Hohe Belastung durch Mieten - für 40 Prozent der Haushalte in Grossstädten Miete zu hoch - Studie der Hans Böckler Stiftung

14.09.2017 23:17:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in einer deutschen Großstadt wohnt, der weiß das: Die Mieten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Und eigentlich sind sie schon zu hoch. Denn grade die Haushalte, die nur geringe Einkünfte haben, wenden bis zu 40 Prozent ihrer Einnahmen für die Miete auf.

Von denen gibt es in Großstädten bis zu 40 Prozent.
.

Haushalte an der Armutsgrenze: Fast 40 Prozent der Einkünfte gehen für Mieten drauf

http://www.tagesspiegel.de/politik/haushalte-an-der-armutsgrenze-fast-40-prozent-der-einkuenfte-gehen-fuer-mieten-drauf/20320466.html

Bei der Hans-Böckler-Stiftung:

Neue Studie mit Daten für alle 77 Großstädte: Miete: Vier von zehn Haushalten in deutschen Großstädten tragen eine prekär hohe Belastung

https://www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/106575_110740.htm

.
40 Prozent der Haushalte in Großstädten wenden 30 Prozent und mehr für die Bruttokaltmiete auf. Sowohl Sozialwissenschaftler als auch Immobilienexperten betrachten diese 30 Prozent als kritische Grenze. Weil dann zu wenig Geld für das restliche Leben übrig bleibt.

Teils ist das Problem aber noch deutlich schärfer. Aus der PM:

> Gut eine Million Haushalte (mit rund 1,6 Millionen Menschen) in den 77 deutschen Großstädten müssen sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Etwa 1,3 Millionen Großstadt-Haushalte haben nach Abzug der Mietzahlung nur noch ein Resteinkommen, das unterhalb der Hartz-IV-Regelsätze liegt.

Durchgeführt wurde die Studie hier in Berlin an der Humboldt-Universität. Ausgewertet wurden Daten des Mikrozensus.

In Großstädten fehlen besonders kleine Wohnungen. Menschen mit geringerem Einkommen haben kleinere, schlechter ausgestattete Wohnungen und zahlen dafür relativ sehr viel mehr.

> So liegt der Medianwert der Miethöhe bei den Haushalten, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens haben, laut der Studie bei 7,20 Euro pro Quadratmeter. Haushalte, die über mehr als 140 Prozent des Einkommensmittels verfügen, zahlen im Mittel 8,10 Euro. Dementsprechend gravierend sind die Unterschiede bei der Belastungsquote: Während die Haushalte mit höherem Einkommen im Mittel 17,2 Prozent davon für die Bruttokaltmiete aufwenden müssen, sind es bei den Haushalten an der Armutsgrenze 39,7 Prozent.

Von den 77 deutschen Großstädten wachsen 54 Städte, 31 davon überdurchschnittlich. Damit muß in diesen der Wohnungsmarkt als angespannt gelten. Das heißt, daß etwa 80 Prozent der Großstadtbewohner mit teuren Wohnungen zu tun haben. Das sind etwa 20,4 Millionen bzw. ungefähr ein Viertel der Gesamtbevölkerung.

Die Belastung gibt es nicht nur in "armen Städten" wie Berlin oder Bremerhaven. Sondern auch in Groß- und Mittelstädten wie Hamburg, Düsseldorf, Bonn, Mannheim oder Neuss.

Eine Tabelle mit den Quoten der Großstädte:

Datenblatt : Mietbelastungsquoten

https://www.boeckler.de/pdf_fof/99312.pdf

Praktisch dürfte die lokale Politik das Problem über Jahre hinweg verschlafen haben. Zumindest hier in Berlin wurde die Situation noch lange schöngeredet, obwohl das Problem eigentlich schon so ab 2008 / 2009 absehbar war.

*
* (wird nicht angezeigt)
Die Erläuterungen zum Datenschutz habe ich gelesen und stimme diesen zu.