Das Hardenberg Berlin - ein Ausrufezeichen für das neue Berlin - vom Architekt Christoph Langhof - Politiker: Bewegt Euch!

13.10.2017 16:10:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin gibt es die heilig-unheilige Traufhöhe. Die dafür sorgt, daß alles schön flach bleibt. Dabei ist der Platz in der Stadt knapp. Und der weitere Flächenverbrauch, der Grün- und Brachflächen kostet, ist eigentlich kaum mehr zu verantworten.

In anderen Städten gibt es längst weitaus weitergehende Lösungen: Die "vertikale Stadt": Hochhäuser, die mit viel Grün bestückt sind. Weil es diverse Erker und herausragende Flächen gibt, auf denen kleine Bäume oder Sträucher Platz finden.

Hier in Berlin sind solche Pläne bislang kaum vorhanden. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist das "Hardenberg Berlin" - Projekt des Architekten Christoph Langhof.
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Hardenberg Berlin

http://www.langhof.com/portfolio/hardenberg-berlin/

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Der Hardenbergplatz am Berliner Zoo-Bahnhof wäre der - prominente - Standort. 209 Meter Höhe, 52 Etagen. In der Nähe steht seit kurzem das "Upper West", ebenfalls von Christoph Langhof.

Ein PDF

http://www.langhof.com/wp-content/uploads/2015/10/LANGHOF_HARDENBERG_BERLIN.pdf

schlüsselt die Nutzung genauer auf. Unten soll es ein Hotel geben. Drüber Büros für die wachsende Stadt. Nochmals drüber Wohnungen. Ok, die wären teuer. Schließlich eine Skybar, ganz oben die Technik.

Dazwischen verjüngt sich das Haus. Was zusätzlichen Platz für Bepflanzungen schafft. Letzteres - die begrünte vertikale Stadt - wäre etwas, das Berlin dringend gut tun würde. Und wo Berlin gegenüber anderen Städten bereits deutlich hinterherhinkt.

So gibt es in Mailand die begrünten Hochhäuser Bosco Verticale:

Internationaler Hochhaus Preis 2014 geht an begrünte Wohnhochhäuser Bosco Verticale

https://www.baulinks.de/webplugin/2014/1941.php4

Ebenfalls mit vielen Erkern, die deutlich begrünt sind. Dafür gab es den Internationalen Hochhauspreis 2014.

In Kanada bauen penda + tmber ein 62-Meter-Holzhochhaus, das viel Platz für Grün bietet.

penda + tmber proposal for a timber tower bridges the gap between nature and culture

https://www.designboom.com/architecture/penda-architects-tree-tower-sustainable-timber-building-toronto-08-03-2017/

Ok, das ist als reines Holzhochhaus kleiner. Aber die 209 am Hardenbergplatz wären ein Ausrufezeichen. Vergleichbar dem Fernsehturm und dem Hotel daneben in der City Ost am Alexanderplatz. Von weither sichtbar.

Und Berlin? Berlin existiert da bislang nicht in einer solchen Liste, gehört da aber eigentlich mit dazu. Denn solche deutlich begrünten Hochhäuser gehen zum einen sparsamer mit der Bodenfläche um. Eben weil in die Höhe gebaut wird. Zum anderen schaffen sie durch diese diversen Erker weitere Lebensräume für Pflanzen und Tiere. So daß deutlich zusätzlicher Raum für Grünflächen entsteht. Die eben nicht nur für die unmittelbaren Bewohner und Nutzer der Büros die Lebensqualität verbessern. Sondern die sich mit Sicherheit auch merklich auf das Mikro-Stadtklima auswirken dürften.

Ganz im Gegensatz zu all jenen uniformen Gebäuden, die derzeit an vielen Stellen neu gebaut werden. Eingequetscht in die Traufhöhe wird eben versucht, den Platz maximal auszunutzen. Also entsteht ein kompakter Würfel. Die Verschandelung der Stadt für die nächsten Jahrzehnte.

Die Lösung bestünde eben darin, die Traufhöhe zu kippen. So daß Gebäude deutlich höher werden. Und deshalb Erker und Balkons bieten können, die von vornherein als Grünflächen angelegt sind. So daß die Gebäude deutlich höher, aber eben auch luftiger und filigraner, gegliederter wären.

Ein solches "Hardenberg Berlin" wäre ein Ausrufezeichen für eine neue Stadtentwicklung.

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