Micro Growth Chamber Systems - eigener Salat in einer Karton-Hydrokultur - überall dort, wo es wenig Platz gibt, ohne Filter, Pumpen und Strom - von Aggressively Organic

02.05.2018 23:53:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Sich zumindest teilweise selbst ernähren können? Für Stadtbewohner ist das normalerweise eine aussichtslose Sache. Allerdings hat die Selbstversorgung den Vorteil, daß man weiß, daß da nichts gespritzt oder anders behandelt wurde. Ein US-Unternehmen mit dem "treffenden Namen" Aggressively Organic will Stadtbewohnern eine Möglichkeit anbieten, daß sich diese eigenes Grünfutter züchten.
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Amazing plant pods can grow more lettuce in a 10×10 room than a farm can grow on 1/2 acre

https://inhabitat.com/amazing-plant-pods-can-grow-more-lettuce-in-a-10x10-room-than-a-farm-can-grow-on-1-2-acre/

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Die Werbeaussage klingt erst einmal "etwas unglaublich":

> The Indiana-based company offers Micro Growth Chamber Systems that can grow more lettuce in a 10-by-10-foot room than an organic farm can grow on a half-acre.

Mittels "Micro Growth Chamber Systems" mehr Salat auf einem Raum von 10x10 Fuß (etwa 3 x 3 Meter) als eine organische Farm auf einem halben Acre. Ein Acre sind etwa 4000 Quadratmeter, das wären also etwa 2000 Quadratmeter bzw. eine Bodenfläche von 40 x 50 Metern. Bei einem deutlich geringeren Wasserverbrauch.

> Aggressively Organic seeks to tackle food insecurity one micro-garden at a time by giving people the tools they need to grow their own food – whether that’s in an office, dorm room or small studio apartment. Their growth systems are even suitable for people who lack gardening experience.

Leute sollen die Tools erhalten, mit denen sie sich selbst Grünzeug züchten können. Egal, ob das in einem Büro, einem Schlafzimmer oder einem kleinen Apartment ist. Die Systeme seien auch für Leute gedacht, denen gärtnerische Erfahrung fehlt.

Das Prinzip: Eine Hydrokultur.

> Their product consists of a foldable cardboard chamber, a liner, a coconut coir disc in which seeds are planted, reusable net cups to hold the plant, and a nutrient solution.

Ein faltbarer Karton, eine Schutzfolie. Dann gibt es wiederverwendbare Kunstoffeinsätze. Die werden wohl mit Kokosnussfasern gefüllt, da kommen auch die Pflanzen rein. Und eine Nährlösung. Das Video

Introducing Aggressively Organic Micro Growth Systems™

https://vimeo.com/237442033

zeigt ab etwa 1:15 das eigentliche Zusammenbauen: Da werden diese wiederverwendbaren Kunststoffeinsätze gefüllt, der Karton zusammengebaut, mit der Folie ausgestattet. Dann kommt ordentlich Wasser rein. Zum Schluß wird dieser gefüllte Kunststoffeinsatz oben eingesetzt.

Ab dann soll man das System quasi sich selbst überlassen können. Aus der Videountertitelung:

> You’re about to learn grow your own food in a way that you don't have to think about it – just set it, and forget it… then harvest.
> We don’t like to see you just keep your herbs limping along, or feeling guilty that they look a bit sad.
> You can finally feel good that you’ll easily be able to grow your own vibrant, great tasting food... in the comfort of your own home… on a bookshelf, windowsill, desk or table.

Der Wasserverbrauch: Beim normalen Bodenanbau seien für einen Kopfsalat 25 Gallonen Wasser notwendig, das sind 94 Liter Wasser. Der eine Kopfsalat benötigt eine Säule, damit 16 ounces, das wären 0,47 Liter.

Die Daten finden sich - grafisch dargestellt - auch auf der Website.

Aggressively Organic

https://aggressivelyorganic.com/

Unter

Instructions

https://aggressivelyorganic.com/instructions/

gibt es diverse Videos: Was wird geliefert und was macht man damit. Da sieht man auch einen wesentlichen Punkt:

How to Prepare Coco Coir for Germination

https://aggressivelyorganic.com/videos/how-to-prepare-coco-coir-for-germination/

Diese Elemente aus Kokosnussfasern sind relativ flach. Man legt sie in Wasser. Und sie quellen massiv auf, so daß sie den ganzen Kunststoffeinsatz ausfüllen.

Der Inhabitat-Beitrag zeigt ein Bild, wie die Wurzeln der Salatpflanze diese Kokosnussfasern durchdringen und drunter in der Wasserlösung weiterwachsen.

Allerdings läßt man in diesen Elementen aus Kokosnussfasern die Salatpflanzen erst einmal vorwachsen. Erst, wenn sie dort eine gewisse Größe erreicht haben, kommen sie in diesen Karton hinein.

Die Website enthält leider nur Videos, keine erläuternden Texte. Mal sehen, ob sich das Unternehmen längerfristig am Markt behaupten kann.

Theoretisch kann so ein Karton umkippen. Dann dürfte es etwas feucht werden.

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