Smart Electric Urban Logistics (SEUL) - UPS will Flotte in London von 170 Fahrzeugen auf Elektroantrieb umstellen - neue Smart-Grid - Ladetechnik schafft deutlich mehr als die bislang möglichen 65 Fahrzeuge

31.03.2018 23:55:09, Jürgen Auer, keine Kommentare
UPS Switches On Smart Grid In London To Super-Charge Electric Delivery Fleet

Bildquelle: UPS - Pressematerial

Beim Elektroantrieb ist das Wiederaufladen der Fahrzeuge ein Knackpunkt: Gibt es zu wenige Ladestationen, dauert das Laden zu lange oder belastet es das vorhandene Stromnetz zu sehr, dann kann eine Ladestation nur eine begrenzte, womöglich viel zu niedrige Zahl von Fahrzeugen pro Tag aufladen.

Im Rahmen des Smart Electric Urban Logistics (SEUL) - Projektes in London scheint es nun zu einem wesentlichen Durchbruch gekommen zu sein.
.

UPS Switches On Smart Grid In London To Super-Charge Electric Delivery Fleet

https://pressroom.ups.com/pressroom/ContentDetailsViewer.page?ConceptType=PressReleases&id=1521473412769-768

UPS switches on smart grid in London to super-charge electric delivery fleet

https://ciltuk.org.uk/News/Latest-News/ArtMID/6887/ArticleID/15950/UPS-switches-on-smart-grid-in-London-to-super-charge-electric-delivery-fleet

.
> A UPS (NYSE:UPS) led consortium has deployed a radical new charging technology in London that overcomes the challenge of simultaneously recharging an entire fleet of electric vehicles (EVs) without the need for the expensive upgrade to the power supply grid.

Demnach gelang es, eine ganz neue Ladetechnik zu entwickeln, so daß es denkbar wird, die gesamte Flotte von Electric Vehicles (EV) quasi gleichzeitig aufzuladen, ohne daß das vorhandene Stromnetz massiv aufgerüstet werden muß.

UPS spricht vom "beginning of the end" der traditionellen Antriebe. Mit der bisherigen Ladetechnik konnten maximal 65 der vorhandenen 170 Trucks geladen werden. Also war das auch die Grenze der EV-Nutzung - 38 %.

Mit der neuen Ladetechnik sei es möglich, alle 170 Trucks immer schnell genug zu laden. Die Konsequenz: Die komplette Umstellung der Londoner Flotte auf Elektroantrieb rückt näher. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt, das in dieser Größenordnung wohl bislang einmalig ist.

> This major advance – believed to be the first time these systems have been deployed at this scale anywhere in the world – is the result of the ‘Smart Electric Urban Logistics (SEUL)’ project with UK Power Networks and Cross River Partnership, with funding secured from the UK’s Office for Low Emission Vehicles.

Schon im vergangenen Monat wurde darüber berichtet, daß die Kosten für einzelne EVs deutlich gesunken seien. Damit

> As a result of this initiative, combined with the advances the company announced just last month in reducing the cost of electric vehicles, UPS believes the day is rapidly drawing closer when the acquisition costs to put an electric vehicle on the road, including those associated with getting power to the vehicle, will be lower than the equivalent costs of its diesel counterpart.

dürfte der Zeitpunkt nähergerückt sein, bei dem die Gesamtkosten Anschaffung + Betrieb eines EV unter den entsprechenden Kosten eines Dieselautos lägen.

Ian Smyth vom UK Power Networks Services spricht davon, daß dies über kurz oder lang Auswirkungen auf die Luftqualität in London haben dürfte.

> “We are delighted to work with UPS and our other partners to design, deliver and operate this sustainable smart-grid solution. This project will deliver a huge impact on improving the air quality for Londoners and contribute to UPS’s legacy of sustainability.”

Eine Idee ist es, Batterien gezielt zum Laden zu verwenden. Aktuell werden noch neue Batterien genutzt. Später könnten auch Batterien, die bereits in UPS EV verbaut waren, auf diese Weise ein "zweites Leben" erhalten. Teils läßt sich da auch lokal erzeugte, dezentrale Energie (Solarenergie) verwenden.

Tanja Dalle-Muenchmeyer, programme manager electric freight bei Cross River Partnership:

> “Our previous work on electric freight vehicles has shown that local grid infrastructure constraints are one of the main barriers to their large-scale uptake”

Die Einschränkungen durch die lokale Netzinfrastruktur seien bis jetzt immer eine Hauptbarriere beim Skalieren gewesen.

> “We need to find smarter solutions to electric vehicle charging if we want to benefit from the significant air quality and environmental benefits these vehicles offer, and we believe this is such a solution.”

Dafür bräuchte es smartere Lösungen: Die jetzt gefundene Lösung könnte eine sein.

Unter der Unterüberschrift "Addressing the Charging Challenge" wird das nochmals genauer ausgeführt:

> Recharging a fleet of electric vehicles can be extremely expensive as it often requires upgrades to the external power grid, an option not attractive to most businesses or operators.

Das Wiederaufladen einer Flotte benötigt - klassisch - meist eine Verstärkung der Stromnetze. Das sei meist keine Option. Deshalb waren die bislang 65 Fahrzeuge in London auch die Obergrenze. Nun geht das auf 170 hoch - ohne daß das externe Stromnetz angepaßt werden muß.

Es gibt einen zentralen Server, der mit dem Netz, allen Ladestationen und Batterien gekoppelt ist. Dann wird "intelligent geladen", so daß sich die Last über die Nacht verteilt.

> The system adopts an “intelligent” approach to charging by spreading this throughout the night so that the building can use the power it needs to run the business of logistics (lights, sortation machinery and IT) and ensure that all EVs are fully charged by the time they are needed in the morning, but at the same time never exceed the maximum power available from the grid.

Das stellt sicher, daß am Morgen alle EVs geladen sind, aber gleichzeitig nie die maximale Kapazität des Stromnetzes überschritten wird.

Eine Wirkung: Für jedes Gebäude, das als UPS-Standort fungiert, kann die beste Nutzung errechnet werden. So daß einerseits der Energiebedarf des Gebäudes gedeckt ist. Andererseits aber auch genügend Ladekapazität bereitsteht, die gesamte Flotte zu laden.

Tja: Ein interessanter Ansatz. Mal sehen, wann die Londoner UPS-Flotte endgültig auf Elektroantrieb umgestellt sein wird.

*
* (wird nicht angezeigt)
Die Erläuterungen zum Datenschutz habe ich gelesen und stimme diesen zu.