PostBOT - elektrisch fahrender Roboter unterstützt Postboten und transportiert Briefe - Praxistest der Deutschen Post in Bad Hersfeld

05.10.2017 17:27:54, Jürgen Auer, ein Kommentar
Der PostBOT im Einsatz

Bild: Pressematerial der Deutschen Post

Die Deutsche Post hat einen interessanten Praxistest in der "Smart City" Bad Hersfeld in Hessen gestartet.

Ein Roboter mit Elektroantrieb kann bis zu 150 kg Briefe und Päckchen tragen. Bei einer eigenen Höhe von etwa 1,5 Metern und einem Eigengewicht von 180 kg. Er folgt seinem Zusteller "auf Schritt und Tritt", ist wetterunempfindlich und erleichtert so den Postboten die Arbeit.
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Neuer Zustell-Roboter unterstützt Postboten beim Austragen ihrer Sendungen

http://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2017/neuer_zustell_roboter_unterstuetzt_postboten.html

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Basis ist EffiBOT, ein Roboter der französischen Firma "Effidence S.A.S", der entsprechend ergänzt wurde. Die Beine "seines Zustellers" erkennt er und kann Hindernissen eigenständig ausweichen. Oder er stoppt, wenn sein Zusteller stoppt oder jemand dazwischen tritt.

Hier in Berlin sind inzwischen viele Postboten mit E-Bikes unterwegs. Wobei die Strecken vom Augsgangspostamt bis zum Verteilen oftmals im Bereich von mehreren Straßenbahnstationen liegen. Da wäre so ein PostBOT eher langsam, das E-Bike ist ideal. Wenn sich dagegen Mietshaus an Mietshaus reiht, lohnt das Fahren auf dem E-Bike kaum, weil die Strecken zu kurz sind.

Bad Hersfeld bekommt während der Testphase ebenfalls einen PostBOT zur Verfügung gestellt. Dieser soll die interne Postverteilung zwischen den verschiedenen Standorten erleichtern.

Bürgermeister Thomas Fehling:

> Überschaubare räumliche Dimensionen und eine engagierte Stadtverwaltung mit kurzen Wegen bei Planung und Genehmigung haben da wohl den Ausschlag gegeben. Der Test reiht sich optimal in unsere Smart City-Aktivitäten ein - mit einem sehr konkreten Nutzen, da wir uns erhoffen, dass in der Testphase die Post-Verteilung zwischen unseren Verwaltungsstandorten deutlich einfacher wird

Der Test soll mit sechs Wochen allerdings ziemlich kurz ausfallen. Das würde also nur den Oktober und etwa den halben November umfassen.

Etwa 8 Stunden reicht eine Akkuladung, die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 6 km/h, also ein zügiges Gehen.

Zu dem EffiBOT gibt es hier

EffiBOT

http://www.effidence.com/effibot

einige Videos. So zeigt

17 Nov 2016: Effidence wins the DHL Robotics Challenge

https://www.youtube.com/watch?v=j5V9X-tvnb0

wie der Roboter (nur das Fahrgestell mit einer verkleinerten Auflage) unebenen Boden und schräge Auffahrten bewältigt. Dabei auch vor "schlechten Straßen" mit Laub und wassergefüllten Schlaglöchern nicht zurückschreckt.

Auch die Gewerkschaften begrüßen den Versuch. Postboten werden so von dem hohen Gewicht entlastet, wenn der PostBOT ihnen hinterherfährt. Briefe einwerfen kann er gar nicht. Bei 11.000 - 14.000 Schritten, die ein Postbote pro Tag zurücklegt, ist das eine deutliche Entlastung.

Die Post hat ohnehin einen Mitarbeitermangel. Um das Ersetzen von Mitarbeitern geht es nicht.

06.10.2017 00:23:17, Hertha-Margarethe Kerz
Da bin ich aber gespannt, wie dieser Bot bei 6 km/h unserem "rennenden" Postboten hinterher eilen will:-))) Ich sehe es schon vor mir, rauchend und dampfend, auf dem letzten Rad holpernd, winkt er mit der weißen Fahne, dass Cheffe doch mal bitte auf ihn warten soll:-))
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Das Problem für Postboten sind nicht 14 km Straße, sondern Mietshäuser (Hochläufer), in denen keine Briefkästen unten sind, Briefkästen, die nicht vernünftig beschildert sind, gruselig schlechte Gehwege, und die aktuell schlechte Bezahlung.
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Die Folge beim Einsatz dieses Bots wird sein; durch die "Arbeitserleichterung", werden die Zustellbezirke für die einzelnen Zusteller noch größer - und damit Mitarbeiter eingespart.

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