Starbucks eröffnet in Mailand opulente erste Filiale in Italien - weltweit grösste Kaffeekette wagt den Schritt in das Land mit einer langen Kaffeekultur - Design als Lockmittel für Kunden

11.09.2018 23:48:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den USA ist Starbucks, 1971 gegründet, seit 1982 ein wachsendes Unternehmen. Erst wurden Kaffeebohnen gekauft und weiterverkauft. Dann kamen Vor-Ort-Kaffeegeschäfte dazu. 1989 gab es 55 Filialen, vorrangig an der US-Westküste. Nach dem Börsengang 1992 waren es 272 Standorte. Ein paar Jahre später bereits 676 US-weit. Ab 1996 begann die weltweite Expansion. 2001/2002 folgten die Schweiz und Österreich, dann Deutschland.

Um ein Land machte Starbucks aber lange einen Bogen: Um Italien. Da gibt es eine lange Kaffeetradition. Da ist der Einstieg besonders herausfordernd.

Aber: Das hat sich nun geändert. In Amsterdam gab es schon seit 2003 eine eigene Rösterei. Nun ist in Mailand eine zweite dazugekommen. Die gleichzeitig die erste italienische Filiale ist. Und die eine beeindruckende Architektur hat.
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Starbucks Uses Opulent Design to Attract Coffee Lovers to Its First Italian Store

https://mymodernmet.com/starbucks-milan-opening/

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In einem historischen Gebäude, das ursprünglich einmal von der Post genutzt wurde, entstand eine 2.300 Quadratmeter große Filiale.

> “Designed as an homage to the Italian espresso culture that inspired Howard Schultz 35 years ago to create the Starbucks Experience, the 2,300-square-meter (25,000 sq. ft.) Reserve Roastery showcases the theatre of coffee roasting, brewing, and mixology in the epicenter of fashion and culture.”

Die italienische Espresso-Kultur hatte Howard Schultz Jahrzehnte zuvor inspiriert. Nun können Kunden dem Schauspiel der Kaffeeröstung, des Brühens und des Mischens direkt zusehen.

Es gibt diverse raumhohe Maschinen, die aber keine Museumsstücke sind, sondern genutzt werden. Ein Unterschied zu Starbucks in den USA: In Italien haben die meisten Bars steinerne Theken und Küchenarbeitsflächen. Das ist auch in der Mailänder Filiale so. Marmor aus Calacatta wird durchgehend verwendet. In den Marmortheken gibt es ein verborgenes Heizsystem, so daß das nicht zu kühl ist.

Der Boden ist von lokalen Kunsthandwerkern gemacht. Ein traditionelles Boden-Mosaik.

Dann gibt es viel aus Bronze. An der Decke Rohrschlangen, die Theke hat einen hölzernen Unterbau. Die Rösterei ist direkt in den Raum integriert. Das ist erst die dritte Filiale, die eine integrierte Rösterei hat.

Integriert ist auch eine Bar, in der es Cocktails und etwas zu essen gibt. Ein Bäcker bietet Brot, Pizza und Süßwaren an.

Am 07.09 wurde die Filiale eröffnet. Seither gibt es immer wieder Warteschlangen um den Block, weil der Andrang so groß ist. Es gibt aber Konflikte, weil Starbucks im Vergleich zu italienischen Anbietern wohl relativ teuer ist. In Italien gibt es guten Cappuccino für 1,20 Dollar (umgerechnet).

Auf Twitter

https://twitter.com/tictoc/status/1037722184402313217

gibt es ein kleines Video mit Befragungen von Gästen und wohl von Mitarbeitern.

Bei Architecuraldigest:

Starbucks Uses Design to Entice Coffee Lovers in Milan

https://www.architecturaldigest.com/story/starbucks-roastery-milan-design

Da wird das erläutert: In den USA wird meist warmes Holz für die Theken genutzt. In Italien ist Marmor üblich. Also wird der eben beheizt.

In Chicago und New York sollen in Kürze ebenfalls Filialen mit eigener Rösterei eröffnen.

Mal sehen, ob sich die Mailänder Filiale längerfristig halten kann. Da sie in der Nähe des Mailänder Doms ist, ist es natürlich auch denkbar, daß sie weniger von Italienern, mehr von Touristen genutzt wird.

Die am Anfang genannten Daten stammen aus dem Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Starbucks .

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