The trees, flowers and plants grow in silence ...

14.10.2017 02:40:27, Jürgen Auer, keine Kommentare

Man kann sich ständig mit Input versorgen. Für so manch einen ist es ja heute das Smartphone, nach dem in jeder verfügbaren Pause gegriffen wird. Oder es läuft ständig Musik. Für die einen per Ohrstöpsel. Die anderen setzen sich monumentale Kopfhöhrer auf, mit denen sie sich von der Umwelt abschotten, so daß sie keine Geräusche mehr wahrnehmen.

Dies beim Sich-Bewegen von hier nach dort, beim Warten, bei sportlichen Aktivitäten. Eine ständige Reizüberflutung mit zusätzlichen "hereinkommenden Daten".

Aber kann man so wirklich leben? Oder braucht es nicht immer wieder - das Gegenteil? Ausgedrückt in jener Formulierung, die sich in diesem Tweet fand:
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https://twitter.com/ramblingsloa/status/918189720047366144

> The trees, flowers and plants grow in silence
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> The stars sun and moon move in silence.
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> Silence gives us a new perspective.
>
> Mother Teresa

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Bäume, Blumen und Pflanzen: Sie wachsen in der Stille.

Die Sterne, die Sonne und der Mond: Sie bewegen sich in der Stille.

Stille gibt uns eine neue Perspektive.

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Komplexe Dinge, neue Dinge, individuelle Dinge: Die kann man nur entwickeln, wenn man immer mal wieder ganz abschaltet. Damit sich Gedanken sortieren können. Damit man Sackgassen der bisherigen Herangehensweisen entdecken kann.

Bei mir gibt es das ständig: Im Gespräch mit einem Kunden taucht irgendeine Fragestellung auf. Die ersten Lösungsansätze - sie sind meist nur zu 30 - 40 Prozent wirklich korrekt. Würde ich das sofort umsetzen: Dann wäre eine 40 % - Lösung implementiert. Bei der eine spätere Korrektur zusätzlich aufwendig wäre. Dann würde der Nutzer erst das lernen. Und müßte kurz darauf wieder umlernen.

Läßt man das dagegen einen Augenblick sacken. Womöglich nur eine Nacht. Dann stellt sich oft heraus: Ja, das geht so. Aber eigentlich geht es viel besser mit "gewissen Modifikationen". Nicht viel, aber entscheidend viel. So daß aus den 40 Prozent nun 60 - 70 Prozent werden. Dann denkt man nochmals drüber nach. Und kommt in den Bereich der 80 Prozent "brauchbare Lösung", die man nun auch im Kern implementieren kann. Der Rest findet sich schließlich von selbst.

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Insofern: Man kann von der Technik so manchesmal profitieren. Aber man kann sie auch ausschalten, den Stecker ziehen. Den ständigen Input in den eigenen Kopf stoppen. Um festzustellen. Daß das Leben dann eigentlich erst - so richtig beginnt.

Wer sich ständig mit neuen Inputs versorgt. Der kann nur reagieren. Erst der, der den Input von außen her stoppt. Der kann selbst aktiv werden. Und Neues - produzieren. Das es sonst nirgendwo so gibt. So daß sich daraus für einen selbst - neue Möglichkeiten ergeben.

Für Gründer und Unternehmer halte ich dieses "Immer wieder mal ganz leise sein" für essentiell. Sonst verstrickt man sich im Alltag. Springt nur planlos von Aktion zu Aktion. Und kümmert sich um zuviel Unwichtiges. Weil man die wichtigen Dinge - gar nicht mehr wahrnimmt.

Grade dann, wenn der Schreibtisch voll ist. Wenn es diverse Baustellen gibt, die Aufmerksamkeit wünschen: Wer da nur von Baustelle zu Baustelle springt.

Der wird in den Stürmen des Geschäfts - wohl eher untergehen.

Der dagegen, der sich immer wieder die Zeit nimmt. Das eigene Geschäft, das eigene Herumwuseln. Aus der Distanz zu betrachten. Der läßt sich zumindest selbst die Chance. Neue Prioritäten und Schwerpunkte zu entdecken. Die langfristig dafür sorgen, daß Stürme bewältigbar bleiben.

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