Top 10 Startup-Delusions - zehn Startup-Illusionen - eine Slideshare-Darstellung von Vidar Andersen

25.09.2017 19:18:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer überlegt, zu gründen: Dem schwirren alle möglichen und unmöglichen Sorgen durch den Kopf. Aber was sind eigentlich die großen Illusionen, die sich Gründer gerne machen?

Vidar Andersen hatte auf der Maastricht Week of Entrepreneurship im Mai 2017 einen Vortrag zu den 10 größten Startup-Illusionen gehalten.

Diese gibt es inzwischen als Slideshare-Darstellung.
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Top 10 Startup Delusions

https://www.slideshare.net/blacktar/top-10-startup-deluisons

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Die 10 Punkte kompakt in absteigender Reihenfolge:

10. Ich muß dieses komplexe Ding mit allen Features bauen.
9. Alles geht als Solo-Gründer oder läßt sich outsourcen.
8. Es gibt keine Konkurrenten.
7. Die Technologie ist das größte Risiko.
6. Wir haben gelauncht - und sind damit fertig.
5. In drei Jahren werden wir Gewinn machen.
4. Keine Verkäufe, aber eine gefüllte Pipeline (B2B) oder 500 Zufallsnutzer nach 6 Monaten (B2C).
3. Kein Gespräch mit Kunden notwendig.
2. Alles, was ich brauche, ist ein Investor.
1. Gewinnen heißt, Geld einzuwerben und Awards zu gewinnen.

Stattdessen:

10. Einfachheit zählt, hunderttausend Features lenken nur ab.
9. Es gibt nicht unendlich viele Ressourcen, Auslagern kann auch nach hinten losgehen.
8. Konkurrenten gibt es - mehr als man denkt.
7. Die Kunden seien das größte Risiko. Wobei ich bei Kunden nicht von "Risiko" sprechen würde. Aber zum einen wird es zum Problem, wenn es zu wenige davon gibt. Zum anderen, wenn es sich um "unpassende Kunden" handelt, mit denen man sich in eine längerfristig falsche Richtung bewegt.
6. "Fire & Forget" ist grade im IT-Bereich die Regel. Aber für Startups gänzlich unbrauchbar. Eine "kontinuierliche Weiterentwicklung", bei der man auch niemals fertig wird, ist bzw. sollte der Normalfall sein.
5. Dazu gibt es eine schöne Folgeformulierung: Kein Businessplan habe jemals den ersten Kontakt mit Kunden überlebt.
4. Eine "Pipeline" gefüllt mit Arbeit ist irrelevant. Verkäufe zählen. Und im B2C-Bereich: Wachstum.
3. Umfragen unter Kunden sind keine Gespräche.
2. Da ist eine schöne Karikatur eingebunden: Ein Gründer hat eine "tolle Idee". Er braucht nur eine Seed-Finanzierung und einen Entwickler. Sein Gesprächspartner meint, der wirtschaftliche Ausdruck dafür sei: Der Gründer habe nichts. Kürzlich gab es den treffenden Ausdruck: Finanziers seien keine "Sugar-Daddies", die Geld zum Leben zur Verfügung stellen würden.
1. Funding und Awards = Startup-Theater. Stattdessen: Gewinn machen und wachsen.

Wer gründen will, der muß langfristig hinreichend viele Kunden finden. Da heißt es immer wieder neu: Zu schrauben, die eigenen Prinzipien und Darstellungen zu überprüfen. Auszuprobieren, testen. Wer sich da nur ums Funding, um das Einwerben von Gelder kümmert: Der läuft Gefahr, daß das Geld verplempert, verbrannt wird. Schönes Büro, aber am Ende pleite. Anstatt daß aus diesen Investitionen etwas Nachhaltiges gebaut wird.

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