Breath Marks - Transforming a waste Incinerator into a public Art Project - eine unbrauchbare Müllverbrennungsanlage wird zum lokalen Treffpunkt - in Doksan-dong, Geumcheon-gu in Seoul - von Urban Society

16.08.2018 23:48:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine alte, kleine gemauerte Müllverbrennungsanlage. Die aus bräunlichen Backsteinen besteht, natürlich verrußt und dreckig ist und die in Doksan-dong im Stadtteil Geumcheon-gu in Seoul zu finden ist. In den 1980ern erbaut, ab den 1990ern als Warenlager verwendet. Was macht man damit?

Das Architekturstudio Urban Society hat daraus ein kleines Schmuckstück gemacht. Es wurden 3000 Kacheln erstellt, in einer Größe von 15 x 15 Zentimetern. Da durfte wohl, wenn ich das richtig verstanden habe, diverse Schüler der nahegelegenen Grundschule und andere Bewohner aus der Umgebung, mal kräftig pusten. So daß die blaue Farbe individuell auf der einzelnen Kachel verteilt wurde, damit 3000 Kacheln entstanden, die alle unterschiedlich aussehen.

Damit wurde die ehemalige Müllverbrennungsanlage außen komplett und innen teilweise gekachelt.

So daß es nun einen kleinen Treffpunkt für die dortige Bevölkerung gibt.
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urban society transforms a waste incinerator with tiles bearing the breath of local residents

https://www.designboom.com/architecture/urban-society-waste-incinerator-public-art-tiles-breath-seoul-08-16-2018/

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Das Ziel:

> the goal of the proposal is to provide a safe and clean environment for students, parents, and local residents, creating a cultural space which the school and the community can both share.

Eine sichere und saubere Umgebung für Studenten, Eltern und lokale Bewohner, ein kultureller Ort, den sich die Schule und die Bevölkerung teilen können.

Ganz unten findet man in dem obigen Beitrag ein Bild, wie die Müllverbrennungsanlage davor ausgesehen hat. Ein unwirtlicher Ort, an dem sich wohl niemand freiwillig aufhalten wollte.

Die Bilder gibt es nochmals in einem etwas größeren Format auf der Seite des Studios:

Breath marks

http://urbansociety.co.kr/item-detail.html?id=47#1

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Allerdings fehlt dort eine englische Variante. Wenn man sich die Texte mit Google-Translate übersetzt: Der Zugang zu der ehemaligen Müllverbrennungsanlage erfolgt vom Schulhof her. Der Raum ist also von außen her nicht direkt erreichbar. Man muß erst durch ein abschließbares Tor durch, um den Raum betreten zu können.

Zwei Wände schließen am öffentlichen Straßenraum an. Die zusätzliche Mauer, die einen überdachten Platz bis zum öffentlichen Raum schaffte, wurde abgerissen. Damit wurde der öffentlich zugängliche Raum an dieser Stelle etwas erweitert. Damit steht dort auch für das Überqueren der Straße mehr Platz zur Verfügung.

Ferner wurde eine Umfrage gemacht. Was wünschen sich Anwohner für die Gegend? Da wurden etwa 300 Personen befragt. 12 % wollten einen Raum zum Entspannen. 81 % waren an einem sauberen und sicheren Platz interessiert. 7 % wollten einen Raum, um sich über lokale Dinge austauschen zu können.

Die Wirkung auf die Umgebung dürfte ziemlich massiv sein: Davor eine unansehnliche Ecke. Nun ein hell erleuchtetes Schmuckstück, das man gerne aufsucht. Hinzu haben sich all jene Personen, deren Atem genutzt wurde, um die Kacheln zu erstellen, da selbst verewigt.

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