Keine weiteren Autos mehr - Singapur lässt neue Autos nur noch dann zu, wenn alte verschrottet werden - radikale Verkehrsplanung

14.02.2018 23:44:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Deutschland gibt es reihenweise Städte, in denen seit Jahren die Grenzwerte für Feinstaub überschritten werden. Eine EU-Studie kam schon vor Jahren zu dem Ergebnis, daß das zu mehreren zehntausend Toten pro Jahr führt.

Folglich wäre eine deutliche Reduktion des Individualverkehrs in Städten zu begrüßen.

In Singapur wurde das Wachstum der Autozahlen nun per Dekret gestoppt. Die Meldung gab e schon im letzten Herbst. Seit Februar 2018 wirkt sich das aus.
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Verordnung gegen Staus - Kein Auto zusätzlich: Singapur stoppt Verkehrswachstum per Dekret

https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/verkehr/kein-auto-zusaetzlich-singapur-stoppt-verkehrswachstum-per-dekret/

Ein Beitrag vom letzten Herbst: Singapore: no more cars allowed on the road, government says

https://www.theguardian.com/world/2017/oct/24/singapore-no-more-cars-allowed-on-the-road-government-says

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Bislang durfte es pro Jahr 0,25 % mehr Autos geben. Diese bereits geringe Steigerungsquote wurde nun auf 0 % gesenkt.

Bei 5,6 Millionen Einwohnern und einer Fläche ungefähr so groß wie Hamburg gab es dort etwa 600.000 Autos (Stand Ende 2016).

Derzeit werden 12 Prozent der Fläche für Straßen genutzt.

Wer ein Auto kaufen will, muß zunächst ein “certificate of entitlement” erwerben, das für zehn Jahre gültig ist. Das kostet etwa 50.000 Singapur-Dollar, das sind etwa 37.000 US-Dollar.

Ein Auto, bei dem die Kosten für dieses Zertifikat schon mit dabei sind, kostet etwa das Vierfache dessen, was dasselbe Auto in den USA kostet.

In einer Pressemitteilung vom Montag

Towards an Innovative Land Transport Industry Enabled by Technology and a Highly Competent Workforce

https://www.lta.gov.sg/apps/news/page.aspx?c=2&id=5d98f090-2f27-4b05-b7f2-fa52d7e759af

ist davon die Rede, daß aktuell 123.000 Personen im Transportwesen arbeiten:

> this includes bus captains, bus mechanics, customer service officers, railway engineers, station managers, as well as taxi and private hire car drivers.

Da sollen bis 2030 etwa 8000 weitere Jobs dazu kommen.

Wenn man an die "plötzlichen Gedankenspiele" hier in Deutschland denkt, daß der öffentliche Nahverkehr kostenlos sein könnte, um Leute massiv zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen: Da ist Singapur bereits weiter. Dort gibt es ein großes U-Bahn- und Metronetz. Diverse Linien sind schon jetzt ohne Fahrer unterwegs. Die dortigen Systeme dürften bereits jetzt deutlich weniger Personal benötigen als die hiesigen Systeme.

Interessant wäre die Frage, wieviele Verkehrstote es in Singapur pro Jahr gibt.

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