Chrome will ab Januar 2018 Redirects durch iFrames, das Öffnen angeklickter Inhalte in neuen Fenstern bei Werbung im bisherigen Fenster und irreführende Schliessen-Buttons unterbinden

09.11.2017 23:39:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Redirects können ja durchaus eine feine Sache sein. So nutze ich das im hiesigen Blog, um zu jedem Beitrag einen Kurzlink der Form /de/-BeitragsId zur Verfügung zu stellen. Ebenso kann man bsp. bei Formularen nach dem Speichern eines Datensatzes diesen erneut zum Editieren anzeigen oder - bei erfolgreichem Speichern - auf eine neue Seite weiterleiten.

Allerdings gibt es seit einiger Zeit auch so manches an merkwürdigen Techniken. Die in Nutzerreports an Googles Chrome-Browser immer wieder auftauchen.

Ab Januar 2018 soll Chrome deshalb neue Features zum Unterbinden solcher Dinge enthalten.
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Expanding user protections on the web

https://blog.chromium.org/2017/11/expanding-user-protections-on-web.html

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Die meisten Website-Ersteller verhalten sich ordentlich. Aber:

> While most content producers are interested in providing excellent experiences for their users, we've found that a small number use the flexibility and power of the web to take advantage of users and redirect them to unintended destinations.

Ein kleiner Teil der Seitenbetreiber nutzt Redirects, um Nutzer auf Seiten zu bringen, wo diese eigentlich gar nicht hinwollen. Die Dimension des Problems:

> 1 out of every 5 feedback reports from Chrome users on desktop mention encountering some type of unwanted content, and we take this feedback seriously when considering how to improve Chrome.

Jeder fünfte Feedback-Report dreht sich um solche Dinge. Drei neue Features soll es geben.

1. Nutzer werden immer wieder auf Seiten geleitet, an denen sie nicht interessiert sind. Und scheinbar, ohne daß es dafür einen ersichtlichen Grund gibt. Google fand heraus, daß das meist Einbindungen von Drittanbietern (third-party content) sind, die in die Seite bsp. per iFrame eingebunden sind und die solche Redirects initiieren. Die eigentlichen Seitenbetreiber wußten meist gar nichts davon. Chrome wird ab der Version 64 (aktuell: Version 62) solche Redirects unterbinden und stattdessen eine Infomeldung anzeigen. Das soll dafür sorgen, daß die Nutzer auf der Seite bleiben und von solchen überraschenden Redirects verschont bleiben.

2. Eine zweite ärgerliche Variante: Nutzer klicken auf einen Link, der wie ein seiteninterner Link aussieht. Stattdessen öffnet sich ein neuer Tab, dort findet sich der gesuchte Inhalt. Aber im bisherigen Fenster wird Werbung nachgeladen. Das sei effektiv eine Umgehung der Chrome-PopUp-Blocker, eines der meist geschätzten Chrome-Features. Das soll ab der Version 65 unterbunden werden. Damit wird die Weiterleitung im bisherigen Hauptfenster unterbunden.

3. Die dritte Variante bezieht sich auf Objekte, die sich anders verhalten, als Nutzer denken. Der Nutzer schließt ein Objekt - und wird auf eine andere Seite weitergeleitet. Auch das soll unterbunden werden. Ebenfalls in der Version 64.

In der Google Search Console soll es Hinweise auf solche "Machenschaften" auf der eigenen Website geben. Wird das nicht innerhalb von 30 Tagen entfernt, laufen die Websites Gefahr, selbst auf Blacklists zu landen.

Manchmal bin ich per Twitter auch schon auf solche "schrägen Seiten" gestoßen. Wenn Chrome es schafft, das konsequent zu unterbinden und andere Browserhersteller nicht nachziehen: Dann dürfte der Anteil von Chrome-Nutzern nochmals deutlich steigen.

Neue Versionen gibt es meist so etwa alle 4 - 6 Wochen. Die aktuelle Version 62 ist schon ein paar Tage alt. So daß mit der Version 64 irgendwann im Januar 2018 zu rechnen ist.

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