W350 - ein 350 Meter hohes Holz-Hochhaus in Tokio - Sumitomo Forestry plant das mit dem Architekturunternehmen Nikken Sekkei - Fertigstellung 2041 zum 350-jährigen Firmenjubiläum

03.03.2018 23:35:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Hochhaus, das so hoch ist, wie das Unternehmen alt ist. Wenn man da an Internetunternehmen denkt, dann wären das alles sehr flache Häuschen.

Ganz anders das, woran das japanische Architekturunternehmen Nikken Sekkei inzwischen zusammen mit dem Unternehmen Sumitomo Forestry als Auftraggeber arbeitet.

Das Unternehmen wird im Jahr 2041 sein 350-jähriges Firmenjubiläum feiern. Und will zu diesem Zeitpunkt ein größtenteils aus Holz gebautes Hochhaus fertigstellen. Das folglich eine Höhe von 350 Metern haben soll - und deshalb als W350 abgekürzt wird.
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Japan to Build 350-Meter Wooden Skyscraper

http://www.spoon-tamago.com/2018/02/11/japan-w350-wooden-skyscraper/

Ein PDF bei Sumitomo Forestry: Changing Cities into Forests: Creating Environmentally - Friendly and Timber - Utilizing Cities - New Development Concept W350 Plan for Wooden High - Rise Building

http://sfc.jp/english/news/pdf/20180214_e_01.pdf

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Holz habe für das städtische Bauen lange als strukturell unsicher gegolten, anfällig für ein Verrotten und brennbar.

Aber inzwischen hätte sich die Technologie weiterentwickelt. Inzwischen gibt es sehr stabile und feuerfeste Hölzer. Holz kehrt damit als Baumaterial in die Städte zurück.

Damit der Plan: Zum 350-jährigen Unternehmensjubiläum ein 350 Meter hohes Holzhochhaus. Das wäre damit auch das höchste Hochhaus in Japan. Aktuell belegt ein 300 Meter hohes Gebäude den Spitzenplatz.

Das W350 soll als Mix von 90:10 aus Holz und Stahl entstehen. 350 Meter Höhe, 70 Stockwerke. Auf einer Grundfläche von 6.500 Quadratmetern soll eine Gesamtfläche von 455.000 Quadratmetern entstehen. Eine Mischnutzung ist angedacht: Läden, Büros, Hotels und Wohnungen.

Außen sollen an allen vier Seiten Balkone entstehen.

> The balcony part gives the high-rise building a space in which people can enjoy fresh outside air, rich natural elements and sunshine filtering through oliage. The greenery connects from the ground to the top floors through the balcony part, and it offers a view of biodiversity in an urban setting.

Auf den Balkonen soll es Bäume und viel Grün geben. So daß dies die Luft in der Stadt verbessert und Platz für Insekten und andere Tiere schafft.

Innen soll nur Holz zu sehen sein. Der Stahl wird zur Versteifung der Röhrenstruktur genutzt:

> Brace tube structure: A structural system composed of braced tubes made from columns, beams and braces. A brace is diagonally inserted into the incorporated framework assembled by columns and beams to prevent deformation of the building due to lateral forces such as earthquakes or wind.

185.000 Kubikmeter Holz sollen verbaut werden.

Die Ziele:

> Symbiosis with the Global Environment

Städte sollen in Wälder transformiert werden. Solche Gebäude sind gut für die Pflanzen und die Menschen, die dort leben und arbeiten. Die Zahl der Holzhäuser in den Städten wächst (zumindest in Japan).

> Buildings that are full of greenery will form a network that is linked to the biosphere of living creatures such as wild birds and insects, contributing to the biodiversity of cities.

Zum Schluß des PDF-Dokuments taucht dieser Satz erneut auf: “Change Cities into Forests.”

Ein spannendes Projekt. Beim Lesen hat man den Eindruck, daß Japan in bezug auf den Einsatz von Holz in Städten schon um Dimensionen weiter ist als Deutschland.

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