Rock Print Pavilion built by a construction robot using loose stones and string - Konstruktionsroboter baut Pavillon aus losen Steinen und Schnüren - von der ETH Zürich im Gewerbemuseum Winterthur

03.10.2018 23:51:55, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann man aus losen Steinen und einer Endlos-Schnur eine Säule bauen? Die nun sogar durchaus tragfähig ist? Eine verblüffende Entwicklung gibt es an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, die aktuell vom morgigen 04.10.2018 bis zum 04.11.2018 im Gewerbemuseum Winterthur zu besichtigen ist. Dort läuft aktuell eine Ausstellung "Hello, Robot. Design between human and machine".

Die vom Konstruktionsroboter gebauten Säulen bestehen aus diversen Schichten einer Endlosschnur, die einfach in feinen Schleifen zunächst auf den Boden, dann auf die einzelnen Steinschichten gelegt werden. Die Steine sind kleine Steine, die wohl auch als Bruchmaterial von Abrißarbeiten anfallen könnten. Unregelmäßig geformt, teils relativ scharf- und spitzkantig.
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construction robot builds 'rock print pavilion' using loose stones and string

https://www.designboom.com/architecture/eth-zurich-rock-print-pavilion-gewerbemuseum-winterthur-10-03-2018/

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Der Roboter arbeitete 4 Wochen an insgesamt 11 Drei-Meter-Säulen. Verbaut wurden wohl 30 Tonnen Steine und 120 Kilometer Schnur. Etwas unklar ist, ob später tatsächlich das 8-Tonnen-Stahldach auf diese Säulen abgesenkt werden soll. Aktuell gibt es noch eine Lücke zwischen Säulenspitze und Pavillon-Dach.

Ausgangspunkt ist ein Forschungsprojekt, das an der ETH läuft: "Design and robotic fabrication of jammed architectural structures".

Simple, lose und granulare Ausgangsmaterialien: Wie lassen sich diese nutzen? Die Steine sollen sich gegenseitig verklemmen, so daß deshalb die Säule stabil ist.

Das Recycling ist einfach - man muß nur die Schnur wieder aufwickeln, dann zerbröselt die ganze Säule, das Material kann an anderer Stelle wiederverwendet werden.

Auf der Seite vom Gewerbemuseum

Thu 04.10.18 – Sun 04.11.18 - Rock Print Pavilion

https://www.gewerbemuseum.ch/en/exhibitions/rock-print-pavilion

finden sich leider keine weitergehenden Informationen. Lediglich der Hinweis, daß das im Freien, auf dem Kirchplatz vor dem Gewerbemuseum zu sehen ist.

Weitergehende Hinweise finden sich auf der Unterseite des Forschungsprojektes:

Design and Robotic Fabrication of Jammed Architectural Structures, ETH Zurich, 2015-2019 - ETH Zurich Research Grant project

http://gramaziokohler.arch.ethz.ch/web/e/forschung/275.html

Die "Jamming" - Technik des Ineinander-Verklemmens wird normalerweise eher im Mikro-Bereich genutzt. Hier geht es dagegen darum, das im Makro-Bereich mit kleinen Steinen einzusetzen.

Ein dort eingebundenes Video von Vimeo (November 2017)

Rock Print: A Manistone

https://vimeo.com/238725946

zeigt sowohl den Aufbau als auch den späteren "Abbruch" einer solchen Säule.

Man sieht sehr schön, daß einfach eine Lage Schnüre auf den Boden gelegt wird. Dann kommt eine erste Schicht kleiner Steine. Die werden mit Rütteln und Klopfen zusammengeschoben. Dann kommt die nächste Lage Schnüre drauf - und die nächste Runde Steine. Beim Klopfen fallen später am Rand ein paar Steine runter. Aber das macht nichts.

Ab 01:50 beginnt der "Abriss": Die Schnur wird einfach nach oben weggezogen. Die Steine fallen nach unten. Dort bildet sich ein wachsender Schuttberg.

Unklar ist mir allerdings, wie stabil so eine Säule gegen Seitendruck ist. Allerdings wiegt jede einzelne 3-Meter-Säule knapp 3 Tonnen, so daß sich bereits damit eine gewisse Stabilität ergeben könnte. Ferner sind die Säulen in dem Video deutlich schmaler als jene, die grade in Winterthur aufgebaut werden.

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