Coffee Nap Roasters in Seoul - nicht mit Standard-Sitzplätzen, sondern mit einem Hügel aus 7000 Backsteinen - vom Design Studio Maoom

17.09.2018 23:53:37, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer an einen kleinen Kaffee-Imbiß denkt: Der rechnet mit dem üblichen Inventar: Kleine Tische und Stühle, vielleicht auch Stehtische. Aber wenn man in einer Stadt wie Berlin lebt, dann weiß man auch: Viele Leute setzen sich gerne auf Stufen. In Seoul, im Stadtteil Yeonnam-dong, gibt es ein neues Café, das dies zum Prinzip macht.

Das klassische Inventar mit Stühlen und Tischen sucht man vergeblich. Stattdessen gibt es einen Hügel aus 7000 Backsteinen, der die meiste Fläche einnimmt.
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studio maoom replaces standard seating with a 7,000-brick hill in seoul's coffee nap roasters

https://www.designboom.com/architecture/studio-maoom-brick-hill-seoul-coffee-nap-roasters-cafe-09-17-2018/

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Der Raum ist schlicht: Rechts gibt es eine Backstein-Sitzecke, die sich unter den Scheiben hindurch nach draußen verlängert. Im Hintergrund gibt es die Theke. Neben dieser erhebt sich der Backstein-Hügel, der in der Ecke höher als die Theke ist.

Zusätzlich gibt es links einen großen runden Spiegel.

Das gesamte Café hat eine Fläche von grade mal 50,5 Quadratmetern, davon belegt die hügelartige Struktur 42,05 Quadratmeter. Die Maximalhöhe liegt bei 1,5 Metern.

Ein Bambusbaum am Fuße des Hügels bewegt sich, wenn jemand zur Tür hineinkommt. Die Fenster, die bis zum Boden gehen, ermöglichen den Blick von draußen nach drinnen.

Der Spiegel reflektiert tagsüber die Sonne. Nachts wirkt er mit seiner Hintergrundbeleuchtung wie ein "Mond hinter dem Hügel", der Besucher anlockt.

Ganz hinten gibt es eine Treppe, die erst schnell hoch und dann wieder runtergeht. Dahinter gibt es eine Tür und eine Toilette.

Unter

The Best Food & Cafe Guide to Yeonnam-dong(Seoul)

http://www.strictlyours.com/2018/08/yeonnam-dong.html

> One of the hottest coffee spots in town, the second outpost of Coffee Nap attracts throngs of young Seoulites who are looking for a lovely space to capture selfies. Run by a young team, the cafe, which has a very unique interior, sends out a decent cup of iced latte(5,500KRW)

gibt es einen Beitrag vom August, in dem das Coffee Nap Roasters 2nd unter Punkt 4 aufgeführt ist. Zwar nur ein Blick von außen, aber da sieht man zumindest ein klein wenig, wie das Café mit Personen aussieht. Das Café ist nach drei Seiten hin zum Straßenraum geöffnet.

Die genaue Adresse auf Google-Maps:

Coffee Nap Roasters

Auf Facebook findet sich noch fast nichts, nur ein paar Photos von Gästen:

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=875486465975457&id=373412636182845&__tn__=-R

Auf der Seite des Studios

http://www.d-maoom.com/default/sub2/sub20.php

findet sich leider nur ein Bild, keine weiteren Informationen oder Pläne.

Museum of the Moon - der Mond macht eine Welttournee - eine 23-Fuss- 7-Meter-Mondkugel von Luke Jerram wandert durch die Welt - Will you put the moon back afterwards?

16.09.2018 23:57:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann der Mond eine Welttournee unternehmen? Natürlich. Sie können sich das nicht vorstellen? Aber der Mond macht gerade eine Welttournee.

Luke Jerram hat nach einer Vorlage der NASA eine 23 Fuß große Mondkugel erstellt - in mehreren Exemplaren. Diese ist nun mit der Bezeichnung "Museum of the Moon" weltweit in verschiedenen Ausstellungen zu sehen.
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A Replica of the Moon is Touring the World

http://www.fubiz.net/en/2018/09/14/a-replica-of-the-moon-is-touring-the-world-2/

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> The project visited China, Finland, the United Arab Emirates, Australia…thanks to her maternal and sweet face, the Moon is like a protecting presence for all those who look at her from all over the world.

In diversen Ländern war der Mond bereits. Weitere folgen. Wie eine "geschützte Präsenz" sei das.

Teils ist der Mond draußen zu sehen. Teils innerhalb von großen Gebäuden.

Die Website: My Moon

https://my-moon.org/

Da gibt es den Mond in einer alten Kirche, in einem Schwimmbad, in einem Bürohaus. Auf der About-Seite

https://my-moon.org/about/

gibt es das offizielle Video:

Museum of the Moon | Official Video 4K

https://www.youtube.com/watch?v=3YDOmKezwsI

Demnach tourt der Mond schon seit Ende 2016 durch die Welt. Reaktionen der Leute: Diverse setzen sich auf den Boden oder legen sich sogar flach hin. Der Mond über ihnen.

Der Mond sei für alle Kulturen ein Spiegel, ein "cultural mirror". Über die Jahrhunderte hinweg sei der Mond als Gott und als Planet interpretiert worden. Er fungiert als Zeitgeber, Kalender und als nächtliche Navigationshilfe. Er hat Artisten, Poeten, Wissenschaftler, Schriftsteller und Musiker weltweit inspiriert. Das bläuliche Licht des Vollmondes, das Auf- und Abschwellen oder die unbekannte hintere Seite. Sie inspirieren.

> Different cultures around the world have their own historical, cultural, scientific and religious relationships to the moon.

Auf der Seite gibt es eine durchlaufende Fotoserie, die "My Moon" in diversen Kulturen zeigt.

Unter "Tour dates"

https://my-moon.org/tour-dates/

gibt es einige der nächsten Termine. In Essen gibt es am

> Essen Light Festival, Germany, 26 October – 4 November

die Möglichkeit, den Mond zu sehen.

Unter

Response

https://my-moon.org/response/

finden sich einige Reaktionen.

> “Will you put the moon back afterwards?” Rebecca aged 6 from Kendal, UK.

Ein Photo in einem Schwimmbad in Beijing von @queenie_wangz

https://www.instagram.com/p/Bni3Ly2n_Fa/

Wenn eine Organisation eine interessante Idee hat, dann kann sie ebenfalls Teil dieser Welttournee werden.

GreenBelly - Vertical Urban Garden - Brandwände in Städten als vertikale Gärten nutzen - Biomüll der Anwohner wird zum Kompost - von Alex Losada

15.09.2018 23:54:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

In dem kleinen Ort im Remstal, in dem ich aufgewachsen bin: Da gab es das praktisch nicht: Häuser mit richtig großen Brandwänden. Da waren die Häuser maximal 2 Stockwerke hoch. Hier in Berlin ist das anders: Es gibt diverse Häuser mit vier- bis fünfstöckigen Brandwänden. Aber lassen sich diese nutzen?

Das Projekt GreenBelly hat dazu eine interessante Idee entwickelt. Wenn an einer solchen Brandwand ein Streifen von etwa 3 Metern zur Verfügung steht, dann kann ein modulares System aufgesetzt werden. Das auf mehreren Ebenen Platz für Pflanzen bietet. Sonne und Regen gibt es organisch. Die Bioabfälle der Anwohner können als Kompost der Anlage genutzt werden.
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greenbelly project uses sun, rain, and organic waste to grow vegetable gardens on blind city walls

https://www.designboom.com/architecture/greenbelly-sun-rain-organic-waste-09-13-2018/

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Alex Losada, der Architekt, der diese Idee entwickelt hat:

> with greenbelly, we propose a sustainable project at a manageable scale by recycling spaces, materials, and urban resources, we can make a greener and healthier city, feed people in need or teach the origin of the food to children

Der Weg von der Farm würde sich deutlich verkürzen, weil vor Ort produziert wird. 6 Ebenen könnten bis zu 6.400 kg Nahrungsmittel pro Jahr erzeugen und 162 Quadratmeter "grüne Fläche" in der Stadt erschaffen.

Ferner schafft das einen Platz für die Kommunikation der Anwohner, die ihre Erfahrungen austauschen können.

Ein Video:

GreenBelly: Vertical Urban Garden

https://www.youtube.com/watch?v=Qz_vGCiJDVU

> GreenBelly is a vertical garden that can change the future of cities, by making use of the existing walls to produce fresh food in limited spaces. Using recycled materials and organic waste from neighbours, it is a sustainable project that can change the life of urban dwellers!

Unter

GreenBelly

http://www.greenbelly.org/

wird das Konzept erläutert. Verwendet werden vorrangig recycelte Materialien.

> GreenBelly uses leftover materials in urban environments, such as scaffolding or wooden pallets.

Baugerüste, Holzplatten, die in der Stadt übrig geblieben sind.

> It can provide organic and affordable salads for residents and people with limited resources.

Personen mit geringen Ressourcen können so eigenes Gemüse bekommen.

Die denkbaren Zielgruppen:

> The GreenBelly prototype is designed for big modern cities, but also for the poorest countries where access to food is difficult. It can feed homeless people in difficult times, serve as a recreational hobby for residents, or teach children the value of nature. Therefore, it is not just an urban garden, it is a local project with global benefits.

Nicht nur für moderne Städte, sondern auch für arme Länder, in denen der Zugang zu Nahrungsmitteln schwierig ist. Wohnungslose können so Nahrung erhalten, für Bewohner kann das ein Hobby werden. Für Kinder ein Unterricht. So daß es mehr sei als ein lokaler Garten, ein lokales Projekt.

Auf die Fassade wirkt das wie eine zusätzliche Schicht, daher auch der Name "Green Belly". Das balanciert die Temperatur im Gebäudeinneren aus, es fängt den Regen ab. Und es reduziert Geräusche.

Jedes Modul soll einerseits ein Gemüsebeet mit Erde enthalten. Andererseits sind die Regalstrukturen als Basis für Hydrokulturen gedacht.

Weiter unten findet sich eine Auflistung verschiedener Management-Typen: So kann ein gesamtes GreenBelly von wenigen Personen betreut werden, welche die Ernteergebnisse unten verteilen oder verkaufen. Oder einzelne Module werden an Anwohner vermietet. Ebenso könnten einzelne Module von Schulklassen betreut oder Wohnungslosen zur Verfügung gestellt werden. Schließlich der Betrieb als "Food Center" oder von einem Unternehmen, das Module eigenen Mitarbeitern zur Verfügung stellt.

Im Prinzip gefällt mir die Idee. In der Praxis habe ich allerdings erhebliche Zweifel, daß so ein Anbau genehmigt werden würde. Auf Baugerüste schickt man normalerweise auch keine Schulklassen. Und wenn das "einfach so" aufgebaut wird, dann muß da nur einmal etwas passieren. Und das Konzept ist tot.

Virtual Reality Demonstration of Storm Surge - Virtuelle Realität, welche die Folgen des Hurrikans Florence zeigt - The Weather Channel

14.09.2018 23:40:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

Stürme gibt es seit Urzeiten. Das Risiko ist überall in der Nähe von Küsten besonders hoch, wenn sich ein Hurrikan der Küste nähert. So, wie das aktuell im Südosten in den USA, in North Carolina, South Carolina und angrenzenden Gebieten der Fall ist.

Allerdings hat sich die Technik für die Berichterstattung weiterentwickelt. "The Weather Channel", kurz TWC genannt, hat nun (mindestens) zwei Videos veröffentlicht, welche die Technik der "Virtuellen Realität" einsetzen, um die Folgen des Hurrikans darzustellen.
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A Brilliant Immersive Virtual Reality Demonstration of What Storm Surges Look Like at Different Heights

https://laughingsquid.com/virtual-reality-demonstration-of-storm-surges/

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Das erste Video auf YouTube:

Storm Surge Like You've Never Experienced it Before

https://www.youtube.com/watch?v=q01vSb_B1o0

> Hurricane Florence could bring up to 13 feet or more of storm surge to the Carolina coast. What does that look like? We show you like nobody else can.

Das zweite, kürzere Video auf Twitter (mit 8,34 Millionen Views):

https://twitter.com/weatherchannel/status/1040305773664980993

> Storm surge will be a huge factor for Hurricane #Florence Check out what it might look like with @TWCErikaNavarro:

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Das Besondere an Florence ist, daß der Hurrikan zwar von den Windgeschwindigkeiten her wieder langsamer geworden ist. Aktuell ist von einem Hurrikan der Stufe 1 die Rede. Aber er bewegt sich extrem langsam, nur mit 9 km/h. So daß es zu ausgedehnten Regenfällen kommt. Gleichzeitig wird Wasser vom Meer in die Flüsse gedrückt.

Die Wirkung: Das Wasser kann nicht abfließen. Das National Hurricane Center ( https://www.nhc.noaa.gov/ ) hat Karten erstellt, die zeigen, in welchen Abschnitten mit Überflutungen von 3, 6 und 9 Feet zu rechnen sei. Das sind die Karten, die zunächst hinten eingeblendet werden. Mit gelben Flächen, welche die Überflutungszonen zeigen. Gelb heißt 6 Fuß, orange heißt 9 Fuß.

Aber da der Sturm Wasser ins Land hineinschiebt, gibt es weiter drinnen sogar rote Zonen, bei denen mit mehr als 9 Fuß Wasserstand zu rechnen sei.

Dann verschwinden die Karten. Und die virtuelle Realität hat ihren Auftritt. Hinter dem Moderator sind ein Haus und eine Straße zu sehen. Dann füllt sich das mit Wasser.

Bei drei Fuß (91 Zentimetern) schwimmen schon Autos davon. Kleinere Strukturen werden überschwemmt. Dann steigt die Wasserwand hinter dem Moderator auf 6 Fuß (1,82 Meter) an. So daß sie schon seine Kopfhöhe erreicht. Das schwimmende Auto erreicht die Höhe eines Verkehrsschildes. Wenn es überhaupt schwimmt oder nicht komplett untergeht. Bei 9 - 10 Fuß (2,74 - 3 Meter) geht das bis zum ersten Stock von Gebäuden hoch. Das Wasser könnte auch Stromleitungen auf Masten erreichen. Da gibt es kaum mehr sichere Plätze.

Deshalb die Bitte am Ende: Man möge der Evakuierungsanordnung Folge leisten.

Das Video wurde am 12.09.2018 veröffentlicht. Das Video auf Twitter ist kürzer (1:47) und stammt vom 13.09.2018.

Wenn man die Karten gleich mit der Farbeinstufung im Hinterkopf betrachtet, dann scheint es in vielen schwarz gezeichneten Gegenden kaum ein Risiko zu geben. Anders ist das in der Nähe der großen Flüsse.

Die 3 Fuß sind noch einigermaßen zu bewältigen. Aber bei 6 Fuß steht die Moderatorin bereits vollständig im Wasser.

Die Website von "The Weather Channel":

https://weather.com/

Da gibt es auch eine Seite auf deutsch zu Florence:

Hunderttausende ohne Strom: Hurrikan Florence trifft auf Land und bringt Verwüstung mit sich

https://weather.com/de-DE/wetter/ausland/news/2018-09-14-hurrikan-florence-trifft-auf-land-und-bringt-verwustung-mit-sich

Das Twitter-Video ist dort ebenfalls eingebunden.

Bundesfinanzhof zur Arbeitnehmerbesteuerung - Wahlmöglichkeit bei Gewährung von Krankenversicherungsschutz - Einstufung als Barlohn oder Sachlohn - VI R 13/16, VI R 16/17

13.09.2018 23:33:52, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ein Arbeitgeber Arbeitnehmern einen Krankenversicherungsschutz finanzieren möchte: Dann gibt es dafür zwei unterschiedliche Möglichkeiten.

Der Arbeitgeber kann direkt eine Versicherung abschließen, so daß die Arbeitnehmer nur einen Versicherungsanspruch haben. Oder der Arbeitgeber zahlt den Arbeitnehmern zusätzlich Geld aus. Diese sind jedoch verpflichtet, mit einem festgelegten Unternehmen eine entsprechende Versicherung abzuschließen und die Zahlung des Arbeitgebers dafür zu verwenden.

Wie ist das steuerlich zu behandeln? Der Bundesfinanzhof hat in zwei Entscheidungen dazu ein grundlegendes Prinzip benannt. Dieses räumt den Beteiligten eine Wahlmöglichkeit ein. Und benennt die steuerlichen Folgen.
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Arbeitnehmerbesteuerung: Abgrenzung zwischen Bar- und Sachlohn

Urteil vom 7.6.2018 VI R 13/16
Urteil vom 4.7.2018 VI R 16/17

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=37672&pos=1&anz=48

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Der Hauptgedanke:

> Die Gewährung von Krankenversicherungsschutz ist in Höhe der Arbeitgeberbeiträge Sachlohn, wenn der Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitsvertrags ausschließlich Versicherungsschutz, nicht aber eine Geldzahlung verlangen kann. Demgegenüber wendet der Arbeitgeber Geld und keine Sache zu, wenn er einen Zuschuss unter der Bedingung zahlt, dass der Arbeitnehmer mit einem vom ihm benannten Unternehmen einen Versicherungsvertrag schließt.

Hat der Mitarbeiter also nur Anspruch auf den Versicherungsschutz, ist das Sachlohn. Ansonsten ist das Barlohn.

Die steuerlichen Folgen sind erheblich. Denn Sachbezüge sind bis zu 44 Euro pro Kalendermonat steuerfrei. Liegen die Sachbezüge allerdings aufgrund weiterer Sachbezüge über dieser Grenze, so sind alle Sachbezüge steuerpflichtig. Wenn der Arbeitgeber also eine Versicherung im Umfang von 30 - 40 Euro pro Monat pro Arbeitnehmer abschließt, dann gibt es kaum mehr Spielraum für weitere steuerfreie Sachbezüge. Dazu können (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Sachbezug )

- die Bereitstellung eines Dienstwagens,
- Gutscheine,
- Geschenke,
- Arbeitskleidung,
- ein Kindergartenzuschuß,
- Gesundheitsförderung,
- Fahrtkostenzuschüsse,
- Mahlzeiten

zählen. Wenn der Arbeitgeber kostenlose Getränke (pro Mitarbeiter 2 Euro pro Tag bei 20 Arbeitstagen = 40 Euro) zur Verfügung stellt, dann ist das schon ausgeschöpft.

Zahlt der Arbeitgeber den Arbeitnehmern dagegen mehr aus und sind diese verpflichtet, dieses Geld zur Zahlung von Versicherungsbeiträgen zu verwenden, dann sind einerseits diese Zuschüsse sofort steuerpflichtig. Andererseits wirken sich diese Zahlungen nicht als Sachlohn aus. So daß der Arbeitgeber die vollen 44 Euro pro Mitarbeiter und Kalendermonat weiterhin nutzen kann.

Im Verfahren VI R 13/16 hatte der Arbeitgeber des Klägers bei zwei Versicherungen Gruppen-Zusatzkrankenversicherungen für die Mitarbeiter abgeschlossen. Die monatlichen Beiträge blieben unter 44 Euro. Da hatten die Mitarbeiter nur Anspruch auf den Versicherungsschutz, nicht auf die Auszahlung der Beiträge. Damit war das Sachlohn.

Bei VI R 16/17 gab es einen Aushang, daß Mitarbeiter mit bestimmten Gesellschaften eine Zusatzkrankenversicherung abschließen könnten. Die Mitarbeiter zahlten die Versicherungsbeiträge selbst, bekamen dafür aber einen Zuschuß vom Arbeitgeber, der unter den 44 Euro / Monat lag. Das wurde als Barlohn eingestuft.

Die Pressemitteilung weist ausdrücklich darauf hin, daß Arbeitgeber damit eine Wahlfreiheit haben. Haben Arbeitnehmer Anspruch auf Zuzahlungen, dann ist das sofort steuerpflichtig, tangiert aber die Maximalgrenze für den steuerfreien Sachlohn nicht. Haben Arbeitnehmer dagegen Anspruch auf den Versicherungsschutz, dann ist das Sachlohn.

Mit der Konsequenz, daß Unternehmen, die schon jetzt die 44-Euro-Grenze mit Sachbezügen ausschöpfen, auf solche direkten Versicherungen wohl verzichten dürften.

Riverside Roundabout Egg Sculptures in Los Angeles - first modern roundabout - erster moderner Kreisverkehr, der Regenwasser auffängt und als Kunstwerk eine kleine Oase schafft - von Greenmeme

12.09.2018 23:56:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den USA gibt es viele Straßen. Und häufig Kreisverkehr, um an Kreuzungen einen flüssigen Verkehr zu ermöglichen. Wenn es regnet: Wohin dann mit dem ganzen Wasser? Noch dazu, wenn in unmittelbarer Nähe eine große Brücke ist, so daß von dort her zusätzliche Wassermengen kommen.

Das lokale Studio Greenmeme hat in Los Angeles eine interessante Lösung entwickelt: Öffentliche Kunst kombiniert mit Regenwasser-Management. Und das mit "großen, eiförmigen Skulpturen" aus Granit.
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Striking, solar-powered LA roundabout manages stormwater runoff with art

https://inhabitat.com/striking-solar-powered-la-roundabout-manages-stormwater-runoff-with-art/

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Die Seite von Greenmeme:

Riverside Roundabout

https://greenmeme.com/RIVERSIDE-ROUNDABOUT

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Auf den Inhabitat-Bildern sieht man die Logik der Anlage nicht so gut. Auf der Seite von Greenmeme gibt es Luftbilder. Da sieht man, daß das im Inneren eines Kreisverkehrs ist und daß es in unmittelbarer Nähe eine gewaltige Brücke gibt. Die bei Regen große Wassermengen liefert. Ferner sieht man auf einigen Bildern, daß auf der anderen Straßenseite unmittelbar Wohnhäuser anschließen.

Die "großen, eiförmigen Gebilde" haben innen Gesichter, die gleichzeitig auf der Rückseite als Negative erscheinen. Als Vorlagen dienten einige Personen aus der Umgebung.

Die "richtige Dimension" sieht man erst, wenn man bei Google Maps nach

Riverside Roundabout Egg Sculptures, North San Fernando Road, Los Angeles, Kalifornien, USA

sucht. Da sieht man, daß das unmittelbar neben der Kreuzung zweier Autobahnen liegt.

Das liegt an der Schnittstelle von Riverside Drive und San Fernando Road, der Cypress Park ist nebenan. Darunter befindet sich eine 25.000 Gallonen große Zisterne (etwa 94635 Liter). Irgendwo gibt es auch Solarzellen, wobei man die auf den Bildern nicht so richtig sieht. Damit werden u.a. die "Eier" beleuchtet.

Am Rand des Kreisverkehrs sind lauter Granitscheiben senkrecht nebeneinander aufgestellt. Da kommen Besucher drüber. Aber für Autos ist das ein Hindernis.

Die Pflanzen sind typisch für den dortigen Uferbewuchs.

Neun dieser eiförmigen Skulpturen gibt es insgesamt. Da wurde "Academy Black granite" aus Kalifornien dafür genutzt. Mit CNC-Techniken wurden die Steine in diverse Scheiben geschnitten, die zu den eigentlichen Skulpturen aufgeschichtet wurden.

Zusätzlich zu den Skulpturen gibt es auch einige flache Elemente, die aus diesen Scheiben gefertigt sind. Auf den beiden letzten Bildern bei Greenmeme sieht man, wie sich diese Elemente zum Sitzen nutzen lassen.

Ferner sind zwei Bilder dabei, welche die Anlage beleuchtet in der Nacht zeigen.

Mit der CNC-Technik konnten aus einem Steinblock vier Skulpturen gewonnen werden. Die "Reste", die für die Skulpturen nicht genutzt werden konnten, bilden den äußeren Ring, der die Anlage umgibt.

> Oursten Roundabout Engineering, communicated whether the artwork could and could not impeed on drivers views. This defined the height and density of the nine sculptures.

Die Anordnung und die Höhe der Elemente richtete sich nach den Bedürfnissen der Autofahrer, so daß deren Sichtachsen nicht eingeschränkt wurden.

Zum Schluß wurde in nächtlichen Prüfungen ermittelt, wie die Beleuchtung am besten so gestaltet wird, daß es nicht zu Beeinträchtigungen für den Autoverkehr kommt.

Eine interessante Lösung. Die auf den ersten Blick unscheinbar aussehen mag. Aber bei der sehr viel an Ideen dahintersteckt. Unter anderem

> With a vast inventory of individually cut stone, the cataloging and storage of the pieces were critical to project success.

mußten diese ganzen Steinscheiben geschnitten, katalogisiert und bis zum Zusammenbauen gelagert werden.

Starbucks eröffnet in Mailand opulente erste Filiale in Italien - weltweit grösste Kaffeekette wagt den Schritt in das Land mit einer langen Kaffeekultur - Design als Lockmittel für Kunden

11.09.2018 23:48:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den USA ist Starbucks, 1971 gegründet, seit 1982 ein wachsendes Unternehmen. Erst wurden Kaffeebohnen gekauft und weiterverkauft. Dann kamen Vor-Ort-Kaffeegeschäfte dazu. 1989 gab es 55 Filialen, vorrangig an der US-Westküste. Nach dem Börsengang 1992 waren es 272 Standorte. Ein paar Jahre später bereits 676 US-weit. Ab 1996 begann die weltweite Expansion. 2001/2002 folgten die Schweiz und Österreich, dann Deutschland.

Um ein Land machte Starbucks aber lange einen Bogen: Um Italien. Da gibt es eine lange Kaffeetradition. Da ist der Einstieg besonders herausfordernd.

Aber: Das hat sich nun geändert. In Amsterdam gab es schon seit 2003 eine eigene Rösterei. Nun ist in Mailand eine zweite dazugekommen. Die gleichzeitig die erste italienische Filiale ist. Und die eine beeindruckende Architektur hat.
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Starbucks Uses Opulent Design to Attract Coffee Lovers to Its First Italian Store

https://mymodernmet.com/starbucks-milan-opening/

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In einem historischen Gebäude, das ursprünglich einmal von der Post genutzt wurde, entstand eine 2.300 Quadratmeter große Filiale.

> “Designed as an homage to the Italian espresso culture that inspired Howard Schultz 35 years ago to create the Starbucks Experience, the 2,300-square-meter (25,000 sq. ft.) Reserve Roastery showcases the theatre of coffee roasting, brewing, and mixology in the epicenter of fashion and culture.”

Die italienische Espresso-Kultur hatte Howard Schultz Jahrzehnte zuvor inspiriert. Nun können Kunden dem Schauspiel der Kaffeeröstung, des Brühens und des Mischens direkt zusehen.

Es gibt diverse raumhohe Maschinen, die aber keine Museumsstücke sind, sondern genutzt werden. Ein Unterschied zu Starbucks in den USA: In Italien haben die meisten Bars steinerne Theken und Küchenarbeitsflächen. Das ist auch in der Mailänder Filiale so. Marmor aus Calacatta wird durchgehend verwendet. In den Marmortheken gibt es ein verborgenes Heizsystem, so daß das nicht zu kühl ist.

Der Boden ist von lokalen Kunsthandwerkern gemacht. Ein traditionelles Boden-Mosaik.

Dann gibt es viel aus Bronze. An der Decke Rohrschlangen, die Theke hat einen hölzernen Unterbau. Die Rösterei ist direkt in den Raum integriert. Das ist erst die dritte Filiale, die eine integrierte Rösterei hat.

Integriert ist auch eine Bar, in der es Cocktails und etwas zu essen gibt. Ein Bäcker bietet Brot, Pizza und Süßwaren an.

Am 07.09 wurde die Filiale eröffnet. Seither gibt es immer wieder Warteschlangen um den Block, weil der Andrang so groß ist. Es gibt aber Konflikte, weil Starbucks im Vergleich zu italienischen Anbietern wohl relativ teuer ist. In Italien gibt es guten Cappuccino für 1,20 Dollar (umgerechnet).

Auf Twitter

https://twitter.com/tictoc/status/1037722184402313217

gibt es ein kleines Video mit Befragungen von Gästen und wohl von Mitarbeitern.

Bei Architecuraldigest:

Starbucks Uses Design to Entice Coffee Lovers in Milan

https://www.architecturaldigest.com/story/starbucks-roastery-milan-design

Da wird das erläutert: In den USA wird meist warmes Holz für die Theken genutzt. In Italien ist Marmor üblich. Also wird der eben beheizt.

In Chicago und New York sollen in Kürze ebenfalls Filialen mit eigener Rösterei eröffnen.

Mal sehen, ob sich die Mailänder Filiale längerfristig halten kann. Da sie in der Nähe des Mailänder Doms ist, ist es natürlich auch denkbar, daß sie weniger von Italienern, mehr von Touristen genutzt wird.

Die am Anfang genannten Daten stammen aus dem Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Starbucks .

O-Wind Turbine captures energy in the middle of dense cities - ungerichtete Windturbine erzeugt Strom in Städten - britischer James Dyson Award 2018

10.09.2018 23:58:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Windturbinen denkt man üblicherweise an ländliche Gegenden mit viel Platz. Aber was ist mit den Winden, die es in Städten gibt?

Da gibt es ein wesentliches Problem: Die Windrichtung ändert sich immer wieder. Und Winde gibt es nicht nur einigermaßen horizontal. Sondern auch Steig- und Fallwinde in der Umgebung von Hochhäusern.

Nicolas Orellana und Yaseen Noorani, zwei Studenten der Lancaster University, haben dafür einen Lösung entwickelt. Und für diese den britischen James Dyson Award 2018 erhalten.

Die Lösung nennt sich O-Wind Turbine - omnidirektionale Wind Turbine.
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O-Wind Turbine captures energy even in the middle of dense cities

https://www.dezeen.com/2018/09/10/o-wind-turbine-james-dyson-award-2018-uk/

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Das Problem:

> This is because the architecture of tall buildings throws wind flow into chaos, making conventional turbines, which are only able to capture wind travelling in one direction, close to pointless.

Wind zwischen großen Gebäuden ist chaotisch. Konventionelle Turbinen, die nur in der Lage sind, Wind aus einer Richtung einzufangen, sind praktisch nutzlos. Stattdessen:

> In contrast, the O-Wind Turbine captures wind from all directions, and is designed to attach to balconies or the sides of buildings, where speeds are high.

Die O-Wind Turbine kann auf Winde aus allen Richtungen reagieren. Sie kann an Balkons oder an Außenseiten von Gebäuden angebracht werden, wo die Windgeschwindigkeiten hoch sind.

Leute, die in städtischen Apartments leben, könnten sich so ihren eigenen Strom erzeugen. Bislang gibt es solche Systeme (sowohl Solaranlagen als auch Windanlagen) immer nur für Leute auf dem Land. Wenn nun jeder, der in der Stadt in einer kleinen Wohnung wohnt, sich seinen eigenen Strom erzeugen kann, dann hätte das deutliche Auswirkungen.

Das ist ein interessanter Gedanke, der auch in diesem Video deutlich wird:

O-Wind Turbine. Submission to the JDA 2018

https://www.youtube.com/watch?v=Px74tfTC57g

3 % aller Häuser in Großbritannien hätten irgendeine Art von Energieerzeugung, die sich auf erneuerbare Energien stützt. Aber für Leute in Großstädten gibt es das alles nicht. Die 3 % angewandt auf alle Apartments in Europa hieße, daß 2 Millionen Apartments Strom erzeugen würden. Weltweit wären das 26 Millionen Apartments.

Aktuell ist das eine Kugel mit einem Durchmesser von etwa 25 Zentimetern. Wind kann überall hindurch, die Kugel dreht sich wie ein Globus um eine Achse. Daraus läßt sich Strom gewinnen.

> This powers a generator that converts the energy into electricity, which can either be used directly or fed into the electricity grid.

Wie das genau funktioniert, ist zumindest mir noch unklar. Die Vorstellung allerdings, daß auch Leute, die in Städten leben, über eine Möglichkeit verfügen, auf dem Balkon Strom zu produzieren und direkt zu verbrauchen: Das ist durchaus faszinierend.

Venezia in un giorno - Venice in a day - Venedig in einem Tag - Timelapse Video von Joerg Niggli zeigt Eindrücke aus einer Stadt am Wasser

09.09.2018 23:52:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Was passiert eigentlich, wenn man auf einen belebten Platz eine Kamera richtet, diese eine Stunde laufen läßt und das als Timelapse-Video komprimiert?

Noch dazu, wenn der "Platz" meistens kein Platz, sondern das Kanalwasser in Venedig ist? So daß nicht Autos, sondern Boote unterschiedlichster Größe herumfahren, ausweichen, abbiegen.

Und natürlich von Fahrgästen betreten und wieder verlassen werden.

Das Timelapse-Video von Joerg Niggli ist zwar schon 6 Jahre alt. Es stammt von 2012. Aber es ist wohl ziemlich zeitlos.
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Venice in a Day (03:22)

https://vimeo.com/40977797

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> A day in Venice (Venezia) in Italy, from daybreak to sunset in time lapse. It's really a great place and I hope I can share some of its magic with this short video.

Vom Morgen bis zum Abend. Allerdings nicht von einem festen Ort aufgenommen. Stattdessen wechselt der Ort ständig. Teilweise sind auch Aufnahmen dabei, die von einem Schiff oder Boot gemacht wurden. Da geht es dann "sehr flott" durch die Kanäle.

Auffallend sind bereits am Anfang die intensiven Lichter der Kanäle, die als Straßenbeleuchtung dienen.

Dann beleben sich die Kanäle mit Booten. Menschen steigen aus und eilen durch die Gassen. Große Schiffe, Gondel, dazwischen mittlere Motorboote, die auch zum Frachttransport verwendet werden. Wobei zwei Boote nebeneinander stehen und erst das Boot beladen wird, das weiter weg von der Straße ist. So daß das andere Boot als Steg fungiert.

Die einen haben es eilig und "rasen" auf dem Wasser. Die anderen lassen sich Zeit - und sind für die ersteren wie Bremsen.

Dazwischen eine Ansicht hinter einer Statue. Menschen, die davor direkt am Wasser stehen. Venedig ist definitiv nichts für Leute, die ständig die Sorge haben, ins Wasser fallen zu können.

Wenn mehreren Gondeln ein größeres Schiff entgegen kommt: Da wundert man sich, daß alles glatt geht.

Wenn die Sonne untergeht: Ein großer Hof, über den Menschen wuseln. Und ein leuchtend roter Horizont. Da müßte die Aufnahme von einem hohen Turm her gemacht worden sein.

Die Kunst, so etwas zu machen, besteht u.a. darin, die "richtigen Orte" für solche Aufnahmen zu finden.

Mehr von Joerg Niggli findet sich auf seiner Website:

http://www.niggli.com/

Die Liste auf der Startseite geht nur bis Dezember 2012, das Venedig-Video ist verblüffenderweise nicht mit dabei. Dafür gibt es diverse weitere Timelapse-Videos: Etwa von Zürich:

The «HyperZürich» Experiment

http://www.niggli.com/files/982753cdff80dba37f4a591fdfd96b13-101.html

> How fast can you do move with your camera, shooting in continuous mode, and thus creating a hyperlapse?
> The resulting video was shot in 2-3 hours in downtown Zurich.

Mit der Kamera in Zürich unterwegs, ständig filmend. Das zu einem Timelapse-Video komprimiert.

Lighthouse - low cost robot to find leaks in water pipes - kleiner Robot zum Aufspüren von Löchern in Wasserleitungen - 20 Prozent des Trinkwassers versickert - von You Wu - MIT

08.09.2018 23:25:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in einem Industriestaat der ersten Welt lebt, der macht sich häufig wenig Gedanken um das Trinkwasser, das aus der Wasserleitung kommt. Allerdings: Das Verfahren ist in gewisser Weise sehr teuer. Denn aufgrund von kleinen Lecks gehen etwa 20 Prozent des gesamten Trinkwassers verloren. Das Wasser fließt einfach aus. Das kann zu Unterspühlungen und Hohlräumen führen, die schließlich Straßen und Gehwege einsacken lassen. Oder das "kleine Loch" wird zu einem richtig großen Loch. Die Leitung platzt und das Wasser geht den Weg nach oben. Dann wird es richtig teuer.

Es gibt zwar Techniken zum Aufspüren von Lecks. Aber die sind wohl derzeit "noch nicht so gut".

You Wu, ein Doktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT), hat einen kleinen Robot entwickelt, der sehr kleine Lecks rechtzeitig aufspüren könnte.
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Lighthouse: Low cost robot to find leaks in water pipes long before they become catastrophic

https://www.jamesdysonaward.org/en-US/2018/project/lighthouse/

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Dort findet sich die Feststellung:

> Currently, water utilities cannot find leaks before they grow into costly pipe bursts. With Lighthouse, they can find leaks months before they break.

Aktuell gäbe es keine wirklichen Hilfsmittel, die Lecks frühzeitig entdecken können. Mit Lighthouse sei das Monate vor einem Brechen möglich.

In den USA gibt es jährlich 240.000 Rohrbrüche, das sind 657 Rohrbrüche pro Tag. Von diesen führen viele zu Absenkungen, also zu weiteren Folgeschäden an der Infrastruktur.

Die Technik: Lighthouse sieht aus wie ein etwas vergrößerter Badminton-Federball. Entscheidend ist eine Art Haut aus taktilen Sensoren. Der Robot füllt das Rohr aus, das er untersuchen soll und schwimmt passiv mit. Kommt er an einem Leck vorbei, ändert sich dort die Strömung. Das kann der Robot aufzeichnen.

Der Robot ist aus weichem Material hergestellt und sehr flexibel. Er kann an jedem Hydranten eingebracht werden, schwimmt eine Weile mit, loggt seine Standorte und die gefundenen Lecks. Mit einem Netz wird er an einem anderen Hydranten eingefangen, dann können die Daten exportiert und graphisch aufbereitet werden. Es sind keine Grabungstätigkeiten notwendig, damit auch keine Unterbrechung des Frischwassersystems.

Lighthouse ist das Ergebnis einer sechsjährigen Forschungsarbeit. Das fing an mit einem Auftrag aus Saudi-Arabien. Da verschwinden etwa 30 % des gewonnenen Süßwassers aus den Leitungen. Die Erkennung von Lecks mit traditionellen Methoden funktionierte dort nicht, da die Pipelines aus Kunststoff sind. Die traditionellen Techniken setzen Metallrohre voraus. Nach drei Jahren, 11 Prototypen und diversen Tests gab es eine erste funktionierende Lösung. Allerdings scheiterte die Lösung 2015 noch daran, daß Turbulenzen in Pipelines ineffektiv verarbeitet wurden. Nach weiteren zwei Jahren gab es 2017 eine erste Lösung, die praktisch funktionierte. Dann gab es diverse Verbesserungen. Etwa ein Algorithmus, der es ermöglichte, auf GPS zu verzichten.

Die Unterschiede zu bisherigen Techniken: Lighthouse findet die schwierigen Lecks, Konkurrenten schaffen das nicht. Diese orientieren sich häufig an den Geräuschen.

> In practice, popular devices such as geophones and acoustic correlators can find leaks losing 10 gallons of water per minute, and that is twice the flow rate of a typical shower.

Diese Techniken finden Löcher, durch die 10 Gallonen Wasser pro Minute abfließt, das sind mehr als 37 Liter bzw. ein mehr als ein halber Liter pro Sekunde. Deutlich mehr als eine übliche Dusche.

> Lighthouse, with its unique tactile sensor, can find leaks that are as small as a 4 millimeter crack that loses just one gallon of water per minute.

Lighthouse findet dagegen Löcher ab 4 Millimetern, die sorgen für einen Verlust von einer Gallone pro Minute. Das Verfahren ist also zehn mal feiner.

Ferner funktionieren die Konkurrenztechniken nur in Metallrohren. Für Lighthouse ist das Röhrenmaterial irrelevant.

Inzwischen wurde ein Unternehmen WatchTower Robotics Co. gegründet.

http://watchtowerrobotics.com/

Das soll die Technik weiterentwickeln und vermarkten. Da ist die Rede davon, daß jeder Wasserrohrbruch etwa 200.000 Dollar an Infrastrukturkosten produziert. Praktisch müßte man mit so einem Gerät die allermeisten Löcher rechtzeitig erkennen und ausbessern können. Das würde zwar ein ständiges proaktives Arbeiten erfordern. Aber dafür gäbe es keine "richtigen Wasserrohrbrüche" mehr.

Ein kleines Video vom März 2017:

MIT Leak Detection Robot for City Water Distribution Systems

https://www.youtube.com/watch?v=CohDhFkyiks

Wenn man so eine Technik weltweit einsetzen würde und dementsprechend Lecks frühzeitig schließt: Das hätte deutliche Auswirkungen. So ein System dürfte sich durch das Vermeiden großer Wasserrohrbrüche von selbst rechnen. Plötzlich auftretende Ermüdungsbrüche ließen sich dadurch zwar nicht vermeiden. Aber das regelmäßige Stopfen kleiner Löcher würde den 20 % - Verlust von Trinkwasser deutlich reduzieren.

The Hololightkeeper - Lighthouse Keeper Cabin projects Tower Hologram - Leuchtturmwächter-Kabine projiziert Leuchtturm-Hologramm ins Meer - interessantes Konzept von studio NAB

07.09.2018 23:49:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Leuchttürme sind uralte Kulturgüter, die Funktionen bereitstellen, die für die Schifffahrt überlebenswichtig sind. Da denkt man eigentlich, daß moderne Techniken kaum eine Rolle spielen könnten.

Das studio NAB hat allerdings ein Konzept entwickelt, das eine ganz neue Möglichkeit darstellt. An der Stelle, wo der Leuchtturm sichtbar sein soll, ist nur Wasser. Aber etwas davon entfernt, näher am Ufer, ragt ein "Mini-Leuchtturm aus dem Wasser heraus. Dieser erzeugt den von Schiffen genutzten Leuchtturm - per Hologramm.
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studio NAB's lighthouse keeper cabin projects a luminous tower hologram into the sea

https://www.designboom.com/design/studio-nab-hololightkeeper-09-07-2018/

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Der "kleine Leuchtturm" steht auf einem Betonpfosten im Wasser und ist über eine Brücke direkt mit dem Ufer verbunden. So daß der Leuchtturmwärter per Fuß dorthin kommen kann. Gedacht ist an eine Kombination aus verstärktem Beton und Stahlplatten.

Die Kabine ist oberhalb dieser Ebene angesiedelt - mit einer Fläche von etwa 30 Quadratmetern. Das Objekt verfügt über eine Windturbine auf dem Dach sowie über Solaranlagen, so daß es eine autonome Stromversorgung hat. Eine Mini-Entsalzungsanlage soll ebenfalls dabei sein, so daß keine Anschlüsse vom Land her notwenig sind.

Von unten kommt man über eine einziehbare Leiter in die Kabine. Diese vereint Arbeits- und Privaträume. Und die Technik, mit der das Hologramm erzeugt und seine Darstellung überprüft werden kann.

> at night, when the guardian works and guides the boats off the coasts, he can control the holographic diffusion in real time.

Eigentlich war ich davon ausgegangen, daß die meisten Leuchttürme gar nicht mehr mit Leuchtturmwärtern besetzt sind. Aber das scheint wohl in manchen Gegenden doch noch der Fall zu sein.

Die eine Längsseite der Kabine ist blickdicht, wohl aus Beton gefertigt. Die andere Längsseite und ein Teil der vorderen Querseite ist komplett verglast, so daß der Leuchtturmwärter einen ungestörten Blick nach draußen hat.

Der 25-Meter hohe Hologramm-Leuchtturm wird in einer Entfernung von 50 Metern erzeugt. Mit Kameras, die in dem geschlossenen Teil der vorderen Querseite eingebaut sind.

Wie bei einem Hologramm üblich, ist das Licht direkt hinter den Kameras quasi unsichtbar und wird erst an der gewünschten Position als leuchtender Gegenstand sichtbar. Dort, wo sich die Strahlen aus den Kameras treffen.

Innen gibt es Bad und Toilette, eine kleine Küchenecke und den Bereich mit den Kameras auf der abgeschlossenen Seite. Die offene Seite ist ein kompletter Bereich, das Bett ist etwas höher per Leiter erreichbar. Das Dach ist bepflanzt.

Auf der Seite von studio NAB

THE HOLOLIGHTKEEPER

https://www.nab-design.com/copie-de-mountains

ist ein Text von 1913 zu finden:

> Even in normal weather, imagine what is our existence in the wet turns where we live without distraction, without pleasure. Work is our only entertainment, if one can say! It is divided into twoquarters: the first, 4 hours of the evening to midnight, the second, of midnight at 7 o'clock inthe morning. In the course of the day, we mustmake the cleanliness of coppers and lantern…And in certain headlights the guards work up tofourteen hours per day…

Eine Arbeit, anstrengend, eintönig, ohne Abwechslung. Arbeit ist die einzigste Unterhaltung. Von wohl 16:00 - 00:00 und von 00:00 bis 07:00 am Morgen. Am Rest des Tages muß die sonstige Arbeit gemacht werden. Oft sind das 14 Stunden am Tag.

Etwa 1.500 Leuchttürme seien noch aktiv.

Aktuell ist das wohl nur eine Studie. Mal sehen, ob so ein Hololightkeeper irgendwann einmal gebaut wird.

Mobike, dockless bike-sharing company, stationsloser Fahrrad-Verleih aus China, zieht sich aus Manchester zurück - zuviel Diebstahl und Vandalismus

06.09.2018 23:24:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Radfahren ist ja eigentlich eine gute Sache. Sofern man ein Fahrrad hat. All jene, die aktuell kein Fahrrad haben, können sich in Großstädten eines leihen. Der Fahrradverleih boomt.

Allerdings führt die Masse der Leihräder inzwischen auch immer wieder zu Problemen. Mobike, der Anbieter der orangenen Räder aus China, hat nun angekündigt, daß er sich aus Manchester zurückziehen wird.
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Dockless bike-sharing company pulls out of Manchester due to "theft and vandalism"

https://www.dezeen.com/2018/09/06/mobike-dockless-bike-sharing-manchester-vandalism-transport-design-news/

Die Pressemitteilung von Mobike UK: Goodbyes are never easy

https://mobike.com/uk/blog/post/goodbyes-are-never-easy

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In Manchester war das Unternehmen seit Juli 2017 aktiv. Manchester war die erste europäische Stadt, in der Mobike aktiv wurde.

Hier in Berlin gibt es Mobike ebenfalls. Dann müßte das Unternehmen erst später hier aufgetaucht sein.

Etwa 250.000 Ausleihen, etwa 180.000 Meilen. Das sind (wenn man den 01.07.2017 als Start nimmt) 432 Tage, also 578 Ausleihen pro Tag.

Nun aber lehrt ein Blick in die Bücher:

> As a private company, we have a duty to ensure our revenues cover our costs since unlike some operators we do not use taxpayer money to help balance our books.

Die Kosten seien zu hoch geworden.

Mobike bleibt in anderen Städten aktiv:

> Goodbyes are never easy, but we hope to see you again in London, Newcastle, Oxford and Cambridge, as well as across Europe in cities including Paris, Berlin, Madrid and Milan.

Der Dezeen-Artikel spricht davon, daß Mobike in 200 Städten aktiv sei. Die Beobachtungen in Manchester:

> Over the past 18 months, Mobikes in Manchester have been thrown in canals, set on fire, hidden in gardens and dumped on pavements.

Fahrräder seien in Kanäle geworfen, angezündet, versteckt in Gärten und auf den Straßen zerstört worden. Im Sommer 2017 gab es Filmaufnahmen, in denen junge Leute Steine auf Mobikes warfen, um sie zu zerstören.

Hier in Berlin gibt es teilweise Vandalismus. Teils aber auch ein merkwürdig gegenteiliges Verhalten: Leihfahrräder werden mit klobigen Schlössern bsp. an Metallbügel angekettet, die in den Boden eingelassen sind. Da hat man den Eindruck, daß Nutzer sich das Rad reservieren wollen, weil sie es regelmäßig nutzen wollen. Damit wird das Fahrrad aber natürlich dem Markt entzogen. Wenn in Manchester beobachtet wurde, daß Fahrräder in privaten Gärten abgestellt werden, dann ist das ein ähnliches Verhalten.

Interessant ist, daß ich immer wieder Gruppen oder Paare sehe, von denen einige Leihräder, andere eigene Räder nutzen. Da hat man den Eindruck, daß einzelne eben kein Fahrrad haben, der Partner oder ein paar Bekannte machen eine Tour. Und die Einzelnen können sich nun daran beteiligen - per Leihfahrrad.

Solar powered autonomous car als Hotel on Wheels - Aprilli Design Studio entwirft eine Autonomous Travel Suite mit E-Autos / electric Vehicles mit Solarstrom als fahrbares Hotel

05.09.2018 23:57:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn Leute viel auf Geschäftsreisen unterwegs sind: Dann warten sie. Auf dem Flughafen auf das Flugzeug, bei der Ankunft auf das Taxi, am Hotel auf das Taxi, das sie zu ihrem Termin bringt.

Was wäre, wenn man an das Hotelzimmer das Taxi gleich mit dranhängen würde? Oder das Hotelzimmer als rollendes Taxi konzipiert?

Das ist eine der Ideen der "Autonomous Travel Suite", die das in Los Angeles beheimatete Aprilli Design Studio in einer Konzeptstudie umgesetzt hat.
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Solar-powered autonomous car could revolutionize travel

https://inhabitat.com/solar-powered-autonomous-car-could-revolutionize-travel/

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Ein Gedanke:

> to provide travelers with a comfortable door-to-door transportation service, complete with a memory foam mattress, kitchen and mini bar, a washroom and work space.

Ein Tür-zu-Tür - Transportservice für Reisende, mit einer Schlafmöglichkeit, einer Küche und Minibar, einem Waschraum und einer Arbeitsmöglichkeit.

Das Ganze elektrisch angetrieben, wobei der Strom von eigenen Solaranlagen geliefert wird.

Dieses "selbstfahrende Hotelzimmer" wäre damit Teil einer Autonomous Hotel Chain, einer autonom funktionierenden Hotelkette. Das Auto wäre ein Mix aus persönlichem gemietetem Auto und Hotelzimmer.

Wenn die E-Autos nicht genutzt werden, docken sie an dem Haupthotel an. So daß sie dieses um weitere Zimmer ergänzen. Gäste könnten wählen, welchen Grad von Luxus und Komfort sie wünschen. Oder sie buchen sich Sonderwünsche dazu. Hinzu kommt ein großzügiger Platz für Gepäck.

Die Fahrzeuge sollen mit "Smart Glass" gebaut werden, das bei Bedarf gedimmt werden kann. So daß ein Blick von Außen nach innen nicht mehr möglich ist.

Ein solches Modell hieße, daß Geschäftsreisende zu dem Termin fahren. Und anschließend womöglich gar nicht mehr ins Hotel zurückkehren, sondern in diesem Vehikel "um die Ecke" parken und dort übernachten.

Der Ursprungsartikel bei Curbed:

Self-driving car is actually a tiny hotel suite on wheels - Never stand in airport security again

https://www.curbed.com/2018/8/20/17760422/self-driving-car-autonomous-travel-hotel-room

Da findet sich der Begriff des "Micro Hotel Room".

Wenn das E-Auto an dem Haupthotel andockt, ergäbe sich ein größerer Raum, eine "parent Suite". Das autonome Hotel könnte zusätzliche Räume für Gymnastik, Spa, Besprechungen und Essen bieten.

Steve Lee, der Erfinder dieses Konzepts, meint, daß diese Autos sogar günstiger sein könnten als viele Hotels. Weil sie die Preise für den Transport und das Hotel kombinieren.

Familien und Gruppen könnten großzügig Platz haben, das sei sowohl privat als auch sehr flexibel. Sicherheitskontrollen (am Flughafen) und Probleme durch Flugverzögerungen würden entfallen. Das ist also auch als Ersatz für Flugzeuge gedacht. Allerdings ist dann die Rede davon, daß sich so ein Konzept nur in dicht bevölkerten Gegenden lohnen würde. Außerhalb seien die denkbaren Probleme mit zu wenig Sonne oder einem nicht vorhandenen Haupthotel zu groß.

Das Konzept ist eines von drei Finalisten beim diesjährigen Radical Innovation Awards. Der Preis wird am 03.10.2018 bekannt gegeben. Interessant daran ist, daß das Konzept zwei Dinge zusammendenkt, die derzeit getrennt sind: Hotelzimmer und der Transport: Von der Privatwohnung in die Stadt des Kunden, dort zum Kunden und wieder zum Hotel zurück.

Auf der Website

http://www.aprilli.com/

finden sich zwar diverse Projekte. Aber die News enden alle 2016, dieses Konzept fehlt.

Porcelain Bowls created with Balloons - feingliedrige Porzellan-Schalen, die mit Luftballons erzeugt werden - die Porzellan-Kunstwerke von Guy Van Leemput

04.09.2018 23:56:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Porzellan-Schalen dürften die meisten Leute an einfarbige, glatte und relativ massive Gegenstände denken. Der in Belgien lebende Porzellankünstler Guy Van Leemput hat jedoch eine ganz eigene Technik entwickelt, um Porzellankunstwerke herzustellen.

Er startet mit einem Luftballon. Auf diesen legt er erste kleine Stücke aus Porzellan-Rohmasse auf. Etwa schnurartige kleine Stücke, die er zu Kreisen formt. Das wird mit Porzellan-Rohmasse verstrichen. Nach einem gewissen Trocknen wird der Ballon angestochen, schrumpft und wird herausgezogen.

Schließlich wird der so erzeugte Rohling gebrannt.
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Bilder bei Fubiz: Porcelain Bowls Made with Balloons

http://www.fubiz.net/en/2018/09/03/porcelain-bowls-made-with-balloons-2/

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Diverse weitere Bilder gibt es auf der Website:

Guy Van Leemput (Belgien)

http://www.guyvanleemput.be/

Dort ist auch ein Video von 2016 verlinkt, das den gesamten Prozess der Herstellung zeigt.

Guy Van Leemput - ondersteboven van porselein - topsy-turvy porcelain (14:52):

https://www.youtube.com/watch?v=hdVgmuvUgjk

> Decoration techniques: Guy Van Leemput shows how he makes a porcelain bowl and fires it upside down.
> Video made for the June 2016 issue of the Dutch digital ceramics magazine 'de kleine K'.

Da sieht man wesentliche Teile der Herstellung einer kleinen Porzellanschüssel. Erst wird der Luftballon aufgeblasen. Dann werden die einzelnen Elemente - teils flächig, teils kleine Porzellanschnüre, die zu Kreisen geformt werden - aufgelegt und mit Inhalt gefüllt.

Das "Zerstören des Luftballons" geschieht sehr vorsichtig. Der wird mit einer eher dicken Nadel angestochen, so daß er nicht reißt, sondern durch Hochziehen die Luft kontrolliert entweichen kann. Anschließend wird der Rohling von innen her behandelt, so daß kleine Löcher, die nun sichtbar sind, mit Porzellanmasse verschlossen werden.

Der Rohling wird schließlich sehr vorsichtig auf einen Ständer gesetzt und ebenso vorsichtig zum Brennofen getragen und dort eingestellt.

Der Brennofen sieht nach einer Eigenkonstruktion aus. Die Frontseite besteht aus diversen einzelnen, nummerierten Steinen, die passend übereinandergeschichtet werden. So daß nach dem Brennen diese Steine der Reihe nach herausgenommen werden und den Blick auf das Ergebnis ermöglichen.

Das Ergebnis ist - wie bei Porzellan üblich - geschrumpft.

Wenn man - mit diesem Video im Hinterkopf - sich nochmals die Porzellanschalen auf der Website ansieht: Dann ist die Außenstruktur dieser Beispielschale eher einfach.

Die "großen Schalen" auf der Website haben sehr einheitliche Strukturen. Muster, die sich gleichförmig über die gesamte Schale ziehen.

Technisch dürfte für die Erstellung einer Schale nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen. Ein Luftballon verliert mit der Zeit Luft, damit schrumpft die Hülle. Die Idee muß also im Vorfeld festgelegt werden, so daß die benötigten Elemente aus der Porzellan-Rohmasse ebenfalls vorgefertigt werden können. Diese müssen zügig auf die "kugelförmige Leinwand" aufgebracht werden.

Die Website enthält die Porzellanarbeiten sortiert nach Jahren. Wenn man sich von 2013 bis 2018 durchklickt, dann sieht es fast so aus, als ob in diesem Zeitraum die Schalen komplexer und gleichmäßiger geworden seien. Weil der Künstler mehr Erfahrung gesammelt hat und damit schneller geworden ist. So daß der Luftballon seine Form besser bewahrt hat.

The Ocean Cleanup - ein System, das den Pazifik vom Plastikmüll befreien möchte - von Boyan Slat 2015 gestartet - nun kurz vor dem Launch

03.09.2018 23:57:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Plastikmüll im Wasser: Wer hier in der Stadt oder auf dem Land, weit weg von der Küste lebt, für den ist das eher ein abstraktes Problem.

Anders sieht das aus, wenn man selbst am Ozean lebt und sieht, was alles angeschwemmt wird.

Der damals 20-jährige Boyan Slat hat 2015 damit begonnen, eine Idee zu entwickeln, wie man die Ozeane vom Plastikmüll befreien könnte.

Das von ihm entworfene System soll in wenigen Tagen, am 08. September 2018, starten.
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World’s Largest Ocean Cleanup System Is Finally Ready to Launch

https://mymodernmet.com/boyan-slat-ocean-cleanup-launch/

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Das System basiert auf einer 2000 Fuß (etwas über 600 Meter) Röhre, die auf dem Wasser schwimmt und in einem Halbkreis gebogen ist. Durch die Strömung bewegt sich die Röhre und sammelt innen Plastikmüll ein. Alle paar Monate soll ein Schiff kommen und das Plastik einsammeln, so daß es an Land recycelt werden kann.

Das System soll in der San Francisco Bay ins Wasser kommen und dann in Richtung Pazifik starten: Zum Great Pacific Garbage Patch.

Vor San Francisco befindet sich wohl eine Gegend, in der die Konzentration von Plastikmüll am größten ist. Da soll das System hin.

Ein Video auf YouTube erklärt das Prinzip:

The Ocean Cleanup Technology, Explained

https://www.youtube.com/watch?v=O1EAeNdTFHU

Ein klassisches "Einfangen" mit Schiffen und Netzen würde tausende von Jahren benötigen. Stattdessen:

> Our passive systems are estimated to remove half the Great Pacific Garbage patch in just five years, and at a fraction of the cost.

Das System besteht aus einer 600 - Meter - Röhre, an der eine 3 Meter tiefe Gitterstruktur hängt. Die aber dicht ist. Die Röhre sorgt für den Auftrieb - und das Plastik kommt nicht über den Rand. Das Gitter sorgt dafür, daß kleinere Teile nicht unten rausschwimmen. Bewegt sich die Röhre, gibt es bei dem Gitter eine Abwärtsströmung, die es Tieren ermöglichen soll, da drunter durchzuschwimmen.

Das System nutzt Wind, Wellen und Strömungen aus. Hauptantrieb soll die Strömung sein. Das System bewegt sich aber schneller fort als Plastik, so daß Plastikmüll eingefangen wird. Das Gitter ist in der Mitte der Röhre tiefer als an den Rändern. Das führt aus physikalischen Gründen dazu, daß die Röhre eine U-Form bildet und Plastik im Inneren konzentriert. Wie ein Trichter.

Das System müßte dann zwangsläufig dorthin driften, wo es auch die höchste Plastikkonzentration gibt.

Solaranlagen sorgen für Licht, es gibt Anti-Kollisionssysteme, Kameras und Sensoren, ferner Antennen, die ständig die Position übermitteln. Ferner liefert es ständig Performancedaten.

Später sollen 60 dieser Systeme im Pazifik aktiv sein. Diese Flotte müßte 50 % des Pazifik-Mülls bewältigen können. Innerhalb von fünf Jahren.

Die Website:

The Ocean Cleanup

https://www.theoceancleanup.com/

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Unter

Technology

https://www.theoceancleanup.com/technology/

finden sich dieselben Informationen in Textform. Plus Grafiken.

Eine 120-Meter-Röhre hatte Tests mit 5 Meter - Wellen gut bewältigt.

Die drei Grundprinzipien:

Autonom: Das System steuert sich selbst.
Energieneutral: Die Energieversorgung basiert auf Solarenergie.
Skalierbar: Das erste System wird diverse Daten liefern. So daß weitere Systeme nach demselben Prinzip gestartet werden können.

Auf dem Instagram-Account

The Ocean Cleanup

https://www.instagram.com/theoceancleanup/

gibt es ein kleines Video, das die Röhre bereits größtenteils im Wasser zeigt:

https://www.instagram.com/p/Bm85amynJIo/

Ein Teil ist noch an Land.

Mal sehen, welche Mengen an Plastik da eingesammelt werden.

Knot - ein simpler, nachhaltiger und verblüffender Stuhl - aus geflochtenem Bambus - ähnlich Feelex - Bambusmöbel - von Qiaolin Gong

02.09.2018 23:52:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Stuhl aus Bambus: Das klingt erst einmal "unaufgeregt". Aber sieht man sich den Stuhl an, dann kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Wie wurde das gemacht?

Leider finden sich kaum Hinweise auf die Herstellung.
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I LOVE YOU, KNOT

http://www.yankodesign.com/2018/08/30/i-love-you-knot/

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> The natural material is bent using a unique crisscross weave that reinforces its natural strength and creates an exquisite, sculptural aesthetic. Lightweight, long-lasting and integrable into a variety of styles, it’s sure to be a timeless addition to any interior.

Die Bambusstreifen sind in einer Art und Weise kreuz und quer miteinander verflochten, daß sich eine ganz eigene, skulpturale Ästhetik ergibt. Leicht, langlebig und integrierbar in eine Vielzahl unterschiedlicher Stile, ist das eine Möglichkeit, jeder Inneneinrichtung etwas Zeitloses hinzuzufügen.

Qiaolin Gong ist Master-Studentin in Hangzhou, China.

https://www.behance.net/gongqiaoli1cba

Dort

Knot Chair Bamboo Furniture

https://www.behance.net/gallery/68918481/Knot-Chair-Bamboo-Furniture

finden sich wenige Hinweise dazu, wie das gemacht wird. Bambus wird in China vielfältig genutzt, in China gibt es 85 % der weltweiten Bambusressourcen.

Häufig wird Bambus nur für geringwertige Produkte mit einer eher kürzeren Lebensdauer genutzt. Bambusplatten werden meist nur als Bodenbelag oder in der Konstruktion genutzt.

Der genutzte Moso-Bambus liefert sehr lange und dicke Streifen, die sich aber mit geeigneten Werkzeugen biegen lassen. Für den menschlichen Körper ist das ein angenehmes Sitzen.

Auf der einen Modellansicht von oben (mit Schrauben) sieht man, wie diese schleifenförmige Struktur aufgebaut ist:

Das sind insgesamt vier lange Streifen, die zu dem Knotenmuster verflochten werden und die jeweils paarweise in den Füßen enden.

Eine zweite Gallerie:

Feelex - Bamboo Furniture

https://www.behance.net/gallery/69212491/Feelex-Bamboo-Furniture

Feelex = Feel and flex. Da tauchen alle Produktionsschritte auf. Wie aus sehr langen flachen Bambusstäben verschiedene, ineinander verflochtene Stühle und Hocker werden.

Das Biegen, so daß sich ein 90°-Winkel ergibt, ist wohl besonders kritisch. Manchmal splittert der Bambus ab.

Am Schluß werden jedenfalls Unebenheiten beseitigt, der Bambus wird poliert. Und am Ende mit Holzöl gewachst.

Infrared Photographs - Infrarot-Photographie - die französische Dordogne in Gelb von Pierre-Louis Ferrer, Guayaquil (Ecuador) in Rot von Vicente Munoz

01.09.2018 23:58:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Landschaften in Infrarot-Aufnahmen: Da werden alle Blätter und das Gras gelb, während Häuser und Steintreppen in ihrer gewohnten Darstellung erscheinen. Oder Pflanzen erscheinen in einem weinroten Ton.

Verblüffenderweise gibt es sowohl bei ThisIsColossal als auch bei DesignBoom je einen Artikel dazu. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Photographen, die mit unterschiedlichen Techniken unterschiedliche Farbtöne erzeugen.
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Infrared Photographs by Pierre-Louis Ferrer Capture French Landscapes in Bright Yellow Hues

https://www.thisiscolossal.com/2018/08/infrared-photographs-by-pierre-louis-ferrer/

infrared photography shot by vicente muñoz uncovers urbanization vs. nature

https://www.designboom.com/art/vicente-mun%CC%83oz-sublimis-infrared-09-01-18/

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Bei den französischen Aufnahmen "badet das Land in Kanariengelb". Er nutzt eine Mischung aus Infrarot- und Ultraviolett-Empfindlichkeit. Verblüffend ist, wie das Gehirn durch die Bilder irritiert wird. Bei Bildern, auf denen fast nur Sträucher und Bäume zu sehen ist (also viel Gelb und wenige Steine der Wege), sagt das Gehirn: "Das ist Wüste". Aber in der Wüste gibt es keine gelben Bäume!

Seine Technik:

> “I use a selective filter that let’s pass a large part of infrared light and a small part of visible light,” Ferrer explains. “The main subjects of this technique are trees and foliage because they react a lot under infrared light.”

Er nutzt einen Filter, der einen hohen Anteil von Infrarot-Licht und einen kleinen Teil des sichtbaren Lichts durchläßt. Hauptgegenstände für solche Photographien sind Bäume und Laub, weil sie stark unter Infrarotlicht reagieren.

Auf seiner Website

Infrarouge

http://www.plferrer.photos/gallery/infrarouge/

finden sich diese gelbgeprägten Aufnahmen noch nicht. Dafür gibt es dort ebenfalls Aufnahmen in diesem weinroten Ton.

Vicente Muñoz verwendet in Guayaquil eine Technik der "Sublimation on Aluminum", deshalb der dortige Projekttitel "Sublimis". Die Serie

> explore the inevitable struggle of man against nature—his desire to control and tame it through the constant thrust of urbanization.

Da wird eine Technik genutzt, die in Kampfgebieten genutzt wird, um Gegner aufzuspüren. Das Filmmaterial wurde wohl 2011 zuletzt produziert, er fand aber noch Material auf dem Sekundärmarkt.

Bei den oberen Photos gibt es großflächige Wälder, die in einem leuchtenden Rot erscheinen. Hafenanlagen sind dagegen nüchtern-grau. Verblüffend ist bei den folgenden Aufnahmen von Bäumen in Städten, daß man so quasi jedes einzelne Blatt sieht, das sich scharf vom Stein-Hintergrund abhebt. Zwei Luftaufnahmen einer Stadt zeigen, wo es überall Bäume gibt. Aber auch: An wievielen Ecken Bäume fehlen.

Die Website:

Sublimis

http://vicentemunoz.xyz/projects/sublimis

> In this series, nature is dramatized and abstracted by a vibrant red color, a product of the interpretation of the infrared signal of the film.

Man müßte solche Aufnahmen mal von Berlin oder anderen Großstädten anfertigen. Wobei Berlin teilweise grüner ist als sich dies Touristen vorstellen können. Denn hier gibt es aufgrund der Blockrandbebauung häufig im Blockinneren diverse Bäume. Nur sind diese von der Straße her gar nicht sichtbar.

MagicScroll - Touch Screen Tablet to roll and scroll - ein Gerät, angelehnt an historische Schriftrollen, zum Rollen und Scrollen - Entwicklung an der Queens University

31.08.2018 23:55:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Altertum gab es Schriftrollen: Papyrus- oder Pergamentbahnen, mit Text beschriftet, die aufgerollt aufbewahrt wurden. Zum Lesen läßt sich eine Schriftrolle entweder von einem Stab auf einen anderen Stab rollen. Oder man rollt die Schriftrolle etwas auseinander, liest das - und rollt es wieder zurück.

Diese Techniken tauchen nun auch bei MagicScroll auf. Ein Gerät, das einen gerollten Touchscreen enthält, der gesteuert werden kann.

Man hält bsp. das linke Rad fest, dreht das rechte. Das entspricht einem Nach-unten-Scrollen auf der Seite.

Aber: Der nur an der Rolle eingerastete Touchscreen läßt sich an einer Seite auch lösen. Dann hat man einen 7,5 - Zoll - Bildschirm.

Wer will, kann mit der "Stange" auch telefonieren.
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MagicScroll is a flexible, touch-screen tablet that can roll and scroll

https://www.designboom.com/technology/magicscroll-flexible-touch-screen-tablet-08-31-2018/

Das Video zeigt die Verwendungsmöglichkeiten:

An iPad That Fits Your Pocket: Introducing a Roll-up Tablet With Flexible Screen Real Estate

https://www.youtube.com/watch?v=hR6UMm4LcOc

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Das Prinzip:

> A Queen’s University research team has taken a page from history, rolled it up and created the MagicScroll – a roll-able touch-screen tablet designed to capture the seamless flexible screen real estate of ancient scrolls in a modern-day device.

Eine historische Seite, aufgerollt - das Ergebnis ist der MagicScroll. Der innere Zylinder entstand per 3D-Druck. Er enthält zusätzlich die Technik zum Steuern des Bildschirms.

Die eigentlich coole Idee sind die beiden Rollen:

> Two rotary wheels at either end of the cylinder allow the user to scroll through information on the touch screen.

Man muß damit nicht ständig wischen, sondern hat diese "handfesten Räder" in den Händen. Findet ein Nutzer etwas Interessantes, wird aufgeklappt:

> When a user narrows in on an interesting piece of content that they would like to examine more deeply, the display can be unrolled and function as a tablet display.

Vorteile gegenüber einem üblichen iPad:

> Its light weight and cylindrical body makes it much easier to hold with one hand than an iPad. When rolled up, it fits your pocket and can be used as a phone, dictation device or pointing device.

Das Gerät ist leicht, der Zylinder macht die Ein-Hand-Nutzung einfacher. Aufgerollt paßt das in jede kleine Tasche und läßt sich als Telefon, Diktiergerät oder Zeigegerät verwenden.

Bei der Queens University:

an ipad that fits your pocket: introducing a roll-up tablet with flexible screen real estate

http://www.hml.queensu.ca/magicscroll

Die historische Technik als Vorbild:

> “We were inspired by the design of ancient scrolls because their form allows for a more natural, uninterrupted experience of long visual timelines,”

Das Lesen per Schriftrolle ermöglicht ein kontinuierliches, natürliches Lesen.

Der Prototyp enthält eine Kamera. Mit der könnte später das Gerät auch per Gesten gesteuert werden. Die Räder könnten um einen Antrieb ergänzt werden. So daß das Gerät bei bestimmten Ereignissen eigenständig herumrollt.

Später könnte es auch gelingen, die Dimensionen zu verkleinern. So daß das Gerät die Größe eines Stiftes haben kann.

Das Gerät wird bei der MobileHCI vorgestellt. Die findet am 04.09.2018 in Barcelona statt.

Oasia Hotel Downtown in Singapur - 30-stöckiges Green Building im tropischen Klima mit pflanzenbehangener Gitterfassade wird allmählich grün - von Woha Architects

30.08.2018 23:54:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie baut man in den Tropen ein Hochhaus? Aus Stahl und Glas, so wie in Europa und Nordamerika? Da läuft man Gefahr, daß sich das Gebäude ständig aufheizt.

In Singapur hatten deshalb Woha Architects für das Oasia Hotel, ein 30-stöckiges Hochhaus, eine Fassade entworfen, die aus rötlichen Gitterelementen besteht. Und die schrittweise mit Grünpflanzen zuwachsen soll. Da gab es vor etwa 1,5 Jahren einen Bericht bei Inhabitat darüber.

Inzwischen ist die Fassade teilweise schon zugewachsen.
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New images show greenery engulfing Singapore’s tropical skyscraper

https://inhabitat.com/new-images-show-greenery-engulfing-singapores-tropical-skyscraper/

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Innen setzt sich diese Mischung aus "Innen und Außen" fort. Auf dem Dach gibt es einen großen Sky-Garden, der Pools und Bäume enthält. Die eigentliche Dachfläche ist nicht "am Dach". Stattdessen geht die Außenfassade mitsamt dem Pflanzenwuchs noch deutlich über den Sky Garden hinaus, so daß dieser verschattet wird.

Die Fassade besteht aus rotem, maschenartig angeordnetem Aluminium. Mehr als 20 verschiedene Arten von Schlingpflanzen und Rankengewächsen / Reben bevölkern die Fassade. Die Pflanzen wurden auch danach ausgesucht, daß sie pflegeleicht sind und daß sie starke Winde vertragen.

Das Gebäude ist etwa 600 Fuß hoch (182 Meter). Drei massive Veranden gibt es im 6., 12. und 21. Stockwerk. Eine luxuriöse Dachterrasse gibt es im Stock 27.

Von dort geht die Außenkonstruktion noch um 10 Stockwerke nach oben. Die Dachterrasse wirkt damit wie eine versteckte Oase.

Auf der Seite von Woha

Oasia Hotel Downtown

http://www.woha.net/#Oasia-Hotel-Downtown

gibt es diverse Nahaufnahmen des Gitters. Da sieht man auch, daß die Gitterfarbe teils einheitlich rot ist. Teils sind das senkrechte Streifen mit sehr unterschiedlichen Rottönen.

In dem Beitrag vom 08.12.2016

This plant-covered Singapore skyscraper is the tropical building of the future

https://inhabitat.com/this-plant-covered-singapore-skyscraper-could-be-the-tropical-building-of-the-future/

ist die Rede davon, daß das Gebäude ein Modell für Hochhäuser in den Tropen sein könnte. Da die vielen Pflanzen für eine natürliche Kühlung sorgen.

Den Auftraggebern sei es noch nicht mal so um ein besonders ökologisches Gebäude gegangen. Sie wollten einfach nur ein umwerfendes Gebäude. Aber Richard Hassell, einer der Woha-Mitgründer, meint, daß das Gebäude deutlich weniger Energie verbrauchen dürfte. Und:

> “What’s interesting is the emotional appeal it has for people all over the world…Examining the central business districts of so many cities is like looking at the moon from the Earth; one is filled with life, the other is just this collection of dead stone. With Oasia, we’ve seen so many birds and insects flying around the building. People respond so well to seeing a hummingbird flying right outside their office window.”

Die zentralen Geschäftsbezirke in Großstädten: Sie sehen aus wie der Mond von der Erde. Die einen sind voller Leben, die anderen sind nur Ansammlungen toter Steine. Beim Oasia-Hotel sehen wir so viele Vögel und Insekten rund um das Gebäude. Personen reagieren positiv darauf, wenn sie einen Kolibri außerhalb des Office-Fensters sehen.

Wohl wahr. Wenn man auf den Bildern direkt daneben die steinern-gläsernen Klötze sieht: Wo wollen Leute wohl eher arbeiten?

Leider ist das nur ein Hotel. Das müßten Büroarbeitsplätze sein. Und das sollten sich mal andere Städte als Vorbild nehmen.

Eine Million E-Autos in Europa - Schwellenwert vor den USA, aber ein Jahr nach China erreicht

29.08.2018 23:47:27, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im ersten Halbjahr 2018 sind die Verkäufe von E-Autos in Europa (geographisch, nicht nur die EU) deutlich angestiegen. Insgesamt wurden 195.000 Fahrzeuge verkauft, ein 42 % - Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Damit ist die Schwelle von einer Million zugelassener E-Autos erreicht. Die USA dürften diese Schwelle im Laufe des Jahres erreichen. China hatte das schon im letzten Jahr geschafft. Vor etwa einem Jahr.
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Europe officially has more than one million electric cars

https://inhabitat.com/europe-officially-has-more-than-one-million-electric-cars/

Der zugrunde liegende Beitrag im Guardian:

Electric cars exceed 1m in Europe as sales soar by more than 40%

https://www.theguardian.com/environment/2018/aug/26/electric-cars-exceed-1m-in-europe-as-sales-soar-by-more-than-40-per-cent

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In dem Guardian-Beitrag gibt es eine Grafik, welche die aktuelle Verteilung zeigt:

Norwegen führt die Statistik der reinen E-Auto-Verkäufe mit etwas über 20.000 E-Autos an. Gefolgt von Deutschland mit ziemlich genau 20.000.

In beiden Ländern liegt der Anteil der Hybrid-Autoverkäufe bei etwas über 15.000. In Großbritannien gab es dagegen über 20.000 Hybrid-Verkäufe. Dagegen nur etwa 9000 E-Autos.

Die eigentliche Original-Datenquelle bei EV-Volumes:

Europe Plug-in Sales Results for 2018 H1

http://www.ev-volumes.com/country/total-euefta-plug-in-vehicle-volumes-2/

Viktor Irle, ein dortiger Market Analyst:

> “A stock of one million electric vehicles is an important milestone on the road to electrification and meeting emission targets but it is of course not enough.”

Norwegen ist beim Bestand in Europa führend: 21 % BEV (Battery Electric Vehicles, batteriegetriebene Autos) und 16 % PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicles).

In Europa liegt der Gesamtanteil noch bei etwa 2 %, ungefähr zur Hälfte BEV und PHEV. Deutschland liegt leicht unter den 2 %.

Insgesamt wird mit 1,35 Millionen E-Autos am Jahresende gerechnet. Wobei da Hybridautos mitzählen. Das dürfte ein Marktanteil von 2,35 % werden.

Beim Wachstum ist aktuell Deutschland schneller (Guardian):

> However, rapid growth in Germany means Europe’s biggest car market is set to overtake Norway by the end of the year for total sales.

So daß die Zahl der absoluten Verkäufe am Jahresende in Deutschland am höchsten liegen könnte.

Interessant ist, daß es diverse Modelle mit langen Wartezeiten gibt (ev-volumes):

> Models with more than 10 000 unfulfilled orders, each, are Hyundai Kona, VW e-Golf, Jaguar i-Pace and Nissan Leaf and obviously the Tesla Model 3, all of them BEVs.

Also mindestens 5 Modelle mit mehr als 10.000 offenen Bestellungen.

Bei einem aktuellen Marktanteil von 2 % und einem geschätzten Marktanteil von 2,35 % zum Jahresende wären das bei ungefähr gleichem Wachstum Ende 2019 3 % Gesamt-Marktanteil.

Pop-Up Park from Hello Wood - a lot of Color - ein Pop-Up Park in Budapest auf einer brachliegenden innerstädtischen Fläche - bunt, Sportgeräte, Ladestationen, Teqball

28.08.2018 23:51:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Städten gibt es immer wieder Ecken, die irgendwie brach liegen. Nicht direkt vermüllt, aber schlecht gelegen. Ohne Sitzflächen und Sportgeräte.

Hello Wood, ein Unternehmen, das u.a. verschiedene Holzgeräte für den öffentlichen Raum entwickelt, hat in Budapest eine solche Fläche mit einem Pop-Up Park ausgestattet.

Eine Ecke mit Stein- und Rasenflächen. Gepflegt, aber auch so, daß es dort nichts wirklich gibt. Nun gibt es diverse Bänke, Sportgeräte, Kletterstangen.

Deutlich bunt, aus Holz. So daß ein Schwingen, ein Vibrieren in diese Gegend hineinkommt.
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Hello Wood's POP-UP Park Adds a Splash of Color to an Underused Square in Budapest

https://www.archdaily.com/900943/hello-woods-pop-up-park-adds-a-splash-of-color-to-an-underused-square-in-budapest

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Die Strukturen wurden wohl schon 2017 gebaut und kamen nun zurück. Der Zweck:

> “a democratic space for all social groups embedded within the everyday movement of the city.”

Einen demokratischen Raum für alle sozialen Gruppen in der Stadt zu erschaffen. Der Park ist 24 Stunden geöffnet, ein "free-to-use space" für Personen aller Altersgruppen.

Einen guten Eindruck über die Lage und Größe vermittelt ein kleines Video:

POP UP park 2018

https://www.youtube.com/watch?v=f7sZ4cjZgu0

Zwei Baumreihen, davor teils runde Rasenflächen, teils Steinflächen. Im Original etwas langweilig, nicht inspirierend. Die bunten Elemente sind auf den Stein- und Rasenflächen aufgebaut. Es gibt diverse kurvige Sitz- und Liegeflächen.

Es sind diverse Seile gespannt, an denen schattenspendende dreieckige Elemente angehängt sind. Im Video sieht man diese gut von oben. Sie sind mit Solarpaneelen ausgestattet, so daß Leute Smartphones und Laptops aufladen können. Das richtet sich sowohl an nomadische Arbeiter mit Laptop als auch an Touristen. Girlanden mit kleinen Lampen sorgen in der Dunkelheit für eine gewisse Beleuchtung.

Hinzu kommen stabile Turngerüste, die auch von Erwachsenen genutzt werden können. Tischtennisplatten und Teqball-Platten. Letzteres basiert auf Platten, die wie Tischtennisplatten aussehen, aber gebogen sind. Das kombiniert Elemente von Tischtennis mit Fußball. Ein kleines Video aus dem Park:

Teqers in PopUP Park in Budapest ️(Video: Balázs Bagó)

https://www.youtube.com/watch?v=3dHWYI_1qho

> Teqball is a new sport equipment which brings real football to your home. It objectively measures your technical skills in a joyful way.

Man muß den Ball zweimal annehmen und ihn beim dritten Mal auf die gegenüberliegende Plattenseite bringen. Mit Kopf, Fuß, Oberschenkel - mit allem, was auch beim Fußball zur Ballannahme zulässig ist.

Bis Oktober steht der Pop-Up Park noch zur Verfügung. Dann wird er abgebaut. Etwas ähnliches gab es dort schon im letzten Jahr. In diesem Jahr sind - mit Blick auf Budapest als "European Capital of Sport" 2019 - diverse Sportgeräte dazugekommen.

Auf der Website von Hello Wood

http://www.hellowood.eu/

finden sich leider keine genaueren Informationen.

The Haze - Immersive Experience places Visitors at the Center of a Swirling Vortex - Besucher im Zentrum eines wabernden Wirbels - eine Installation von teamLab in Tokio

27.08.2018 23:55:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man lauter Geraden "geschickt anordnet", dann können die Geraden in der Mitte die Ränder eines kreisförmigen oder elliptischen Gebildes produzieren. Das gelingt mit Mikadostäben oder lauter feinen Fäden. Es gelingt aber auch, wenn man in einem Raum diverse Lichtstrahler anbringt, die sehr gezielt strahlen können.

Sind diese beweglich und lassen sie sich per Computer steuern: Dann ist nur noch etwas Nebel im Raum notwendig, damit auch im Raum solche kreisförmigen oder elliptischen Gebilde entstehen. Die nun sogar dreidimensional sind.

The Haze ist eine nach diesem Prinzip aufgebaute Installation von teamLab in Tokio.
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The Haze: A New Immersive Experience by teamLab Places Visitors at the Center of a Swirling Vortex

https://www.thisiscolossal.com/2018/08/the-haze-by-teamlab/

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Das Video auf Vimeo:

The Haze / 靄の彫刻

https://vimeo.com/286151027

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Dort wird der Vorgang so beschrieben:

> In the centre of the space due to a haze being created a three-dimensional object is born.

Zusätzlich:

> The work uses light, fog, and sound to wrap guests in a mesmerizing cacophony of swirling spotlights which are reflected by a mirrored floor.

Es kommt noch ein eigenwilliger Sound dazu. Ferner reflektiert der Boden die Lichtstrahlen.

Auf der Website von teamLab

The Haze

https://www.teamlab.art/w/haze/

sieht man auf den unteren Photos den spiegelnden Boden, der dafür sorgt, daß die - dunkel gekleideten - Besucher im Geschehen versinken.

Es gibt eine zweite Version:

Light Vortex II

https://www.teamlab.art/ew/lightvortex

Diese nutzt dieselbe Technik. Dort ist die Lichtsteuerung allerdings deutlich anders - die Musik ebenfalls.

teamLab hat erst jetzt

Borderless

https://borderless.teamlab.art/

eröffnet. Ein 100.000 Quadratmeter umfassendes Museum, in dem es diverse digitale Installationen gibt. Da findet sich der Hinweis:

> *Before you visit, check the ticket availability. Some days are completely SOLD OUT

An manchen Tagen ist das Museum schon komplett ausverkauft. Die Installationen sind von einer Art, bei der man nicht zu viele Leute gleichzeitig reinschicken kann.

Hengqin CRCC Plaza - Three-dimensional, vertical landscape - Looping green Sky Bridge - vier Tower, verbunden durch eine grüne Sky-Brücke - ein Konzept von Aedas in Zhuhai, China

26.08.2018 23:53:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hochhäuser werden oft mit dem Ziel erbaut, daß die Nutzfläche möglichst hoch ist. Inzwischen gibt es diverse Konzepte, die Hochhäuser mit zusätzlichen grünen Ebenen entwickeln. Aber wenn das zu einer Stufenform des Hochhauses führt, kostet das Nutzfläche.

In Zhuhai in China gibt es nun eine andere Lösung: Vier klassische, senkrechte Hochhäuser mit einheitlicher Fassade. So daß es wahrscheinlich im Inneren auch einheitliche Büros geben dürfte. Zwei hohe, im Nordosten und im Südosten des Grundstücks. Dazwischen zwei deutlich kleinere.

Die Dachflächen der beiden kleineren Hochhäuser sind mit einer wohl dreistöckigen schleifenförmigen Struktur bebaut. Diese bietet verschiedene Ebenen für Grünpflanzen. Und diese schleifenförmige Struktur setzt sich fort: Sie umgarnt ebenfalls die beiden hohen Hochhäuser auf gleicher Ebene wie auf den Dächern der kleinen Hochhäuser. Und sie setzt sich zwischen den Hochhäusern fort.

So daß eine ziemlich große, begehbare Fläche entsteht. Über die man vom ersten Eckturm (mit Swimmingpool) über die beiden kleineren Türme zum zweiten Eckturm gehen kann.
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A Looping, Green Sky Bridge Connects Four Unique Towers in Aedas' Recent Proposal

https://www.archdaily.com/900616/a-looping-green-sky-bridge-connects-four-unique-towers-in-aedas-recent-proposal

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Damit entsteht etwas Doppeltes: Ein maximierter ökonomischer Output, weil das Grundstück dicht bebaut wird. Aber andererseits ein großzügiger öffentlicher Raum, der die umliegenden Büros miteinander verbindet. Mitarbeiter können damit in der Mittagszeit einen langen Spaziergang machen. In luftiger Höhe, ohne, daß sie auf den Boden gelangen.

Eine Idee:

> Connecting all areas of the scheme, it acts as a dynamic, green space for the promotion of cross-office communication, integrating the four buildings into one cohesive whole.

Da diese dreidimensionale Landschaft alle vier Gebäude verbindet, soll sie die büroübergreifende Kommunikation unterstützen. Und sie verschmilzt die vier Gebäude zu einem.

Außerdem wird so entstehende Vierergebäude dadurch einzigartig.

Da sollen Einkaufsflächen, Außenterrassen und Freizeiteinrichtungen auf diesen Elementen entstehen. Der Gebäudekomplex ist aktuell noch im Planungs-/Baustatus, die Fertigstellung ist bis 2022 geplant.

Die gesamte Nutzfläche soll bei 200700 Quadratmetern liegen.

Auf der Website von Aedas gibt es eine Pressemitteilung dazu (14.08.2018):

Aedas designs a featured sky bridge to connect all towers in a mixed-use development

https://www.aedas.com/en/news-and-media/press-release/aedas-designs-a-featured-sky-bridge-to-connect-all-towers-in-a-mixed

Die eine Grundstückskante ist mit 5 flacheren Gebäuden bestückt. Der Platz dahinter ist teils ebenfalls grün, teils mit einer Struktur bestückt, die wie diese Sky Bridge strukturiert ist. Laut der Pressemitteilung

> The retail podium sits along the main road, and there are a central atrium plaza and an outdoor amphitheatre.

gibt es da ein zentrales Atrium und ein Amphitheater.

Auf der Liste der "Features Projects"

https://www.aedas.com/en/what-we-do/featured-projects

fehlt dieses Projekt derzeit. Da sieht man allerdings, daß Aedas schon ein paar dieser "Hochhäuser mit Grün" entwickelt hat.

Plastic Fishing in Amsterdam - PlasticWhale, die erste professionelle Plastic Fishing Company ist mit zehn aus gefischtem Plastik gebauten Booten unterwegs - neue Büromöbel-Serie mit Vepa

25.08.2018 23:55:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Amsterdam gibt es viele Kanäle. Und leider findet sich auch dort diverses an Plastikmüll im Wasser. Schon vor sieben Jahren wurde PlasticWhale gegründet. Ein Unternehmen, das weltweit als erstes Plastic Fishing anbietet.

Inzwischen können Touristen und Einheimische zweistündige Plastic Fishing - Touren buchen. Wie das Video zeigt, werden die herausgefischten Plastikreste zu einem Granulat verarbeitet, aus dem weitere Boote gebaut werden.

2016 (Datum des Videos) waren 7 Boote unterwegs. Inzwischen gibt es 10 Boote.
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amsterdam tourists can combine sightseeing with plastic fishing on the city's canals

https://www.designboom.com/design/amsterdam-tourists-fishing-plastic-whale-08-24-2018/

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Das Video auf Vimeo:

Plastic Whale 2016

https://vimeo.com/168751197

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Die Mission des Unternehmens:

> the world’s waters plastic-free and create value from plastic waste

Das Wasser weltweit plastikfrei machen und neue Werte aus dem Plastikmüll erschaffen.

Das Unternehmen organisiert inzwischen Trips nach Amsterdam, bei denen Leute per Airbnb unterkommen. Dann können die Teilnehmer das historische Zentrum von Amsterdam mit Booten besichtigen und mit zur Verfügung stehenden Netzen Plastik fischen. Zum einen werden aus dem Plastikmüll neue Boote hergestellt. Zum anderen wird mit dem niederländischen Unternehmen Vepa zusammengearbeitet:

https://vepa.nl/sustainability/?lang=en

Da gibt es eine eigene Rubrik:

> Plastic Whale Circular Furniture - TABLE - CHAIR - LAMPS - ACOUSTIC PANELS

Tische, Stühle, Lampen und Seitenwände für Büros, die als Schallschutz dienen.

In Amsterdam gab es bereits Events: "Amsterdam Plastic Fishing".

Auf der Website PlasticWhale

https://plasticwhale.com/

gibt es auch Events für Unternehmen. Ein Schiff ist inzwischen in Rotterdam unterwegs.

Aktuell weiß ich gar nicht, wie die Situation hier in Berlin ist. Derzeit komme ich einfach zu selten am Wasser vorbei, obwohl es in Berlin ja eigentlich diverse Fließgewässer in der Stadt gibt.

Die aktuelle Entwicklung ist in einem neuen Video von 2018 aufgeführt:

PLASTIC WHALE CIRCULAR FURNITURE

https://www.youtube.com/watch?v=54npb1YrnZI

> Plastic soup is a growing global problem. This year another 8 billion kilos of plastic waste will enter the world’s rivers, lakes and oceans, creating a hazard to sea life and humans. We have two options: do nothing or do something. At Plastic Whale and Vepa Project Furniture we’ve decided to do something. Joining forces to turn a problem into a solution: Plastic Whale Circular Furniture.

Demnach gab es zwar die Boote. Aber die Abnahmemengen waren wohl zu gering. Also wurde ein Konzept für Büromöbel entwickelt, das sich an Walen orientiert. Dann konnte Vepa als lokaler Produktionspartner gewonnen werden. Und es gelang, sehr schnell die Serienproduktion zum Laufen zu bekommen.

Bundesarbeitsgericht: Bilder aus rechtmässiger offener Videoüberwachung von Mitarbeitern dürfen monatelang aufbewahrt und erst dann verwendet werden - kein Beweisverwertungsverbot - 2 AZR 133/18

24.08.2018 23:57:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Aufgrund der technischen Entwicklung wächst das Volumen von Videoaufzeichnungen, mit denen Personen überwacht werden. Strittig ist dabei oft, wie lange eine Speicherung dieser Daten zulässig ist und wann die Daten auf jeden Fall gelöscht werden. Gibt es eine Löschfrist und werden die Daten nicht gelöscht, können sie - eigentlich - nicht mehr in Gerichtsverfahren verwendet werden. Das ist das sogenannte Beweisverwertungsverbot.

Hier in Berlin gibt es bsp. die Regelung, daß die BVG zwar auf Bahnhöfen, in U-Bahnen und Straßenbahnen Videoaufzeichungen erstellen darf. Wenn ich das aber richtig im Kopf habe, dann müssen die Daten nach 48 Stunden gelöscht werden, sofern nicht die Polizei nachfragt.

Aber was ist, wenn das Verhalten eines Mitarbeiters aufgezeichnet wird, die Daten im August 2016 durchgesehen werden und dabei herauskommt, daß ein Mitarbeiter im Februar 2016 Geld entwendet hat? Die Vorinstanz hatte noch entschieden, daß diese Daten einem Beweisverwertungsverbot unterliegen, also nicht gegen den Mitarbeiter verwendet werden dürfen. Deshalb hatte das Landesarbeitsgericht der Kündigungsschutzklage stattgegeben.

Das Bundesarbeitsgericht hat diese Entscheidung nun aufgehoben und das Verfahren - aus anderen Gründen - zurückgeschickt. Dabei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß dies auch gemäß der Datenschutz-Grundverordnung für die aktuelle rechtliche Lage gilt.
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Pressemitteilung Nr. 40/18: Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot

Urteil vom 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 20. Dezember 2017 - 2 Sa 192/17

https://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&Datum=2018&nr=20865&pos=0&anz=40&titel=Offene_Video%FCberwachung_-_Verwertungsverbot

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Der Fall: Die Klägerin war Mitarbeiterin in einem vom Beklagten betriebenen Geschäft - Tabak- und Zeitschriften plus Lottoannahmestelle. Dort gab es eine offene Videoüberwachung. Um Straftaten von Kunden als auch von Arbeitnehmern vorzubeugen.

Im 3. Quartal gab es einen Fehlbestand bei Tabakwaren. Im August 2016 wurden Videoaufzeichnungen ausgewertet. Da stellte sich heraus, daß die Klägerin im Februar 2016 an zwei Tagen vereinnahmte Gelder nicht in die Registrierkasse gelegt hatte. Daraufhin außerordentliche und fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Die Vorinstanzen hatten der Kündigungsschutzklage stattgegeben. Begründung: Die Aufzeichnungen dürften nicht mehr verwendet werden, weil sie längst hätten gelöscht werden müssen. Der Beklagte hätte die Aufzeichnungen unverzüglich, jedenfalls deutlich vor dem ersten August 2016 löschen müssen.

Das korrigierte das Bundesarbeitsgericht explizit. Der Kernsatz aus der PM:

> Der Beklagte musste das Bildmaterial nicht sofort auswerten. Er durfte hiermit solange warten, bis er dafür einen berechtigten Anlass sah.

Da ist also eine Art "Vorratsdatenspeicherung" legitim. So daß Arbeitgeber nicht ständig damit beschäftigt sein müssen, Aufzeichnungen zu überprüfen, um Fehlverhalten rechtzeitig vor dem Löschen zu entdecken.

Unklar war allerdings - damit hatte sich das Landesarbeitsgericht nicht beschäftigt -, ob die Videoüberwachung grundsätzlich rechtmäßig war. Das muß neu verhandelt werden.

Dann allerdings gilt: War die Videoüberwachung grundsätzlich rechtmäßig, dann dürfen die Aufzeichnungen auch gegen den Kläger verwendet werden.

Etwas erinnert das Urteil an die Dashcam-Entscheidung vom Bundesgerichtshof im Mai 2018:

Bundesgerichtshof: Dashcam-Aufnahmen sind zwar als Daueraufnahmen unzulässig, als Beweismittel im Unfallhaftpflichtprozess jedoch verwertbar - VI ZR 233/17

https://blog.server-daten.de/de/2018-05-15/Bundesgerichtshof--Dashcam-Aufnahmen-sind-zwar-als-Daueraufnahmen-unzulaessig--als-Beweismittel-im-Unfallhaftpflichtprozess-jedoch-verwertbar---VI-ZR-233-17-266

Da gab es auch die Feststellung, daß eine Daueraufzeichung unzulässig sei. Im Unfallhaftpflichtprozess ist jedoch eine Güterabwägung zu treffen, da sind Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel zulässig.

SmartBook - alle Leute in der U-Bahn starren auf ihr Smartphone, nur einer scheint ein Buch zu lesen - Buchattrappe zum Smartphone-Verstecken - von Vlady aus Italien

23.08.2018 23:47:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer mit der U- oder S-Bahn, dem Bus oder der Straßenbahn unterwegs ist, der kennt das inzwischen: Fast alle Leute beschäftigen sich mit ihrem Smartphone.

Bücherlesende Mitfahrer sind kaum mehr anzutreffen. Aber halt - der eine dort: Der liest doch ein Buch. Ein Exemplar im öffentlichen Nahverkehr.

Dann sieht man ihm von hinten über die Schulter. Und stellt fest: Er hat eine Buchattrappe. Innen liegt - das Smartphone, mit dem er sich beschäftigt.
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Urban Art: Mit dem „SmartBook“ auch mit dem Smartphone in der Öffentlichkeit intellektuell wirken

http://urbanshit.de/smartbook-das-smartphone-im-buch-verstecken-und-intellektuell-aussehen/

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Die Idee dazu stammt von dem italienischen Künstler Vlady.

Ein kleines Video:

SmartBook (m)

https://vimeo.com/285865289

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Interessant ist der Gedanke, warum man so etwas nutzen könnte:

„Smartphones are very useful indeed, but intellectual users sometime feel uncomfortable while using it in public. In order to look different and perhaps smarter, I’ve created a book with an interchangeable cover so one can carry on using a smartphone without feeling ashame.“

Intellektuelle Nutzer würden sich manchmal unwohl fühlen, wenn sie ein Smartphone in der Öffentlichkeit nutzen. Wollen sie anders aussehen und smarter wirken? Dafür hat Vlady das SmartBook erfunden.

Der Einband läßt sich austauschen. Plato, Steven Hawking oder die Bibel. Oder ein neutraler, grüner Buchumschlag. Die Buchumschläge sind mit "Vladyart" gekennzeichnet.

Das eigentliche Buch kann sich jeder zu Hause herstellen: Ein nicht mehr gelesenes Buch im passenden Format heraussuchen. Und ein scharfes Messer nutzen, um die Seiten herauszuschneiden.

Auf der leider etwas unübersichtlichen Website

http://www.vladyart.com/

fand sich das SmartBook bis jetzt nicht.

Interessant ist die Frage, ob es Reaktionen geben würde, wenn jemand so ein Buch für diesen Zweck nutzt. Da die meisten Leute mit ihren Smartphones beschäftigt sind, würden diese es wohl nicht einmal merken.

Beim Betrachten des Videos fiel auf, daß die Handbewegungen zumindest für einen einigermaßen aufmerksamen Beobachter schnell auffällig sind. Sie passen nicht zum Lesen eines Buches.

Insofern: Wer sich beim "Smartphone-Verwenden" unwohl fühlt, der möge es eine Weile aus der Hand legen und zum Fenster heraussehen. Oder er wirft einen Blick auf seine Mitfahrer.

Mechanical Ballet - ballet mecanique - ein Haus mit aufklappbaren Lüftungsklappen, die zu Pop-Out-Balkonen werden - von Manuel Herz in Zürich

22.08.2018 23:54:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Fassaden von Häusern sind meistens unveränderlich. Einmal gebaut ist der Anblick immer derselbe. Aber was passiert, wenn ein Haus lauter etagenhohe Fenster hat. Mit kleinen, vorgespannten Balkonen. Und es zusätzlich - pro etagenhohem Fenster - vier aufklappbare Lüftungsklappen gibt.

Entweder sind diese Lüftungsklappen geschlossen. Dann dienen sie zur zusätzlichen Isolierung. Oder sie werden aufgeklappt. Dann vergrößert sich der Balkon. Und gleichzeitig gibt es nach links, rechts und oben einen Sichtschutz.

Ein solches Haus ist in Zürich gebaut worden.
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manuel herz clads zurich residences with louvers that can form pop-out balconies

https://www.designboom.com/architecture/manuel-herz-ballet-mechanique-housing-zurich-switzerland-08-22-2018/

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Die Lüftungsklappen gibt es für das Erdgeschoss und für die erste Etage. Auf einer Hausseite gibt es vier Elemente mit Klappen. Eine zweite Etage ist etwas kleiner und hat keine Klappen. Das Flachdach drüber kann als allgemein zugängliche Dachterrasse genutzt werden.

Die Konsequenz: Das Haus ändert sein Aussehen immer wieder.

Im geschlossenen Zustand decken die vier Elemente das Fenster dahinter nicht komplett ab. Jede der Lüftungselemente endet statt in einer Spitze in einer Bogenform. So daß zwei "etwas größere" Stellen frei bleiben. Abends wirkt das wie Jalousien oder Fensterläden und sorgt drinnen für Dunkelheit.

Gesteuert werden die Klappen über eine Hydraulik. Bei manchen der so entstehenden Pop-Out-Balkone gibt es ein Geländer, das aber eigentlich vor dem Einklappen manuell wieder entfernt werden müßte. Die obere Klappe wirkt gleichzeitig wie ein Sonnenschutz.

Im zugeklappten Zustand sieht das Haus von außen her gleichmäßig metallisch aus. Die Innenflächen der Lüftungsklappen sind jeweils in einem einheitlichen Farbton gestrichen, der zwischen Rot und Blau liegt.

Beim Aufklappen wird die Außenseite damit deutlich farbiger.

Interessant ist der Blick von innen auf die geschlossenen Elemente. Teils sind die Lüftungsklappen links und rechts in dem gleichen Rot-Farbton gestrichen. Oben und unten unterscheiden sich die Farbtöne (zwei verschiedene Blaustufen). Teils ist das umgedreht.

Das Video in dem Beitrag ist zwar von Vimeo eingebunden, läßt sich aber dort nicht direkt finden. Wenn die Klappen auf und wieder zugehen, wird der Name "Mechanical Ballet" / ballet mécanique verständlich.

Auf der Website von Manuel Herz

http://www.manuelherz.com/ballet-mecanique

ist erwähnt, daß es 2013 wohl einen Wettbewerb gegeben hat, aus dem der Entwurf als Sieger hervorging. Das Haus liegt in der Kernzone Seefeld, in der Nähe liegen der Chinagarten und das Heidi Weber Museum von Le Corbusier.

Da ist ein Bild drin, welches das Haus in der Umgebung zeigt. Das Treppenhaus ist in der Gebäudemitte, ferner gibt es im Untergeschoß Atelierräume.

Da findet sich ein Detail zur Konstruktion des Geländers:

> Nach vollständigem Ausfahren der Klappelemente, kann das Geländer nach aussen geschoben werden. Es rastet automatisch in einer endgültigen Position ein. Durch den Schiebemechanismus wird sichergestellt, dass Personen zu jederzeit geschützt sind, da vor Begehen der Balkonfläche das Geländer ausgeschoben werden muss.

Das Geländer ist also doch fixiert eingebaut und muß nach dem Aufklappen rausgeschoben werden. So daß die Personen immer hinter dem Geländer sind.

Unten ist ein animiertes GIF eingebunden, das zeigt, wie das Geländer nach dem Aufklappen herausgeschoben und vor dem Zuklappen wieder hereingeschoben wird.

Fusion: Backpack style wearable two armed robot - Tragbarer Robot, der dem Träger zwei zusätzliche Hände gibt - eine Entwicklung an der Keio University Graduate School of Media Design in Japan

21.08.2018 23:45:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man jemandem anderen Handgriffe erklären möchte, dann kann das für den Lernenden durchaus schwierig sein, wenn er das bei einer anderen Person sieht, die gesehenen Bewegungen aber in eigene Bewegungen umsetzen soll.

In Japan, an der Keio University Graduate School of Media Design, ist dazu ein interessantes Projekt entstanden.

Ein Roboter, den man wie einen Rucksack trägt. Hinten sind die Steuertechnik und Batterien drin. Zusätzlich hat der Roboter drei Elemente. Eine Art Hals mit einem kleinen Kopf und zwei Kamera-Augen. Und zwei Arme, die beide in Hände münden und von den Gelenken her ähnlich aufgebaut sind wie menschliche Arme.

Der Kopf und die Arme können aus der Entfernung von einem anderen Nutzer gesteuert werden. Über ein Oculus Rift virtual-reality headset.

Der Effekt: Der Träger des Roboters kann so auf die Entfernung von jemandem anderen angeleitet werden.
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Backpack-style robot companion gives wearer two functional extra hands

https://www.dezeen.com/2018/08/21/fusion-robot-backpack-yamen-saraiji-extra-arms/

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Das Video auf YouTube:

Fusion: Full Body Surrogacy for Collaborative Communication

https://www.youtube.com/watch?v=Nrc7gH6dydw

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Effektive Kommunikation sei ein Schlüsselfaktor, wenn es darum geht, Fähigkeiten an andere Personen weiterzugeben.

Eine Person kann die andere Person quasi direkt anleiten. Als ob sie hinter ihr stehen und ihr alle Handgriffe zeigen würde.

> "Fusion" enables body surrogacy by sharing the same point of view of two-person: a surrogate and an operator, and it extends the limbs mobility and actions of the operator using two robotic arms mounted on the surrogate body. These arms can be used independently of the surrogate arms for collaborative scenarios or can be linked to surrogate's arms to be used in remote assisting and supporting scenarios. Using Fusion, we realize three levels of bodily driven communication: Direct, Enforced, and Induced.

Es gibt verschiedene Modi: In der einen Variante hat der Robot zwei Hände und agiert eigenständig, kann den Robot-Träger so anleiten.

In dem anderen Modus entfallen die Hände. Die Enden der Roboterarme sind direkt mit den Handgelenken des Robot-Trägers verbunden (das ist die Enforced-Variante). Damit können Bewegungen direkt gezeigt werden.

Als "Induced" wird die Variante bezeichnet, wo der Robot dem Träger bsp. einen Weg zeigt.

Das "Anleiten auf die Entfernung" könnte in einigen Szenarien sehr interessant sein. Mal sehen, ob sich in ein paar Jahren solche Systeme so weiterentwickeln, daß sie in konkreten Situationen außerhalb von Forschungsprojekten genutzt werden.

Der Name "Fusion" ist wohl von dieser Überlegung hergeleitet:

> We demonstrate through this system the possibilities of truly embodying and transferring our body actions from one person to another, realizing true body communication.

Köperaktionen lassen sich so von einer Person zu einer anderen transferieren, so daß eine Körper-Kommunikation auf die Entfernung möglich ist.

Unter

Meet the guy with four arms, two of which someone else controls in VR

https://www.technologyreview.com/s/611745/meet-the-guy-with-four-arms-two-of-which-someone-else-controls-in-vr/

gibt es noch einige weitere Informationen. Demnach wären auch Einsatzmöglichkeiten wie physikalische Therapien denkbar, bei denen Personen Bewegungen wieder erlernen. Aktuell ist das noch ein Prototyp - mit einem Gewicht von 21 Pfund, also etwa 9,5 kg.

Hermano Igo Krebs, der sich am MIT lange mit "Rehabilitations-Robots" beschäftigt hat, sieht in Rehabilitationsmaßnahmen eher nicht eine zukünftige Verwendung. Aber er kann sich vorstellen, daß so ein Robot in verschiedensten anderen Situationen nützlich sein könnte. Angefangen im Weltraum.

Inzwischen laufen Vorbereitungen, das als Geschäftsidee weiterzutreiben.

Haboob - Massive Dust Storm in Phoenix, Arizona - Taken from Helicopter - Sandsturm, aufgenommen aus einem fliegenden Hubschrauber von Jason Ferguson

20.08.2018 23:41:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Photos von Naturereignissen zu machen: Das ist zwangsläufig ein Glücksspiel: Wann ist man schon zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort? Erst recht gilt das für Stürme, bei denen man zusätzlich das eigene Risiko minimieren sollte.

Aber manchmal haben Photographen auch Glück. Und sind zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. So ging es dem Photographen Jason Ferguson, der in einem Hubschrauber mitsamt Pilot unterwegs war.
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Incredible Photos of Massive Dust Storm Taken From Fleeing News Helicopter

https://mymodernmet.com/arizona-dust-storm-news-helicopter/

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In Phoenix, Arizona gab es Anfang August einen Haboob. Die Stürme werden im arabischen Raum auch Habub ( https://de.wikipedia.org/wiki/Habub ) genannt. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erreichen und wirbeln Sand bis auf eine Höhe von 800 Metern hoch.

In der Sahara treten diese Stürme im Zusammenhang mit Monsunwinden auf. In den USA können kollabierende Unwetter Haboobs auslösen. Das Unwetter sorgt dafür, daß Regen fällt, Windrichtungen können sich umdrehen. Die Wirkung:

> When the cold burst of air reaches the ground, it blows up dust from the desert which moves like a wall in front of the storm cloud.

Wenn die kalte Luft den Boden erreicht, bläst sie Sand aus der Wüste nach oben. Und bewegt sich wie eine Wand vor der Sturmwolke.

Die Geschwindigkeitsverhältnisse: Haboobs bewegen sich mit 20 - 60 Meilen pro Stunde (30 - 96 km/h). Der Hubschrauber fliegt mit etwa 100 Meilen pro Stunde (160 km/h), ist also deutlich schneller, so daß er nicht vom Haboob verschluckt wird. Außerhalb des Sturms zu bleiben ist Pflicht. Sonst wäre die Sicht gewaltig eingeschränkt.

Allerdings gibt es ein zweites Problem: Der Helikopter flog zunächst in einer Höhe von 800 Fuß (243 Meter). Die Sandstürme können aber eine Höhe von mehreren tausend Fuß haben, dieser hatte eine Höhe von etwa 6500 Fuß (1981 Meter).

Wenn es hier üblicherweise regnet oder stürmt, dann regnet es quasi überall, an den Rändern wird das allmählich schwächer. Dieser Sandsturm hat aber zumindest in der Vorwärtsbewegung einen klaren und relativ scharfen Beginn.

Man sieht das auf einigen der Bilder, die in dem obigen Beitrag gezeigt sind. Teils ist der Boden noch klar zu sehen. Teils ist der Boden unsichtbar. Vom Sand verschluckt. Wenn man da grade Fenster offen hat, dann dürfte so manches von dem Sand in Wohnungen landen.

Auf der Website

Chopperguy - Galleries

http://chopperguy.com/galleries

findet sich dieser Sandsturm noch gar nicht.

The General - ein achtstöckiges Wohnhochhaus in Melbourne mit Photovoltaic Glass an der Fassade - von C. Kairouz Architects

19.08.2018 23:48:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Solarpaneelen denkt man vielleicht an ein Entweder-Oder: Entweder nutzt man eine Glasscheibe, dann kann man durchsehen. Oder man nutzt die Fläche zur Stromerzeugung. Dann ist das blickdicht.

Inzwischen gibt es aber eine weitere Lösung: Photovoltaic Glass, da scheint Onyx Solar weltweit der Marktführer zu sein. Das sind Gläser, die entweder wie normale Glasscheiben verwendet werden und "Durchblick" gestatten. Zwischen den Glasscheiben befindet sich jedoch eine stromerzeugende Schicht. Die allerdings so dünn bzw. lichtdurchlässig ist, daß das Glas wie übliche Fensterscheiben verwendet werden kann.

Ferner gibt es Gläser, die absichtlich blickdicht sind. Etwa, weil die darunter liegende Struktur verborgen bleiben soll. Und die Strom erzeugen, ohne wie typische Solaranlagen auszusehen.

In Melbourne wurde nun "The General" fertiggestellt. Ein Wohnhochhaus, das Photovoltaic Glass an den Fassaden nutzt.
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Photovoltaic glass clads a sustainably minded residential tower in Melbourne

https://inhabitat.com/photovoltaic-glass-clads-a-sustainably-minded-residential-tower-in-melbourne/

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> an eight-story building that’s said to be Australia’s first-ever large-scale residential structure to use photovoltaic glass on its facade

In den ersten beiden Etwagen gibt es Platz für Geschäfte, drüber sind 87 Apartments untergebracht.

Das Gebäude sieht architektonisch nicht sonderlich spektakulär aus. Die beiden ersten Etagen erstrecken sich über eine größere Fläche, an einer Ecke gibt es einen Würfel, der nach oben geht.

Ein Statement des Architektenbüros:

> “Technically speaking, it displays a solar factor of 10%, making it an ideal candidate to achieve control over the interior temperature”

Die Fassade wirkt jedenfalls als UV- und Infrarot-Filter, läßt natürliches Licht durch - und produziert gleichzeitig Strom. 2.075 kWh können so pro Jahr produziert werden. Die Energie wird für Licht, Strom und Motoren genutzt.

Leider wird weder bei inhabitat noch auf der (langsamen) Seite der Architekten

The General

http://ckarchitects.com.au/portfolio-items/the-general-development/

genau mitgeteilt, welche Fassadenteile aus Photovoltaic Glass bestehen.

Sieht man sich die Beispiele bei Onyx Solar

PHOTOVOLTAIC SKYLIGHT

https://www.onyxsolar.com/product-services/photovoltaic-glass-solutions/pv-skylight

an, dann kann Photovoltaic Glass sowohl bei den Glasscheiben als auch (Typ PV Spandrel)

PHOTOVOLTAIC SPANDREL

https://www.onyxsolar.com/product-services/photovoltaic-glass-solutions/pv-spandrel

> Building envelopes traditionally call for spandrel glass wherever a construction material or structure needs to be hidden.

hinter den dunkleren Fassadenteilen stecken.

Die Projektliste bei Onyx Solar

https://www.onyxsolar.com/projects

listet diverse Projekte, wo dieses Photovoltaic Glass bereits eingesetzt wird. Allerdings scheinen die 2.075 kWh nicht so dolle zu sein. Ein Projekt in Europa von 2014

AZURMENDI RESTAURANT

https://www.onyxsolar.com/projects/11-projects/41-azurmendi-restaurant

hat die LEED Gold Certification, erhielt die Auszeichnung "Most Sustainable Restaurant in the World in 2014". Hat 200 Quadratmeter Photovoltaic Glass, eine semi-transparente 20 % Durchlässigkeit. Und erzeugt 16.380 kWh pro Jahr, also deutlich mehr als "The General". Ein Ein-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt 2.300 kWh pro Jahr, soviel erzeugt also "The General".

Chicken's House - ein Platz für Hühner, Enten und Kinder - mit vielen Ebenen, Leitern und höher gelegenen Rückzugsmöglichkeiten - von Tropical Space in Vietnam

18.08.2018 23:53:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer auf dem Land Hühner halten will, der steht zwangsläufig vor der Frage: Wie kann man den Hühnern einerseits möglichst viel Bewegung ermöglichen, andererseits aber sicherstellen, daß sie nicht davon fliegen und daß sie auch hinreichend geschützt sind.

In Vietnam wollte ein älteres Ehepaar aufs Land ziehen. Dort Hühner halten. Und es ihren Enkeln ermöglichen, häufig zu Besuch zu kommen. Das Ergebnis:

Ein 2 * 10 Meter großer Kasten mit einer Höhe von 2 Metern aus hellen Metallstreben, der mit einem Drahtgitter belegt ist, so daß die Hühner drin bleiben.

Innen gibt es diverse Wasserstellen und diverse Stufen. Die es Tieren und Kindern ermöglichen, herumzuklettern. Plus Pflanzen, die teils im Boden gepflanzt sind, teils in größeren Kübeln sind.
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Tropical Space creates playground for chickens and children in Vietnam

https://www.dezeen.com/2018/08/17/tropical-space-chickens-coop-vietnam-architecture/

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> that features a network of boxes, platforms and stairs

Ein Netzwerk von Boxen, Plattformen und Stufen.

An diversen Stellen gibt es kleine Mini-Stufen aus Metall. Die es den Küken ermöglichen, nach oben zu klettern.

> "The design team does not want to imprison the chickens in small cages. The chickens also need free space, air, a place to drink water, lay and hatch eggs,"

Die Hühner sollten nicht in kleinen Käfigen gehalten werden. Stattdessen sollte auch ihnen möglichst viel Freiraum zur Verfügung stehen. Plätze, wo sie trinken können, sich hinlegen und Eier legen können.

Die Seite von Tropical Space:

Chicken’s House

http://khonggiannhietdoi.com/chicken-house/

Demnach liegt das in My Hanh Nam, in der Long An Province. Diese liegt im Südwesten von Vietnam, grenzt im Nordwesten an Kambodscha und liegt direkt westlich von Ho-Chi-Minh.

Ein weiterer Gedanke:

> Basing on the chickens living habit, they often go up high in the dark. To create more activities for the them, the team creates additional vertical axis. The boxes are hung up and connected by lightweight stairs, the space below those boxes combined with the canopy to avoid sunlight.

Hühner suchen im Dunkeln gerne höhere Plätze auf. Deshalb diese "höheren Boxen", die über verschiedene Wege nach oben zugänglich sind. Gleichzeitig sorgen die höheren Elemente dafür, daß es drunter Wechsel zwischen sonnigen und schattigen Plätzen gibt.

Die Einsicht der Tropical Space - Mitarbeiter:

> When we finished the chicken house, we realized that sometimes humans also need to relax in order to have the freedom as chickens. The simple things make life more beautiful and lovely.

Die Erwachsenen, die sich selbst stressen. Da kann das Beobachten von Hühnern ein Ausgleich sein.

Der Boden wirkt aktuell noch etwas kahl. Und auf einem Bild ist ein Küken außerhalb zu sehen. Das sind Hühner und Enten, die gemeinsam dort gehalten werden.

WRECK von Bentu Design - Wasted Ceramics Get a Second Chance - Weggeworfene und verschwendete Keramik bekommt ein zweites Leben - in Chaozhou - China

17.08.2018 23:54:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Alltagsgegenstände wie Teller oder Schüsseln aus Keramik: Üblicherweise haben solche Gegenstände ein eher langes Leben. Und fehlt irgendwo einmal eine Ecke oder gibt es einen Riß am Rand: Dann wirft man das Stück noch lange nicht weg.

Aber: Weltweit wird das wohl teilweise anders gehandhabt. In Chaozhou, China gibt es eine keramische Industrie mit einer langen Tradition. In den letzten Jahrzehnten wurde dort für den Weltmarkt produziert. Inzwischen werden dort auch keramische Abfälle von anderswo wiederverwertet.

> Factories have been transformed into recycling centers for ceramic waste.

Aus Firmen für die Herstellung von Keramik wurden Firmen, die Keramikmüll recyceln. Allerdings kann derzeit nur ein kleiner Teil der Keramik wiederverwendet werden. Damit türmen sich die Berge.
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WRECK by Bentu Design: Wasted Ceramics Get a Second Chance

https://design-milk.com/wreck-by-bentu-design-wasted-ceramics-get-a-second-chance/

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> Bentu wanted to draw more attention to this issue through an exhibition presented during Shenzhen Design Week called: “WRECK–Regeneration Experiment of Wasted Daily-use Ceramics from Chaozhou, China”

Teils werden neue Gegenstände daraus gemacht. Bänke, Tische und kleine Hocker. Wobei das Rohmaterial nicht vollständig, sondern nur teilweise zerkleinert wird. So daß die ehemaligen Keramikteile in den kompakten Blöcken sichtbar bleiben.

Ein Video:

Wreck: Experiment of Wasted Daily-use Ceramics from Chaozhou, China

https://vimeo.com/283419977

Da sieht man einerseits "Berge zerbrochener Keramik". Andererseits auch die Neuerstellung, wo eine Masse, bestehend aus Bruchstücken und neuem flüssigen Material gerührt wird.

Die Seite des Studios:

失体 — 中国潮州日用废瓷概念展
WRECK—Concept Exhibition of Wasted Daily-use Ceramics from Chaozhou, China

http://www.bentudesign.com/views.asp?b_classid=101&yid=338

Demnach ist Chaozhou schon seit mehreren tausend Jahren ein Keramikzentrum.

> In the 20th century, economic globalization swept over the world, neat and orderly-planed old towns rapidly disappeared, as well as the traditional rural culture that rooted in consanguinity and regionalism.

Im 20. Jahrhundert schwappte die Globalisierung über Chaozhou.

> In the 21st century, Chaozhou supplies 70% of the total ceramic commodities for the world, becoming the world's largest daily-use ceramics production base. However, behind the huge output and commercial value of the industry are dumping price, excess capacity, dust pollution, irresponsibly disposal...... Desire is out of control.

Im 21. Jahrhundert kamen 70 % der Keramikgüter aus Chaozhou. Aber dahinter stecken Dumpingpreise, Überkapazitäten, Umweltverschmutzung.

Ein Unternehmen wird mit 1000 Tonnen unbrauchbarer Keramik pro Jahr beliefert. Das sind nicht nur Reste der Keramikfabriken vor Ort, sondern auch von anderswo.

Breath Marks - Transforming a waste Incinerator into a public Art Project - eine unbrauchbare Müllverbrennungsanlage wird zum lokalen Treffpunkt - in Doksan-dong, Geumcheon-gu in Seoul - von Urban Society

16.08.2018 23:48:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine alte, kleine gemauerte Müllverbrennungsanlage. Die aus bräunlichen Backsteinen besteht, natürlich verrußt und dreckig ist und die in Doksan-dong im Stadtteil Geumcheon-gu in Seoul zu finden ist. In den 1980ern erbaut, ab den 1990ern als Warenlager verwendet. Was macht man damit?

Das Architekturstudio Urban Society hat daraus ein kleines Schmuckstück gemacht. Es wurden 3000 Kacheln erstellt, in einer Größe von 15 x 15 Zentimetern. Da durfte wohl, wenn ich das richtig verstanden habe, diverse Schüler der nahegelegenen Grundschule und andere Bewohner aus der Umgebung, mal kräftig pusten. So daß die blaue Farbe individuell auf der einzelnen Kachel verteilt wurde, damit 3000 Kacheln entstanden, die alle unterschiedlich aussehen.

Damit wurde die ehemalige Müllverbrennungsanlage außen komplett und innen teilweise gekachelt.

So daß es nun einen kleinen Treffpunkt für die dortige Bevölkerung gibt.
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urban society transforms a waste incinerator with tiles bearing the breath of local residents

https://www.designboom.com/architecture/urban-society-waste-incinerator-public-art-tiles-breath-seoul-08-16-2018/

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Das Ziel:

> the goal of the proposal is to provide a safe and clean environment for students, parents, and local residents, creating a cultural space which the school and the community can both share.

Eine sichere und saubere Umgebung für Studenten, Eltern und lokale Bewohner, ein kultureller Ort, den sich die Schule und die Bevölkerung teilen können.

Ganz unten findet man in dem obigen Beitrag ein Bild, wie die Müllverbrennungsanlage davor ausgesehen hat. Ein unwirtlicher Ort, an dem sich wohl niemand freiwillig aufhalten wollte.

Die Bilder gibt es nochmals in einem etwas größeren Format auf der Seite des Studios:

Breath marks

http://urbansociety.co.kr/item-detail.html?id=47#1

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Allerdings fehlt dort eine englische Variante. Wenn man sich die Texte mit Google-Translate übersetzt: Der Zugang zu der ehemaligen Müllverbrennungsanlage erfolgt vom Schulhof her. Der Raum ist also von außen her nicht direkt erreichbar. Man muß erst durch ein abschließbares Tor durch, um den Raum betreten zu können.

Zwei Wände schließen am öffentlichen Straßenraum an. Die zusätzliche Mauer, die einen überdachten Platz bis zum öffentlichen Raum schaffte, wurde abgerissen. Damit wurde der öffentlich zugängliche Raum an dieser Stelle etwas erweitert. Damit steht dort auch für das Überqueren der Straße mehr Platz zur Verfügung.

Ferner wurde eine Umfrage gemacht. Was wünschen sich Anwohner für die Gegend? Da wurden etwa 300 Personen befragt. 12 % wollten einen Raum zum Entspannen. 81 % waren an einem sauberen und sicheren Platz interessiert. 7 % wollten einen Raum, um sich über lokale Dinge austauschen zu können.

Die Wirkung auf die Umgebung dürfte ziemlich massiv sein: Davor eine unansehnliche Ecke. Nun ein hell erleuchtetes Schmuckstück, das man gerne aufsucht. Hinzu haben sich all jene Personen, deren Atem genutzt wurde, um die Kacheln zu erstellen, da selbst verewigt.

BikeSphere - rotierende rote Abstandsstreifen um einen Fahrradfahrer in der Dunkelheit - von Trendy Drivers - Michelin Spanien

15.08.2018 23:29:23, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei manchen Ideen fragt man sich, warum sich diese nicht schon seit Jahren massiv ausbreiten. So hat Michelin im Juni 2017 eine Lösung im Rahmen von "Trendy Drivers" vorgestellt, die Fahrradfahrer in der Dunkelheit mit einem roten, rotierenden Ring aus einer Laserquelle umgibt. So daß Autofahrer sehen, wieviel Platz das Fahrrad auf jeden Fall benötigt.

Das ist zunächst die einfache Nutzung. Zusätzlich ist das Gerät aber mit Sensoren ausgestattet, die darauf reagieren, daß ein Auto von hinten her kommt. Dann werden die rotierenden Streifen zu Doppelstreifen und die Rotationsgeschwindigkeit steigt. Man könnte auch sagen: Dem Autofahrer wird unmißverständlich klargemacht, wieviel Platz der Fahrradfahrer benötigt.
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Trendy Drivers vuelve con BikeSphere

https://www.youtube.com/watch?v=Esc1oU8NKwU

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Das wurde auf Trendy Drivers

BikeSphere

https://trendydrivers.michelin.es/ideas/bikesphere

vorgestellt. Leider gibt es den Text dort nur auf spanisch.

Licht- und Entfernungssensoren beobachten die Umgebung. Durch die Rotation ist der Radfahrer bereits direkt besser sichtbar.

Bei normalem Tageslicht bleibt das ausgeschaltet. Das aktiviert sich erst in der Dunkelheit. Ferner ist das auch für den Fahrradfahrer ein Hinweis, daß sich ein Auto von hinten nähert.

Technisch ist das ein kugelförmiges Gerät, das am Lenker bzw. drunter angebracht wird. Tagsüber kann das als normale, weiße Lampe leuchten.

Designboom hatte im Juni 2017 darüber berichtet:

michelin’s ‘bikesphere’ protects cyclists from cars inside a ring of red light

https://www.designboom.com/technology/michelin-trendy-drivers-bikesphere-06-09-2017/

Demnach hat Michelin eine Unfallstatistik: Jeder fünfte Autofahrer unterschreitet die vom Fahrradfahrer benötigte Sicherheitsdistanz. Es gäbe über 5000 Unfälle pro Jahr, die vermeidbar wären.

Da findet sich etwas zu "Trendy Drivers":

> the bikesphere is the first product to come out of michelin’s ‘trendy drivers’ movement, which seeks to change the habits of drivers and reduce accidents on the road. the movement crowdsources ideas, giving them the money needed to get off the ground in order to start reducing road traffic incidents.

BikeSphere ist das erste Produkt, das im Rahmen von "Trendy Drivers" entstanden ist. Da soll für solche Ideen, die das Risiko von Unfällen verringern, Geld bereitgestellt werden.

photokinetic E. coli - Mit Escherichia coli - Bakterien die Mona Lisa malen - italienische Forscher steuern die Geschwindigkeit und Dichte von Bakterien über Licht und gestalten damit Bilder

14.08.2018 23:30:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann man Millionen von Bakterien so steuern, daß sie sich "wie gewünscht" verhalten? Forschern der Sapienza University of Rome ist es gelungen, Bakterien so genetisch zu manipulieren, daß sich ihre Geschwindigkeit mit Licht steuern läßt.

Dann:

> ‘swimming bacteria, much like cars in city traffic, are known to accumulate in areas where their speed decreases,’ the scientists describe.‘by controlling swimming speed with proteorhodopsin, researchers can manipulate the local density of bacteria simply by projecting different patterns of light.’

So, wie sich Autos in der City stauen können, läßt sich auch die Konzentration von Bakterien an bestimmten Stellen erhöhen, indem die Geschwindigkeit abgesenkt wird. Das gelingt über bestimmte Lichtmuster.
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italian scientists use bacteria to 'paint' the mona lisa

https://www.designboom.com/technology/mona-lisa-bacteria-italian-scientists-08-14-2018/

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Den Artikel zu der Forschungsarbeit gibt es hier:

Dynamic density shaping of photokinetic E. coli

https://elifesciences.org/articles/36608

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Aus dem Abstract:

> Here we demonstrate that millions of bacteria, genetically modified to swim smoothly with a light controllable speed, can be arranged into complex and reconfigurable density patterns using a digital light projector. We show that a homogeneous sea of freely swimming bacteria can be made to morph between complex shapes. We model non-local effects arising from memory in light response and show how these can be mitigated by a feedback control strategy resulting in the detailed reproduction of grayscale density images.

Millionen von Bakterien können in komplexen und veränderbaren Dichtemustern angeordnet werden. Über einen digitalen Licht-Projektor. Ausgangspunkt ist eine homogene schwimmende Menge von Bakterien, die zunächst gleichmäßig verteilt sein dürften.

Die Escherichia coli - Bakterien haben eine Art Propeller-Antrieb. Diese werden in der Zelle angetrieben, benötigen dafür aber Energie. Proteorhodopsin, ein Protein, wirkt wie eine Solarzelle.

> In cells powered by proteorhodopsin, the intensity of light from their environment determines their swimming speed: brighter light means faster movement, and less light, slower movement.

Helleres Licht sorgt für eine höhere Geschwindigkeit, weniger Licht führt zu einer Reduktion der Geschwindigkeit. Allerdings:

> The results showed that the bacteria responded slowly to these stimuli, which was the main factor limiting the resolution of the final pattern they formed.

Zuerst war das limitiert, weil die Bakterien relativ langsam auf die Lichtänderungen reagierten. Aber dann:

> A simple feedback mechanism, which compared the pattern formed by the cells to the desired image and updated the projected light accordingly, was enough to solve this problem.

Dann wurde ein Rückkoppelungsmechanismus eingebaut, der das aktuelle "Bakterienbild" mit dem gewünschten Bild abglich und das projizierte Licht anpaßte. Das genügte, um ein hinreichend genaues Bild zu produzieren.

Was kann man damit machen?

> This work allows us to control the movement of large populations of bacteria more precisely than ever before. This could be extremely valuable for building the next generation of microscopic devices. For example, bacteria could be made to surround a larger object such as a machine part or a drug carrier, and then used as living propellers to transport it where it is needed.

Damit lassen sich die Bewegungen großer Bakterienpopulationen weitaus besser als bisher beeinflussen. Damit könnten "mikroskopische Transporter" produziert werden.

Auf YouTube gibt es ein kleines Video, das heute hochgeladen wurde:

Dynamic density shaping of photokinetic E. coli

https://www.youtube.com/watch?v=8jWS4ji0KaY

Bei dem YouTube-Video ist auch auf den obigen Beitrag verlinkt.

Curved Benches with Thin Strips of Steam-Bent Hardwood, Kurvenreiche Bänke aus dünnen Streifen von dampfgebogenem Hartholz - Matthias Pliessnig aus Brooklyn nutzt eine eigene Technik

13.08.2018 23:48:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei solchen Produkten staunt man doch: Eine Bank aus feinen Holzstreifen. Aber nicht nach dem Muster "Brett zum Draufsitzen und Füße dran". Sondern aus diversen feinen, nicht enden wollenden Holzstreifen in Quer- und Längsrichtung. Und auch das nicht nach dem Muster "waagerechte Sitzfläche, irgendwie Füße". Sondern in Form einer geschwungenen, bogenförmigen Struktur, bei der es keine Ecken und Winkel gibt.

Der in Brooklyn beheimatete Holzkünstler Matthias Pliessnig nutzt dafür eine eigene Technik.
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Sinuously Curved Benches Made with Thin Strips of Steam-Bent Hardwood

https://www.thisiscolossal.com/2018/08/benches-made-by-steam-bent-hardwood-by-matthias-pliessnig/

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Das Prinzip scheint nur auf thisiscolossal kurz beschrieben zu sein.

Er war 2006 an der University of Wisconsin-Madison und studierte dort Bootbautechniken aus Holz. Da entdeckte er, daß er die Techniken des Bootbaus dafür verwenden kann, daß er das Ergebnis gewissermaßen umdreht. Und so eine stabile Sitzbank bekommt. Er designte Objekte unter Verwendung von Rhinoceros 3-D software.

Dann:

> Pliessnig places a strips of wood into a tube filled with hot steam. After ten minutes the wood is malleable enough to bend into his desired shape, but only for about 30 seconds. In eight hours, the wood is fully hardened, and back to its original strength

Ein Holzstreifen in ein Rohr, gefüllt mit heißem Dampf. Nach zehn Minuten ist das Holz formbar genug, um es in die gewünschte Form zu biegen. Aber das gilt nur für etwa 30 Sekunden. Nach 8 Stunden härtet das Holz wieder so aus, daß es die ursprüngliche Festigkeit hat.

Auf der Website

http://www.matthias-studio.com/

gibt es zwar unter dem Punkt "Seating" unten die drei Punkte Small / Medium / Large

http://www.matthias-studio.com/large/

mit diversen Bänken, die an verschiedenen Orten stehen. Teils wirken die Bänke wie eigene Kunstwerke, bei denen man gar nicht auf die Idee kommen würde, diese anzufassen. Aber es sind auch Bilder dabei, wo die Bank-Skulpturen einfach als Bänke genutzt werden - zum Sitzen und Sich-Unterhalten.

Allerdings findet sich dort nirgendwo ein Hinweis zur Herstellungstechnik.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/matthiaspliessnig/

gibt es drei Bilder, die diese "Dampfröhre" zu zeigen scheinen:

https://www.instagram.com/p/BBTRlJELQj5/

https://www.instagram.com/p/BBSoYl5LQn9/

https://www.instagram.com/p/BBSWk2-rQmr/

Ansonsten noch diverse Photos von einzelnen Objekten sowie aus der Werkstatt.

Auf YouTube gibt es zwei relativ kurze Videos:

Matthias Pliessnig

https://www.youtube.com/watch?v=1iQN2VtWEz0

Da sieht man einmal die sehr lange Röhre, in der diverse Holzstreifen grade im Dampf "eingeweicht" werden. Die werden im biegsamen Zustand herausgenommen und müssen dann sehr schnell entsprechend in Form gebracht und mit Zwingen fixiert werden.

Ein zweites Video

PVD, the process

https://www.youtube.com/watch?v=VNG3RIojDxA

zeigt als Timelapse den teilweisen Aufbau einer Bank.

Rail-Car 01 Callatis - Umgebauter Ford Minivan als Transporter auf Schienen - die Wassertalbahn in den rumänischen Karpaten - neben Dieselloks zum Holztransport und Dampflokomotiven für Touristen

12.08.2018 23:47:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die rumänischen Karpaten sind ein riesengroßes Waldgebiet. Dort wurde 1932 die Wassertalbahn in Betrieb genommen. Das ist eine schmalspurige Waldbahn, die von Vișeu de Sus in die Karpaten führt. Genutzt wurde sie vorrangig dafür, Holz zu transportieren.

Inzwischen werden teils Dieselloks eingesetzt, teils noch die alten Dampflokomotiven. Letztere allerdings vorrangig für touristische Zwecke.

Aber zusätzlich - gibt es umgebaute alte Ford Minivan, die nun als Transportmittel verwendet werden.
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Minivan Railway

https://theawesomer.com/minivan-railway/486426/

Das Video direkt:

minivan on rails, Vaser Valley Railway, Romania

https://www.youtube.com/watch?v=0zeBIxI7n1I

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Aus dem Videotext:

> Die private Draisine 01 CALLATIS wurde aus einem Ford Transporter umgebaut, gebraucht erworben von einer deutschen Feuerwehr. Der Fahrer bedient Zündung, Gänge und Gaspedal wie in einem normalen Auto. Das Lenkrad wirkt auf die Bremse.

Das ist also ein "etwas modifiziertes Auto", das statt der normalen Räder Räder hat, wie sie auch für Lokomotiven verwendet werden. Über eingebaute Weichen gibt es Abstellplätze, von dort her kann die Wassertalbahn befahren werden.

Was macht man, wenn man zurückfahren möchte?

> Das Fahrzeug hat einen Rueckwaertsgang, der aber nur fuer kurze Strecken genutzt wird. Fuer laengere Strecken kann man die Draisine auf der Stelle wenden, mit einer Platte die im Schwerpunkt des Fahrzeugs auf die Schienen abgesenkt wird.

Das Wenden des Fahrzeugs sieht man ab etwa 02:30: Da werden erst zwei kräftige Holzbohlen auf die Schienen gelegt. Dann wird eine Stahlplatte heruntergedreht, bis sie auf den Holzbohlen aufliegt. Über ein Gewinde wird das Fahrzeug hochgedreht, so daß es nicht mehr auf den Schienen steht.

Dann wird es um 180° gedreht, bis es wieder über den Schienen steht. Und langsam wieder abgesenkt.

Ein zweites, noch etwas älteres Video:

Mit dem Ford Transit auf der Wassertalbahn HD

https://www.youtube.com/watch?v=6BxdMJaCGvw

Da wird ein zweites umgebautes Auto, ein Ford Transit, verwendet, um Waldarbeiter zu den entlegenen Einsatzorten zu bringen. In dem Video tauchen noch weitere Rail-Cars auf. Und manchmal müssen die Rail-Cars auf Nebengleise ausweichen, um die Dampflok durchzulassen.

Ein längeres Video (16:29) von 2016

Die Wassertalbahn - Rumäniens letzte betriebsfähige Waldeisenbahn

https://www.youtube.com/watch?v=D9cGlrUGwX0

zeigt nach 38 Sekunden eine Karte.

> Gab es 1989 in Rumänien noch über 15 Waldbahnen mit einer Gesamtlänge von fast 1000 km, so ist heute die etwa 50 km lange Wassertalbahn die einzige Bahn, die neben Fahrten für Touristen noch ihren ursprünglichen Zweck, den Holztransport erfüllt.

Immerhin lassen sich über diese Rail-Car - Lösungen die verlegten Gleise weiterhin nutzen. Denn Straßen gibt es dort nur eher wenige bzw. unbefestigt.

Allerdings werden laut Wikipedia

Die Wassertalbahn

https://de.wikipedia.org/wiki/Wassertalbahn

die Dampfloks im wesentlichen nur noch für touristische Zwecke eingesetzt. Für den Holztransport gibt es dagegen Dieselloks.

Das Video

Wassertalbahn , Produktionszüge, Regeldienst, kleine Krauss Teil 4

https://www.youtube.com/watch?v=gGWjN57zCyE

zeigt mehrere dieser Transporte. Das sind (wenn ich mich nicht verzählt habe) 17 Wagen mit Baumstämmen gewesen. Die Geschwindigkeit ist eher gemächlich, von 10 km/h ist die Rede. So daß für die 30 Kilometer von Faina bis zum Sägewerk bei Vișeu de Sus etwa 3 Stunden benötigt werden.

Gegen diese langen Holztransporte sind die Rail-Cars Winzlinge.

FrogLog: Animal Escape Ramp for Swimming Pools - einfaches Rettungssystem für den Weg aus dem Wasser - damit kleine Tiere nicht im Wasser ertrinken und dieses verunreinigen

11.08.2018 23:52:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Deutschland bzw. erst recht hier in Berlin: Da gibt es natürlich - in der Mieterhauptstadt - nicht allzu viele Häuser mit eigenem Swimmingpool im Garten.

Aber in den USA, wo viel Platz ist und wo in manchen Staaten die Temperaturen doch deutlich höher sind: Da gibt es diverse Häuser, die im Garten einen eigenen Swimmingpool haben.

Und damit ein Problem, das - grade bei höheren Temperaturen - immer wieder auftreten könnte: Kleine Tiere aus der Umgebung nutzen den Pool. Zum Trinken, zum Abkühlen. Und kommen dann nicht mehr aus dem Wasser heraus.

Ergebnis: Irgendwann ertrinken sie oder sterben aufgrund von Futtermangel. Verwesen und verunreinigen damit das Wasser.

In den USA gibt es deshalb - bereits seit 2004 - FrogLog. Ein einfaches "Rettungssystem" für Tiere, die auf der Suche nach Wasser im Swimmingpool gelandet sind und nicht mehr herauskommen.
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Save local wildlife with a stylish FrogLog in your pool

https://inhabitat.com/save-local-wildlife-with-a-stylish-froglog-in-your-pool/

Die Website: FrogLog

https://froglog.us/

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> The FrogLog Project started in 2004 to help my good friends who were always finding dead frogs in their pool.

Gründer ist der Biologe Rich Mason.

Das Wirkungsprinzip:

How it works:

https://froglog.us/pages/how-it-works

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> When frogs, chipmunks, salamanders, or other animals enter a pool, they automatically swim toward the pool wall attempting to escape.

Wenn Tiere wie Frösche, Streifenhörnchen, Salamander und andere kleine Tiere im Pool landen, dann schwimmen sie zum Poolrand in der Hoffnung, daß sie dort wieder herauskommen.

> This is their instinct. Unfortunately, most animals will never be able to escape the pool as there is no way for the animal to exit the water easily over the pool coping to safety.

Allerdings schaffen das die meisten Tiere nicht. Weil der Abstand einfach zu groß ist.

> When the animal gets so tired, it typically either drowns, or gets sucked into the skimmer basket. For frogs, toads and salamanders, their permeable skin allows chlorine to enter their bloodstream. This will eventually kill the animal if it stays in the chlorinated water to long.

Wenn sie schwächer werden, ertrinken sie entweder direkt. Oder sie verheddern sich in einem Sieb. Für Tiere wie Frösche, Kröten und Salamander ist das Chlorwasser gefährlich, weil Chlor über die Haut direkt in den Blutkreislauf kommen kann. Das kann bei hinreichend langer Zeit im Wasser direkt tödlich sein.

Die Lösung: Ein Teil, das auf dem Wasser schwimmt und das einen gitterartigen Rand hat, der unterhalb der Wasseroberfläche ist. Da kommen Tiere aber leicht drauf und haben damit wieder "Boden unter den Füßen". Von dort kommen sie auf das blaue Teil und sind damit außerhalb des Wassers. Das blaue Teil hat eine Art "Stoffgitter", das als Weg über den Poolrand dient. Draußen hängt ein Beutel dran, der wahrscheinlich mit Sand aufgefüllt wird und der so für einen festen Ort sorgt.

Die "floating Platform" wird einfach aufgeblasen. In den Beutel kann Sand oder Kies rein. Manche Kunden, die in windigen Gegenden wohnen, nutzen auch Tauchgewichte, um den Beutel windfest zu machen. Dann werden ein oder mehrere dieser FrogLogs am Poolrand verteilt.

Interessant ist der Hinweis: Welche Tiere nutzen das?

https://froglog.us/pages/what-animals

Frösche, Kröten, Eidechsen, Salamander, Mäuse und Eichhörnchen kommen unmittelbar damit klar. Kunden haben Photos geschickt mit Entenküken, Schlangen, Streifenhörnchen, Baby-Kaninchen, Fledermäusen und Vögeln. Einzelne Photos gab es mit Igeln und anderen Tieren. Ebenfalls bemerkenswert:

> Swimming pool owners have sent us emails stating that far fewer beetles, bees, and spiders are found in their skimmers after placing FrogLogs in their pool.

Nach dem Einsatz von FrogLog gab es weniger Käfer, Bienen und Spinnen in den Filtern. Auch für diese Tiere scheint so eine Konstruktion hilfreich zu sein.

Auch zu einem Gürteltier und einem Opossum gab es Berichte.

22,99 Dollar kostet ein Exemplar, bei größeren Pools sollte man mehrere FrogLogs nutzen. Das dürfte sich für Poolbesitzer schnell rechnen, wenn die Tiere rauskommen. Und nicht im Wasser verenden und das Wasser damit massiv verschmutzen.

Ein Video von 2012:

FrogLog: Animal Escape Ramp for Swimming Pools

https://www.youtube.com/watch?v=daMjqc8OdJQ

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Der eine Frosch schafft sogar den Sprung direkt von der floating Platform nach draußen. Der andere kommt über das Verbindungsstück hoch. Und auch Eidechsen und eine Maus kommen so wieder nach draußen.

Wechsel bei den fünf meistbesuchten Websites - YouTube dürfte Facebook überholen, Amazon Yahoo - Facebook-Traffic innerhalb von zwei Jahren fast halbiert

10.08.2018 23:54:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei solchen Daten zuckt man schon fast zusammen. Ganz unabhängig davon, ob man selbst eine der Plattformen nutzt oder nicht.

In den letzten Jahren war die Rangfolge der fünf meist besuchten Websites konstant:

Google - Facebook - YouTube - Yahoo - Amazon.

Nun deuten sich zwei Wechsel an: Die zu der neuen Reihenfolge

Google - YouTube (eine Google-Tochter) - Facebook - Amazon - Yahoo

führen könnte.
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Paradigm Shift: Impending Shakeup in Top Five Websites

https://market-intelligence.io/analysis/shakeup-in-top-five-websites/

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Das Ganze könnte in den nächsten zwei bis drei Monaten passieren.

Wenn man allerdings die Daten genauer betrachtet, dann ist Facebook der riesengroße Verlierer.

In den beiden letzten Jahren sank demnach der Google-Traffic von etwa 18 Milliarden Visits pro Monat auf 15 Milliarden. Da sei teils der Wechsel zu Apps oder zur Voice Search wesentlicher Grund.

Bei Facebook ist das dramatischer: Von 8,5 Milliarden Visits pro Monat auf etwa 4,7 Milliarden. Also fast eine Halbierung. Allerdings wuchs das gesamte Ökosystem Facebook:

> Yes, visits to the “flagship” website in the U.S. are down, but their entire network continues to grow. Their app usage is large and increasing, and they increasingly find growth from other parts of their portfolio, such as Instagram and Messenger. Users of the Instagram Android app, for example, now average 56 minutes a day on the app, up from 27 minutes a year ago.

YouTube ist im Zwei-Jahresvergleich eher stabil bzw. - mit Blick auf die Grafik - leicht gesunken. Stieg aber in den letzten Monaten tendenziell an und kommt aktuell auf 4,5 Milliarden Visits, also knapp unter die 4,7 Milliarden von Facebook.

YouTube ist die zentrale Anlaufstelle für Entertainment für die jüngere Generation. Sowie die wichtigste Anlaufstelle für Videocontent - im Gegensatz zu schriftlichem Content.

Vier Unternehmen sind erfolgreiche Brands - und dann gibt es noch Yahoo. Zwar weiterhin mit hohem Traffic, aber auch ein Rückgang von 2,9 Milliarden auf 1,9 Milliarden innerhalb von zwei Jahren. Ein Satz, der das Dilemma beschreibt:

> Yahoo’s decline reflects in part the winner-take-all nature of many digital markets – weaker technology and frequent pivots left Yahoo with good-but-not-dominant positions in the fundamental areas of the Internet economy such as search, advertising, content, and social.

Der Gewinner bekommt alles. Yahoo hatte immer wieder die schwächere Technologie, diverse Wechsel. Eine gute, aber nicht dominante Position in den verschiedenen Bereichen. Wobei mich persönlich wundert, daß sich Yahoo immer noch so hält.

Amazon nimmt eine Sonderposition ein. Die anderen Plattformen machen mindestens 90 Prozent ihrer Umsätze per Werbung. Amazon hat zu 3/4 Einnahmen aus Transaktionen. Bei Transaktionen sind grundsätzlich eher weniger Seitenaufrufe notwendig, um finanziell erfolgreich zu sein. Zweimal wurde Yahoo bereits eingeholt: In der Feriensaison 2017 und im Juli 2018. Setzen sich diese Entwicklungen fort, würde Amazon Yahoo bald beim monatlichen Traffic überholen.

Man sollte dabei allerdings nicht vergessen, daß dies nur die "Top Five US Websites" sind. In Asien sind in den letzten 5 - 10 Jahren diverse Dienste entstanden, die größtenteils mobil genutzt werden. Und die damit aus solchen Zählungen grundsätzlich herausfallen dürften.

The Floating Island - ein schwimmender Pavillon auf einem Kanal in Brügge - zur Triennale Brugge 2018 - von OBBA und Dertien12

09.08.2018 23:09:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Brügge hat viele Kanäle und wird manchmal auch als das "Venedig des Nordens" bezeichnet. Die historische Struktur stammt größtenteils noch aus dem Mittelalter. Der mittelalterliche Stadtkern ist seit dem Jahr 2000 Weltkulturerbe.

Aber: Die Kanäle sind ja - noch dazu bei den aktuellen Temperaturen - sehr angenehm. Nur hat nicht jeder ein Boot.

Zur Triennale Brugge 2018 haben deshalb OBBA und Dertien12 einen Pavillon entwickelt, der nun auf einem Kanal fest anliegt. Der aber die Kanalfläche auf eine ganz neue Art und Weise nutzbar macht.
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The Floating Island / OBBA & Dertien12

https://www.archdaily.com/899820/the-floating-island-obba-and-dertien12

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Der Kanal wird von den Architekten als das einzigartige Element bezeichnet, das typisch für Brügge sei.

Eigentlich ist das ganz einfach: Eine schlangenförmige Struktur, ein Metallgestänge, drüber Holzplatten, drunter Potons. Auf diesen schwimmt der Pavillon auf dem Kanal, ist aber durch zwei Wege vom Ufer her zugänglich.

Und dann gibt es ein Band, das auf diversen weißen Pfosten in einer Höhe von vielleicht 2 Metern läuft. Von diesem hängen weiße Schnüre bis nach unten. Oder sind an einer Stelle schräg gespannt, so daß Kinder dort klettern können.

An einer Stelle ist auch das Wasser mit so einem Gitter überspannt, so daß sich eine Art "Hängematte über dem Wasser" ergibt, die von vielen Personen gleichzeitig genutzt werden kann.

Die Wirkung: Das dürfte natürlich ständig wackeln, wenn man sich auf diesem Pavillon bewegt. Oder man setzt sich ruhig hin, womöglich mit den Beinen direkt ins Wasser. Und spürt das Schaukeln. Der eigentliche Rand zum Wasser ist nicht abgegrenzt.

Durch diese weißen, beweglichen Schnüre ergibt sich ein verblüffender Effekt: Das ist offen und geschlossen - gleichzeitig. Man kann sich ans Wasser setzen. Dann grenzt der Vorhang einen nach hinten hin ab. Oder man beobachtet, wie der Wind mit dem Vorhang spielt. Oder man liest ein Buch.

Auf der Triennale-Seite:

THE INSTALLATION - THE FLOATING ISLAND

https://triennalebrugge.be/en/installation/obba-the-floating-island

Eigentlich ist die Idee als Einmal-Pavillon viel zu schade. Stellt man sich das allerdings in einer Stadt wie Berlin als Dauereinrichtung vor, dann bestünde hier schnell das Risiko, daß zu viele Leute gleichzeitig drauf wollen. Oder daß der Besucheransturm so heftig wird, daß diese "luftig-leichte Struktur" Schaden nimmt. Insofern müßte ein regelmäßiger Wartungsaufwand eingeplant werden.

Laut

BRUGGE TRIENNALE 2018 - THE FLOATING ISLAND

http://www.o-bba.com/projects/38

ist der Pavillon noch bis zum 16.09.2018 zugänglich.