Wie kann man einen Job als Texter finden? Indem man einen Rapsong dreht - Chase Zreet bewirbt sich für die Sprite-Betreuung bei der Agentur Wieden and Kennedy - New York

17.03.2018 23:47:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer einen Job sucht: Der kann versuchen, diverse Unternehmen per Post anzuschreiben. Womöglich mit "hiermit bewerbe ich mich" - und ab in den Papierkorb.

Ganz anders machte das der Texter Chase Zreet. Er wollte bei der New Worker Agentur Wieden and Kennedy anfangen. Mit dem Ziel, dort die Kampagnen für Sprite zu betreuen.

Was machte er? Er drehte ein Video. Als Rapper. Das Ergebnis: Er bekam den Job.
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How a Copywriter’s Amazing Tribute to Sprite Got Him Hired at W+K: Chase Zreet unpacks his video 'Cover Letter'

http://www.adweek.com/agencies/how-a-copywriters-amazing-tribute-to-sprite-got-him-hired-at-wk/

Das Video auf Vimeo: Cover Letter

https://vimeo.com/241763828

> A video cover letter dedicated to the Sprite creative team at W+K NYC

Beim Video wundert man sich, ob er in den Hintergrund reingeschnitten wurde. Der Text erläutert das:

> Visually, it’s a delight, with Zreet seen floating around town (thanks to a hoverboard) in, alternately, a green jacket with a lemon on a gold chain around his neck and a yellow jacket with a lime around his neck.

Ein im Video nicht sichtbares Hoverboard wurde genutzt. Das Ganze wurde zweimal gedreht - mit einer grünen und einer gelben Zitrone um den Hals und - dazu konträr - das Jackett.

Die Werbeagentur war jedenfalls begeistert:

> W+K was blown away by the video, and ended up hiring Zreet (how could they not?), who starts in April.

Im April startet er dort - von Dallas nach New York.

W+K NY creative director Jimm Lasser erläutert das:

> “There’s too much emphasis put on portfolios, and not enough on the creative enthusiasm of a candidate,”

Da wird sehr das Portfolio betont - und der Enthusiasmus, die kreative Begeisterung eines Kandidaten geht unter.

> “We like it when candidates want to be at W+K for a variety of reasons, even beyond our work. All the better when they use their unique talents to demonstrate this. Chase made a great ad about himself. He persuaded us to invest in him. He won us over.”

Wir lieben es, wenn Kandidaten bei uns sein wollen - aus verschiedensten Gründen. Wenn sie dafür ihr Talent nutzen, um das zu demonstrieren - umso besser. Chase habe eine tolle Werbung für sich gemacht. Und uns überzeugt, in ihn zu investieren.

Lasser war wohl grade davon begeistert, daß Zreet mit dem Hoverboard unterwegs war und dabei gerapt hat.

Von Sprite gab es keine offizielle Aussage. Allerdings schrieb ein Mitarbeiter von Sprite in den Vimeo-Kommentaren, daß sie das Video lieben würden.

Auf seiner Website

Chase Zreet

http://www.chasezreet.com/

finden sich einige seiner Arbeiten.

Auf die Idee mit dem Video hat ihn ein Hinweis eines Bekannten gebracht, der davor bei W+K gearbeitet hatte. Der meinte, er könne doch für das Sprite-Team bei W+K arbeiten. Da er ein großer Fan des Rappers Vince Staples ist, kam ihm die Idee mit dem Rap. Schließlich war das in ein paar Tagen geschrieben, für die Aufnahmen war eine Woche notwendig.

Eine Plan B habe er nicht gehabt. Es sei immer ein One-Shot-Deal gewesen.

Jeremy Bartel, der das drehte, half offenbar gewaltig: So war die Idee mit dem Hoverboard wohl zunächst nur ein Ausschnitt:

> The hoverboard technique that was used in the video was buried in one of those ideas. He sat with it for a night and came back with the hoverboard scene and said, “This is it. This is the whole video.”

Aber nach einer Nacht kam er mit der Hoverboard-Szene und meinte: Das sei es. Das sei das ganze Video. Auch die Idee mit dem doppelten Filmen (wechselnde Klamotten) und dem Schnitt, so daß das Jackett im Video ständig wechselt, kam von Jeremy.

Die Reaktion von W+K auf das Video:

> “This is definitely the best original rap track about Sprite/biography of an aspiring copywriter from Texas that we’ve ever received. And we’ve received a ton.”

Der beste Rap zu diesem Thema, den die Agentur je bekommen habe. Und sie hätten viele bekommen.

"Nur" ein Video drehen reicht nicht. Es muß dann schon auch ein gutes Video sein.

Eine spannende Idee. Ab April arbeitet er in New York, was er machen wird, weiß er noch nicht. Aber die Agentur wird seine Kreativität schon sinnvoll einsetzen.

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