LSEV: 3D-printed electric car - ein E-Auto aus dem 3D-Drucker für 7500 Dollar, gedruckt in drei Tagen - Projekt von XEV - Unternehmen für elektrische Autos aus Italien und Polymaker - 3D-Unternehmen

21.03.2018 23:15:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bahnt sich da eine leise Revolution an? Die deutschen Autobauer hängen weiter an ihren großen Modellen. Aber anderswo gibt es andere Konzepte.

So LSEV: Ein Auto, das innerhalb von drei Tagen per 3D-Drucker hergestellt wird. Als das erste Auto, das sich wirklich für die Massenproduktion eignet.

Ein gemeinsames Projekt von XEV, einem Unternehmen aus Italien, das elektrische Autos herstellt. Und Polymaker, ein Unternehmen, das 3D-Lösungen anbietet.
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World’s first mass-producible 3D-printed electric car will cost under $10K

https://inhabitat.com/worlds-first-mass-producible-3d-printed-electric-car-will-cost-under-10k/

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Ein Statement von Luo Xiaofan, CEO von Polymaker:

> “XEV is the first real mass production project using 3D printing. By saying real, I mean there are also lots of other companies using 3D printing for production. But nothing can really compare with XEV in terms of the size, the scale, and the intensity.”

Die erste reale Massenproduktion, die 3D-Printing nutzt. Andere Unternehmen nutzen zwar schon 3D Printing. Aber das würde alles nicht weit genug gehen.

Das Video auf YouTube:

Bringing LSEV to life - The 1st Mass Produced 3D Printed Car

https://www.youtube.com/watch?v=M-X-rN2yXfs

Das Auto schafft 43 Meilen als Höchstgeschwindigkeit, das sind etwa 69 Stundenkilometer. Es hat eine Reichweite von 93 Meilen = knapp 150 Kilometern.

Das ist nicht viel, aber für städtischen Verkehr genügt das problemlos.

Wie konnten die Kosten so sehr gesenkt werden?

> They shrunk the number of plastic parts and components from 2,000 to 57, which also makes the LSEV a lot lighter than a standard, comparable vehicle. All of the EV’s visible parts were printed, except for the chassis, seats and glass.

Die Zahl der Kunststoffteile wurde von 2000 auf 57 reduziert. Damit ist das Auto auch deutlich leichter als vergleichbare Autos. Alles außer dem Fahrgestell, den Sitzen und den Glasscheiben wurde gedruckt.

Bei CNBC gibt es ein kleines Video (55 Sekunden), das etwas mehr zum Druck und zu den Einzelteilen zeigt:

This 3-D printed electric car costs $7,500 and took three days to make

https://www.cnbc.com/2018/03/17/lsev-is-a-7500-3-d-printed-electric-car-from-xev.html

Demnach soll das Auto 2019 in Asien und Europa erhältlich sein.

Etwas kommt mir das so vor, als ob so eine Lösung die deutschen Autobauer massiv in Bedrängnis bringen könnte. Zwei unbekannte Unternehmen, die ganz anders an bestimmte Fragestellungen herangehen. Die das ganze Auto neu denken, ohne auf Abteilungen und Personen Rücksicht nehmen zu müssen. So daß sie alte Zöpfe abschneiden und sich nicht mit Altlasten beschäftigen müssen.

Wenn ein Drucker 3 Tage dafür braucht, wären das ungefähr 100 Autos im Jahr. Also bräuchte man 1000 Drucker, um in einem Jahr 100.000 Autos produzieren zu können.

Das angesichts der aktuellen Diskussionen um die Schadstoffbelastung in den Städten. Wenn man die "dreckigen Diesel" nur noch verwendet, um außerhalb der Städte unterwegs zu sein und in den Städten solche Autos bsp. zum Mieten bereitstellt, dann könnte das rasch Effekte haben.

Die Unternehmen müßten so auch E-Busse herstellen. Die fehlen nämlich, die deutschen Autobauer haben das Thema seit Jahren verschlafen. Praktisch dürfte die Entwicklungszeit von solchen 3D-gedruckten Autos deutlich kürzer sein als das bei Verbrennungsmotoren mit sehr viel mehr Komponenten der Fall ist.

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