Munter als Neunzigjährige - wie leben Personen im zehnten Lebensjahrzehnt ohne akute medizinische Versorgung zu Hause - eine Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

10.12.2017 23:35:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Viele Leute gehen mit etwa 65 Jahren oder früher in Rente. Und dann? Manche verlieren völlig die Orientierung, bauen schnell ab und sterben nach fünf bis zehn Jahren. Andere werden zwar älter, aber sind gebrechlich oder erkranken. So daß sie in betreuten Einrichtungen wohnen und umfangreiche Pflege benötigen.

Aber inzwischen gibt es noch eine weitere Gruppe: Personen, die zwischen 90 und 100 Jahre alt sind. Sie leben zu Hause, in ihren eigenen vier Wänden. Und sie werden meist nicht akut medizinisch betreut.

Die beiden Lehrstühle für Gesundheitspsychologie und für Psychogerontologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben gemeinsam mit der von der Schöller-Stiftung geförderten Beratung für gesundes Altern (BegA) eine Studie zu diesem Personenkreis durchgeführt.
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Die munteren Neunzigjährigen - FAU-Studie zeigt Überraschendes über die Lebenssituation hochbetagter Menschen

https://www.fau.de/2017/12/news/wissenschaft/die-munteren-neunzigjaehrigen-2/

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Das Studienziel:

> Zielsetzung war es zu untersuchen, welche Besonderheiten und Verhaltensweisen die Gesundheit und Lebensqualität von überdurchschnittlich aktiven hochbetagten Menschen kennzeichnen.

In Bayern gibt es aktuell etwa 107.000 Personen, die 90 Jahre oder älter sind. Die große Mehrheit lebt in den eigenen vier Wänden.

Dabei waren die untersuchten Personen nicht unbedingt "vollständig gesund":

> Erste Befunde der Nürnberger Studie zum Leben in der zehnten Lebensdekade belegen, dass viele der untersuchten Hochbetagten trotz einer oftmals hohen gesundheitlichen Belastung und trotz zahlreicher medizinisch diagnostizierter Krankheiten noch ein positives Lebensgefühl und einen aktiven Lebensstil pflegen, der sich insbesondere auch durch eine meist hohe Willenskraft auszeichnet.

Es gibt also auch in dieser Gruppe diverse medizinisch diagnostizierte Krankheiten. Allerdings hätten die meisten der Untersuchten sich deutlich jünger gefühlt.

Drei Punkte gab es:

> Für eine hohe Lebensfreude und ein hohes subjektives Gesundheitserleben in der zehnten Dekade des Lebens erscheint insbesondere körperliche Aktivität bedeutsam, ob es zufriedenstellende, enge Vertrauensbeziehungen im Umfeld gibt und wie gut es gelingt, den Alltag weitgehend aus eigener Kraft zu meistern.

Also körperliche Aktivität, enge Beziehungen und die Bewältigung des Alltags.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml zu der Studie:

> „Es ist wichtig, im Ruhestand fit zu bleiben und die eigene Gesundheit sinnvoll zu unterstützen – etwa durch Bewegung und eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Von großer Bedeutung ist aber auch die soziale Einbindung.

Intensiv wurden 125 Personen ab 90 Jahren untersucht und befragt.

Praktisch sieht man es doch schon bei den Jüngeren. Die einen sitzen eben abends vor dem Fernseher und gehen dann ins Bett. Womöglich noch kombiniert mit Alkohol, Süßigkeiten und anderen eher ungesunden Dingen. Die anderen bewegen sich und ernähren sich besser. Gehen raus, vertreten sich die Füße. Daß dann der Körper aktiver bleibt und sich immer wieder weitaus besser regenerieren kann: Das ist eher zu erwarten.

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