Cybercrime: Bereits jeder zweite Internetnutzer wurde Opfer - 43 Prozent Opfer von Schadprogrammen, jedem Fünften kamen Zugangsdaten abhanden - BITKOM-Umfrage

12.10.2017 18:44:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Internet ist für die allermeisten Menschen aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und wer Online-Dienstleistungen so wie ich betreibt, der weiß, daß es da diverse Herausforderungen in bezug auf die Sicherheit gibt.

Aber wieviele der Nutzer haben bereits die negative Erfahrung eines tatsächlichen Schadens gemacht? Eine repräsentative BITKOM-Umfrage kommt zu einer 50 % - Quote.
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Cybercrime: Jeder zweite Internetnutzer wurde Opfer

https://www.bitkom.org//Presse/Presseinformation/Cybercrime-Jeder-zweite-Internetnutzer-wurde-Opfer.html

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Insgesamt berichten 49 %, also knapp die Hälfte aller Befragten, von negativen Erfahrungen.

Der Spitzenreiter sind dabei Viren, damit haben 43 % aller Befragten schon Erlebnisse vorzuweisen. 19 Prozent berichten von abhandengekommenen Zugangsdaten zu Online-Diensten. Knapp dahinter (mit 18 Prozent) folgt die illegale Nutzung persönlicher Daten.

Bei den "abhandengekommenen Zugangsdaten" fehlt leider die Info, ob das auf Phishing oder aufgrund anderer Entwendungen geschah. Phishing wurde in anderen Untersuchungen bereits als ein zentrales Problem identifiziert. Umgekehrt können Viren auch Keylogger installieren, mit denen Zugangsdaten entwendet werden können.

16 Prozent berichten von Betrug beim Online-Shopping oder Online-Banking.

8 Prozent haben Erfahrungen mit massiven Beleidigungen gesammelt, 5 Prozent mit sexueller Belästigung.

Bei mehr als der Hälfte der Fälle (54 Prozent) gab es einen finanziellen Schaden. So mußten IT-Experten herangezogen werden (28 Prozent), um etwas zu reparieren. Oder es war neue Hardware notwendig (23 Prozent).

Bei 16 Prozent gab es einen finanziellen Schaden, weil bestellte Artikel nicht geliefert oder privat verschickte Artikel nicht bezahlt wurden. 8 Prozent wandten sich an einen Rechtsanwalt, 4 Prozent stolperten über fremde Transaktionen auf ihrem Konto bzw. ihren Kreditkarten-Zahlungen.

Die Reaktion in etwa 2/3 der Fälle: Keine (65 Prozent). 18 Prozent erstatteten Anzeige, 16 Prozent wandten sich an den Plattformbetreiber. 11 Prozent schalteten Beratungszentralen wie die Verbraucherzentrale ein, 5 Prozent informierten öffentliche Stellen darüber.

Warum wenden sich nicht mehr an die Polizei? Jeder zweite (45 Prozent), der keine Anzeige erstattete, meint, daß die Täter ohnehin nicht gefaßt werden. Jedem Dritten (34 Prozent) war der Aufwand zu hoch. 13 Prozent sprachen davon, daß Cybercrime nicht ernstgenommen werden würde. 12 Prozent meinten, daß der Fall ohnehin nicht verfolgt werden würde. 8 Prozent sagten, daß sich Ermittler damit ohnehin nicht auskennen würden. 5 Prozent wußten nicht, wen sie deshalb ansprechen könnten, 2 Prozent war das Thema unangenehm. 12 Prozent hatten allerdings die Sorge, daß der eigene PC beschlagnahmt werden könnte.

Die Erfahrungen mit einer Anzeige:

> Jeder Zweite (50 Prozent) gibt an, die Beamten hätten sehr kompetent gewirkt, was den Umgang mit Cybercrime angeht. Fast jeder Vierte (23 Prozent) sagt aber, dass die Beamten nicht den Eindruck gemacht hätten, die Vorgänge verstanden zu haben. Und ebenfalls jeder Vierte (25 Prozent) berichtet, die Beamten hätten versucht, ihn vom Erstatten der Anzeige abzuhalten.

Bei Anzeigen laufen die Fälle in 31 Prozent noch, 37 Prozent seien mangels Beweisen eingestellt worden. Nur in 7 Prozent der Anzeigen konnte ein Täter ermittelt werden.

Mails mit Viren dürfte ich so ziemlich täglich bekommen. Da darf man eben die Anhänge nicht öffnen. Selbst Online-Virenscanner erkennen oft nichts. Wer die öffnet, der muß mit dem Risiko leben. Eine Anzeige würde ich in so einem Fall bei Spammails, die weltweit verschickt werden, wohl auch nicht machen. Sondern mich an die eigene Nase fassen.

Anders sieht das bei unklaren Bankbewegungen oder bei verschickter Ware bzw. Vorkassebetrug aus. Da dürfte es zumindest in der Theorie eine gewisse Wahrscheinlichkeit geben, den Schaden zu minimieren. Umgekehrt ist das Kontrollieren der Bankkonten sehr viel einfacher geworden bzw. läßt sich häufiger durchführen, wenn man das online machen kann.

Gefühlt sind eigentlich 50 Prozent dieser deutlich negativen Erfahrungen viel zu hoch. Da 51 Prozent keine negativen Erfahrungen haben, haben diejenigen mit einem Schadenserlebnis eher mehrfach negative Erfahrungen gesammelt. Das legt nahe, daß erfahrene Nutzer das Risiko minimieren können.

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