The Eysturkommuna Town Hall on the Faroe Islands - das Gemeindehaus und Rathaus, das einen Fluss auf den Färöer-Inseln überbrückt und begehbar ist - von Henning Larsen

05.08.2018 23:53:02, Jürgen Auer, keine Kommentare


Hier in Berlin mag es ja manchmal die unmöglichsten Gebäude geben. Hingeklatscht, häßlich oder zerfallend. Aber zwei Straßen weiter ist das Gebäude schon aus dem Blickfeld geraten. Weil man es gar nicht mehr sieht.

Ganz anders sieht das auf dem Land aus. Wo einzelne Gebäude die Landschaft deutlich stärker prägen können. Besonders gilt das, wenn es nur ziemlich wenige Häuser gibt. Und wenn es sich um eine Insel hoch im Norden handelt.

Die Eysturkommuna entstand 2009 durch die Zusammenlegung von vier kleinen Gemeinden auf den Färöer-Inseln:

Die Orte: Leirvík (876), Norðragøta (609), Syðrugøta (417), Gøtugjógv (43) und Gøtueiði (32). In Klammern - die Zahl der Einwohner.

Dort wurde ein Gemeindezentrum und Rathaus neu gebaut. Das die Mündung eines kleinen Flusses überspannt. Das Gemeindezentrum liegt ganz auf der Gemarkung von Norðragøta, der Fluß geht da mitten durch. Gøtugjógv und Syðrugøta folgen im Süden, wenn man der Küste folgt. Leirvík liegt nordöstlich von Norðragøta auf der anderen Seite einer Erhebung.
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Henning Larsen builds town hall that bridges a river on the Faroe Islands

https://www.dezeen.com/2018/08/03/henning-larsen-faroe-islands-eysturkommuna-town-hall-architecture/

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Bei Google-Maps wird das Gemeindehaus grade noch im Bau angezeigt. Die Struktur steht bereits. Das Dach ist noch unvollständig.

Norðragøta Färöer

Das eingeschossige Gebäude enthält sowohl Büroräume für Mitarbeiter als auch größere Versammlungsräume. Auf beiden Seiten jeweils mit großen Fenstern mit Blick nach draußen. Der Rathaussaal ist direkt über dem Wasser angesiedelt.

Fußgänger können über das langgestreckte, mit Gras bepflanzte Dach den Fluß überqueren.

Das Design stammt von Ósbjørn Jacobsen, dem Partner von Henning Larsen auf den Färöer-Inseln.

> "Many contemporary contributions to Faroese architecture directly copy elements from traditional buildings," said Jacobsen.
> "I find it much more interesting to look into the underlying thoughts of traditional buildings."

Diverse Anleihen an die Färöer-Architektur würden direkt kopieren. Er findet es sehr viel interessanter, sich die "darunterliegende Struktur" traditioneller Gebäude anzusehen und sich diese als Vorbild zu nehmen.

Ein zentrales Thema der Architektur sei die unscharfe Grenze zwischen der Natur und den Gebäuden. Daß der Zuschauer nicht wisse, wo das Gebäude endet und wo die Natur beginnt.

> "The primary conceptual idea behind the design of the town hall is driven by the notion of this fleeting line between landscape and building. I believe that could be one way to approach modern Faroese architecture."

Wenn man sich durch die Bilder in dem Beitrag klickt, gibt es auch Pläne. Diese zeigen, daß es teilweise über dem Erdgeschoss noch eine zweite Ebene gibt, die für die Haustechnik genutzt wird. Das beschränkt sich aber auf einen Teil unter der Dachfirst-Kante. So daß Räume links und rechts davon höher sind, weil sie die gesamte Höhe ausfüllen.

Auf manchen der Bilder muß man die Town Hall geradezu suchen. So perfekt schmiegt sie sich in die Landschaft ein.

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