Porcelain Bowls created with Balloons - feingliedrige Porzellan-Schalen, die mit Luftballons erzeugt werden - die Porzellan-Kunstwerke von Guy Van Leemput

04.09.2018 23:56:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Porzellan-Schalen dürften die meisten Leute an einfarbige, glatte und relativ massive Gegenstände denken. Der in Belgien lebende Porzellankünstler Guy Van Leemput hat jedoch eine ganz eigene Technik entwickelt, um Porzellankunstwerke herzustellen.

Er startet mit einem Luftballon. Auf diesen legt er erste kleine Stücke aus Porzellan-Rohmasse auf. Etwa schnurartige kleine Stücke, die er zu Kreisen formt. Das wird mit Porzellan-Rohmasse verstrichen. Nach einem gewissen Trocknen wird der Ballon angestochen, schrumpft und wird herausgezogen.

Schließlich wird der so erzeugte Rohling gebrannt.
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Bilder bei Fubiz: Porcelain Bowls Made with Balloons

http://www.fubiz.net/en/2018/09/03/porcelain-bowls-made-with-balloons-2/

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Diverse weitere Bilder gibt es auf der Website:

Guy Van Leemput (Belgien)

http://www.guyvanleemput.be/

Dort ist auch ein Video von 2016 verlinkt, das den gesamten Prozess der Herstellung zeigt.

Guy Van Leemput - ondersteboven van porselein - topsy-turvy porcelain (14:52):

https://www.youtube.com/watch?v=hdVgmuvUgjk

> Decoration techniques: Guy Van Leemput shows how he makes a porcelain bowl and fires it upside down.
> Video made for the June 2016 issue of the Dutch digital ceramics magazine 'de kleine K'.

Da sieht man wesentliche Teile der Herstellung einer kleinen Porzellanschüssel. Erst wird der Luftballon aufgeblasen. Dann werden die einzelnen Elemente - teils flächig, teils kleine Porzellanschnüre, die zu Kreisen geformt werden - aufgelegt und mit Inhalt gefüllt.

Das "Zerstören des Luftballons" geschieht sehr vorsichtig. Der wird mit einer eher dicken Nadel angestochen, so daß er nicht reißt, sondern durch Hochziehen die Luft kontrolliert entweichen kann. Anschließend wird der Rohling von innen her behandelt, so daß kleine Löcher, die nun sichtbar sind, mit Porzellanmasse verschlossen werden.

Der Rohling wird schließlich sehr vorsichtig auf einen Ständer gesetzt und ebenso vorsichtig zum Brennofen getragen und dort eingestellt.

Der Brennofen sieht nach einer Eigenkonstruktion aus. Die Frontseite besteht aus diversen einzelnen, nummerierten Steinen, die passend übereinandergeschichtet werden. So daß nach dem Brennen diese Steine der Reihe nach herausgenommen werden und den Blick auf das Ergebnis ermöglichen.

Das Ergebnis ist - wie bei Porzellan üblich - geschrumpft.

Wenn man - mit diesem Video im Hinterkopf - sich nochmals die Porzellanschalen auf der Website ansieht: Dann ist die Außenstruktur dieser Beispielschale eher einfach.

Die "großen Schalen" auf der Website haben sehr einheitliche Strukturen. Muster, die sich gleichförmig über die gesamte Schale ziehen.

Technisch dürfte für die Erstellung einer Schale nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen. Ein Luftballon verliert mit der Zeit Luft, damit schrumpft die Hülle. Die Idee muß also im Vorfeld festgelegt werden, so daß die benötigten Elemente aus der Porzellan-Rohmasse ebenfalls vorgefertigt werden können. Diese müssen zügig auf die "kugelförmige Leinwand" aufgebracht werden.

Die Website enthält die Porzellanarbeiten sortiert nach Jahren. Wenn man sich von 2013 bis 2018 durchklickt, dann sieht es fast so aus, als ob in diesem Zeitraum die Schalen komplexer und gleichmäßiger geworden seien. Weil der Künstler mehr Erfahrung gesammelt hat und damit schneller geworden ist. So daß der Luftballon seine Form besser bewahrt hat.

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