Storkeengen in Randers - Dänemark - ein Überflutungsgebiet, das mit einer Holzkonstruktion für Anwohner erschlossen werden soll

02.06.2018 23:19:50, Jürgen Auer, keine Kommentare

Randers liegt in Dänemark in Ost-Jütland und ist eine Hafenstadt. Sucht man nach der Stadt bei Google-Maps, mag man sich wundern, warum das eine Hafenstadt sein soll. So weit, wie Randers scheinbar im Landesinneren liegt. Aber durch Randers fließt die Gudenå, mit 158 km der längste dänische Fluß. Dieser mündet kurz hinter der Stadt in den Randers Fjord. Von da an sind es nochmals 25 km bis zur Küste.

Die Gudenå teilt die Stadt in zwei Hälften, nördlich und südlich des Flusses. Nördlich liegt die City. Im Süden gibt es umfangreiche Wohnsiedlungen. Direkt daneben, den Storkeengen, ein Landschaftsschutzgebiet.

Das wird gleichzeitig als Überflutungsgebiet benötigt. Das wiederum macht es schwierig, das Gelände als Erholungsgebiet zu nutzen. Das Architektenbüro C.F. Møller hat eine interessante Lösung entwickelt, wie das Gebiet trotzdem genutzt werden kann.
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SMART MEADOW

https://www.toposmagazine.com/meadow-city-park/

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Das Problem:

> In short: The meadow would be the perfect place for a city park, if it won’t be used as a flood area. Both settlement bodies could be connected with recreational usage.

Eigentlich ist der Platz perfekt für einen Stadtpark. Aber das kollidiert mit dem Bedarf für einen Überflutungsraum.

Die Lösung: Viele aufgeständerte Holzwege. Aktuell wird das gesamte Gebiet von zwei Flussbrücken und zwei anschließenden Straßen begrenzt. Die westliche Straße trifft nach einem Viertelbogen auf die östliche Straße.

> Their concept includes elevated paths and constructions for several activities. So, they can be used even in times when the meadow is flooded by the river. The pathways and activity plateaux enable the visitors to experience the meadow’s unique flora and fauna at close hand.

Sieht man sich das bei Google Maps an

https://www.google.de/maps/place/Storkeengen+-+Randers/

dann sieht das Gelände dort "eher trocken" aus. Die Skizze der Architekten verweist darauf, daß ein ordentlicher Teil dieser "trockenen Fläche" bei entsprechenden Regenfällen unter Wasser steht. Aus den umliegenden Gegenden kommt Wasser von Dächern, Parkplätzen und Straßen auf das Gelände. Dort fungiert die Erde wohl teils als "natürliches Reinigungsbecken", bevor das Wasser in die Gudenå fließt.

Sehr spannend ist ein kreisförmiges Gebilde mitten auf dem Steg. Da führt der Holzsteg drumherum, so daß sich fast ein Vollkreis ergibt. Der innere Teil ist als begehbares Metallgitter gestaltet, so daß sich Leute dort hinsetzen können und direkt über dem Wasser sind.

Die Seite der Architekten:

STORKEENGEN (STORK MEADOW)

https://www.cfmoller.com/p/Storkeengen-Stork-Meadow-i3327.html

Da gibt es diverse Querschnitte, die die Höhenunterschiede zeigen. Der Effekt: Die Stege sind auch dann noch nutzbar, wenn nach kräftigen Regenfällen weite Teile des Geländes unter Wasser stehen.

Auftraggeber war die Stadt. Der Entwurf hat den 1st prize in architectural competition 2017 bekommen. Bei Inhabitat fand sich die Info, daß das Projekt bis 2021 umgesetzt sein soll.

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