The Floating Island - ein schwimmender Pavillon auf einem Kanal in Brügge - zur Triennale Brugge 2018 - von OBBA und Dertien12

09.08.2018 23:09:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Brügge hat viele Kanäle und wird manchmal auch als das "Venedig des Nordens" bezeichnet. Die historische Struktur stammt größtenteils noch aus dem Mittelalter. Der mittelalterliche Stadtkern ist seit dem Jahr 2000 Weltkulturerbe.

Aber: Die Kanäle sind ja - noch dazu bei den aktuellen Temperaturen - sehr angenehm. Nur hat nicht jeder ein Boot.

Zur Triennale Brugge 2018 haben deshalb OBBA und Dertien12 einen Pavillon entwickelt, der nun auf einem Kanal fest anliegt. Der aber die Kanalfläche auf eine ganz neue Art und Weise nutzbar macht.
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The Floating Island / OBBA & Dertien12

https://www.archdaily.com/899820/the-floating-island-obba-and-dertien12

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Der Kanal wird von den Architekten als das einzigartige Element bezeichnet, das typisch für Brügge sei.

Eigentlich ist das ganz einfach: Eine schlangenförmige Struktur, ein Metallgestänge, drüber Holzplatten, drunter Potons. Auf diesen schwimmt der Pavillon auf dem Kanal, ist aber durch zwei Wege vom Ufer her zugänglich.

Und dann gibt es ein Band, das auf diversen weißen Pfosten in einer Höhe von vielleicht 2 Metern läuft. Von diesem hängen weiße Schnüre bis nach unten. Oder sind an einer Stelle schräg gespannt, so daß Kinder dort klettern können.

An einer Stelle ist auch das Wasser mit so einem Gitter überspannt, so daß sich eine Art "Hängematte über dem Wasser" ergibt, die von vielen Personen gleichzeitig genutzt werden kann.

Die Wirkung: Das dürfte natürlich ständig wackeln, wenn man sich auf diesem Pavillon bewegt. Oder man setzt sich ruhig hin, womöglich mit den Beinen direkt ins Wasser. Und spürt das Schaukeln. Der eigentliche Rand zum Wasser ist nicht abgegrenzt.

Durch diese weißen, beweglichen Schnüre ergibt sich ein verblüffender Effekt: Das ist offen und geschlossen - gleichzeitig. Man kann sich ans Wasser setzen. Dann grenzt der Vorhang einen nach hinten hin ab. Oder man beobachtet, wie der Wind mit dem Vorhang spielt. Oder man liest ein Buch.

Auf der Triennale-Seite:

THE INSTALLATION - THE FLOATING ISLAND

https://triennalebrugge.be/en/installation/obba-the-floating-island

Eigentlich ist die Idee als Einmal-Pavillon viel zu schade. Stellt man sich das allerdings in einer Stadt wie Berlin als Dauereinrichtung vor, dann bestünde hier schnell das Risiko, daß zu viele Leute gleichzeitig drauf wollen. Oder daß der Besucheransturm so heftig wird, daß diese "luftig-leichte Struktur" Schaden nimmt. Insofern müßte ein regelmäßiger Wartungsaufwand eingeplant werden.

Laut

BRUGGE TRIENNALE 2018 - THE FLOATING ISLAND

http://www.o-bba.com/projects/38

ist der Pavillon noch bis zum 16.09.2018 zugänglich.

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