Google verschärft Regeln für Werbung - keine Ads für Bitcoin, Börsen für Kryptowährungen - foreign exchange markets - und binary Options - 3,2 Milliarden Ads 2017 geblockt

14.03.2018 23:05:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ende Januar hatte das schon Facebook vorgemacht. Und Online-Werbung für Bitcoin, binary Options und andere Ads, die sich auf Kryptowährungen bezogen, per Policy untersagt.

Nun zieht Google nach, wobei das Verbot erst ab Juni 2018 greifen soll.

Auch bei Google sollen ab diesem Zeitpunkt diverse Bewerbungen von Bitcoin und anderen Kryptowährungen, Börsen für diese und binary Options untersagt werden.
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Ads: An advertising ecosystem that works for everyone

https://blog.google/topics/ads/advertising-ecosystem-works-everyone/

Der dort verlinkte Eintrag in den Adwords-Richtlinien: Finanzdienstleistungen: Neue Richtlinie zu eingeschränkt zulässigen Finanzprodukten (Juni 2018)

https://support.google.com/adwordspolicy/answer/7648803

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Ab dann soll gelten (Link 2):

> Nach Inkrafttreten der Richtlinienänderungen ist die Auslieferung von Anzeigen für Aggregatoren und Affiliates für folgende Produkte nicht mehr zulässig:
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> Differenzkontrakte
> Devisenkassageschäfte
> Financial Spread Betting
> Binäre Optionen und ähnliche Produkte
> Kryptowährungen und zugehörige Inhalte

Die ersten drei können weiterhin beworben werden, falls die Werber sich von Google zertifizieren lassen. Das wird es nur in bestimmten Ländern geben. Dafür ist u.a. eine Lizenz der zuständigen Behörde für Finanzdienstleistungen notwendig. Unter

Zertifizierung für eingeschränkt zulässige Finanzprodukte

https://support.google.com/adwordspolicy/answer/7645254

ist das näher ausgeführt: Demnach sind im EU-Raum Bewerbungen zulässig,

> sofern der Anbieter dieser Produkte im Europäischen Wirtschaftsraum von einer zuständigen nationalen Behörde lizenziert ist.

Ferner gilt:

> Andere vor Ort geltende rechtliche Bedingungen, etwa Hebelbeschränkungen und Risikowarnungen, müssen ebenfalls erfüllt werden.

Das dürfte also die meisten "grauen Bewerbungen" stoppen.

Der erste Artikel erwähnt diese Einschränkungen erst im letzten Absatz. Davor wird aufgezählt, was so alles im letzten Jahr an Werbung blockiert wurde:

3,2 Milliarden Ads wurden geblockt, das sind mehr als 100 pro Sekunde. Das meiste wird geblockt, bevor das Leute zu Gesicht bekommen. Ferner:

> We blocked 79 million ads in our network for attempting to send people to malware-laden sites, and removed 400,000 of these unsafe sites last year. And, we removed 66 million “trick-to-click” ads as well as 48 million ads that were attempting to get users to install unwanted software.

79 Millionen Werbeanzeigen wurden geblockt, die Nutzer auf malware-verseuchte Sites schicken wollten. 400.000 dieser Sites wurden entfernt. 66 Millionen "trick-to-click"-Werbung, 48 Millionen Anzeigen, die unerwünschte Software installierte.

320,000 Publisher sind rausgeflogen, etwa 90.000 Websites wurden geblacklistet. Und 700.000 mobile Apps. Ferner wurden pro Monat 2 Millionen Seiten aus dem Partnernetzwerk entfernt, die gegen Policies verstoßen hatten.

Dann wurden Regeln für Sites verschärft, die Google-Werbung einblenden und versuchen, damit Geld zu verdienen. Etwa scheinbare News-Seiten:

> Essentially this means that you can’t serve ads if you’re pretending to be a legitimate news website based in London when you’re actually a content scammer in a different city.

Eine legitime News-Seite, scheinbar in London beheimatet, kann nicht jemandem gehören, der anderswo ein Contentspammer ist. Eine kleine Zahl von Publishern sei für die Mehrzahl dieser Fälle verantwortlich gewesen. 650 dieser Sites wurden geblockt, 90 Publisher ausgeschlossen.

Ähnlich Websites, die Content von anderswo klauen. 12.000 dieser Scraping-Websites seien geblockt worden. Das ging von 10.000 im Jahr 2016 hoch. Noch stärker war die Steigerung bei Websites mit scheinbar sensationellen Inhalten, die ganz andere Dinge verkauften. Etwa Diätpillen. Das ging von 1.400 (2016) auf mehr als 7000 Adwords-Accounts hoch, die geblockt wurden.

Der Artikel von Ende Januar zum Facebook-Stopp:

Interessante Entwicklung: Facebook stoppt Werbung für Finanzprodukte und Services wie Kryptowährungen, Initial Coin Offering (ICO) und binäre Optionen

https://blog.server-daten.de/de/2018-01-31/Interessante-Entwicklung--Facebook-stoppt-Werbung-fuer-Finanzprodukte-und-Services-wie-Kryptowaehrungen--Initial-Coin-Offering--ICO--und-binaere-Optionen-162

Damit wird ab Juni auf den beiden größten Werbeplattformen die Bewerbung dieser Produkte nicht mehr möglich sein.

Laut Bloomberg

Bitcoin Drops to Month Low After Google Bans Crypto Advertisements

https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-03-14/google-to-ban-cryptocurrency-initial-coin-offering-ads-in-june

sind - wie bei Facebook - auch Initial Coin Offering (ICO) vom Werbebann betroffen. Ferner sei der Bitcoin-Wert um 9,1 Prozent abgesackt, nachdem der Google-Beitrag bekannt wurde.

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