Hauptumsatz nicht zu Weihnachten, sondern im Januar - knapp 5 Prozent aller gewerblichen Ebay-Händler machen im Januar 50 Prozent oder mehr ihres Jahresumsatzes

10.01.2018 23:57:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Von meinen Kunden kenne ich das in gewissen Grenzen: Die einen arbeiten eigentlich kontinuierlich das ganze Jahr. Aber im Winter ist das Geschäft um Weihnachten herum flau, während es im restlichen Jahr floriert. Andere Kunden haben ihren Hauptumsatz im Frühjahr und im frühen Sommer. Der Rest des Jahres ist mit Planungen und Vorbereitungen fürs nächste Jahr ausgefüllt. Der Umsatz ist in dieser Zeit eher mau. Dritte haben ein Sommerhalbjahr-Geschäft. Da findet alles statt, das Geld muß den Winter abdecken. Und vierte nutzen die Datenbank erst im Herbst und Winter so richtig. Allerdings verteilen sich bei allen Kunden die Umsätze auf mehrere Monate.

Weitaus extremer scheint das dagegen in manchen Bereichen des Handels zu sein. Eine Pressemeldung von Ebay von heute nennt verblüffende Zahlen:
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Das geheime Weihnachtsgeschäft: Wenn Online-Händler im Januar durchstarten

https://www.ebayinc.com/stories/press-room/de/das-geheime-weihnachtsgeschaeft-wenn-online-haendler-im-januar-durchstarten/

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Global: Knapp 5 Prozent, also immerhin fast jeder zwanzigste Händler, erwirtschaftet mehr als 50 Prozent des Jahresumsatzes (a) in einem Monat und (b) auch noch im Januar.

Daß gewisse Artikel bsp. nur um Weihnachten herum gefragt sind, es also Käufer nur zwischen Oktober und Dezember gibt, das ist nachvollziehbar. Aber was wird im Januar gekauft?

Ein Shop verkauft Tablethüllen und Zubehör. Da gibt es das Tablet zu Weihnachten. Nach einigen Wochen Erfahrung wird Zubehör gesucht. Und das gibt es in einer doppelten Welle. Die einen kaufen sich ein neues Tablet. Das bisherige wird im Familienkreis weitergereicht - und auch von dort gibt es Zubehörbedarf.

Ein Händler, Jan Harnisch:

> „Viele Kunden entscheiden sich im Verlauf der ersten zwei bis drei Wochen nach Weihnachten für entsprechendes Zubehör ihrer neuen Geräte. Das ältere Tablet wird dann oft an Familienangehörige oder Bekannte weitergegeben. Daraus entsteht in einer zweiten Welle eine große Nachfrage nach neuem Zubehör für Geräte älterer Generationen. Diese gestiegene Nachfrage zieht sich bis in den Februar“

Die Kategorien: 22 Prozent aller Händler mit Januar-Spitzenumsatz entfallen auf die Kategorie Haus & Garten. Elektronik folgt mit 20 Prozent, Fashion mit 17 Prozent.

Eine zweite Variante sind bestimmte Luxusartikel, etwa hochwertige Uhren. Ein Händler meint, daß solche Uhren weniger verschenkt, sondern eher selbst gekauft werden. Das ist dann eine Art Selbstbeschenkung - der Kauf einer Luxusuhr.

Der letzte Punkt wäre der einzigste, der mir eingefallen wäre: Manche Händler verkaufen im Januar sehr viele Softwarelizenzen. Diese gelten oft für ein Jahr. So daß im nächsten Jahr eine neue Lizenz zur gleichen Zeit fällig wird.

Die 50 Prozent Jahresumsatz in einem Monat sind noch nicht einmal die Grenze. Knapp 4 Prozent machen sogar 70 Prozent und mehr ihres Jahresumsatzes im Januar.

Persönlich fände ich solche extremen Asymmetrien "sehr herausfordernd" und bin selbst froh, daß ich das mit Server-Daten so nicht habe. Da fallen die Kosten gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt an. Aber sowohl die Mietzahlungen als auch die Einrichtungstätigkeiten verteilen sich über das ganze Jahr. Das ist dann manchmal eher konträr zum Geschäft des Kunden: Ist der Kunde mit seinem Hauptgeschäft ausgelastet, wird die Datenbank genutzt. Und nur außerhalb dieser Zeit angepaßt und weiterentwickelt. In der eigenen Kernverdienstzeit fehlt die Zeit für solche strukturellen Dinge.

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