Forschung in Philadelphia: Umgestaltung verwaister Orte in der City in Grünflächen reduziert Depressionssymtome in der Umgebung - am stärksten bei Personen mit geringem Einkommen

25.07.2018 23:29:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Städten gibt es einerseits dicht bebaute Gegenden. Andererseits kann es immer wieder "verwaiste" Ecken geben, die keine richtigen Grünflächen sind, verwildern, aber auch nicht wirklich genutzt werden können.

Was passiert, wenn man sich solche verwaisten Stellen herauspickt und diese gezielt verschönert? So daß sie für ihre Umgebung nutzbar sind. Als "kleine Oasen"?

In Philadelphia hatten Forscher der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania 541 dieser "verlassenen Orte" ausgewählt. Die wurden in drei Gruppen aufgeteilt. In der ersten Gruppe wurde nichts geändert. In der zweiten Gruppe gab es "kleine Aufhübschungen", etwa das Entfernen von Müll. In der dritten Gruppe wurde die vorhandene Vegetation und alles weitere entfernt und neu gestaltet: Mit neuen Bäumen und neuem Gras.
.

A new study reveals that urban green spaces may be an antidote to depression

https://inhabitat.com/a-new-study-reveals-that-urban-green-spaces-may-be-an-antidote-to-depression/

Die Studie: Effect of Greening Vacant Land on Mental Health of Community-Dwelling Adults - A Cluster Randomized Trial

https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2688343

.

Die Kurzzusammenfassung:

> A recent study shows that symptoms of depression can be reduced for people who have access to green spaces. Researchers in Philadelphia transformed vacant lots in the city into green spaces and found that adults living near these newly planted areas reported decreased feelings of depression, with the biggest impact occurring in low-income neighborhoods.

Symptome von Depressionen lassen sich reduzieren, wenn Personen Zugang zu grünen Orten haben.

Eugenia South, eine der Co-Autoren:

> “There’s probably 40,000 of them in the city” she told NPR, “but they’re concentrated in certain sections of the city, and those areas tend to be in poorer neighborhoods.”

Über 40.000 davon gibt es, aber sie sind in einigen Gegenden der Stadt konzentriert, in denen Personen mit weniger Geld wohnen.

In dem Beitrag finden sich zwei Bilderfolgen: Davor, während der Umgestaltung und danach.

> “We found a significant reduction in the amount of people who were feeling depressed”

Die Wirkung war teilweise sehr deutlich:

> Low-income neighborhoods showed as high as a 27.5 percent reduction in depression rates. South said, “In the areas that had been greened, I found that people had reduced heart rates when they walked past those spaces.”

Andere Forscher bezeichneten das Experiment als innovativ. Bisherige Studien seien immer nur beobachtend gewesen. Diese Studie habe dagegen direkte Tests durchgeführt, indem die einzelnen Grundstücke umgestaltet wurden.

Parallele Studien ergaben, daß auch die Kriminalität zurückging und es zu mehr "Community Interaktionen" kam. Das zeige,

> that green spaces are a low-cost answer to improving many facets of a community’s well-being, now including mental health.

Hier in Berlin ist das eher alltäglich sichtbar. Sind Grünflächen wie der Volkspark Friedrichshain auch nur einigermaßen gepflegt, werden sie von der Bevölkerung genutzt.

Ärgerlich sind dagegen die immer wieder zu findenden leerstehenden Gebäude, die sich negativ auf die ganze Umgebung auswirken. So steht seit Jahren das Haus der Statistik direkt am Alexanderplatz leer. Und strahlt in seiner Schmuddeligkeit auf die ganze Umgebung aus. Dabei handelt es sich um staatliche Grundstücke bzw. Bauwerke.

*
* (wird nicht angezeigt)
Die Erläuterungen zum Datenschutz habe ich gelesen und stimme diesen zu.