Hedgefond-Manager David Einhorn (Greenlight Capital) prognostiziert den Tesla-Crash - analog zum Lehman Brothers Crash, den er bereits Monate zuvor vorhergesagt hatte

15.10.2018 23:30:50, Jürgen Auer, keine Kommentare

Tesla ist ein durchaus umstrittenes Unternehmen. Das hängt vorrangig an Elon Musk und dessen Eigenwilligkeiten. Der Hedgefond-Manager David Einhorn, Präsident von Greenlight Capital, hat nun in einem Quartalsbrief an seine Investoren davon gesprochen, daß Tesla diverse Ähnlichkeiten mit Lehman Brothers vor 10 Jahren aufweist.
.

'Despondent' Musk's Tesla resembles Lehman, Greenlight's Einhorn says

https://www.reuters.com/article/us-apple-greenlight-stake/despondent-musks-tesla-resembles-lehman-greenlights-einhorn-says-idUSKCN1MF27C

.
Als "despondent", also als mutlos, verzagt, verzweifelt bezeichnet er Elon Musk.

> “Like Lehman, we think the deception is about to catch up to TSLA”

Wie bei Lehman, denken wir, daß die Täuschung / Irreführung, der Schwindel Tesla bald einholen wird. Deshalb auch Shortseller, in denen sich Greenlight Capital engagiert, um von dem sinkenden Kurs zu profitieren. Das erratische Verhalten von Elon Musk würde darauf hindeuten, daß er es genauso sieht.

Gravierend ist die kürzlich erfolgte Zwangsabsetzung von Elon Musk durch die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) als Verwaltungsratsvorsitzender. Elon Musk hatte die Doppelposition (Verwaltungsratsvorsitz + CEO) inne. Aufgrund der Untersuchungen rund um das Börsen-Delisting kam es zu einem Vergleich mit der SEC.

Lehman Brothers habe ebenfalls gegen Shortseller gewettert und zeitweilig überlegt, von der Börse zu gehen.

> “Months later, shareholders, creditors, employees and the global economy paid a big price when management’s reckless behavior led to bankruptcy”

Monate später hätten Besitzer, Kreditgeber, Mitarbeiter und die globale Ökonomie einen großen Preis dafür gezahlt, als Lehman Brothers pleite gegangen sei.

Ein großes Problem von Tesla sei, daß das Model 3, das für 35.000 Dollar verkauft werden solle, für diesen Preis nicht hergestellt werden könne. Damit würde das Unternehmen mit jedem verkauften Auto Geld verlieren - anstatt Geld zu verdienen.

Bei Bloomberg

David Einhorn Says Tesla Resembles Lehman

https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-10-05/einhorn-assails-tesla-saying-carmaker-s-woes-resemble-lehman

findet sich der Hinweis, daß Elon Musk gedacht habe, er könne mit einer heftigen Automatisierung seiner Fabriken die Produktionskosten entsprechend senken. Aber nun:

> But he said Tesla’s costs ended up exceeding expectations, leading the company to charge much higher prices.

Die Kosten würden deutlich höher liegen. Mit der Konsequenz: Entweder dran pleite gehen oder die Preise entsprechend hochsetzen. Aber das würde die Kunden massiv verärgern, die Vorauszahlungen geleistet hatten und damit dem Unternehmen erst einmal finanziell geholfen hatten. Die Konsequenz: Eine Zwickmühle:

> “He can’t make the car without losing too much money and he can’t bring himself to cancel the program and refund everyone’s deposits”

Elon Musk könne das Auto nicht herstellen ohne massiv Geld zu verlieren. Aber er kann auch das Programm nicht stoppen und allen Interessenten, die bereits Geld gezahlt haben, die Einzahlung erstatten. Und aussteigen sei für ihn auch keine Option. Denn dann könne er erst recht nichts mehr machen.

In ein paar Monaten oder Jahren wird man wissen, ob David Einhorn mit dieser Prognose recht gehabt hat. Wobei Greenlight Capital selbst ein schwieriges Jahr gehabt habe, die Short Seller Positionen von Tesla aber Geld eingebracht hätten. Weitere Details zu diesem Schreiben an die Investoren finden sich in dem Bloomberg-Artikel.

*
* (wird nicht angezeigt)
Die Erläuterungen zum Datenschutz habe ich gelesen und stimme diesen zu.