Autonom fahrender Kleinbus auf dem Flughafen Frankfurt - R+V und Fraport testen selbstfahrende Kleinbusse auf belebter Strasse

21.10.2017 22:47:17, Jürgen Auer, keine Kommentare
Fraport: Test auf einer belebten Straße

Bildquelle: Pressemitteilung (unten verlinkt), dort Download-Material

Aktuell benötigt jedes Fahrzeug einen Fahrer. Der am Steuer sitzt und dafür verantwortlich ist, daß er keine Unfälle baut. Aber das Konzept autonom fahrender Fahrzeuge wird immer häufiger bereits getestet.

Einen interessanten Versuch starten nun der Versicherer R+V und die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport.

R+V hat zwei autonom fahrende Kleinbusse angeschafft. Diese sollen in den nächsten Wochen auf einer 1,5 km langen Strecke am Frankfurter Flughafen unterwegs sein. Am Ende - sofern es die Genehmigungen dafür gibt - sollen diese Tests auch auf öffentlichen Straßen durchgeführt werden.
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Investition in die Mobilität der Zukunft: R+V startet Forschungsprojekt zum autonomen Fahren auf dem Flughafen Frankfurt

https://www.ruv.de/presse/pressemitteilungen/20171020-ruv-autonomes-fahren

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Die Straße ist zwar einerseits keine öffentliche Straße. Andererseits tummeln sich dort, am Tor 3, PKW, Flugzeugschlepper, Rettungsdienste, Fracht- und Gepäcktransporter.

Etwa 2.600 Fahrzeuge kommen dort täglich vorbei, etwa die Hälfte sind LKW. Plus Fußgänger und Radfahrer. Der Effekt:

> Ein Glücksgriff für R+V, da sich ihr hochautomatisierter Kleinbus hier in einem realistischen und äußerst belebten Straßenszenario mit Fußgängern und den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln bewegen kann.

Für die Versicherung, die u.a. Kfz-Versicherungen anbietet, bieten die eigenen Busse die Möglichkeit, selbst Daten zu sammeln.

Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung AG:

> „Noch bevor die neue Kfz-Technik mit ihrer komplexen Software und einer Vielzahl von Sensorsystemen und Kameras Standard auf den Straßen ist, wollen wir mit unserem Forschungsprojekt präzise Erkenntnisse zu den Chancen und Risiken autonomer Fahrzeuge gewinnen – und zwar auf Basis eigener Daten.“

Fraport plant selbst bereits den Einsatz solcher Systeme. Da kommt der Test ebenfalls zum richtigen Zeitpunkt.

Genutzt wird der von dem französischen Unternehmen Navya entwickelte elektrisch betriebene Bus "Arma". Die Länge von 4,75 Metern und die Breite von 2,11 Metern entsprechen den Dimensionen eines Transporters. Allerdings ist "Arma" 2,75 Meter hoch. Der Akku reicht normalerweise etwa 9 Stunden. Aktuell ist noch ein Operator an Bord, der jederzeit eingreifen kann. Theoretisch kann "Arma" 45 km/h schaffen. Bei dem Test werden sie mit maximal 20 km/h eingesetzt.

Die Busse werden inzwischen an diversen Stellen weltweit getestet:

Navya - News

http://navya.tech/en/news/news/

Hier in Berlin laufen an der Charité und am Virchow-Klinikum ebenfalls Tests, die im Januar endgültig starten sollen. Dort testen BVG und die Charité Busse auf verschiedenen Routen.

Fahrzeuge mit Elektroantrieb: Berlin testet fahrerlose Kleinbusse auf Klinikgelände

http://www.tagesspiegel.de/berlin/fahrzeuge-mit-elektroantrieb-berlin-testet-fahrerlose-kleinbusse-auf-klinikgelaende/20130710.html

Persönlich erhoffe ich mir sehr viel von diesen Tests und hoffe, daß diese Systeme möglichst schnell praxistauglich werden. Auf daß nicht nur Busse, sondern auch Privatfahrzeuge durch autonom fahrende Autos abgelöst werden. Und daß damit die Zahl tödlicher Unfälle aufgrund von Rasern, Alkohol und Übermüdung deutlich zurückgeht.

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