21 Prozent der Gründer sind Migranten - Anteil von Akademikern überdurchschnittlich hoch - KfW-Studie

18.09.2017 18:04:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer gründet in Deutschland? Die Zahl der Gründer ist eher niedrig, viele bevorzugen die - auch oft nur scheinbare - Sicherheit einer Festanstellung.

2016 waren 21 Prozent der Gründer in Deutschland Ausländer oder eingebürgert. Die absolute Zahl lag allerdings nur bei 139.000, das ist der niedrigste Wert seit der Erhebung ab 2009. Etwas, das allerdings für die Zahl aller Gründungen in Deutschland gilt.

Die Zahlen finden sich in einer Studie der KfW.
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21 % der Gründer in Deutschland sind Migranten

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-Details_432960.html

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Der Bevölkerungsanteil liegt bei 20 %, die Gründerquote liegt also leicht oberhalb des Durchschnitts. Allerdings ist der Anteil gründender Akademiker besonders hoch:

> Diese überragt mit 3,1 Gründern/100 Erwerbsfähigen (im Durchschnitt der Jahre 2009–2016) sowohl die Gründerquote bei Migranten insgesamt (1,8 %) als auch die allgemeine Gründerquote bei Akademikern (2,3 %) deutlich.

Sehr grob gesagt: Von 100 Akademikern gründen im Schnitt 2, bei Migranten sind das 3, also 50 % mehr.

Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe:

> „Akademische Gründer sind bei Migranten nicht nur wachstumsorientierter sondern auch bestandsfester. Das ist eine Erfolg versprechende Kombination.“

Migrantengründer gründen eher offensiv: Sie investieren mehr Zeit (32 Stunden zu 29 Stunden im Schnitt), gründen eher im Team (23 % zu 20 %) und sorgen eher für neue Arbeitsplätze (39 % zu 28 %). Den letzten Unterschied finde ich verblüffend hoch. Auch das sind über 30 % mehr im Vergleich zu durchschnittlichen Gründungen.

Allerdings ist auch die Zahl der Gründungen mangels Alternativen eher hoch. Bei 41 Prozent aller Migrantengründungen kommt es innerhalb der ersten drei Jahre zum Abbruch, die allgemeine Quote liegt bei etwa 30 %.

Bei der Finanzierung wird seltener auf Bankdarlehen zurückgegriffen, so daß eher Überziehungskredite oder Kredite von Verwandten zurückgegriffen wird.

Interessant finde ich die deutlich höhere Gründungsquote von akademischen Migranten. Grade deutsche Akademiker scheinen sehr viel häufiger die "Sicherheit" eines großen Konzerns zu bevorzugen. Anstatt neue, eigene Ideen zu entwickeln und sich mit diesen selbständig zu machen.

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