Über 13500 Dollar für Microtransactions - Süchtig nach Ingame-Käufen - der Spieler Kensgold berichtet aus seinem Leben und seinen Erfahrungen mit Spielen und Spielsucht

01.12.2017 23:50:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Man kann Computerspiele spielen. Und man kann in diesen Spielen oft Dinge dazu kaufen. Das sind Ingame-Käufe. Aber diese Ingame-Käufe, bei denen es sich meist um Microtransactions, also um relativ geringe Einzelbeträge handelt, führen bei manchen Spielern zu einer Sucht: Der Sucht nach Ingame-Käufen.

Ein Spieler, der sich - anonym - Kensgold nennt, hatte einen öffentlichen Brief geschrieben. Kotaku, ein US-Portal hat mit ihm Kontakt aufgenommen. Und ihn interviewt.
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Der Artikel bei Kotaku: Meet The 19-Year-Old Who Spent Over $10,000 On Microtransactions

https://kotaku.com/meet-the-19-year-old-who-spent-over-10-000-on-microtra-1820854953

Der Beitrag in einem reddit-Forum: An open letter to DICE, EA, and other devs: I am 19, and addicted to gambling

https://www.reddit.com/r/StarWarsBattlefront/comments/7dfoqg/an_open_letter_to_dice_ea_and_other_devs_i_am_19/

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Seine Geschichte in Kurzform (aus seiner eigenen Zusammenfassung im zweiten Link):

Er ist 19, hat etwa 15 Dollar pro Stunde für Ingame-Käufe gezahlt. Wanderte von Spiel zu Spiel. Er habe über 10.000 Dollar ausgegeben. Teils hatte er zwei Jobs, um seine Spielsucht zu finanzieren.

> Please help micro transactions to be known as a far more dangerous type of purchase than a pack of gum.

Microtransactions seien deutlich kritischer als der Kauf einer Packung Kaugummi.

Angefangen habe seine Sucht, da war er 14. Da ging er auch auf die High School. Seine Sucht hätte ihn fast die High School gekostet. Anschließend schildert er Details. Wie er gearbeitet hat, um die nächsten Microtransactions zu finanzieren. Am Ende:

> Say no to unregulated Micro-Transactions. If you don't have the authority please find some one who does. Tell them about people like me and ask them for their help.

Erst war er bei Clash of Clans. Ein Jahr später wechselte er zu "The Hobbit: Kingdoms of Middle-earth". Da kann man Städte aufbauen, diese vergrößern. Und das mit Microtransactions beschleunigen.

Die Top-Spieler scheinen dort tausende von Dollars zu investieren. Sie werden "whales" genannt. Jene, die extrem viel ausgeben und damit andere zur Nachahmung anreizen.

> “It never feels like you’re making a good decision when you spend that hundred dollars,” he said. “But at the time I was like, ‘What else am I going to spend it on?’ There weren’t really any repercussions to enforce like, ‘Yo, idiot, stop.’”

Es fühle sich niemals als eine gute Entscheidung an, wenn man hunderte von Dollars ausgibt. Von den 300 - 400 Dollar, die er alle zwei Wochen erhielt, gingen 90 % in Ingame-Käufe. Dann gab es den zweiten Job.

Dann stieg er aus diesem Spiel aus. Aber nicht aus Einsicht. Sondern weil das Spiel nach China verkauft wurde. Daraufhin gab es Änderungen - und Spieler wanderten massiv ab. Nachdem die meisten Ingame-Freunde weg waren, gab es für ihn keinen Anreiz mehr für Ingame-Käufe.

Stattdessen ging es vom Smartphone auf dem PC weiter. Mit Smite und Counter-Strike: Global Offensive. Da gab er Geld für Dekorationen aus.

> “It’s not a really big deal if I see that skin and I really want it, because it looks awesome. And if I just drop 100 bucks I’m pretty much guaranteed to get that kind of thing.” He’d see a friend playing a character in a costume that he didn’t have and immediately feel the urge to spend the $10, $20, or $50 it cost to get it.

Inzwischen hat er damit aufgehört. Und seine Kollektion liquidiert. Entscheidend:

> “I had to get up the nerve to ask for help,” Kensgold said. “To get a therapist to lay it out for me, like ‘This is what you’re doing, this is how you can help yourself, here are the tools to help you.’”

Er hatte es geschafft, um Hilfe zu bitten. Das hatte schließlich ausgereicht.

Die Microtransactions seien nicht so harmlos, wie sie aussehen.

> “They can lead you down a path. It’s not like buying a stick of gum at the store.”

Seine Hoffnung:

> If more people realize how destructive microtransactions can be, Kensgold thinks that’ll help prevent others from dropping thousands of dollars on digital power-ups and cosmetics.

Wenn mehr Leute kapieren, wie destruktiv Microtransactions sein können, könne das Leute davor bewahren, tausende von Dollars für "digitale Stärke" und Verschönerungen auszugeben.

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Persönlich haben mich Spiele nie gereizt. Deshalb kenne ich das auch nicht. Daß diese "Kette von Ausgaben" für manche allerdings eine gewaltige Sogwirkung entwickeln kann, so daß das Spiel süchtig macht: Das kann ich mir gut vorstellen.

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