All roads lead to Rome - alle Wege führen nach Rom - aber was passiert, wenn man so etwas ausrechnen lässt? Das Moovel Lab in Stuttgart

05.05.2018 23:54:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Alle Wege führen nach Rom. So ein historischer Satz, der damit in Verbindung gebracht wird, daß es verschiedene Lösungswege für eine Aufgabe geben kann: Am Ende landet man dann doch wieder - in Rom, beim gleichen Ergebnis.

Mitarbeiter beim Moovel Lab, das sich mit Themen der urbanen Mobilität beschäftigt, hatten sich mit diesem klassischen Satz beschäftigt. Mit Ergebnissen, die auf den ersten Blick wie ein Rumspielen aussehen. Aber was passiert, wenn man das Prinzip überträgt?
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Roads to Rome

http://roadstorome.moovellab.com/

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Die Technik: Über Europa wurde ein Gitter gelegt, in jedem Gitter muß es ja einen Startpunkt für einen Weg nach Rom geben. Das lieferte 486,713 Startpunkte.

Von jedem dieser Startpunkte wurde der Weg nach Rom berechnet. Wurde eine Straße mehrfach genutzt, wird sie dicker dargestellt. Das Ergebnis: Eine Karte, in die man reinzoomen kann.

Roads to Rome

http://roadstorome.moovellab.com/maps/roads-to-rome

Wie ein Baum, dessen Baumfuß in Rom liegt.

Wenn man sich Deutschland ansieht, fällt auf, daß eine wesentliche Route über Lübeck, den Süden von Hamburg, Hannover, Göttingen und Kassel, Würzburg, Heidenheim, Memmingen, Kempten geht. Dann geht das etwas nach Osten, trifft sich mit dem starken Strang, der aus der Gegend von München kommt und geht über den Brenner. Dieser Hauptstrang wird von Norwegen und Schweden her "verbreitert". Berlin liegt dagegen nur an einem "relativ dünnen Weg".

Aber wenn man dieses Prinzip nun auf die Orte mit Namen Rom anwendet, die es in den USA gibt? Dort gibt es neun Rom, die alle in der Osthälfte liegen. Zu jedem Ort wurde der Weg zum naheliegensten Rom ermittelt.

Roads to Romes

http://roadstorome.moovellab.com/maps/roads-to-romes

Der nächste Schritt: Das mit den US-Staaten und deren Hauptstädten zu berechnen. Da lösen sich die Grenzen einiger Staaten auf:

> When looking only at service areas, it seems that many states keep their territorial shapes. The coastal states are especially recognizable. The southern states seem to lose their original form.

New United States:

http://roadstorome.moovellab.com/maps/new-united-states

Ein ähnliches verblüffendes Bild ergibt sich, wenn man nach demselben Prinzip die Einzugsbereiche der europäischen Hauptstädte ermittelt:

New Europe:

http://roadstorome.moovellab.com/maps/new-europe

Da schrumpft der "Einzugsbereich" von Berlin auf den oberen Teil von Deutschland. Prag absorbiert dagegen alles bis Nürnberg im Westen. Ebenso Amsterdam das gesamte Ruhrgebiet, Bremen bis hin zur südöstlichen Spitze Kassel.

Manche Staaten (Spanien, Portugal, Türkei) sehen einigermaßen wie gewohnt aus. In Mitteleuropa findet man die Staaten kaum mehr wieder.

Schließlich der Vergleich Paris / Berlin eingeschränkt auf den Staat:

Roads to Paris

http://roadstorome.moovellab.com/maps/roads-to-paris

Roads to Berlin

http://roadstorome.moovellab.com/maps/roads-to-berlin

Zentralisiert versus föderal:

> Routes in France seem lead to Paris rather directly, with many heavily used roads. The situation in Germany suggests a rather broken down network of roads, before getting to Berlin.

Eine interessante Auswertung. Nicht mehr ganz neu.

http://roadstorome.moovellab.com/about

2016 gab es einen Award, 2017 den German Design Award Special.

Via

Apparently, All Roads Do Lead to Rome

https://www.archdaily.com/893076/apparently-all-roads-do-lead-to-rome

 

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