Oasia Hotel Downtown in Singapur - 30-stöckiges Green Building im tropischen Klima mit pflanzenbehangener Gitterfassade wird allmählich grün - von Woha Architects

30.08.2018 23:54:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie baut man in den Tropen ein Hochhaus? Aus Stahl und Glas, so wie in Europa und Nordamerika? Da läuft man Gefahr, daß sich das Gebäude ständig aufheizt.

In Singapur hatten deshalb Woha Architects für das Oasia Hotel, ein 30-stöckiges Hochhaus, eine Fassade entworfen, die aus rötlichen Gitterelementen besteht. Und die schrittweise mit Grünpflanzen zuwachsen soll. Da gab es vor etwa 1,5 Jahren einen Bericht bei Inhabitat darüber.

Inzwischen ist die Fassade teilweise schon zugewachsen.
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New images show greenery engulfing Singapore’s tropical skyscraper

https://inhabitat.com/new-images-show-greenery-engulfing-singapores-tropical-skyscraper/

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Innen setzt sich diese Mischung aus "Innen und Außen" fort. Auf dem Dach gibt es einen großen Sky-Garden, der Pools und Bäume enthält. Die eigentliche Dachfläche ist nicht "am Dach". Stattdessen geht die Außenfassade mitsamt dem Pflanzenwuchs noch deutlich über den Sky Garden hinaus, so daß dieser verschattet wird.

Die Fassade besteht aus rotem, maschenartig angeordnetem Aluminium. Mehr als 20 verschiedene Arten von Schlingpflanzen und Rankengewächsen / Reben bevölkern die Fassade. Die Pflanzen wurden auch danach ausgesucht, daß sie pflegeleicht sind und daß sie starke Winde vertragen.

Das Gebäude ist etwa 600 Fuß hoch (182 Meter). Drei massive Veranden gibt es im 6., 12. und 21. Stockwerk. Eine luxuriöse Dachterrasse gibt es im Stock 27.

Von dort geht die Außenkonstruktion noch um 10 Stockwerke nach oben. Die Dachterrasse wirkt damit wie eine versteckte Oase.

Auf der Seite von Woha

Oasia Hotel Downtown

http://www.woha.net/#Oasia-Hotel-Downtown

gibt es diverse Nahaufnahmen des Gitters. Da sieht man auch, daß die Gitterfarbe teils einheitlich rot ist. Teils sind das senkrechte Streifen mit sehr unterschiedlichen Rottönen.

In dem Beitrag vom 08.12.2016

This plant-covered Singapore skyscraper is the tropical building of the future

https://inhabitat.com/this-plant-covered-singapore-skyscraper-could-be-the-tropical-building-of-the-future/

ist die Rede davon, daß das Gebäude ein Modell für Hochhäuser in den Tropen sein könnte. Da die vielen Pflanzen für eine natürliche Kühlung sorgen.

Den Auftraggebern sei es noch nicht mal so um ein besonders ökologisches Gebäude gegangen. Sie wollten einfach nur ein umwerfendes Gebäude. Aber Richard Hassell, einer der Woha-Mitgründer, meint, daß das Gebäude deutlich weniger Energie verbrauchen dürfte. Und:

> “What’s interesting is the emotional appeal it has for people all over the world…Examining the central business districts of so many cities is like looking at the moon from the Earth; one is filled with life, the other is just this collection of dead stone. With Oasia, we’ve seen so many birds and insects flying around the building. People respond so well to seeing a hummingbird flying right outside their office window.”

Die zentralen Geschäftsbezirke in Großstädten: Sie sehen aus wie der Mond von der Erde. Die einen sind voller Leben, die anderen sind nur Ansammlungen toter Steine. Beim Oasia-Hotel sehen wir so viele Vögel und Insekten rund um das Gebäude. Personen reagieren positiv darauf, wenn sie einen Kolibri außerhalb des Office-Fensters sehen.

Wohl wahr. Wenn man auf den Bildern direkt daneben die steinern-gläsernen Klötze sieht: Wo wollen Leute wohl eher arbeiten?

Leider ist das nur ein Hotel. Das müßten Büroarbeitsplätze sein. Und das sollten sich mal andere Städte als Vorbild nehmen.

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