Mail-Ping-Spam - Wenn Selbständige plötzlich Anfragen zu Ausbildungsplätzen erhalten - Vorsicht mit der Antwort - Möglichkeit, die Mailadresse zu überprüfen

19.02.2018 23:49:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mailspam ist ein ständiges Ärgernis. So, wie es beim Telefon Ping-Anrufe gibt in der Hoffnung, daß zurückgerufen wird. Und das nun zu teuren Sonderrufnummern führt. Ebenso scheint es neuerdings so etwas in bezug auf E-Mail-Adressen zu geben.

Das Muster: Man erhält eine freundliche und fehlerfrei formulierte E-Mail:

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Bieder-Müller <mail@bieder-mueller.me>

Betreff: Ausbildung 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im letzten Jahr mein Abitur gemacht und befinde mich danach in
einem einjährigen Auslandsaufenthalt. In diesem Jahr möchte ich eine
Ausbildung beginnen als kaufmännische Angestellte und wollte fragen, ob
Sie in diesem Bereich in Ihrem Unternehmen Ausbildungen durchführen und
wenn ja, ob Sie grundsätzlich noch Auszubildende für dieses Jahr suchen.

Gerne schicke ich Ihnen dann bei Bedarf meine kompletten
Bewerbungsunterlagen zu. Ich würde gerne spätestens zum 01.08. starten,
wäre aber auf Ihren Wunsch auch schon früher verfügbar.

Über eine kurze Antwort, auch im Fall einer Absage, wäre ich Ihnen sehr
dankbar,

Vielen Dank!

Melanie Bieder-Müller
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Schon im letzten November erhielt ich eine ähnliche Mail von Nina Waagner. Dummerweise hatte ich sogar geantwortet, hätte ich mal lieber gegoogelt.

Überprüft man die IP-Adresse von bieder-mueller.me, dann landet am bei der IP 149.255.63.110. Sieht man in den Mailheader, dann findet sich dort der Versandort

srv1.capitax-ag.com (srv1.capitax-ag.com [149.255.63.110])

Die capitax-ag.com bietet ausweislich ihrer Website "Clever E-mail marketing" an.

Eine Suche nach "Bieder-Müller" listete prompt diesen Beitrag:

Erneute Ping-Mails. Von Melanie Bieder-Müller

https://rout0r.org/2018/02/14/erneute-ping-mails-von-melanie-bieder-mueller/

Die Dame hat offenbar viele Leute angeschrieben. Sehr viele. An so vielen verschiedenen Orten kann sie ja nicht wirklich ernstzunehmend wegen einer Ausbildung nachfragen.

Der Zweck: Bei einer Antwort ist bekannt, daß die Mailadresse gültig ist. Was allerdings bei der von mir genutzten Mail banal war. Die steht nämlich auch auf meiner Website und hier im Blog rechts am Rand dran. Solche aktiv genutzten Mailadressen lassen sich natürlich teurer verkaufen bzw. für teurere Mail-Kampagnen nutzen.

Wenn Sie also Anfragen für Ausbildungsplätze erhalten: Dann werfen Sie einen Blick in den Header der Mail. Die Website der capitax-ag.com wirbt ausdrücklich mit vorhandenen deutschen B2C-Adressen.

Dabei ist die Capitax AG eigentlich schon seit dem 16.01.2018 aufgelöst, wie das aus dieser Beta-Suche des britischen Companies House

https://beta.companieshouse.gov.uk/company/09723816

hervorgeht.

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