Intelhorce - la catedral del textil in Malaga - abandoned Factory renovated and repurposed - verfallene Textilfabrik mit Sägezahndach wurde renoviert und zu neuem Leben erweckt - von System Arquitectura

03.08.2018 23:42:55, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Problem gibt es weltweit: Gebäude, die vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten relevant waren. Dann standen sie lange leer. Womöglich hat sich die Wirtschaft in der Gegend komplett geändert. Was macht man damit?

Teils sind die Gebäude so aufwendig erbaut worden, daß auch ein Abriß mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Damit stellt sich die Frage: Kann man das "alte Gebäude" auch so erhalten, daß die Grundstruktur, insbesondere die tragenden Elemente, erhalten bleiben? Und das Gebäude so zu neuem Leben erweckt wird?

In Malaga gibt es das große Intelhorce - Gelände. Ein großes Textilunternehmen, das bis zum Jahr 1963 diverse Gebäude fertigstellte. Darunter eine große Fabrik. Damals spielte das Unternehmen eine wichtige Rolle, um die regionale Wirtschaft umzugestalten. Aber am Ende des 20. Jahrhunderts wurden die dortigen Produktionsstätten aufgegeben, der Komplex stand leer.

Die meisten Gebäude sind inzwischen abgerissen. Eine sehr große Produktionshalle wurde jedoch renoviert und steht nun für neue Nutzungen zur Verfügung.
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an abandoned factory in southern spain is brought to life by system arquitectura

https://www.designboom.com/architecture/system-arquitectura-intelhorce-factory-08-02-18/

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Wenn man bei Google-Maps nach

Intelhorce Malaga

Intelhorce, Málaga, Provinz Málaga, Spanien

sucht, dann sieht man das Dach des nun renovierten Gebäudes. Daneben 6 Flächen, auf denen wohl Gebäude standen, die inzwischen aber abgerissen wurden. Das sieht danach aus, als ob damals die Fertigungsanlagen direkt neben neuen Wohnanlagen errichtet wurden. Industrial Intelhorce, dann eine Straße, dann Intelhorce.

Die Produktionshalle besteht aus diversen, mächtigen Y-förmigen Pfeilern aus Beton. Diese tragen Betonschienen, die von unten wie Gleiskörper einer Hochbahn wirken. Sie verlaufen ungefähr in Ost-West-Richtung. Die Betonschienen tragen die Dachelemente. Diese bestehen nach Süden hin aus einem geschlossenen Viertelkreis. Nach Norden hin sind das lauter Einzelstreben, durch die Licht fällt. Die Anordnung und Ausrichtung sieht man bei Google-Maps, wenn man sich ranzoomt. Insgesamt ergibt sich damit ein Dach mit einem Sägezahn-Muster / sawtooth enclosure.

Die Elemente wurden damals wohl an anderer Stelle vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt.

Die Renovierung behält die grundsätzliche Struktur bei: Die sehr lichte Dachkonstruktion, die Y-förmigen massiven Betonpfeiler, die "Schienen" und die Dachkonstruktion.

Die ursprünglichen Betonflächen zwischen den Dachbögen, die für die Geschlossenheit in Richtung Süden sorgten, wurden wohl komplett herausgebrochen. Auf einem Bild sieht man, wie ein Spezialbagger sich Strebe um Strebe vorarbeitet. Ein später aufgenommenes Bild zeigt die Sägezahn-Elemente ohne Zwischenelemente. Dann wurden aber neue Elemente eingesetzt, so daß der Wechsel zwischen geschlossenen Viertelbögen und lichtdurchlässigen Schrägen wiederhergestellt wurde.

Die Außenfassade wurde mit neuen, gefalteten Elementen gestaltet, die wie Stoffstücke wirken.

Bei System Arquitectura findet sich leider auf der eigentlichen Website nichts. Lediglich ein Blogbeitrag

Intelhorce: la catedral del textil

https://blog.systemarquitectura.com/20180411-IntelhorceLaCatedralDelTextil

enthält zwei Bilder vor der Renovierung.

Angesichts der massiven - und bis heute tragfähigen - Betonstruktur wären Komplettabriss, Entsorgung und Neubau wohl teurer geworden. So bleibt die damalige Grundstruktur des Gebäudes erhalten. Und kann nun für neue Zwecke genutzt werden.

Das Ergebnis ist ein sehr helles und lichtes Gebäude. Das in seinen ursprünglichen Dimensionen wiederauferstanden ist.

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