Dortheavej Residence - 66 schicke Wohnungen in Kopenhagen für Personen mit nicht zu hohem Einkommen - Holz, Fenster bis zum Boden und kleine Balkone von Lejerbo und Bjarke Ingels Group - BIG

09.10.2018 23:45:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie kann man in Großstädten Wohnungen bereitstellen, die einerseits heutigen Ansprüchen genügen, andererseits aber nicht zu teuer sind?

Diese Frage stellen sich Entwickler in verschiedenen europäischen Großstädten. In Kopenhagen wurde nun ein Komplex von 66 Wohnungen fertig gestellt. Auftraggeber war das gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen Lejerbo. Die Konzeption und Umsetzung stammt von BIG, der Bjarke Ingels Group.
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bjarke ingels group builds 66 affordable residences in copenhagen for low-income citizens

https://www.designboom.com/architecture/bjarke-ingels-group-big-dortheavej-low-income-housing-copenhagen-10-08-2018/

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Das Prinzip: Ausgangspunkt ist ein Würfel, der einer Wohnung entspricht und der vorfabriziert werden kann. Von diesen Elementen werden diverse in einer wellenförmigen Struktur nebeneinander gestellt. Dann wird das in insgesamt 5 Stockwerken übereinander gestapelt, wobei sich das zu den beiden Enden hin verjüngt und an die vorhandene Bebauung anschließt. Ferner sind die Elemente immer gegeneinander versetzt, so daß die gesamte Anlage wie eine "poröse Mauer" wirkt.

Jedes Element hat damit eine Süd- und eine Nordseite, letztere geht zum Innenhof der Gesamtanlage.

Die dortige Umgebung ist geprägt von Autoreparaturwerkstätten und Industriegebäuden aus den 30-er bis 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Passage für die Bewohner nach hinten sollte erhalten bleiben, die bestehenden Grünflächen ebenfalls.

Die Wohnungen haben eine Raumhöhe von 3,5 Metern, das liegt also deutlich oberhalb dessen, was sonst bei Neubauwohnungen üblich ist.

Durch die Wellenstruktur ergibt sich außerhalb der Anlage ein kleiner Hof. Innen dagegen ein eher intimer Innenhof. Als Durchgang dienen drei nebeneinander stehende Elemente.

Außerhalb sorgen die senkrechten Holzverschalungen für eine einheitliche Struktur. Innen bringen die Fenster bis zum Boden Licht in die Wohnungen. Im äußeren Hof wurden Kirschbäume neu angepflanzt, ferner gibt es Platz für diverse Fahrräder.

Von Bjarke Ingels:

> the prefabricated elements are stacked in a way that allows every second module an extra meter of room height, making the kitchen-living areas unusually spacious’

Auf der Nordseite sieht die Fassade deutlich schlichter aus. Dort gibt es teils ebenfalls raumhohe Fenster. Teils blickdichte Holzflächen, das scheinen die Treppenhäuser zwischen den Wohnungen zu sein. Teils Elemente mit Fenstern, die nur das mittlere Drittel des Elements ausfüllen.

Laut

Homes for All - Dortheavej Residence / Bjarke Ingels Group

https://www.archdaily.com/903495/homes-for-all-dortheavej-residence-bjarke-ingels-group

liegt die Größe der Apartments zwischen 60 und 115 Quadratmetern. Ferner findet sich dort der Hinweis, daß als Material im wesentlichen Holz und Beton genutzt wurde. Ein PDF, das bei Lejerbo zu finden ist,

https://www.lejerbo.dk/boligsoegende/nyheder/30-08-2017-aabent-hus-dortheavej

dort unten eingehängt, zeigt die Grundrisse jeder Wohnung. Der Quadratmeterpreis scheint bei etwa 12 Euro / Quadratmeter kalt zu liegen, zusätzlich sind wohl so etwas wie Genossenschaftsanteile zu zeichnen.

Die gesamte Anlage hat eine Wohnfläche von 6.800 Quadratmetern, jede Wohnung ist also im Schnitt 103 Quadratmeter groß.

Die durchweg raumhohen Fenster sind zwar angesichts typischer eher kleiner Fenster in Berliner Mietwohnungen eher gewöhnungsbedürftig. Aber damit haben diese Wohnungen deutlich mehr Licht als Wohnungen anderswo.

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