Energy Vault: energy storing concrete bricks as key to proliferation of renewables - Energiespeicher durch Betonquader - wie eine Art statischer Wasserspeicher

17.12.2018 23:58:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein großes Problem bei der Umstellung auf regenerative Energien besteht darin, daß die Spitzenzeiten der Erzeugung nicht unbedingt den Verbrauchsspitzenzeiten entsprechen. Folglich sollte der bsp. durch Wind- oder Solarenergie erzeugte Strom gespeichert werden. Das kann man in Form von Batterien machen. Dafür fehlen Kapazitäten, außerdem sind Batterien mit diversen problematischen Stoffen verknüpft.

Oder es werden Wasserspeicher in Form von Pumpspeicherkraftwerken genutzt: Bei Stromüberschuß wird der Strom genutzt, Wasser den Berg hinaufzupumpen und oben in einem Stausee zu speichern. Später kann das Wasser wieder zur Stromgewinnung genutzt werden. Allerdings setzt das ein entsprechendes Gelände voraus und ist mit Eingriffen in die Landschaft verbunden.

Energy Vault basiert auf einer ähnlichen Idee. Nur daß statt des Wassers - Klötze aus Beton genutzt werden.
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Energy-storing concrete bricks could be key to proliferation of renewables

https://www.dezeen.com/2018/12/17/energy-vault-energy-storing-concrete-bricks-technology/

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Das Video direkt auf YouTube:

Energy-storing concrete bricks could be key to proliferation of renewables

https://www.youtube.com/watch?v=hXbtjdg0XKI

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Die Idee ist eine Art Kran mit sechs Auslegern. Um ihn herum stehen diverse gleichartige Betonquader. Bei Stromüberschuß holt sich der Kran außenstehende Betonquader und stapelt diese übereinander. So daß er sich selbst in einen hohen Turm aus diesen Quadern einmauert. Die Technik ist natürlich nicht neu. Jeder hohe Baukran ist so aufgebaut, auch wenn dieser normalerweise nur einen Ausleger hat.

Wird Strom benötigt, geht das in der umgekehrten Richtung. Die schweren Betonquader treiben nun durch ihr Gewicht Generatoren an und erzeugen damit Strom.

Praktisch funktioniert das damit ähnlich wie ein Wasserspeicher. Nur auf einer sehr viel geringeren Fläche.

Die Effizienz liegt wohl bei bis zu 90 %. Es gibt ja bereits bei Straßenbahnen schon lange eingebaute Generatoren, welche einen Großteil der Bewegungsenergie beim Bremsen wiederverwerten können.

Ein einzelner solcher Speicher kann eine Kapazität von 10 - 35 MWh haben. Die Anlagen würden unbemannt funktionieren, kontrolliert von einem Kontrollzentrum. Das Ganze so per Software kontrolliert, daß jeder Quader wieder genau an dem Platz abgestellt wird, von dem er ursprünglich geholt wurde.

Die Betonquader haben unten eine Stahlplatte, drüber Beton. Oben eine zweite Abschlußplatte.

Mit dem indischen Unternehmen Tata Power soll es 2019 einen ersten 35 MWh - Prototypen geben.

Da genügt jede ebene Fläche. Eine bestimmte Topographie ist nicht notwendig. Ferner nutzt sich das System nicht wie Batterien ab. Deren Kapazität sinkt mit jedem Lade- und Entladevorgang, so daß sie irgendwann ausgetauscht werden müssen.

Auf der Website

Energyvault

https://energyvault.ch/

gibt es ein kleines Video https://vimeo.com/300998735 - das eine solche Anlage als Simulation mitten in einer öden Landschaft zeigt.

Der Teufel dürfte natürlich im Detail stecken. Angefangen beim Kran, der reibungslos in verschiedensten Wettersituationen funktionieren muß.

Mal sehen, ob der geplante Prototyp im nächsten Jahr in Betrieb geht. Ein "Wasserspeicher ohne Wasser".

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