Cryptocurrency- und Blockchain-Organisationen wollen im Mai in New York gegen das Werbeverbot von Google, Facebook, Twitter und Yandex für diese Dienste klagen

09.04.2018 23:49:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Januar hatte Facebook Werbung für Kryptowährungen, Initial Coin Offering (ICO) und binäre Optionen in seinem Werbenetzwerk auf Facebook und Instagram untersagt.

Im März folgte Google dieser Entscheidung: Keine Werbung für Bitcoin, Börsen für Kryptowährungen und binäre Optionen.

Allerdings galt der Facebook-Stopp ab der Bekanntgabe. Bei Google sollte das erst ab Juni gelten.

Auch Twitter kündigte Ende März an, solche Bewerbungen in Zukunft verbieten zu wollen. Ebenso Yandex, das russische Unternehmen.

Nun schließen sich einige Organisationen, die Cryptocurrency- und Blockchain-Unternehmen vertreten, zusammen. Und wollen eine Klage in New York einreichen. Mit dem Ziel, dieses Verbot von Werbung aufzuheben.
.

Three More Countries Join Planned Lawsuit Against Internet Giants For Banning Crypto Ads

https://cointelegraph.com/news/three-more-countries-join-planned-lawsuit-against-internet-giants-for-banning-crypto-ads

.
Ende März hatten bereits die Russian Association of Cryptocurrency and Blockchain (RACIB), die Korea Venture Business Associations und LCBT, eine chinesische Assoziation von Krypto-Investoren, eine Klage angekündigt.

Nun sind weitere Unternehmen beigetreten: Die InnMind, ein Fintech-Unternehmen aus der Schweiz, die Armenian Blockchain Association und die Kazakhstan Blockchain and Cryptocurrency Association.

Spenden werden inzwischen über eine digitale Geldbörse gesammelt, die in Estland registriert ist.

Begründet wurde der Ausschluß damit, daß diese Bewerbungen zu viele Betrüger anlocken würden.

Das Verfahren könnte spannend werden. Haben die Internetgiganten das Recht, pauschal alle Unternehmen aus einer bestimmten Branche auszuschließen? Oder müßte es nicht eine Art Einzelfallprüfung geben, so daß jedes Unternehmen zumindest die Chance hat, Werbung schalten zu dürfen?

Immerhin haben Facebook und Google bald schon ein Monopol. In einem Beitrag von Ende März

Multinational Crypto Organization to File Lawsuit Against Tech Companies for Ad Ban

https://coincentral.com/multinational-crypto-organization-to-file-lawsuit-against-tech-companies-for-ad-ban/

argumentiert Yuri Pripachkin, der RACIB-Präsident, in diese Richtung:

> “We believe that this is the use of the monopoly position of the four companies that entered into a cartel with each other to manipulate the market. The ban on these four organizations led to a significant drop in the market in recent months,”

Es würde eine Monopol-Position ausgenutzt werden. Die vier Unternehmen würden ein Kartell bilden, um den Markt zu manipulieren.

Den Kartellvorwurf halte ich für eher ambivalent. Immerhin verzichten die Plattformen mit diesem Bann auf Werbegelder in nicht unbeträchtlicher Höhe. Eher könnte die Marktmacht in Kombination mit dem pauschalen Ausschluß zum Problem werden. Wenn man Unternehmen ausschließt, die sich problematisch verhalten, dann spricht da eher wenig dagegen. Aber auch wenn 80 Prozent aller Dienstleister "schwarze Schafe" sind, rechtfertigt das nicht unbedingt auch den pauschalen Ausschluß der restlichen 20 Prozent. Noch dazu, wenn dieser Ausschluß "in voraus" erfolgt.

Ende März war noch unklar, wo die Klage eingereicht werden soll. Inzwischen wurde entschieden, daß das in New York sein soll.

Die beiden hiesigen Beiträge zum Ausschluß durch Facebook und Google:

Interessante Entwicklung: Facebook stoppt Werbung für Finanzprodukte und Services wie Kryptowährungen, Initial Coin Offering (ICO) und binäre Optionen

https://blog.server-daten.de/de/2018-01-31/Interessante-Entwicklung--Facebook-stoppt-Werbung-fuer-Finanzprodukte-und-Services-wie-Kryptowaehrungen--Initial-Coin-Offering--ICO--und-binaere-Optionen-162

Google verschärft Regeln für Werbung - keine Ads für Bitcoin, Börsen für Kryptowährungen - foreign exchange markets - und binary Options - 3,2 Milliarden Ads 2017 geblockt

https://blog.server-daten.de/de/2018-03-14/Google-verschaerft-Regeln-fuer-Werbung---keine-Ads-fuer-Bitcoin--Boersen-fuer-Kryptowaehrungen---foreign-exchange-markets---und-binary-Options---3-2-Milliarden-Ads-2017-geblockt-204

Persönlich habe ich zwar den Eindruck, daß es in diesem Bereich so manch ein betrügerisches Schneeballsystem gibt. Aber schwarze Schafe dürfte es in jeder Branche geben. Mal sehen, wie das ausgehen wird.

Google hatte im März zwar einiges grundsätzlich verboten. Aber bei ein paar anderen Dingen (Details siehe den Beitrag) die Erlaubnis für Werbung bsp. daran geknüpft, daß die zuständige staatliche Stelle dem Unternehmen eine Lizenz erteilt habe.

*
* (wird nicht angezeigt)
Die Erläuterungen zum Datenschutz habe ich gelesen und stimme diesen zu.