Tel Aviv Arcades - ein 116-Meter-Wohnturm in Tel Aviv aus modularen Torbögen und Terrassen - vom Architekturbüro Penda, angelehnt an den dort weitverbreiteten Bauhaus-Stil

03.07.2018 22:30:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin fehlen Wohnungen. Aber was wird gebaut? Meist langweilige Häuser, maximal 5 - 9 Stockwerke hoch.

Ganz anders geht das in Tel Aviv. Dort hat das in Salzburg und Beijing beheimatete Architekturbüro Penda ein Hochhaus geplant. Mit 116 Metern deutlich höher als die Berliner Traufhöhe. Und mit modularen Außenelementen: Torbögen und Terrassen. So daß sich eine extrem vielfältige Fassade ergibt. Und zu jeder Wohnung ein großer Balkon, der einerseits Platz für Pflanzen bietet. Andererseits - aufgrund des Klimas - teils vom Balkon drüber verschattet wird.
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Penda unveils designs for Tel Aviv tower wrapped in modular arcades

https://www.dezeen.com/2018/07/02/penda-tel-aviv-arcades-tower-architecture/

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In Tel Aviv gibt es viele Backsteingebäude. Ferner:

> Tel Aviv has the largest number of Bauhaus style buildings in the world, with over 4,000 buildings built in the German art school style as German-Jewish architects sought sanctuary in the city from persecution under the Nazis.

Dort gibt es die meisten Gebäude im Bauhaus-Stil auf der Welt, über 4000. Weil viele deutsch-jüdische Architekten Zuflucht vor dem Nationalsozialismus gesucht hatten.

Gegenüber der deutschen Bauhaus-Architektur gibt es ein paar Anpassungen, die mit dem dortigen Klima zusammenhängen.

Nicht unbedingt sehr große Fenster. Stattdessen lange Balkone, welche die darunterliegenden Balkone verschatten und von den Balkonen drüber ebenfalls verschattet werden.

Das modulare Modell ermöglicht es, daß die Konstruktionskosten minimiert werden können. Und daß diese ganzen Elemente vorgefertigt werden.

Chris Precht, der Co-Founder von Penda:

> "A high-rise shouldn't be an island in the city without any relation to its surrounding"

Ein hoher Wohnturm sollte keine Insel in der City sein, ohne jede Verbindung zu seiner Umgebung.

> "A glass tower is the formal illustration of an island without a connection. Its unsustainable in southern regions, it's a bad neighbour as it heats up its surrounding and it lacks a sense of identity"

Ein Glasturm wäre genau das: Eine Insel ohne Verbindung. Das sei unhaltbar in südlichen Regionen, eine schlechte Nachbarschaft. Ein Mangel an Identität.

Da fällt mir nur ein: Das gilt nicht nur für südliche Regionen, das gilt eigentlich auch bsp. in Berlin.

Zwei verschiedene Planvarianten für die Etagen stecken in dem Muster drin, das sich über die Stockwerke hinweg wiederholt. Auf den Außenflächen ergibt sich daraus dieses kachelartige Muster von kaskadenartigen Bögen. Die Terrassen gehen um jedes Apartment herum, mit schattigen und sonnigen Plätzen.

18 Stockwerke soll das Gebäude haben. Mit Apartments, die ein bis vier Schlafzimmer haben. Am Fuß des Turms gibt es ein Schwimmbad und eine Spa-Zone, ein Yoga-Studio und ein Restaurant im zweiten Stock. Der Baubeginn soll 2019 sein.

Wenn das schon in Tel Aviv auf modularen Elementen basiert, könnte man das ja auch so ähnlich in Berlin aufbauen.

Auf der Website von Penda

http://www.home-of-penda.com/

gibt es leider noch keine genaueren Informationen zu dem Projekt.

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