First Ocean going Solar Yacht - erste ozeangängige Solar Yacht (78 Fuss, 23,7 Meter) kann die Welt umrunden, ohne nachtanken zu müssen - von Solar Impact - Schweiz

19.09.2018 23:55:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einmal auf den Ozeanen um die Welt touren? Und das, ohne Benzin oder Diesel nachtanken zu müssen? Das schweizerische Unternehmen Solar Impact hat nun eine Yacht entwickelt, mit der das möglich ist.

Eine Länge von 23,7 Metern, 300 Quadratmeter Solarpaneele, 70 Tonnen Gewicht.
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world's first ocean-going solar yacht can cruise the globe with no need for a fuel stop

https://www.designboom.com/technology/worlds-first-ocean-going-solar-yacht-solar-impact-09-18-2018/

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320 kWh Strom können an einem sonnigen Tag produziert werden, eine 800 kWh - Batterie dient zur Speicherung. Die reicht für 10 Stunden ohne Sonne. Die Maximalgeschwindigkeit: 22 Knoten.

Allerdings scheinen die Macher ihrer eigenen Entwicklung nicht so ganz zu trauen: Es gibt ein Paar von 65 kW - Diesel, die an wolkigen Tagen als Backup-Antrieb genutzt werden können.

Steuern läßt sich die Yacht von einer Person. Im Normalfall dürfte die Steuerung aber automatisch erfolgen.

Der Rumpf besteht aus zwei torpedoförmigen Stücken, die für den Auftrieb sorgen. Das führt dazu, daß die Yacht auch bei hohen Wellen relativ ruhig im Wasser liegt.

Unter

https://www.solarimpact-yacht.com/tours/SIYVR/

gibt es ein 3D - Modell, das es einigermaßen ermöglicht, sich die Yacht anzusehen.

Ein 15 - Sekunden - Video

https://www.youtube.com/watch?v=wFPDQmtBLSU

scheint zu zeigen, daß auch an den Seitenflächen Solarpaneele befestigt sind. In der Nacht sind diese heruntergeklappt. Am Morgen werden sie aufgeklappt und sorgen für eine zusätzliche Stromgewinnung.

Unter

https://www.solarimpact-yacht.com/

gibt es weitere Informationen. Demnach gab es zwei wesentliche Designziele:

> The innovative solar yacht glides almost silently and without swaying - even over waves several metres high.

Die Yacht ist leise, da im Normalbetrieb nur Solarstrom verwendet wird. Und sie schwimmt ohne Schwankungen, auch dann, wenn es mehrere Meter hohe Wellen gibt.

Das liegt an den beiden torpedoförmigen Stücken und dem SWATH - Prinzip:

> This achieves a physical shaft decoupling that reduces the rolling and heeling of the yacht by up to 90 percent.

Die sollen die Bewegungen der Yacht um bis zu 90 % reduzieren.

Unter

Autonomy

https://www.solarimpact-yacht.com/the-yacht/autonomy

findet sich eine Grafik zur Reichweite: Wenn man mit 5 Knoten im "ECO Mode" fährt, dann ist die Reichweite praktisch unbegrenzt, weil dann der Antrieb relativ wenig Strom benötigt. Im "Travel Mode" kommt man etwa 360 Seemeilen weit. Im Cruising Mode schafft man nur noch 110 Seemeilen. Und im "Speed Mode" mit Höchstgeschwindigkeit reicht der Saft nur noch für 17 Seemeilen.

Querschnittsskizzen finden sich unter

Specification

https://www.solarimpact-yacht.com/the-yacht/specification

Demnach gibt es vier Doppelkabinen, eine große Master-Kabine und eine Kabine für die Besatzung. Wobei alle Kabinen in der untersten Ebene angesiedelt sind, die Master-Kabine ist vorne. Hinten scheint es noch einen größeren Raum zu geben. Die Hauptebene hat im wesentlichen einen großen Raum.

Unter

The Technology

https://www.solarimpact-yacht.com/the-technology

finden sich nochmals einige weitere Daten. Demnach beträgt die gesamte Wohnfläche 220 Quadratmeter. Davon entfallen 100 Quadratmeter auf den großen Saloon im Obergeschoß.

Da ist auch das SWATH-Prinzip näher erläutert. Bei einem normalen Boot ragt der untere Teil des Bootes spitzförmig ins Wasser. Bei einem Katamaran verteilt sich das auf zwei Teile. Bei SWATH gibt es dagegen zwei torpedoförmige Elemente, die aber erst deutlich unterhalb der Wasseroberfläche beginnen. Die Wirkung:

Ein klassisches Schiff kippt bei einer Welle von 6 Fuß in einen Winkel von 63°, abweichend von dem rechten Winkel von 90°. Der Katamaran kippt auf 70°, weil etwas durch die Katamaran-Struktur abgepuffert wird. Ein SWATH-Boot kippt dagegen nur auf 87°. Der Effekt ist, daß das Risiko, seekrank zu werden, bei so einer Yacht bedeutend geringer ist.

Das sind damit zwei Techniken: Zum einen die Solartechnik als "geräuschloser Antrieb". Zum anderen eine Technik mit sehr tiefliegenden Teilen, die für den Auftrieb sorgen und die "auf Abstand" mit dem Oberdeck gekoppelt sind. So daß sich die Wellen zwischen den beiden Torpedos austoben können.

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