CarSharing: Mehr als zwei Millionen Nutzer, Wachstum um 23 Prozent - Angebot steht in 677 Orten zur Verfügung - Elektro-Anteil 10 Prozent gegenüber 0,1 Prozent im PKW-Bestand

26.02.2018 23:26:31, Jürgen Auer, keine Kommentare
CarSharing in Deutschland

Infografik "CarSharing-Marktsegemente"

Quelle: Bundesverband CarSharing - Link unten

Der Bundesverband CarSharing (bcs) hat interessante Zahlen zur Entwicklung der Carsharing-Angebote im letzten Jahr veröffentlicht.

Demnach gibt es bundesweit 165 Dienstleister, die das anbieten. Bei diesen sind 2.110.000 Kunden registriert. Davon entfallen 535.000 auf die stationsbasierten Anbieter, ein Wachstum von 80.000. Die stationsunabhängigen „free-floating“ - Anbieter haben 1.575.000 Kunden, das sind 315.000 mehr als zu Beginn des Vorjahres. Bei stationsbasierten Anbietern wuchs die Zahl der Kunden um 17,6 Prozent, bei den free-floating-Anbietern um 25 Prozent.
.

CarSharing-Statistik: Zahl der CarSharing-Kunden überspringt die 2 Millionen Marke

https://carsharing.de/zahl-carsharing-kunden-ueberspringt-2-millionen-marke

.
Über beide Typen ergab sich ein Zuwachs von 23 Prozent. Diesen stehen 17.950 Fahrzeuge zur Verfügung, ein Anstieg um 4,4 Prozent. Man sieht also, daß die Zahl der Fahrzeuge deutlich langsamer wächst als die Zahl potentieller Nutzer.

10.050 der Autos werden von stationsgebundenen Anbietern zur Verfügung gestellt. Die free-floating-Anbieter stellen nur 7.900 Autos zur Verfügung.

Das heißt: Auf ein Auto bei einem free-floating-Anbieter kommen 199 Nutzer.

Bei den stationsgebundenen Anbietern kommen 53 Nutzer auf ein Auto. Eine deutlich andere Kennzahl (eigene Ergänzung). Der Beitrag kommt zu leicht anderen Zahlen (215 Personen pro Auto bei free-floating-Angeboten), da es 580 Fahrzeuge (der 7.900) gibt, die kombiniert free-floating/stationär eingesetzt werden.

Die beiden großen free-floating-Anbieter sind nur in 7 Metropolen tätig.

Bezüglich des Autowachstums wachsen aber die stationsgebundenen Anbieter deutlicher:

> Sowohl bei den absoluten Zahlen als auch bei den Fahrzeugzuwächsen übertreffen die stationsbasierten Anbieter (+ 650 Fahrzeuge, + 6,9 Prozent) die free-floating-Anbieter (+ 100 Fahrzeuge, + 1,3 Prozent) deutlich. Das liegt auch an der dynamischen Ausbreitung stationsbasierter Angebote in der Fläche.

Free-floating-Anbieter gibt es grade mal 4, diese sind in 12 Städten verfügbar und erreichen theoretisch 10,1 Millionen Personen.

Von den stationsbasierten Anbietern gibt es 161, diese können in 677 Orten genutzt werden und erreichen theoretisch 39,8 Millionen Personen.

Verblüffend hoch mit 10,3 Prozent ist bereits der Elektroauto-Anteil. Privat waren Anfang 2017 (neuere Zahlen gibt es noch nicht) nur 0,1 Prozent aller Autos E-Autos. Das sind also 100 mal so viele.

Stationsbasiertes Carsharing breitet sich in der Fläche aus:

> 64 Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohner
> 202 Städten und Gemeinden zwischen 20.000 und 50.000 Einwohnern
> 336 Orten unter 20.000 Einwohner.

Macht zusammen 602 Orte, also gibt es insgesamt noch 75 Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern.

Die Liste der deutschen Großstädte ( https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Gro%C3%9Fst%C3%A4dte_in_Deutschland ) umfaßt allerdings aktuell 80 Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern (Stand 2016). 5 Städte könnten auch inzwischen aus der Wikipedia-Liste rausgeflogen sein.

Hier in Berlin sieht man Autos der beiden großen Flotten Car2Go (Daimler) und Drive Now (BMW + ursprünglich Sixt, Sixt will nun ausscheiden) immer mal wieder. Sowohl stehend als auch fahrend. Andere Anbieter sind mir hier bis jetzt noch nicht aufgefallen. Eine Infografik

https://carsharing.de/sites/default/files/uploads/infografiken_jahresbericht_2018-04-r.jpg

nennt book-n-drive, stadtmobil und YourCar als weitere free-float-Anbieter mit den nächstgrößeren Flotten. Die beiden ersten sind auch als stationäre Angebote nutzbar. Bei den stationsgebundenen Anbietern haben stadtmobil, cambio, teilAuto, Flinkster und book-n-drive die größten Flotten.

Damit müßten sich die 580 Fahrzeuge, die sowohl als free-float als auch stationär genutzt werden können, mindestens auf die beiden Anbieter book-n-drive und stadtmobil aufteilen.

Vor etwa einem Jahr berichtete die Berliner Zeitung

Car2Go und Drive Now boomen: Warum „Freefloating“ immer intensiver genutzt wird

https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/car2go-und-drive-now-boomen-warum--freefloating--immer-intensiver-genutzt-wird-25779716

daß von den free-floating-Nutzern 43 Prozent keinen eigenen PKW mehr haben. Bei den Nutzern stationärer Angebote seien das dagegen 78 Prozent.

Leider liegen dazu keine neueren Daten vor.

*
* (wird nicht angezeigt)
Die Erläuterungen zum Datenschutz habe ich gelesen und stimme diesen zu.