Zukunft der Strasse - selbstheilend, stromliefernd und beheizt - das Strassenforschungsgelände duraBASt am Autobahnkreuz Köln-Ost

01.11.2017 23:56:40, Jürgen Auer, keine Kommentare
Das duraBASt im Autobahnkreuz Köln-Ost mit Demonstrations- (rot), Untersuchungs- (gelb) und Referenzabschnitten (grün) (Quelle: BASt Link unten)

Strassen: Da denkt man vielleicht daran, daß diese "zu funktionieren" haben. An Staus wegen Baustellen. Eigentlich ist doch die beste Strasse die, die man gar nicht merkt.

Nur: Auch bei Strassen gibt es Erstellungsprinzipien, die sich schrittweise weiterentwickeln. Teilweise dauert es 20 Jahre und mehr, bis neue Verfahren in der Praxis ankommen.

Um diesen Prozess etwas beschleunigen zu können, wurde am Autobahnkreuz Köln-Ost nun - nach zweijähriger Bauzeit - das Strassenforschungsgelände duraBASt eingeweiht.
.

Innovatives Testgelände für den Strassenbau

http://www.bast.de/DE/Presse/2017/presse-12-2017.html

.
Das Kürzel duraBASt steht für "Demonstrations-, Untersuchungs- und Referenzareal der Bundesanstalt für Straßenwesen". Da geht es darum, daß dort neue Baustoffe, Bauweisen und Bauverfahren getestet werden können.

Das Gelände ist quasi ins Autobahnkreuz Köln-Ost hineingebaut worden. Dort gibt es Demonstrations-, Untersuchungs- und Referenzstrecken. Letztere dienen dazu, Meßfahrzeuge zu prüfen, die anschließend bundesweit Messungen durchführen.

Detailinformationen finden sich hier:

duraBASt - Demonstrations-, Untersuchungs- und Referenzareal der BASt

http://www.bast.de/durabast/DE/Home/home_node.html

bzw. unter dem Unterpunkt

Demonstrator- und Untersuchungsstrecken

http://www.bast.de/durabast/DE/Untersuchungen/untersuchungen_node.html

Ein Thema ist "HEALROAD":

http://www.bast.de/durabast/DE/Untersuchungen/HEALROAD/HEALROAD-kurz.html

Da werden der Asphalt-Deckschicht mikroskopische magnetische Metallpartikel beigemischt. Gibt es feine Risse im Asphalt, die normalerweise zu einer Beschädigung führen würden, kommt ein Fahrzeug, das einen kräftigen Induktionsstrom erzeugt. Ergebnis: Die Metallteile heizen sich auf, das flüssigere Bitumen kann die Risse wieder schließen. Eine Art "selbstheilender Asphalt", der durch Induktionsstrom "geheilt" wird. Das Verfahren existiert bereits im Labor und wird nun im größeren Masstab getestet.

Bald noch spannender ist SEDA:

http://www.bast.de/durabast/DE/Untersuchungen/Seda/seda_node.html

Da werden lange Schlangen aus Kollektoren unter die Straße gelegt. Diese sollen die Wärme zwecks Verstromung abführen, die durch die Sonneneinstrahlung entsteht. Ferner soll geprüft werden, ob die so heruntergekühlte Straße länger haltbar ist.

Die quasi inverse Variante dazu ist die "temperierte Strasse":

http://www.bast.de/durabast/DE/Untersuchungen/temperierte/ts_node.html

Im Winter Frost, im Sommer Hitze, das setzt der Strasse zu. Man könnte aber auch Geothermie nutzen, um im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Auch dafür soll es ein Testgelände geben.

Ferner gibt es noch einige weitere Dinge, die derzeit erprobt werden. Etwa Offenporiger Asphalt (OPA), Offenporiger Beton (OPB) und ein schnellerer Bau durch Betonfertigteile.

*
* (wird nicht angezeigt)
Die Erläuterungen zum Datenschutz habe ich gelesen und stimme diesen zu.