Google Chrome Browser blockt ab heute Werbung, die gegen den Better Ads - Standard verstösst - Prestitial Ads, Ads mit Countdown, automatisch startende Videos mit Ton

15.02.2018 23:42:55, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit dem heutigen 15.02.2018 ist beim Google Chrome-Browser so etwas wie ein "eingebauter Adblocker" aktiv.

Bestimmte Werbeformate, die gegen den Better-Ads - Standard verstoßen, sollen vom Browser direkt unterbunden werden. So daß Nutzer diese Werbung gar nicht mehr sehen.
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Ein allgemeiner Beitrag:

Chrome: The browser for a web worth protecting

https://www.blog.google/products/chrome/browser-web-worth-protecting/

Ein Beitrag mit ein paar technischen Details: Under the hood: How Chrome's ad filtering works

https://blog.chromium.org/2018/02/how-chromes-ad-filtering-works.html

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Das Ziel beim Entwickeln von Chrome sei gewesen:

> The web is an incredible asset. It’s an engine for innovation, a platform for sharing, and a universal gateway to information. When we built Chrome, we wanted to create a way for people to interact with the magic that is the web, without the browser getting in the way.

Der Browser solle nicht im Weg stehen. Eine kleine Menüleiste, die viel Platz für die Seite läßt, ein eingebauter Popup-Blocker, der Stop von automatisch loslaufenden Flash-Videos.

Aber: Inzwischen sei nervige Werbung dazugekommen. Videos mit Ton, große Layer, die sich über die Seite legen und die sich kaum ausblenden lassen.

> These ads are designed to be disruptive and often stand in the way of people using their browsers for their intended purpose—connecting them to content and information.

Die Werbung unterbricht die Nutzer und steht im Weg. Deshalb:

> That’s why starting on February 15, Chrome will stop showing all ads on sites that repeatedly display these most disruptive ads after they’ve been flagged.

Das heißt allerdings auch: Von Websites werden diverse Seiten gespidert. Dann bekommt die Website einen Status: Passing, Warning, Failing. In der Google Search Console kann dieser Status eingesehen werden. Website-Betreiber haben dann 30 Tage Zeit, die Website zu überarbeiten und können eine erneute Überprüfung anstoßen.

Erst wenn das nach 30 Tagen immer noch so ist, wird diese Form von Werbung ausgeblendet. Sprich: Eigentlich dürfte sich dieser neue Filter erst ab Mitte März bemerkbar machen. Wobei es natürlich auch sein kann, daß die Prüfungen schon seit mehr als einem Monat laufen.

Klar ist dabei, daß das nicht so ganz uneigennützig ist:

> We’ve already seen more and more people express their discontent with annoying ads by installing ad blockers, but blocking all ads can hurt sites or advertisers who aren’t doing anything disruptive. By focusing on filtering out disruptive ad experiences, we can help keep the entire ecosystem of the web healthy, and give people a significantly better user experience than they have today.

Nutzer sind von der Werbung genervt und installieren Adblocker. Aber wird alle Werbung geblockt, dann wirkt sich das auch auf jene Werber aus, die keine "bösen Techniken" nutzen. So scheint Google zu hoffen, daß Nutzer eher Adblocker wieder ausschalten.

Auf der Site

Initial Better Ads Standards: Least preferred ad experiences for desktop web and mobile web

https://www.betterads.org/standards/

werden vier Beispiele für Desktop-Nutzer genannt: Popup-Ads, Auto-playing Video Ads with sound, Prestitial Ads with Countdown, Large sticky Ads, die etwa unten an der Seite kleben und 1/3 der Bildschirmhöhe beanspruchen.

Bei mobilen Nutzern kommen noch ein paar Varianten dazu: Ad Density mit einer Höhe größer 30 %, Postitial Ads mit Countdown, Full-screen Scrollover Ads. Die flashing animated Ads wundern mich etwas. Flash ist auf mobilen Geräten doch kaum mehr aktiv.

Zu jedem Einzelpunkt gibt es eine Unterseite, die das genauer beschreibt. So ist bei der Variante "Ad Experience: Ad Density Higher Than 30%" ein Beispiel drin, das zeigt, wie stark eine solche Werbung im Text das Lesen unterbricht. Die Postitial ads with countdown werden eingesetzt, wenn der Nutzer bsp. auf einen Link klickt. Anstatt daß er dann sofort auf die neue Seite kommt, wird flächendeckende Werbung angezeigt.

Einerseits ist es zu begrüßen, wenn Google solche Anzeigen direkt unterbindet. Die Frage ist, ob andere Browserhersteller da mitziehen. Andererseits denke ich nicht, daß Nutzer deshalb Adblocker ausschalten werden. Wenn ich mir manchmal den Adblocker ausschalte und auf große deutsche Zeitungswebsites gehe, dann halte ich mich da nicht gerne allzu lange auf. Jegliche animierte Werbung nervt einfach nur und lenkt ab. Und meist gibt es mehrere dieser Exemplare, die intensiv auf sich aufmerksam machen wollen.

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