Wasser aus Luftfeuchtigkeit gewinnen - indisches Startup Uravu will das ohne Strom, nur mit Solarenergie schaffen - Prototyp schafft 50 Liter pro Tag

04.04.2018 23:53:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in einem der Industriestaaten lebt, für den ist Wasser eine Selbstverständlichkeit. Ganz anders sieht das aber in manchen Gegenden der Welt aus, in denen es nur eine mangelhafte Infrastruktur und sehr unregelmäßigen Regen gibt.

Das indische Startup Uravu ist dabei, dafür eine Lösung zu entwickeln.
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EVERY DROP COUNTS: An Indian startup wants to produce water from thin air using solar energy

https://qz.com/1240668/indian-startup-uravu-eyes-xprize-by-producing-water-from-air-using-solar-energy/

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Das Prinzip ist eigentlich bekannt. Die Luft enthält Wasser. Beim Abkühlen kondensiert das Wasser zu Tropfen. Dafür gibt es auch technische Lösungen, die teils in der Industrie eingesetzt werden. Aber das braucht viel Strom und scheidet damit aus.

Swapnil Shrivastav, einer der Co-Founder zu dieser klassischen Technik:

> “You need high humidity and energy consumption (involved) is high. There are a lot of moving parts. What we wanted to do was have a simple modular device,”

Es sei eine hohe Luftfeuchtigkeit notwendig, damit das funktioniert. Und der Energiebedarf sei zu hoch. Sie wollten stattdessen ein simples, modulares Gerät bauen.

Der bereits existierende Prototyp ist da besser: Weil er keinen Strom braucht.

Es wird ein

> proprietary water-absorbing material

verwendet, das Luftfeuchtigkeit aus der Luft aufnimmt. Solarenergie wird genutzt, um das Wasser daraus zu gewinnen.

> “There’s no need of any electricity or moving parts. It is just a passive device that you can leave on your rooftop and it will generate water. The process starts at night, and by evening next day you’ll have water”

Es sei lediglich ein passives Gerät, das man aufs Hausdach stellen könne und das Wasser erzeugt. In der Nacht fängt das an, am nächsten Abend hat man Wasser.

> The apparatus absorbs water vapour overnight and the hygroscopic material is heated after sunrise, leading to the production of water.

Das wasserabsorbierende Material nimmt Wasserdampf in der Nacht auf. Dieses Material wird tagsüber durch eine Art Sonnenkollektor erhitzt und gibt wohl beim Kühlen das Wasser ab.

Der Prototyp schafft derzeit etwa 50 Liter am Tag. Das Team hofft, das bis Juni auf 2000 Liter pro Tag steigern zu können.

Für die kommerzielle Nutzung sei allerdings noch einiges notwendig. Derzeit wird versucht, das Gerät möglichst effizient zu machen. Das Ziel sind Kosten von 1.0 - 1.2 Indian Rupees für einen Liter Wasser. In Haushalten werden häufig 20 - Liter - Gefäße genutzt, die kosten 40 - 80 Indian Rupee. Wenn die 1.2 Indian Rupee erreicht wären, würde sich das rechnen.

Wobei das Gerät eigentlich nach der Anschaffung keine Kosten mehr verursachen dürfte. Allerdings wird auch erwähnt, daß man eventuell Mineralien zusetzen müsse, damit das Wasser trinkbar sei.

Die Website: Why?! Why Uravu exists?

http://www.uravulabs.com/

benennt das Problem:

> Water is a universally acknowledged crisis. The numbers speak for themselves. It remains a mystery that despite humanity's stunning innovations, we still have not conquered some of our most basic challenges like drinking water. The situation is only getting worse.

Und etwas tiefer der Satz: Dinge werden nicht dadurch geändert, daß man gegen die existierende Realität kämpft. Sie werden dadurch geändert, daß man etwas ganz Neues entwickelt, das die bisherigen Modelle obsolet macht.

Unter dem Bild des Prototypen ist das Prinzip nochmals beschrieben:

> An innovative 'aquapanel'
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> S.W.A.G is an aquapanel which harvests water from the air just by utilising the power of the Sun. Its based on our patent-pending solar adsorption reactor technology. Modular and scalable, it works efficiently even in dry and arid areas.

Die Technik soll effizient auch in trockenen und ariden Gegenden funktionieren. Aktuell gibt es Gespräche mit Behörden und strategischen Partnern. Es wird nach Gegenden gesucht, in denen Wasserknappheit herrscht.

> “Initially we’ll be working with governments and strategic partners, and we want to reach places where there is water scarcity, such as parts of Rajasthan and Andhra Pradesh, and rural areas,” Shrivastav said. “We will be trying to start with a household device and aim at community-level projects.”

So daß dort Geräte in Haushalten aufgestellt werden und es ein Communityprojekt gibt.

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