung auf Wunsch der FDP diese kurzfristigen Beherbergungen steuerlich begünstigt wurden.

> Denn wenn der Gesetzgeber Wohnmobilhäfen als "vergleichbare Einrichtungen" ansieht, gibt es keinen sachlich rechtfertigenden Grund, Bootsliegeplätze nicht als "vergleichbare Einrichtung" anzusehen. Denn entscheidend ist nicht der Aggregatzustand der überlassenen Fläche sondern ihre Funktion, d.h. es kommt darauf an, ob die Fläche zum Camping vorgesehen ist und überlassen wird. Der Begriff Camping aber umfasst eine breite Spanne von Aktivitäten, denen gemeinsam ist, dass nicht in Gebäuden übernachtet, sondern die Zeit in der freien Natur oder auf für das Campen vorgesehenen Einrichtungen verbracht wird. Das trifft auf den Bootsführer und den Wohnmobilisten gleichermaßen zu.

Da ist man dann schnell beim "Gleiches muß gleichartig besteuert werden".

Mal sehen, wie die Sache ausgehen wird.

Solstice - the Kinetic Clock - Wooden kinetic Clock expands and contracts with the passing Hours - hölzerne Uhr mit einem Stundenzeiger, die sich wie eine Blume öffnet und schliesst - von Animaro, London

13.11.2018 23:57:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

Leute, die ständig auf die Uhr sehen. Die ständig herumhetzen und einen dicht getakteten Terminkalender haben. Die würden wohl mit so einer Uhr verzweifeln. Aber für alle anderen dürfte so eine Uhr ein Schmuckstück sein.

Solstice, der englische Ausdruck für die Sonnenwende. So heißt die Uhr. Sie hat "nur" einen Stundenzeiger. Aber dieser bewegt gleichzeitig über eine an ihm angebrachte Stange ein Geflecht von lauter kleinen Holzstangen, die durch Gelenke miteinander verbunden sind.

Um 12:00 ergibt sich so ein ein großer Kreis mit einem doppelten Rahmen. Wie die Sonne, die um 12:00 den höchsten Stand hat. Oder wie eine Blume, die zu diesem Zeitpunkt am weitesten geöffnet wird.

Am Nachmittag schließt sich diese Blume langsam. Bis sie um 18:00 ihren kleinsten Zustand erreicht hat und wie ein Weihnachtsstern aussieht.

Bei Kickstarter gibt es aktuell eine Kampagne dazu.
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Solstice, the Kinetic Clock

https://www.kickstarter.com/projects/animaro/solstice-the-kinetic-clock

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> In modern day life however, time and a need for absolute accuracy has become a source of stress. We at Animaro, believe the passing of time can be something of beauty.

Die Genauigkeit der Zeit, das führt bei Leuten zu Streß. Dagegen die Idee, daß das Vergehen der Zeit etwas Schönes sein kann.

Es gibt genau 24 Gelenkstellen. So daß es bsp. 13:00 ist, wenn der Zeiger genau über dem ersten Doppelelement nach der 12 steht. Mit etwas Übung kann man also die Zeit im Bereich von einer halben bis einer Viertelstunde relativ genau ablesen. Aber eben nicht exakt.

> Solstice is a 12 hour clock with a single hour hand, much like a sundial. It does not show minutes or seconds, but rather, shows the time of day. It offers a more relaxed and meditative view of time.

Eine Gelenkstelle stellt eine halbe Stunde dar.

Ferner gibt es einen "Demo Mode". Da läuft der Zeiger in einer Minute einmal rum und fungiert als Sekundenzeiger. Switcht man zurück, wird wieder die korrekte Zeit angezeigt.

Ein Ein-Minuten-Video zeigt den Demo-Modus:

Solstice - Demo mode

https://vimeo.com/300396939

> Solstice clock completing a single 60 second rotation in demo mode.

Die Uhr läuft ganz leise. Verwendet wird Aluminium, rostfreier Stahl und Walnussholz.

640 x 640 x 90 Millimeter sind die Maße.

Die Kickstarter-Kampagne lief jetzt an. Für 395 bzw. 450 englische Pfund gibt es eine Uhr. Auslieferung soll im Juni 2019 sein.

Auf der Website

Animarodesign

http://www.animarodesign.com/

gibt es noch ein zweites Produkt. Eine Lampe, die auf einem Gitter von Holzstäben aufsetzt.

Der Zielbetrag liegt bei 25.000 Pfund, das sind etwa 28.630 Euro. Von denen sind 13107 Pfund oder 15.010 Euro bereits zusammen - bei 32 Unterstützern. Und das, obwohl das Projekt noch 29 Tage läuft. Das scheint erst heute gestartet zu sein, die FAQ sind alle von heute.

Origami Lava pours from window of abandoned House - Lava-Origami ergiesst sich aus dem Fenster eines verlassenen Hauses - Installation zum LLUÈRNIA Festival in Katalonien

12.11.2018 23:57:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Fast wird einem beim Anblick dieser Bilder unheimlich. Aber nur fast. Denn einerseits wird schnell klar, daß es sich bei den Bildern nicht um wirkliches Lava handelt, das aus dem Fenster eines Hauses zu quellen scheint. Gefahr gebannt.

Umso faszinierender sieht nun das aus, was man da sieht. In der Dunkelheit, auf die Entfernung betrachtet: Sieht das eben doch so aus, als sei das eine zähflüssige Lava, die aus einer Quelle im Hausinneren hervordrückt und den Weg durch ein Fenster nach draußen nimmt. Dort geht es die Hauswand hinab. Dann über eine Kante ein Stockwerk tiefer. Dort "verläuft" sich die Lava.

In der Nacht, mit etwas Nebel dazu, sieht das faszinierend aus.
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Origami Lava Pours from the Window of an Abandoned Building in Catalonia for LLUÈRNIA

https://www.thisiscolossal.com/2018/11/origami-lava-catalonia/

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Erfunden und hergestellt wurde diese Installation von David Oliva und Anna Juncà. Im Rahmen des LLUÈRNIA - Festivals in Katalonien. Über 10.000 gefaltete Papierstücke waren notwendig, um diesen Lavastrom zu erzeugen. Hinzu kommen Lampen, die unterhalb des Lavastroms befestigt wurden und für die Beleuchtung sorgen. Schließlich wurden Nebelmaschinen eingesetzt.

Das Haus steht in Olot. Sehr grob nordöstlich von Barcelona, im nordöstlichsten Teil von Spanien. In der Gegend gibt es tatsächlich erloschene Vulkane.

Auf der Festivalseite

Origami lava

http://www.lluernia.cat/projecte/origami-lava/

findet sich nur ein kleiner spanischer Text. Mehr Bilder gibt es unter

ORIGAMI LAVA

https://www.sp25.es/treballs/origami-lava-2/

Dort findet sich der Hinweis, daß die mit Origami-Lava bedeckte Fläche größer als 100 Quadratmeter ist.

Auf der Festivalseite

Secció: instal·lacions destacades

http://www.lluernia.cat/categories-projectes/installacions-destacades/

finden sich noch weitere Hinweise zu anderen Installationen. Leider nur mit sehr wenigen Bildern. Die wird es wahrscheinlich erst nach dem Festival geben.

79&Park - ein Gebäude wie ein Gebirge - Haus mit 169 Wohnungen aus vorgefertigten Holzmodulen wurde im Gärdet District in Stockholm eröffnet - von Bjarke Ingels Group (BIG)

11.11.2018 23:54:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manchmal kann man nur neidisch in andere Länder blicken. Die Bjarke Ingels Group (BIG) hatte erst im Oktober einen ähnlichen Häuserkomplex in Kopenhagen eröffnet. Vorgefertigte Holzmodule, Fenster bis zum Boden.

Dasselbe Prinzip wurde nun in Stockholm genutzt, um den 79&Park fertigzustellen.

Hier sind das 169 Wohnungen, die aus 3,6 x 3,6 Meter großen vorgefertigten Modulen zusammengesetzt wurden. Aber nicht einfach übereinander gestapelt, wie man das aus Berlin leider kennt.

Sondern als ein großer, ringförmiger Komplex. Mit ständigen Versetzungen, so daß es keine glatte Hauswand gibt, sondern jedes Modul seine eigene Hauswand bildet. Und mit wechselnden, ansteigenden Höhen: Vorne eine niedrigere Ebene. Nach hinten hin deutlich ansteigend. Schließlich sind die Dächer keine langweiligen Flachdächer. Sondern begrünt und wohl zum Nutzen gedacht.
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BIG’s dramatic “hillside” apartments officially open in Stockholm

https://inhabitat.com/bigs-dramatic-hillside-apartments-officially-open-in-stockholm/

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Wenn man sich das Bild 3 in dem Artikel ansieht, dann sieht man, wie gewaltig unterschiedlich hoch das Gebäude ist. Am niedrigsten Punkt dürften das etwa zwei Stockwerke übereinander sein. Am höchsten Punkt mindestens 10 Stockwerke.

Da es überall Fenster über die gesamte Seitenfront gibt, wirkt das auch nicht wie ein monolithischer Block. Sondern eher wie ein aufeinandergeschachtelter Berg von lauter Holzhütten.

Unten ist u.a. eine Vorschule untergebracht.

Im Innenhof gibt es auch diverses Grün. Bei

Även hyllade 79&Park invigt – Oscar laddar nu för Gasklockan

https://www.fastighetsvarlden.se/notiser/aven-hyllade-79park-invigt-oscar-laddar-nu-for-gasklockan/

finden sich Bilder zum Innenhof. Teils Hochbeete mit Holzverkleidung. Dazwischen auch Sitzflächen.

Bei Archdaily

79&PARK / BIG

https://www.archdaily.com/905534/79-and-park-big

findet sich die Information, daß das 25.000 Quadratmeter sind. Das wären bei 169 Wohnungen 147 Quadratmeter pro Wohnung. Da wird wohl noch etwas für die öffentlichen Flächen im Erdgeschoss abgehen. Ladugårdsgärdet, Stockholm, Sweden ist der genaue Ort.

Da gibt es einige interessante Skizzen. Zum Innenhof gibt es drei Eingänge. Die höchste Ecke im Nordosten überragt die umliegenden Gebäude deutlich.

Kann BIG nicht mal in Berlin so ein paar Häuser hinstellen?

Der Beitrag vom 09.10.2018 zu dem Haus in Kopenhagen:

Dortheavej Residence - 66 schicke Wohnungen in Kopenhagen für Personen mit nicht zu hohem Einkommen - Holz, Fenster bis zum Boden und kleine Balkone von Lejerbo und Bjarke Ingels Group - BIG

https://blog.server-daten.de/de/2018-10-09/Dortheavej-Residence---66-schicke-Wohnungen-in-Kopenhagen-fuer-Personen-mit-nicht-zu-hohem-Einkommen---Holz--Fenster-bis-zum-Boden-und-kleine-Balkone-von-Lejerbo-und-Bjarke-Ingels-Group---BIG-413

Holz, Fenster bis zum Boden und nicht ein "glatter Kasten", sondern eine Struktur mit vielen Ecken, Erkern und Winkeln. Für Vögel dürfte so ein Haus ein Paradies sein. Und nicht nur für Vögel.

New Public Hydrant - öffentliche Hydranten in New York als Trinkwasserspender nutzen, anstatt Wasser in Plastikflaschen zu kaufen - von Agency-Agency und Chris Woebken im Rahmen des Programms Water Futures

10.11.2018 23:55:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Persönlich habe ich mir wohl noch nie Sprudel oder ähnliches gekauft. Warum? Weil das Leitungswasser hier in Berlin Trinkqualität hat. Es wird ja auch zum Kaffeekochen und Kochen verwendet, ohne daß man sich deshalb Sorgen macht. Und weil ich einfach keinen Sinn darin sehe, etwas, das aus dem Hahn kommt, die Treppen hochzuschleppen.

In manchen Städten, etwa in Rom, ist das ebenfalls üblich. Es gibt öffentlich zugängliche Trinkwasserstellen, die werden fleißig genutzt.

Für New York gibt es nun eine ähnliche Idee: Aufsätze, die an vorhandene Hydranten angeschraubt werden können. Und die es ermöglichen, Tieren und Menschen Wasser zur Verfügung zu stellen. Entweder zum direkten Trinken. Oder zum Auffüllen von Flaschen.

Entwickelt hat dies die Agentur Agency-Agency und Chris Woebken.
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New Public Hydrant would let New Yorkers drink from city water mains

https://www.dezeen.com/2018/11/09/new-public-hydrant-agency-agency-chris-woebken-water-futures-ado/

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Im Sommer gab es ein Programm "Water Futures" von dem Creative Space A/D/O in Brooklyn.

> Curated by Jane Withers, the initiative aims to find design responses to the world's increasingly pressing water scarcity issues.

Die Website

https://a-d-o.com/research-programs/water-futures

spricht von einer "toxischen Wasserkultur" in den Großstädten:

> Responding both to tensions around access to clean drinking water in the urban environment and the shift for cities to ban single use disposable plastic bottles, Water Futures aims to inspire the creative community to take action in reimagining our toxic drinking water culture.

Allgemein ist es um die Wasserqualität in den USA wohl nicht so gut bestellt: Agency-Agency:

> "While New York City is one of only five major cities in the country with a high enough water quality that does not require filtration, this fact is often neglected in favour of purchasing filtered water in plastic bottles"

Es gibt wohl nur 5 große Städte, in denen die Wasserqualität hoch genug ist, ohne daß Filter notwendig sind.

Es gibt drei verschiedene Konzepte: Das erste ist das, was man in dem Vorschaubild sieht: Hydrants for All. Unten gibt es eine Schale für Hunde. Drüber zwei kleine Becken zum direkten Trinken und zum Auffüllen von Flaschen. Ganz oben nochmals eine kleine Schale für Vögel. Verbunden mit einem senkrechten Rohr.

Die zweite Variante ist zum Auffüllen von Flaschen gedacht. Ein senkrechtes Rohr nach oben, das einen Bogen wieder nach unten macht. Ein Hebel am unteren Verbindungsstück zum Hydranten. So daß man dort gezielt aufdrehen und mit der anderen Hand die Flasche drunterhalten kann.

Die dritte Variante "Hydration Space" ist ein senkrechtes Rohr nach oben, das eine Fontäne erzeugt. Zur Abkühlung der Umgebung und für Kinder gedacht.

Alle drei Varianten sollen integrierte Abschaltventile haben, die eine Wasserverschwendung verhindern sollen.

In Verwendung werden zwei der drei Varianten bei Chris Woebken

New Public Hydrants

https://chriswoebken.com/New-Public-Hydrants

gezeigt.

MyU - Self-repair umbrella - Regenschirm aus ersetzbaren Einzelteilen, der leicht repariert werden kann - von der israelischen Designerin Liad David

09.11.2018 23:53:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

"Den will ich haben" - fällt mir da eigentlich nur ein. MyU - my Umbrella. Ein Regenschirm aus Einzelteilen, die ausgetauscht / ersetzt werden können.

Bei Regenschirmen ist das Problem ganz einfach: Die Dinger gibt es zwar relativ günstig. Und zum Zusammenklappen, so daß sie in eine schmalere Tasche reinpassen. Aber irgendwann gibt es einmal einen kräftigen Windstoß. Oder sehr böigen Wind aus wechselnden Richtungen. Dann stülpt es den Regenschirm um. Einzelne Streben verbiegen sich. Oder irgendetwas reißt.

Schließlich wird der Schirm irgendwann so lummelig, daß er nicht mehr seinen Zweck erfüllt. Aber nun eben komplett weggeworfen werden muß, obwoh bsp. nur zwei nebeneinanderliegende Streben kaputt sind.

Die israelische Designerin Liad David hat deshalb ein Konzept bzw. einen fertigen Schirm entworfen. Der aus einzelnen, austauschbaren Komponenten besteht. Die sich bei Beschädigungen austauschen lassen. So daß der Schirm weiterhin genutzt werden kann.
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the self-repair myu umbrella is a long-term relationship you can commit to

https://www.designboom.com/design/self-repair-myu-umbrella-design-11-09-2018/

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Die jetzige Form mit zusammenklappbaren Streben geht wohl auf den Engländer Samuel Fox zurück, der so einen Schirm 1852 zum ersten Mal anbot. Schirme gibt es aber schon viel länger, im alten China gab es bereits welche.

Die Idee von Liad David:

> she imagines the popular use of an easy-to-repair umbrella designed to put the shelf-life of the product in the hands of the person using it

Sie stellte sich vor, wie es wäre, wenn es einen einfach zu reparierenden Regenschirm geben würde. So daß die Lebensdauer des Schirms von der Person abhängt, die den Schirm nutzt. Die Folgerung:

> MYU is an umbrella that allows the user to repair and change it by using simple components such as screws, rods and fabrics, which are readily accessible.

Der Nutzer kann den Regenschirm reparieren. Oder einzelne Komponenten austauschen, etwa eine andersfarbige Bespannung.

> David sees the self-repair element of a product as a starting point for a significant change in the consumption of disposable products.

Sie sieht diese Möglichkeit zur Selbstreparatur eines Produktes als Startpunkt für eine signifikante Veränderung im Konsum dieser "Einmalprodukte".

> ‘repair it yourself is better for the environment, saves your money and makes us attached to our objects. the ability to ‘fix it yourself’ gives back the designers the power to extend shelf-life of products and calls’.

Das Reparieren ist besser für die Umwelt, spart Geld und verbindet den Nutzer mit seinem Objekt. Damit wird die Fähigkeit zur Reparatur etwas, das für Designer interessant wird.

Ansonsten hat der Schirm noch einen besonderen Griff: Nämlich nicht einfach ein Griff, sondern ein großzügiges Rechteck mit abgerundeten Ecken. So daß man auch einen Arm durchschieben kann. Bei Trockenheit läßt sich der Schirm auch einhängen, so daß man keine Hand dafür braucht. Oder zwei Personen halten den Schirm gemeinsam.

Mit 6 Streben bildet die Schirmfläche ein Sechseck. Er ist also etwas kantiger als ein 8-Eck.

Leider gibt es keine genaueren Bilder. Auch sonst fanden sich kaum weitere Informationen. Das einzigste sind drei Photos auf dem Portal

https://www.yooying.com/p/1793507779963270736

von der Nutzerin Tali Tsour @talitsour, die fünf Monate alt sind.

Das müßte mal jemand zur Produktreife entwickeln, daß ein Unternehmen die Einzelteile produziert. Und man so ein Set kaufen könnte.

Bursts of Stylized Flowers - Louise Jones (Ouizi) bemalt graue Hauswände mit riesengroßen Blumen - Flowers For Buffalo - Part of the Public Art Initiative of the Albright-Knox Art Gallery in New York

08.11.2018 23:50:27, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Großstädten gibt es viele Häuser mit hohen Hauswänden. Meist sind die grau oders andersfarbig. Jedenfalls meist einfarbig und wenig anregend.

Aber ginge das auch anders? Louise Jones, die unter dem Künstlernamen Ouizi aktiv ist, bemalt hohe Hauswände. Mit riesengroßen, stilisierten und farbigen Blumen.

Im Rahmen der Public Art Initiative der Albright-Knox Art Gallery in New York hat sie nun im Stadtteil Buffalo, New York ein großes Mural fertiggestellt: "Flowers For Buffalo". Das ist nun das - zumindest derzeit - größte Mural im westlichen New York.
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Bursts of Stylized Flowers by ‘Ouizi’ Transform Buildings Into Floral Canvases

https://www.thisiscolossal.com/2018/11/ouizi/

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Teils orientiert sie sich an Blumen aus der Natur. Teils praktiziert sie auch etwas wie einen Mix aus

> botanical realism with a stylized, sinuous technique

"Flowers For Buffalo" hat ein dichtes Zentrum, wie ein Blumenstrauß. Dort ist die Hauswand komplett bemalt. Einzelne Zweige mit Blüten und Früchten ragen nach außen, dort dient die bisherige Farbe der Hauswand als Hintergrund.

Einen anderen Aufbau gibt es teilweise bei den anderen dortigen Bildern. Wobei oft die bisherige Hausfarbe dunkel ist, so daß die hellen Blumen das Gebäude aufhellen. Dort gibt es immer wieder "Endlosbänder", bei denen Zweige mit Blüten von links und rechts hineinzuragen scheinen.

Viele weitere Arbeiten finden sich auf ihrem Instagram-Account:

Ouizi

https://www.instagram.com/0uizi/

Dort gibt es auch Aufnahmen von Blumen, die quasi als Modell dienen. Und Arbeiten, bei denen Holzplatten als Untergrund dienen.

Auf ihrer Website

http://www.louisechen.com/

sind zumindest auf der Unterseite

Murals

http://www.louisechen.com/murals/

meistens die Standorte angegeben. Viele sind in Detroit zu sehen, wo sie wohnt. Aber es gibt auch Bilder in New York, Los Angeles, Shanghai und anderswo.

Der erste Link enthält ein kleines Video:

#AKPublicArt Spotlight: Louise Jones's "Wildflowers for Buffalo"

https://www.youtube.com/watch?v=N7MvLGPzEVY

Da gibt es Ausschnitte aus dem Entstehungsprozess von "Flowers For Buffalo". Und den genauen Standort:

> Louise Jones’s mural for The Sinclair Building, located at 465 Washington Street, draws inspiration from the structure’s original tenets: an early-20th-century hat manufacturer. Based on conversations with building owners, historians, and horticulturalists, Jones has incorporated aspects of period design, hatpins, and flora native to Western New York into her composition, which builds on the dynamic and often borderless floral motifs found in her public works.

465 Washington Street. Allerdings scheint wohl bei Google Maps die Nummerierung nicht ganz zu stimmen. Da findet man das Haus, es wird aber mit der Hausnummer 451Washington Street, Buffalo, New York ausgegeben.

451 Washington St Buffalo, New York

Stand Sommer 2017, da war das Haus noch in diesem weißen Ton gestrichen.

Faszinierend, wenn man bei dieser Ecke - ein Parkplatz - den Eindruck davor und danach vergleicht.

NET GUARD Drone - UAV drone concept rescues people from highrise fire emergencies - Drohne, die sich zu einem Sicherheitsnetz auseinanderzieht und Menschen aus brennenden Hochhäusern rettet

07.11.2018 23:40:48, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Hochhaus, das in Brand gerät, so daß Menschen oberhalb des Brandherds der Fluchtweg versperrt ist. Oder, eigentlich bereits weitaus simpler: Ein normales, fünfstöckiges Wohnhaus. In einer Wohnung im ersten oder zweiten Stock bricht ein Brand aus, der sich nach oben ausbreitet. Das Treppenhaus ist als Fluchtweg versperrt.

Ein Drohnen-Konzept schlägt eine andere Lösung vor.

Eine Drohne, die zunächst wie ein Quadrocopter aussieht: Also vier Rotoren hat. Damit kann die Drohne schnell aufsteigen und gelangt in die Nähe eines Fensters. Oben ziehen sich die Rotoren auseinander. Und ziehen ein Sicherheitsnetz aus. Dort kann ein erwachsener Mensch hineinspringen und wird dann sicher zum Boden geflogen.

Aktuell ist das eine Konzeptstudie von 6 Studenten aus Guangzhou, China. Das kam auf die Shortlist des Golden Pin Concept Design Award.
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NET GUARD drone rescues people from highrise fire emergencies

https://www.designboom.com/technology/net-guard-drone-11-07-2018/

Ein Video zeigt die Idee des Einsatzes: Net Guard

https://www.youtube.com/watch?v=9VwhlPXxzWI

> NET GUARD is a high-altitude rescue UAV design concept. It won the Golden Pin Concept Design Award 2018 Design Mark.

Die Drohne soll gestartet werden, wenn es Brandmeldungen gibt. Per GPS findet sie das brennende Hochhaus.

Das Netz soll aus vier Schichten aus Polyurethan bestehen. Stark genug, um eine erwachsene Person tragen zu können. Sensoren sollen die Person beim Sprung erfassen. Die Steuerung soll sicherstellen, daß die Person sicher vom Netz aufgefangen wird.

Aktuell ist das eine Konzeptstudie von Diao Hao-Ming (刁浩明), Liu Xiang (刘翔), Li Hao-Hua (李浩华), Zhu Nan-Tong (朱南通), Li Guo-Yu (李国宇) und Hu Zhen-Yuan (胡振源).

Bis zur Umsetzung dürfte das noch ein sehr weiter Weg sein. Aber wenn man sich die Entwicklungen aus den letzten Jahrzehnten ansieht, dann dürfte das auf längere Sicht lösbar sein.

Mal sehen, ob die Studenten die Idee weiterentwickeln und damit irgendwann den Markteintritt schaffen. Überall dort, wo Helfer relativ nah an eine Person in Not herankommen können, die "letzten Meter" aber unüberwindlich sind, könnte so eine Drohne eingesetzt werden.

Auf der Website des Golden Pin Award

http://www.goldenpin.org.tw/en/

fanden sich noch keine Informationen. Da scheinen bis jetzt nur die Preisträger vom Vorjahr gelistet zu sein.

A third of UK-people are now eating less or no meat - Supermarktkette Waitrose beobachtet, dass ein Drittel der Kunden sich meist fleischlos ernährt

06.11.2018 23:58:19, Jürgen Auer, keine Kommentare

Sich fleischlos ernähren oder nur ein oder zweimal pro Woche Fleisch zu essen: Das war noch vor zwanzig Jahren bei vielen Leuten eher die Ausnahme. Die britische Supermarktkette Waitrose hat sich nun genauer angesehen, wie das bei eigenen und anderen Kunden gehandhabt wird.

Mit dem Ergebnis: Etwa jeder achte Brite ist Veganer, also etwa 12 %. Etwa 21 % kann man als Flexitarians bezeichnen. Es gibt also nur selten Fleisch, Fleisch steht nicht im Mittelpunkt der Ernährung. Zusammen sind das 33 %, also jeder dritte Brite.
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A third of people in the UK are now eating less or no meat

https://inhabitat.com/a-third-of-people-in-the-uk-are-now-eating-less-or-no-meat/

Beim Guardian: Third of Britons have stopped or reduced eating meat - report

https://www.theguardian.com/business/2018/nov/01/third-of-britons-have-stopped-or-reduced-meat-eating-vegan-vegetarian-report

Der Report zum Download: The Waitrose Food & Drink Report

https://www.waitrose.com/home/about_waitrose/the-waitrose-fooddrinkreport.html

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Waitrose hat aber nicht nur die eigenen Kunden beobachtet, sondern Kunden aller Ketten. Leute denken darüber nach, wie sie selbst etwas gegen den Klimawandel tun können. Die Reduktion von Fleisch und Milchprodukten ist eine Möglichkeit.

Es gab einerseits eine Stichprobe von 2000 Personen. Zusätzlich wurden Millionen von Einkäufen offline und online ausgewertet.

"The Vegan Society" berichtet, daß die Zahl der Veganer in Großbritannien von 150.000 auf 600.000 in den letzten vier Jahren gestiegen sei. Waitrose hatte im letzten Mai damit begonnen, vegane Bereiche in seinen Supermärkten einzurichten.

Natalie Mitchell, Waitrose’s head of brand development:

> “This year, we’ve seen vegan food go mainstream”
> “Whether cooking at home, buying prepared food or trying the newly vegan-friendly restaurants, people are discovering that it tastes amazing.”

Vegetarische Ernährung kommt im Mainstream an.

60 % der Veganer und 40% der Vegetarier berichteten, daß sie in den letzten fünf Jahren ihren Lebensstil geändert hätten. Für 55 % war das Wohl der Tiere wesentlich, 45 % ging es um die eigene Gesundheit und 38 % um die Umweltfolgen.

In diesem Jahr gab es einen Forschungsbericht. Würde man komplett auf Fleisch und Milcherzeugnisse verzichten, könnten die globalen landwirtschaftlich genutzten Flächen um 75 % reduziert werden. Das wäre die Fläche der USA, China, der EU und Australien zusammengenommen.

Siena International Photo Awards - faszinierende Photos aus der ganzen Welt, ausgewählt aus 48.000 Vorschlägen

05.11.2018 23:57:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer hier in Deutschland arbeitet, der mag manchmal viel um die Ohren haben. Aber immer wieder kann man über Entwicklungen und Projekte von anderen Stellen der Welt erfahren.

So gibt es die Siena International Photo Awards. Einen Wettbewerb um die besten, eindrücklichsten oder auch erschütternsten Bilder.

Die Aufgabe, aus über 48.000 Vorschlägen die besten Photos auszuwählen, ist schon eine Mammutaufgabe. BoredPanda zeigt eine Auswahl davon, deren Reihenfolge sich durch Nutzerbewertungen verschieben kann.
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20+ Amazing Photos That Won The Prestigious Siena International Photo Awards

https://www.boredpanda.com/siena-international-photo-awards-winners-2018/

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Persönlich sind mir zuallererst einmal diese Tieraufnahmen ein Rätsel. Auch wenn es starke Teleobjektive gibt, muß man doch "einigermaßen nah ran".

Leider lassen sich - im Gegensatz zu anderen Beiträgen bei BoredPanda - die Einzelbilder nicht direkt verlinken.

Auf der Website

https://sipacontest.com/gallery/2018/

gibt es die einzelnen Kategorien:

Gallery: Animals in their Environment

https://sipacontest.com/gallery/2018/category.php?cat=6

Ein Seeleopard, der das Maul weit aufreißt, vor ihm ein kleiner Pinguin. Zweimal schaffte es der Pinguin wohl, zu entkommen. Beim dritten Mal wurde er geschnappt.

Oder Ameisen, die gemeinsam einen Frosch festhalten. Da hat wohl der Frosch versucht, Ameisen zu fressen. Aber nun halten diese ihn an beiden Hinterbeinen fest, der Frosch hängt nach unten.

Ein Braunbär in einem See. Die Fische versuchen, Abstand zu halten.

Ein Winter in Ontario. Da kommen Schneeeulen von der Arktis, um Feldmäuse auf den Feldern zu jagen. Dann gab es einen Schneesturm. Und eine Schneeeule, die - kaum sichtbar - mitten im Sturm auf dem Feld sitzt.

Lauter Barracudas, die einen Ring bilden. Drunter ein Taucher.

Unter

https://sipacontest.com/gallery/2018/category.php?cat=5

gibt es weitere Tierbilder. Etwa ein Chamäleon, dessen endlos lange Zunge grade auf eine Libelle zusteuert, die wohl gleich geschnappt und verspeist wird.

Es fällt auf, daß immer wieder Bilder mit dabei sind, die wohl von Drohnen gemacht wurden. Eine neue Art, auf die Welt zu blicken, die es früher so noch nicht gab.

The Gantry - WikiHouse workplaces on former Olympic Broadcast Centre at the Queen Elizabeth Olympic Park in London - in ehemaliges Fernsehzentrum der Olympischen Spiele 2012 werden 21 kleine Häuser eingebaut - von Hawkins\Brown

04.11.2018 23:50:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Olympische Spiele sind in den Industriestaaten inzwischen durchaus umstritten. Diverse Gebäude werden extra gebaut. Und danach womöglich wieder abgerissen oder sie zerfallen. Teils stimmt die Bevölkerung (siehe Hamburg) nun gegen die Durchführung von Spielen.

Bei den Londoner Spielen 2012 gab es ein großes Pressezentrum. Das sollte - so der ursprüngliche Plan - nach den Spielen wieder abgerissen werden. Stattdessen wurde es auf sein Stahlgerüst reduziert. Und in dieses 21 kleine Häuser eingebaut. Das Projekt heißt nun "The Gantry". "Here East" ist der Teil des Queen Elizabeth Olympic Park, wo das Pressezentrum stand. Geplant und gebaut wurde das von Hawkins\Brown.
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The Gantry at Here East - A new creative community

https://www.hawkinsbrown.com/projects/the-gantry-at-here-east

Bei Dezeen: Hawkins\Brown installs WikiHouse workplaces on former Olympic Broadcast Centre

https://www.dezeen.com/2018/10/26/hawkins-brown-wikihouse-workplaces-here-east-olympic-broadcast-centre-architecture/

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Ein 240 Meter langer Stahlrahmen, der Belüftungsequipment für das Broadcast-Studio dahinter enthielt. Eigentlich sollte das abgerissen werden. Aber:

> Rather than demolish this striking construction, we saw potential in its ultra-rational grid and opportunities to insert objects onto its enormous decks.

Anstatt das zu demolieren, sah Hawkins Brown die Möglichkeit, dort Objekte hineinzubauen. 21 individuelle Studios für Künstler wurden dort eingebaut. Die über Wege miteinander verbunden sind.

Das WikiHouse:

> Wikihouse is an open source design and construction toolkit that harnesses these changes for the building industry. It uses a standardised kit of parts but enables a high degree of customisation in size, shape, openings, cladding and plug + play equipment.

Ein Design- und Konstruktionstoolkit. Einerseits standardisiert. Andererseits ermöglicht es hohe individuelle Anpassungen.

Ein kleines Video versucht, einige der Prinzipien zu erklären.

The Future of Construction with The Gantry

https://www.youtube.com/watch?v=p59SRXKYcM8

Demnach gab es vor 10 Jahren solche Konstruktionstechniken noch gar nicht.

Nick Gaskell zu Dezeen:

> "We were very focused on humanising what could have been a very brutal and relentless structure."

Diese metallische Struktur sei eigentlich brutal und erbarmungslos gewesen. Aber so konnte sie humanisiert werden.

Die Wikihäuser konnten außerhalb in Teilen vorgefertigt werden. Die Teile kamen auf die Baustelle, direkt in das stählerne Gerüst hinein. Und wurden dort sehr schnell zusammengebaut.

> "Spatial and structural constraints prevented us from assembling entire studios off-site and lifting them onto the gantry"

Die Stahlstruktur hatte es ausgeschlossen, ganze Häuser außerhalb zusammenzubauen und sie dann in die Stahlstruktur hineinzuheben. Dagegen ist dieses Wikihouse-System ideal: Das Haus kommt in einzelnen flachen Paketen an.

Einerseits sei das Broadcast Centre ein 240 Meter langer Schuppen ohne Fenster gewesen. Und es hatte ursprünglich keine Idee für eine Nachnutzung gegeben - außer eben den Abriß. Gleichzeitig gab es eine hochmoderne Datenanbindung mit einer entsprechenden Infrastruktur. Das machte es eigentlich ideal für eine technologische Nutzung. Schließlich gab es eine "strukturelle Großzügigkeit", die man sonst in London kaum mehr findet.

> The long spans and 10-metre-tall spaces allowed us to create a variety of space types through cuts and insertions of new floor plates.

10 Meter Höhe pro Stockwerk.

Das Ergebnis sind 21 Gebäude in einem Rahmen, die es so nirgendwo sonst geben würde. Weil niemand auf die Idee käme, ein neues Gebäude nach so einem Prinzip - Stahlrahmen mit eingebauten kleinen Holzhäusern - zu entwerfen und zu bauen.

Brixel Mirror - an interactive kinetic art sculpture - Brixel kombinieren Backsteine mit Pixeln und erschaffen eine dynamische Wand - vom New Yorker Studio Breakfast

03.11.2018 23:51:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Wand, die sich bewegt. Die auf Bewegungen reagieren kann. Oder die ganz ruhig, einfach als Raumtrenner fungiert. All das ist der "Brixel Mirror", der Spiegel bzw. die Wand aus "Brixeln".

Brixel sind von der Form wie Backsteine. Die eine Seite ist schwarz, die andere Seite trägt einen Spiegel. Davon wurden insgesamt 540 dieser Brixel wohl so aufgehängt, daß das zuerst einmal wie eine geschlossene Wand wirkt. Jeder Brixel kann sich um sein Zentrum horizontal drehen. So daß sich entweder eine geschlossene Wand. Oder - bei einer 90°-Grad-Drehung aller Brixel - eine durchlässige Struktur ergibt.

Aber das kann noch mehr.
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Brixels are modular blocks that can be combined to create moving walls

https://www.dezeen.com/2018/11/02/brixels-modular-blocks-breakfast-moving-walls-installation/

Das Video aus dem Beitrag direkt auf YouTube:

BREAKFAST - Brixel Mirror (interactive kinetic art sculpture)

https://www.youtube.com/watch?v=Z-5cVpWhp30

Brixel Mirror is a 19 foot wide by 6 foot-tall installation made up of 540 Brixels™, black on one side and mirrored on the other. Brixel Mirror is the first installation built by BREAKFAST to utilize their Brixels technology.

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19 Fuß sind etwa 5,7 Meter, 6 Fuß sind 1,82 Meter. Wichtig ist der Hinweis am Anfang des Videos. Da wurde nichts nachbearbeitet. Die "kinetische Skulptur" verhält sich direkt so.

Das kann wie ein Display funktionieren: Die meisten Brixel sind so gedreht, daß die spiegelnde Seite zum Betrachter zeigt. Wenige zeigen die schwarze Seite, das erzeugt Nummern oder kurze Texte.

Das kann aber auch die Dynamik von Musik anzeigen. Wie Balken, die nach oben und unten gehen. Oder die Skulptur reagiert auf Hand- und Armbewegungen.

> Viewed from a distance, an installation made with Brixels can look like a digital display, with each brick standing in for one pixel. And as with pixels, each Brixel is controllable, via an app that communicates with the installation.

Interessant ist, wenn sich die Mauer auflöst in Drehbewegungen. Oder wieder zur Mauer wird. Und sind alle Spiegel auf einer Seite, kommt es zu unzähligen Spiegelungen aus der Umgebung.

Ein kurzes Video auf Instagram

https://www.instagram.com/p/BpZUKabB9Jh/

zeigt das Innenleben eines Brixels. Es gibt eine zentrale Stange, die vom Bodenelement nach oben geht. In diese werden die einzelnen Brixel eingehängt.

Laut der Website des Studios

Brixel mirror

https://breakfastny.com/brixel-mirror

gibt es auch in kleines Video, welches das "Making Of" zeigt:

BREAKFAST - The Making of Brixels™ and Brixel Mirror

https://www.youtube.com/watch?v=nKzrupwnI0M

> Take a behind the scenes look at the team prototyping and building the first Brixels, eventually culminating in Brixel Mirror, the first installation to leverage the new tech.

Mal sehen, ob es irgendwann einmal einen deutlich größeren "Brixel Mirror" geben wird.

Browser Extension stole private Facebook Messages - Browser-Erweiterung hat die privaten Nachrichten von mindestens 81.000 Accounts gestohlen

02.11.2018 23:50:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Browser sind aus der heutigen Computernutzung nicht mehr wegzudenken. Und eigentlich sind Browser inzwischen auch meist sehr sicher. Sofern sie aktuell und gepatcht sind.

Allerdings gibt es eine strukturelle Sicherheitslücke: Das sind Browsererweiterungen, Extensions. Manche verwenden diese gar nicht. Ich nutze praktisch nur einen Adblocker.

Andere nutzen sehr viele Browsererweiterungen. Aber eine Browsererweiterung kann per definitionem auf so gut wie alles zugreifen, was im Browser angezeigt wird.

Nun wurde bekannt: Eine Erweiterung hatte es auf private Facebook-Nachrichten abgesehen. Und auf diesem Weg Daten von mindestens 81.000 Accounts geklaut.
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A Browser Extension Apparently Stole the Private Facebook Messages of at Least 81,000 Accounts

https://gizmodo.com/a-browser-extension-apparently-stole-the-private-facebo-1830175571

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Ausgangspunkt ist ein BBC-Report: Private messages from 81,000 hacked Facebook accounts for sale

https://www.bbc.com/news/technology-46065796

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Demnach wurden die privaten Nachrichten zum Verkauf angeboten. BBC Russian Service erhielt ein entsprechendes Angebot. Die meisten Accounts waren aus Russland oder der Ukraine. Aber es gab auch Accounts aus Großbritannien, den USA, Brasilien und aus anderen Ländern. Angeboten wurden Accounts für 10 Cents.

Guy Rosen, VP of Product Management von Facebook, verweist darauf, daß sie die Browserhersteller informiert hätten, so daß die kritische Browsererweiterung nicht mehr verfügbar sei.

Allerdings scheint nicht ganz klar zu sein, wieviele Accounts tatsächlich davon betroffen sind. Ursprünglich berichteten die Anbieter, daß sie 120 Millionen Accounts hätten. Die 81.000 online verfügbaren Accounts waren wohl nur ein Beispiel. Da waren aber auch private Nachrichten drin.

BBC Russia Service hatte fünf Nutzer kontaktiert, deren Daten in diesem Sample waren. Die bestätigten die Echtheit der Daten. Teils waren das Photographien aus dem Urlaub. Ein Chat über ein Konzert. Ein Klagen über einen Schwiegersohn. Aber auch intime Korrespondenz von einem Paar.

Facebook berichtet, daß es eine Erweiterung gewesen sei, hat aber den Namen dieser Erweiterung nicht genannt.

> Facebook has not named the extensions it believes were involved but says the leak was not its fault.

Die Lücke sei nicht ihr Fehler.

Guy Rosen:

> “We encourage people to check the browser extensions they’ve installed and remove any that they don’t fully trust. As we continue to investigate, we will take action to secure people’s accounts as appropriate.”

Das stimmt zwar. Nur: Wie sollen das Laien wissen bzw. herausfinden, daß eine solche Browsererweiterung Facebook-Nachrichten abschöpft? So daß man ihr nicht vertrauen sollte. Die Konsequenz kann dann nur heißen: Möglichst gar keine Browsererweiterung nutzen. Oder eben eine Plattform wie Facebook möglichst nicht nutzen.

Gacha Bus - self driving bus that works in any weather condition - MUJI und sensible 4 entwickeln autonomen Kleinbus, der auch bei extremen Wetterbedingungen funktioniert - Start 2019 in Helsinki

01.11.2018 23:06:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin ist das ja manchmal ein Spott: Im Winter hat die S-Bahn mit der Kälte Probleme, im Sommer mit der Hitze. Aber in Berlin ist es noch vergleichsweise mild. In einem Land wie Finnland oder auch Japan mit diversen Gebirgen können ganz andere Bedingungen herrschen als hier im märkischen Flachland.

Wenn dort ein autonomer Bus unterwegs ist, dann muß dieser auch deutlich robuster sein.

Sensible 4 ist ein finnisches Unternehmen, das sich mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt, die zu jeder Jahreszeit funktionieren. Auch im Winter. Nicht im deutschen, sondern im finnischen Winter. MUJI ist ein japanisches Unternehmen, das für das Design des Gacha Busses verantwortlich ist.
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MUJI is developing self-driving buses that can function in any weather condition

https://www.designboom.com/technology/muji-self-driving-bus-sensible-4-helsinki-11-01-2018/

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10 Sitzplätze und 6 Stehplätze hat der Bus. Von außen her ist das ein rundes Design, das keine richtige Front- oder Hinterseite kennt. Nach dem Start in Helsinki im März 2019 soll der Bus in drei finnischen Städten eingesetzt und getestet werden.

Derzeit sei es so, daß heftiger Regen, Nebel und Schnee für die autonom fahrenden Fahrzeuge große bis unüberwindliche Hindernisse sind. Aber sensible 4 hat sich schon lange mit solchen Außenbedingungen beschäftigt und hat damit einen Vorsprung.

Wenn die Tests erfolgreich sind, soll es 2020 eine ganze Gacha - Flotte geben.

Bei https://www.muji.net/store/ fand sich ein Link zu

Project for Public Bus Transportation in Finland: Announcement of design collaboration: Gacha - Autonomous Shuttle Bus for All Weather Conditions

https://ryohin-keikaku.jp/eng/news/2018_1101_e.html

Demnach hat ein Gacha Bus die Maße 4.5 * 2.5 * 2.8m (L*W*H) und eine Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h. Die Reichweite liegt bei 100 Kilometern, es gibt eine Schnellladestation. Kabelloses Laden gibt es als Option.

Bei http://sensible4.fi/

gibt es ein kleines Video:

Sensible 4 autonomous system ultimate winter challenge at Muonio Lapland 2018

https://www.youtube.com/watch?v=tEDMm7x9ONk

> Compiled video of our test and demo week in Lapland, open road conditions during January 2018

Da fährt ein kleines autonomes Auto bei -27° herum. Dann verläßt es bei Schneefall die Straße, biegt in eine Seitenstraße ein - und läßt erst einmal eine Person auf Skiern vorbei. Wenn eine Person vor dem Auto im Weg steht, hält es an. Läuft die Person weg vom Auto, folgt es. Macht die Person schließlich den Weg frei, wird das Auto wieder schneller. Das alles im Dunkeln auf einem Schneeboden.

Wenn man an Entwicklungen autonomer Autos in Kalifornien denkt: Ob die dort entwickelten Autos mit Schnee, Nebel und starkem Regen klarkommen würden? Umgekehrt gilt offenkundig: Ist ein autonomes Fahrzeug (inklusive des Algorithmus zum Steuern) unter solchen Bedingungen einsetzbar, dann sollte es auch bei schönem Wetter funktionieren.

Ferner könnte so ein Algorithmus auch leicht so angepaßt werden, daß er unter tropischen Bedingungen (kurze, heftige Regenfälle) funktioniert. Damit wären solche im "kühlen Finnland" entwickelten Algorithmen und Autos weltweit einsetzbar.

Aluminium Cans with intricate geometric patterns hand pressed - Aluminiumdosen mit komplexen geometrischen Mustern per Hand hineingedrückt - von Noah Deledda

31.10.2018 23:41:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

Man nehme eine einfache Standard-Aluminiumdose, wie man sie als Bier- oder Coladose kennt. Wenn nichts mehr drin ist, dann läßt sich diese zusammendrücken. Aber läßt sich auch mehr damit anstellen?

Der amerikanische Künstler Noah Deledda verwendet solche Aluminiumdosen als Ausgangsmaterial. Unbedruckt, die reine Form. Dann drückt er - nur mit Händen und Fingernägeln als "Handwerkszeug", in diese schrittweise Muster. So daß am Ende die Aluminiumdose in der Länge etwas geschrumpft ist. Sie nun aber ein einzigartiges Muster trägt.
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Intricate Geometric Patterns Hand-Pressed Into Aluminum Cans

https://www.thisiscolossal.com/2018/10/pressed-cans/

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Das Video mit der Timelapse direkt auf YouTube:

Dented can sculpture stop-motion | Behind the Scenes

https://www.youtube.com/watch?v=8soWrFNYa3Y

In der Kurzdarstellung am Anfang sieht man schön, wie die Dose durch das komplexe Muster zusammenschrumpft.

Teils entsteht wohl erst die Grobform: Einmal in die gesamte Dosenoberfläche das Grundmuster hineingedrückt. Dann wird jedes einzelne Element erneut bearbeitet und nochmals "intensiviert". Indem das Aluminium weiter hineingedrückt wird bzw. indem schärfere Kanten mit den Fingernägeln erzeugt werden.

Auf seiner Website

Noah Deledda

http://www.noahdeledda.com/

finden sich diverse dieser Skulpturen. Ergänzt mit kleinen Videos, die Details zeigen. In einen gläsernen Würfel verpackt gibt es diese Kunstwerke dort zu kaufen.

Unter "About"

http://www.noahdeledda.com/about/

findet sich sein Motto:

> Through sculpture I try to create something unique out of an ordinary object.

Ausgehend von einem gewöhnlichen Objekt erschafft er etwas Einzigartiges. In seinem Fall startet er mit einem Wegwerfartikel. Und weiter:

> Likewise, crushing denting and creasing become a method to create design, precision, symmetry and balance. Mind you this process developed over years through trial and error and lots of practice. It’s important to me that this is all carried out by hand without special tools or extraordinary manipulation.

Eindrücken, verbeulen und falten - das wird zu einer Methode, Design, Präzision, Symmetrie und Balance zu erzeugen. Dieser Prozess, entwickelt über Jahre per trial and error. Und mit viel Training. Wichtig sei für ihn, daß er das alles per Hand macht. Ohne spezielle Tools.

Auf Instagram

naodeledda

https://www.instagram.com/noahdeledda/

gibt es Bilder u.a. von Ausstellungen. Und vom Problem, solche Dosen sicher zu transportieren, wenn sie nicht fixiert in einem Glaskasten gesichert sind. Schließlich sind die Dosen ziemlich empfindlich.

UJET - electric Scooter is fully foldable - zusammenklappbarer Elektroroller mit asymmetrischem Design und abtrennbarer Batterie

30.10.2018 23:56:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

E-Bikes sieht man hier in Berlin schon so manches Mal auf der Straße. Zum einen die Postboten, die mit elektrisch unterstützten Fahrrädern unterwegs sind. Zum anderen Leihräder, die hier inzwischen zu finden sind.

Eine andere Klasse von Fahrzeugen sind dagegen die elektrisch betriebenen Scooter. Die gibt es teils als Modell, das an die einfachen Roller erinnert, die fußbetrieben unterwegs sind. Teils in Formen, die an Motorradroller erinnern.

Das in Luxemburg beheimatete Unternehmen UJET hat einen gleichnamigen Elektroroller entwickelt, der sich zusätzlich zusammenklappen läßt. So daß er deutlich weniger Platz belegt.
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the fully foldable UJET electric scooter has a removable bluetooth speaker

https://www.designboom.com/technology/ujet-foldable-electric-scooter-10-08-2018/

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Das Video direkt auf YouTube:

UJET Electric Scooter

https://www.youtube.com/watch?v=0QP_IDwKfs8

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Das Ding hat ein merkwürdig asymmetrisches Design, bei dem man mehrmals genau hingucken muß, wo eigentlich was ist. So ist die Lenkstange zwar an ihrem üblichen Platz angeordnet. Aber das geht von dort her nicht symmetrisch nach unten zum Vorderrad, sondern erst schräg nach außen und wieder nach innen. So daß nur eine Verbindung zur linken Radnabe existiert.

Beide Räder sind Orbitalräder. Also ohne Nabe, so daß das Rad am Radumkreis (Orbit) gehalten wird.

Die Batterie ist unter dem Sitz. Beides kann zusammen abgenommen werden. Kleine Räder sind gleich mit dran, ferner eine ausziehbare Stange, so daß das wie ein Rollkoffer wirkt. Damit kann man zur nächsten Steckdose und die Batterie aufladen.

Die ist in zwei Stunden voll und reicht - je nach Modell - für 75 - 150 Kilometer. Zusammenklappen läßt sich das Ding in quasi fünf Sekunden. Das sieht man ab 01:20. Da genügen zwei Gelenke, so daß die beiden Räder nebeneinanderstehen.

Auf der Website

UJET

https://ujet.com/product

findet sich der Hinweis, daß es das erste in Masse produzierte Orbitalrad sei. Das Material ist hauptsächlich Carbon und Aluminium, so daß der Roller ab 49 kg wiegt.

Zum Zusammenklappen gibt es ein 18-Sekunden-Video:

Ujet: easy to fold and store anywhere!

https://www.youtube.com/watch?v=FhIM4DVT7Mg

Ein Polizist verteilt draußen Strafzettel, eine Frau kommt mit einem UJET, klappt ihn zusammen und nimmt ihn mit ins Büro. Da steht er neben dem Schreibtisch - und bekommt keinen Strafzettel. In Städten wie Berlin ist diese Zusammenklappbarkeit durchaus ein Vorteil. Ok, zwei Stockwerke mag man 50 kg auch nicht hochschleppen. Aber wenn ein Bürohaus einen Fahrstuhl hat, dann geht das einfach.

Die Version mit 150 km Reichweite kostet fast fünfstellig, die Version mit 75 km gibt es 1.200 Euro günstiger.

Technisch ist das Ding mit Elektronik vollgestopft: GPS, 4G, WLAN, Bluetooth, Kontakt mit dem Smartphone und der Cloud, ein Antidiebstahlsystem, das ein Nachverfolgen und eine ferngesteuerte Deaktivierung ermöglicht. Wobei mich wundert, daß man die Räder nicht direkt blockieren kann. Spätestens dann müßte das Gerät doch nutzlos sein. Die Geschwindigkeit ist auf 45 km/h beschränkt. Damit dürften sowohl ein Helm als auch eine Fahrerlaubnis der Klasse AM Pflicht sein.

Bundesfinanzhof: Wird Umsatzsteuervorauszahlung für Vorjahr bis zum 10. Januar gezahlt, kann diese im Vorjahr als Betriebsausgabe geltend gemacht werden - Korrektur einer BMF-Auffassung - X R 44/16

29.10.2018 23:57:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Betriebsausgaben sind grundsätzlich in dem Jahr anzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. Allerdings gibt es dafür eine übliche und bekannte Ausnahme:

Wiederkehrende Ausgaben, die bis zum 10. Januar des Folgejahres geleistet werden, wirtschaftlich jedoch zum Vorjahr gehören, können im Vorjahr geltend gemacht werden.

Das betrifft regelmäßig Umsatzsteuervorauszahlungen für das vierte Vorjahresquartal oder den Dezember im Vorjahr, die bis zum 10. Januar gezahlt werden.

Eigentlich ist das soweit klar. Es gab aber eine Unklarheit: Was ist, wenn der 10.01 auf einen Samstag oder Sonntag fällt?

Dann ist die Zahlung erst am darauffolgenden Werktag fällig, also außerhalb des 10-Tage-Zeitraums. Daraus hatte das Bundesministerium der Finanzen (BMF) den Schluß gezogen, daß in diesem Fall eine Zahlung, die zwar schon davor geleistet wurde, aber erst am 11.01 oder 12.01 beim Finanzamt eingeht, zwar fristgerecht gezahlt wurde. Aber nicht mehr im Vorjahr anzurechnen sei.

Dieser Auffassung hat der Bundesfinanzhof widersprochen.
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BFH erleichtert Steuerabzug einer bis zum 10. Januar geleisteten Umsatzsteuervorauszahlung für das Vorjahr
Urteil vom 27.6.2018 X R 44/16

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=38161&pos=0&anz=54

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Der Hauptsatz:

> Umsatzsteuervorauszahlungen, die innerhalb von zehn Tagen nach Ablauf des Kalenderjahres gezahlt werden, sind auch dann im Vorjahr steuerlich abziehbar, wenn der 10. Januar des Folgejahres auf einen Sonnabend oder Sonntag fällt. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 27. Juni 2018 X R 44/16 entgegen einer allgemeinen Verwaltungsanweisung entschieden.

Der Fall, mit dem so ziemlich jeder Selbständige mal konfrontiert werden könnte:

> Im Streitfall hatte die Klägerin die Umsatzsteuervorauszahlung für Dezember 2014 am 8. Januar 2015 geleistet und diese Zahlung unter Bezugnahme auf § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG als Betriebsausgabe des Jahres 2014 geltend gemacht.

Da gilt das Zu- und Abflussprinzip. Wenn sie die Umsatzsteuervorauszahlung überweist, hat sie (1) einen Beleg dafür und kann (b) nicht mehr über das Geld verfügen. Das Geld ist für sie also weg. Allerdings:

> Das FA meinte demgegenüber, diese Vorschrift sei nicht anzuwenden. Die Klägerin habe zwar innerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums geleistet, die Umsatzsteuervorauszahlung müsse aber auch innerhalb dieses Zeitraums fällig gewesen sein. Daran fehle es. Die Vorauszahlung sei wegen § 108 Abs. 3 der Abgabenordnung (AO) nicht am Sonnabend, dem 10. Januar 2015, sondern erst an dem folgenden Montag, dem 12. Januar 2015 und damit außerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums fällig geworden.

Die Zahlung war rechtzeitig. Aber die Fälligkeit habe sich aus dem 10-Tage-Zeitraum "herausverschoben".

Die Klägerin bekam nun den Betriebsausgabenabzug für 2014. Denn:

> Auch wenn man fordere, dass die Umsatzsteuervorauszahlung innerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums fällig sein müsse, sei diese Voraussetzung im Streitfall erfüllt. Denn bei der Ermittlung der Fälligkeit sei allein auf die gesetzliche Frist des § 18 Abs. 1 Satz 4 des Umsatzsteuergesetzes abzustellen, nicht hingegen auf eine mögliche Verlängerung der Frist gemäß § 108 Abs. 3 AO.

Die Zahlung mußte innerhalb von 10 Tagen erfolgen. Daß diese sich ausnahmsweise (weil der 10. auf einen Samstag oder Sonntag fiel) nach hinten verschieben durfte, war dabei unerheblich.

Laut dem Urteil

BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.6.2018, X R 44/16 - ECLI:DE:BFH:2018:U.270618.XR44.16.0

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&anz=54&pos=0&nr=38182&linked=urt

hatte bereits das Finanzgericht der Klage stattgegeben.

Wer ähnliche Konstellationen von sich her kennt: Die Pressemitteilung weist darauf hin, daß damit eine Verwaltungsauffassung korrigiert worden sei.

> Mit seiner Entscheidung wendet sich der BFH gegen die Auffassung des Bundesministeriums der Finanzen (Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2017 § 11 EStG H 11, Stichwort Allgemeines, "Kurze Zeit"). Das Urteil ist immer dann von Bedeutung, wenn der 10. Januar auf einen Sonnabend oder Sonntag fällt, das nächste Mal somit im Januar 2021.

Wer also einen noch offenen Bescheid hat, bei dem es eine analoge Konstellation gibt, der möge sich das genauer ansehen.

Coal Drops Yard Shopping Centre - zwei nebeneinander liegende Kohlenlager aus dem 19. Jahrhundert verbinden sich durch eine ausgestülpte Dachstruktur - King's Cross London - Heatherwick Studio

28.10.2018 23:51:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Was macht man - mitten in London - mit zwei "historischen Gemäuern"? Abreißen und neu bauen? Aber die alten Mauern bringen ein Flair mit, das Neubauten im Regelfall fehlt.

Im Londonder King's Cross - Viertel gibt es zwei Kohlenlager aus dem 19. Jahrhundert. Zweistöckig, fast parallel zueinander, mit einer Stahlkonstruktion auf der Ebene des ersten Stocks, die wie ehemalige Gleise aussieht. Da sollte ein Shopping Center rein.

Der Entwickler hatte den Wunsch, daß es zwei Brücken zwischen den beiden Gebäuden gibt. Die Lösung. Es gibt einerseits auf der Höhe des ersten Stocks zwei flache Brücken. Eine vorne, die andere hinten.

Andererseits fächern die beiden Dächer in einer langen, geschwungenen Struktur auf, bleiben dabei Schrägflächen und treffen sich mit der Unterkante in der Mitte, zwischen den beiden Gebäuden. Auf der Höhe der Dachtraufen verbindet eine Bodenfläche die beiden Gebäude.

Damit entsteht ein zusätzlicher, gläsern eingefaßter Raum zwischen den beiden Gebäuden. Es wirkt, als würden sich die beiden Gebäude einander entgegenstrecken.
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Heatherwick Studio joins roofs of two warehouses at Coal Drops Yard shopping centre

https://www.dezeen.com/2018/10/26/thomas-heatherwick-studio-coal-drops-yard-shopping-centre-kings-cross-architecture/

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Das sind 9290 Quadratmeter Verkaufsfläche, also eigentlich gar nicht so viel. Shops und Restaurants sollen da unterkommen. Es sollte aber nicht wie eine klassische Shopping Mall aussehen.

Thomas Heatherwick:

> "How could we make something that was a true shopping street for London? Something that was porous, with many routes and entrances."

Viele verschiedene Wege und Eingänge sollte es geben.

Die 35 Meter breite Erweiterung der Dächer wird durch eine Stahlstruktur aus 52 Trägern gestützt, die im Inneren der Gebäude verankert sind.

Die jetzige Dachstruktur ist mit denselben blau-grauen Schieferplatten aus Wales belegt, die auch beim historischen Gebäude genutzt worden waren.

Wenn man sich das von unten her ansieht und ungefähr unter der Berührungsfläche steht, dann laufen die beiden Gebäude im Hintergrund leicht zusammen (sie stehen nicht exakt parallel zueinander). Und die bogenförmige Struktur produziert einen herzförmigen Blick in den Londoner Himmel.

Entworfen wurde das vom Heatherwick Studio. Das Unternehmen hofft, daß das Coal Drops Yard ein neuer Platz wird, an dem sich Leute treffen. Um dies zu erreichen, war es wichtig, ein Gebäude zu erschaffen, das hinreichend interessant ist.

Dort

Coal Drops Yard

http://www.heatherwick.com/projects/buildings/coal-drops-yard/

gibt es diverse weitere Bilder, die den Zustand vor dem Beginn der Bauarbeiten und Bilder dieser zeigen. Eine historische Zeichnung zeigt, daß ursprünglich die Kohlelohren direkt auf der Ebene des zweiten Stocks in die Gebäude hineingefahren sind. Die Kohle wurde im Stockwerk darunter gelagert. Ferner gab es verschiedenste Entwürfe, wie man die beiden Dächer miteinander verbinden könnte.

Eine Zeichnung zeigt schließlich, wie die tragende Stahlkonstruktion aufgebaut ist. Das sind einerseits waagerechte Stahlträger, die die Bodenfläche tragen. Andererseits je drei bogenförmige Elemente, die von schrägen Stützen getragen werden.

Eine faszinierende Lösung. Aus den zwei alten schlichten Kohlespeichern wurde so ein neues, einzigartiges Gebäude.

The Taihu Show Theatre in Wuxi, China - ein Theater von Steven Chilton Architects, umgeben und eingehüllt von ein Wald dünner Säulen - wie ein Bambuswald

27.10.2018 23:54:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man an deutsche Theater denkt, dann sind das von außen her meist imposante, große und klassische Bauwerke. Oder sie sind jüngeren Datums - und dann manchmal eher "klotzförmig". Aber geht das auch anders?

In der chinesischen Stadt Wuxi, westlich von Shanghai, wird grade ein neues Theater gebaut. Die Außenhülle ist bereits fertig. Das ist ein runder Bau. Dieser hat außen eine lichte, gelblich-gold schimmernde Oberfläche.

Allerdings: Man sieht diese runde Fläche gar nicht so richtig. Weil es davor diverse schlanke Stangen gibt, die sehr dicht nebeneinanderstehen und bis zum herausragenden Flachdach gehen.
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steven chilton architects' bamboo-inspired wuxi taihu show theater

https://www.designboom.com/architecture/steven-chilton-architects-bamboo-inspired-wuxi-taihu-show-theater-11-26-2018/

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Die Stangen wirken wie Bambusstangen und sollen den größten Bambuswald in China symbolisieren. Das Dach ist aus diversen kleinen Dreiecken zusammengesetzt. Teils mit einer Gitterstruktur, teils wohl luftdurchlässig. Teils in verschiedenen goldenen Farben.

Von außen her sind diese drei Elemente maßgeblich: Die Stangen, die auch "leicht krumm" stehen. Das Dach. Und die Außenhülle des eigentlichen Gebäudes. Die Stangen stehen so dicht und sind so vielfältig, daß das eigentliche Gebäude quasi nur schemenhaft dahinter vorscheint.

Das ausladende Dach steht dafür, daß in einem Bambuswald die Kronen einen eigenen Bereich bilden, der dichter ist als die Stangen drunter. Die Dreiecke des Daches sind gewissermaßen zufällig angeordnet, so daß der Eindruck einer organischen Struktur entsteht.

In der Nacht wird das Gebäude von innen her beleuchtet, so daß der "Bambuswald" erst so richtig zur Geltung kommt. Eröffnung soll im Dezember 2019 sein, dann wird es ein Theater mit 2000 Plätzen werden.

Bei den obigen Bildern gibt es zuletzt ein Bild, das einen Querschnitt zeigt. Da sieht man, daß die Tiefe, die der Bambuswald belegt, etwa dem halben Radius des Gebäudes entspricht.

Auf der Seite von Steven Chilton Architects

Wuxi Taihu Show Theatre

https://www.sca.design/portfolio-item/sca-wuxi-taihu-bamboo-theatre/

gibt es diverse weitere Bilder. Von der einen Seite her betrachtet scheint das Theater frei zu stehen. Es scheint aber unmittelbar an eine dicht bewohnte Gegend anzuschließen, so daß der "Stangenwald" von der Straße her sichtbar ist.

Das Haus soll eine permanente Wassershow von Franco Dragone zeigen.

Ornitographies - Multi Shot Images of Birds creates Double Helixes - fliegende Vögel mehrfach photographiert - das prouziert eine Doppelhelix am Himmel - Aufnahmen von Xavi Bou

26.10.2018 23:58:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein fliegender Vogel am Himmel. Aber was passiert, wenn man entweder mehrere Aufnahmen "geschickt übereinanderlegt"? So daß der Vogel in lauter eng beieinanderliegenden Positionen erscheint und dabei seine Flügel schlägt?

Das Ergebnis sind verblüffende Bilder. Vertraut und gleichzeitig völlig fremd, da man ja selbst immer nur den fliegenden Vogel sieht. Der spanische Photograph Xavi Bou hat diverse dieser Aufnahmen gemacht.
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Double Helixes Streak Across the Sky in Multi-Shot Images of Birds by Xavi Bou

https://www.thisiscolossal.com/2018/10/multi-shot-images-of-birds-by-xavi-bou/

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"Ornitographies" hat er die Serie benannt. Inspiriert wurde er von der historischen Technik der Chronophotography. Da wurden diverse Bilder bsp. von einer gehenden Person gemacht und diese bsp. nebeneinander gelegt. Eine frühe Vorform des Films.

Die Bilder von Xavi Bou sind per Photoshop nachbearbeitet. Die Vögel erscheinen entweder als eine Art Doppelhelix oder wie ein Streifen mit ausgefransten Rändern. In Abhängigkeit von der Größe des Vogels und seiner Flügel.

Besonders beeindruckend sind solche Bilder, wenn sie gegen den leeren Himmel gemacht werden. Nun war er in Island:

> “Iceland was especially interesting because I was looking for the contrast between the size and heaviness of the volcanic rocks, in contrast between the tiny patterns that marine birds create in the sky,”

Island sei sehr interessant gewesen. Der Kontrast zwischen den großen und schweren vulkanischen Bergen und den leichten Mustern, die Seevögel in der Luft erzeugen.

Zusätzlich hatte er solche Photos schon in verschiedenen spanischen Orten gemacht.

Auf seiner Website

Ornitographies

http://www.xavibou.com/index.php/project/ornitographies/

gibt es noch ein paar mehr Photos. Darunter eines (das viertletzte), das einen einzigen Vogel relativ nah zeigt.

Ein schöner Satz findet sich dort (unter About):

> Art and science walk hand in hand to create images, which are no longer a single portrait of reality but become a witness of the instants that, for a moment, were past, present and future all at once.

Auf seinem Instagram-Account

Xavibou

https://www.instagram.com/xavibou/

finden sich sowohl Aufnahmen aus der Ornitographies - Serie als auch diverse andere Aufnahmen.

FlyCroTug - Micro Air Vehicles, Tiny Drones work together to open a heavy door - zwei leichte Drohnen arbeiten zusammen, um eine schwere Tür zu öffnen - Forschung an der Stanford University

25.10.2018 23:51:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Drohnen werden zwar schon zu allen möglichen Zwecken eingesetzt. Aber meist denkt man bei Drohnen an eine einzelne Drohne, die eine Kamera oder Objekte transportiert. Und wenn die Drohne bsp. in einem Gebäude unterwegs ist, dann ist es eine große Herausforderung, diese Drohne zu steuern bzw. sie sich selbst steuern zu lassen. Auf daß sie nicht gegen Wände, Glastüren oder Tische kracht.

Einen Schritt weiter sind bereits Forscher von der Stanford University und der Ecole Polytechnique Federale de Lausanne: Sie entwickeln Drohnen, die einerseits sehr klein und leicht sind. Die aber andererseits zusammenarbeiten können und sich in ihren Fähigkeiten an Insekten orientieren.

Das Ergebnis: Ein Video, in dem zwei dieser leichten Drohnen eine hinreichend schwere Glastür öffnen.
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Tiny Drones Work Together to Open a Heavy Door

https://laughingsquid.com/drones-work-together-to-open-door/

Das Video direkt auf YouTube:

"FlyCroTug" Drones Work Together to Open a Door

https://www.youtube.com/watch?v=GhrpWggIbSM

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Die erste Drohne kommt angeflogen, bemerkt, daß sie nicht weiterkommt - und landet erst einmal. Bewegt sich dann bis zur Tür. Schiebt dort einen flachen Schieber durch, der wohl am Ende einen Aufsatz hat, der aufgerichtet werden kann. Dann wird versucht, daran zu ziehen. Das geht nicht. Schließlich löst sich der flache Schieber von der Drohne, bleibt aber mit einem Faden mit der Drohne verbunden, die sich weiterhin nach hinten bewegt und den Faden wohl kontrolliert und unter Spannung abrollt.

Dann kommt eine zweite Drohne angeflogen, die irgendein aufgespanntes Stück dabei hat. Das ist etwa um 01:20 zu sehen. Mit dem kracht sie gegen die Klinke, dieses aufgespannte Stück legt sich um die Klinke und schließt sich. Diese zweite Drohne wackelt zwar etwas, stürzt aber nicht ab. Stattdessen verlängert sie ebenfalls einen Faden, der mit diesem Stück an der Klinke verbunden ist und landet kontrolliert auf dem Boden.

Dann sucht sie eine Position sehr nahe an der Tür, strafft die Schnur und zieht die Klinke so langsam nach unten. Da die andere Drohne weiterhin zieht und die Tür nun offen ist, gibt die Tür etwas nach. Die erste Drohne zieht langsam die Tür auf. Die zweite Drohne bewegt sich langsam in einem Bogen nach hinten und orientiert sich dabei am Türrahmen.

Gegen 02:35 ist die Tür soweit aufgezogen, daß der Schieber der ersten Drohne zu rutschen beginnt. Diese stoppt deshalb das weitere Aufziehen. Folglich passiert in der letzten Minuten fast nichts mehr. Ganz zum Schluß fliegt eine weitere Drohne durch die nun einen Spalt geöffnete Glastür durch.

Bei der Stanford University:

Stanford researchers modify small flying robots to anchor onto surfaces and pull heavy loads

Small flying robots can perch and move objects 40 times their weight with the help of powerful winches and two previous inventions – gecko adhesives and microspines.

https://news.stanford.edu/2018/10/24/small-flying-robots-haul-heavy-loads/

Da findet sich ein zweites Video. Etwa gleich lang. Aber mit diversen Erläuterungen:

Stanford researchers modify small flying robots to haul heavy loads

https://www.youtube.com/watch?v=GEJhb93rKlU

Genutzt werden Micro Air Vehicles (MAV), die mit Zusatzfähigkeiten ausgestattet werden. Bei Drohnen würde man immer an "große und schwere Objekte" denken. Aber die Forscher orientieren sich viel mehr an Insekten. Die nicht nur fliegen, sondern sich auch auf ebenen und senkrechten Flächen bewegen können.

Aktuell werden die MAV noch manuell gesteuert. Aufgrund ihrer geringen Größe eignen sich solche Techniken aber, um bsp. bei Katastrophen in Gebäude fliegen zu können. So ein Winzling kommt eher durch als eine große Drohne.

Plastic to ride - Indonesians collect bottles and get bus tickets - In Surabaya können Fahrgäste Bustickets mit Plastikflaschen bezahlen - die Umgebung ist sauberer

24.10.2018 23:48:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Surabaya, der zweitgrößten Stadt in Indonesien, wurde nun ein ungewöhnliches Projekt gestartet: Fahrgäste können Bustickets bezahlen, indem sie Plastikflaschen oder Plastikbecher abgeben.

Ein Zwei-Stunden-Ticket kostet zehn Plastikbecher oder bis zu fünf Plastikflaschen. Zum Abgeben gibt es teils Terminals, bei denen es wohl eine Art Gutscheine gibt. Oder teils direkt im Bus.
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Plastic to ride: Indonesians swap bottles for bus tickets

https://www.reuters.com/article/us-indonesia-environment-plastics-bus/plastic-to-ride-indonesians-swap-bottles-for-bus-tickets-idUSKCN1MX1OD

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Die Stadtverwaltung erhofft sich eine Unterstützung bei dem Ziel, 2020 plastikfrei zu werden. Surabaya ist die erste Stadt, die so ein Verfahren implementiert hat.

Linda Rahmawati, eine Bewohnerin:

> “Garbage, like plastic bottles, piles up in my neighborhood, so I brought it here so the environment is not only cleaner but also to help ease the workload of garbage collectors,”

Müll, unter anderem Plastikflaschen, liegt in meiner Nachbarschaft herum. Wird das zum Bezahlen verwendet, ist es sauberer. Und die Arbeit der Müllmänner wird einfacher.

Etwa 15 Prozent oder knapp 400 Tonnen des täglichen Mülls von Surabaya ist Plastik. Ein Bus kann bis zu 250 kg Plastik pro Tag einsammeln. Das sind 7,5 Tonnen pro Monat.

Kappen und Beschriftungen werden entfernt. Dann wird das wohl an Recyclingunternehmen versteigert. Das damit erzielte Geld fließt zurück in die Finanzierung der Busse oder finanziert "grüne Ecken" in der Stadt.

Indonesien sei eines der Länder mit dem größten Aufkommen an Plastikmüll. Mit dieser Initiative soll die Öffentlichkeit auf dieses Problem des Plastikmülls hingewiesen werden. So ein Mitarbeiter der Transportgesellschaft.

Laut einer Studie von 2015 ist Indonesien mit seinen vielen Inseln der weltweit zweitgrößte Verursacher von Plastikmüll in den Weltmeeren, hinter China.

Sulastri, ein anderer Bewohner, spricht von einer Win-Win-Situation:

> “We can reduce trash so it doesn’t pile up at home because we can just bring them in and make good use of it. It is a win-win situation”.

Die Plastikflaschen stapeln sich nicht zu Hause, sondern sie werden mitgenommen und in Bustickets getauscht. Das sei eine Win-Win-Situation.

Mal sehen, ob andere Städte in Indonesien dieses Konzept übernehmen.

Ein Video von Anfang September:

SUROBOYO BUS : PAYING WITH PLASTIC, LEARN ABOUT PLASTIC POLLUTION

https://www.youtube.com/watch?v=R3p79_SUCtk

4 der indonesischen Flüsse zählen weltweit zu den 20 am meisten mit Plastik verschmutzten Flüssen. Zwischen 1,15 Millionen Tonnen und 2,41 Millionen Tonnen Plastik wird jährlich von Flüssen in die Meere geschwemmt. Indonesien ist für etwa 200.000 Tonnen verantwortlich.

Das scheint

Photos: Pay for your bus ride in Surabaya by recycling a plastic bottle

https://seasia.co/2018/04/21/photos-pay-for-your-bus-ride-in-surabaya-by-recycling-a-plastic-bottle

im April dieses Jahres gestartet worden zu sein.

Spaghetti-like Benches - Bänke, drinnen und draußen, aus verschiedenen Materialien, die sich spaghettiartig verzweigen, zum Turnen einladen oder die Wand hochklettern - von Pablo Reinoso

23.10.2018 23:52:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Holzbank, die draußen steht: Die kann bsp. aus zwei Metallfüßen bestehen. Dazwischen diverse hinreichend kräftige Holzlatten, die eine Sitzfläche und eine Rückenlehne erzeugen. Oder eine flache Bank aus Stahlbändern, ohne Rückenlehne. Eigentlich ist so eine Bank noch einfacher.

Der Künstler Pablo Reinoso nimmt solche einfache Sitzgelegenheiten zum Ausgangspunkt. Und führt die Holzlatten oder die Stahlbänder über die Enden der Bank fort.

Dann bilden die Stahlbänder ineinander verflochtene große Kreise. Oder einige der Holzlatten wuchern, bilden einen großen Knäuel und ranken sich schließlich an der Wand hinter der Bank empor.
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Spaghetti-like Benches by Pablo Reinoso Twist into Interlocking Circles and Climb up Nearby Walls

https://www.thisiscolossal.com/2018/10/spaghetti-like-benches-by-pablo-reinoso/

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Es gibt zwei große Serien:

Garabatos

https://www.pabloreinoso.com/art#/collection/1

da sind Stahlbänder die Grundlage. Und

Spaghetti Bench

https://www.pabloreinoso.com/art#/collection/2

da ist eine Holzbank der Ausgangspunkt. Im Kern ist das immer eine Bank, die genau dafür gemacht ist: Zum Hinsetzen. Aber drumherum - breitet sich die Anarchie und viel Spaß aus. Von seiner Website:

> “Reinoso stages benches that, having fulfilled their role as furniture, become once again branches that can grow and climb,”

Das sind funktionierende Bänke, sie erfüllen ihren Zweck. Aber sie können eben auch bestiegen werden, sind zum Klettern und Herumturnen geeignet.

Teils sind die Bänke draußen. Teils auch in Räumen, wo nun aus der Bank ein Bündel von Holzstangen "herauswuchert, erst über den Boden geht. Und dann die Wand hochklettert.

Oder auch zwei Holzbänke, die nebeneinanderstehen. Und durch ein "wucherndes Gestrüpp von Holzstangen" miteinander verbunden sind.

Wenn dann noch so eine Beleuchtung

https://www.pabloreinoso.com/art#/collection/2/photo/29

dazu kommt. Manchmal steht dabei, wo die Bank zu finden ist.

Die Bänke, die auf Stahlbändern beruhen,

https://www.pabloreinoso.com/art#/collection/1/photo/41

halten jedenfalls herumturnende Kinder und Jugendliche problemlos aus. Diese ist von 2015:

> Permanent installation at the Ecole Alsacienne, Paris

Auf der Website gibt es noch ein paar andere Rubriken. Etwa Holzrahmen, die sich in verschlungene Bänder zerlegen und wieder zusammenführen. Oder "Beam Bench" - eine Reihe von metallischen Bänken, bei denen ein kompaktes Einzelelement am Rand in Bänder zerfällt.

Grizzly Bears as Product Testers - Bear and Wolf Discovery Center in Montana nutzt Grizzlybären, um bärenresistente Behälter zu zertifizieren - grizzly seal of approval

22.10.2018 23:50:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bären als quasi angestellte Tester von Industrieprodukten? Was für europäische oder deutsche Ohren merkwürdig klingt, ist in den USA Realität. Dort gibt es in manchen Gegenden hinreichend viele Bären. Aber wenn diese anfangen, sich Essensreste aus Menschensiedlungen zu holen und sich daran gewöhnen, dann können sie sehr gefährlich werden. Und werden getötet oder gefangen.

Das Bear and Wolf Discovery Center in Montana bietet solchen gefangenen Grizzlybären eine Heimat. Und beschäftigt sie - als Produkttester. Kann ein - mit Bären-Leckereien gefüllter - Behälter den Bären eine Stunde lang widerstehen, so erhält dieser Behälter ein Siegel: Er ist bärenresistent.
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These Bears Put Your Household Items to the Test

https://www.youtube.com/watch?v=NZEU1mBwpgQ

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Unsere Produkttester kommen zur Arbeit. Ihr Job ist es, Probleme zu lösen, die Kisten zu knacken. Das kann dann heißen, daß sich so ein Bär auf eine Mülltonne krachen läßt, um diese zu zerlegen.

Bären, die sich erst einmal an die Nähe der Menschen gewöhnt haben, sind gefährlich. Werden nur bärenresistente Behälter genutzt, reduziert das die Probleme - für Bären und Menschen.

Alles, was irgendwie zur Aufbewahrung von Essen genutzt werden kann, kann diesem Test unterzogen werden.

Die Bären im Center seien alles Bären, die aus der Wildnis "gerettet" wurden. Da sie zu viel Zugang zu unnatürlichem, menschlichen Essen hatten, können sie in der Wildnis nicht mehr leben. Sieben Grizzlybären gibt es dort aktuell. Sie sind sehr stark und sehr smart.

Ihr Job ist es, Schwächen in den Produkten zu finden. Und sie sind die "ultimativen Produkttester".

Kommt so eine Kiste zum Testen, wird sie gefüllt: Mit Fisch, Fleisch, Erdnussbutter, Honig. Alles, was so ein Bär wirklich lecker findet, auf daß er genügend Anreize hat, den Behälter zu knacken.

Wenn das ein Kühlbehälter ist, dann wird der mit Schlössern gesichert. Und kommt in die Bärenanlage. Dann kommen die Bären rein - und die Uhr startet. Eine Stunde haben die Bären Zeit, den Behälter zu knacken.

Dann wird versucht, den Behälter anzubeißen, darauf herumzukauen. Ihn aufzukratzen oder zu zertrümmern. Dann fliegt der Behälter auf Steine. Und die Bären nutzen eine eigene Technik, die als CPR-Methode bezeichnet wird: Sie stellen sich mit den Vorderfüßen auf den Behälter und bewegen sich nach oben und nach unten, setzen den Behälter damit erheblichem Druck aus.

Meist schaffen sie es dann, irgendwie ein erstes kleines Loch in den Behälter zu bekommen. Von da an wird der Behälter meist auseinandergerissen.

Hält ein Behälter dagegen eine Stunde diesem Druck stand, dann gibt es das Zertifikat.

In dem Video sieht man, wie die meisten Behälter zerlegt werden. Ein Behälter hielt stand, da kamen die Bären nicht durch. Die ganzen "Produkttests" werden auf Video aufgezeichnet, so daß die Hersteller sehen, woran es hakt. Bei den "Fails" bleibt von den Behältern nicht mehr allzu viel übrig.

Diese Produkttests sind öffentlich, ein breiter Graben trennt die Zuschauer. Obwohl diese in der Gegend leben, gewinnen sie so ein besseres Verständnis dafür, wie klug und stark Bären sind. Und wie gefährlich sie werden können, wenn sie sich an dieses Futter gewöhnen.

Es gäbe dort einen Spruch: A fed bear is a dead bear - ein gefütterter Bär ist ein toter Bär. Wenn sich ein Bär erst einmal an diese unnatürliche Nahrungssuche gewöhnt, dann lungert er zwischen den Häusern herum und wird zur Gefahr.

Seit zwanzig Jahren arbeitet der Mitarbeiter bereits dort. Und meint: Die Bären gehören in die Wildnis, nicht in die Nähe von Menschen.

Ein Kommentar zu dem Video:

> I can definitely say that this is important. I can't even count how many times a bear has broken into our trash over where we used to live in Alaska. They're just crows, but stronger.

Bären seien wie Krähen, allerdings deutlich stärker. Die Kommentatorin lebte in Alaska. Da gab es immer wieder solche Situationen.

Auf der Seite des Centers:

Bear Product Testing

https://www.grizzlydiscoveryctr.org/research/product-testing/

Demnach läuft das schon länger. 2015

> September 2015 – The GWDC received an AZA National Conservation Award for it’s Bear Resistant Product Testing program.

gab es eine Auszeichnung für das Programm.

Artificial Moon -Chengdu plans to launch artificial moon - die chinesische Stadt Chengdu plant, einen Satelliten als künstlichen Mond und Ersatz der Straßenbeleuchtung zu verwenden - Start innerhalb von zwei Jahren

21.10.2018 23:16:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die chinesische Stadt Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan hat laut Wikipedia etwa 15 Millionen Einwohner. Dort gibt es nun die Überlegung, einen Satelliten als eine Art "künstlichen Mond" zu nutzen. So daß dieser die Straßenbeleuchtung ersetzt.
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Chengdu plans to launch artificial moon to replace its street lights

https://www.dezeen.com/2018/10/19/artificial-moon-illumination-satellite-chengdu-china-technology/

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Der Satellit so ein ähnliches Licht wie der Mond abstrahlen. Aber eben deutlich stärker. Der Chairman des Chengdu Aerospace Science and Technology Microelectronics System Research Institute, Wu Chunfeng, hatte das bei einer Veranstaltung am 10.10.2018 angekündigt.

Chengdu to launch "artificial moon" in 2020

http://en.people.cn/n3/2018/1016/c90000-9508748.html

Der künstliche Mond soll achtmal so hell sein wie der natürliche Mond. Er soll ein Gebiet zwischen 6 und 50 Meilen ausleuchten können. Das sind laut dem zweiten Text 10 bis 80 Kilometer. Die Tests mit der Satellitentechnik wurden schon vor Jahren begonnen. Inzwischen ist das so weit fortgeschritten, daß ein Jahr für den Start genannt werden könne.

Die ursprüngliche Idee kam von einem französischen Künstler, der bereits die Idee hatte, eine Reihe von Spiegeln so anzuordnen, daß Paris damit immer ausgeleuchtet sei.

Einige Einwände lauten, daß sich so eine Beleuchtung negativ auf diverse Tiere auswirken könnten. Da wenden Forscher ein, daß das Licht dafür zu schwach sei.

Bei

Chinese city to launch man-made moon to light up skies

http://www.atimes.com/article/chinese-city-to-launch-man-made-moon-to-light-up-skies/

ist die Rede davon, daß es sich um einen science-fiction-ähnlichen Plan handele. Da findet sich ein Hinweis zur Technik:

> The man-made moon has a highly reflective coating to reflect light from the sun with solar panel-like wings whose angles can be adjusted to realize “precise lighting.”

Es geht also darum, Sonnenlicht per Spiegel in die Stadt zu lenken.

> The 14,300-square-meter city of Chengdu would be the primal focus of the light from the man-made moon, and astronomers throughout China and overseas should be able to spot the glowing star at night.

Das Licht soll zwar nur ins Zentrum von Chengdu geschickt werden. Aber das könnte man von diversen Orten drumherum sehen.

Eine Hoffnung ist, daß so ein "man-made moon" mehr Touristen anlocken soll.

National Kaohsiung Centre for the Arts, Weiwuying - in Taiwan wurde das weltweit größte Kunstzentrum eröffnet - vier Konzertsäle und ein Freilichttheater unter einem Dach, inspiriert von Banyan trees - von Mecanoo, Niederlande

20.10.2018 23:53:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einen Konzertsaal zu bauen ist ja eigentlich schon eine hinreichend große Herausforderung. Aber für das National Arts Center in Taiwan waren gleich vier Konzertsäle geplant: Ein Opernhaus mit 2.236 Sitzen, ein Konzertsaal mit 1981 Plätzen, ein Theater mit 1.210 Plätzen und noch ein "kleinerer Raum" für Kammerkonzerte mit 434 Plätzen.

Dazu kommt ein Freilichttheater. Das Ganze angelegt als ein Gebäude, in dem die Säle das Dach wie Blasen aufwölben. Das Freilichttheater ist quasi ein Teil des Daches und ist als Blase in umgekehrter Richtung gebaut.

Das "National Kaohsiung Centre for the arts" wurde nun mit einem Konzert eröffnet.
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taiwan celebrates the inauguration of the world's largest performing arts center by mecanoo

https://www.designboom.com/architecture/mecanoo-taiwan-weiwuying-10-16-18/

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Kaohsiung ist eine Stadt im Südwesten von Taiwan. Dort gibt es einen 116 Acre (= 0,469 Quadratkilometer) großen Park, der früher Trainingsgelände für militärische Zwecke war.

Wenn man auf Google-Maps nach

National Kaohsiung Centre for the arts, Kaohsiung, Taiwan

sucht, sieht man das Gebäude von oben.

Innen gibt es weniger senkrechte Wände. Eher so etwas wie eine gewölbeartige oder höhlenartige Struktur. Das, was auf dem Dach diese Platten sind, wird innen zu Scheiben, die Licht durchlassen.

Ein Konzertsaal mit der Fläche für die Musiker in der Mitte. In hellbraunen Tönen gehalten.

Der kleine Raum ist relativ steil. Leider gibt es von den anderen beiden Räumen keine Bilder.

Von Designboom gab es bereits im April einen Beitrag:

in taiwan, mecanoo completes the world's largest performing arts center under one roof

https://www.designboom.com/architecture/mecanoo-taiwan-national-kaohsiung-center-weiwuying-performing-arts-04-13-2018/

Da wurde das Gebäude fertiggestellt. Das eigentliche Gebäude hat eine Fläche von 35 Acres (141.000 Quadratmeter). Demnach kann das Freilichttheater bis zu 20.000 Personen Platz bieten.

Eine Fülle von Bildern gibt es bei Mecanoo:

National Kaohsiung Centre for the Arts

https://www.mecanoo.nl/Projects/project/54/National-Kaohsiung-Centre-for-the-Arts

Die Struktur des Gebäudes lehnt sich an die lokalen Banyan Trees an.

> Inspired by the local Banyan trees with their iconic crowns, the vast, undulating structure is composed of a skin and roof, and connects an extensive range of functions.

Etwas drunter gibt es ein großes Bild, das diese Bäume zeigt.

> The form of the banyan trees reflects the local climate. It's wide crown, providing shelter against sun and rain, is a perfect expression of Kaohsiung's humid atmosphere. The open, protective shape of the banyan tree becomes a springboard for the design. Its expansive sheltered crown becomes the Banyan Plaza.

Bei der Banyan Plaza ist wichtig, daß dort kühlende Luft frei zirkulieren kann. Das Theater hat Stühle, die in einem blau-violetten Farbton gehalten sind. Das Opernhaus hat die Form eines Hufeisens mit drei Rängen und kräftig roten Stühlen.

Ein langes Video (17 Minuten)

Banyan Plaza - Taiwan mega-theatre under construction

https://www.youtube.com/watch?v=LIYufMi0Kls

> The National Kaohsiung Center for the Arts (Wei-Wu-Ying) symbolizes the transformation of Kaohsiung, once a major international harbour, into a modern, diverse city with a rich cultural climate.

zeigt diverse Erläuterungen zum Gebäude und zur Umgebung.

Da gibt es auch Zeichnungen, wie die Säle verteilt sind. Das Freilichttheater ist an der unteren Kante. Der (größte) Saal, das Opernhaus, ist dahinter in der Mitte des Gebäudes. Rechts unten ist der große Konzertsaal, im linken Teil des Gebäudes das Theater. Der Kammersaal ist rechts oben. Ferner gibt es zwei weitere Blasen.

Zum Vergleich: Die Deutsche Oper hier in Berlin ist das größte der drei Berliner Opernhäuser. Da gibt es 1865 Plätze. Laut Wikipedia eines der größten deutschen Theater. Der Saal der Berliner Philharmonie hat 2250 Sitzplätze. Das Staatstheater Stuttgart hat ein Opernhaus mit 1404 Plätzen. Das dortige Kammertheater hat 420 Plätze. Diese vier stelle man sich unter einem Dach vor.

Moca - Ceramics with handmade details created with a dripping machine - Keramik, die handgemacht aussieht, aber mit einer Tropfmaschine hergestellt wird - Studio Joachim-Morineau aus Eindhoven

19.10.2018 23:50:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Weiße Keramik, bemalt mit blauen Mustern. So mag man das einschätzen, was in dem Vorschaubild angezeigt wird. Sieht man sich aber einige der Gegenstände (auf der Website des Studios) genauer an, dann stellt man fest: Das gänzlich individuelle blaue Muster ragt nicht wie aufgemalt hervor. Sondern die Außenwand des Gefäßes oder Bechers ist völlig glatt.

Dahinter steckt eine faszinierende Technik, die in einem Video gezeigt wird.
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Dripping machine creates ceramics that marry technological precision with handmade details

https://www.dezeen.com/2018/10/18/studio-joachim-morineau-dripping-machine-ceramic-design/

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Das Video direkt auf YouTube:

Dripping machine creates ceramics that marry technological precision with hand-made characteristics

https://www.youtube.com/watch?v=f3UWMdO3450

> Eindhoven-based Studio Joachim-Morineau has designed a dripping machine that combines technology with human error to create ceramics with individual structures, patterns and textures.
>
> Carla Joachim and Jordan Morineau, who make up Studio Joachim-Morineau, created the machine to expand the field of ceramics by fusing together the precision of technology with a human touch – or "glitches" as they call it – to make objects that are both unique and mathematical.

Das Prinzip: Es gibt vorgefertigte runde Hohlformen. Dann gibt es eine Konstruktion mit einer Standscheibe, die sich langsam dreht. Auf diese wird die runde Hohlform so gestellt, daß sie genau in der Mitte steht.

Und es gibt eine Vorrichtung, die mit einem Behälter verbunden ist. Diese ermöglicht es, daß eine relativ dicke Ausgangsflüssigkeit (flüssiges Porzellan, blau gefärbt) im Behälter ist und langsam aus einem Hahn heraustropft. Tropft das nun in die runde, sich langsam drehende Hohlform und landet dort auf der schrägen Fläche, dann ergibt sich ein Kreis, der ab und zu nach innen / unten zum Mittelpunkt fließt.

Das Ergebnis ist eine Struktur, die einerseits sehr gleichmäßig aussieht. Andererseits aufgrund der Herstellungstechnik gewisse Unregelmäßigkeiten aufweist. Die Hohlform kann bsp. das Negativ einer flachen Schale sein. Oder es ist das Negativ von einer Art Blumentopf mit kleinen, schrägen Stufen. Tropft dort über viele Durchläufe etwas herein, dann wandern die Tropfen langsam nach unten, so daß sich schließlich eine Art Gitterstruktur ergibt. Die Drehgeschwindigkeit, die Zahl der Tropfen pro Minute und die Zähigkeit des Ausgangsmaterials wirken sich - bei gleicher Hohlform - auf das Endergebnis aus.

Diese Formen könnte man als "feine Schalen" verwenden. Stattdessen: Eine andersfarbige Keramikmasse wird in die Hohlform geschüttet, so daß diese bis zum Rand gefüllt ist. Wohl nach ein paar Minuten Wartezeit wird die Hohlform wieder entleert. Ein Teil der eingefüllten Keramikmasse bleibt aber am Rand und verbindet sich mit der blauen Masse.

Ergebnis ist bsp. eine Schale, die nun aus zwei Arten von Keramik besteht: Der später weißen Keramik, in diese eingelassen die blaue Keramik. Mit Mustern, die mathematisch und einzigartig sind. Inzwischen gibt es das auch zum Kaufen - "Cups and Bowls".

Ein Satz, der die Technik gut beschreibt:

> "We can produce the same object at almost an industrial level, however each piece is unique."

Dasselbe Objekt läßt sich auf einem bald schon industriellen Level produzieren. Trotzdem ist jedes Stück einzigartig.

> "We are giving a frame to the pieces that are going to be made – by the shape of the mould and the computer program – but we let the material create its own path, and these differences give the ceramics a natural, human character"

Wir geben einen Rahmen für die Einzelteile vor. Bei der Wahl des Hohlkörpers, der Rotationsgeschwindigkeit, der Tropfgeschwindkeit. Aber das Material erzeugt sich seine eigenen Wege. Dies gibt der Keramik einen natürlichen, menschlichen bzw. individuellen Charakter.

Es gibt drei verschiedene Typen von Objekten:

Die ersten bestehen nur aus dem Ergebnis von Tropfen. Das sind flache Schalen oder Objekte mit diversen Zwischenräumen.

Die zweite Variante besteht darin, daß diese Objekte ausgegossen werden. Wobei die nun verwendete flüssige Keramik eine andere Grundfarbe hat.

Eine dritte Variante nutzt zum Tropfen und zum Ausgiessen dieselbe Keramik. Damit kann bsp. ein flacher Teller hergestellt werden, der innen lauter Erhebungen von diversen Tropfen hat. Da ist das Ausgangsmaterial so zäh, daß die Tropfen an Ort und Stelle bleiben und nicht ineinander verfließen.

Bei der diesjährigen Dutch Design Week in Eindhoven (20.-28.10.2018) sind diese Ergebnisse zu sehen.

Auf der Website gibt es unter "Cups"

http://studiojoachimmorineau.com/cups.html

Bilder von diesen Bechern und Schalen. Da sieht man, daß diese völlig glatt sind.

Unter "Projects" - "Moca"

http://studiojoachimmorineau.com/projects/moca-2/index.html

gibt es einige weitere Bilder und Beschreibungen.

A Guardian - Drone Technology can save animal lives in Africa - war against poachers - Film zeigt, wie Drohnen in Afrika Tiere schützen können - zum Aufspüren von Wilderern - ein Film von Over and above Africa - OAAA

18.10.2018 23:53:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man hier in Deutschland an Drohnen denkt, dann mag man zunächst an ein Spielzeug gelangweilter Leute mit zu viel Kleingeld denken. Ganz anders sieht das aber anderswo aus. In Afrika gibt es nun erste Ansätze, daß Drohnen genutzt werden, um Wilderer aufzuspüren.

Der kleine Film "A Guardian" skizziert das.
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'a guardian' film shows how drone technology can save animal lives in africa

https://www.designboom.com/technology/a-guardian-film-drone-technology-animals-africa-10-18-2018/

Direkt auf Vimeo:

A guardian (01:34):

https://vimeo.com/294899215

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Der Film zeigt erst diverse Tiergruppen: Elefanten, Gazellen, einige Löwen, Springböcke, Straußenartige Vögel, Zebras, Nashörner, Flusspferde, zwei jagende Geoparden, eine rennende Giraffengruppe, unzählige Flamingos, eine riesige Gnu- oder Wasserbüffelherde.

All dies in Form von Luftaufnahmen, die mit einer Drohne gemacht wurden.

Mit Begriffen daneben, die teils passen, teils irgendwie unpassend wirken.

Dann einige Personen, die unterwegs sind. Beschrieben mit "A gang", eine Bande. Die Drohne kann diese identifizieren, sie wohl von Tieren unterscheiden.

"A plague".

Dann folgt ein Bild, ebenfalls per Drohne aufgenommen, das einige getötete Elefanten zeigt. Der Kopf umgeben von Rot, Blut, das in die Erde versickert ist.

Alle Tierarten in Afrika seien durch Wilderer bedroht.

Dann zwei Lastwagen. Dazwischen ein Mann mit einer Drohne, die er in die Luft wirft und die sich auf den Weg macht.

Die Überwachung durch Drohnen verbessert die Überlebenschancen um 80 %.

Dahinter steckt "Over and above Africa" (OAAA), ein gemeinnütziges Unternehmen aus Los Angeles.

Der Gründer, Kerry David:

> ‘every day is a tech-war between heavily armed, well organized, skilled poachers and our courageous, but often ill-equipped rangers – dropping our guard can mean the loss of whole herds.’

Jeder Tag sei ein Krieg zwischen gut ausgerüsteten und organisierten Wilderern und den oft nur gering ausgerüsteten Rangern.

Die Website von "Over and above Africa":

OVER AND ABOVE AFRICA - Affordable Philanthropy

https://www.overandaboveafrica.com/#home-africa

Demnach wurde der Film von Filmemachern aus den USA, Australien und Südafrika gedreht.

Ein 15-Minuten-Video

Drones Over Nambiti Private Game Reserve

https://www.youtube.com/watch?v=OeDam_qFSd8

zeigt, wie riesig dort die Flächen sind, die überwacht werden müßten.

Undulating Brick Facade imitates free flowing movement of draped Fabric - Backsteinfassade des Verwaltungsgebäudes vom Textilverband imitiert frei hängendes Gewebe - Neubau in Münster

17.10.2018 23:57:34, Jürgen Auer, ein Kommentar

Bei einer Backsteinfassade denkt man vielleicht an das Muster, das die Backsteine mit dem Mörtel bilden. Oder die Backsteine sind alt, verwittert, beschädigt. Eher weniger wird man daran denken, daß eine Backsteinfassade wie ein großes Stück Stoff aussehen könnte.

Wer in Münster unterwegs ist: Der möge mal im Martin-Luther-King-Weg 10 in 48155 Münster vorbeisehen. Dort hat der "Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie" seine Hauptgeschäftsstelle.

Ein Gebäude, das an drei Seiten eine geschlossene Backsteinfassade hat. Blickt man allerdings mit etwas Abstand auf das Gebäude, dann sieht man:

Ein riesiges Muster. Als ob ein großes Stück Stoff das Gebäude einhüllen würde.
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An Undulating Brick Facade Imitates the Free-Flowing Movement of Draped Fabric

https://www.thisiscolossal.com/2018/10/an-undulating-brick-facade/

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Gebaut wurde das von Behet Bondzio Lin Architekten. Die Technik: Diverse Backsteine scheinen schräg aus der Wand herauszuragen. So daß sich bei naher Betrachtung ein Auf und Ab zeigt. Aus der Entfernung wirkt das aber wie eine fließende Fläche, wie Falten in einem sehr großen Stück Stoff.

Technisch sind die Backsteine nicht verdreht verbaut worden. Das wäre schlecht für die Statik. Stattdessen sind die Backsteine nicht rechteckig, sondern haben entsprechende schräge Ansätze.

Auf der Seite der Architekten

NEUBAU VERWALTUNGSGEBÄUDE TEXTILVERBAND MÜNSTER

https://www.2bxl.com/#/tvm/

gibt es ein paar weitere Bilder, von außen und von innen. Da ist auch eine Skizze zu sehen, die einen Teil der Mauer darstellt. Da sieht man, wie einzelne Stücke deutlich von der Rechtecksform abweichen und so die Wirkung der Stoff-Fassade erzeugen.

Ein erläuternder Text

https://www.2bxl.com/tvm-2

führt aus, daß drei Seiten des Gebäudes mit Ziegelwänden verschlossen sind. Als Basis für ein energetisch optimiertes Bürohaus. Lediglich zur Nordseite hin öffnet sich das Gebäude.

Inspiration war eine Beethoven-Statue von Max Klingler:

> Die Inspiration für die Ziegelfassade ist der Alabasterfaltenwurf der Beethoven Statue von Max Klinger, die im Leipziger Bildermuseum steht. Max Klinger hat hier eine paradoxe Wahrnehmung geschaffen. Der Betrachter sieht ein scheinbar fließend leichtes Tuch über den Knien von Beethoven und erkennt zugleich, dass es aus massivem Stein besteht.

https://www.beethoven.de/sixcms/list.php?page=museum_internetausstellung_seiten_en&sv%5binternetausstellung.id%5d=31560&skip=9#bild3

Da das Gebäude nur nach Norden hin offen ist, sind die Räume mit Tageslicht versorgt, ohne daß ein Sonnenschutz benötigt wird.

Auf YouTube

Neubau Verwaltungsgebäude Textilverband Münster

https://www.youtube.com/watch?v=2G3lYqBNHfc

fand sich ein kleines Video (28 Sekunden), das als Timelapse-Video einen Teil der Fassade im Verlauf eines sonnigen Tages zeigt.

Beim Baunetz

Im Klinkerschleier - Verwaltungsgebäude in Münster von behet bondzio lin architekten

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Verwaltungsgebaeude_in_Muenster_von_behet_bondzio_lin_architekten_5157528.html

gibt es den Hinweis, daß die Fassade aus 70.000 Ziegelsteinen besteht. Zusätzlich zum Normalstein mit Standardmaßen gibt es sechs weitere Steine, die jeweils um ein rechtwinkliges Dreieck erweitert werden. Deren Winkel ändert sich jeweils um 2,5 Grad, so daß die am stärksten abweichenden Ziegel einen Winkel von 15 Grad haben.

Das dortige Bild 23 (von 27 Bildern) zeigt den Normalziegel und die 6 veränderten Versionen.

Alle grossen Browserhersteller wollen 2020 die Unterstützung für Tls.1.0 und Tls.1.1 beenden - Nachfolgeprotokoll Tls.1.2 ist seit 2008 standardisiert

16.10.2018 23:48:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Internet entwickelt sich ständig weiter. Technologien gelten bei der Einführung als neu. Dann finden Forscher in älteren Versionen Sicherheitslücken. Und das Ausmustern der alten Versionen beginnt.

Secure Socket Layer (SSL) bzw. das Nachfolgeprotokoll Transport Layer Security (TLS) wird dazu genutzt, die Kommunikation zwischen einem Client (meist ein Browser) und einem Server (bsp. ein Webserver, der Seiten anzeigt) zu verschlüsseln. Begonnen wurde das von Netscape (SSL 1.0, 1994), dann folgten zwei Nachfolger (SSL 2.0 und 3.0). Im Jahr 1999 folgte SSL 3.1, das als Tls.1.0 eine neue Abkürzung erhielt.

Wenn Sie also auf die aktuelle Seite zugreifen, dann nutzen Sie - wahrscheinlich - eine Tls.1.2 - Verschlüsselung.

Nachdem die Vorgängerversionen SSL 2.0 und SSL 3.0 schon 2011 und 2015 als unsicher ausgemustert wurden, kommen nun die beiden Nachfolger Tls.1.0 und Tls.1.1 dran.

Die vier großen Browserhersteller Mozilla / Firefox, Google / Chrome, Microsoft / Edge und Apple / Safari / Webkit haben praktisch gleichzeitig Blogbeiträge veröffentlicht, in denen sie das Ende der Unterstützung dieser beiden Versionen ankündigen.
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Major browsers simultaneously drop support for old security standards

https://techcrunch.com/2018/10/15/major-browsers-simultaneously-drop-support-for-old-security-standards/

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Die vier Einzelartikel:

Removing Old Versions of TLS

https://blog.mozilla.org/security/2018/10/15/removing-old-versions-of-tls/

Modernizing Transport Security

https://security.googleblog.com/2018/10/modernizing-transport-security.html

Modernizing TLS connections in Microsoft Edge and Internet Explorer 11

https://blogs.windows.com/msedgedev/2018/10/15/modernizing-tls-edge-ie11/

Deprecation of Legacy TLS 1.0 and 1.1 Versions

https://webkit.org/blog/8462/deprecation-of-legacy-tls-1-0-and-1-1-versions/

Alle vier Artikel sind vom gestrigen 15.10.2018, so daß das intern wohl abgesprochen wurde.

Der Mozilla-Artikel erwähnt, daß 20 Jahre im Internet eine Ewigkeit seien. Dieses Alter hat Tls.1.0 2019 erreicht. In dieser Zeit hat Tls.1.0 Milliarden oder noch sehr viel mehr Verbindungen geschützt. Es gibt zwar keine akuten Schwächen, die ein sofortiges Handeln erzwingen würden, aber:

> Though we are not aware of specific problems with TLS 1.0 that require immediate action, several aspects of the design are neither as strong or as robust as we would like given the nature of the Internet today. Most importantly, TLS 1.0 does not support modern cryptographic algorithms.

Viele Designaspekte sind nicht so sicher oder so robust, wie man das im heutigen Internet gerne hätte. Ferner unterstützt Tls.1.0 bestimmte moderne Verschlüsselungsalgorithmen nicht.

Tls.1.1 wurde zwar 2006 standardisiert, um einige Probleme von Tls.1.0 zu beheben. Aber das ändert nichts an den grundsätzlichen Punkten. So daß Tls.1.1 gleichzeitig (März 2020) rausfliegt.

Die Telemetriedaten von Firefox zeigen, daß Tls.1.0 nur noch von 1,11 % aller Verbindungen genutzt werden. Tls.1.1 wird grade mal von 0,09 % genutzt. Tls.1.2 liegt dagegen bei 93,12 %, der Nachfolger Tls.1.3 bei 5,68 %.

Tls.1.3 bringt diverse Neuerungen mit und kann Verbindungen gegenüber Tls.1.2 deutlich beschleunigen. U.a., weil es HTTP/2 unterstützt.

Der Google-Artikel berichtet von einem Gesamtanteil von 0,5 % aller Verbindungen, die Tls.1.0 oder Tls.1.1 nutzen. Da wird darauf verwiesen, daß Tls.1.0 noch auf MD5 und SHA1 basiert, beide kryptographische Techniken gelten inzwischen als unsicher. Bei Chrome soll es ab der Version 72 Hinweise in der Console geben. Der Rausschmiß erfolgt ab Chrome 81, das wird ab Januar 2020 verteilt.

Microsoft berichtet ebenfalls von einem Anteil von weniger als 1 %, der auf die beiden älteren Versionen entfällt. 0,72 % sind das gegenüber 99,28 %, die auf Tls.1.2 entfallen. Tls.1.3 wird von Edge noch nicht unterstützt. Microsoft wird die Unterstützung der beiden alten Versionen im ersten Halbjahr 2020 beenden.

Safari-Nutzer verwenden noch zu 0,36 % die beiden alten Protokolle, 99,6 % entfällt auf Tls.1.2. Da wird die Unterstützung im März 2020 eingestellt.

Man kann bereits jetzt in diversen Browsern die Unterstützung von Tls.1.0 und 1.1 abschalten. Teils erklären dies die Artikel.

Ferner gibt es bereits jetzt diverse Websites, welche Tls.1.0 und Tls.1.1 nicht mehr unterstützen. Auf dem hiesigen Blog (und innerhalb von Server-Daten) sind Tls.1.0 und 1.1 derzeit noch aktiv. Etwas ist mir derzeit noch das Risiko zu hoch, daß ich bsp. XP-Nutzer aussperre.

Hedgefond-Manager David Einhorn (Greenlight Capital) prognostiziert den Tesla-Crash - analog zum Lehman Brothers Crash, den er bereits Monate zuvor vorhergesagt hatte

15.10.2018 23:30:50, Jürgen Auer, keine Kommentare

Tesla ist ein durchaus umstrittenes Unternehmen. Das hängt vorrangig an Elon Musk und dessen Eigenwilligkeiten. Der Hedgefond-Manager David Einhorn, Präsident von Greenlight Capital, hat nun in einem Quartalsbrief an seine Investoren davon gesprochen, daß Tesla diverse Ähnlichkeiten mit Lehman Brothers vor 10 Jahren aufweist.
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'Despondent' Musk's Tesla resembles Lehman, Greenlight's Einhorn says

https://www.reuters.com/article/us-apple-greenlight-stake/despondent-musks-tesla-resembles-lehman-greenlights-einhorn-says-idUSKCN1MF27C

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Als "despondent", also als mutlos, verzagt, verzweifelt bezeichnet er Elon Musk.

> “Like Lehman, we think the deception is about to catch up to TSLA”

Wie bei Lehman, denken wir, daß die Täuschung / Irreführung, der Schwindel Tesla bald einholen wird. Deshalb auch Shortseller, in denen sich Greenlight Capital engagiert, um von dem sinkenden Kurs zu profitieren. Das erratische Verhalten von Elon Musk würde darauf hindeuten, daß er es genauso sieht.

Gravierend ist die kürzlich erfolgte Zwangsabsetzung von Elon Musk durch die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) als Verwaltungsratsvorsitzender. Elon Musk hatte die Doppelposition (Verwaltungsratsvorsitz + CEO) inne. Aufgrund der Untersuchungen rund um das Börsen-Delisting kam es zu einem Vergleich mit der SEC.

Lehman Brothers habe ebenfalls gegen Shortseller gewettert und zeitweilig überlegt, von der Börse zu gehen.

> “Months later, shareholders, creditors, employees and the global economy paid a big price when management’s reckless behavior led to bankruptcy”

Monate später hätten Besitzer, Kreditgeber, Mitarbeiter und die globale Ökonomie einen großen Preis dafür gezahlt, als Lehman Brothers pleite gegangen sei.

Ein großes Problem von Tesla sei, daß das Model 3, das für 35.000 Dollar verkauft werden solle, für diesen Preis nicht hergestellt werden könne. Damit würde das Unternehmen mit jedem verkauften Auto Geld verlieren - anstatt Geld zu verdienen.

Bei Bloomberg

David Einhorn Says Tesla Resembles Lehman

https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-10-05/einhorn-assails-tesla-saying-carmaker-s-woes-resemble-lehman

findet sich der Hinweis, daß Elon Musk gedacht habe, er könne mit einer heftigen Automatisierung seiner Fabriken die Produktionskosten entsprechend senken. Aber nun:

> But he said Tesla’s costs ended up exceeding expectations, leading the company to charge much higher prices.

Die Kosten würden deutlich höher liegen. Mit der Konsequenz: Entweder dran pleite gehen oder die Preise entsprechend hochsetzen. Aber das würde die Kunden massiv verärgern, die Vorauszahlungen geleistet hatten und damit dem Unternehmen erst einmal finanziell geholfen hatten. Die Konsequenz: Eine Zwickmühle:

> “He can’t make the car without losing too much money and he can’t bring himself to cancel the program and refund everyone’s deposits”

Elon Musk könne das Auto nicht herstellen ohne massiv Geld zu verlieren. Aber er kann auch das Programm nicht stoppen und allen Interessenten, die bereits Geld gezahlt haben, die Einzahlung erstatten. Und aussteigen sei für ihn auch keine Option. Denn dann könne er erst recht nichts mehr machen.

In ein paar Monaten oder Jahren wird man wissen, ob David Einhorn mit dieser Prognose recht gehabt hat. Wobei Greenlight Capital selbst ein schwieriges Jahr gehabt habe, die Short Seller Positionen von Tesla aber Geld eingebracht hätten. Weitere Details zu diesem Schreiben an die Investoren finden sich in dem Bloomberg-Artikel.

Noodle Soup - interactive architectural playscape Pavilion - Gewinner der Ragdale Ring Competition 2018 - ein Mix aus fixierten Strukturen und weichen Stücken (Nudeln) - von Office CA

14.10.2018 23:52:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man einen Pavillon benötigt: Eine lose Gruppe von Sitzgelegenheiten, mit denen Personen interagieren können. Die eine Struktur erzeugen. Und wenn dieser Pavillon im Grünen aufgebaut werden soll? Was macht man dann? Jedesmal das Rad neu erfinden?

Das kanadische Büro Office CA hat dazu eine ganz eigene Vorstellung entwickelt: Die "Noodle Soup", die Nudelsuppe.
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noodle soup by office ca is an interactive, architectural playscape

https://www.designboom.com/architecture/office-ca-noodle-soup-10-14-18/

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Beschrieben als ein "architectural scale interface", ein skalierbares Architekturmodell oder Interface, das als eine Art "playscape" = Spiellandschaft genutzt werden kann.

Hinreichend flexibel, um in unterschiedlichsten Varianten eingesetzt werden zu können. Und gleichzeitig hinreichend "picturesque" = malerisch, pittoresk, um auf Grünflächen und im Wald verwendet werden zu können.

Das Prinzip:

> it features a set of fuzzy, fixed structures (walls) around which are soft, linear, pliable pieces of furniture (noodles)

Es besteht aus einer Reihe fixierter Strukturen (= Walls), die meist auf der einen Seite Stufen zum Draufsitzen, dann ein höheres Mittelstück und auf der anderen Seite ein bogenförmiges Stück haben, so daß sich ein glatter Übergang zum Boden ergibt. Das Mittelstück hat oft eine Öffnung, so daß Kinder das zum Durchklettern nutzen können.

Das andere Grundelement sind "Nudeln": Lange, biegsame Stücke, die in einen Kreis gelegt werden können. Oder die grade als Sitzgelegenheiten dienen. Oder sie werden durch die Öffnung eines Wall-Elements gezogen.

> conceptually, noodle soup seeks to empower the individual’s artistic agency as well as blend whimsy, playfulness, and interaction into a transformable constructed landscape with both predictable and unpredictable results.

Die Nudelsuppe regt die individuellen künstlerischen Fähigkeiten an, man kann seinen Launen nachgeben, damit herumspielen. Das Ergebnis sind erwartete und unerwartete Resultate.

Die Wall-Elemente sind aus Holz, die eine Seite geht quasi nahtlos in den Boden über. Die andere Seite ist bereits farblich deutlich von der Umgebung abgehoben. Wenn Besucher durch diese Wall-Elemente hindurchwandeln, dann sehen sie manche von der grünen Seite her - da verschwinden die Elemente. Andere sehen sie von den Stufen her - da fallen sie deutlich auf.

> as the viewer makes their way around the composition, some walls recede into the greenery of the landscape, while others emerge to the foreground as geometric objects in a picturesque forest.

So daß die Elemente selbst einen malerischen Wald bilden.

Die "Noodles" sind wasserfeste Knautschsäcke, die in verschiedenen Längen zur Verfügung stehen. Das ist ein wasserfestes Gewebe, so daß die Nudeln problemlos intensiv außerhalb genutzt werden können. Gefüllt sind sie mit recycelten Schaumstoff-Stücken, die normalerweise dafür verwendet werden, Außenelektronik zu schützen. Dieses Material ist haltbar und leicht. Die Füllung ist so angepaßt, daß die Noodles einerseits so schwer sind, daß sie nicht vom Wind weggeweht werden. Andererseits sind sie so leicht, daß einzelne Personen sie problemlos bewegen und neu arrangieren können.

Die Nudeln sind natürlich sehr flexibel - wie das in einer Nudelsuppe der Fall sein sollte:

> noodles can be looped, knotted, slumped over, and piled up. they can interact with the walls in various ways, by threading them through openings or simply laying them on the steps.

Ragdale ist die Sommerresidenz des Chicagoer Architekten Howard Van Doren Shaw (1869–1926) im Lake Forest, Illinois. Das ist nun auch Sitz der Ragdale Foundation. Einer Non-Profit-Organisation, die Platz und Treffen für Künstler unterschiedlichster Sparten bereitstellt. Das liegt nördlich von Chicago:

Ragdale Foundation, Green Bay Road, Lake Forest, Illinois, USA

> ragdale is one of the oldest and largest interdisciplinary artists’ communities in the country, annually supporting 200 residencies, fellowships, and collaborative projects for creative practitioners of all types.

In der englischen Wikipedia gibt es zum Begriff "Ragdale" einen eigenen Artikel: https://en.wikipedia.org/wiki/Ragdale - dieser behandelt sowohl den Ort als auch die Ragdale Foundation. Sie veranstaltet seit einigen Jahren die Ragdale Ring Competition.

THE 2018 RAGDALE RING WILL BE NOODLE SOUP BY GALO CANIZARES AND STEPHANIE SANG DELGADO

http://ragdale.org/residency/ragdale-ring-2018/

Der "Ragdale Ring" ist Teil der Gartenanlage der Ragdale Foundation.

> In 2013 Ragdale launched an international competition to reinterpret Shaw’s Ring as a temporary, experimental environment. This annual competition provides artists, architects, and designers with the unique opportunity to devise and construct a performance venue and gathering place on the historic Ragdale campus.

Der originale Ragdale Ring war 1912 als ein Open-air Theater eröffnet worden. Howard Van Doren Shaw wollte Platz schaffen, damit die Werke seiner Frau, Frances Shaw, aufgeführt werden konnten. Sie war als Bühnenautorin aktiv.

Wenn man sich bei Google-Maps auf die unterste Ebene durchzoomt, dann sieht man (aktuell, Oktober 2018) den Ragdale Ring mit dem Gewinner von 2016.

http://www.sportscollaborative.com/#/rounds/

Ein Rahmen mit verschiedenen Höhen, der eine kleine Bühne erzeugt und Sitzplätze sowie Durchgänge erschafft. Mit einem Vergleich zur Situation von 1912.

House behind the Roof - das Haus hinter dem Dach - Haus in Krakau mit einem grünen Dach, ähnlich gross wie die Grundfläche des Hauses - von Superhelix Pracownia Projektowa

13.10.2018 23:53:12, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eigentlich sollte das Haus, das außerhalb von Krakau in Polen gebaut werden sollte, ein grünes Flachdach erhalten. Allerdings sollten dort, in einem neuen Wohngebiet, etwa 10 Häuser gebaut werden. Alle relativ nahe beieinander. Und alle mit schrägen Dächern. Flachdächer waren nicht zugelassen.

Das Ergebnis: Ein Haus, das den Begriff des "grünen Daches" auf ein neues Level hebt. Die ganze Nordseite hat ein großes Dach erhalten, das dort sehr weit nach unten gezogen wurde. So daß das Haus nun relativ viel "Privatsphäre" bietet. Und das Dach dem Haus den Namen gegeben hat: Das Haus hinter dem Dach.
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A solar-powered home hides behind a colossal, sloped green roof

https://inhabitat.com/a-solar-powered-home-hides-behind-a-colossal-sloped-green-roof/

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Das grüne Dach hat einen Winkel von 45° Grad. Es ist üppig mit Sukkulenten bepflanzt. Das Dach auf der Südseite fängt deutlich niedriger an. So daß es keinen symmetrischen Gibel gibt. Stattdessen ragt das grüne Dach deutlich über die eigentliche Gibelkante hinaus.

Ferner gibt es oberhalb des eigentlichen Gibels diverse große Fensterelemente, die Licht ins Haus lassen. Das Süddach ist darunter geschätzt zu 2/3 mit Solarpaneelen belegt.

Die Außenflächen des Hauses sind mit Holz aus roten Zedern belegt. Dieses sehr robuste Holz muß nicht vorbehandelt werden. Es wird mit der Zeit eine silbrig-graue Patina entwickeln. Der Pflegeaufwand für das "grüne Dach" dürfte sehr gering sein. In der Gegend gibt es kaum längere Trockenperioden, so daß die anspruchslose Bepflanzung kaum Pflege benötigt.

Innen gibt es neben dem Erdgeschoss ein weiteres Stockwerk. Im Erdgeschoss gibt es sowohl Platz für zwei Autos als auch einen großen Aufenthaltsraum mit Küche, ein Gästezimmer und ein Bad. Wobei der große Aufenthaltsraum nach oben hin offen zu sein scheint, so daß dieser Platz gar nicht für das erste Stockwerk zur Verfügung steht. Dafür aber der Raum im Erdgeschoss sehr hoch ist. Dieser große Aufenthaltsraum ist mit bodentiefen Fenstern ausgestattet, die bis zur Decke des Erdgeschosses reichen und viel Licht einlassen.

Ferner gibt es oben ein großes Schlafzimmer, zwei Kinderzimmer, ein zusätzliches Spielzimmer für die Kinder und zwei Bäder.

Die genauen Pläne fanden sich auf der Seite der Architekten:

Dom za-dachem

http://www.superhelix.pl/portfolio/items/dom-za-dachem/

Von der Nordseite aus der Luft betrachtet scheint das Haus in seiner Umgebung zu verschwinden. So sehr deckt das große, weit hinuntergezogene grüne Dach das Haus ab.

Von der Südseite her fällt die mächtige Holzstruktur auf, die das Dach trägt.

Laut dem dortigen Text steht innen eine Wohnfläche von 189 Quadratmetern zur Verfügung.

Bei Archdaily

House Behind The Roof / Superhelix Pracownia Projektowa

https://www.archdaily.com/903390/house-behind-the-roof-superhelix-pracownia-projektowa

In der dortigen Gegend wird wohl grade sehr viel gebaut, deshalb stehen die Häuser auch relativ dicht zusammen, weil die Grundstückspreise hoch sind.

Dort gibt es zwei Skizzen, die zeigen, wie die Dachkonstruktion mit den Oberfenstern im Querschnitt aussehen. Aufgrund der Größe des "grünen Daches":

> Therefore, it can be said that what has been taken from nature has been given back with interest.

Das, was bebaut wurde, wurde der Natur als Bodenfläche wieder zurückgegeben.

Ferner ist das Obergeschoss tatsächlich so gestaltet, daß es knapp über der Mitte der senkrechten Wand im Süden beginnt. Aber den ganzen Raum nach oben bis zum verlängerten Dachgibel ausfüllt.

Dort gibt es noch (eines der letzten Bilder) Skizzen, die zeigen, wie die Luft im Sommer zirkulieren kann. Da kann kühle Luft vom Norden her in das Haus einströmen und durch den großen Raum im Erdgeschoss bis zu den Fenstern im Gibel wieder entweichen. Im Winter ist das Norddach dagegen komplett geschlossen, so daß es gut isoliert.

Mechanations - Historical Machines Exploded into Individual Components in Sculptures - historische Maschinen, zerlegt in Einzelteile und aufgespannt auf Fäden - die Skulpturen von John Peralta

12.10.2018 23:53:55, Jürgen Auer, ein Kommentar

Historische Maschinen und Geräte: Eine Singer-Nähmaschine, eine Schreibmaschine, eine Polaroid-Kamera, ein Filmprojektor.

Aber wie sehen diese Geräte eigentlich im Detail aus? Der Künstler John Peralta hat diese Geräte in ihre Einzelteile zerlegt. Aber nicht, um daraus neue Geräte zu bauen.

Sondern die Einzelteile wurden in gläsernen Kästen mit Fäden oder Draht fixiert. So daß das Originalgerät "in seine Einzelteile" zerlegt wird und man eine Vorstellung davon bekommt, wie das Gerät aus den Einzelteilen zusammengesetzt wurde.
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Mechanations: Historical Machines Exploded into Individual Components in Sculptures by John A. Peralta

https://www.thisiscolossal.com/2018/10/machinations-by-john-a-peralta/

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Eine treffende Beschreibung:

> In his “Mechanations,” Peralta hangs each screw, wheel, and lightbulb side-by-side in specially created lightboxes, creating three-dimensional diagrams which illuminate the inner workings of each machine.

In speziell hergestellten Lichtboxen aus schwarzen Stäben, mit reflektierender weißer Decke, erzeugt er dreidimensionale Diagramme, welche die inneren Funktionen der Maschinen darstellen.

Er zerlegt Maschinen, die vor der digitalen Revolution entstanden sind. Die in ihren Bereichen ikonisch waren. Entwickelt hat er die Idee nach 2005 nicht selbst. Sondern er hatte in einem chinesischen Magazin von 2005 ein ähnliches skulpturales Diagramm gesehen.

Auf seiner Website schreibt er dazu:

http://www.johnperaltafineart.com/about/

> In 2005, while living in Hong Kong, I came across an exploded diagram of a bicycle on the back of a magazine. I was inspired by its fragile beauty, and imagined a three-dimensional version with a real object.

2005 lebte er in Hongkong, da sa er so eine zerlegte Darstellung eines Fahrrads. Er war inspiriert von der zerbrechlichen Schönheit dieser Darstellung.

Unter

John Peralta Artwork Demo

https://www.youtube.com/watch?v=POz2yU_yWX8

gibt es ein 01:46 - Minuten langes Video, das als Timelapse die Zerlegung und den Aufbau als Mechanation von einer Underwood-Schreibmaschine zeigt.

Auf seiner Website gibt es unter

Works

http://www.johnperaltafineart.com/works/

diverse Objekte zu sehen. Zu jedem Einzelobjekt gibt es eine Reihe von Detailbildern und Hinweise zur Aufhängung sowie zur Beleuchtung.

Die Remington Portable, erstellt 2012

CRUCIFICTION, 2012

http://www.johnperaltafineart.com/products/crucifiction1

> Remington Portable #2 Typewriter (c. 1920), wood, nylon mono-filament, LED lighting

scheint das älteste der Mechanations zu sein.

Die Underwood Eleven

http://www.johnperaltafineart.com/products/underwood-eleven

ist sowohl in der Höhe als auch nach hinten massiv auseinandergezogen.

Praktisch entstehen durch diese "Umgestaltungen" aus den alten, vor dem Wegwerfen geretteten Gegenständen ganz neue Objekte. Die nun in ihrem eigenen Schrein präsentiert werden.

Tessellate - lighting with no limits - eine elektrische Lampe mit variabler Länge aus zusammengesteckten Rechtecken - von Piyushi Patni aus Indien

11.10.2018 23:57:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie sieht eine elektrische Lampe aus? Üblicherweise mag man an einen rundlichen Lampenkörper aus Glas, an eine Röhre oder einen Stab denken. Oder die LED-Lampe hat irgendeine kugelförmige Struktur. Die Lampe ist in sich abgeschlossen und kann in einem Lampenschirm verbaut sein, so daß das Licht nur zu einer Seite abgestrahlt wird.

Die Lampe "Tessellate" hat eine gänzlich andere Struktur.
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LIGHTING WITH NO LIMITS

http://www.yankodesign.com/2018/10/10/lighting-with-no-limits/

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Das sind zwei schwarze Randstäbe, diese tragen ein gläsernes Rechteck, das auf der Mitte der anderen Seite eine Einkerbung hat. In die Einkerbung des ersten Elements kann sofort die Einkerbung des letzten Elements eingesteckt werden. Dann besteht die Lampe aus zwei Elementen.

Oder es können diverse weitere dieser Rechtecke eingesteckt werden, so daß sich eine Lampe aus solchen ineinandergesteckten Rechtecken mit der gewünschten Länge ergibt.

Die "Ergebnislampe" kann auf den Tisch oder irgendwo sonst hingestellt werden. Sie läßt sich jederzeit in der Länge anpassen.

> Called “Tessellate” for the mosaic-like plates from which it’s composed, users won’t find any bulbs or sockets. Instead, the modular design works by utilizing electricity-conducting magnets that also hold each plate and the end sections together.

Es gibt keine Glühlampe und keinen klassischen Lampensockel. Technisch funktioniert das mit elektrisch leitenden Magneten, welche die ganze Struktur zusammenhalten.

In einem der beiden schwarzen Randstäbe sind eine Batterie und ein Anschaltknopf untergebracht.

Ein Photo mit der Zerlegung einer solchen Platte zeigt, daß der Hauptteil ein Acryl-Rahmen ist, in den am Rand ein LED-Streifen eingelegt wird. Das sind also LED-Lampen, die in den Acryl-Rahmen abstrahlen.

Man findet noch kaum weitere Informationen dazu. Die Suche nach dem Designernamen listet allerdings die Behance-Seite: Piyushi Patni ist Industriedesign-Studentin in Indien.

Tessellate - a table top Luminaire

https://www.behance.net/gallery/71001811/Tessellate-A-Table-Top-Luminaire

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Demnach ist der Name in dem Yankodesign-Artikel falsch geschrieben.

Klickt man sich dort durch die Bilder, dann gibt es auch ein Bild mit den genauen Zentimeter-Maßen. Die Randelemente haben einen quadratischen Querschnitt von 4,5 Zentimetern und eine Höhe von 24 Zentimetern. Die Lichtelemente sind 1,5 Zentimeter stark und haben eine Größe von 21 x 8,5 Zentimetern.

Piyushi Patni ist Industrial Design Learner am MAEER's MIT Institute Of Design in Pune, Indien.

What happens when a Drone hits an Airplane Wing - was passiert, wenn eine Drohne einen Flugzeugflügel trifft - der Flügel hat ein Riesenloch - University of Dayton, Ohio

10.10.2018 23:56:51, Jürgen Auer, keine Kommentare

Drohnen breiten sich immer mehr aus. Als Hobby, zum Filmen, zum Herumspielen. Leider steigt auch die Zahl der Vorfälle, in denen Drohnen in gefährlicher Nähe zu Flughäfen aufsteigen. AINonline hat dazu ein Video veröffentlicht, das die Ergebnisse einer Forschung an der University of Dayton zeigt.

Da wurde eine Drohne mit der Geschwindigkeit, die beim Zusammentreffen mit einem Flugzeugflügel vorliegt, auf diesen geschossen. Das Ergebnis: Die Drohne reißt ein riesiges Loch in den Flügel. Und: Die Drohne zerstört nicht nur die äußere Hülle, sondern dringt relativ tief in den Flügel ein und zerstört dort die Elektronik.
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What Happens When a Drone Hits an Airplane Wing?

https://www.ainonline.com/aviation-news/video/what-happens-when-drone-hits-airplane-wing

Das Video direkt auf YouTube:

What Happens When a Drone Hits an Airplane Wing? – AINtv

https://www.youtube.com/watch?v=QH0V7kp-xg0

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Mit tausenden von UAVs (Unmanned aerial vehicles) in Privathand sei es nicht mehr die Frage, ob, sondern nur noch die Frage, wann es zu einer Kollision mit einem Flugzeug kommen würde. So die Meinung diverser Experten. Die Auswirkungen von Vogelschlag seien seit Jahrzehnten schon Forschungsgegenstand. Die Frage, wie sich dagegen ein Zusammenprall einer Drohne mit einem Flugzeug auswirkt, sei bislang noch unerforscht.

> Researchers at the University of Dayton research institute are no strangers to airframe impact testing, and they recently partnered with Sinclair College National UAS Training and Certification Center to determine what could happen to a general aviation aircraft if it hit a recreational drone in mid air.

Bei Drohnen sei schon alles mögliche getestet worden: Batterien, Kameras. Nicht aber, was passiert, wenn diese mit einem Flugzeugflügel kollidieren.

Die Drohne, ein häufig verkauftes Standardmodell, wurde auf eine Geschwindigkeit von 240 Meilen pro Stunde beschleunigt, das sind etwa 386 Stundenkilometer.

Die Drohne zerlegte sich nicht in Einzelteile, sonder riss stattdessen ein Loch in den Flügel und blieb drinnen schließlich stecken.

Ein startendes Flugzeug könne - laut Video - allerdings teils doppelt so schnell sein. Folglich wären die Schäden teils deutlicher.

Der Forscher hatte sich schon viel mit Vogelschlägen beschäftigt. Bei einem Vogelschlag und gleicher Geschwindigkeit sieht das zwar optisch erst einmal ähnlich aus.

Tatsächlich zerstört der Vogel aber nur die äußere Hülle und bleibt dort bereits stecken, weil der Vogel dann zerlegt wird.

Die Drohne dagegen dringt weitaus tiefer in den Flügel ein und kann dort weitere Schäden anrichten, etwa an der dortigen Elektronik.

Die Konsequenz des Forschers: Drohnen müßten "zerbrechlicher" konstruiert werden, so daß sie sich bei einem solchen Aufprall eher in Einzelteile zerlegen.

Man müßte das Video zum Pflichtvideo für alle Drohnenkäufer machen. Auf daß diese zumindest eine Ahnung davon bekommen, was passieren kann, wenn eine Drohne in der Nähe eines Flughafens in die Luft geht.

Dortheavej Residence - 66 schicke Wohnungen in Kopenhagen für Personen mit nicht zu hohem Einkommen - Holz, Fenster bis zum Boden und kleine Balkone von Lejerbo und Bjarke Ingels Group - BIG

09.10.2018 23:45:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie kann man in Großstädten Wohnungen bereitstellen, die einerseits heutigen Ansprüchen genügen, andererseits aber nicht zu teuer sind?

Diese Frage stellen sich Entwickler in verschiedenen europäischen Großstädten. In Kopenhagen wurde nun ein Komplex von 66 Wohnungen fertig gestellt. Auftraggeber war das gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen Lejerbo. Die Konzeption und Umsetzung stammt von BIG, der Bjarke Ingels Group.
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bjarke ingels group builds 66 affordable residences in copenhagen for low-income citizens

https://www.designboom.com/architecture/bjarke-ingels-group-big-dortheavej-low-income-housing-copenhagen-10-08-2018/

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Das Prinzip: Ausgangspunkt ist ein Würfel, der einer Wohnung entspricht und der vorfabriziert werden kann. Von diesen Elementen werden diverse in einer wellenförmigen Struktur nebeneinander gestellt. Dann wird das in insgesamt 5 Stockwerken übereinander gestapelt, wobei sich das zu den beiden Enden hin verjüngt und an die vorhandene Bebauung anschließt. Ferner sind die Elemente immer gegeneinander versetzt, so daß die gesamte Anlage wie eine "poröse Mauer" wirkt.

Jedes Element hat damit eine Süd- und eine Nordseite, letztere geht zum Innenhof der Gesamtanlage.

Die dortige Umgebung ist geprägt von Autoreparaturwerkstätten und Industriegebäuden aus den 30-er bis 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Passage für die Bewohner nach hinten sollte erhalten bleiben, die bestehenden Grünflächen ebenfalls.

Die Wohnungen haben eine Raumhöhe von 3,5 Metern, das liegt also deutlich oberhalb dessen, was sonst bei Neubauwohnungen üblich ist.

Durch die Wellenstruktur ergibt sich außerhalb der Anlage ein kleiner Hof. Innen dagegen ein eher intimer Innenhof. Als Durchgang dienen drei nebeneinander stehende Elemente.

Außerhalb sorgen die senkrechten Holzverschalungen für eine einheitliche Struktur. Innen bringen die Fenster bis zum Boden Licht in die Wohnungen. Im äußeren Hof wurden Kirschbäume neu angepflanzt, ferner gibt es Platz für diverse Fahrräder.

Von Bjarke Ingels:

> the prefabricated elements are stacked in a way that allows every second module an extra meter of room height, making the kitchen-living areas unusually spacious’

Auf der Nordseite sieht die Fassade deutlich schlichter aus. Dort gibt es teils ebenfalls raumhohe Fenster. Teils blickdichte Holzflächen, das scheinen die Treppenhäuser zwischen den Wohnungen zu sein. Teils Elemente mit Fenstern, die nur das mittlere Drittel des Elements ausfüllen.

Laut

Homes for All - Dortheavej Residence / Bjarke Ingels Group

https://www.archdaily.com/903495/homes-for-all-dortheavej-residence-bjarke-ingels-group

liegt die Größe der Apartments zwischen 60 und 115 Quadratmetern. Ferner findet sich dort der Hinweis, daß als Material im wesentlichen Holz und Beton genutzt wurde. Ein PDF, das bei Lejerbo zu finden ist,

https://www.lejerbo.dk/boligsoegende/nyheder/30-08-2017-aabent-hus-dortheavej

dort unten eingehängt, zeigt die Grundrisse jeder Wohnung. Der Quadratmeterpreis scheint bei etwa 12 Euro / Quadratmeter kalt zu liegen, zusätzlich sind wohl so etwas wie Genossenschaftsanteile zu zeichnen.

Die gesamte Anlage hat eine Wohnfläche von 6.800 Quadratmetern, jede Wohnung ist also im Schnitt 103 Quadratmeter groß.

Die durchweg raumhohen Fenster sind zwar angesichts typischer eher kleiner Fenster in Berliner Mietwohnungen eher gewöhnungsbedürftig. Aber damit haben diese Wohnungen deutlich mehr Licht als Wohnungen anderswo.

ioCamper - transportable folding Apartment - Van without modification - transportierbares, aufklappbares Apartment, das auf die vierfache Grösse aufgeklappt wird - für vier Personen - von Tamas Laczko, Ungarn

08.10.2018 23:16:27, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Standard-Lieferwagen. Mit dem kann eine vierköpfige Familie eine Reise unternehmen. Aber für eine Übernachtung ist das "etwas zu unbequem". Tamas Laczko aus Ungarn wollte sich mit den bisherigen Lösungen nicht zufrieden geben. Und entwickelte einen Prototypen für den ioCamper, der verblüffende Eigenschaften hat.
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ioCamper - The Transportable Folding Apartment

https://www.indiegogo.com/projects/iocamper-the-transportable-folding-apartment/#/

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Mein erster Gedanke beim Anblick der ausgeklappten Lösung war: "Dafür wurden zwei oder drei Vans genutzt". Allerdings stimmt das nicht: Das ist ein Element, das direkt in den Lieferwagen eingeschoben wird. Ohne daß dieser irgendwie modifiziert werden müßte.

Beim Rausziehen wird aus diesem Element auf der schmalen Seite ein zweites Element herausgezogen, das auf seinen beiden Längsseiten zwei weitere Elemente enthält. Damit ergibt sich insgesamt eine knapp vierfache Größe gegenüber dem ursprünglichen "Kasten".

Das Video direkt:

ioCamper - every van could be a motorhome

https://www.youtube.com/watch?v=SttalaFa7qY

Ein zweites Video, welches lauter Skizzen und Animationen mit dem Aufklapp-Prinzip enthält:

ioCamper introduction animation

https://www.youtube.com/watch?v=xFvfVHDySLo

Die dortige Beschreibung:

> We created a tool which is able to transform a simple van to a motorhome without any mechanical modification on the van. Just put the ioCamper into a van’s cargo and that’s it. The ioCamper expands to FOUR times to its original size with the remote of your mobile phone, or any wifi capable device (laptop, ipad, tablet). The opened ioCamper provides extraordinary comfort for 4 people with 4 pcs full size beds, kitchen, bathroom with toilet, dining area, air condition, solar power supply, led lights, infotainment system, etc…
> NO NEED to modify your existing van. You can USE the van’s ORIGINAL FUNCTIONS.

Das ganze Ding steht auf Ständern, so daß zusätzlich nach unten hin Elemente verschoben werden. Dabei ist eine kleine Küchenzeile, eine Toilette, ein Doppelbett, zwei Einzelbetten, einer Solaranlage auf dem Dach und einer Dusche.

Auf der Indiegogo-Seite finden sich die genauen Maße:

> 2.5 * 1.3 * 1.7 m (l * w * h)

Das paßt in Standard-Lieferwagen der Größe L1 H2 rein. Das Aufbauen kann in fünf bis zehn Minuten erledigt sein. Aktuell ist das ein erster Prototyp, es soll aber verschiedene Höhen (H1, H2, H3) geben, die in die entsprechenden Lieferwagen reinpassen. Ferner sind verschiedenartige Designs (modern, vintage, country, summer style) angedacht.

Die ersten Varianten entstanden am Computer mit 3D-Plänen. Die zwanzigste Version wurde erstmals anderen gezeigt. Dann baute er sich ein Modell im Maßstab 2:1. Es folgte der Prototyp im April 2017, ein Jahr später die Patentanmeldung.

Nun soll das über Indiegogo erstmals finanziert werden. Im Januar 2019 soll das als Industriefertigung geplant und im Juni 2019 starten.

Die Website:

ioCamper

https://www.iocamper.com/

> MOTORHOME for EVERYONE - expandable apartment house fits to your existing van

Eine Familie kann sich also ein Wohnmobil oder etwas ähnliches kaufen. Oder es gibt bereits einen Lieferwagen. Dann kann der für den ioCamper genutzt werden.