Flooded Train Station in Uppsala (Sweden) is a gigantic swimming pool - Nach einem kräftigen Regen ist eine Station überflutet - Bewohner freuen sich über riesigen Swimming Pool

31.07.2018 23:47:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn es in Deutschland, etwa hier in Berlin, kräftig regnet. Und eine U-Bahn-Station oder ein Bahnhof abzusaufen droht: Was würde passieren? Polizei und Feuerwehr würden die U-Bahn-Station oder den Bahnhof vermutlich sehr schnell absperren und anfangen, das Wasser abzupumpen.

In Uppsala in Schweden regnete es am Sonntag kräftig. Nachdem es - wie aktuell in ganz Europa - davor sehr warm war. Uppsala ist die viertgrößte Stadt in Schweden und hat knapp 150.000 Einwohner. Bei einer Bevölkerungsdichte von 3412 Einwohnern pro Quadratkilometer. Ok, Berlin-Friedrichshain hat 127.000 Einwohner, Kreuzberg 153.000, da liegt Uppsala also dazwischen.

Der "kräftige Regen" führte dazu, daß eine Zugstation unter Wasser stand. Und was machten die Bewohner? Die einen stapfen barfuß, mit hochgekrempelten Beinen durch. Andere kommen mit Badereifen und Schwimmflossen. Ein Video gibt es auch.
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Auf Reddit: The fourth largest city of Sweden, Uppsala, is currently flooded. The Swedes aren’t that concerned

https://www.reddit.com/r/funny/comments/92w9tj/the_fourth_largest_city_of_sweden_uppsala_is/

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Auf Instagram:

@svanstrom

https://www.instagram.com/svanstrom/

@sarah.thoren

https://www.instagram.com/sarah.thoren/

Mit einem kleinen Video (30 Sekunden):

https://www.instagram.com/p/Bl0ukGZlkR9/?taken-by=sarah.thoren

Das es inzwischen auch auf YouTube gibt:

Cool swimming pool in the city centre in Sweden

https://www.youtube.com/watch?v=uvc6H2RdXhY

> The rain created this cool swimming pool in the city centre!

Drei im Pool, sechs gucken zu:

https://www.instagram.com/p/Bl0Xo5EBkeR/?taken-by=lil_burk_

@sarah.thoren kam mit kompletter Ausrüstung: Ein Sitz zum Paddeln, Schwimmflossen, eine Taucherbrille und ein Regenschirm. Und großen Wasserpistolen.

Southbank by Beulah - Tower Competition - der Vorschlag von MAD Architects für einen Hochhaus-Wettbewerb in Melbourne - Glaskasten versus grüner Turm mit Wolke

30.07.2018 23:56:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Melbourne gibt es die Southbank, etwa einen Kilometer südlich des zentralen Business Districts von Melbourne. Früher war dort Industrie angesiedelt. Seit den frühen 1990ern hat sich die Gegend gewandelt, hochwertige Apartments und Büros prägen nun das Bild.

Nun läuft ein Wettbewerb für einen Hochhausturm, an dem sich diverse weltweit agierende Architekturunternehmen beteiligen.

Ein interessanter Vorschlag kommt von MAD Architects: Ein Hochhaus, dessen breiter Fuß geradezu "chaotisch grün" aussieht. Und das nach oben hin immer wieder Platz für diverse große Bäume bietet. "Fast ganz oben" könnte es eine Plattform geben, die deutlich größer ist als der Querschnitt des Hochhauses an dieser Stelle. So daß Personen auf mehreren Ebenen die wohl gigantische Aussicht erleben könnten. Also ein Hochhaus, das weit weg von den typischen glatten Glaskästen wäre.
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MAD's landmark tower proposal seeks to reconnect melbourne citizens with nature

https://www.designboom.com/architecture/mad-melbourne-tower-southbank-beulah-australia-07-27-2018/

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Der Bauplatz liegt an der Ecke City Road / Southbank Boulevard. Da gibt es schon diverse weitere Hochhäuser.

Der Fuß des Gebäudes soll diverse "kleine grüne Nischen" bieten:

> conceived as a series of small, green foothills that lead pedestrians up to the ‘mountain village’

Die Darstellung des Hochhausfußes sieht danach aus, als ob diverse kleine Räumlichkeiten und Erker existieren. Auf denen unzählige Plätze für Bäume und Grünflächen geschaffen werden. Das alles auf mindestens 10 Ebenen.

Von da an geht es wie ein Baumstamm nach oben. Da verjüngert sich der Bau immer mal wieder, das schafft Platz für weitere Bäume.

Eine Höhe von 360 Metern. Das soll also grade mal 8 Meter niedriger als der Berliner Fernsehturm werden. Der mit 368 Metern das höchste Gebäude in Deutschland und das vierthöchste freistehende Gebäude in Europa ist. Allerdings ist die Kugel auf 203 Metern Höhe, alles drüber ist nur noch "dünne Technik".

Bei dem Southbank-Gebäude gibt es dann aber in der Höhe die "Wolke":

> at its peak, ‘the cloud’ forms a cantilever that houses the public amenities for the hotel (lobby, restaurant, bar, and observation deck), and offers panoramic views across the city.

Die "Wolke" könnte am Abend beleuchtet sein, so daß der ganze Turm von oben her heller ist.

Die Seite von MAD Architects:

Southbank by Beulah - new Landmark Building for Melbourne

http://www.i-mad.com/press/mad-southbank-by-beulah-new-landmark-building-for-melbourne/

Demnach ist MAD Architects die einzigste von sechs Firmen, die aus Asien eingeladen wurde.

Die dortige Beschreibung

> At podium level, we break down the typical massing of a retail/mall space, and introduce a human-scale, ‘mountain village’ that invites passersby to explore. Urban spaces are stacked vertically, and landscaped with lush green walls and trees to give visitors and residents alike, the feeling that they are in nature, rather than in the middle of the city. The tower rises up out of the village like a tree. Clad in transparent glass, it boasts an innovative wood façade structure (Glulam) that appears to be roots twisting upwards, reinforcing the tower’s organic shape; with sky gardens interspersed throughout that vertically extend the urban green.

trifft das, was mir beim Ansehen der Bilder durch den Kopf gegangen war: Ein "Moutain Village", das Passanten einlädt, es zu erkunden. Die mehr den Eindruck haben sollen, daß sie in der Natur seien. Anstatt mitten in einer Stadt.

Auftraggeber ist Beulah International, ein international tätiger Projektentwickler.

SOUTHBANK BY BEULAH

http://beulahinternational.com/project/southbank-by-beulah

Eine Website zum Projekt nennt einige Daten:

Southbank by Beulah

https://www.southbankbybeulah.com/

220.000 Quadratmeter, 23.000 davon öffentlich zugänglich. Es soll Luxusapartments geben, Büros, ein Fünf-Sterne-Hotel, ein Entertainment Centre, "technological display centres", Einzelhandel, Platz für Kultur und öffentlich zugängliche Grünflächen. Da ist auch die genaue Adresse genannt - 118 City Road. An dem Wettbewerb nehmen 6 Architekturunternehmen teil, darunter BIG und MVRDV, die ja ebenfalls für faszinierende Architektur bekannt sind.

Am 08.08.2018 soll der Gewinner bekannt gegeben werden.

Dutch Windmills in the Fog - Niederländische Windmühlen im Nebel - um fünf Uhr am Morgen aufgenommen in Zaanse Schans - vom Photographen Albert Dros

29.07.2018 23:50:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den Niederlanden gibt es die Zaanse Schans. Ein Dorf der Gemeinde Zaanstad, in der Provinz Nordholland, etwa 20 Kilometer nördlich von Amsterdam.

Dort gibt es ein Freilichtmuseum, das aus diversen Häusern und Mühlen besteht. Diese wurden an anderen Orten abgebaut, dorthin transportiert und wiederaufgebaut.

Etwa 1,9 Millionen Besucher gibt es dort pro Jahr, macht pro Tag etwa 5.200 Besucher. Dementsprechend voll dürfte es tagsüber immer wieder sein.

Aber was passiert, wenn man am frühen Morgen dort unterwegs ist? Und es auch noch Nebel gibt?

Der Photograph Albert Dros hat einige - wenige - Aufnahmen um diese Zeit erstellt.
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Dutch Windmills in the Fog

http://www.fubiz.net/en/2018/07/28/dutch-windmills-in-the-fog-2/

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Der Nebel ist direkt am Boden. Und die Windmühlen sowie im Hintergrund einige Bäume und andere Gebäude ragen aus dem Nebel heraus.

Unklar ist allerdings, ob das ein Photo mit einer Drohne war oder ob das von einem anderen höheren Standpunkt aus aufgenommen wurde.

Auf der Website des Photographen

Albert Dros

http://www.albertdros.com/

gibt es eine Unterrubrik

Netherlands

http://www.albertdros.com/netherlands

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Da sind zwei der Bilder mit dabei. Sowie diverse andere Bilder, teils mit Nebel oder ungewöhnlichen, sehr intensiven Beleuchtungen.

Ähnliche Bilder gibt es in der Rubrik

World - Landscapes

http://www.albertdros.com/world-landscapes

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Als IT-ler arbeite ich ja häufig am Abend. Aber solche Photos dürfte man oft nur am frühen Morgen machen können. Wenn die Landschaft noch menschenleer und die Lichtverhältnisse entsprechend sind.

Die Infos zu Zaanse Schans stammen von Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Zaanse_Schans .

Reimagined fire hydrant - ein neugedachter Feuerwehr-Hydrant, der Menschen und Tieren als Trinkwasserspender dienen kann - von Dimitri Nassisi

28.07.2018 23:40:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Aktuell ist es sehr heiß. Da tut Erfrischung gut. Und eigentlich gibt es ja in Großstädten bereits ein weit verzweigtes System von Wasserentnahmestellen. In Form von Feuerwehr-Hydranten. Aber diese stehen der Allgemeinheit nicht zur Verfügung. Hier in Berlin war 2015 die Rede davon, daß es berlinweit grade mal 24 Trinkwasserbrunnen gibt. Die intensiv genutzt werden. Die Grünen wollten damals eine Erweiterung auf mindestens 200 für die Stadt.

Der Industriedesigner Dimitri Nassisi von der Ecole cantonale d'art de Lausanne (ÉCAL) hat nun eine interessante Lösung entwickelt:

Ein Feuerwehrhydrant, der auf den ersten Blick gar nicht wie ein solcher aussieht, trotzdem aber für diesen Zweck genutzt werden kann. Und der gleichzeitig als Trinkwasserspender dient: Für Menschen und Tiere. Ferner ist er in einem kräftigen Blauton gestrichen.
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Reimagined fire hydrant doubles up as a water fountain for people and dogs

https://www.dezeen.com/2018/07/28/ecal-dimitri-nassisi-fire-hydrant-water-fountain-dogs-design/

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Er berichtet von seinen Beobachtungen aus der Schweiz:

> "In Switzerland you find some drinking fountains, but I don't feel there is enough of them. The problem I saw was that they would often be very discreet and people don't know where to find them"

Es gibt dort zwar Trinkwasserspender, aber es könnten gerne mehr sein. Oft seien diese sehr diskret aufgestellt, so daß Leute gar nicht wissen, wo sie zu finden sind.

Ferner sei es sehr kompliziert, neue Trinkwasserspender aufzustellen. Es sei sehr viel Entwicklungszeit notwendig und die Kosten seien hoch.

Seine Lösung: Oben gibt es einen schwarzen großen Knopf, der sich in zwei verschiedene Richtungen runterdrücken läßt. Wählt man die eine Richtung, erzeugt das eine kleine Fontäne zum direkten Trinken. Wählt man die andere Richtung, so kommt Wasser direkt senkrecht nach unten raus. Damit kann man entweder eine Flasche auffüllen. Oder das Wasser landet im Fuß des Hydranten und wird dort aufgefangen. Dieser Fuß ist als Trinkschale für Hunde gebaut.

Das Ziel:

> to create a new drinking fountain that was both intuitive, attractive and used existing infrastructure in the city.

Die Straßen seien in der Schweiz mit diversen, wohlbekannten Objekten gefüllt. Es gäbe einen Überschuß an Informationen, Leute betrachten die Straße wie ein abstraktes Gemälde. Ihm fiel auf, daß die Feuerwehrhydranten quasi unsichtbar wurden. Aufgrund all dieser anderen Objekte. Die Konsequenz:

> The hydrant had to be aesthetically pleasing to as many people as possible and be practical in case of city fires, but also had to appear new.

Der neue Hydrant sollte ästhetisch ansprechend sein. Und im Falle eines Feuers praktikabel sein. Aber eben auch neu sein, auffallen.

Die neue Form orientiert sich an dem Konstruktionsprozeß für reguläre Hydranten. Aktuell existiert wohl nur das Konzept als Prototyp. Aber die Konstruktion sei so, daß ein bestehender Hydrant einfach gegen einen solchen neuen Hydranten ausgetauscht werden könne. Die Komplexität steckt unter Tage.

Ein doppeltes Ventilsystem sorgt dafür, daß Feuerwehrmänner Wasser mit hohem Druck bekommen. Für Personen, die den Hydranten als Wasserspender nutzen, ist der Druck dagegen reduziert.

Eine Wirkung wäre auch, daß Flaschen aus Plastik massiv wiederverwendet werden könnten.

In Rom gibt es das schon lange:

Nasone: Trinkwasser kostenlos

http://www.ciao-roma.de/nasone-trinkwasser-kostenlos/

Die Nasone, spezielle, öffentliche Trinkwasserbrunnen. Da läuft das Wasser aber meist kontinuierlich.

Laut

Gesundheit in der Hauptstadt: Berlin soll mehr Wasserspender bekommen

https://www.tagesspiegel.de/berlin/gesundheit-in-der-hauptstadt-berlin-soll-mehr-wasserspender-bekommen/22814732.html

sollen nun auch in Berlin mehr Wasserspender aufgestellt werden. 100 neue sollen dazu kommen. Da kostet bereits der Brunnen etwa 5000 Euro, Bauarbeiten und Anschlüsse erfordern nochmals mindestens dieselbe Summe. In der Frostperiode werden sie allerdings immer abgeschaltet.

Da wäre so eine Lösung, die vorhandene Feuerwehrhydranten ohne Funktionseinschränkung für die Feuerwehr in Trinkwasserspender umwandelt, insgesamt kostengünstiger.

Bavillion - Upcycling old school bus into an Open Air Theater - Alten Schulbus nicht verschrotten, sondern zum Open Air Theater veredeln - Doaba Public School in Punjab - Indien

27.07.2018 23:35:21, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man in Deutschland einen 20 Jahre alten Schulbus hat, der damals einer der ersten Schulbusse war, nun jedoch der älteste von 50 Bussen ist und eigentlich ausgemustert werden soll: Was würde man damit machen?

Die Doaba Public School in Punjab hat den alten Schulbus jedenfalls nicht verschrottet. Sondern ihn - zusammen mit dem Studio Ardete - in den Bavillion umgewandelt. Und dabei gleich dieses neue Wort erschaffen. Das ist nun ein geometrischer Aufsatz, ein geometrischer Pavillon. Der damit eine Spielfläche erschafft, ein Open Air Theater erzeugt und einen Gallerieplatz im Inneren des Busses bereitstellt.
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An old school bus is upcycled into an open-air theater in India

https://inhabitat.com/an-old-school-bus-is-upcycled-into-an-open-air-theater-in-india/

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Die Schule hat mehr als 2.500 Schüler, die aus mehr als 100 Orten kommen. Vorrangig mit Schulbussen.

> Knowing how important buses are to the school, Studio Ardete was careful to keep the vehicle shape intact (including the steering wheel and driver’s seat) while gutting the interior to make way for a new gallery space lined with multi-faceted panels for texture.

Die Form des Busses blieb unverändert, auch das Lenkrad und der Platz des Fahrers. Die Pavillon-Struktur wurde drumherum gebaut. Wobei es zusätzlich eine begehbare Fläche oberhalb des Busdaches gibt. Von der aus man neue Ausblicke auf die direkte Umgebung hat.

Das Upcycling hatte auch den Zweck, die Schüler darin zu unterrichten, welche Vorteile so ein Recycling bieten kann. Die Gallerie innen informiert über die inzwischen 40-jährige Geschichte der Schule.

Die Website des Studios:

Bavillion:

http://www.studioardete.com/project-detail.php?id=16&cat=Educational&projID=135&project=Bavillion

Der Bus hat wohl über 8.000 Fahrten hinter sich gebracht und insgesamt über eine Million Personen transportiert. Nun ruht er - aber wird zu einem integralen Teil der Schule vor Ort.

> “A play area, an open air theater, a gallery and above all a symbol that inculcates the importance of reuse and upcycling in the students so their vision for tomorrow can be driven toward a sustainable future.”

Bei Archdaily

Bavillion / Studio Ardete

https://www.archdaily.com/897650/bavillion-studio-ardete

gibt es noch Zeichnungen, die den Bus von oben und die Innenaufteilung zeigen.

> The original key elements of the bus, the steering wheel and the driver seat are still kept intact, to let the children interact with the same.

Das ist für Kinder gedacht, die dort Busfahrer spielen können.

> The traditional villages have always believed in circular economy but over the years trying to imitate cities due to their aspirational value they are being converted into wasteful linear economies.

In den traditionellen Dörfern ist diese "zirkuläre Ökonomie" immer schon vorhanden. Aber in den letzten Jahren hatten die Dörfer teilweise Städte imitiert. So daß sie zu linearen Ökonomien wurden - inklusive Verschwendung und Wegwerfen. Das Bus-Upcycling führt damit wieder zurück zum zirkulären Wirtschaften.

Bundesgerichtshof bestätigt Haftungsprivileg von Anschlussinhaber bei Urheberrechtsverletzung über ungesichertes WLAN - eventuell Sperranspruch des Rechteinhabers - I ZR 64/17 - Dead Island

26.07.2018 23:54:48, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit einer heutigen Entscheidung hat sich der Bundesgerichtshof erstmalig mit dem seit Oktober 2017 geltenden neuen Telemediengesetz (TMG) und dem dort erstmals benannten Haftungsprivileg für Anschlußinhaber beschäftigt.

Ein Betreiber eines Internetanschlusses (Beklagter) betrieb darüber im Jahr 2013 fünf öffentlich zugängliche WLAN-Hotspots sowie zwei Tor-Exit-Nodes. Über einen dieser Zugänge wurde das Programm "Dead Island" in einer Internet-Tauschbörse zum Download angeboten. Die Rechteinhaberin mahnte den Beklagten daraufhin ab und forderte ihn zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung sowie zur Erstattung der Abmahnkosten auf.

Das Landgericht hatte der Klage stattgegeben. Das Berufungsgericht wies die Berufung des Beklagten im wesentlichen zurück.

Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung zur Unterlassung aufgrund der neuen Gesetzeslage aufgehoben. Da ist eine neue Entscheidung des OLG notwendig, die sich allerdings nur auf einen eventuellen Sperranspruch des Rechteinhabers bezieht.

Die Revision gegen die Erstattung der Abmahnkosten wurde - da dies nach altem Recht behandelt wurde - abgelehnt.
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Zur Haftung des Anschlussinhabers für Urheberrechtsverletzungen über ungesichertes WLAN - Urteil vom 26. Juli 2018 - I ZR 64/17 - Dead Island

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2018&Sort=3&nr=85948&pos=3&anz=127

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Zur Aufhebung des Unterlassungsanspruches:

> Die Verurteilung zur Unterlassung hat der Bundesgerichtshof aufgehoben, weil nach der seit dem 13. Oktober 2017 geltenden Neufassung des § 8 Abs. 1 Satz 2 TMG der Vermittler eines Internetzugangs nicht wegen einer rechtswidrigen Handlung eines Nutzers auf Schadensersatz, Beseitigung oder Unterlassung einer Rechtsverletzung in Anspruch genommen werden kann. Ist eine Handlung im Zeitpunkt der Revisionsentscheidung nicht mehr rechtswidrig, kommt die Zuerkennung eines Unterlassungsanspruchs nicht in Betracht.

Da ist das neue Gesetz also eindeutig bestätigt worden. Da sich der Unterlassungsanspruch auf die Zukunft auswirkt, gilt da - obwohl der eigentliche Fall 2013 war - das neue Gesetz.

Ferner sei die Regelung auch mit europäischem Recht vereinbar. Allerdings:

> Der deutsche Gesetzgeber hat die Unterlassungshaftung des Zugangsvermittlers in § 8 Abs. 1 Satz 2 TMG nF zwar ausgeschlossen, jedoch zugleich in § 7 Abs. 4 TMG nF einen auf Sperrung des Zugangs zu Informationen gerichteten Anspruch gegen den Betreiber eines Internetzugangs über WLAN vorgesehen.

Der Unterlassungsanspruch entfällt also. Allerdings hat der Rechteinhaber womöglich einen Anspruch auf eine Sperrung, so daß bsp. Tauschbörsen so nicht zugänglich sind.

> Diese Vorschrift ist richtlinienkonform dahin fortzubilden, dass der Sperranspruch auch gegenüber den Anbietern drahtgebundener Internetzugänge geltend gemacht werden kann. Der Anspruch auf Sperrmaßnahmen ist nicht auf bestimmte Sperrmaßnahmen beschränkt und kann auch die Pflicht zur Registrierung von Nutzern, zur Verschlüsselung des Zugangs mit einem Passwort oder - im äußersten Fall - zur vollständigen Sperrung des Zugangs umfassen.

Da im OLG-Verfahren nicht geklärt worden war, ob der Kläger gegenüber dem Beklagten ein Anspruch auf Sperrung von Informationen zusteht, geht das zurück ans OLG Düsseldorf.

Daß der Beklagte die Abmahnkosten zahlen muß, das ergibt sich aus der damaligen Gesetzeslage. Zu dem Zeitpunkt galt noch die Störerhaftung, damit haftete der Betreiber des Internetanschlusses für die Rechtsverletzung Dritter.

Damit ergibt sich also einerseits, daß der Bundesgerichtshof das neue Gesetz deutlich bestätigt hat: Kein Anspruch auf Unterlassung, kein Anspruch auf Schadensersatz (der hier nicht geltend gemacht wurde).

Aber andererseits kann der Rechteinhaber einen Anspruch auf Sperrung haben, so daß eine Wiederholung der Urheberrechtsverletzung nicht mehr möglich ist. Wie weit dieser Anspruch geht, muß nun gerichtlich geklärt werden.

Forschung in Philadelphia: Umgestaltung verwaister Orte in der City in Grünflächen reduziert Depressionssymtome in der Umgebung - am stärksten bei Personen mit geringem Einkommen

25.07.2018 23:29:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Städten gibt es einerseits dicht bebaute Gegenden. Andererseits kann es immer wieder "verwaiste" Ecken geben, die keine richtigen Grünflächen sind, verwildern, aber auch nicht wirklich genutzt werden können.

Was passiert, wenn man sich solche verwaisten Stellen herauspickt und diese gezielt verschönert? So daß sie für ihre Umgebung nutzbar sind. Als "kleine Oasen"?

In Philadelphia hatten Forscher der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania 541 dieser "verlassenen Orte" ausgewählt. Die wurden in drei Gruppen aufgeteilt. In der ersten Gruppe wurde nichts geändert. In der zweiten Gruppe gab es "kleine Aufhübschungen", etwa das Entfernen von Müll. In der dritten Gruppe wurde die vorhandene Vegetation und alles weitere entfernt und neu gestaltet: Mit neuen Bäumen und neuem Gras.
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A new study reveals that urban green spaces may be an antidote to depression

https://inhabitat.com/a-new-study-reveals-that-urban-green-spaces-may-be-an-antidote-to-depression/

Die Studie: Effect of Greening Vacant Land on Mental Health of Community-Dwelling Adults - A Cluster Randomized Trial

https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2688343

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Die Kurzzusammenfassung:

> A recent study shows that symptoms of depression can be reduced for people who have access to green spaces. Researchers in Philadelphia transformed vacant lots in the city into green spaces and found that adults living near these newly planted areas reported decreased feelings of depression, with the biggest impact occurring in low-income neighborhoods.

Symptome von Depressionen lassen sich reduzieren, wenn Personen Zugang zu grünen Orten haben.

Eugenia South, eine der Co-Autoren:

> “There’s probably 40,000 of them in the city” she told NPR, “but they’re concentrated in certain sections of the city, and those areas tend to be in poorer neighborhoods.”

Über 40.000 davon gibt es, aber sie sind in einigen Gegenden der Stadt konzentriert, in denen Personen mit weniger Geld wohnen.

In dem Beitrag finden sich zwei Bilderfolgen: Davor, während der Umgestaltung und danach.

> “We found a significant reduction in the amount of people who were feeling depressed”

Die Wirkung war teilweise sehr deutlich:

> Low-income neighborhoods showed as high as a 27.5 percent reduction in depression rates. South said, “In the areas that had been greened, I found that people had reduced heart rates when they walked past those spaces.”

Andere Forscher bezeichneten das Experiment als innovativ. Bisherige Studien seien immer nur beobachtend gewesen. Diese Studie habe dagegen direkte Tests durchgeführt, indem die einzelnen Grundstücke umgestaltet wurden.

Parallele Studien ergaben, daß auch die Kriminalität zurückging und es zu mehr "Community Interaktionen" kam. Das zeige,

> that green spaces are a low-cost answer to improving many facets of a community’s well-being, now including mental health.

Hier in Berlin ist das eher alltäglich sichtbar. Sind Grünflächen wie der Volkspark Friedrichshain auch nur einigermaßen gepflegt, werden sie von der Bevölkerung genutzt.

Ärgerlich sind dagegen die immer wieder zu findenden leerstehenden Gebäude, die sich negativ auf die ganze Umgebung auswirken. So steht seit Jahren das Haus der Statistik direkt am Alexanderplatz leer. Und strahlt in seiner Schmuddeligkeit auf die ganze Umgebung aus. Dabei handelt es sich um staatliche Grundstücke bzw. Bauwerke.

The Golden Bridge in den Ba Na Hills nahe Da Nang - Vietnam - eine goldene Brücke, scheinbar getragen von zwei jahrhundertealten Riesenhänden

24.07.2018 23:50:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Brücken können Täler und Gewässer überspannen. Sie können aber auch "einfach nur dekorativ" sein. Indem sie Fußgängern neue Aussichten bieten und diese "etwas in die Höhe" heben. Etwa in Form von Höhenpfaden oder Baumwipfelbrücken.

Nahe der Stadt Da Nang in Vietnam gibt es die Ba Na Hills. Das ist ein Erholungsort auf einem Berg. Dort wurde im Juni die "Golden Bridge" (Cau Vang) eröffnet. Das ist eine Fußgängerbrücke, die auf grünen Säulen steht und aus den Ba Na Hills herausragt. Die grünen Säulen verzweigen jeweils in vier golden gestrichene Träger, welche das Brückenband stützen. Dessen Unterseite ist ebenfalls golden angestrichen.

Aber das eigentlich Faszinierende an dieser zunächst eher schlichten Konstruktion sind zwei überdimensionale Hände. Die scheinbar die Brücke stützen. Und die wohl "auf alt" gemacht sind, so daß sie wie jahrhundertealte steinerne Hände wirken.
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Giant hands lift up Vietnam’s Golden Bridge

https://thespaces.com/2018/07/24/giant-hands-lift-up-vietnams-golden-bridge/

The hands supporting the gold bridge, to keep the sky in Da Nang – Vietnam

http://newsexaminer.net/lifestyle/travel/the-hands-supporting-the-gold-bridge-to-keep-the-sky-in-da-nang-vietnam/

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Das Ganze liegt etwa 1.400 Meter über dem Meeresspiegel. Die Brücke ist "nur" 150 Meter lang. Aber auf dem Berggipfel gibt es diverse Häuser, eine Seilbahn führt hinauf.

Von der Brücke hat man einen gigantischen Ausblick auf die teils deutlich niedriger liegende Umgebung.

Golden bridge on Ba Na Hills, Da Nang, Vietnam

https://www.youtube.com/watch?v=QnY74vH-iNE

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> Since it opened to the public in early June, the Cau Vang (Golden Bridge) on the top of Da Nang’s Ba Na Hills has been very inviting to visitors from both home and abroad thanks to its sepcial architecture.

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Aus dem ersten Link:

> Ba Na Hills is a mountainside resort, establish by French colonists in 1919. Close to the city of Da Nang, it once held some 200 villas but today, only a few ruins remain. Ba Na Hills now holds a Fantasy Park and a ‘French village’, with cobbled streets.

Ba Na Hills ist ein Ferienort, auf dem Berg gelegen, 1919 gegründet. Früher waren das etwa 200 Villen, heute sind nur noch ein paar Ruinen übrig. Aber dafür einen Fantasy Park und ein "French Village".

Zusätzlich zur Unterseite sind alle Geländer golden gestrichen. Ferner ist da "etwas Platz", der mit bläulich blühenden Lobelia Chrysanthemum bepflanzt ist.

Ein längeres Video (3:31)

Toàn cảnh cây CẦU BÀN TAY cực hot trên mạng ở ĐÀ NẴNG

https://www.youtube.com/watch?v=6iL7fCyUtcE

zeigt den Betrieb. Man sieht da auch, daß die Brücke nur ein kleiner Teil an dieser Bergspitze ist. Aber eben so gewählt, daß man auf der Brücke "wie auf Wolken" läuft.

Zum Festival of the Fallas in Valencia - a blank canvas - eine Leinwand aus verschiebbaren Röhren mit unendlich vielen Möglichkeiten - Nituniyo und Memosesmas

23.07.2018 23:35:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Valencia gibt es die Fallas: Ein Festival, bei dem diverse Skulpturen aus verschiedenen brennbaren Materialien eine Rolle spielen. Diese heißen ebenfalls Fallas. Am letzten Tag des Fests werden diese verbrannt.

Die beiden Studios Nituniyo und Memosesmas hatten sich in diesem Jahr eine interessante Lösung einfallen lassen:

Eine Reihe von hochkant gestellten Sperrholzplatten, die auf einem Sockel befestigt sind. Mit unzähligen, gleichmäßig angeordneten Löchern. Und pro Loch ein Stab (wohl aus Pappkarton), der vor und zurückgeschoben werden kann.

Mit der Wirkung, daß durch verschieden tief eingeschobene Stäbe Buchstaben, Symbole oder auch eine Weltkarte erzeugt werden kann. Immer in doppelter Form - einmal herausstehend, von der anderen Seite her betrachtet vertieft.
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nituniyo + memosesmas' installation is a blank canvas inviting the visitors to express themselves

https://www.designboom.com/art/nituniyo-memosesmas-installation-blank-canvas-visitors-express-themselves-07-23-2018/

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> a ‘falla’ with an indefinite shape that seeks to respond to a changing reality

Das Ganze mitten auf einer Straße aufgebaut.

> the sculpture is a giant rectangle with multiple moving tubes, which allow the artists and the visitors of the festival to create their own art pieces.

Drei Künstler waren eingeladen, ihre Ideen umzusetzen. Aber es konnte sich natürlich jeder Zuschauer selbst beteiligen.

Ebenso gab es die Zeichenfolge FALLA. Die sich natürlich wunderbar als Fotomotiv eignet.

Ein Video zeigt das Making of:

FALLA CASTIELFABIB 2018. MONTAJE.

NITUNIYO+MEMOSESMAS

https://vimeo.com/272525666

Das war auf einer eigentlich belebten Straße, die aber teilweise abgesperrt wurde.

Und zum Schluß, in der Dunkelheit: Wurde die Falla natürlich angezündet und verbrannte. Bei lauter Pappröhren und einem Holzgestell gibt das ein "kräftiges Feuer".

FALLA CASTIELFABIB 2018. CREMÀ. NITUNIYO+MEMOSESMAS

https://vimeo.com/272525807

Ganz am Anfang sieht man, wie die Pappröhren am einen Ende schnell herausfallen und einen eigenen Haufen bilden.

Das Verbrennen:

> a fundamental part of the fallas festival, the hundreds of monuments scattered around the city burn on the night of san jose, turning the monument into a work of ephemeral art

Ein fundamentaler Part des Fallas Festivals, daß hunderte von Monumenten in der ganzen Stadt angezündet werden. So daß es sich nur um kurzlebige Kunstwerke handelt.

Tiny House Workshop in Berlin - die Urania veranstaltet das Tiny Town Urania Festival - eine Mini-Stadt aus Tiny Houses

22.07.2018 23:35:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Tiny-House - Bewegung beschäftigt sich damit, kleine, funktionale Wohnungen bereitzustellen. Die womöglich sogar mobil sind, also per Anhänger transportiert werden können.

Die Urania hier in Berlin hat in der Zeit vom 18.07.2018 bis zum 03.09.2018 das Tiny Town Urania Festival initiiert.

Direkt vor der Urania, also zwischen Wittenbergplatz und Nollendorfplatz auf der Nordseite, gibt es eine Ministadt, bestehend aus diversen Tiny Houses. Inklusive diverser Workshops. Die Teilnahme ist kostenlos, wobei um Spenden gebeten wird. Die extern abgestellen Tiny Houses sind ohnehin direkt zugänglich. Zu einigen Workshops ist allerdings eine Voranmeldung notwendig.
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Tiny Town Urania Festival

https://www.urania.de/tiny-town-urania-festival

Ein Video beim Tagesspiegel: Tiny Town Urania – Minihaus für 100 Euro

https://www.youtube.com/watch?v=r7cze304qc0

Auf Facebook dürfte es während des Festivals aktuelle Bilder geben.

Tiny Town Urania

https://www.facebook.com/tinytownurania/

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> Das Tiny Town Urania ist eine Ministadt, bestehend aus Tiny Houses. Eine Stadt, die niemals fertig ist. Eine Stadt, die über Nacht entsteht und über Nacht verschwindet. Ohne Spuren zu hinterlassen. Eine Stadt, die ohne Stahlbeton auskommt und fließendes Wasser.

Und weiter:

> Unsere Tiny Houses gruppieren sich um einen Platz, den wir Bürgerplattform nennen. Hier können sich Studierende, Künstler*innen, junge Wissenschaftler*innen, junge Familien treffen. Ziel ist es, Begegnungen zu schaffen für sie, die Bürger*innen, und Nachbarn der Urania.

Es soll ein Café, einen Food Truck, ein Co-Working-Space und eine Ausstellung geben. Ferner kann man DIY-Möbel selbst erstellen und sich darüber informieren, wie man für 10.000 Euro ein eigenes Tiny House bauen kann.

Vom Mo 13. — Do 23. August 2018, 10-18 Uhr gibt es einen Bau-Workshop „Tiny House“: Da soll ein schlüsselfertiges Tiny House mit 10 Quadratmetern erstellt werden. Das könnte auch für 10.000 Euro gekauft werden.

Ferner gibt es ein Tiny House zu besichtigen, das noch kleiner ist, aber für 100 Euro pro Monat gemietet werden kann. Das wurde von dem Architekten Van Bo Le-Mentzel entwickelt. Da gibt es einen Beitrag von 2016 dazu:

Das 100-Euro-Haus von Le-Mentzel in Berlin

https://utopia.de/tiny-house-le-mentzel-38725/

Ein Gedanke ist, daß es in Berlin diverse Personen geben könnte, für die so etwas infrage kommt. Seien es Studenten. Seien es Leute, die nur kurzzeitig hier sind, aber ein Dach über dem Kopf brauchen. Die ganzen Genehmigungsverfahren und das heutige Bauen - das sei einfach viel zu teuer und viel zu langsam.

Für 2019 ist ein Wohnkomplex aus diversen dieser Tiny Houses geplant. Jeder Mieter hat einen eigenen kleinen Bereich. Zusätzlich gibt es einen 42 Quadratmeter großen Gemeinschaftsbereich. Dort kann gekocht, gegessen, gespielt und gearbeitet werden. Das war zumindest 2016 geplant.

Marine-doc Estate - Dutch Cargo Ships into Sustainable Homes - niederländische Frachtschiffe, aus denen nachhaltige Häuser werden - Studio Komma transferiert Kempenaar-Schiffe

21.07.2018 23:25:00, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ein Schiff das Ende seiner Lebensspanne erreicht hat, was macht man dann damit? Abwracken? Unter großem Aufwand zerteilen? Schiffe vom Typ Kempenaar wurden speziell dafür entwickelt, um in de Kempen eingesetzt zu werden. Ein Gebiet im niederländisch-belgischen Grenzland, geprägt durch den Kempener Kanal. Da haben nun diverse dieser Schiffe das Ende ihrer ökonomischen Lebensspanne erreicht.

Das Studio Komma hat zusammen mit dem Studio Kees Marcelis und dem Büro der Landschaftsarchitekten Poelmans Reesink ein Konzept entwickelt, nach dem zwischen 6 und 14 dieser Schiffe in einem Park neu genutzt werden sollen: Als exklusive Wohnungen.
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Studio Komma Will Transform Former Dutch Cargo Ships Into Sustainable Homes

https://www.archdaily.com/898318/studio-komma-will-transform-former-dutch-cargo-ships-into-sustainable-homes

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Die Außenhülle bleibt größtenteils intakt. Allerdings werden ein paar Türen und große Fenster hineingeschnitten. Das Innere des ursprünglichen Frachtraums wird zur neuen Wohnung. Das Deck wird neu mit Holz belegt und bietet Platz für Bänke und Kübel mit Pflanzen.

Aktuell ist wohl noch nicht ganz klar, wo diese Marine-doc Estate genau entstehen sollen.

Auf der Website des Studio Komma

Marine-doc Estate

http://studiokomma.nl/en/marine-doc-estate/

gibt es die Bilder im Großformat.

Ein Video:

Marine-doc Estate | Iconic luxury maritime homes

https://www.youtube.com/watch?v=mIMAljE5a8I

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Die Schiffe haben eine Länge von mindestens 60 Metern. Früher war diese Länge sinnvoll, heute gibt es längere und effizienter gebaute Binnenschiffe. Die Konsequenz:

> For the Kempenaar, demolition is often the only option left.

Stattdessen:

> Marine-doc Estate responds to this by reusing the metal structure of the original vessel, reconcile sustainability and place it in a new habitat.

Die Schiffe sollen vorrangig in Ost-West-Richtung aufgestellt werden, so daß die eine Längsseite im Norden liegt und geschlossen bleibt. Die andere Längsseite liegt dagegen im Süden und wird für Türen und Fenster aufgeschnitten.

Da ist wohl daran gedacht, mehrere dieser Marine-doc Estate - Parks zu errichten. Zwei sollen in den Niederlanden entstehen, 16 international.

Auf der Website

Marine-Doc Estate

http://marinedocestate.com/

gibt es ein altes Bild, das den Einsatz eines Kempenaar-Schiffes wohl auf der Nordsee zeigt. Eine Beispielskizze nennt 62 x 7,2 Meter als Maß. Ferner sollen am Dach, außerhalb des Geländers, Solarpaneele angebracht werden.

Auf einer Weltkarte sind schon diverse Standorte markiert: In Schottland, Westfrankreich, in Spanien (Gegend Valencia), Dänemark und Ungarn, ferner ein Standort an der US-Westküste (etwa Los Angeles), einer wohl in der Gegend um Dubai, einer in Südchina, Südkorea, Nordjapan und Sydney. Wären also bereit 11 Standorte.

Club House Varkenoord im Sportcomplex Varkenoord Rotterdam für zwei Fussballclubs und einen Hockeyclub zwischen zwei Fussballfeldern - mit Dach als Doppel-Haupttribüne - von NL Architects

20.07.2018 23:58:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ein Sportgelände von zwei Fußballvereinen und einen Hockeyclub genutzt wird und ein Platz zwischen zwei Fußballfeldern für einen Neubau frei ist: Wie kann man diesen Platz am besten nutzen?

NL Architects löste diese Aufgabe auf eine interessante Art und Weise: Das langgestreckte Gebäude enthält in den "Katakomben" diverse Umkleide- und Duschräume. Von außen her ist das uninteressant, also wurden die Schrägflächen an den beiden Außenseiten begrünt.

Auf der Ebene drüber gibt es drei lichte Kantinen, die über zwei Ebenen gehen. Dann beginnt bereits das flache Schrägdach. Das kann aber gleichzeitig als Haupttribüne für Zuschauer genutzt werden. Zwischen den drei Kantinen gibt es weitere Multifunktionsräume, die in zwei Blöcken ein Stockwerk drüber angeordnet sind.

Die Haupttribünen gibt es zu beiden Seiten hin. Auf dem relativ breiten Dachfirst hat man einen Überblick über das ganze Gelände.
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this sports center in rotterdam features a pitched roof with a grandstand, by NL architects

https://www.designboom.com/architecture/sports-center-rotterdam-pitched-roof-grandstand-nl-architects-07-18-2018/

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Im Inneren sind die Umkleideräume in einer abgestuften Farbpalette gestrichen. Von Rot nach Gelb, Grün und Blau.

Die Logik des Gebäudes mag bei der Designboom-Darstellung noch etwas schwierig nachvollziehbar sein. Richtig deutlich wird das auf der Seite von NL Architects:
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CLUB HOUSE VARKENOORD

http://www.nlarchitects.nl/slideshow/327/

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Da sieht man zum einen, wie das Club House zwischen den verschiedenen Rasenplätzen angelegt ist und welche Ausblicke es ermöglicht: Von den beiden Dachseiten kann man jeweils auf den anschließenden Fußballplatz sehen. Von der Spitze des Daches bzw. der einen Querfront blickt man auf ein weiteres Fußballfeld. An der anderen Querfront gibt es noch ein Beachvolleyballfeld.

Die Umkleidekabinen in den Katakomben bilden ein Plateau, ein Podium. Auf diesem sitzt ein transparenter Pavillon mit dem hohen, luftigen Dach.

Von der untersten Ebene kommt man auf die Podiumsebene oberhalb der Umkleideräume durch Treppen im Freien. Das Schrägdach ist durch Treppen in den Kantinen zugänglich.

Bei den dortigen Bildern ist auch ein Ausschnitt dabei, der zeigt, wo das Club House innerhalb des gesamten Sportcomplex Varkenoord zu finden ist.

Eine spannende Lösung.

Neue E-Bikes von ZEMO werden ab Oktober mit SIM-Karte ausgestattet und schlagen Alarm, sobald sie geklaut werden - Kooperation von ZEG und Vodafone

19.07.2018 23:21:48, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die ZEG, die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG, bietet mit der Marke ZEMO eine eigene E-Bike - Marke an. Aber Fahrräder werden - leider - in Deutschland viel zu häufig geklaut, dazu ist die Aufklärungsrate erschreckend niedrig.

Nun gibt es in Form einer Zusammenarbeit mit Vodafone eine Technik, die das Problem womöglich sehr substantiell lösen dürfte:

Die E-Bikes werden ab Oktober mit einer SIM-Karte ausgestattet. Und sind dann quasi ständig online. Ferner lassen sie sich orten.

Das ist zwar mit zusätzlichen Kosten verbunden: Ein 3-Jahresvertrag, der mit 99 Euro zu Buche schlägt. Aber angesichts der Kosten für Schlösser und deren begrenztem Nutzen dürfte sich so eine Sicherung rechnen. Die Kooperation wurde nun bei der ZEG Bike Show bekannt gegeben.
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Bei Vodafone: Vodafone und ZEG: E-Bikes fahren jetzt im Internet der Dinge

https://www.vodafone.de/medien/digitales-leben/vodafone-und-zeg-e-bikes-fahren-jetzt-im-internet-der-dinge/

Bei Zemo: ZEMO GPS CONNECTED BIKE

https://www.zemo.com/de/de/index/Darum-Zemo/Technologie/GPS_connected_Bike.html

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Laut dem ersten Link gibt es in Deutschland pro Stunde 35 Fahrraddiebstähle, das waren über 300.000 im Jahr 2017. Noch nicht einmal jeder zehnte Diebstahl konnte aufgeklärt werden. E-Bikes wurden im letzten Jahr 720.000 verkauft, das ist ein Marktanteil von knapp 20 %.

Die SIM-Karte wird direkt im Rahmen verbaut.

Hannes Ametsreiter von Vodafone:

> „Gemeinsam mit ZEMO lassen wir die modernsten E-Bikes jetzt sprechen. Sie melden sich zu Wort, wenn Sie gestohlen werden“

Der Diebstahlschutz beschränkt sich nicht auf Deutschland, sondern funktioniert in ganz Europa.

Über eine App kann der Besitzer sein Fahrrad jederzeit lokalisieren. Das bedeutet auch: Er kann es in einem Pulk von Fahrrädern leichter finden.

> Damit ein Dieb gar nicht erst weit kommt, sendet das E-Bike automatisch einen Alarm an den Besitzer, wenn es sich aus einem zuvor individuell festgelegten Bereich bewegt. Der Besitzer kann die Polizei so direkt informieren und so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, den Dieb auf frischer Tat zu überführen.

Die Frage wäre: Wie einfach oder kompliziert ist es, diesen Bereich festzulegen? Eigentlich würde es ja genügen, das Fahrrad "per App" abzustellen: "Ab sofort sind alle Bewegungen über einen Meter hinaus Diebstahlversuche".

Die App läßt sich auch zum Selbstüberwachen verwenden. Zurückgelegte Strecken, Kalorienverbrauch, Geschwindigkeit. Und das Fahrrad kann mit anderen Personen geteilt werden.

Jetzt müßte sich die Technik nur noch so weiterentwickeln, daß dies nicht nur bei relativ teuren E-Bikes (3000 - 4000 Euro), sondern noch bei sehr viel mehr Fahrrädern standardmäßig eingebaut wird.

Meines Erachtens nach wird es allerhöchste Zeit, daß solche Nutzungen der Digitalisierung endlich massenmarkttauglich werden. So daß über diesen Weg die Aufklärungsquote und das Risiko, erwischt zu werden, so drastisch ansteigt, daß die Zahl der Fahrraddiebstähle deutlich zurückgeht.

Die Matagarup Bridge wurde in East Perth - Australien eröffnet, sie bindet das Optus-Stadium an - mit gewaltigen, sich kreuzenden Stahlbändern - Parry and Rosenthal Architects

18.07.2018 23:54:30, Jürgen Auer, keine Kommentare

Brücken sollen zunächst meist nur die Überquerung von Gewässern ermöglichen. Aber müssen Brücken deshalb langweilig aussehen?

In Perth im Südwesten von Australien schlängelt sich der Swan River durch die Stadt. In einigen Schleifen. Auf einer der so gebildeten Halbinseln, östlich von East Perth, gibt es das Optus Stadium. Ein Mehrzweckstadion mit Platz für etwa 60.000 Personen. Und nun eine neue Brücke, für Fußgänger und Radfahrer. Die auf die Entfernung und in der Nacht - faszinierend aussieht. Eröffnet wurde sie vor vier Tagen, am 14.07.2018.
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australia's matagarup bridge engages its landscape in a sequence of unfolding vistas

https://www.designboom.com/architecture/perth-matagarup-bridge-parry-rosenthal-architects-07-17-2018/

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Einerseits gibt es die eigentliche Brücke für Fußgänger und Radfahrer mit einer Gesamtlänge von 370 Metern. Andererseits gibt es insgesamt drei große Bögen, die aus einem durchlaufenden scharzen Bogen und zwei weißen Teilbögen bestehen, die jeweils 1,5 Bogenelemente umfassen und sich in der Mitte an der Spitze kreuzen. So daß man das - mit viel Phantasie - als zwei Schwäne betrachten kann.

Entwickelt wurde das von Parry and Rosenthal Architects.

Swan River Pedestrian Bridge, Western Australia

https://parryandrosenthal.com.au/projects/swan-river-pedestrian-bridge-western-australia/

Die Aufgabe:

> The brief was complex with an overriding aim to create excellent and innovative urban design that reflects Perth’s ‘sense of place’ as well as being a spectacular gateway to the new Burswood Stadium.

Ein excellentes und innovatives urbanes Design sollte erschaffen werden, das Perth's "sense of place" reflektiert und einen spektakulären Weg zu dem neuen Burswood Stadium bietet. Burswood ist der Staddteil im südlichen Teil der Halbinsel, ein zweites Stadium fand sich da nicht.

Unter

Optus Stadium - Matagarup Bridge

https://project.mainroads.wa.gov.au/home/eastmetropolitan/Pages/matagarupbridge.aspx

fand sich eine Skizze. Ein Video

Matagarup Bridge - Arch Lifting Animation

https://www.youtube.com/watch?v=b0tzmvGadvI

zeigt, wie das konstruiert wurde. Für das Zusammenbauen wurden extra Dämme aufgeschüttet, auf denen die Teilstücke auf temporären Stelzen gelagert und miteinander verbunden wurden. Dann wurden zwei ebenfalls temporäre Masten aufgestellt und ein Teilstück übers Wasser geschoben. Über den einen Masten wurde das nach oben gezogen. Dann das zweite Stück ebenfalls aufs Wasser geschoben und über den zweiten Masten hochgezogen. Damit konnten die beiden Teile oben miteinander verbunden und die Hilfsmasten wieder abgebaut werden.

Die Konstruktion war sehr anspruchsvoll:

> ‘this project has been one of the most technically difficult constructions ever undertaken in WA and the local workforce has embraced the challenge and done an outstanding job,’ said transport minister

Die Brücke hat sogar schon einen eigenen Wikipedia-Artikel:

Matagarup Bridge

https://en.wikipedia.org/wiki/Matagarup_Bridge

Da sind Bilder, nach denen noch im Mai 2018 die beiden roten Hilfspfeiler standen und die eigentliche Fläche für Fußgänger noch gar nicht eingezogen war.

Die Dimensionen der Brücke sieht man auf einem Drohnenvideo, das Ende Juni erstellt wurde:

Matagarup Foot Bridge Aerial Video

https://www.youtube.com/watch?v=A-sDrGSYvjM

Die aufgeschütteten Flächen sollen wohl später wieder zurückgebaut werden. So daß die gesamte Brücke nur auf den beiden Pfeilern im Fluß steht.

Im Juni 2015 wurden die Kosten mit 54 Millionen Dollar geschätzt. Am Ende waren es 91,5 Millionen Dollar.

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof München: E-Ladesäulen auf öffentlichen Verkehrsflächen können ohne Baugenehmigung aufgestellt werden - 8 CE 18.1071

17.07.2018 23:26:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der öffentliche Raum ist knapp, das gilt besonders in den Städten. Fußgänger und Radfahrer beanspruchen diesen öffentlichen Raum nur zu einem geringen Maße, Autofahrer beanspruchen ihn üblicherweise mehrfach: In Form von Straßen und in Form von Parkplätzen auf öffentlichen Verkehrsflächen.

Mit der Entwicklung der Elektromobilität stellt sich eine interessante Frage: Dürfen Kommunen E-Ladesäulen auf öffentlichen Verkehrsflächen "einfach so" aufstellen? Mit der Wirkung, daß sich dadurch die Zahl der Parkplätze für klassische Antriebsarten verringert, weil diese Parkplätze für E-Autos reserviert sind?

In München hatte die Stadt zwei E-Ladesäulen vor einem Wohnhaus aufgebaut - auf öffentlichen Verkehrsflächen. Damit standen vier Parkplätze nur noch für E-Autos zur Verfügung, fielen also für andere Autos weg. Ein Anwohner stellte einen Eilantrag auf Erlaß eines Baustopps und verlor zunächst vor dem VG München, das den Antrag ablehnte.

Dagegen Beschwerde, die nun der Bayerische Verwaltungsgerichtshof München (BayVGH) per Beschluß zurückwies.
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BayVGH: E-Ladesäulen auf öffentlichen Verkehrsflächen bedürfen keiner Baugenehmigung

https://bayrvr.de/2018/07/16/bayvgh-e-ladesaeulen-auf-oeffentlichen-verkehrsflaechen-beduerfen-keiner-baugenehmigung/

Der Beschluß im Volltext: Beschluss des 8. Senats vom 13. Juli 2018 - 8 CE 18.1071

http://www.vgh.bayern.de/media/bayvgh/presse/18a01071b.pdf

> Ladesäulen zum Aufladen von Elektromobilen auf öffentlichem Straßengrund stellen regelmäßig Verkehrsanlagen dar, die der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs dienen, und sind damit Zubehör i.S. des Art. 2 Nr. 3 BayStrWG.

Der Streitwert wurde auf 3.750 Euro festgesetzt.

Die Begründung:

> Das Verwaltungsgericht ist – nach der Beurteilung des Senats im summarischen Verfahren – zu Recht davon ausgegangen, dass die hier streitgegenständlichen, auf öffentlichem Straßengrund zu errichtenden Ladepunkte in Form von zwei Ladesäulen in der Größe herkömmlicher Parkscheinautomaten als Verkehrsanlagen dem Zubehör zuzurechnen sind.

Als Zubehör zählen auch Straßenschilder und Verkehrsanlagen aller Art, die der Sicherheit oder Leichtigkeit des Straßenverkehrs oder dem Schutz der Anwohner dienen, ebenso die Bepflanzung.

Der Begriff der Verkehrsanlagen, damit der Begriff des Zubehörs sei weit auszulegen, die Aufzählungen im Gesetz nicht abschließend.

Dann wird es interessant: Die Ladestationen

> stellen Hilfseinrichtungen für Verkehrsteilnehmer dar, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Straße stehen und die der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs dienen. Angesichts der bekanntermaßen bestehenden Reichweiteprobleme im Zusammenhang mit der Elektromobilität stellt der Aufbau eines flächendeckenden Ladenetzes die Voraussetzung für die Gewährleistung eines ungehinderten Verkehrsflusses und eines gefahrlosen Verkehrsablaufs dar. Ladesäulen fördern damit unmittelbar die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs im oben dargelegten Sinn

Und etwas weiter:

> Es gilt aber auch zu verhindern, dass Elektromobile aufgrund Energiemangels liegenbleiben, wie der Antragsteller im Ergebnis ebenfalls anerkennt. Andernfalls könnte es nicht nur zu Behinderungen, sondern wohl auch zu Gefährdungen des übrigen Verkehrs kommen.

Ein unerwartet liegenbleibendes E-Auto ist eine Gefahr, damit besteht ein Interesse an einem flächendeckenden und dezentralen Netz von E-Tankstellen.

Aus der Zubehöreigenschaft der E-Ladesäulen und angesichts des nicht erheblichen baulichen Umfangs ergibt sich, daß diese nicht mit Tankstellen vergleichbar seien. Damit entfällt die Notwendigkeit, das Thema nach Baurecht zu behandeln.

Schließlich hatte der Antragsteller nicht deutlich gemacht, in welchen Rechten er durch diese umgewandelten vier Parkplätze verletzt sein solle.

Der Beschluß erfolgte in letzter Instanz, er ist damit rechtskräftig.

Sprich: Kommunen können Parkplätze auf öffentlichen Verkehrsflächen "ziemlich großzügig" mit E-Ladesäulen bestücken und damit die Nutzung auf E-Autos einschränken. Besitzer von Autos mit klassischen Antrieben müssen das akzeptieren. Auch wenn damit die Zahl der für sie verfügbaren Parkplätze sinkt.

Can you name a Country? Jimmy Kimmel fragt Personen in Los Angeles, ob sie auf einer Weltkarte ein beliebiges Land benennen können - diese scheitern reihenweise

16.07.2018 23:21:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ok, bei kleinen Staaten: Da mag man schon mal durcheinanderkommen. Aber wenn man Ihnen eine Weltkarte zeigt und Sie bittet, irgendein Land auszuwählen und den Namen dazu zu sagen?

Da würde man doch eigentlich annehmen, daß jeder ein paar Länder benennen könnte. Und daß zumindest nicht Kontinente genannt werden. Es wurde ja nach Ländern gefragt.

In den USA gibt es eine Show von Jimmy Kimmel. Da wurde das gemacht. Das Ergebnis - ist kaum zu glauben.
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Jimmy Kimmel Asked A Stupidly Simple Geography Question, And These People Still Managed To Fail

https://www.boredpanda.com/americans-answer-can-you-name-country-jimmy-kimmel/

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Die USA stehen ja manchmal in der Kritik, daß sie sich nur mit sich selbst beschäftigen würden. Daß sie andere Staaten nicht so wirklich wahrnehmen würden.

> Perhaps it’s a lack of curiosity, education or just being told over and over that the USA is ‘exceptional,’ but for some reason there is just a startling lack of knowledge about the world as a whole, and nothing better illustrates that than Jimmy Kimmel asking people to name a country on the world map.

Vielleicht sei es ein Mangel an Neugier, an Unterricht. Oder es sei nur deshalb, weil die Leute zu oft hören, daß die USA außergewöhnlich seien. Aber es sei eigentlich eher ein Mangel an Wissen über die Welt als Ganzes. Das könnte nicht besser illustriert werden wie diese Frage, die Jimmy Kimmel Leuten stellte.

Wohlgemerkt: Es war kein spezielles Land. Nicht irgendein kleiner Staat. Wenn man in Deutschland nach den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen fragen würde, kann ich mir auch vorstellen, daß der eine oder andere das durcheinander wirft.

Aber zum einen wurde Afrika als Land bezeichnet. Dabei ist das doch ein Kontinent. Und jemand fand noch nicht einmal die USA. Oder Alaska wurde als Grönland bezeichnet. Und Australien ist nicht Europa.

Das Video mit den Live-Antworten. Die Photos in dem obigen Beitrag stammen aus dem Video.

Can You Name a Country?

https://www.youtube.com/watch?v=kRh1zXFKC_o

> Donald Trump is overseas visiting Belgium, England, Scotland and then his pal Putin in Russia. It is imperative that America has strong relationships with and knowledge about other nations, and that responsibility extends to all of us. So we came up with a test and went out on the street to ask people passing by, to name any country on a map. It didn't go well.

Donald Trump sei unterwegs, er besucht Belgien, England, Schottland. Ok, Putin hat er in Finnland getroffen. Das sagt er auch, da ist der Text falsch notiert worden. Aber nun wollten wir einen Test machen, befragten Leute. Es ging nicht gut.

Leute waren weder in der Lage, in Afrika oder Südamerika einzelne Staaten zu benennen. Eine war sogar mit der Frage überfordert, wo die USA seien. Ein Junge zählte zum Schluß diverse Staaten auf.

Das Video hat inzwischen bereits über 28.000 Kommentare.

> I weep for humanity. Most of them don't even know where their own country is on the map.

Oder:

> "Making America Great again" If they could only find it.

Andere fragen, ob die Leute high seien. Oder: Das sei der Grund, weshalb sich Europäer über die USA lustig machen würden.

Der Schlußsatz von BoredPanda:

> So what? You may think, it’s just geography. For many people however this is no laughing matter. As the U.S exerts its military and political influence on the world, citizens in whose name it purports to act have no clue about what and where things are going on. It’s pretty scary actually. Scroll down below to check it out for yourself, and explore! Be curious! Discover the beauty of the world we live in!

Man mag denken, das sei nur Geographie. Aber für viele Leute sei das nicht zum Lachen - wohl wahr. Wenn die USA danach strebt, ihren militärischen und politischen Einfluß auf die Welt zu erhöhen, aber Bewohner, in deren Namen das geschieht, keine Ahnung davon haben, wie Dinge anderswo gehen. Es ist wirklich erschreckend.

Entdecke die Schönheit der Welt, in der wir leben!

Diogene's Barrel - Diogenes in der Tonne - ein Pavillon in den Dolomiten im Val Gardena - Grödnertal - Writing the Mountains im Rahmen der Gherdeina Biennale - von Jiri Prihoda

15.07.2018 23:51:40, Jürgen Auer, 2 Kommentare

Einmal wie Diogenes in der Tonne liegen und vor sich hinphilosophieren? Oder schreiben? Wer ins Grödnertal - italienisch: Val Gardena - fährt, der findet seit kurzem dort eine Tonne. Erschaffen von dem Architekten Jiří Příhoda. Dort findet die Gherdeina Biennale statt. Mit dem Thema "Writing the Mountains". Jiří Příhoda sollte einen "Pavillon der Poetry" erschaffen. Die Gegend ist bekannt für ihre Schreiner, die seit dem 16. Jahrhundert religiöse Skulpturen aus Holz herstellen und diese europaweit verkaufen.

Daran knüft der Pavillon an, der größtenteils aus Holz hergestellt ist.
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jiří příhoda creates 'diogene's barrel' writers pavilion among the dolomites of northern italy

https://www.designboom.com/architecture/jiri-prihoda-diogenes-barrel-07-13-18/

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Der Pavillon ist natürlich "etwas größer" als die Tonne von Diogenes. Erbaut wurde er mit Holz aus der Gegend von lokalen Schreinern / Zimmermännern.

Ein Teil des Daches (die beiden untersten Bilder in dem Beitrag) ist aus Corralit-Stein gemacht. Dieser leuchtet in der Nacht auf eine magische Weise, das ist die einzigste Lichtquelle.

In der einen Richtung ist der Pavillon auf den Langkofel, einen imposanten Berg in der Entfernung ausgerichtet. So daß der Pavillon einen Rahmen für den Anblick auf den Berg produziert.

Die Website der Gherdeina Biennale

http://biennalegherdeina.org/

liefert weitere Informationen:

Diogenes’ Barrel (Poetry Pavilion), 2014-18

http://biennalegherdeina.org/prihoda-deu#/jir-prihoda-pavillion-deu/

Es gibt das "Col de Flam" im Val Gardena. Der Berg, auf den man - im Pavillon stehend - direkt sieht, ist der Langkofel. Im Text wird die italienische Bezeichnung "sasso lunge mountain" erwähnt, das heißt aber korrekt "Sassolungo".

Ferner ist Corralit ein künstliches Steinmaterial, welches das Tageslicht absorbiert und in der Nacht leuchtet.

Auf der Seite gibt es ein kurzes Video

http://biennalegherdeina.org/video/

das auch Diogene’s Barrel kurz zeigt.

Auf der Website von Jiří Příhoda

http://www.jiriprihoda.cz/en/index/

fand sich noch kein Hinweis.

Nach dem Ende der Biennale soll Diogene’s Barrel als permanentes Kunstwerk bleiben. Sowohl für die Bewohner des Grödnertals als auch für Gäste. Wobei die Biennale noch bis zum 15.09.2018 geht.

The Spark - Energy positive Data Center in Os (Norwegen) - ein Datencenter mitten in der Stadt, dessen Abwärme umgebende Häuser heizt - von Snohetta und MIRIS

14.07.2018 23:49:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der Bedarf an Rechenzentren steigt. Diese haben üblicherweise einen hohen Energiebedarf. In Norwegen hat nun das Architekturunternehmen Snøhetta zusammen mit dem Immobilienentwickler MIRIS ein interessantes Konzept entwickelt.

Ein Datencenter, genannt "The Spark". Das mitten in der Stadt gebaut wird. Dessen Abwärme dazu genutzt wird, die umgebenden Häuser mit Fernwärme zu versorgen. Mit dem Ergebnis, daß die Stadt, die davon profitiert, energie-positiv werden kann. Das wird aktuell in Os gebaut. Eine Stadt im Südwesten von Norwegen, südlich von Bergen auf der Halbinsel mit etwa 20.000 Einwohnern (Quelle Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Os_(Hordaland) ).
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Snøhetta designs an energy-positive data center to fight climate change

https://inhabitat.com/snohetta-designs-an-energy-positive-data-center-to-fight-climate-change/

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Es gibt eine Kooperation mit Skanska, Asplan Viak und Nokia. Und eine Studie, die sich den energetischen Fingerabdruck von Datencentern angesehen hatte.

> According to their research, they found that 40 percent of the total energy consumption in the world could be attributed to buildings, while data centers alone account for approximately two percent of total energy consumption.

40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs läßt sich Gebäuden zuordnen. Auf Datencenter entfallen etwa 2 Prozent.

Üblicherweise werden Datencenter eher ausgelagert, in entfernten Gegenden untergebracht. Aber das verhindert natürlich, daß die Abwärme für andere Zwecke genutzt werden kann. Deshalb wird "The Spark" mitten in der Stadt gebaut. So daß die umliegenden Gebäude versorgt werden können. Zusätzlich wird Solarenergie erzeugt.

> “We have developed a cyclical energy concept,” explains Elin Vatn of Snøhetta. “By cyclical, we mean that the heat generated from the data center is looped through the city before it is brought back to the center. This system allows us to heat the buildings in the city, but also to cool down the center towards the end of the cycle. This way we can maximize the utilization from beginning to end.”

Ein zyklisches Energiekonzept wurde entwickelt. Die Wärme, die im Datencenter erzeugt wird, geht in die Stadt, wird dort heruntergekühlt. Das wird wiederum genutzt, das Datencenter zu kühlen.

Gebaut wird das in Lyseparken, da läuft das als Pilotprojekt. Da gibt es einen neuen Businesspark mit mindestens 4000 neuen Jobs und tausenden von Haushalten drumherum. Wenn das Projekt erfolgreich ist, wäre Lyseparken die weltweit erste energie-positive Stadt.

Das Datencenter wird nach dem Powerhouse-Standard gebaut. Das ist ein Regelwerk für Plus-Energie-Gebäude. Es enthält bsp. viel Holz anstelle von Beton. Und Stein aus der Umgebung anstelle von Stahl.

Bei Snøhetta gibt es große Bilder:

The Spark

https://snohetta.com/projects/388-the-spark

Kjetil Trædal Thorsen von Snøhetta:

> «The heat generated by data centers represents a huge untapped potential in terms of energy capture that we wanted to explore further. By efficiently and sustainably exploiting excess energy that would otherwise go to waste, we can use technology to generously support health, recreation and the environment»

Die Wärme, die von Datencentern produziert wird, repräsentiert ein großes, bislang nicht genutztes Potential, das in Zukunft erschlossen werden sollte. Ansonsten wird die Wärme derzeit verschwendet.

Das Datencenter selbst ist nur ein kleiner Teil des Gebäudes. Es bildet den dunklen Mittelteil. Links und rechts sind Sporthallen. Auf dem einen Dach gibt es einen Swimming Pool. Auf dem anderen größere Beete.

Der Gedanke dabei:

> The Spark can be adapted to a wide range of contexts, and can be scaled in size and located anywhere in the world.

Die Gebäude-Grundstruktur kann an verschiedene Kontexte angepaßt werden und im Prinzip überall in der Welt gebaut werden.

Die Wirkung dieses Kreislaufs: Der Energiebedarf des Datencenters sinkt um 40 Prozent.

Es gibt sogar eine eigene Website: The Spark City:

https://www.sparkcity.no/

Da findet sich auch der Hinweis, daß das ein Wasserkreislauf ist. Die Kapazität: 200 Racks, das ist ein 2 MW Data Center. Das heißeste Wasser wird genutzt, um Warmwasser bereitzustellen (40°C - 28°C). Dann folgt die Heizung für die Häuser (20°C), Industrieanlagen (18°C) und Sporthallen (15°C).

Tja, ein interessantes Konzept. Historisch gewachsene Städte dürften sich so kaum nachrüsten lassen, dafür fehlt die Infrastruktur der Leitungen. Aber für komplett neu entwickelte Stadtteile ist das denkbar. Und es stimmt ja: Aktuell werden Datencenter gerne "ausgelagert". Auch, um die Kühlung zu erleichtern. Aber damit wird die Abwärme verschleudert.

McLean Metalworks Hammock Mount - Hängematte mit Gestell, das am Auto - vorne oder hinten - befestigt werden kann - keine Bäume, Pfosten, Felsen oder Stative notwendig

13.07.2018 23:33:32, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer sich hier in Europa mal gerne in eine Hängematte legen möchte, für den gibt es in der Regel viele Möglichkeiten. Denn in Parks und an Seen gibt es oft genug Bäume.

Aber was ist, wenn man bsp. in den USA unterwegs ist. In einer der vielen Wüsten, wo es höchstens niedrige Sträucher, aber keine Bäume gibt?

Das US-Unternehmen McLean Metalworks aus Seattle, WA hat eine interessante Lösung entwickelt, das Patent dafür ist bereits angemeldet.

Es besteht aus Teleskoparmen, die sich zum Transport eng zusammenschieben und -klappen lassen. Das kann an allen Standard-Anhängerkupplungen ebenso wie an Standard-Abschleppvorrichtungen genutzt werden. Also vorne und hinten am Auto.

Mit ein paar Handgriffen ist das aufgeklappt. Dann hängt man eine Hängematte rein. Und packt sich selbst da hinein.
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mclean metalworks' hammock mounts front, back and wheels of cars

https://www.designboom.com/design/mclean-metalworks-hammock-mount-car-07-13-2018/

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Dabei spreizen die Teleskoparme die Hängematte so weit vom Auto ab, daß genügend Platz zum Schwingen bleibt.

Ein Video zeigt die Nutzung:

McLean Metalworks Hammock Mount Setup

https://www.youtube.com/watch?v=XmjUICda5HY

> Introducing the only self-contained, hitch-mounted hammock stand on the market! Take it from stored on your vehicle to complete hammock relaxation in about 30 seconds.

30 Sekunden braucht man. Links aufklappen, drei Teleskopstangen rausziehen, rechts aufklappen, ebenfalls drei Teleskopstangen rausziehen. Die zusammengepackte Hängematte aufmachen und mit zwei Karabinerhaken einhängen.

Das Auto geht dann natürlich "etwas in die Knie". Aber bei den Trucks ist das kein Problem.

Auf der Website

MCLEAN METALWORKS

https://www.mcleanmetalworksmfg.com/

gibt es unten das Konzept:

> The only self-contained hitch-mounted hammock stand on the market!
>
> THE MCLEAN METALWORKS HAMMOCK MOUNT
>
> The McLean Metalworks Hammock Mount was engineered to bring the convenience of hammocking to you and your vehicle at any location. No trees, posts, rocks, or tripods required! The Hammock Mount is quickly deployable and requires nothing more than a trailer hitch and a hammock. It is constructed from high strength, CNC laser cut, formed, and welded steel. The collapsed arm assemblies securely lock into the frame for transport and easily deploy with quick release pins. The telescoping arms extend smoothly and lock into place when extended. The hammock mounts to the arms using carabiners and is ready to enjoy in minutes!

Das Erlebnis Hängematte - überall, wo das Auto hinkommt. Keine Bäume, Pfosten, Felsen oder Stative notwendig. Das ist einfach einzusetzen und benötigt nicht mehr als das Gestell und die Hängematte. Die Technik dahinter - CNC Laserschneiden und geschweißter Stahl.

Damit ist die Gesamtkonstruktion hinreichend stabil. Die technischen Daten:

> Fits all standard 2" vehicle receiver hitches (Class III & IV)
> Accommodates hammocks up to 114" in length*
> 300 lb weight limit
> Weighs 40 pounds

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Bundesgerichtshof zu Profilen auf Social-Media-Plattformen (Facebook): Vertrag zum Benutzerkonto ist vererbbar, digitale Inhalte sind wie analoge Dokumente zu behandeln - III ZR 183/17

12.07.2018 23:47:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der Bundesgerichtshof hat mit einer heutigen Entscheidung wohl Rechtsgeschichte geschrieben. Eine Jugendliche war im Alter von 15 Jahren gestorben. Unter ungeklärten Umständen infolge eines U-Bahn-Unglücks. Ein Jahr zuvor hatte sie ein Facebook-Profil angelegt, die Eltern hatten das Kennwort.

Die Mutter versuchte, sich in dem Profil einzuloggen. Sie erhoffte sich Aufschlüsse darüber, ob die Tochter Suizidabsichten gehabt hätte. Das war schon deshalb wichtig, weil dem U-Bahn-Fahrer bei einem Suizid Schadensersatzansprüche zustehen würden.

Facebook hatte das Profil aber bereits in den Gedenkzustand versetzt. Private Nachrichten waren damit der Mutter nicht mehr zugänglich.

Deshalb Klage. Das Landgericht Berlin entschied, daß Facebook Zugang zum Profil gewähren müsse. Das Kammergericht Berlin entschied gegenteilig und begründete das u.a. mit dem Fernmeldegeheimnis.

Der Bundesgerichtshof hat in seiner heutigen Entscheidung das Kammergerichtsurteil aufgehoben und das LG-Urteil wiederhergestellt.
.

Vertrag über ein Benutzerkonto bei einem sozialen Netzwerk ist vererbbar - Urteil vom 12. Juli 2018 – III ZR 183/17

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2018&Sort=3&nr=85390&pos=1&anz=116

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Der Hauptsatz:

> Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass der Vertrag über ein Benutzerkonto bei einem sozialen Netzwerk grundsätzlich im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Erben des ursprünglichen Kontoberechtigten übergeht und diese einen Anspruch gegen den Netzwerkbetreiber auf Zugang zu dem Konto einschließlich der darin vorgehaltenen Kommunikationsinhalte haben.

Das gilt also auch dann, wenn die Erben nicht, wie im zugrundeliegenden Fall, über das Kennwort verfügen.

Die Pressemitteilung zählt bereits diverse Punkte auf und ist - verglichen mit anderen Pressemitteilungen - relativ lang.

> Die Erben haben gegen die Beklagte einen Anspruch, ihnen den Zugang zum Benutzerkonto der Erblasserin und den darin vorgehaltenen Kommunikationsinhalten zu gewähren. Dies ergibt sich aus dem Nutzungsvertrag zwischen der Tochter der Klägerin und der Beklagten, der im Wege der Gesamtrechtsnachfolge nach § 1922 Abs. 1 BGB auf die Erben übergegangen ist. Dessen Vererblichkeit ist nicht durch die vertraglichen Bestimmungen ausgeschlossen. Die Nutzungsbedingungen enthalten hierzu keine Regelung. Die Klauseln zum Gedenkzustand sind bereits nicht wirksam in den Vertrag einbezogen. Sie hielten überdies einer Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 und 2 BGB nicht stand und wären daher unwirksam.

Das sieht zunächst noch danach aus, als ob man einen Nutzungsvertrag auch so aufsetzen könnte, daß die Vererblichkeit der Inhalte ausgeschlossen wäre. Das scheint mir angesichts der folgenden Argumente aber undenkbar.

Der Nutzungsvertrag sei nicht höchstpersönlich, da die Daten nicht an eine konkrete Person, sondern an ein Konto übermittelt werden. Das Kammergericht hatte argumentiert, daß die Kommunikationspartner der Tochter einen Anspruch darauf hätten, daß ihre Kommunikation nicht gegenüber Dritten offengelegt werden würde. Dies wies der BGH zurück.

> Der Absender einer Nachricht kann dementsprechend zwar darauf vertrauen, dass die Beklagte sie nur für das von ihm ausgewählte Benutzerkonto zur Verfügung stellt. Es besteht aber kein schutzwürdiges Vertrauen darauf, dass nur der Kontoinhaber und nicht Dritte von dem Kontoinhalt Kenntnis erlangen. Zu Lebzeiten muss mit einem Missbrauch des Zugangs durch Dritte oder mit der Zugangsgewährung seitens des Kontoberechtigten gerechnet werden und bei dessen Tod mit der Vererbung des Vertragsverhältnisses.

Die Beklagte = Facebook ist zwar verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die privaten Nachrichten "richtig zugestellt" werden und nicht von Dritten gelesen werden können. Der Kontoinhaber kann die Inhalte aber Dritten zugänglich machen. Auch mit einer Vererbung müßten die Kommunikationspartner rechnen.

Der meines Erachtens nach eigentliche Kernsatz folgt dann:

> Eine Differenzierung des Kontozugangs nach vermögenswerten und höchstpersönlichen Inhalten scheidet aus. Nach der gesetzgeberischen Wertung gehen auch Rechtspositionen mit höchstpersönlichen Inhalten auf die Erben über. So werden analoge Dokumente wie Tagebücher und persönliche Briefe vererbt, wie aus § 2047 Abs. 2 und § 2373 Satz 2 BGB zu schließen ist. Es besteht aus erbrechtlicher Sicht kein Grund dafür, digitale Inhalte anders zu behandeln.

Eine Erbschaft umfaßt auch höchstpersönliche Inhalte wie Tagebücher und Briefe. Digitale Inhalte seien gleich zu behandeln.

Auch das Fernmeldegeheimnis sei kein Ausschließungsgrund. Der Erbfolger rückt in die Position des Erblassers ein und sei damit kein "Anderer" im Sinne von § 88 Abs. 3 TKG.

Schließlich wurde geprüft, ob die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Weitergabe ausschließt. Diese schützt aber nur lebende Personen:

> Datenschutzrechtliche Belange der Erblasserin sind nicht betroffen, da die Verordnung nur lebende Personen schützt.

Die Erben können ferner ein berechtigtes überwiegendes Interesse geltend machen.

Fazit: Das Urteil sagt in aller Deutlichkeit: Digitale Inhalte sind Inhalten in Papierform gleichzustellen. Es gibt nicht "hier" die höherwertige analoge Welt und "dort" die "bloß virtuelle" Welt, wobei ich persönlich mit dem Begriff der "virtuellen Welt" ohnehin nie etwas anfangen konnte. Sondern es gibt Kommunikationsinhalte. Bei denen ist es egal, ob sie in Papierform (Brief, Tagebuch) oder elektronisch auf einer Online-Plattform vorliegen. Alle diese Kommunikationsinhalte sind vererbbar.

Interessant dabei ist, daß das Kammergericht zunächst noch einen Vergleich vorgeschlagen hatte: Facebook möge die Chatinhalte, welche die Mutter einsehen wollte, mit geschwärzten Namen herausgeben. Darauf ließen sich die Parteien aber nicht ein, deshalb entschied das Kammergericht per Urteil. Bei einem Vergleich hätte es keine BGH-Entscheidung gegeben. So ging das eine Instanz weiter.

Bundesfinanzhof: Wechsel von degressiver AfA (Absetzung für Abnutzung) zu AfA nach tatsächlicher Nutzungsdauer unzulässig - Festlegung bei Gebäudeabschreibung - IX R 33/16

11.07.2018 22:58:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer ein Gebäude errichtet, der hat hohe Kosten. Diese kann er steuerlich geltend machen, in Form der Absetzung für Abnutzung (AfA), die als Werbungskosten auftreten können. Da gibt es drei Varianten.

Entweder nutzt er eine lineare Abschreibung über 50 Jahre - pro Jahr 2 % der Kosten.

Oder er entscheidet sich für die degressive AfA, die nur in bestimmten Fällen zulässig ist. Dann kann er in den ersten 8 Jahren jeweils 5 % der Kosten geltend machen (= 40 % der Gesamtsumme). In den folgenden 6 Jahren jeweils 2,5 % der Kosten (= 15 % der Gesamtsumme). Schließlich 1,25 % in den verbleibenden 36 Jahren (= 45 %).

Schließlich gibt es - bei einer Nutzungsdauer unterhalb von 50 Jahren - auch die Möglichkeit, auf diesen verkürzten Zeitraum linear abzuschreiben. Das ist die AfA nach tatsächlicher Nutzungsdauer.

Der Vorteil der degressiven AfA liegt darin, daß man bei hohen Steuerzahlungen in den ersten 8 - 14 Jahren nach der Erstellung des Gebäudes auch hohe Beträge abziehen kann. Später kommt dann "fast gar nichts mehr".

Aber: Ist es auch zulässig, zunächst mit der degressiven Variante zu starten. Und dann auf die AfA nach tatsächlicher Nutzungsdauer zu wechseln?

Das hat der Bundesfinanzhof in einem nun veröffentlichten Urteil abgelehnt.
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Kein Wechsel von der degressiven AfA zur AfA nach tatsächlicher Nutzungsdauer - Urteil vom 29.5.2018, IX R 33/16

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=37051&pos=0&anz=38

Das Urteil: BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.5.2018, IX R 33/16 - ECLI:DE:BFH:2018:U.290518.IXR33.16.0

Gebäude-AfA - Wechsel von der degressiven AfA zur AfA nach der tatsächlichen Nutzungsdauer - Nachträgliche Herstellungskosten bei degressiver AfA

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&anz=38&pos=0&nr=37075&linked=urt

Der Leitsatz:

> Ein Wechsel von der in Anspruch genommenen degressiven AfA gemäß § 7 Abs. 5 EStG zur AfA nach der tatsächlichen Nutzungsdauer gemäß § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG ist nicht möglich.

Der verhandelte Fall: Die Klägerin

> vermietete ein im Jahr 1994 bebautes Grundstück an ihren Ehemann zum Betrieb eines Autohauses. Bei ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nahm sie die degressive AfA in Anspruch (8 x 5 %, 6 x 2,5 % und 36 x 1,25 %). Nach Ablauf der ersten 14 Jahre, im Jahr 2009, errichtete die Klägerin auf dem Grundstück u.a. einen Anbau und machte im Übrigen geltend, die Nutzungsdauer sämtlicher Gebäude betrage nur noch 10 Jahre. Sie begehrte nunmehr eine AfA entsprechend der tatsächlichen Nutzungsdauer.

Das Finanzgericht hatte die Klage bereits abgewiesen. Das bestätigte nun der Bundesfinanzhof. Der wesentliche Grund: Die Regeln zur Abschreibung dienen zur Typisierung und sollen damit die Verfahren vereinfachen.

> § 7 Abs. 5 EStG typisiert die Nutzungsdauer eines Gebäudes und dient damit der Rechtsvereinfachung. Bei Wahl der degressiven AfA nach § 7 Abs. 5 EStG erübrigt sich die Feststellung der tatsächlichen Nutzungsdauer des Gebäudes. Der Steuerpflichtige entscheidet sich bei Wahl der degressiven AfA bewusst dafür, die Herstellungskosten des Gebäudes in 50 der Höhe nach festgelegten Jahresbeträgen geltend zu machen. Die Vereinfachung tritt nur ein, wenn die Wahl über die gesamte Dauer der Abschreibung bindend ist. Die Wahl der degressiven AfA ist deshalb unabänderlich.

Das würde aber konterkariert werden, wenn sich der Steuerpflichtige erst für die für ihn günstigere Variante (degressiv über 50 Jahre), dann aber plötzlich für die AfA nach tatsächlicher Nutzungsdauer entscheidet.

Sprich: Wer ein Gebäude errichtet, der muß sich bei der Wahl der Abschreibung festlegen. Das Urteil zählt zwar Fälle auf, in denen die Abschreibmethode später noch geändert werden kann. Aber beliebige Wechsel widersprechen dem Prinzip der Typisierung, damit der erwünschten Vereinfachung.

DrivEn von CeramicSpeed - kettenloses Fahrrad - chainless bicycle - stattdessen keramische Wälzlager - Prototyp und Award bei der Eurobike 2018

10.07.2018 23:28:19, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wiederholt sieht man das hier in Berlin: Radfahrer, die an ihrer Kette herumbasteln. Die herausgesprungen ist, klemmt oder sonstwie Probleme macht. Was meistens auch zu "gut gefärbten Händen" führt.

Aber wer weiß: Vielleicht wird es in einigen Jahren gar keine Kettenfahrräder mehr geben. Das Unternehmen CeramicSpeed hat jedenfalls bei der heute zu Ende gehenden Eurobike 2018 ein Fahrrad "DrivEn" vorgestellt, das vom Fahrprinzip (Fahrer sitzt auf dem Sattel und tritt in die Pedale) identisch ist. Aber das ohne Kette und ohne Kettenschaltung, sehr wohl aber mit einer Gangschaltung funktioniert. DrivEn wurde in Zusammenarbeit mit dem Mechanical Engineering Department an der University of Colorado entwickelt.
.

CeramicSpeed introduces chainless bike concept at eurobike

https://www.designboom.com/technology/ceramicspeed-chainless-bike-07-10-2018/

Die Unterseite bei CeramicSpeed:

D R I V E N - A revolutionary drivetrain concept that sets new standards in efficiency and eliminates the need for derailleurs and chains

https://www.ceramicspeed.com/en/driven/

.
Aktuell handelt es sich bei dem Fahrrad um einen Prototypen, der einen speziellen Rahmen nutzt. Das eigentliche Prinzip: Die Kraftübertragung zwischen Pedal und Hinterrad erfolgt über eine Welle, die vom Pedal angetrieben wird und die auf der anderen Seite das Hinterrad antreibt. Genutzt werden diverse Kugellager, die nicht Stahlkugeln, sondern keramische Kugeln nutzen. Die Wirkung:

> it intends to have less drag, less weight, and take up less space than conventional bicycles. it also creates 49% less friction by eliminating all eight points of sliding friction. to achieve this performance, ‘driven’ uses a total of 21 bearings that play a crucial role.

Ein normales Fahrrad kennt neben der Kette und den zwei Schaltröllchen 8 weitere Gleitpunkte, die Reibung erzeugen. DrivEn kennt dagegen gar keine Gleitreibung.

Bei der Eurobike:

DrivEn - der Spinner-Antrieb:

http://www.eurobike-show.de/eb-de/eurobike-award/award-gallery-product/2018/4704/

> Das Antriebssystem erzeugt 60% weniger Reibung als herkömmliche Umwerferantriebe, wobei die gesamte Kraft mit einem Wirkungsgrad von 99,2% über keramische Wälzlager übertragen wird.

Dabei ist das ein 13-Gang-Fahrrad.

Da werden 21 Kugellager verwendet, die extrem leichtgängig sind.

Bei YouTube finden sich diverse Videos, die oft nur wenige Stunden alt sind. Da sieht man am einfachsten, wie das funktioniert.

CeramicSpeed 99% Efficient Drive Shaft // Chain Free Bike // Eurobike 2018

https://www.youtube.com/watch?v=rgo-yEaXDzA

CeramicSpeed Driven chainless drivetrain is 99% efficient

https://www.youtube.com/watch?v=UFAQ6CzNm7s

Interessant sind die Kommentare unter den Videos. Die einen sprechen davon, daß das sehr spannend werden könnte. Die anderen sind der Meinung, daß das niemals bis zur Marktreife entwickelt werden wird.

Mal sehen, wie das in ein paar Jahren aussieht. Die Vorstellung, daß der Kettenantrieb Geschichte werden könnte, ist durchaus spannend.

OLG München: Lieferangabe "bald verfügbar" ist bei Online-Bestellung nicht zulässig, Klage der Verbraucherzentrale NRW gegen mediamarkt.de bestätigt - 6 U 3815/17

09.07.2018 23:28:12, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in einem Online-Shop Waren anbietet, der muß Aussagen zum Lieferzeitraum machen. Das Unternehmen Media Markt hatte auf seiner Website www.mediamarkt.de 2016 ein Samsung Galaxy S6 angeboten. Mit dem Hinweis, daß dieser Artikel "bald verfügbar" sei und sich Kunden doch - per Vorbestellung - ein Exemplar sichern mögen.

Das hatte die Verbraucherzentrale NRW abgemahnt. Und nun in zweiter Instanz Recht bekommen.
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Vage Lieferangaben bei Online-Order unzulässig: Urteil zu fehlerhaften Angaben auf mediamarkt.de

https://www.verbraucherzentrale.nrw/pressemeldungen/presse-nrw/urteil-zu-fehlerhaften-lieferangaben-auf-mediamarktde-27801

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Bei der Bestellung gab es den - genauen - Text:

> „Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt ein Exemplar“

Eine solche unbestimmte Angabe zum Lieferzeitpunkt verstößt gegen die gesetzliche Informationspflicht des Anbieters. Kunden müssen, bevor sie auf den Kaufen-Button klicken, wissen, bis wann die Lieferung spätestens erfolgen wird. Eine Auszeichnung mit "bald verfügbar" ist zu ungenau.

Damit wurde das Urteil vom LG München I vom 17. Oktober 2017 (AZ 33 O 20488/16) bestätigt.

Pflicht zur Verbraucherinformation über den Termin der Warenlieferung im Internethandel - LG München I, Endurteil v. 17.10.2017 – 33 O 20488/16

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2017-N-129889

Die Leitsätze:

> 1. Die vertragsbezogenen Informationspflichten der § 312d Abs. 1 S. 1 BGB, Art. 246a § 1 Abs. 1 S. 1 Nr. 7 EGBGB stellen Marktverhaltensregelungen im Interesse der Verbraucher dar. (Rn. 37) (redaktioneller Leitsatz)
>
> 2. Ein Internetangebot, das zum Liefertermin nur den Hinweis „Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!“ enthält, genügt nicht den Anforderungen von § 312d Abs. 1 S. 1 BGB, Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 7 EGBGB. (Rn. 32 – 36) (redaktioneller Leitsatz)

Da gab es eine Testbestellung, daraus diverse Bildschirmphotos, die im Urteil abgedruckt sind.

Dann eine Abmahnung auf Unterlassung.

Die Begründung in der Abmahnung:

> Anzugeben sei der Termin, bis zu dem der Unternehmer die Waren liefern oder die Dienstleistung erbringen müsse.

Der Kunde müsse wissen, bis wann er spätestens mit der Lieferung rechnen könne und ab wann der Unternehmer in Lieferverzug sei. Das sei mit einer solchen unscharfen Aussage nicht möglich.

Das verklagte Unternehmen argumentierte dagegen:

> In der Praxis sei es geradezu üblich, dass in Onlineshops Produkte bestellt werden könnten, die am Bestelltag nicht vorrätig und deren Liefertermin ungewiss sei. Selbst wenn Artikel ausverkauft seien und der Zeitpunkt des Eintreffens der neuen Lieferung beim Händler ungewiss sei, könne der Verbraucher regelmäßig einen solchen Artikel bestellen

Und:

> Das Bestellen nicht vorrätiger Produkte ohne Kenntnis des exakten Liefertermins sei eine Möglichkeit, die dem Verbraucher entgegenkomme und damit in besonderem Maße verbraucherfreundlich sei.

Das OLG-Urteil ist derzeit noch nicht auffindbar.

Revision zum Bundesgerichtshof wurde nicht zugelassen, da war mindestens der Streitwert von 260 Euro zu gering. Dagegen wäre theoretisch noch Beschwerde möglich. Laut Heise ( https://www.heise.de/newsticker/meldung/Urteil-zum-Online-Shopping-Lieferangabe-bald-verfuegbar-reicht-nicht-4106344.html ) hat Mediamarkt allerdings bereits mitgeteilt, auf eine Beschwerde verzichten zu wollen. Grund: Die angegriffene Klausel wurde nur bis Ende 2016 verwendet, deshalb habe sich der Gegenstand der Klage erledigt.

SolarStratos - ein 2-Sitz - Solar-Flugzeug, das kein Öl verbraucht - Solarzellen auf sehr grossen Flügeln und Flug in der Stratosphäre

08.07.2018 23:35:36, Jürgen Auer, keine Kommentare

Fliegen ist normalerweise keine saubere Art der Fortbewegung. Es wird viel Kerosin benötigt und verbrannt. Aber geht das auch anders? Etwa mit Propeller-Maschinen, die vom Strom getrieben werden? Aber wo bekommt man den Strom her, wenn Batterien noch schwer sind?

Das Schweizer Unternehmen SolarStratos hat da womöglich eine Lösung: Ein Flugzeug, das wie ein sehr großes Segelflugzeug aussieht. Alle waagerechten Flächen sind mit Solarzellen bestückt. Angetrieben wird das Flugzeug per Propeller.
.

Ein Bild von Twitter:

https://twitter.com/SolarStratos/status/993494116934864897

STRATOSPHERIC FLIGHT WITHOUT A DROP OF FUEL!

http://www.yankodesign.com/2018/07/07/stratospheric-flight-without-a-drop-of-fuel/

.

> The massive wingspan has a twofold purpose. It not only enables the plane to fly without using as much propelling power, but it also comes with solar panels mounted all over it.

Die große Flügelspannweite hat einen doppelten Zweck. Zum einen reduziert das den Antriebsbedarf. Zum anderen gibt es so viel Platz für Solarpanels.

Die Flughöhe liegt bei 25.000 Metern. Das ist also deutlich höher als die übliche Flughöhe, die etwa zwischen 5000 und 15.000 Metern über der Erdoberfläche liegt.

Die Einzelteile kommen aus unterschiedlichen Ländern:

> Made from custom as well as off-the-shelf parts, the SolarStratos comes with an Austrian-made 20 kWh battery, solar panels from California-based SunPower, and given the heights it reaches, the pilots will be clad in specially designed pressurized spacesuits made by Russian company Zvezda.

Die Batterie kommt aus Österreich, die Solar-Panels aus Kalifornien. Und die futuristisch aussehenden Anzüge der Piloten kommen aus Russland.

Wenn sich die Technik bewährt, soll es auch einen Dreisitzer geben, der eine Druckluftkabine hat. Damit könnten kommerzielle Flüge ab 2021 möglich sein.

Die Bilder aus der Luft (die wohl Photomontagen sind) legen den Eindruck nahe, daß das Flugzeug sehr groß ist.

Etwas weiter unten gibt es Bilder des Flugzeugs auf einem Flughafen mit Leuten drum. Da sieht das nur wie ein "etwas größeres Segelflugzeug" aus.

Auf der Website

SolarStratos

https://www.solarstratos.com/en/

Demnach scheint es aktuell immer wieder Testflüge zu geben.

Die Daten des Flugzeugs:

THE PLANE

https://www.solarstratos.com/en/plane/

8,5 Meter Länge, eine Flügelspannweite von 24,9 Meter, ein Gewicht von 450 kg. Mehr als 24 Stunden Fliegen soll damit möglich sein. 22 Quadratmeter Solarzellen bei einer Zelleneffizienz von 22 - 24 %.

Allerdings fehlen mir dabei zwei Angaben: Wie hoch ist die Fluggeschwindigkeit? Und wie lange dauert es, bis die Flughöhe in der Stratosphäre erreicht ist?

Hier

https://www.solarstratos.com/en/challenge/

findet sich ein Punkt:

> The challenge is technical and human, the mission will last about five hours (two hours to ascend into space, fifteen minutes to stay up with the stars and three hours to descend).

Zwei Stunden für den Aufstieg, fünfzehn Minuten in der Stratosphäre und drei Stunden für den Abstieg.

So wirkt das eher wie ein Vergnügungsflug, der eben kein Kerosin verbrennt.

Neuer Skywalk auf dem Felsen von Gibraltar - ehemaliger militärischer Luftabwehrposten auf dem "Rock of Gibraltar" wurde zum Skywalk aus Glas und Stahl umgebaut - von Arc Designs

07.07.2018 23:39:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer Spanien besucht und dort einen Abstecher nach Gibraltar unternimmt: Da gab es auf dem Felsen von Gibraltar einen ehemaligen militärischen Luftabwehr-Posten. Inzwischen sind dort kriegerische Auseinandersetzungen eher unwahrscheinlich geworden.

Nun hat das in Gibraltar ansässige Architekturbüro Arc Designs diesen Posten zu einem neuen Skywalk umgebaut / erweitert.
.

Auf YouTube: The Skywalk

https://www.youtube.com/watch?v=dVaXXU2jgUU

> Stand on top of the Northern Pillar of Hercules to discover breathtaking 360º views spanning three countries across two continents. There is nowhere in the world like the Rock of Gibraltar. Used for military advantage for hundreds of years, this spectacular lookout is now open to the public and has been transformed into a state-of-the-art glass platform and walkway.

Der Felsen ist ja - eigentlich - der nördliche Platz der Säulen des Herakles, auf denen das Himmelszelt ruhte. Zusammen mit dem südlichen Platz in Marokko galt das als "das Ende der Welt". Auf drei Länder und zwei Kontinente kann man von dort her blicken. Über hunderte von Jahren wurde diese Stelle für militärische Zwecke genutzt. Nun ist das öffentlich zugänglich - als "State-of-the-art" - Glas-Skywalk.

Dabei ist der Skywalk "nur" auf einer Höhe von 340 Metern, da fehlen noch 86 Meter zu den 426 Metern des gesamten Felsens. Der höchste Punkt - O'Hara's Battery - ist aber in ziemlicher Nähe, der Skywalk ist etwas nördlich davon.

Vierschichtiges Glas mit einer Gesamtstärke von 4,2 Zentimetern und 30 Tonnen Stahl wurden verbaut, eine Breite von 2,5 Metern hat der Skywalk. Natürlich mit "freiem Blick nach unten", also nichts für Leute, denen gerne schwindelig wird.

In dem Video sieht man (01:28), wie das um den steinernen Luftabwehrposten drumherumgebaut wurde. So daß der Skywalk um den alten Steinbau drumherum geht und eine Ebene auf diesen draufsetzt.

Wer sich Sorgen macht, daß er zu schwer sei: Der Skywalk ist so gebaut, daß er 11 Autos oder 5 Elefanten aushält. Und eine Windgeschwindigkeit von 150 km/h.

Der Hauptpfeiler hält noch etwas mehr aus: 33 Tonnen, das sind 13 Autos oder 7 Elefanten.

Man kommt per Fuß dorthin. Oder nutzt einen Fahrstuhl. Beim Fußweg sieht man sowohl ins Mittelmeer als auch zum Atlantik.

Bei Arc Designs gibt es 9 Bilder:

Skywalk:

http://www.arc.gi/gallery/skywalk/

Bei Dezeen fanden sich weitere Informationen:

Former military lookout in Gibraltar transformed into glazed viewpoint

https://www.dezeen.com/2018/07/02/skywalk-rock-of-gibraltar-arc-designs-architecture/

Da die Gegend dort "etwas schwierig" ist, wurde die gesamte Struktur in relativ kleinen Einheiten vorproduziert und an Ort und Stelle zusammengesetzt.

Angesichts der dortigen Wetterbedingungen

> "This was a considerable challenge in an area with rapidly changing weather conditions and given the steeply dropping cliff-face below,"

war das eine eigene Herausforderung, auch wenn auf den Bildern das Wetter natürlich angenehm aussieht.

Wenn man bei Google-Maps

Skywalk Gibraltar

https://www.google.de/maps/place/Skywalk+Gibraltar/@36.1309241,-5.3476376,17z

auf die Kartendarstellung wechselt, gibt es eine Street-View - Ansicht vom Juni 2018.

Mit legaler Blitzer-Attrappe Autofahrer zum Abbremsen bringen - in Oberöfflingen in der Eifel ist ein Scherz hilfreich

06.07.2018 23:48:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Rasende Autofahrer sind ein Ärgernis. Sie gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Ein Unfall ist immer deutlich teurer als "ein paar eingesparte Minuten".

Aber was kann man machen, wenn man erlebt, daß Autofahrer an manchen Stellen regelmäßig rasen, mit überhöhter Geschwindigkeit in einen Ort hineinbrettern? Wer da ein Privatgrundstück hat: Der kann eine Blitzer-Attrappe aufstellen.

Und damit womöglich den einen oder anderen Autofahrer zum Abbremsen bewegen.

In Oberöfflingen in der Eifel hatten das Leute gemacht. Eigentlich war das nur als Jux gedacht. Aber zumindest bei Ortsfremden wirkt der Kasten.
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Ein Tweet:

https://twitter.com/soliver/status/1014758821028356096

Falscher Blitzer bremst Raser aus - Fake-Gerät steht in Oberöfflingen in der Eifel

Der dort verlinkte Zeitungsartikel:

Oberöfflingen in der Eifel: Falscher Blitzer bremst Raser aus

https://rp-online.de/leben/auto/news/falscher-blitzer-bremst-raser-aus-fake-geraet-steht-in-oberoefflingen-in-der-eifel_aid-23797639

Eine Serie mit fünf Bildern: Diese (legale) Blitzer-Attrappe täuscht Autofahrer

https://rp-online.de/leben/auto/news/diese-legale-blitzer-attrappe-in-oberoeffling-taeuscht-autofahrer_bid-23797643

.
Das ist ein kleiner Ort mit 290 Einwohnern. Am Ortseingang rasen Autofahrer oft noch. Zwei Bewohner stellten nur knapp hinter dem Ortseingangsschild einen "Blitzerkasten" auf. Das ist tatsächlich nur ein weiß gestrichener Holzkasten. Mit einem Fenster. Dahinter eine runde Holzplatte ("die Kamera") und eine CD ("der Blitzer") eingehängt.

Ferner gab es ein kleines Schild dazu, so daß das wie eine Standortangabe wirkt. All das wurde in der Nacht zum 01. Mai 2018 aufgestellt.

Prompt beobachteten die beiden, daß der Kasten Wirkung zeigte. Nicht ortsansässige Fahrer bremsten immer wieder deutlich ab. Jetzt bleibt der Kasten erst einmal stehen.

Die Polizei hatte sich den Kasten ebenfalls angesehen. Und war einverstanden.

Grund: Zum einen dürfen Grundstücksbesitzer auf ihrem Grundstück so ziemlich alles hinstellen. Zum anderen darf diese Blitzer-Attrappe sich nicht auf den Verkehr auswirken. Sie darf also nicht wirklich blitzen, sie darf keine Geräusche machen und es darf natürlich nicht eine tatsächliche Kamera drin sein, die Daten aufzeichnet.

Alle diese Bedingungen waren hier erfüllt. Folglich hatte die Polizei keine Einwände.

Laut dem Erbauer gibt es viele Kinder im Ort. Und inzwischen sehr viel mehr Autos als früher, da waren langsame Traktoren noch in der Mehrheit.

Auch der Oberbürgermeister unterstützt die Aktion. Die Ortsbewohner wissen, daß es eine Attrappe ist. Bei 280 Personen spricht sich das schnell rum.

Aber Ortsfremde wissen das nicht - und bremsen. Eine Bewohnerin, die schräg gegenüber der Attrappe wohnt, berichtet von wiederholten Geräuschen, die von Bremsmanövern stammen.

Die Polizei verwendet Anhänger mit mobilen Blitzern, die ziemlich ähnlich aussehen.

Inzwischen haben schon andere Gemeinden angefragt, ob die beiden Erbauer nicht auch für andere Gemeinden solche Blitzer-Attrappen aufstellen könnten.

Das wollen die beiden nicht. Aber wer mag, könnte daraus ein Geschäft machen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann könnte die Gemeinde so ein Fake-Gerät sogar auf öffentlichen Grundstücken aufstellen. Solange das "Gerät" nichts wirklich macht, dürfte auch das rechtlich ok sein.

Die obige Bilderserie wirkt allerdings so, als ob das zwei Kästen seien (Bild 4 und Bild 5). Bei Bild 5 steht der Blitzer mit der sichtbaren CD-Attrappe vor dem Ortsschild. Bild 4 zeigt ebenfalls einen Kasten mit CD, aber an einer anderen Stelle.

Bei mir hier gibt es vor der Spartakus-Grundschule in der Friedenstraße eigentlich auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Aber spätestens am Abend brettern hier immer mal wieder Autofahrer deutlich schneller durch.

MIT Blind Cheetah 3 - ein Roboter auf vier Beinen ohne Kameras, der gehen, laufen, rennen und springen kann - vom Massachusetts Institute of Technology - MIT

05.07.2018 22:50:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann man einen Roboter bauen, der sich stabil in einer unbekannten Gegend bewegen kann, ohne daß er auf Kameras oder visuelle Sensoren angewiesen ist? In gefährlichen Situationen oder bei einem Unglück könnte ein solcher Roboter genutzt werden, um Erkundungen einzuholen.

Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurde nun "Blind Cheetah 3" vorgestellt. Ein Roboter mit vier Beinen, der Kniegelenke pro Bein hat. Und der sich vielfältig fortbewegen kann.
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“Blind” Cheetah 3 robot can climb stairs littered with obstacles

http://news.mit.edu/2018/blind-cheetah-robot-climb-stairs-obstacles-disaster-zones-0705

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Das Video auf YouTube: Vision-free MIT Cheetah

https://www.youtube.com/watch?v=QZ1DaQgg3lE

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> MIT's Cheetah 3 robot can now leap and gallop across rough terrain, climb a staircase littered with debris, and quickly recover its balance when suddenly yanked or shoved, all while essentially blind.

Im Video hängt bei den Indoor-Aufnahmen oben immer noch eine Sicherung dran. Bei Outdoor-Bewegungen entfällt diese Sicherung.

Cheetah 3 kann gehen, laufen, galoppieren. Er kann per Sprung auf einen 76 Zentimeter hohen Absatz kommen (animiertes GIF im Beitrag, im Video am Ende). Oder sich wie eine Spinne in verschiedene Richtungen bewegen.

Er kann eine Treppe hochsteigen. Wenn er gestört wird (von der Seite angestoßen wird), kann er sich einigermaßen auf den Beinen halten. Zur Not kommt er auch auf drei Beinen voran. Und das alles, obwohl er grundsätzlich blind ist. Aber natürlich als Nutzlast eine Kamera für Aufnahmen transportieren könnte.

Das "mechanische Biest" wiegt mit 90 Pfund (~~ 40 kg) etwa so viel wie ein Labrador. Anstelle der optischen Orientierung bewegt er sich ständig.

> Instead, it nimbly “feels” its way through its surroundings in a way that engineers describe as “blind locomotion,” much like making one’s way across a pitch-black room.

So, wie sich ein Mensch in einem schwarzen Raum orientieren würde.

Der Roboter soll in der Lage sein, viele unvorhersehbare Situationen zu bewältigen. Optische Signale können unklar, noisy sein. Ungenau, manchmal nicht verfügbar. Und wenn man sich zu sehr darauf stützt, müßte der Roboter immer die genaue Position einnehmen. Stattdessen soll sich der Roboter mehr durch seine taktilen Fähigkeiten orientieren. Damit kann er unerwartete Störungen besser bewältigen, während er sich rasch bewegt.

Später soll der Roboter in Situationen eingesetzt werden, die für Menschen nicht bewältigbar oder zu gefährlich sind.

Sangbae Kim, einer der Entwickler:

> “If humans close our eyes and make a step, we have a mental model for where the ground might be, and can prepare for it. But we also rely on the feel of touch of the ground,” Kim says. “We are sort of doing the same thing by combining multiple [sources of] information to determine the transition time.”

Wenn sich ein Mensch mit geschlossenen Augen bewegt, dann hat er ein geistiges Modell, wo der Boden ist. Wie sich der Boden anfühlt, ob das fest oder uneben ist. Etwas ähnliches macht Cheetah 3. Die ganzen sensorischen Informationen werden gesammelt und es werden daraus Schlußfolgerungen gezogen.

In dem Video sieht man auch, wie es Cheetah 3 bewältigt, von einem Rasenboden über groben Kies hin zu einem Steinplattenboden schafft.

Die Geschwindigkeit geht von 0,5 Metern / Sekunde über ein zügigeres Gehen (1,7 m/s), ein Rennen (2,75 m/s) bis zum Galoppieren (3 m/s). Dann springt er einfach hoch und landet wieder stabil, kann sich dabei drehen. Oder sich wie eine Spinne bewegen. Auch eine Seitwärtsbewegung ist möglich.

Die Bewegung beim Sprung ist faszinierend: Cheetah 3 springt mit den Hinterbeinen, richtet dabei seinen Körper fast senkrecht auf und landet zuerst mit den Hinterbeinen, um sich dann mit den Vorderbeinen abzubremsen und zu stabilisieren.

Cheetah 3 soll zwar auch noch Kameras bekommen. Aber die Bewegungen soll über die Motorik und über die taktilen Rückmeldungen koordiniert werden.

> “And when we do add vision, even if it might give you the wrong information, the leg should be able to handle (obstacles). Because what if it steps on something that a camera can’t see? What will it do? That’s where blind locomotion can help. We don’t want to trust our vision too much.”

Was ist, wenn die Kameras irreführende Informationen sehen? Was ist, wenn etwas passiert, das die Kameras nicht sehen?

Wir wollen uns nicht zu sehr auf die Sehfähigkeiten verlassen.

Aarhus Harbour Bath - Aarhus hat ein neues, grosses Hafenbad - für bis zu 650 Gäste mit verschiedenen Pools - von Bjarke Ingels Group - BIG

04.07.2018 23:55:41, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer im Sommer gerne schwimmen geht und in Dänemark unterwegs ist: Da hat die Bjarke Ingels Group (BIG) ein neues Hafenbad fertiggestellt, das nun eröffnet worden ist.

Das ist ein großes, dreieckiges Gebilde. Die eine Seite liegt an der Hafenmauer. Von dort geht es einmal etwa senkrecht ab. Und von der gerundeten Ecke schräg wieder zur Hafenmauer zurück.
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BIG's aarhus harbour bath is open for the summer

https://www.designboom.com/architecture/bjarke-ingels-group-big-aarhus-harbour-bath-denmark-07-03-2018/

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Innen gibt es einen 50-Meter-Pool, der parallel zur Hafenmauer ausgerichtet ist. Dann folgen zwei flache, verschieden tiefe Becken für Kinder.

An der äußeren Spitze gibt es einen kreisförmigen Pool.

Das ganze Gelände ist einerseits knapp oberhalb des Wasserspiegels begehbar. Andererseits gibt es eine langgestreckte zweite Ebene, so daß an der Spitze zwei Etagen übereinander sind. Drunter ist es schattig. Über eine zusätzliche Treppe entsteht so gleich noch ein Sprungturm.

Das ist wohl die größte derartige Seewasser-Struktur, die es derzeit gibt. Allerdings ist das nicht fest verankert, sondern ist wohl eine Art "schwimmende Insel".

Am Hafen folgen Beachvolleyballplätze, Bars und Cafés. Später sollen eventuell noch Theater, Hotels, Restaurants und Geschäfte dazu kommen.

Bis Ende August ist das geöffnet.

Leider findet sich das Projekt nicht auf der Website von BIG:

http://big.dk/#projects

Da gibt es zwar das Projekt Aarhus

http://big.dk/#projects-aar

das man auf einem der Bilder im Hintergrund im Bau sieht. Aber es läßt sich keine Einzeldarstellung finden.

Dafür gibt es unter

Havnebadet - das Hafenbad

https://www.visitaarhus.de/de/havnebadet-das-hafenbad-gdk1099890

noch zwei Bilder, die zwar nur ein Modell zu sein scheinen, die aber die Struktur des gesamten Bades sehr schön zeigen. Und die mobile Seite von BIG ist deutlich aufgeräumter und einfacher zu nutzen:

http://m.big.dk/

> Aarhus Harbour Bath officially opens this weekend in celebration with BIG Partner Finn Nørkjær, Mayor of Aarhus Municipality Jacob Bundsgaard, Vice Chairman of Salling Fondene Karin Salling and Councilor of Aarhus Municipality Rabih Azah-Ahmad.

Demnach ist das Bad erst am letzten Wochenende eröffnet worden. Ein Zeitungsartikel

Aarhus: Kæmpe galleri: Åbning af verdens største havnebad i Aarhus

https://stiften.dk/aarhus/Kaempe-galleri-AAbning-af-verdens-stoerste-havnebad-i-Aarhus/artikel/522308

zeigt Bilder von der Eröffnungsveranstaltung. Da war es "gut voll".

Tel Aviv Arcades - ein 116-Meter-Wohnturm in Tel Aviv aus modularen Torbögen und Terrassen - vom Architekturbüro Penda, angelehnt an den dort weitverbreiteten Bauhaus-Stil

03.07.2018 22:30:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin fehlen Wohnungen. Aber was wird gebaut? Meist langweilige Häuser, maximal 5 - 9 Stockwerke hoch.

Ganz anders geht das in Tel Aviv. Dort hat das in Salzburg und Beijing beheimatete Architekturbüro Penda ein Hochhaus geplant. Mit 116 Metern deutlich höher als die Berliner Traufhöhe. Und mit modularen Außenelementen: Torbögen und Terrassen. So daß sich eine extrem vielfältige Fassade ergibt. Und zu jeder Wohnung ein großer Balkon, der einerseits Platz für Pflanzen bietet. Andererseits - aufgrund des Klimas - teils vom Balkon drüber verschattet wird.
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Penda unveils designs for Tel Aviv tower wrapped in modular arcades

https://www.dezeen.com/2018/07/02/penda-tel-aviv-arcades-tower-architecture/

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In Tel Aviv gibt es viele Backsteingebäude. Ferner:

> Tel Aviv has the largest number of Bauhaus style buildings in the world, with over 4,000 buildings built in the German art school style as German-Jewish architects sought sanctuary in the city from persecution under the Nazis.

Dort gibt es die meisten Gebäude im Bauhaus-Stil auf der Welt, über 4000. Weil viele deutsch-jüdische Architekten Zuflucht vor dem Nationalsozialismus gesucht hatten.

Gegenüber der deutschen Bauhaus-Architektur gibt es ein paar Anpassungen, die mit dem dortigen Klima zusammenhängen.

Nicht unbedingt sehr große Fenster. Stattdessen lange Balkone, welche die darunterliegenden Balkone verschatten und von den Balkonen drüber ebenfalls verschattet werden.

Das modulare Modell ermöglicht es, daß die Konstruktionskosten minimiert werden können. Und daß diese ganzen Elemente vorgefertigt werden.

Chris Precht, der Co-Founder von Penda:

> "A high-rise shouldn't be an island in the city without any relation to its surrounding"

Ein hoher Wohnturm sollte keine Insel in der City sein, ohne jede Verbindung zu seiner Umgebung.

> "A glass tower is the formal illustration of an island without a connection. Its unsustainable in southern regions, it's a bad neighbour as it heats up its surrounding and it lacks a sense of identity"

Ein Glasturm wäre genau das: Eine Insel ohne Verbindung. Das sei unhaltbar in südlichen Regionen, eine schlechte Nachbarschaft. Ein Mangel an Identität.

Da fällt mir nur ein: Das gilt nicht nur für südliche Regionen, das gilt eigentlich auch bsp. in Berlin.

Zwei verschiedene Planvarianten für die Etagen stecken in dem Muster drin, das sich über die Stockwerke hinweg wiederholt. Auf den Außenflächen ergibt sich daraus dieses kachelartige Muster von kaskadenartigen Bögen. Die Terrassen gehen um jedes Apartment herum, mit schattigen und sonnigen Plätzen.

18 Stockwerke soll das Gebäude haben. Mit Apartments, die ein bis vier Schlafzimmer haben. Am Fuß des Turms gibt es ein Schwimmbad und eine Spa-Zone, ein Yoga-Studio und ein Restaurant im zweiten Stock. Der Baubeginn soll 2019 sein.

Wenn das schon in Tel Aviv auf modularen Elementen basiert, könnte man das ja auch so ähnlich in Berlin aufbauen.

Auf der Website von Penda

http://www.home-of-penda.com/

gibt es leider noch keine genaueren Informationen zu dem Projekt.

Kalifornien verabschiedet California Consumer Privacy Act mit Orientierung an der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) - Gesetz tritt Anfang 2020 in Kraft

02.07.2018 23:41:19, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Deutschland hat der Beginn der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) an so manchen Stellen für Unruhe oder Panik gesorgt. Es gab diverse Befürchtungen, von denen sich viele als deutlich übertrieben erwiesen.

Aber nun scheint die DSGVO zu so etwas wie einem Exportschlager zu werden.

Kalifornien, mit knapp 40 Millionen Einwohnern der bevölkerungsmäßig größte Bundesstaat in den USA und - bei einer Loslösung von den USA - die fünftgrößte Wirtschaftsmacht (nach den USA, China, Japan und Deutschland) hat nun den California Consumer Privacy Act verabschiedet.

Einstimmig in beiden Kammern, mit der Unterschrift des Gouverneurs am letzten Donnerstag.
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California just passed one of the toughest data privacy laws in the country

https://www.theverge.com/2018/6/28/17509720/california-consumer-privacy-act-legislation-law-vote

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> The California Consumer Privacy Act of 2018 is set to dramatically change how businesses handle data in the most populous state. Companies that store large amounts of personal information — including major players like Google and Facebook — will be required to disclose the types of data they collect, as well as allow consumers to opt out of having their data sold.

Konsumenten haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, welche Daten Unternehmen von ihnen sammeln. Und es muß für Konsumenten eine Opt-Out-Möglichkeit geben. Die europäische GDPR (General Data Protection Regulation = DSGVO) diente ausdrücklich als Vorbild. Es gab eine Initiative, die noch höhere Standards mit einem Volksentscheid durchsetzen wollte. Ein Volksentscheid hätte später nicht mehr geändert werden können. Ein Gesetz läßt sich ändern.

> But the legislation was close enough that the campaign for the ballot measure agreed to pull its proposal if the bill was signed into law by the deadline to withdraw today.

Die Kampagne hatte eine Deadline bis zum Donnerstag gezogen, bis zu der ein Gesetz hätte verabschiedet werden können. Ansonsten hätte es bei den ohnehin anstehenden Novemberwahlen eine entsprechende Abstimmung gegeben.

Die IT-Unternehmen, von denen es gerade in Kalifornien sehr viele gibt, hatten bis zum Schluß versucht, das Gesetz zu verhindern.

Alaistair MacTaggart, ein Immobilienunternehmer, der maßgeblich an der Initiative beteiligt war, meinte:

> “This is a monumental achievement for consumers, with California leading the way in creating unprecedented consumer protections for the rest of the nation.”

Das sei ein monumentaler Erfolg für Konsumenten. Kalifornien würde damit den Weg für einen beispiellosen Verbraucherschutz für die ganze Nation ebnen.

Prinzipiell gibt es damit in den USA entweder die Möglichkeit, daß sich ein Flickenteppich entwickelt. So daß jeder Bundesstaat seine eigenen Regeln hat und es für Unternehmen schwierig ist, die Differenzen zu beachten.

Oder es gibt über kurz oder lang relativ einheitliche Regeln. Wobei man dann natürlich fragen kann: Warum sollen diese schwächer als die kalifornischen bzw. europäischen Regeln sein? Verbraucher fänden das sicherlich nicht so überzeugend.

Eine denkbare Konsequenz: Andere Staaten könnten sich damit an einem Mix von DSGVO und der kalifornischen Regelung orientieren. So daß sich gewisse Prinzipien weltweit als Standard etablieren.

Die Unternehmen in den USA haben nun 1,5 Jahre Zeit, sich auf das Gesetz einzustellen.

Bundesministerium der Finanzen (BMF) plant Haftung der Betreiber elektronischer Marktplätze für nicht abgeführte Umsatzsteuer ab 2019

01.07.2018 23:55:56, Jürgen Auer, ein Kommentar

Auf großen Marktplätzen wie Amazon Marketplace und Ebay gibt es diverse ausländische Händler, die an Kunden in Deutschland Waren verkaufen. Folglich gibt es bei diesen Waren in der Regel einen Aufschlag von 19 % Umsatzsteuer auf den Nettopreis. Theoretisch müßte diese Umsatzsteuer an das zuständige Finanzamt abgeführt werden. Praktisch wird das sehr häufig nicht gemacht.

So war schon die Rede davon, daß es auf Amazon mehrere tausend Händler aus China gäbe. Bei dem zuständigen Finanzamt in Berlin-Neukölln ist aber nur eine dreistellige Zahl von Händlern aus China registriert.

Dieses - effektiv seit Jahren bestehende - Ärgernis soll nun gestoppt werden. Die Händler müssen gegenüber dem Marktplatz ihre Anmeldung nachweisen. Können sie das nicht und verkaufen sie trotzdem Waren über die Plattform, so haftet im Endeffekt der Marktplatz gegenüber dem Finanzamt für die Umsatzsteuer.
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Ein Interview: Steuergesetz 2018 – Interview mit Roger Gothmann von Taxdoo

http://bvoh.de/steuergesetz-2018-interview-mit-roger-gothmann-von-taxdoo/

Eine Pressemitteilung des Bundesverbandes Onlinehandel: BVOH warnt: Bundesregierung schaltet den Onlinehandel ab – Steuergesetz 2018

http://bvoh.de/bvoh-warnt-bundesregierung-schaltet-den-onlinehandel-ab-steuergesetz-2018/

Der Referentenentwurf: Jahressteuergesetz 2018 - Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/19_Legislaturperiode/Gesetze_Verordnungen/JStG-2018/0-Gesetz.html

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Der Referentenentwurf enthält noch diverse andere Punkte. Etwa Anpassungen an EU und EuGH-Recht, an die Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesfinanzhofs. Aber eben auch:

> Hervorzuheben sind folgende Regelungen:
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> Verhinderung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren auf elektronischen Marktplätzen im Internet (§§ 22f und 25e – neu – UStG)

Das sind Änderungen beim Umsatzsteuergesetz (UStG): "Besondere Pflichten für Betreiber eines elektronischen Marktplatzes". Der Betreiber ist verpflichtet, Steuernummer und Kontaktdaten des Händlers zu erfassen. Schon das setzt eine Registrierung des Händlers beim zuständigen Finanzamt voraus. Das machen derzeit sehr viele Händler bsp. aus China nicht.

Dann müssen die Auslieferungen, der Zielort und der Umsatz pro Händler erfasst werden. Händler, die nicht in der EU ansässig sind, müssen einen Empfangsbevollmächtigen nennen. Es gibt Vereinfachungen für Händler, die von ihrem Finanzamt eine Art Unbedenklichkeitsmitteilung bekommen können. Die Lieferdaten müssen dem Finanzamt auf Anforderung elektronisch übermittelt werden.

Der Marktplatzbetreiber haftet für nicht abgeführte Umsatzsteuer. Er haftet nicht, wenn er nachweisen kann, daß er keine Kenntnis davon hatte, daß der Händler seine steuerlichen Verpflichtungen nicht erfüllt. Hat der Händler aber keine Unbedenklichkeitsmitteilung abgegeben, ist von der Kenntnis des Marktplatzbetreibers auszugehen, also haftet dieser.

Bei Privatpersonen ist die Haftung des Marktplatzbetreibers reduziert. Das gilt wiederum nicht, wenn die Handelsmengen so groß sind, daß von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen ist.

Die obige Pressemitteilung wendet ein, daß das Gesetz womöglich erst im Spätherbst verabschiedet werden wird und daß dann etwa 200.000 Händler eine Unbedenklichkeitsbescheinigung bräuchten. Die Sorge (aus der PM)

> Mit anderen Worten, weit mehr als 200.000 Onlinehändler werden die Finanzämter in der geschäftlich heißesten Jahreszeit überrennen, und das wird die Behörden in der Jahresabschlussphase gewaltig überfordern.

halte ich allerdings für gewaltig übertrieben. Das dürften die Finanzämter größtenteils automatisch erledigen und verschicken.

> Um kein Risiko in Milliardenhöhe durch zu verauslagende Umsatzsteuerzahlungen einzugehen, müssten alle Marktplätze die Händler von ihren Plattformen verbannen, die noch keine Bescheinigung vorlegen können.

Das heißt praktisch: Die steuerehrlichen Händler bleiben, die bislang steuerunehrlichen werden gesperrt. Damit habe ich kein Problem, ganz im Gegenteil. Das

> Die Bundesregierung schaltet gewissermaßen den Onlinehandel pünktlich zum wichtigen Nach-Weihnachtsgeschäft ab.

ist schlichtweg falsch. Die verbleibenden Händler dürften sich über ein Mehrgeschäft freuen. Fast nicht verstehe ich den Hinweis, warum damit hoheitliche Aufgaben an die Marktplatzbetreiber abgegeben werden.

Laut einer Statistik gibt es in Deutschland über 100 Marktplätze, die von dieser Regelung betroffen sein dürften. Davon nur etwa eine Handvoll Marktplätze mit ausländischen Händlern, die bislang keine Umsatzsteuer abführen.

Die Sorgen erscheinen mir größtenteils übertrieben. Bei Inländern bzw. Personen mit Sitz in der EU wird es die Bescheinigung ziemlich pauschal geben. Jene ausländischen Händler, die sich bereits jetzt registriert haben, dürften die Bescheinigung ebenfalls eher problemlos erhalten. Und wenn die anderen Händler dann rausfliegen, dann wirkt das Gesetz.

Das Interview verdeutlicht einige Punkte genauer. An meiner grundsätzlichen Einschätzung ändert das allerdings nichts.

Sprich: Wenn das Gesetz tatsächlich so bis Ende des Jahres verabschiedet und mit Beginn 2019 in Kraft tritt, dann dürfte sich die Situation auf einigen der großen Marktplätzen deutlich ändern.

Mir ging da eher schon die deutlich weitergehende Lösung durch den Kopf: Der Marktplatz behält die Umsatzsteuer direkt ein und führt sie direkt ans Finanzamt ab. Schließlich finanziert sich der Marktplatz direkt über die Umsätze der Händler.

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