The Nocenco Cafe - renovated rooftop restaurant with bamboo arches - renoviertes Restaurant auf der Dachterrasse mit einem riesigen Bambusgewölbe - Vo Trong Nghia in Vinh - Vietnam

30.06.2018 23:41:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Auf einem älteren, siebenstöckigen Betongebäude in Vinh (Vietnam) gibt es eine größere Dachterrasse. Dort ein Restaurant. Hat so ein Konzept eine Zukunft?

Im Rahmen einer Renovierung wandten sich die Besitzer an das Architekturunternehmen Vo Trong Nghia. Mit der Bitte, sie mögen doch eine einzigartige und "eye-catching" Struktur dazubauen. Unter Verwendung lokaler Materialien. Nachdem verschiedene Varianten mit Backsteinen und Steinen verworfen wurden, kam die Architekturfirma auf Bambus.

Und entwickelte eine offene, gewölbeartige Struktur - aus Bambus.
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Beautiful bamboo arches breathe new life into a bland concrete building

https://inhabitat.com/beautiful-bamboo-arches-breathe-new-life-into-a-bland-concrete-building/

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Von außen her ist das einerseits ein relativ flaches Dach mit einem Mittelgiebel. Andererseits gibt es eine große Kuppel. Mit Bambus wurden das siebte Stockwerk und die Dachterrasse ergänzt.

Von innen her gibt es drei Bereiche: Der Bereich unter der Kuppel mit gleichartigen Bambussäulen, die nach oben hin in Strängen verzweigen und sich in der Kuppel treffen. Da haben die Bambussäulen am Fuß einen quadratischen Durchschnitt.

Dann der Bereich unterhalb des flachen Daches: Da gibt es einerseits Bambusbündel, die auf direktem Weg zum First gehen und die Auflagerung tragen. Andererseits eine zweite Konstruktion, die etwas an gotische Kirchen erinnert. Nur eben nicht aus massivem Stein, sondern aus einzelnen Bambussträngen.

Im siebten Stockwerk gibt es Säulen mit rundem Durchschnitt am Fuß, die sich gebogen zur Decke fortsetzen.

Beide Stockwerke bieten Blicke nach draußen auf die umliegenden, niedrigeren Häuser. Ferner sind die Bambuselemente von der Straße her zu sehen. Die meisten der dortigen Häuser wurden im Vietnamkrieg beschädigt und schrittweise mit Betonfassaden im Kolonialstil renoviert. Der Entwurf sollte nicht die äußere Hülle des Hauses verändern. Stattdessen bestand die Aufgabe darin, einen "ikonischen Look" zu kreiren, der sich dramatisch von den anderen Gebäuden unterschied.

Die Argumente pro Bambus:

> “Through our experience, we know bamboo is [easy] to access in this tropical climate which reduces construction time and budget,” says Vo Trong Nghia. “The essence of using bamboo in this project is ‘lightness’ … bamboo … can be lifted up by a few workers and easily [transported] to the highest floor by a crane. In addition, it is possible to install the bamboo structure without any additional structural support.”

Bambus steht in diesem tropischen Klima schnell zur Verfügung. Das reduziert Konstruktionszeit und Budget. Ferner läßt sich Bambus leicht transportieren. Und die Struktur kann erzeugt werden, ohne daß weitere strukturelle Techniken notwendig sind.

Auf der Website der Architekten

http://votrongnghia.com/projects/

finden sich diverse weitere Projekte mit Bambus. Das Nocenco Cafe scheint aber noch nicht aufgeführt zu sein. Leider braucht die Website relativ lange, bis sie geladen ist.

DirtyCarArt - temporäre Kunstwerke durch das Säubern verdreckter LKW und Autos - Kunst durch Säubern - die Kunst von ProBoyNick - Nikita Golubev aus Moskau

29.06.2018 23:10:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kunst, die im öffentlichen Raum agiert, setzt sich häufig dem Risiko aus, daß die Besitzer der "veränderten Räume" womöglich gar nicht mit dem Kunstwerk einverstanden sind. Wenn eine Hauswand ungefragt bemalt wird, dann kann das Probleme geben. Ähnliches gilt für Farbmarkierungen auf Straßen und öffentlichen Plätzen.

Es gibt allerdings eine spezielle Ausnahme: Da entsteht das Kunstwerk nicht dadurch, daß Farbe aufgetragen wird. Sondern darin, daß verschmutzte, stark verschmutzte Gegenstände, Straßen oder Häuser partiell gereinigt werden.

Der Moskauer Künstler ProBoyNick = Nikita Golubev macht das - mit Lastwagen und Autos.
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Der dunkle Lastwagen, der hinten ein Löwengesicht erhält

https://www.youtube.com/watch?v=iIP3HhFa4Pg

Ein Auto, das an der Seite heftig verdreckt ist und aufgehübscht wird

https://www.youtube.com/watch?v=EI1xkTwD7dw

Der Instagram-Account @proboynick

https://www.instagram.com/proboynick/

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Da gibt es bsp. einen Hammerhai:

https://www.instagram.com/p/Bi6QuSbl1UR/

Oder einen "Liegenden in Rüstung":

https://www.instagram.com/p/BiP7FLdlcoA/

Und bei diesem Adler

https://www.instagram.com/p/Bi6QuSbl1UR/

> Guess who's back!? The #originalduster ! Opening the #dirtyseason with this one.

wünscht man sich, daß der dreckige Laster nicht so schnell gereinigt wird.

Wie mögen wohl die Lastwagenfahrer reagieren, wenn sie plötzlich entdecken, daß sie ein Kunstwerk durch die Gegend fahren?

In seinem Videokanal

Nikita Golubev

https://www.youtube.com/user/Nikitagolubev/videos

gibt es ein Video, wo er an einer Messe in China teilgenommen hat:

Dirty Art Show at Super Health Expo 2018

https://www.youtube.com/watch?v=kQdvefEbEus

> I did several dirty art drawings working on Hangzhou Superhealth Expo. Every piece took me about an hour.

In etwa einer Stunde erschafft er so ein Kunstwerk.

Da gibt es gegen Ende einen Lastwagen mit einem großen Gorilla. Dagegen lauter rauchende Schlote mit viel Aufhellung dazwischen. Am Anfang war der Lastwagen natürlich relativ gleichmäßig dreckig.

Ad-Case - ein mobiler Smartphone-Airbag aus dem 3D-Drucker für ein herunterfallendes Smartphone - von Philip Frenzel, Student an der Hochschule Aalen

28.06.2018 22:46:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man hier in Berlin unterwegs ist, dann haben viele Leute ein Smartphone in der Hand. Diverse davon sehen beschädigt aus. Ein Sprung im Glas oder sogar ein deutlich sichtbares sternförmiges Muster. Die Geräte sind ja nicht ganz günstig. Solange das Gerät noch funktioniert, wird es weiterhin verwendet.

Aber wie wäre es, wenn es einen Schutzmechanismus gäbe. So etwas wie einen mobilen Airbag? Womöglich hat sich das auch Philip Frenzel gedacht, der in Aalen an der dortigen Hochschule studiert. Er hat mittels eines 3D-Druckers eine interessante Schutzvorrichtung konstruiert.
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Genius Student Invents “Mobile Airbag” That Deploys When You Drop Your Phone, Tries It With His Phone

https://www.boredpanda.com/mobile-airbag-phone-drop-protection-philip-frenzel/

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Das Video zeigt, wie er sein eigenes Smartphone fallen läßt.

Engineering Student Designs a "Mobile Airbag" that Deploys When your Device is Dropped

https://www.youtube.com/watch?v=mLoEcgAaRpI

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Zuerst hatte er einen Aktivierungsmechanismus mit Sensoren gebaut, der dadurch ausgelöst wird, daß das Smartphone herunterfällt. Aber was wird aktiviert?

Erst hatte er an einen "richtigen Airbag" gedacht. Dann an eine Art Schaumlösung. Aber all das erschien nicht wirklich praktikabel. Er entschied sich stattdessen für eine gegenteilige Lösung. Etwas Festes - Federn.

Die klappen an allen vier Ecken in beide Richtungen auf. Und sorgen so dafür, daß das Gerät beim Aufprall auf den Boden durch die Federn gedämpft wird und den Boden gar nicht berührt.

Das läßt sich so anbringen, daß das Gerät ansonsten ganz normal genutzt werden kann. Eine Art Gerätehülle, die hinten an dem Smartphone befestigt wird. Die Federn lassen sich zusammenschieben und unter die Hülle einschieben. So, daß das Smartphone ansonsten wie gewohnt verwendet werden kann.

Derzeitiger Nachteil: Die Hülle ist genau angepaßt. Aktuell gibt es das nur für iPhones.

Aber das wäre später wohl nur eine Frage der Anpassung, bis so eine Hülle auch für andere Geräte zur Verfügung steht.

Die Website:

Ad-Case

https://www.ad-case.de/

> ADCASE - THE COOLEST WAY TO PROTECT YOUR SMARTPHONE

Da gibt es die genauen Maße. Verfügbar ist das aktuell für IPHONE X, IPHONE 8 / IPHONE 8 PLUS, IPHONE 7 / IPHONE 7 PLUS, IPHONE 6S / IPHONE 6S PLUS und IPHONE 6 / IPHONE 6 PLUS.

Im Juli soll es eine Kickstarter-Kampagne geben.

Dragon Drone - japanische Drachen-Drohne aus vielen lose gekoppelten Teilen fliegt autonom durch die Luft - wie eine fliegende Schlange

27.06.2018 22:38:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei einer Drohne (UAV = Unmanned aerial vehicle) denkt man normalerweise an mehrere Rotoren, die relativ starr aneinander gekoppelt sind. Was aber passiert, wenn man ein Element hat, das an den beiden Enden zwei Rotoren hat. Das aber drehbar gegen eine Querstange gelagert ist, an der per Gelenklagerung die nächste Querstange angekoppelt ist, die ebenfalls eine Querstange mit zwei Rotoren trägt. Und dann zwei weitere dieser längeren Elemente folgen?

Forscher von der University of Tokyo in Japan haben ein solches Gebilde entwickelt. Und es zum Fliegen gebracht.

Wobei DRAGON eine Abkürzung für

Dual-rotor embedded multilink Robot with the Ability of multi-deGree-of-freedom aerial transformatiON

ist: Doppel-Rotoren eingebettet in Multilink-Roboter mit Freiheitsgraden (Bewegungsmöglichkeiten) in mehrere Richtungen.
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japanese dragon drone slithers autonomously through the air like a flying snake

https://www.designboom.com/technology/university-of-tokyo-japanese-dragon-drone-slithers-autonomously-air-like-flying-snake-06-27-2018/

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Wesentlich ist, daß der fliegende Drache seine Flugbahn selbst berechnen und dabei Hindernisse umgehen kann.

Das Video

Design, Modeling and Control of Aerial Robot DRAGON

https://www.youtube.com/watch?v=zMi5v2KznU4

zeigt das eindrücklich. Die Drachen-Drohne steht zunächst als Kreis in der Luft, streckt sich zur Schlange. Die ist aber nicht waagerecht, sondern deutlich schräg.

Dann gibt es einen Tisch, der aus einem Metallrahmen und vier gleichartigen Glas-Dreiecken besteht. Der Metallrahmen hält diese, in der Mitte ist ein kleines Quadrat mit einer Kantenlänge von 0,6 Metern frei. Die Drachen-Drohne fliegt unterhalb des Tisches, zunächst fast als Kreis.

Dann richtet sie sich auseinander und fliegt langsam mit den ersten Elementen durch die Öffnung durch.

Bis schließlich die ganze Drachen-Drohne oberhalb des Tisches angekommen ist.

> Dragon is able to autonomously decide how to transform when given the constraints of the space it needs to pass through. researchers conceptualize this robot as a sort of overactuated flying arm that can both form new shapes and use those shapes to interact with the world around it by manipulating objects.

Die Berechnung der Flugbahn und die Steuerung erfolgt autonom.

Es könnte sein, daß später bis zu 12 Module aneinander gekoppelt werden. Und daß die beiden Enden ein Objekt anheben. Wie ein Mensch, der mit zwei Fingern einen Gegenstand anhebt.

Die Quelle:

Flying Dragon Robot Transforms Itself to Squeeze Through Gaps - DRAGON can change its shape to move through complex environments and even manipulate objects

https://spectrum.ieee.org/automaton/robotics/drones/flying-dragon-robot-transforms-itself-to-squeeze-through-gaps

Da ist das Problem grundsätzlich beschrieben: Eine sehr große Herausforderung für aerial robots sei alles, was indoor passiert. Da gibt es Türen und weitere furchtbare Dinge wie weitere Türen, Wände, Fenster, Personen, Möbel, hängende Pflanzen, Lampenschirme und womöglich andere fliegende Robots.

Eine Lösung: Sehr kleine Drohnen, aber deren Möglichkeiten sind begrenzt.

Demnach kann DRAGON auch komplexe Figuren fliegen.

> DRAGON can fly as a straight line, as a box, as an “L” shape, and also has more complex 3D shapes like a zig-zag or a spiral.

Auf einem der dortigen Bilder sieht man die vier Elemente etwas genauer. Jedes der vier Elemente hat seine eigene Batterie. Ferner gibt es eine zentrale Steuereinheit, die das ganze Objekt lenkt.

Das könnte längerfristig zu ganz neuen Einsatzmöglichkeiten führen. Intelligente, hinreichend große autonome Drohnen, die ihre Form der Umgebung anpassen können. Die einerseits "hinreichend klein" sind, so daß sie auch durch relativ schmale Öffnungen durchkommen. Die andererseits hinreichend kräftig sind, so daß sie eine höhere Nutzlast tragen bzw. Gegenstände ergreifen können.

Wenn man bsp. einen großen Tank hat, dann läßt sich dieser mit so einer Drachen-Drohne von innen her inspizieren.

OLG Köln zum Verhältnis Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und Kunsturhebergesetz (KUG) - DSGVO erzwingt nicht Verpixelung, wenn KUG Ausnahme erlaubt - Beschluss 15 W 27/18

26.06.2018 23:51:30, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist grade mal einen Monat alt. Im Vorfeld gab es teils Aussagen, nach denen Fotografieren kaum mehr zulässig sei, da das Erstellen von Photos personenbezogene Daten erzeugt, so daß die photographierten Personen ihre Einwilligung erteilen müßten. Hinzu kommt die Frage für professionelle Photografen, ob diese Bilder mit Personen ohne deren explizite Einwilligung veröffentlichen dürfen. Das eine Thema ist also die Frage, ob Bilder erstellt werden dürfen. Das andere Thema beschäftigt sich mit der Frage der Veröffentlichung ohne explizite Einwilligung.

Das war bis jetzt in weiten Teilen durch das Kunsturhebergesetz (KUG) geregelt. Dieses greift - so die gegenteilige Aussage - weiterhin, weil die DSGVO solche Ausnahmetatbestände ausdrücklich zulässt.

Bereits jetzt gibt es zu diesem Thema eine erste OLG-Entscheidung. Denn ein Antragsteller hatte die Meinung vertreten, daß sein Gesicht in einem Fernsehbeitrag verpixelt werden müsse. Er begründete dies u.a. mit der DSGVO.

Das lehnte zunächst das LG Köln per Beschluß mit Entscheidung vom 22.05.2018 (28 O 167/18) ab. Dagegen Beschwerde, die das OLG Köln nun ablehnte.
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Oberlandesgericht Köln, 15 W 27/18 - 18.06.2018, 15 W 27/18, ECLI:DE:OLGK:2018:0618.15W27.18.00

https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2018/15_W_27_18_Beschluss_20180618.html

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Es ging um die

> Räumung, Sperrung und Bewachung des Gebäudes „I“

da gab es ein erhebliches öffentliches Interesse. Da wurde gefilmt, dabei u.a. der Antragsteller gefilmt. Der Film wurde ausgestrahlt, ohne daß das Gesicht des Antragstellers verpixelt war. Dagegen ein Antrag auf Unterlassung.

Grundsätzlich bemängelte das OLG Köln, daß der Antragsteller den betreffenden Film nur ausschnittsweise zu den Akten gereicht hatte. Deshalb:

> Darüber hinaus ist der Senat mangels Glaubhaftmachung nicht in der Lage, die angeblichen Verletzungshandlungen im Gesamtkontext verlässlich zu prüfen, insbesondere die Frage zu bewerten, ob es sich um Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte handelt, zumal – wie das Landgericht zutreffend ausgeführt hat – die Vorgänge um die Räumung, Sperrung und Bewachung des Gebäudes „I“ von erheblichem öffentlichem Interesse sind.

Damit die Feststellung, daß das LG Köln die Vorschriften des KUG zutreffend angewandt habe. Wobei das KUG die Erlaubnistatbestände enthält, nach denen Bilder von Personen ohne deren explizite Einwilligung veröffentlicht werden dürfen.

Mit Blick auf die DSGVO:

> Soweit der Antragsteller sich mit der Beschwerdebegründung auf die Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) beruft, geht dies fehl
>
> Artikel 85 DS-GVO erlaubt wie die Vorgängerregelung in Art 9 der Richtlinie RL 95/46/EG nationale Gesetze mit Abweichungen von der DS-GVO zugunsten der Verarbeitung zu journalistischen Zwecken.

Diese Öffnungsklausel läßt nicht nur neue Gesetze zu, sondern kann auch bestehende Regelungen erfassen.

Damit ist die Veröffentlichung personenbezogener Daten zu journalistischen Zwecken durch das sogenannte "Medienprivileg" weiterhin gerechtfertigt, da explizit gesetzlich zulässig.

Praktisch ermöglicht das KUG ohnehin eine Güterabwägung zwischen den verschiedenen Grundrechten:

> Da Datenschutzregelungen als Vorfeldschutz letztlich immer die journalistische Arbeit beeinträchtigen, sind daher hier keine strengen Maßstäbe anzulegen (...). Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Art 85 DS-GVO gerade den Normzweck hat, einen sonst zu befürchtenden Verstoß der DS-GVO gegen die Meinungs- und Medienfreiheit zu vermeiden

Ferner läßt sich das Europarecht beachten:

> Die umfangreichen Abwägungsmöglichkeiten im Rahmen des KUG erlauben dann auch – was künftig geboten sein dürfte – eine Berücksichtigung auch der unionsrechtlichen Grundrechtspositionen.

Folgerung: Einerseits gilt die DSGVO. Andererseits heißt dies nicht, daß Ausnahmetatbestände, die bislang per Gesetz galten, nun plötzlich abgeschafft sind. Ermöglicht ein solches spezielleres nationales Gesetz die Erhebung bzw. Veröffentlichung personenbezogener Daten, so gilt das auch mit der Gültigkeit der DSGVO. Denn diese läßt im Artikel 85 ausdrücklich solche Erweiterungen bzw. Einschränkungen zu.

CoolSeal - Los Angeles beschichtet dunkle Strassen mit weissem Belag, um Temperatur um 11-13 Grad Fahrenheit oder 6-7 Grad Celsius abzusenken

25.06.2018 23:38:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer nach Los Angeles fährt, der mag sich womöglich über einige "weiße Straßen" wundern. Aber das ist kein Versehen und kein Kunstwerk. Sondern der Versuch, die Temperaturen in der Stadt etwas abzusenken.

Im letzten Jahr gab es schon einen Test dazu. Einige Straßen wurden mit CoolSeal bestrichen. Das ist eine asphaltbasierte Beschichtung, die sich relativ einfach aufbringen läßt.

Das Ergebnis: Eine Temperaturabsenkung gegenüber nicht beschichteten Straßen im Bereich von 11 - 13 Grad Fahrenheit. Umgerechnet sind das etwa 6 - 7 Grad Celsius.
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Los Angeles cools street temperatures by painting them white

https://boingboing.net/2018/06/21/los-angeles-expands-its-progra.html

Ein Video vom letzten Jahr zeigt das Aufbringen: Guard Top Drone Video

https://www.youtube.com/watch?v=DFu2e5vO79U

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Es genügt, das aus einem Tank aufzuspritzen und mit breiten Schabern fein zu verteilen.

Durch das helle Weiß wird deutlich mehr Sonnenlicht reflektiert, anstatt daß das Licht absorbiert wird und sich der Straßenbelag aufheizt. Damit heizen die Straßen weniger die Häuser.

Ganz günstig ist das nicht: 40.000 Dollar für eine Meile, also 1,6 Kilometer. Ferner hält der Belag maximal 7 Jahre. Das soll nun bevorzugt bei Hitzeinseln aufgebracht werden. Das sind Bereiche, in denen es sehr viel Asphalt und kaum mehr Erde gibt. Laut einem älteren Archdaily-Artikel vom April

Los Angeles Is Painting the Streets White (Again), and Your City Might Be Next

https://www.archdaily.com/893171/los-angeles-is-painting-the-streets-white-again-and-your-city-might-be-next

können solche Hitzeinseln teils 50 - 90 Grad Fahrenheit heißer sein als die Lufttemperatur. Also teils ab ~~ 20 Grad Celsius wärmer.

Aufgrund der Tests im letzten Jahr weiß die Stadt nun besser, wo es sich lohnt, in der Stadt solche Zonen zu weißen.

Interessant ist, daß es nach den ersten Tests im letzten Jahr Anfragen aus der halben Welt gab, etwa aus China, Israel, Australien und Saudi Arabien.

Ein zweites Video:

Why LA Streets Are Being Painted White

https://www.youtube.com/watch?v=ileU--wuOd0

Die Masse braucht 24 Stunden, um zu trocknen.

Schwarzer Asphalt absorbiert 80 - 95 % des Sonnenlichts. Die weiße Farbe reflektiert das. Da ist von Gehwegen die Rede, die sich auf bis zu 150 ° Fahrenheit aufheizen, das sind 65°C.

Der weiße Asphalt strahlt weniger in die Häuser ab, damit bleiben auch diese kühler.

Mal sehen, ob das Konzept irgendwann auch hier in Deutschland ankommen wird.

Helyx - ein Fahrrad, bei dem das Hinterrad ebenfalls drehbar gelagert ist - Räder können beim Geradeausfahren gegeneinander versetzt sein - von James Roberts - London

24.06.2018 23:26:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei einem Fahrrad pflegt das hinten angebrachte Antriebsrad fest mit dem Rahmen verbunden zu sein. Das vordere Rad ist dagegen drehbar gelagert, so daß der Fahrer mit dem vorderen Rad lenken kann.

Was aber passiert, wenn das Hinterrad ebenfalls drehbar gelagert wird? So daß es mitsamt den Pedalen gegen den Rahmen gedreht werden kann? Auf Wunsch aber auch fixierbar ist, so daß sich das Fahrrad wie ein gewöhnliches Fahrrad verhält.

Der Ingenieur James Roberts hat in London so ein Fahrrad entwickelt. Das ermöglicht "verblüffende Fahrbewegungen".
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james roberts' helyx bike allows steering the rare wheel

https://www.designboom.com/design/james-roberts-helyx-bike-steering-rare-wheel-06-24-2018/

Das Video direkt auf YouTube:

Introducing Helyx Bike

https://www.youtube.com/watch?v=gSoCuRs530E

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> At Helyx we knew there was a way to go beyond what a bike can do, to make riding on two wheels more challenging and exciting.
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> By steering the rear wheel as well as the front, a whole new style of riding becomes possible.
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> As soon as you step on, it feels like something you were always able to do but had never realized. You start seeing at the landscape in a different way, looking for new places to ride.

Es scheint für Leute, die normal Fahrradfahren können, relativ einfach zu sein, zu wechseln.

Man kann damit so fahren, daß man gradeaus fährt, aber die beiden Räder nicht direkt hintereinander stehen. Das hintere Rad rollt bsp. auf dem Boden, während das vordere Rad auf einer Treppenstufe rollt. Der Fahrradrahmen ist folglich bei diesem Gradeausfahren nicht längs zur Fahrtrichtung ausgerichtet, sondern etwas schräg.

Oder man fährt "im Prinzip" geradeaus. Aber Vorderrad und Hinterrad vollführen Pendelbewegungen um die Mittellinie herum. Das Video zeigt einige dieser verblüffenden Fahrmöglichkeiten.

Aktuell läuft eine Kickstarter-Kampagne:

Helyx Bike: Twin Steer Bike - The Possibilities are Endless

https://www.kickstarter.com/projects/1691526198/helyx-bike

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Das Motto:

> Bring the fun and freedom back to riding. It's a workout for the body and the mind. Easy to start but hard to master.

Das Fahrrad hat eine Gesamtlänge von 160 Zentimetern bei einem Achsenabstand von 112 Zentimetern.

Interessant ist, daß die Fahrräder in London im eigenen Shop hergestellt werden. Der Grund, warum es kein Outsourcen gibt:

> The bikes are made in London UK in our own bike shop. Some people ask why we don't outsource. The truth is once you have added the extra costs of visits, time spent specifying the parts, shipping, increasing wages, and in-house quality assurance processes you don't save much. We have developed expertise in the mass production of bike frames and are able to efficiently and consistently produce high quality products. Bikes are then assembled in their entirety by one person to make sure every bike is exactly as it should be. They are then quality assessed by an second member of staff to ensure they are all perfect before being dispatched.

Das würde nur zu zusätzlichen Kosten führen: Besuche, Spezifikationen, Transport, Qualitätscheck. Das Unternehmen hat bereits jetzt Erfahrungen mit der Massenproduktion von Fahrradrahmen, so daß sie das bewältigen können.

Early Birds bekommen das Fahrrad für 269 britische Pfund, also aktuell 313 Euro. Später soll ein Fahrrad 349 britsche Pfund, also etwa 406 Euro kosten. Das liegt also einigermaßen im Rahmen.

South Dakota v. Wayfair Inc. vom Supreme Court entschieden - Steuerchaos in den USA - keine einheitliche Mehrwertsteuer, stattdessen mehr als 10.000 Steuerbezirke - 17-494

23.06.2018 23:57:24, Jürgen Auer, ein Kommentar

Manchmal staune ich doch: In Deutschland mag der eine oder andere die steuerlichen Verpflichtungen von Selbständigen und Unternehmern bedauern. Aber immerhin gibt es hier ein einigermaßen funktionierendes und vor allem bundesweit einheitliches System.

Ganz anders - oder vielleicht auch: katastrophal anders - sieht das in den USA aus. Bis jetzt wußte ich das nicht. Aber laut dem folgenden Artikeln ist das System in den USA gruselig. Ein Text der New York Times, zwei von Golem und Heise.
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Supreme Court Widens Reach of Sales Tax for Online Retailers

https://www.nytimes.com/2018/06/21/us/politics/supreme-court-sales-taxes-internet-merchants.html

Die Entscheidung als PDF: SOUTH DAKOTA v. WAYFAIR, INC., ET AL. - CERTIORARI TO THE SUPREME COURT OF SOUTH DAKOTA - No. 17–494. Argued April 17, 2018 — Decided June 21, 2018

https://www.supremecourt.gov/opinions/17pdf/17-494_j4el.pdf

Der Ausgangsfall ist ein Konflikt South Dakota v. Wayfair Inc. South Dakota hatte ein neues Steuergesetz verabschiedet. Der Onlinehändler Wayfair hatte sich gemäß einer bisherigen Regelung nicht dazu verpflichtet gefühlt, Steuern zu kassieren und abzuführen. Die Vorinstanzen gaben Wayfair recht. Der Supreme Court hat nun seine eigene Rechtssprechung korrigiert.

Offline-Händler mußten die Steuer draufschlagen und abführen. Online-Händler, die nur in wenigen Staaten Mitarbeiter hatten, konnten in allen anderen Staaten die Steuer ignorieren. Auch mit der Konsequenz, daß sie damit günstiger waren. Nun gibt es für Offline- und Online-Händler überall dieselben Bedingungen.

Etwa 10 Milliarden Dollar Steuerausfälle dürfte die bisherige Regelung produziert haben. Theoretisch hätten die Kunden das draufschlagen und abführen müssen.
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Grundsatzurteil: Supreme Court macht Onlinehandel landesweit steuerpflichtig

https://www.golem.de/news/grundsatzurteil-supreme-court-macht-onlinehandel-ueberall-steuerpflichtig-1806-135107.html

Supreme Court: US-Onlinehändler müssen Verkaufssteuern selbst eintreiben

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Supreme-Court-US-Onlinehaendler-muessen-Verkaufssteuern-selbst-einheben-4089591.html

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Aber: Der Teufel steckt im Detail.

1. Es gibt keine bundesweit einheitliche Umsatzsteuer.

2. Dafür gibt es diverse lokale Steuern - und über 10.000 Steuerbezirke.

3. Der Supreme Court hat nun eine seit über 50 Jahren geltende Rechtssprechung geändert. Demnach mußten bis jetzt Online-Händler solche lokalen Steuern nicht beachten, falls sie im Steuerbezirk nicht physisch (mit Mitarbeitern oder Verkaufsstätten) anwesend waren.

4. Nun müssen das die Händler machen - und die müssen folglich über alle lokalen Steuern Bescheid wissen. Theoretisch entspricht das der deutschen Regelung. Praktisch schlage ich auf alle Umsätze 19 % drauf, egal, wo der Kunde in Deutschland wohnt. Verrechne das mit meiner Vorsteuer und führe die Differenz ab. Wenn man das Verhältnis der Bevölkerungszahlen betrachtet, dann sind die USA etwa 4 * so groß wie Deutschland. Hieße für Deutschland: 2500 verschiedene Steuerregelungen.

Der Heise-Artikel nennt das:

> Kafkaesker Steuerwahn
>
> Vor allem aber sind Sales- und Use-Tax ein Lehrbuchbeispiel für ausufernden Föderalismus.

Es unterscheiden sich sowohl die Steuersätze als auch die Definitionen. So ist in New Jersey Strickgarn steuerpflichtig, wenn das für Kunstwerke verwendet wird. Wird das Strickgarn für Pullover genutzt, entfällt die Steuer.

Twix enthält Mehl, Snickers nicht - deshalb ist Twix in Illinois ein Nahrungsmittel, Snickers eine Süßigkeit -> unterschiedliche Besteuerung.

Es gibt 46 verschiedene Steuerbezirke, für die im Zweifelsfall jeweils eine eigene Steuererklärung notwendig ist. Damit auch 46 mal das Risiko, einer Steuerprüfung unterzogen zu werden.

In Deutschland gibt es zwar auch das Chaos mit 7 bzw. 19 Prozent, das bei Nahrungsmitteln zu manchen schrägen Dingen führt. Aber immerhin ist das bundeseinheitlich geregelt und die Einheitlichkeit wird über das Rechtssystem zum Bundesfinanzhof immer wieder auch hergestellt.

Die Bundesstaaten müssen das nun der Reihe nach einführen. Wenn man sich das vorstellt, daß in Deutschland alle Online-Händler in den letzten 15 Jahren nie Umsatzsteuer berechnet hätten. Etwas verblüffend, daß das so lange in den USA auch vom Gesetzgeber ignoriert wurde.

Creator-Restaurant soll in San Francisco eröffnen - mit Maschinen, die vollautomatisch Burger für 6 Dollar in fünf Minuten herstellen

22.06.2018 23:54:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Läßt sich die Essenszubereitung in Restaurants automatisieren? Eine Frage, die in Großstädten durchaus interessant ist. Wie können viele Angestellte aus umliegenden Büros mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden?

Alex Vardakostas hat jedenfalls über acht Jahre getüftelt. Und will nun, Ende Juni, ein Restaurant in San Franciso eröffnen. Der endgültige Start soll im September erfolgen.
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Taste test: Burger robot startup Creator opens first restaurant - $6 of algorithmic deliciousness

https://techcrunch.com/2018/06/21/creator-hamburger-robot/

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Die Burger bestellen die Kunden über eine App. Die Bestellung löst eine ganze Kette von Operationen aus. Ein Brötchen wird in zwei Hälften geschnitten, getoastet und mit Butter bestrichen.

Soßen kommen millilitergenau drauf, dazu Zutaten wie Tomaten und Gurken. Parallel dazu wird die Burgerscheibe gebraten, schließlich aufgelegt. Das Ganze dauert immer etwa 5 Minuten.

Der Gründer Alex Vardakostas:

> “This is the kind of burger you would get for $12 to $18 [at an upscale restaurant], and it’s $6”

Normalerweise würden Burger in einer solchen Qualität 12 - 18 Dollar kosten. Die Einsparungen in der Küche würden sich auswirken.

> “We spend more on our ingredients than any other burger restaurant.”

Das Thema hatte ihn schon lange beschäftigt. Seine Eltern hatten ebenfalls ein Burgergeschäft:

> “My job was to make several hundred of the same burger every day. You realize there’s so much opportunity not taken because you don’t have the right tools, and it’s hard work.”

Hundertfach dieselben Burger machen, das Tag für Tag. Davon eine Entlastung finden.

Das Zitat stammt aus dem Video, das leider den eigentlichen Ablauf nur sehr ausschnittsweise zeigt:

A robot cooks burgers at startup restaurant Creator

https://www.youtube.com/watch?v=CbL_3le40qc

Ferner sieht das danach aus, daß der Burger in zwei Hälften in einer Art Schachtel ausgegeben wird. Erst, wenn man die beiden Schachteln "beherzt zusammengeklappt" werden (2:12 im Video), ist der Burger tatsächlich aufeinandergestapelt.

Trotzdem ändert das natürlich nichts daran, daß Mitarbeiter so von sehr vielen Routinetätigkeiten entlastet werden.

Die Mitarbeiter dürften sich wahrscheinlich mit dem Drumherum beschäftigen. Die Maschinen müssen regelmäßig mit neuen Zutaten bestückt werden. Leider fehlt auch eine Information darüber, wie hoch die Kapazität ist, wieviele Burger also pro Stunde auf diese Weise hergestellt werden können und wieviele Bestellungen parallel von einer Maschine bearbeitet werden können.

Das Braten der Burger kann jedenfalls gesteuert werden, so daß dieser englisch, medium oder durchgebraten wird.

Traditionelle Burger-Restaurants seien um 50 % größer, was vor allem daran liegt, daß die Küche im Hintergrund sehr viel Platz benötigt. Hier steht die Küche dagegen auf Rädern, wird hereingerollt und mit Strom versorgt.

Klar ist jedenfalls, daß dieses Geschäft ein Massenmarkt werden könnte. Allerdings soll das nicht einfach lizenziert werden. Der Gründer:

> “I don’t want someone putting frozen beef in there or charging way more”

Er will nicht, daß das mit gefrorenem Beef genutzt wird. Sie verwenden nur frische Zutaten, auch das Fleisch ist frisch. Stattdessen will das Unternehmen organisch wachsen.

> “Our business model is pretty simple. We take a really good burger that people like and sell it for half the price.”

Das Geschäftsmodell sei simpel: Ein wirklich guter Burger mit guten Zutaten, den Leute lieben - zum halben Preis.

USA überlegt, eigene Regeln zum Datenschutz festzulegen, um Gegengewicht zur Datenschutz-Grundverordnung DSGVO - GDPR zu schaffen

21.06.2018 23:56:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den Jahren bis 2016 wurde die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) diskutiert, dann die entsprechende Richtlinie verabschiedet. Seit dem 25.05.2018 ist die europäische Übergangsfrist abgelaufen und die DSGVO damit gültig.

Damit müssen sich auch US-Unternehmen mit Kunden in Europa an dieses Regelwerk halten.

Und nun? Die einen bezeichnen die DSGVO als furchtbar, andere meinen, es sei alles nur halb so schlimm. Manche US-Unternehmen überlegen, ob sie gewisse Prinzipien der DSGVO nicht weltweit einführen.

Und selbst die USA scheinen nun zu überlegen, ob sie nicht etwas ähnliches beschließen.
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Scoop: The White House looks to coordinate online privacy plan

https://www.axios.com/scoop-the-white-house-looks-to-coordinate-online-privacy-plan-a51691cf-78d9-466e-8deb-27a66b1843c7.html

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Der erste Absatz ist doch verblüffend:

> The preliminary conversations show that the White House wants a voice in the contentious domestic and global debate about how to protect consumer privacy online. So far, Europe’s strict General Data Protection Regulation has set the terms of the debate, alarming companies and some regulators in the U.S.

Die Diskussionen zeigen, daß das Weiße Haus eine Stimme in der globalen Debatte haben möchte, wie Daten von Nutzern online geschützt werden können. Die europäische Regelung, im englischsprachigen Raum mit "General Data Protection Regulation" (GDPR) abgekürzt, hat die Debatte bestimmt, einen Maßstab gesetzt. Und alarmiert nun Unternehmen und einige Regulierer in den USA.

Gail Slater, eine Mitarbeiterin des US-Präsidenten, hat sich bereits mit US-Unternehmen getroffen. Ferner mit Mitgliedern von The Business Roundtable und mit dem CEO von dem Information Technology Industry Council, einen Zusammenschluß großer US-Technikunternehmen.

Es gibt verschiedene Varianten, wie Lösungen aussehen könnten.

So könnte das NIST, das National Institute of Standards and Technology, einen entsprechenden Vorschlag erarbeiten. Obama hatte 2013 etwas ähnliches zur Cybersecurity gestartet. Das wurde später vom Kongress aufgegriffen.

Ebenso wäre es denkbar, daß ein Präsidentenerlaß eine Private-Public Partnership in Gang bringt, die sich zu einem De-facto-Standard entwickeln könnten. Allerdings ist unklar, wie sich so etwas auf die Arbeit der Federal Trade Commission (FTC) auswirken würde, die die Aufsicht über den Datenschutz bei Privatunternehmen hat.

Die Aussage

> Europe’s GDPR has set a high-water mark for companies that handle user data, as the EU can levy hefty fines on companies that don’t comply. Slater indicated the administration is interested in developing a counter-weight to GDPR so that it is not the de-facto global standard

ist schon verblüffend: Die DSGVO habe einen hohen Maßstab gesetzt, die EU könne heftige Bußgelder gegen Unternehmen verhängen, die sich nicht daran halten. Gemäß Slater ist die Administration daran interessiert, ein Gegengewicht zur DSGVO zu schaffen, so daß diese nicht zum globalen Standard wird.

In Kalifornien gibt es eine Initiative für striktere Gesetze, den California Consumer Privacy Act. Manche befürchten, daß es einen Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen geben könnte. Da ist eine einheitliche Regelung für den gesamten europäischen Raum deutlich besser.

Ferner hat der Facebook - Cambridge - Skandal auch in den USA so einige zum Nachdenken angeregt.

Gail Slater will die DSGVO nicht klonen. Aber:

> Slater said she thinks that “giving consumers more control over their data” and “more access to their data” are good principles contained in GDPR. But she also raised that some portions, like the "right to be forgotten" may not work under U.S. law.

Das Prinzip, daß Nutzern mehr Kontrolle über die Daten bekämen, sei gut. Aber das "Recht auf Vergessen" würde nach dem US-Recht nicht funktionieren.

Ferner seien die Regeln für kleine Unternehmen zu kompliziert.

Tja: Eine interessante Entwicklung, die sich da anbahnt. Praktisch hat die EU das diskutiert und durchgezogen. Damit gibt es einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen für ein Thema, das angesichts der weltweiten Nutzung von werbefinanzierten Social-Media-Plattformen für so ziemlich alle Menschen weltweit relevant ist. So daß sich zwangsläufig für alle anderen Länder die Frage stellt: Kopieren, klonen? Oder etwas eigenes, womöglich schwächeres entwickeln?

Transcend Packaging - Paper Straws - Fabrik für Papierstrohhalme in Grossbritannien - Restaurants wollen Plastikstrohhalme ausrangieren - warum verzichten Kunden nicht einfach?

20.06.2018 23:44:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manchmal staune ich ja doch: Da gibt es diverse Berichte, daß an diversen Stellen in der Welt Plastik angeschwemmt wird. Nun gibt es in Großbritannien Überlegungen, den Gebrauch von Einmalgegenständen aus Plastik zu verbieten. Ein Ziel: Plastikstrohhalme sollen verboten werden.

Nun soll in Wales, in Ebbw Vale, eine Fabrik eröffnet werden. Die Papierstrohhalme im Bereich von mehreren hundert Millionen Stück herstellen soll. Über Jahrzehnte hinweg gab es solche Fabriken nicht.
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Paper straw factory to open in Britain as restaurants ditch plastic - Production line in Ebbw Vale, Wales, to make straws for McDonald’s and others

https://www.theguardian.com/business/2018/jun/17/paper-straw-factory-to-open-in-britain-as-restaurants-ditch-plastic-mcdonalds

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Geliefert werden sollen die Papierstrohhalme an Kunden wie McDonald’s und andere Unternehmen, die Großabnehmer dafür sind. Um eine Alternative zu haben, wenn es tatsächlich zu einer solchen gesetzlichen Regelung kommt. Transcend Packaging heißt das neue Unternehmen.

Paper Straws

http://transcendpackaging.com/paper-straws/

Mark Varney von diesem Unternehmen:

> “When the BBC’s Blue Planet II was on the telly and the government started talking about the dangers of plastic straws, we saw a niche in the market.”

Zwar wollen Unternehmen wie Costa Coffee, Wetherspoons und Pizza Express Plastikstrohhalme ausrangieren. Aber woher nimmt man Ersatz?

> “It is great that all these businesses are phasing out plastic straws, but the problem for them was where to get paper ones from,” Varney said. “Everyone is having to import them from China, and when you look at the carbon footprint of that it kind of defeats the exercise.”

Es sei grandios, wenn all diese Unternehmen nun Plastikstrohhalme rausschmeißen. Aber woher kommt Ersatz? Wenn alle den Ersatz aus China importieren und man sich die Kosten dafür ansieht, dann ist das etwas widersprüchlich.

Deshalb der Ansatz:

> “We set up this company to give the the customers what they actually want: biodegradable paper straws made in the UK”

Das Unternehmen wurde gegründet, um den Kunden das anbieten zu können, was sie aktuell wollen: Abbaubare Papierstrohhalme, hergestellt in Großbritannien.

Mit McDonald’s gibt es bereits eine Vereinbarung. Da sollen 1361 Filialen ab September beliefert werden. Insgesamt verbraucht McDonald’s 1,8 Millionen Strohhalme pro Tag.

Laut Varney sei McDonald’s nur die "Spitze des Eisbergs".

> “Once a giant brand like McDonald’s says they are switching to paper, I suspect everyone else will follow,”

Wenn McDonald’s wechselt, dann werden diverse andere Unternehmen ebenfalls wechseln.

Paul Pomroy von McDonald’s berichtet, daß das kundengetrieben sei. Kunden wollten weg von Plastikstrohhalmen. Es habe Kundenkampagnen gegeben:

> The Last Straw, Straw Wars, Straws Suck and No Straw Please

Das folgte auf die BBC’s Blue Planet II - Ausstrahlungen 2017.

Die Papierstrohhalme seien zwar teurer, aber das fällt nicht wirklich ins Gewicht. Plastikstrohhalme kosten etwa 10 Pence für 1000 Stück, Papierstrohhalme kommen auf etwa 14 - 15 Pence.

Persönlich fällt mir dazu nur ein: Warum verzichten nicht Kunden einfach massiv auf Strohhalme?

The Bus Tiny Home - Converting an old 1966 GMC Bus into mobile Home - einen alten GMC-Bus in drei Jahren in ein mobiles Haus verwandeln - das tiny House von Jessie Lipskin

19.06.2018 23:04:36, Jürgen Auer, ein Kommentar

Was kann man mit einem alten Bus, Baujahr 1966 machen? Ok, man kann ihn verschrotten. Oder als speziellen Transporter nutzen. Jessie Lipskin fand jedenfalls einen alten GMC - Bus von 1966 bei Ebay. Sie kaufte ihn - und wandelte ihn innerhalb von drei Jahren in ein neues, schickes kleines Heim auf Rädern um.

Inspiriert war sie von dem Film "Garbage Warrior". Da ist von Michael Reynolds die Rede, der viel mit Materialrecycling arbeitet. Das inspirierte sie.
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Woman Spends 3 Years Converting Old Bus Into Mobile Home, And It Looks Better Than Most Apartments

https://www.boredpanda.com/old-bus-redesigned-mobile-home-jessie-lipskin/

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> “[It] really resonated with me. I began to consume everything I could read, more about sustainable lifestyles. Ultimately, a home on wheels seemed like a perfect solution: I could easily explore new places (finding a permanent place to settle, in the short term, was not a priority for me), and I could continue to live a vegan lifestyle.”

Sie begann, viel darüber zu lesen. Ein Heim auf Rädern schien ihr die perfekte Lösung zu sein. Sie kann einfach neue Orte entdecken und sie kann einen veganen Lebensstil pflegen.

Typische RVs (= Recreational vehicle, Wohnmobil) behagten ihr nicht:

> “RVs lacked the aesthetic I was going for, so I landed on a vintage bus conversion which could be registered and insured as an RV.”

Da fehlte ihr die Ästhetik. Aber sie konnte ihren historischen Bus entsprechend umbauen, so daß sie diesen als RV registrieren und versichern konnte.

Das Schwierigste an dem Projekt: Die passenden Leute zu finden, die ihr bei jenen Dingen halfen, bei denen sie sich zu wenig auskannte.

70.000 Dollar hat sie in den Bus gesteckt. Viel für einen Bus, wenig für ein Haus. Seit Januar lebt sie in dem Bus.

Mehr gibt es auf ihrem Instagram-Account:

The Bus Tiny Home

https://www.instagram.com/thebustinyhome/

Nach dem Ausräumen der Sitzplätze war das eine "große leere Fläche". Dann kam sehr viel Holz hinein.

Allerdings will sie ihn nun wohl doch verkaufen: Zumindest ergibt sich das aus einem zehnminütigen Video, das den Bus vorstellt:

1966 Greyhound Commuter Bus Tiny Home: FOR SALE! @thebustinyhome on IG

https://www.youtube.com/watch?v=TtYHkeojUUc

Sie will international reisen.

Auf Craigslist findet sich ein Inserat:

1966 GMC Greyhound Commuter Bus to RV Fishbowl - $149000

https://newyork.craigslist.org/jsy/rvs/d/1966-gmc-greyhound-commuter/6616719770.html

Demnach gibt es zwei Schlafbereiche für insgesamt 4 Personen. Da gibt es 22 verschiedene Bilder und eine Auflistung, wie sich die Gesamtkosten von 149.000 Dollar zusammensetzen.

Roadsworth - Strassenkunst, die Fahrbahnmarkierungen kreativ umgestaltet in Pusteblumen, Zebrastreifen mit Geländer oder als Reissverschluss

18.06.2018 23:17:48, Jürgen Auer, ein Kommentar

Vor zehn und zwanzig Jahren war das noch eindeutiger: In Städten hat das Auto Prioriät, alle anderen Verkehrsteilnehmer haben sich diesem unterzuordnen.

Der kanadische Künstler Roadsworth hatte schon 2001 damit begonnen, Fahrbahnmarkierungen kreativ zu ergänzen. Um diese Fixierung auf das Auto infragezustellen.

2004 wurde er verhaftet, 53 Fälle von Sachbeschädigungen und Vandalismus. Inzwischen erhält er aber diverse Aufträge, um Straßen nun ganz offiziell zu verschönern.
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ROADSWORTH – DIE FAHRBAHNMARKIERUNG ALS LEINWAND

http://www.urbanophil.net/kunst/roadsworth-die-fahrbahnmarkierung-als-leinwand/

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In diesem Beitrag von 2014 gibt es nur ein paar Beispiele. Die Parkplatzmarkierungen, die zu Pusteblumen werden. Der Zebrastreifen mit diversen Ständern, dazwischen eine gemalte Kordel. Oder ein Zebrastreifen, der "fast unverändert" ist: Nur ein paar Ergänzungen und auf einer Seite ein Fischkopf, schon ist der ganze Zebrastreifen zum stilisierten Fisch geworden.

Viel mehr davon gibt es auf seiner Website:

Roadsworth

http://www.roadsworth.com/

Auch dies

http://www.roadsworth.com/#/big-car-1/

ist doch ein deutlich verschönerter Straßenübergang.

Oder der Straßenübergang als halb geöffnete Sardinendose:

HECHO EN CASA

http://www.roadsworth.com/#/hecho-en-casa-1/

Teils

http://www.roadsworth.com/#/ocean-crossings/

dürften das Aufnahmen mit Drohnen sein.

Auf seinem Instagram-Account

https://www.instagram.com/roadsworth/

gibt es 134 Beiträge zum Durchscrollen.

Bei den Instragram-Beiträgen sind zumindest teilweise Ortsangaben mit dabei. So sind die oberen Zebrastreifen-Umgestaltungen in Taiwan entstanden.

Den Parkplatz mit Blättern

https://www.instagram.com/p/BHPqT-kj7P0/

gibt es in Indianapolis. Den Instagram-Account gibt es allerdings erst seit 2014.

Where are my Glasses - Ron Arad kombiniert mundgeblasene Gläser mit metallischen Brillengestellen für die Venini-Blown-Glass-Vase-Collection - bei der Milan Design Week

17.06.2018 22:59:49, Jürgen Auer, 2 Kommentare

Wer eine Brille trägt, der kennt das ab und zu: Wo ist die Brille, wo sind meine Gläser? Ok, und manchmal passiert es sogar, daß man die Brille sucht. Und sie auf der Nase hat.

Aber was ist, wenn man die Gläser - ok, nur die metallischen Gestelle - mit Glas kombiniert?

Und zwar so, daß ein Glasbläser einen Glaszylinder bläst, der durch ein Glasgestell durchpaßt. Und der anschließend zu einer größeren Kugel aufgeblasen wird.

Das Ergebnis sind Brillengestelle mit Gläsern, die bsp. als Blumenvasen genutzt werden könnten.

Ron Arad hat zusammen mit dem Unternehmen Venini solche Gegenstände hergestellt.
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ron arad asks 'where are my glasses?' for venini blown glass vase collection

https://www.designboom.com/design/ron-arad-glasses-venini-milan-design-week-06-15-2018/

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Ausgestellt wurden einige dieser Objekte bei der Milan Design Week.

Ein Video

ron arad: ‘where are my glasses’ for venini at milan design week

https://vimeo.com/275276245

zeigt Teile der Herstellung.

Da wird einerseits das Glas erhitzt, andererseits natürlich auch das Brillengestell. Dann kann ein schmaler Glaszylinder senkrecht durch die eine Öffnung eines Brillengestells geschoben werden. Ein zweiter, anders eingefärbter Glaszylinder kommt durch die zweite Öffnung durch. Das erfordert einen zweiten Glasbläser. Das Ergebnis sind zwei Vasen, die eng nebeneinanderstehen und die durch das Brillengestell untrennbar miteinander verbunden sind.

Schick sind aber auch diese bauchigen Gläser, bei denen das Brillengestell unten am Glas anliegt. Das wirkt, als seien das Gesichter.

Da dürfte eine bauchige Vase in das knapp über der Unterlage gehaltene Brillengestell hineingeblasen worden sein. So daß das Glas nicht gleichmäßig rund ist, sondern von drei Seiten her durch das Brillengestell eingefaßt wird.

Auf der Website von Ron Arad

http://www.ronarad.co.uk/

fanden sich leider noch keine weiteren Hinweise.

Electrified Bike - Problem Fahrraddiebstahl - schloss-freies E-Bike mit Stealth-Locking, Besitzer-Erkennung und Alarmsystem - von VanMoof - Niederlande

16.06.2018 23:13:23, Jürgen Auer, 3 Kommentare

Die Zahl der Personen, die mit Fahrrädern unterwegs sind, steigt. Einerseits ist das nur zu begrüßen. Es entlastet die Umwelt und die Bewegung ist gut für die Radfahrer. Andererseits steigt das Risiko von Fahrraddiebstählen. Schlösser und Ketten, die 20 oder 30 Euro kosten, lassen sich - mit geeignetem Werkzeug - leicht knacken.

Verschärft wird das Problem durch die wachsende Zahl von E-Bikes. Diese sind erst recht ein lohnendes Ziel für Diebe.

Das niederländische Unternehmen VanMoof will nun dagegensteuern. Mit einem E-Bike, das ohne sichtbare Kette oder einen anderen mechanischen Diebstahlschutz auskommt.

Mit zwei Modellen S2 und X2.
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VanMoof launches lock-free Electrified bike that can "take care of itself"

https://www.dezeen.com/2018/06/15/vanmoof-bike-electrified-s2-x2/

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Das Prinzip:

> The Electrified S2 and X2 model bicycles boast "stealth locking" that activates with a kick, rider-recognition technology that automatically unlocks the bike on approach and an alarm system that activates if tampering is detected. The security features negate the need for a traditional bike lock.

Am Hinterrad gibt es einen Druckknopf, den man mit dem Fuß eindrücken kann. Das aktiviert das Sicherungssystem. In dem Video

VanMoof Electrified S2 & X2 – Ride the future

https://www.youtube.com/watch?v=g9_Pz1ebApc

ist das bei etwa 1:05 zu sehen. Wie das genau funktioniert, erschließt sich mir nicht. Jedenfalls sind die Räder ziemlich komplett blockiert. Wird versucht, das Fahrrad zu bewegen, gehen die Lampen an.

Ferner gibt es eine zubuchbare Option, bei der bei einem Diebstahl "Bike Hunter" des Unternehmens das Fahrrad orten.

Das Prinzip, erläutert von einem der Gründer:

> "We can build bigger and tougher locks, or we can truly solve the problem by making our bikes pointless to steal in the first place,"

Wir können größere und stärkere Schlösser produzieren. Oder wir lösen das Problem, so daß die Fahrräder vom Abstellort nicht mehr entfernt werden können.

Wenn der Besitzer zurückkommt, wird er per Bluetooth erkannt und das Rad wieder aktiviert.

Der andere Gründer zu diesem Problem:

> Fear of bike theft prevents most of us from buying and riding a good-quality bike. What we've seen is that by removing that fear (as opposed to just making a bigger lock) and getting people on better bikes, they enjoy riding much more and therefore ride further and more often.

Die Sorge, daß das Fahrrad gestohlen wird, hält Leute davon ab, ein qualitativ hochwertiges Fahrrad zu kaufen und zu fahren. Wenn wir diese Angst reduzieren (anstatt die Schlösser größer zu machen), dann kaufen die Leute eher bessere Fahrräder und sie fahren lieber und häufiger.

Für E-Bikes sei das besonders relevant. Diese sind teurer und sie werden häufiger für längere Strecken zum Pendeln genutzt.

> Solving bike theft properly is therefore an essential element for a bike-friendly city.

Das Problem des Fahrraddiebstahls zu lösen ist folglich ein wesentlicher Bestandteil einer fahrradfreundlichen Stadt.

Mit einer Batterieladung kann man 150 Kilometer fahren. Das gesamte Laden dauert vier Stunden. Aber ein 50 % - Laden ist in 80 Minuten geschafft.

Auf der Seite

Electrified S2 / X2

https://www.vanmoof.com/de_de/electrified-s2-x2

ist das zumindest etwas näher erläutert. Demnach gibt es erst einmal laute Warnsignale, falls ein Dieb versucht, das Fahrrad zu bewegen. Reicht das noch nicht, gibt es wohl noch ein deutlich kräftigeres Signal. Dann folgen die Lampen, die SOS blinken.

Der Preis dürfte mit €2398 bei einem früheren Kauf und €3398 später im Bereich dessen liegen, was für E-Bikes üblich ist. Wobei mir da etwas die Marktkenntnis fehlt.

Woven Bamboo - geflochtener Bambus, der Räume mit riesigen Skulpturen erfüllt - die Arbeiten von Tanabe Chikuunsai IV

15.06.2018 23:44:11, Jürgen Auer, ein Kommentar

Mit Bambus, den man in schmale Streifen schneidet, kann man flechten. Aber was passiert, wenn man dieses Prinzip auf "größere Einheiten" ausdehnt?

So daß sich Gebilde entwickeln, bei denen aus einer geflochtenen Fläche röhrenförmige Strukturen entstehen, die sich bis zur Decke fortsetzen und dort wieder in eine geflochtene Fläche münden.

Der Japaner Tanabe Chikuunsai IV baut so ziemlich große Skulpturen, die sich in den vorhandenen Raum einbetten, quasi mit diesem verwachsen. Als ob die Bambus-Skulptur aus der einen Wand heraus- und in die nächste Wand wieder hereinwachsen würde.
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Recycled Bamboo Installations Intertwine in Site-Specific Configurations by Tanabe Chikuunsai IV

http://www.thisiscolossal.com/2018/06/bamboo-installations-by-tanabe-chikuunsai-iv/

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Die Technik basiert darauf, daß er zunächst einzelne Bambusstreifen befeuchtet, um so die "perfekte Kurve" zu erzeugen. Der Bambus wird dabei massiv wiederverwendet. So wurden einzelne Streifen schon in zehn verschiedene Skulpturen verbaut.

Im letzten Jahr gab es eine Skulptur im Metropolitan Museum of Art:

四代田邊竹雲斎造 「門」インスタレーション - The Gate

https://metmuseum.org/art/collection/search/751990

Dazu gibt es ein Timelapse-Video, das den Aufbau der Skulptur zeigt: Das läßt sich ja nicht anderswo aufbauen und ins Museum transportieren. Sondern muß vor Ort aufgebaut werden.
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Japanese Bamboo Art: Installation Time-lapse

https://www.youtube.com/watch?v=uWEHxJiZzoo

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> In conjunction with the exhibition Japanese Bamboo Art: The Abbey Collection, on view June 13, 2017–February 4, 2018, this video features time-lapse photography of bamboo artist Tanabe Chikuunsai IV installing The Gate (Mon) in The Met's Arts of Japan galleries.

Man sieht daran auch, daß das nicht ein Kunstwerk ist, daß von einer einzigen Person erschaffen wird. Sondern daß mindestens 3 Personen, zeitweilig sogar noch sehr viel mehr Personen benötigt werden, um die komplexe Struktur zu halten. Bis sie durch weitere eingeflochtene Streifen so stabil wird, daß sie sich selbst trägt.

Bubbles - Seifenblasen - Melody Yang von der Gazillion Bubble Show zeigt einige ihrer Seifenblasen - Künste

14.06.2018 23:21:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bubbles - Seifenblasen: Da mag man an Kindergeburtstage denken. Vielleicht jetzt, im Sommer, auch an manche Künstler draußen, die große Seifenblasen erzeugen.

In den USA gibt es die Gazillion Bubble Show. Da geht es ausschließlich um Seifenblasen. Eine der Künstlerinnen dieser Show ist Melody Yang.

Sie erläutert in einem Video einige ihrer Techniken. Wobei natürlich das wichtigste Geheimnis eines bleiben dürfte: Wie macht man eine Lauge, bei der die Seifenblasen teilweise so dermaßen lange halten, anstatt zu zerplatzen?
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How Artist Melody Yang Makes Mind-Blowing World Record Bubbles

https://laughingsquid.com/melody-yang-blowing-bubbles/

Der Ausgangsartikel bei Wired:

THIS BUBBLE ARTISAN MIGHT BLOW UP, BUT SHE WON'T GO POP

https://www.wired.com/story/soap-bubble-artist/

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Im Theater würde das sofort auffallen: Der Geruch von Seife, die Klebrigkeit der Teppichböden, die Armlehnen. Bei der Show erzeugen auch Fans viele Seifenblasen im Publikum.

Es gibt Seifenblasen, die mit Rauch gefüllt sind. Riesige Seifenblasen mit mehreren Kindern drin.

Melody Yang:

> "People love it. It's just something that is so universal," she says. "It's something that takes you back to your childhood because a lot of the times when we see a bubble we see it when we're very young, and we're just like 'what is that?' You know, it puts us back in the moment."

Leute lieben es. Es sei so etwas universales. Es bringt die Leute zurück in ihre Kindheit.

Ihre Eltern treten seit Jahrzehnten mit solchen Shows auf. Die beiden Kinder sind in dieses Metier hineingewachsen.

Die Familie hat mehr als 12 Weltrekorde erreicht. U.a. das größte Tier in einer Seifenblase - ein Elefant. Die meisten Menschen - 181. Und

> the world's Longest Soap Bubble Wall (a 166-foot, 11-inch bubble).

Das Video (auf Wired bzw. auf YouTube) - 8:02 Minuten.

How This Woman Makes Mind-Blowing Bubbles | WIRED

https://www.youtube.com/watch?v=FZpftZccc6U

> Melody Yang and her family hold numerous world records for their bubbles. She shows us how she makes some of the fun creations from their stage performance, the Gazillion Bubble Show.

Die Website der Gazillion Bubble Show:

http://gazillionbubbleshow.com/

Seit 2007 gibt es regelmäßige Shows in New York.

Bundesfinanzhof: Sind Gebrauchtwagenhändler Kleinunternehmer? Vorabentscheidungsersuchen aufgrund geänderter Verwaltungsauffassung zum Europäischen Gerichtshof - XI R 7/16

13.06.2018 23:56:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer mit Gebrauchtwaren handelt, der kauft Waren häufig von Privatpersonen ein, die keine Umsatzsteuer abführen. Also entfällt auch die Möglichkeit für den Gebrauchtwarenhändler, daß er die von ihm zu zahlende Umsatzsteuer um die selbst gezahlte Vorsteuer mindert.

Da galt bis Ende 2009 die Auffassung in der Finanzverwaltung, daß Gebrauchtwarenhändler, insbesondere auch Gebrauchtwagenhändler, der Differenzbesteuerung unterliegen:

Verkaufspreis abzüglich Einkaufspreis - das wird als Bemessungsgrundlage genommen. Also im Prinzip als 119 %, davon werden die 19 % berechnet und ans Finanzamt abgeführt.

Mit dem 01.01.2010 gab es aber eine geänderte Position in der Finanzverwaltung. Demnach müsse die Berechnung nach vereinnahmten Entgelten erfolgen.

Wirkung: Ein Gebrauchtwagenhändler hatte im Jahr 2009 17.328 EUR (für 2009) und 17.470 (für 2010) gemäß Differenzbesteuerung als Bemessungsgrundlage berechnet und betrachtete sich folglich als Kleinunternehmer. Das Finanzamt berechnete nach vereinnahmten Entgelten, das lag mit 27.358 EUR (für 2009) bzw. 25.115 EUR (für 2010) deutlich drüber.

Das Finanzgericht hatte der Klage stattgegeben. Der Bundesfinanzhof hat das Verfahren nun per Beschluss ausgesetzt, um es dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen.
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EuGH-Vorlage: Sind Gebrauchtwagenhändler Kleinunternehmer? Beschluss vom 7.2.2018, XI R 7/16

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=36751&pos=0&anz=33

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> Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) soll auf Vorlage des Bundesfinanzhofs (BFH) klären, ob für die Kleinunternehmerregelung in Fällen der sog. Differenzbesteuerung auf die Handelsspanne abzustellen ist. Der Vorlagebeschluss des BFH vom 7. Februar 2018 XI R 7/16 ist für die Umsatzbesteuerung im Handel mit gebrauchten Gegenständen von großer Bedeutung.

Das betrifft also sehr viele Personen, die auf diese Weise Handel treiben. Auch, wer bsp. von Ärzten Gebrauchtwaren einkauft, ist davon betroffen. Ärzte sind nicht vorsteuerabzugsberechtigt, also wäre ein Verkauf von einem Arzt ohne ausgewiesene Vorsteuer.

Das Finanzgericht hatte noch eindeutig zugunsten des Gebrauchtwagenhändlers entschieden.

> Dagegen hält der BFH, der dazu neigt, zur Ermittlung der betreffenden Umsatzgrößen auf die Differenzbeträge abzustellen, eine Klärung durch den EuGH für erforderlich. Dies beruht darauf, dass an der Auslegung des Art. 288 Satz 1 Nr. 1 der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem, an deren Vorgaben sich das nationale Umsatzsteuerrecht aufgrund einer europarechtlichen Harmonisierung zu orientieren hat, Zweifel bestehen.

Der Beschluß:

BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 7.2.2018, XI R 7/16 - ECLI:DE:BFH:2018:B.070218.XIR7.16.0

EuGH-Vorlage zur Anwendung der Kleinunternehmerregelung bei der Differenzbesteuerung unterliegenden Wiederverkäufern

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&anz=33&pos=0&nr=36766&linked=ant

Dort wird in RN 4 / 5 die explizite Änderung genannt:

> Für das Jahr 2009 stellte die deutsche Finanzverwaltung in Abschn. 251 Abs. 1 Satz 4 der Umsatzsteuer-Richtlinien (UStR) 2008 vom 10. Dezember 2007 (Bundessteuerblatt --BStBl-- I 2007, Sondernummer 2/2007) hinsichtlich der Ermittlung des für die Anwendung der Kleinunternehmerregelung maßgeblichen Gesamtumsatzes im Sinne des § 19 Abs. 3 Satz 1 UStG unter anderem in Fällen der Differenzbesteuerung (§ 25a UStG) ebenfalls auf die Handelsspanne ab.

Ab 01.01.2010:

> Dagegen stellte das Bundesministerium der Finanzen mit Schreiben vom 16. Juni 2009 IV B 9 - S 7360/08/10001 (BStBl I 2009, 755) für diese Fälle ab dem Jahr 2010 auf die vereinnahmten Entgelte ab. Mit Wirkung vom 1. Januar 2010 war Abschn. 251 Abs. 1 Satz 4 UStR 2008 nicht mehr anzuwenden.

Demnach seien für die Anwendung der Kleinunternehmerregelung bzw. für die Ermittlung der Bemessungsgrundlage die vereinnahmten Entgelte zu berücksichtigen. Die sind natürlich immer deutlich höher.

Das Finanzgericht hatte sich unmittelbar auf eine EU-Richtlinie bezogen und deshalb entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung entschieden (RN 10):

> Zwar ziele § 19 Abs. 1 UStG für die Ermittlung der Umsatzgrenze auf den Gesamtumsatz und nicht auf die Handelsspanne ab. Die Vorschrift stehe jedoch nicht im Einklang mit Art. 288 Satz 1 Nr. 1 der Richtlinie 2006/112/EG, auf die sich der Kläger unmittelbar berufen könne. Nach dieser unionsrechtlichen Bestimmung setze sich der Umsatz, der bei der Anwendung der Kleinunternehmerregelung zugrunde zu legen sei, aus dem Betrag der Lieferungen von Gegenständen und Dienstleistungen zusammen, soweit diese besteuert würden. Da bei der Differenzbesteuerung nach Art. 315 der Richtlinie 2006/112/EG nur die Handelsspanne besteuert werde, könne nur diese für die Bemessung der Umsatzgrenze herangezogen werden.

Mal sehen, wie der Europäische Gerichtshof das Vorabentscheidungsersuchen auflöst. Für die betroffenen Händler macht das einen deutlichen Unterschied aus.

Cyclo Knitter - in fünf Minuten auf dem Bahnsteig per Fahrradfahren einen Winterschal stricken - ein praktisches Kunstwerk von George Barratt-Jones

12.06.2018 22:53:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Sie sind auf einem Bahnhof. Ihr Zug kommt erst in 10 Minuten. Ihnen ist kalt. Wenn Sie Glück haben, dann warten Sie grade in Eindhoven an der richtigen Station.

Nämlich an jener, an der George Barratt-Jones seinen Cyclo Knitter aufgebaut hat.

Das ist ein kleines, benutzbares Kunstwerk, das teilweise wie ein Radtrainer aussieht. Aber die Tretbewegungen des Fahrrads treiben eine kleine Strickmaschine an. Und die - strickt in fünf Minuten einen Schal.

Den können Sie sich dann mitnehmen.
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Cyclo Knitter by George Barratt-Jones

https://vimeo.com/253411516

Eine Seite mit Bildern der Entwicklung:

Cyclo Knitter by George Barratt-Jones

https://imgur.com/gallery/LBofgnr

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> This pedal powered machine gets you warm by moving, you are making something while you wait and in the end you are left with a free scarf! That you can decide to keep yourself or give to someone who needs it more.

Dem Radfahrer wird warm, er macht etwas, anstatt nur zu warten. Am Ende hat er einen kostenlosen Schal. Den kann er selbst nutzen oder ihn jemandem schenken, der ihn eher braucht.

Demnach entstand das als Projekt für die Design Academy Eindhoven, da wollte er etwas bauen, das Webtechniken nutzt.

Außerdem macht er gerne Projekte, die nützlich sind und die Leute zum Schmunzeln bringen.

Wenn man sich das Video ansieht: Offenbar mit Erfolg.

Mehr als 30 Schals wurden in zwei Stunden produziert. Bei 120 Minuten ist das ein Schnitt von 4 Minuten pro Schal.

Vintage Canning Jars with embedded Metal Utensils - historische Einweckgläser, die Metallgegenstände umfliessen - die Arbeiten von Jennifer Halvorson

11.06.2018 23:34:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein altes Einweckglas. Wie es wohl jeder kennt. Aber wie kann das sein, daß in dem - natürlich festen - Glas eine Gabel oder ein Löffel drinsteckt?

Und zwar so, daß der metallische Gegenstand das Glas deutlich ausbeult, die äußere Form verändert. Und damit auch fest im Glas drinsteckt und sich ohne Zerstörung des Glases gar nicht mehr entfernen läßt?

Die Künstlerin Jennifer Halvorson "baut" solche Gegenstände. Genauer: Sie nutzt alte Einweckgläser, Gabeln und Löffel, um sie - neu - in dieser Art miteinander zu verbinden.
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Metal Utensils Precisely Embedded in Vintage Canning Jars by Jennifer Halvorson

http://www.thisiscolossal.com/2018/06/vintage-canning-jars-jennifer-halvorson/

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Das "Herstellungsprinzip":

> To create the works, Halvorson slowly warms the jars and then attaches them to a metal rod. After raising the temperature of the pieces, she then carefully torches one area and delicately presses a metal knife, spoon, or fork into the soft interior.

Sie nutzt also historische Gläser, die sie langsam erwärmt. Bis das Glas weich, aber noch nicht flüssig geworden ist. Wobei sie das wohl nur an einzelnen Stellen, wohl mit einen Schweißbrenner oder einem ähnlichen Gerät macht. Dann schiebt sie dort ein Messer, einen Löffel oder eine Gabel in das weiche Glas hinein.

Dann muß das Glas nur noch abkühlen. Und der "verblüffende Gegenstand" ist fertig.

Auf ihrer Website

Jennifer Halvorson

http://jenniferhalvorson.com/

gibt es noch mehr davon. Die Website ist relativ tief gegliedert:

Über Artwork kommt man auf Sculpture

http://jenniferhalvorson.com/section/433305-Sculpture.html

dort gibt es die Rubrik Preserve

http://jenniferhalvorson.com/section/181597-Preserve.html

mit drei Unterseiten.

Eine kleine Biographie gibt es hier:

http://jenniferhalvorson.com/page/1-.html

Geboren ist sie in St. Louis in den USA, sie schloß zweimal den Bachelor of Fine Arts ab - mit Metall und mit Glas an der University of Illinois. Nach diesen ersten Abschlüssen wechselte sie nach zum Danmarks Designskole in Copenhagen, es folgte der Master of Fine Arts in Glass am Rochester Institute of Technology.

Im Herbst 2012 folgte eine Assistenzprofessur an der Ball State University in Muncie, Indiana. Seither gab es diverse Ausstellungen.

Timber Bridge at Longpoint Corridor - A floating Timber Bridge - eine schwimmende Holzbrücke, die Greenpoint, Brooklyn und Long Island City in New York verbinden könnte - ein Projekt von Jun Aizaki

10.06.2018 23:51:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man sich auf einer Landkarte den Stadtteil Brooklyn, einer der fünf Stadtteile von New York, ansieht: Dann mag das zunächst so aussehen, als ob es in Greenpoint, im nördlichsten Viertel, eine direkte Verbindung zum Stadtteil Queens gibt, der nördlich und östlich von Brooklyn liegt.

Sieht man sich dann aber die Grenze zwischen Brooklyn und Queens näher an, dann besteht diese aus Wasser: Der Newtown Creek trennt die beiden Stadtteile voneinander.

Man kann zwar von Greenpoint rübersehen. Aber man kommt nicht so einfach rüber. Die Gegend:

> On the Greenpoint side of the creek, a historic neighborhood of row houses and industrial sites is rapidly growing. On the Long Island City side, high-rise apartments and hundreds of art galleries and studios line the East River. Just a stone’s throw away, Long Island City can feel like a world apart from Greenpoint.

Auf der Seite von Greenpoint gibt es historische Häuser und Industrieanlagen, da wächst die Gegend. Auf der Seite von Long Island gibt es Apartments und hunderte von Gallerien. Eigentlich liegen beide Stadtteile nahe beeinander. Aber gefühlt liegen Welten dazwischen.

Der Architekt Jun Aizaki fragt sich, ob man das nicht ändern könne. Mit einer Holzbrücke, die auf schwimmenden Pontoons aufsetzt.
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A Floating Timber Bridge Could Connect Greenpoint, Brooklyn and Long Island City

https://www.archdaily.com/895855/a-floating-timber-bridge-could-connect-greenpoint-brooklyn-and-long-island-city

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Fußgänger und Radfahrer müßten nicht mehr über die ohnehin stark befahrene PuIaski Bridge gehen. Sondern könnten den Weg von 12 Minuten auf 2 Minuten abkürzen.

Allerdings gibt es dort auch Schiffe. Die würden nicht unter der Brücke durchpassen. Deshalb sollen sich die Holzteile drehen können. So daß in der Mitte Platz für die Schiffe ist.

Die Ufer sind dort derzeit eher industriell geprägt. Die Brücke würde das verschieben.

Aktuell läuft ein Kickstarter-Projekt, das versucht, Geld für eine weitere Studie zusammenzubekommen.

Timber Bridge at LongPoint Corridor

https://www.kickstarter.com/projects/658968943/timber-bridge-at-longpoint-corridor

Da gibt es ein kleines Video, das Anwohner zu Wort kommen läßt. Aktuell sieht die dortige Gegend eher trostlos aus.

Die Brücke würde dazu führen, daß die Bereiche, die an die Brücke anschließen, entsprechend umgestaltet werden würden.

Bis 1954 gab es an dieser Stelle bereits eine Brücke, die Vernon Avenue Bridge. Diese wurde damals abgerissen, als die Pulaski Bridge in der Nähe gebaut wurde.

> The two open spaces on either side of the creek - Manhattan Ave. Park (Brooklyn) and an ad hoc parking lot (Queens) - serve as reminders of the former bridge.

Da gibt es aufgrund der früheren Brücke noch Platz.

Durch die Potonstruktur würde die Brücke mit den Gezeiten steigen und sinken, sie könnte nicht überflutet werden.

Aktuell sind etwa 10.000 € zusammengekommen, von 42.460 € (wohl 50.000 Dollar). Das Geld soll für eine Lichtinstallation verwendet werden, um den New Yorkern die Idee nahezubringen.

Letsencrypt - Nutzung: Was ist kritisch, worauf sollte man achten? Worin liegt das Risiko bei der Nutzung von einem der vielen Tools?

09.06.2018 23:53:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Vor etwa zwei Wochen, nachdem für die eigenen Kunden eine Verwaltungsmöglichkeit für Dinge in bezug auf die DSGVO abgeschlossen waren, hatte ich meinen Letsencrypt-Client fertig gebaut.

Letsencrypt

https://letsencrypt.org/

bietet kostenlose SSL-Zertifikate an, die nur 90 Tage gültig sind und regelmäßig erneuert werden müssen. Technisch sind damit vollwertige Verschlüsselungen von Websites per https möglich. Gleichzeitig hatte Letsencrypt ein Protokoll, das Automatic Certificate Management Environment (ACME) entwickelt, mit dem der bis dahin meist händische Prozess einer Zertifikatsbeantragung plus Nachweis der Inhaberschaft über die Domain automatisiert werden konnte. Für ACME interessierten sich schnell andere Unternehmen. Damit wurde eine Version 2 entwickelt, die aktuell noch den Standardisierungsprozess bei der IETF (Internet Engineering Task Force) durchläuft. Sprich: Das Protokoll zur Kommunikation zwischen Client (Webserver, der ein Letsencrypt-Zertifikat beantragt) und den Servern von Letsencrypt, die diese Zertifikate ausstellen, wird ganz offiziell standardisiert.

Den eigenen Client gab es in einer ersten Version schon im Februar, zu dem Zeitpunkt war aber das ACME-v2 - Protokoll noch nicht produktiv nutzbar. Das gab es zu diesem Zeitpunkt nur auf dem Letsencrypt - Testsystem. Zu der Version 1, die seit Ende Dezember 2015 nutzbar ist, wollte ich mir keinen Client schreiben. Die hatte noch ein paar Einschränkungen. ACME-v2 unterstützt bsp. Wildcard-Zertifikate, also das, was ich in der Form von *.server-daten.de für alle Kundensubdomains nutze.

Ende Mai war das in einer ersten Version soweit fertig. Damit wurden die ersten Kundendomains mit Letsencrypt-Zertifikaten bestückt. Zunächst noch "teilmanuell". Seither hatte ich den Client ab und zu etwas weiterentwickelt und im Letsencrypt-Forum

https://community.letsencrypt.org/

etwas rumgelesen und geschrieben.

Wer überlegt, ebenfalls Letsencrypt zu nutzen und womöglich nicht einen der offiziellen Clients zu nutzen, sondern einen eigenen zu schreiben:

Die eigentliche Kommunikation mit Letsencrypt ist eher harmlos. Es gibt "nur" ein paar Schritte, die zu erledigen sind:

(1) Man muß einmalig einen Account erstellen. Dazu benötigt man ein RSA-Schlüsselpaar. Über einen Account kann man viele Domains verwalten.

(2) Man erzeugt eine neue Order. Das ist die Beantragung eines Zertifikats mit einem oder mehreren Domainnamen. Wobei bsp. ein übliches "kleines" Zertifikat zwei Domains, nämlich www.example.com und example.com enthält. Dazu gibt es eine Order-Url. Diese sammelt die Authorization-Urls und die Finalize-Url, über die schließlich der Zertifikatsrequest hochgeladen wird. Zu jeder Domain bekommt man eine Authorization-Aufgabe gestellt, das ist eine Url mit weiteren Daten. Jede Authorization-Url enthält eine http- und eine dns-Challenge. Diese bestehen jeweils aus einer Challenge-Url und einem langen Token (= Zufallszeichenfolge).

(3) Da sucht man sich aus, wie man seine Inhaberschaft über die Domain nachweisen will. Entweder erzeugt man unter /.well-known/acme-challenge/ eine Datei mit dem Token als Dateinamen und dem Token, einem Punkt und dem entsprechend codierten SHA256-Hash des eigenen Schlüssels. Das ist die http-01 - Challenge. Oder man nutzt die DNS-Variante. Dafür muß man einen DNS-TXT-Eintrag mit dem Namen _acme-challenge erstellen, dessen Wert ebenfalls nach einem bestimmten Prinzip aus dem Token und dem eigenen Schlüssel ermittelt wird.

(4) Hat man das gemacht, ruft man die Challenge-Url jeweils mit einem geeigneten POST-Befehl auf, um Letsencrypt mitzuteilen, daß die Challenges überprüft werden sollen.

(5) Ist Letsencrypt zufrieden, dann wechselt die zugehörige Authorization-Seite vom Status "pending" in den Status "valid". Sind alle Authorization-Seiten "valid", kann ein Zertifikatsrequest generiert und an die Finalize-Url geschickt werden. Stimmt der Zertifikatsrequest (Liste der Domainnamen) mit dem Order-Request bzw. der Liste der dortigen Domainnamen überein, dann wechselt die Order-Seite in den Status "valid" und bietet eine Zertifikatsurl, über die man sich das neue Zertifikat herunterladen kann.

Hat man einmal verstanden, wie man die JSON-Objekte aufbauen muß, dann ist das keine große Geschichte mehr.

Allerdings: Was spricht für einen eigenen Client?

Inzwischen hatte sich die Vermutung bestätigt, die mich schon im Februar dazu brachte, einen eigenen Client zu bauen. Und zwar sowohl angesichts der eigenen Erfahrungen als auch aufgrund dessen, was im Letsencrypt-Forum zu lesen ist.

Die Kommunikation mit Letsencrypt ist nur der eine Teil der Gesamtaufgabe. Der andere Teil besteht darin, daß lokal ein Account-Schlüsselpaar, zu jedem Zertifikat ein Schlüsselpaar und die eigentlichen Zertifikate verwaltet werden müssen. Ferner muß das heruntergeladene Zertifikat schließlich (bei Windows-Systemen) in Webhosting abgelegt und beim Webserver in die entsprechende Bindung eingehängt bzw. dort ausgetauscht werden (altes Zertifikat raus, neues rein).

Diese ganzen lokalen Aufgaben sind im Zweifelsfall weitaus kritischer als die Kommunikation mit Letsencrypt.

Und das eigentlich kritische ist: Bei Fehlern sollte der Job gestoppt und nicht einfach wiederholt werden.

Es gibt reihenweise Beispiele im Letsencrypt-Forum. Es wird ein Cronjob (o.ä.) eingerichtet, der sich eigentlich automatisch um das Aktualisieren der Zertifikate kümmern soll. Dann geht "irgendetwas" schief. Das wird nicht sofort bemerkt. Der Cronjob wiederholt sich. Und mit "etwas Pech" wurde 10 mal hintereinander korrekt ein Letsencrypt-Zertifikat beantragt, aber die Ausführung bzw. das Einbinden scheiterte aus irgendwelchen Gründen. Nun schlägt das Limit von Letsencrypt zu. Und man kann bsp. in den nächsten Tagen kein neues Zertifikat mehr beantragen, dann wird die Zeit knapp.

Der Nutzer "hat" also diverse neue Zertifikate aus den letzten Tagen, die allesamt 90 Tage gültig sind. Aber auf seinem Webserver läuft noch das Zertifikat, das in wenigen Tagen ausläuft. Und dem Nutzer ist völlig unklar, wie er die neuen Zertifikate finden und nutzen kann. Mit "etwas Pech" ist das nicht nur ein Zertifikat, sondern es sind noch ein paar mehr.

Sprich: Letsencrypt hat ein paar Limits (siehe https://letsencrypt.org/docs/rate-limits/ ). Man kann bsp. zu einer Domain nur maximal 20 Zertifikate pro Woche neu beantragen (Erneuerungen zählen nicht mit). Und man kann eine Kombination von Domainnamen innerhalb von einer Woche nur fünf mal erneut beantragen (Duplicate Certificate Limit).

Hängt irgendetwas bei der lokalen Verwaltung, merkt man das nicht sofort und läßt das weiterlaufen, dann stoppt das irgendwann - weil das Letsencrypt-Limit zuschlägt.

Das eigentliche Problem dabei: Den vielen Clients, die unter

Client-Options

https://letsencrypt.org/docs/client-options/

angeboten werden, "sieht" man es nicht so richtig an, ob sie bei irgendeinem Fehler (inklusive fehlenden Berechtigungen, Problemen bei der Validierung oder beim Einbinden des Zertifikats) und einem Neustart einen Tag später alles wiederholen, auf denselben Fehler laufen und damit in Richtung der Limits kommen. Oder ob es irgendeinen Mechanismus der Information gibt, so daß eine "sinnlose Wiederholung" vermieden wird.

Es macht nun mal keinen Sinn, wenn so ein Tool täglich einmal ausgeführt wird und dann an fünf oder zehn Tagen jedesmal gegen dieselbe Wand rennt, bis das Limit vollgelaufen ist.

Bei meinem eigenen Client ist das auf zwei verschiedenen Ebenen einigermaßen gelöst. Ein Gedanke ist, die Kommunikation mit Letsencrypt abzukoppeln vom Ändern der Bindung. Das eine Programm holt sich ein neues Zertifikat und importiert es unter "Webhosting". Das kann im Laufe eines Tages gemacht werden. Es kann einmal pro Tag ausgeführt werden und prüft alle Zertifikate unter "Webhosting", ob diese in Kürze auslaufen. Falls ja, wird ein neues Zertifikat geholt.

Das zweite Programm prüft zu jeder Bindung, ob es unter "Webhosting" ein neueres Zertifikat gibt. Falls ja, wird das Zertifikat ausgetauscht. Das zieht einen Neustart des Webservers nach sich. Das sollte eher am Abend stattfinden.

Diese Logik hat jedenfalls den Vorteil, daß ein Crash beim Zertifikatstausch nicht dazu führt, daß ein Zertifikat mehrfach innerhalb kurzer Zeit beantragt wird.

Aber eigentlich entscheidend ist eine Blockade innerhalb des ersten Programms: Kann ein Zertifikat heute nicht geholt werden, darf das morgen nicht einfach blind wiederholt werden. Das wurde so gelöst, daß das Erstellen einer Order bis hin zum Ablegen unter "Webhosting" in elf sehr kleine Schritte zerlegt wurde. Zu jeder Domain, zu der ein Zertifikat geholt wird, gibt es eine Art Steuerungsdatei. In die werden alle Daten geschrieben - plus der letzte erfolgreiche Schritt. Existiert so eine Datei, wird nicht bei Null begonnen, sondern mit dem nächsten Schritt weitergemacht. Da die Daten in Form einer Tabelle abgelegt werden, kann auf die Ergebnisse der vorherigen Schritte zurückgegriffen werden. Das ist also mehr als eine bloße Protokolldatei.

Ferner gibt es bei Letsencrypt ein Testsystem. Dort läuft alles wie auf dem Produktivsystem. Die Zertifikate werden aber von "Fake LE Intermediate X1" signiert. Damit läßt sich aber der gesamte Prozess mehrfach und schrittweise testen.

Mal sehen, wann ich mit der Hauptdomain *.server-daten.de ebenfalls auf Letsencrypt umziehe.

Bat-friendly Streetlights - fledermausfreundliche Strassenbeleuchtung - Zuidhoek Nieuwkoop nahe dem Naturschutzgebiet Nieuwkoopse Plassen nutzt rotes Licht - für Menschen sicher, für Fledermäuse dunkel

08.06.2018 23:56:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin gibt es sie ja auch: Fledermäuse, von denen über 10.000 in der Spandauer Zitadelle überwintern. Aber nicht nur dort, es gibt 31 weitere Quartiere. Und eigentlich bin ich mir auch sicher, daß ich hier schon mal eine Fledermaus beobachtet habe: Die flog in der Dämmerung waagerecht den Seitenflügel entlang bis zur Wand, schoss dort nach oben, drehte um und es ging wieder zurück. In einem Tempo, so daß das mit Sicherheit kein Vogel gewesen sein kann.

Aber in der Großstadt gibt es auch ständig Lichtquellen. Und eine Straßenbeleuchtung. Diese kann für Fledermäuse irritierend sein, ebenso für die Insekten, die sie fangen.

Die Neubausiedlung Zuidhoek Nieuwkoop in den Niederlanden will das anders machen: Mit einer Straßenbeleuchtung in einem rötlichen Ton.
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Dutch town helps out rare bat species by installing “bat-friendly” streetlights

https://inhabitat.com/dutch-town-helps-out-rare-bat-species-by-installing-bat-friendly-streetlights/

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> to be the world’s first bat-friendly streetlights

Das weltweit erste fledermausfreundliche Straßenlicht. Das rote Licht

> brighten the road for humans, but the the bats still perceive the light as darkness.

erhellt die Straße für Menschen in einem ausreichenden Maß, aber die Fledermäuse nehmen es als Dunkelheit wahr.

Die Siedlung und die umgebenden Gebiete gehören zum Projekt "Natura 2000". Ein Netzwerk von Orten, die für Nist- und Brutplätze seltener Arten in der EU relevant sind.

Das sind keine abgeschlossenen Gebiete, die meisten sind Privatland. Aber:

> The approach to conservation on these sites revolves around “people working with nature rather than against it,” according to the European Commission.

Die fledermausfreundliche Straßenbeleuchtung könne dafür einen Beitrag leisten. Die dortige Gegend ist wichtig für einige seltene Fledermausarten.

> The energy-efficient streetlights emit red with a wavelength that won’t interfere with the flying mammals’ internal compasses. The lighting is based on 2017 research from Wageningen University, the Netherlands Institute of Ecology, and Philips Lighting.

Die Wellenlänge der roten Farbe interferiert nicht mit dem internen Kompass der fliegenden Säugetiere. Das Licht basiert auf gemeinsamen Forschungsarbeiten der Wageningen University, des Netherlands Institute of Ecology und Philips Lighting.

Eine Pressemitteilung von Signify, das ist der neue Name von Philips Lighting:

The world’s first bat-friendly street lighting

Going bats: Dutch town is first in world to install bat-friendly LED street lights

https://www.signify.com/global/about/news/press-releases/2018/20180605-going-bats-dutch-town-is-first-in-world-to-install-bat-friendly-led-street-lights

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Da findet sich noch weiteres zu der Siedlung Zuidhoek-Nieuwkoop:

> Zuidhoek-Nieuwkoop is home to many rare and vulnerable animal and plant specs. The town and its surrounding area is part of the Natura 2000, a network of nature protection areas across Europe comprising breeding and nesting sites for rare and threatened species. In 2011, Nieuwkoop embarked upon an initiative to build 89 new houses that meet the highest sustainability standards.

Sowie ein Statement von Guus Elkhuizen, City Council Member:

> Nieuwkoop is the first town in the world to use smart LED street lights that are designed to be friendly to bats. When developing our unique housing program our goal was to make the project as sustainable as possible, while preserving our local bat species with minimal impact to their habitat.

Da ist auch eine ältere Pressemitteilung vom 01.06.2017 verlinkt:

Calling Bat fans - Philips Lighting scientists develop LED road lighting that won’t disturb bats

https://www.signify.com/global/about/news/press-release-archive/2017/20170601-philips-lighting-scientists-develop-led-road-lighting-that-wont-disturb-bats

Damit sind die Ergebnisse der damaligen Forschungsarbeiten nun an einer Stelle in die Praxis umgesetzt worden.

MoDuLofts - Ein 14-stöckiges Haus in Beirut mit zwei herausschiebbaren Wänden pro Etage zur flexiblen Raumaufteilung - von Fouad Samara Architects

07.06.2018 23:40:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Häuser pflegen ja normalerweise eher starre Wände zu haben: Innen wie außen. Innen mag es vielleicht Raumteiler geben, die zusammengeschoben werden können, so daß zwei Räume zu einem großen Raum verschmelzen. Aber meist ist das nur etwas für größere Räume, bei denen bsp. ein großer Versammlungsraum so in zwei kleinere Räume geteilt werden kann.

Ein Haus in Beirut, von Fouad Samara Architects gebaut, macht dagegen daraus ein Prinzip:

In jeder Etage gibt es zwei Trennwände, die auf Schienen gelagert sind. Die Außenfassade ist nicht glatt, sondern die Schienen ragen jeweils nach außen. Ferner bilden immer zwei Etagen zusammen ein Duplex-Loft.

Die Trennwände lassen sich über die Schienen nach außen schieben. Mit der Wirkung, daß der mittlere Raum einer Etage um zwei schmalere Räume auf jeder Seite vergrößert wird.
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fouad samara architects provides flexibility with the modulofts building

https://www.designboom.com/architecture/fouad-samara-moduloft-lebanon-06-07-2018/

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Eine Nutzung:

> for example, the loft’s sliding walls add the capability of transforming the ground floor of the unit from a traditional set-up of closed off bedrooms and kitchens, to one open-style-concept multi-purpose room.

Man kann das als geschlossene Räume betrachten, ein Schlafzimmer, eine Küche und ein größerer Aufenthaltsraum. Oder man schiebt die Trennwände raus. Dann ist das ein einziger, offener Raum.

Da es in so einem Duplex-Loft insgesamt 4 Schiebewände gibt und jede Schiebewand drinnen oder draußen sein kann, sind das 16 Varianten pro Duplex-Loft. Da es 14 Etagen und 7 Duplex-Lofts gibt, sind das 16^7 = 268.435.456 Möglichkeiten für die Außenfassade, also etwa 268 Millionen Varianten.

Wenn die Mieter so ihre eigenen Bedürfnisse einbringen, dann ändert sich die Außendarstellung des Hauses immer mal wieder.

> a constantly changing façade at the modulofts will provide the street with another animation to an already dynamic neighborhood.

Eine besondere Art der "dynamischen Nachbarschaft".

Die Seite der Architekten:

MoDuLofts

http://fouadsamara.net/#project/78/MoDuLofts%20-%20Ashrafieh,%20Lebanon

MoDuLofts = Modulartige Lofts.

Bei

Modulofts Apartments in Beirut - Residential Building, Lebanon – design by Fouad Samara Architects

https://www.e-architect.co.uk/lebanon/modulofts-apartments-in-beirut

findet sich eine genauere Beschreibung dieses "traditionellen libanesischen Hauses", "beit" genannt:

> The traditional Lebanese house, the ‘beit’, which was the basic residential type in Lebanon until the 1920s, had a very ordered plan with a central hall or ‘liwan’ in the middle with entrance at one end and a balcony at the other. On either side of the ‘liwan’ were typically two rooms, or ‘ouda’, opening onto the ‘liwan’. These rooms were used for living and working / food preparation during the day, and for sleeping at night.

Eine zentrale Halle, Liwan, auf der einen Seite der Eingang, auf der anderen Seite der Balkon. Links und rechts zwei kleinere Räume, die als Küche, Arbeitszimmer oder Schlafzimmer genutzt wurden.

Die MoDuLofts haben sich dieses Modell quasi als Vorbild genommen - und es mit der Technik der herausschiebbaren Trennwände kombiniert.

Bundesfinanzhof: Fehlender Leistungszeitpunkt kann sich aus Rechnungsdatum ergeben, Rechnung berechtigt zum Vorsteuerabzug - erleichterter Vorsteuerabzug - V R 18/17

06.06.2018 23:46:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn eine Rechnung zum Vorsteuerabzug berechtigen soll, dann muß die Rechnung bestimmte Pflichtangaben enthalten. Neben dem Namen und der Anschrift des Lieferanten muß auch der Leistungszeitpunkt genannt sein.

Was aber ist, wenn diese Angabe des Leistungszeitpunktes fehlt? Der Bundesfinanzhof hat mit einer nun veröffentlichten Entscheidung die Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs erleichtert.
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BFH erleichtert Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs - Urteil vom 1.3.2018, V R 18/17

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=36703&pos=0&anz=31

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Im konkreten Fall ging es um Autolieferungen an die Klägerin.

> Im Streitfall hatte die Klägerin den Vorsteuerabzug aus an sie ausgeführten PKW-Lieferungen in Anspruch genommen. Allerdings enthielten die ihr hierfür erteilten Rechnungen weder Angaben zur Steuernummer des Lieferanten noch zum Lieferzeitpunkt. Die Rechnungen wurden später um die Angabe der Steuernummer, nicht aber auch um die Angabe der Lieferzeitpunkte ergänzt.

Die Entscheidung des Finanzamtes war eigentlich erst einmal klar und nachvollziehbar: Kein Vorsteuerabzug.

> Das Finanzamt versagte den Vorsteuerabzug aus den PKW-Lieferungen.

Aber:

> Demgegenüber hatte die Klage zum Finanzgericht Erfolg.

Der Gesetzestext enthält bereits einen gewissen Spielraum.

> Umsatzsteuerrechtlich verlangt § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 des Umsatzsteuergesetzes für eine Rechnung die Angabe des Zeitpunkts der Lieferung oder der sonstigen Leistung. Nach § 31 Abs. 4 der Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UStDV) kann als Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung der Kalendermonat angegeben werden, in dem die Leistung ausgeführt wird.

Das wurde vom Bundesfinanzhof sehr weitgehend ausgelegt. Wenn davon auszugehen sei, daß die Leistung in dem Monat erfolgt sei, in dem die Rechnung ausgestellt wurde, dann genügt das.

> Danach kann sich die Angabe des Kalendermonats als Leistungszeitpunkt aus dem Ausstellungsdatum der Rechnung ergeben, wenn nach den Verhältnissen des Einzelfalls davon auszugehen ist, dass die Leistung in dem Monat bewirkt wurde, in dem die Rechnung ausgestellt wurde.

Davon sei bei einer PKW-Lieferung auszugehen.

> Mit den Rechnungen sei über jeweils einmalige Liefervorgänge mit PKWs abgerechnet worden, die branchenüblich mit oder im unmittelbaren Zusammenhang mit der Rechnungserteilung ausgeführt worden seien. Damit folge aus dem Ausstellungsdatum der Rechnung, dass die jeweilige Lieferung im Kalendermonat der Rechnungserteilung ausgeführt wurde. Die Angabe des Ausstellungsdatums der Rechnung sei als Angabe i.S. von § 31 Abs. 4 UStDV anzusehen.

Laut der Pressemitteilung hat der Bundesfinanzhof das früher selbst strenger gesehen:

> Der BFH begründete seine Entscheidung damit, dass sich die Steuerverwaltung nicht auf die bloße Prüfung der Rechnung beschränken dürfe, sondern auch die vom Steuerpflichtigen beigebrachten zusätzlichen Informationen zu berücksichtigen habe. Demgegenüber hatte der BFH in der Vergangenheit aufgrund einer eher formalen Betrachtungsweise bisweilen sehr strenge Anforderungen an die Rechnungsangabe des Leistungszeitpunkts gestellt.

Das Urteil:

BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.3.2018, V R 18/17 - ECLI:DE:BFH:2018:U.010318.VR18.17.0

Rechnungsangaben beim Vorsteuerabzug

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&anz=31&pos=0&nr=36712&linked=urt

Der Leitsatz:

> Die Angabe des Kalendermonats als Leistungszeitpunkt (§ 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 UStG i.V.m. § 31 Abs. 4 UStDV) kann sich unter Beachtung der unionsrechtlichen Vorgaben aus dem Ausstellungsdatum der Rechnung ergeben, wenn nach den Verhältnissen des jeweiligen Einzelfalls davon auszugehen ist, dass die Leistung in dem Monat bewirkt wurde, in dem die Rechnung ausgestellt wurde.

Das Finanzgericht hatte allerdings anders entschieden: Dort wurde der Vorsteuerabzug bejaht, ohne daß es eine ordnungsgemäße Rechnung gab. Der Bundesfinanzhof hat dagegen die Rechnung als ordnungsgemäß eingestuft (RN 26).

> Die Angabe des Kalendermonats als Leistungszeitpunkt kann sich dabei unter Beachtung der unionsrechtlichen Vorgaben aus dem Ausstellungsdatum der Rechnung ergeben, wenn nach den Verhältnissen des jeweiligen Einzelfalls davon auszugehen ist, dass die Leistung in dem Monat bewirkt wurde, in dem die Rechnung ausgestellt wurde. Denn nach dem EuGH-Urteil Barlis 06 (EU:C:2016:690, Rz 44) darf sich die Steuerverwaltung nicht auf die Prüfung der Rechnung selbst beschränken, sondern hat auch die vom Steuerpflichtigen beigebrachten zusätzlichen Informationen zu berücksichtigen. Dies ist insbesondere für die Prüfung zu berücksichtigen, ob aufgrund einer Auslegung der Rechnung entsprechend § 133 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vom Vorliegen der erforderlichen Rechnungsangaben auszugehen ist.

Da spielte also eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) mit hinein.

§ 133 BGB lautet: Auslegung einer Willenserklärung

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__133.html

> Bei der Auslegung einer Willenserklärung ist der wirkliche Wille zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen Sinne des Ausdrucks zu haften.

Offenbar bestand über die tatsächliche Lieferung der Autos an die Klägerin kein Zweifel. Damit genügte die ungefähre Einschätzung Leistungszeitpunkt = Monat der Rechnungserstellung.

Europäischer Gerichtshof: Für Datenverarbeitung auf Fanpage sind Betreiber und Facebook verantwortlich - Urteil mit weitreichenden Folgen für Social-Media-Plattformen - C-210/16

05.06.2018 23:54:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der Europäische Gerichtshof hat mit einer heutigen Entscheidung wohl so etwas wie einen Meilenstein oder eine historische Entscheidung getroffen.

Der Kernsatz: Wenn eine Organisation oder ein Unternehmen auf Facebook eine Fanpage einrichtet, dann sind sowohl die Organisation als auch Facebook die für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten Verantwortlichen im Sinne der Rechtslage 2011. Da sich dieser Begriff der "für die Verarbeitung Verantwortlichen" durch die inzwischen geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nicht geändert hat, gilt das auch für die Situation nach der neuen Rechtslage.

Die Tragweite des Urteils wird erst dann so richtig deutlich, wenn man sich die Entscheidungen von Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht ansieht. Beide entschieden genau andersrum: Der Betreiber einer Fanpage sei kein Verantwortlicher. Auch das Bundesverwaltungsgericht tendierte zu dieser verneinenden Position, legte das jedoch dem EuGH vor.
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„Vorlage zur Vorabentscheidung – Richtlinie 95/46/EG – Personenbezogene Daten – Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung dieser Daten – Anordnung zur Deaktivierung einer Facebook-Seite (Fanpage), die es ermöglicht, bestimmte Daten bezüglich der Besucher dieser Seite zu erheben und zu verarbeiten – Art. 2 Buchst d – Für die Verarbeitung personenbezogener Daten Verantwortlicher – Art. 4 – Anwendbares nationales Recht – Art. 28 – Nationale Kontrollstellen – Einwirkungsbefugnisse dieser Stellen“

http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=202543&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1&cid=399657

Die Pressemitteilung (PDF, 3 Seiten):

Der Betreiber einer Facebook-Fanpage ist gemeinsam mit Facebook für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Besucher seiner Seite verantwortlich

https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2018-06/cp180081de.pdf

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In einem Konflikt, der seit dem 03. November 2011 lief, hatte das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) gegenüber der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein GmbH angeordnet, die unter https://www.facebook.com/wirtschaftsakademie betriebene Fanpage zu deaktivieren. Grund sei, daß weder die Wirtschaftsakademie noch Facebook die Besucher darüber informieren, daß Facebook mittels Cookies personenbezogene Daten von Besuchern der Fanpage erhebt und diese Daten anschließend verarbeitet.

Dagegen legte die Wirtschaftsakademie Widerspruch ein. Die wesentliche Begründung: Sie sei weder für die Datenverarbeitung durch Facebook noch für die von Facebook gesetzten Cookies verantwortlich.

Das ULD wies diesen Widerspruch mit Bescheid zurück. Die Wirtschaftsakademie leiste

> durch das Einrichten ihrer Fanpage einen aktiven und willentlichen Beitrag zur Erhebung personenbezogener Daten betreffend die Besucher dieser Fanpage durch Facebook [leiste] und von diesen Daten durch die ihr von Facebook zur Verfügung gestellten Statistiken profitiere.

Dagegen klagte die Wirtschaftsakademie vor dem Verwaltungsgericht. Ihr könne die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Facebook nicht zugerechnet werden. Sie habe auch Facebook nicht mit einer Auftragsdatenverarbeitung beauftragt. Das ULD hätte direkt gegen Facebook vorgehen müssen.

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts (09. Oktober 2013):

> Das Verwaltungsgericht hob den angefochtenen Bescheid mit Urteil vom 9. Oktober 2013 auf und begründete dies im Wesentlichen damit, dass der Betreiber einer Fanpage bei Facebook keine verantwortliche Stelle im Sinne von § 3 Abs. 7 BDSG sei und die Wirtschaftsakademie daher auch nicht Adressat einer Verfügung nach § 38 Abs. 5 BDSG sein könne.

Vergleicht man das mit der heutigen EuGH-Entscheidung, dann hat der EuGH heute genau gegenteilig entschieden.

Dagegen Berufung des ULD. Das Oberverwaltungsgericht entschied zum einen, daß das Bundesdatenschutzgesetz ein abgestuftes Vorgehen vorsehe, so daß die Abschaltung höchstens am Ende von Maßnahmen, nicht aber am Anfang stehen könne.

> Weiter führte das Oberverwaltungsgericht aus, dass der angefochtene Bescheid auch deswegen rechtswidrig sei, weil eine Anordnung nach § 38 Abs. 5 BDSG nur gegenüber der verantwortlichen Stelle im Sinne von § 3 Abs. 7 BDSG ergehen könne, was die Wirtschaftsakademie aber hinsichtlich der von Facebook erhobenen Daten nicht sei.

Das OVG bestätigte also die Entscheidung des VG. Daraufhin ging das weiter zum Bundesverwaltungsgericht. Auch dieses war der Meinung, daß die Wirtschaftsakademie nicht Verantwortlicher sei (RN 23):

> Das Bundesverwaltungsgericht ist wie das Oberverwaltungsgericht der Ansicht, dass die Wirtschaftsakademie selbst nicht als im Sinne von § 3 Abs. 7 BDSG oder Art. 2 Buchst. d der Richtlinie 95/46 für die Verarbeitung der Daten verantwortlich angesehen werden könne.

Ferner hatte es Zweifel, ob das ULD gegenüber Facebook Germany vorgehen könne. Schließlich war nicht klar, inwiefern die Datenschutzstelle in Irland dafür zuständig sei.

All das führte zu 6 Vorlagenfragen an den Europäischen Gerichtshof, die dieser im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchens beantworten sollte. Frage 1 und 2 führten direkt zum Hauptsatz der Entscheidung. Die Fragen 3 - 6 bezogen sich darauf, wer gegen welche Niederlassung vorgehen könne, wenn die Datenverarbeitung zentral erfolge und wie das Verhältnis zwischen einer deutschen und einer Aufsichtsbehörde in einem anderen EU-Land geregelt sei.

Der zweite Satz aus der PM:

> Die Datenschutzbehörde des Mitgliedstaats, in dem dieser Betreiber seinen Sitz hat, kann nach der Richtlinie 95/46 1 sowohl gegen ihn als auch gegen die in diesem Mitgliedstaat niedergelassene Tochtergesellschaft von Facebook vorgehen.

Die Kurzfassung der Begründung aus der PM:

1. Facebook ist auf jeden Fall verantwortlich für die Verarbeitung personenbezogener Daten.

2.

> Sodann befindet der Gerichtshof, dass ein Betreiber wie die Wirtschaftsakademie als in der Union gemeinsam mit Facebook Ireland für die fragliche Datenverarbeitung verantwortlich anzusehen ist. Ein solcher Betreiber ist nämlich durch die von ihm vorgenommene Parametrierung (u.a. entsprechend seinem Zielpublikum sowie den Zielen der Steuerung oder Förderung seiner Tätigkeiten) an der Entscheidung über die Zwecke und Mittel der Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Besucher seiner Fanpage beteiligt.

Und:

> Nach Ansicht des Gerichtshofs kann der Umstand, dass ein Betreiber einer Fanpage die von Facebook eingerichtete Plattform nutzt, um die dazugehörigen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, diesen nicht von der Beachtung seiner Verpflichtungen im Bereich des Schutzes personenbezogener Daten befreien.

Ähnlich hatte das ULD gegenüber dem Bundesverwaltungsgericht argumentiert (Urteil RN 22):

> Es sieht den Verstoß der Wirtschaftsakademie in der Beauftragung eines ungeeigneten, weil Datenschutzrecht nicht beachtenden Anbieters, hier Facebook Ireland, mit der Erstellung, Bereithaltung und Wartung eines Internetauftritts.

Ein Unternehmen kann nicht ein ungeeignetes anderes Unternehmen beauftragen und damit die Verantwortung abwälzen.

Ferner stellt das Urteil (Vorlagenfragen 3 + 4) fest, daß das ULD sowohl gegen die Wirtschaftsakademie als auch gegen Facebook Deutschland vorgehen könne. Das gilt auch dann, wenn Facebook Germany nur für den Verkauf von Werbeplätzen, nicht aber für die Erhebung der personenbezogenen Daten (das macht Facebook Irland) zuständig sei. Schließlich (Vorlagenfragen 5 + 6) kann das ULD tätig werden, ohne daß es die Aufsichtsbehörde in Irland einschalten oder anhören muß.

Wichtig bei dem Urteil: Es wurde von der "Großen Kammer" getroffen:

> DER GERICHTSHOF (Große Kammer)
>
> unter Mitwirkung des Präsidenten K. Lenaerts, des Vizepräsidenten A. Tizzano (Berichterstatter), der Kammerpräsidenten M. Ilešič, L. Bay Larsen, T. von Danwitz, A. Rosas, J. Malenovský und E. Levits, der Richter E. Juhász, A. Borg Barthet und F. Biltgen, der Richterin K. Jürimäe sowie der Richter C. Lycourgos, M. Vilaras und E. Regan

Das zeigt die Tragweite dieses Urteils.

In einer Pressemitteilung des ULD

Betreiber von Facebook-Fanpages tragen Datenschutz-Verantwortung!

https://www.datenschutzzentrum.de/artikel/1241-Betreiber-von-Facebook-Fanpages-tragen-Datenschutz-Verantwortung!.html

meint die Landesbeauftragte für Datenschutz Schleswig-Holstein, Marit Hansen, zu dem Urteil:

> „Die Entscheidung hat meine Einschätzung bestätigt, dass es keine Verantwortungslücken im Datenschutz geben kann. Konkret bedeutet dies nun für alle Fanpage-Betreiber, dass zwischen ihnen und Facebook geklärt sein muss, welche Datenschutzpflichten sie selbst zu erfüllen haben und für welche Facebook zuständig ist. Dies gilt insbesondere für die Informationspflichten: Ohne Transparenz, wie die Daten über alle Nutzenden – d. h. Mitglieder und Nicht-Mitglieder von Facebook – verarbeitet werden, funktioniert dies nicht. Bei den Betroffenenrechten, z. B. dem Recht auf Auskunft oder Berichtigung, gilt: Jeder kann diese Rechte sowohl gegenüber dem Fanpage-Betreiber als auch gegenüber Facebook direkt geltend machen.“

Wenn man eine Website betreibt, ist man für die Website verantwortlich. Wenn man die Website faktisch zu Facebook verlagert, dann bleibt man dafür verantwortlich.

Der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz, Thomas Petri, verweist darauf, daß auch die öffentlichen Stellen ihren Umgang mit Facebook prüfen müßten:

> Mögliche Vorteile bei der Öffentlichkeitsarbeit rechtfertigen jedenfalls keine Datenschutzverstöße.

Und klar ist auch: Das Urteil gilt offenkundig nicht nur für Facebook, sondern für alle Social-Media-Plattformen. Wer diese für eigene Zwecke verwendet, der ist mitverantwortlich.

Nun ist in Deutschland wieder das Bundesverwaltungsgericht zuständig.Das wird noch eine Weile dauern, bis es da ein rechtskräftiges Urteil geben wird.

Ich gehe allerdings davon aus, daß Facebook nun - im eigenen Interesse - einiges verbessern und dies Betreibern von Fanpages aus dem EU-Raum anbieten wird. Ansonsten läuft Facebook Gefahr, daß diverse Organisationen ihre Fanpages abschalten oder einschlafen lassen werden.

Wie nutzt man ein altes Auto? Etwa als Pizzaofen, als Sitzgelegenheit, Tischtennisplatte oder Swimmingpool - die Kreationen von Benedetto Bufalino

04.06.2018 23:55:34, Jürgen Auer, ein Kommentar

Ein altes Auto pflegt häufig in der Schrottpresse zu landen. Aber gibt es noch andere Möglichkeiten dafür?

Benedetto Bufalino hat jedenfalls ein kreatives Händchen. Nun hat er sich einen alten Ford Mondeo vorgeknöpft. Das Ergebnis: Ein mit Holz betriebener Pizzaofen.
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This Old Car Was Turned Into A Wood-Burning Pizza Oven

https://designyoutrust.com/2018/06/this-old-car-was-turned-into-a-wood-burning-pizza-oven/

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Das Prinzip: Das gesamte Innenleben (Sitze und Technik) kam raus. Dann kam ein Gestell aus Metall rein. Es folgten diverse Backsteine, die vermauert wurden und die an der "hinteren Seite" des Ofens (der rechten Autoseite) bis nach oben gemauert wurden. Auf der linken Seite wurden alle störenden Elemente bis zur Dachkante entfernt.

Statt der Fenster gibt es dort kräftige Metallbleche.

Geheizt wird mit Holzstücken. Mit dem Effekt, daß die Backsteine "gut warm" werden. Offenbar eignet sich das gut, um als Pizzaofen genutzt zu werden.

Einzigstes Problem: Das Auto ist nun "etwas immobil". Für eine entsprechende Party wäre das sicher ein Hingucker. Aber das Auto muß erst einmal zur Party kommen.

Auf der Website

BENEDETTO BUFALINO

https://www.benedettobufalino.com/

finden sich weitere Arbeiten.

Etwa eine sehr lange Stretch-Limousine, die als Bank genutzt werden kann. Oder ein Lastwagen, auf dessen Dach ein kleines Sportfeld gestaltet ist. Etwas besser und ungefährlicher nutzbar ist das umgedrehte Auto, das als ungewöhnlich lange Tischtennisplatte fungiert.

Und 2014 wurde ein ehemaliger Kleinwagen zu einem Swimmingpool umgebaut. Ein umgedrehtes Auto wird zum Sportboot (2015). Oder es wird bepflanzt (2013). Und ein ausrangiertes Polizeiauto dient als Hühnerstall.

Kunst mit Drohnen: Das Time-Magazin erzeugt ein fliegendes Magazincover mit 958 Drohnen

03.06.2018 23:24:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit Drohnen kann man alles mögliche machen. Nun lassen sich Drohnen auch für künstlerische Zwecke nutzen. Allerdings nicht eine Drohne, das wäre etwas dürftig. Aber mit 958 Drohnen, die entsprechende Lichtquellen tragen, läßt sich ein Bild in den Himmel zeichnen. Bestehend aus diesen 958 Lichtpunkten.

Das Time-Magazin behandelt in der Juni-Ausgabe Drohnen, die auch als Unmanned Aerial Vehicles (UAV) bezeichnet werden. Da lag es nahe, das Titelbild mit Drohnen zu gestalten.
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TIME creates its latest magazine cover with the help of 958 drones

https://www.designboom.com/design/time-magazine-drone-cover-intel-06-01-2018/

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Genutzt wurden Drohnen von Intel, da gibt es "shooting star drones", mit denen auch schon in PyeongChang 2018 eine Show veranstaltet wurde.

https://www.intel.com/content/www/us/en/technology-innovation/aerial-technology-light-show.html

Die lassen sich entsprechend steuern, so daß komplexe fliegende Gestalten erzeugt werden können.

Das mit einer Kamera am richtigen Ort im richtigen Winkel aufgenommen ergab das gewünschte Video:

Fly Through A 100 Meter Tall TIME Magazine Cover Made With 958 Drones | TIME

https://www.youtube.com/watch?v=clGl9Kc5j9o

Demnach war das ein 100 Meter hoher Kasten, der in den Himmel gemalt wurde.

Dazu ein Behind the Scenes - Video:

Behind The Scenes Of TIME's Drones Cover | TIME

https://www.youtube.com/watch?v=JGjmRRTThdk

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Demnach stammt auch die eigentliche Aufnahme von einer fliegenden Drohne.

Das Making-Of-Video ist zeigt, wie unterschiedlich das aus verschiedenen Perspektiven aussieht. Erst von der richtigen Position betrachtet fügt sich das zum Cover zusammen.

Bei der Time

http://time.com/collection/drones/

gibt es ebenfalls Ausschnitte aus dem Making-Of-Video. Und diverse Reports zu Drohnen. U.a. zur Beobachtung von Walen, die auch hier im Blog schon erwähnten Drohnen von Zipline, die in Afrika Blutkonserven schnell in entlegene Krankenhäuser bringen, zur Verfolgung von Wilderern, für militärische Zwecke, für neue Varianten von Luftaufnahmen in Städten und anderswo und bei Katastrophen. Etwa bei einem Hurrikan, nach dem Drohnen schnell einen Überblick verschaffen können.

Storkeengen in Randers - Dänemark - ein Überflutungsgebiet, das mit einer Holzkonstruktion für Anwohner erschlossen werden soll

02.06.2018 23:19:50, Jürgen Auer, keine Kommentare

Randers liegt in Dänemark in Ost-Jütland und ist eine Hafenstadt. Sucht man nach der Stadt bei Google-Maps, mag man sich wundern, warum das eine Hafenstadt sein soll. So weit, wie Randers scheinbar im Landesinneren liegt. Aber durch Randers fließt die Gudenå, mit 158 km der längste dänische Fluß. Dieser mündet kurz hinter der Stadt in den Randers Fjord. Von da an sind es nochmals 25 km bis zur Küste.

Die Gudenå teilt die Stadt in zwei Hälften, nördlich und südlich des Flusses. Nördlich liegt die City. Im Süden gibt es umfangreiche Wohnsiedlungen. Direkt daneben, den Storkeengen, ein Landschaftsschutzgebiet.

Das wird gleichzeitig als Überflutungsgebiet benötigt. Das wiederum macht es schwierig, das Gelände als Erholungsgebiet zu nutzen. Das Architektenbüro C.F. Møller hat eine interessante Lösung entwickelt, wie das Gebiet trotzdem genutzt werden kann.
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SMART MEADOW

https://www.toposmagazine.com/meadow-city-park/

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Das Problem:

> In short: The meadow would be the perfect place for a city park, if it won’t be used as a flood area. Both settlement bodies could be connected with recreational usage.

Eigentlich ist der Platz perfekt für einen Stadtpark. Aber das kollidiert mit dem Bedarf für einen Überflutungsraum.

Die Lösung: Viele aufgeständerte Holzwege. Aktuell wird das gesamte Gebiet von zwei Flussbrücken und zwei anschließenden Straßen begrenzt. Die westliche Straße trifft nach einem Viertelbogen auf die östliche Straße.

> Their concept includes elevated paths and constructions for several activities. So, they can be used even in times when the meadow is flooded by the river. The pathways and activity plateaux enable the visitors to experience the meadow’s unique flora and fauna at close hand.

Sieht man sich das bei Google Maps an

https://www.google.de/maps/place/Storkeengen+-+Randers/

dann sieht das Gelände dort "eher trocken" aus. Die Skizze der Architekten verweist darauf, daß ein ordentlicher Teil dieser "trockenen Fläche" bei entsprechenden Regenfällen unter Wasser steht. Aus den umliegenden Gegenden kommt Wasser von Dächern, Parkplätzen und Straßen auf das Gelände. Dort fungiert die Erde wohl teils als "natürliches Reinigungsbecken", bevor das Wasser in die Gudenå fließt.

Sehr spannend ist ein kreisförmiges Gebilde mitten auf dem Steg. Da führt der Holzsteg drumherum, so daß sich fast ein Vollkreis ergibt. Der innere Teil ist als begehbares Metallgitter gestaltet, so daß sich Leute dort hinsetzen können und direkt über dem Wasser sind.

Die Seite der Architekten:

STORKEENGEN (STORK MEADOW)

https://www.cfmoller.com/p/Storkeengen-Stork-Meadow-i3327.html

Da gibt es diverse Querschnitte, die die Höhenunterschiede zeigen. Der Effekt: Die Stege sind auch dann noch nutzbar, wenn nach kräftigen Regenfällen weite Teile des Geländes unter Wasser stehen.

Auftraggeber war die Stadt. Der Entwurf hat den 1st prize in architectural competition 2017 bekommen. Bei Inhabitat fand sich die Info, daß das Projekt bis 2021 umgesetzt sein soll.

Free Parasol - eine Drohne mit Regenschirm, die dem Nutzer automatisch folgt - Asahi Power Services aus Japan versucht, so etwas zu entwickeln

01.06.2018 23:53:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

Drohnen werden inzwischen für alle möglichen Zwecke eingesetzt. Um Licht zu spenden, Blutkonserven in Afrika zu transportieren oder um Leuten in Seenot schnell eine aufblasbare Hilfe zu bringen.

Aber in Japan scheint es, neben der Drohne, die Mitarbeiter von Überstunden abhalten soll, noch weitere eher skurrile Pläne zu geben.

So beschäftigt sich das japanische Unternehmen Asahi Power Services damit, eine Drohne zu entwickeln, die einen Regenschirm transportiert. Als Regenschirm ohne Handgriff, der mit einer Kamera und KI ausgestattet ist. So wird der Kopf des Besitzers erkannt. Die Drohne fliegt über ihm - und soll ihn trocken halten.
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Flying, Hands-Free Umbrellas Just Might Be the Perfect Use For Drones

https://gizmodo.com/flying-hands-free-umbrellas-just-might-be-the-perfect-1826481750

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Der Autor bei gizmodo meint, daß er sich bis jetzt nicht dafür interessiert hätte, eine Drohne zu besitzen. Luftphotografien macht er nicht, Drohnenrennen und Kunstflüge überläßt er lieber anderen. Aber das:

> But a hands-free umbrella that autonomously follows me through the rain? This is a technological breakthrough I can use.

Das sei ein technologischer Durchbruch, den er gebrauchen könne.

Interessant ist die folgende Position:

> A Japanese company, Asahi Power Services, believes there’s a big market for self-propelled umbrellas, not only as a way to stay dry in a downpour while staying glued to your phone, but also as an easy way to beat the heat on a sunny day.

Das Unternehmen glaubt an einen großen Markt. Nicht nur bei Regen, wenn man grade sein Smartphone nutzt. Sondern auch als Hitzeschutz an einem sonnigen Tag.

Ein Video:

アサヒパワーサービス、手で持たない ドローン日傘の試作機開発

https://www.youtube.com/watch?v=oICMTi1gd4A

Aktuell ist das vom Praxiseinsatz wohl noch eher weit entfernt. Ziemlich laut, der Schirm wirkt auch relativ klein. Die Drohne ist noch schwer (11 Pfund, das müßten knapp 5 kg sein) und schafft 20 Minuten Flugzeit. Die Macher sind optimistisch, daß sie das Gewicht auf weniger als 2 Pfund (0,9 kg) reduzieren und die Flugzeit auf eine Stunde vergrößern können.

Später hängt das vom Wetter und vom Wind ab.

2019 soll das marktreif sein, der Autor nennt das "optimistisch". Der Preis könnte bei 275 Dollar liegen, das wäre so ziemlich der teuerste Regenschirm.

Ein Vorteil: Man würde den Regenschirm nicht mehr vergessen, weil er gegebenenfalls automatisch folgt.

Bei gleichmäßigem Landregen ohne Wind könnte das einigermaßen funktionieren. Aber bei böigem Wind, der am Regenschirm zerrt und bei dem man den Schirm gegen den Wind ausrichtet und dreht: Da bezweifele ich, daß ein solcher Drohnenregenschirm mithalten und den Besitzer einigermaßen trocken halten könnte. Den böigen Wind dürfte es auf den japanischen Inseln häufiger geben als hier in Berlin, relativ weit von den Küsten entfernt.

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