Knot - ein simpler, nachhaltiger und verblüffender Stuhl - aus geflochtenem Bambus - ähnlich Feelex - Bambusmöbel - von Qiaolin Gong

02.09.2018 23:52:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Stuhl aus Bambus: Das klingt erst einmal "unaufgeregt". Aber sieht man sich den Stuhl an, dann kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Wie wurde das gemacht?

Leider finden sich kaum Hinweise auf die Herstellung.
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I LOVE YOU, KNOT

http://www.yankodesign.com/2018/08/30/i-love-you-knot/

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> The natural material is bent using a unique crisscross weave that reinforces its natural strength and creates an exquisite, sculptural aesthetic. Lightweight, long-lasting and integrable into a variety of styles, it’s sure to be a timeless addition to any interior.

Die Bambusstreifen sind in einer Art und Weise kreuz und quer miteinander verflochten, daß sich eine ganz eigene, skulpturale Ästhetik ergibt. Leicht, langlebig und integrierbar in eine Vielzahl unterschiedlicher Stile, ist das eine Möglichkeit, jeder Inneneinrichtung etwas Zeitloses hinzuzufügen.

Qiaolin Gong ist Master-Studentin in Hangzhou, China.

https://www.behance.net/gongqiaoli1cba

Dort

Knot Chair Bamboo Furniture

https://www.behance.net/gallery/68918481/Knot-Chair-Bamboo-Furniture

finden sich wenige Hinweise dazu, wie das gemacht wird. Bambus wird in China vielfältig genutzt, in China gibt es 85 % der weltweiten Bambusressourcen.

Häufig wird Bambus nur für geringwertige Produkte mit einer eher kürzeren Lebensdauer genutzt. Bambusplatten werden meist nur als Bodenbelag oder in der Konstruktion genutzt.

Der genutzte Moso-Bambus liefert sehr lange und dicke Streifen, die sich aber mit geeigneten Werkzeugen biegen lassen. Für den menschlichen Körper ist das ein angenehmes Sitzen.

Auf der einen Modellansicht von oben (mit Schrauben) sieht man, wie diese schleifenförmige Struktur aufgebaut ist:

Das sind insgesamt vier lange Streifen, die zu dem Knotenmuster verflochten werden und die jeweils paarweise in den Füßen enden.

Eine zweite Gallerie:

Feelex - Bamboo Furniture

https://www.behance.net/gallery/69212491/Feelex-Bamboo-Furniture

Feelex = Feel and flex. Da tauchen alle Produktionsschritte auf. Wie aus sehr langen flachen Bambusstäben verschiedene, ineinander verflochtene Stühle und Hocker werden.

Das Biegen, so daß sich ein 90°-Winkel ergibt, ist wohl besonders kritisch. Manchmal splittert der Bambus ab.

Am Schluß werden jedenfalls Unebenheiten beseitigt, der Bambus wird poliert. Und am Ende mit Holzöl gewachst.

Infrared Photographs - Infrarot-Photographie - die französische Dordogne in Gelb von Pierre-Louis Ferrer, Guayaquil (Ecuador) in Rot von Vicente Munoz

01.09.2018 23:58:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Landschaften in Infrarot-Aufnahmen: Da werden alle Blätter und das Gras gelb, während Häuser und Steintreppen in ihrer gewohnten Darstellung erscheinen. Oder Pflanzen erscheinen in einem weinroten Ton.

Verblüffenderweise gibt es sowohl bei ThisIsColossal als auch bei DesignBoom je einen Artikel dazu. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Photographen, die mit unterschiedlichen Techniken unterschiedliche Farbtöne erzeugen.
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Infrared Photographs by Pierre-Louis Ferrer Capture French Landscapes in Bright Yellow Hues

https://www.thisiscolossal.com/2018/08/infrared-photographs-by-pierre-louis-ferrer/

infrared photography shot by vicente muñoz uncovers urbanization vs. nature

https://www.designboom.com/art/vicente-mun%CC%83oz-sublimis-infrared-09-01-18/

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Bei den französischen Aufnahmen "badet das Land in Kanariengelb". Er nutzt eine Mischung aus Infrarot- und Ultraviolett-Empfindlichkeit. Verblüffend ist, wie das Gehirn durch die Bilder irritiert wird. Bei Bildern, auf denen fast nur Sträucher und Bäume zu sehen ist (also viel Gelb und wenige Steine der Wege), sagt das Gehirn: "Das ist Wüste". Aber in der Wüste gibt es keine gelben Bäume!

Seine Technik:

> “I use a selective filter that let’s pass a large part of infrared light and a small part of visible light,” Ferrer explains. “The main subjects of this technique are trees and foliage because they react a lot under infrared light.”

Er nutzt einen Filter, der einen hohen Anteil von Infrarot-Licht und einen kleinen Teil des sichtbaren Lichts durchläßt. Hauptgegenstände für solche Photographien sind Bäume und Laub, weil sie stark unter Infrarotlicht reagieren.

Auf seiner Website

Infrarouge

http://www.plferrer.photos/gallery/infrarouge/

finden sich diese gelbgeprägten Aufnahmen noch nicht. Dafür gibt es dort ebenfalls Aufnahmen in diesem weinroten Ton.

Vicente Muñoz verwendet in Guayaquil eine Technik der "Sublimation on Aluminum", deshalb der dortige Projekttitel "Sublimis". Die Serie

> explore the inevitable struggle of man against nature—his desire to control and tame it through the constant thrust of urbanization.

Da wird eine Technik genutzt, die in Kampfgebieten genutzt wird, um Gegner aufzuspüren. Das Filmmaterial wurde wohl 2011 zuletzt produziert, er fand aber noch Material auf dem Sekundärmarkt.

Bei den oberen Photos gibt es großflächige Wälder, die in einem leuchtenden Rot erscheinen. Hafenanlagen sind dagegen nüchtern-grau. Verblüffend ist bei den folgenden Aufnahmen von Bäumen in Städten, daß man so quasi jedes einzelne Blatt sieht, das sich scharf vom Stein-Hintergrund abhebt. Zwei Luftaufnahmen einer Stadt zeigen, wo es überall Bäume gibt. Aber auch: An wievielen Ecken Bäume fehlen.

Die Website:

Sublimis

http://vicentemunoz.xyz/projects/sublimis

> In this series, nature is dramatized and abstracted by a vibrant red color, a product of the interpretation of the infrared signal of the film.

Man müßte solche Aufnahmen mal von Berlin oder anderen Großstädten anfertigen. Wobei Berlin teilweise grüner ist als sich dies Touristen vorstellen können. Denn hier gibt es aufgrund der Blockrandbebauung häufig im Blockinneren diverse Bäume. Nur sind diese von der Straße her gar nicht sichtbar.

MagicScroll - Touch Screen Tablet to roll and scroll - ein Gerät, angelehnt an historische Schriftrollen, zum Rollen und Scrollen - Entwicklung an der Queens University

31.08.2018 23:55:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Altertum gab es Schriftrollen: Papyrus- oder Pergamentbahnen, mit Text beschriftet, die aufgerollt aufbewahrt wurden. Zum Lesen läßt sich eine Schriftrolle entweder von einem Stab auf einen anderen Stab rollen. Oder man rollt die Schriftrolle etwas auseinander, liest das - und rollt es wieder zurück.

Diese Techniken tauchen nun auch bei MagicScroll auf. Ein Gerät, das einen gerollten Touchscreen enthält, der gesteuert werden kann.

Man hält bsp. das linke Rad fest, dreht das rechte. Das entspricht einem Nach-unten-Scrollen auf der Seite.

Aber: Der nur an der Rolle eingerastete Touchscreen läßt sich an einer Seite auch lösen. Dann hat man einen 7,5 - Zoll - Bildschirm.

Wer will, kann mit der "Stange" auch telefonieren.
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MagicScroll is a flexible, touch-screen tablet that can roll and scroll

https://www.designboom.com/technology/magicscroll-flexible-touch-screen-tablet-08-31-2018/

Das Video zeigt die Verwendungsmöglichkeiten:

An iPad That Fits Your Pocket: Introducing a Roll-up Tablet With Flexible Screen Real Estate

https://www.youtube.com/watch?v=hR6UMm4LcOc

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Das Prinzip:

> A Queen’s University research team has taken a page from history, rolled it up and created the MagicScroll – a roll-able touch-screen tablet designed to capture the seamless flexible screen real estate of ancient scrolls in a modern-day device.

Eine historische Seite, aufgerollt - das Ergebnis ist der MagicScroll. Der innere Zylinder entstand per 3D-Druck. Er enthält zusätzlich die Technik zum Steuern des Bildschirms.

Die eigentlich coole Idee sind die beiden Rollen:

> Two rotary wheels at either end of the cylinder allow the user to scroll through information on the touch screen.

Man muß damit nicht ständig wischen, sondern hat diese "handfesten Räder" in den Händen. Findet ein Nutzer etwas Interessantes, wird aufgeklappt:

> When a user narrows in on an interesting piece of content that they would like to examine more deeply, the display can be unrolled and function as a tablet display.

Vorteile gegenüber einem üblichen iPad:

> Its light weight and cylindrical body makes it much easier to hold with one hand than an iPad. When rolled up, it fits your pocket and can be used as a phone, dictation device or pointing device.

Das Gerät ist leicht, der Zylinder macht die Ein-Hand-Nutzung einfacher. Aufgerollt paßt das in jede kleine Tasche und läßt sich als Telefon, Diktiergerät oder Zeigegerät verwenden.

Bei der Queens University:

an ipad that fits your pocket: introducing a roll-up tablet with flexible screen real estate

http://www.hml.queensu.ca/magicscroll

Die historische Technik als Vorbild:

> “We were inspired by the design of ancient scrolls because their form allows for a more natural, uninterrupted experience of long visual timelines,”

Das Lesen per Schriftrolle ermöglicht ein kontinuierliches, natürliches Lesen.

Der Prototyp enthält eine Kamera. Mit der könnte später das Gerät auch per Gesten gesteuert werden. Die Räder könnten um einen Antrieb ergänzt werden. So daß das Gerät bei bestimmten Ereignissen eigenständig herumrollt.

Später könnte es auch gelingen, die Dimensionen zu verkleinern. So daß das Gerät die Größe eines Stiftes haben kann.

Das Gerät wird bei der MobileHCI vorgestellt. Die findet am 04.09.2018 in Barcelona statt.

Oasia Hotel Downtown in Singapur - 30-stöckiges Green Building im tropischen Klima mit pflanzenbehangener Gitterfassade wird allmählich grün - von Woha Architects

30.08.2018 23:54:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie baut man in den Tropen ein Hochhaus? Aus Stahl und Glas, so wie in Europa und Nordamerika? Da läuft man Gefahr, daß sich das Gebäude ständig aufheizt.

In Singapur hatten deshalb Woha Architects für das Oasia Hotel, ein 30-stöckiges Hochhaus, eine Fassade entworfen, die aus rötlichen Gitterelementen besteht. Und die schrittweise mit Grünpflanzen zuwachsen soll. Da gab es vor etwa 1,5 Jahren einen Bericht bei Inhabitat darüber.

Inzwischen ist die Fassade teilweise schon zugewachsen.
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New images show greenery engulfing Singapore’s tropical skyscraper

https://inhabitat.com/new-images-show-greenery-engulfing-singapores-tropical-skyscraper/

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Innen setzt sich diese Mischung aus "Innen und Außen" fort. Auf dem Dach gibt es einen großen Sky-Garden, der Pools und Bäume enthält. Die eigentliche Dachfläche ist nicht "am Dach". Stattdessen geht die Außenfassade mitsamt dem Pflanzenwuchs noch deutlich über den Sky Garden hinaus, so daß dieser verschattet wird.

Die Fassade besteht aus rotem, maschenartig angeordnetem Aluminium. Mehr als 20 verschiedene Arten von Schlingpflanzen und Rankengewächsen / Reben bevölkern die Fassade. Die Pflanzen wurden auch danach ausgesucht, daß sie pflegeleicht sind und daß sie starke Winde vertragen.

Das Gebäude ist etwa 600 Fuß hoch (182 Meter). Drei massive Veranden gibt es im 6., 12. und 21. Stockwerk. Eine luxuriöse Dachterrasse gibt es im Stock 27.

Von dort geht die Außenkonstruktion noch um 10 Stockwerke nach oben. Die Dachterrasse wirkt damit wie eine versteckte Oase.

Auf der Seite von Woha

Oasia Hotel Downtown

http://www.woha.net/#Oasia-Hotel-Downtown

gibt es diverse Nahaufnahmen des Gitters. Da sieht man auch, daß die Gitterfarbe teils einheitlich rot ist. Teils sind das senkrechte Streifen mit sehr unterschiedlichen Rottönen.

In dem Beitrag vom 08.12.2016

This plant-covered Singapore skyscraper is the tropical building of the future

https://inhabitat.com/this-plant-covered-singapore-skyscraper-could-be-the-tropical-building-of-the-future/

ist die Rede davon, daß das Gebäude ein Modell für Hochhäuser in den Tropen sein könnte. Da die vielen Pflanzen für eine natürliche Kühlung sorgen.

Den Auftraggebern sei es noch nicht mal so um ein besonders ökologisches Gebäude gegangen. Sie wollten einfach nur ein umwerfendes Gebäude. Aber Richard Hassell, einer der Woha-Mitgründer, meint, daß das Gebäude deutlich weniger Energie verbrauchen dürfte. Und:

> “What’s interesting is the emotional appeal it has for people all over the world…Examining the central business districts of so many cities is like looking at the moon from the Earth; one is filled with life, the other is just this collection of dead stone. With Oasia, we’ve seen so many birds and insects flying around the building. People respond so well to seeing a hummingbird flying right outside their office window.”

Die zentralen Geschäftsbezirke in Großstädten: Sie sehen aus wie der Mond von der Erde. Die einen sind voller Leben, die anderen sind nur Ansammlungen toter Steine. Beim Oasia-Hotel sehen wir so viele Vögel und Insekten rund um das Gebäude. Personen reagieren positiv darauf, wenn sie einen Kolibri außerhalb des Office-Fensters sehen.

Wohl wahr. Wenn man auf den Bildern direkt daneben die steinern-gläsernen Klötze sieht: Wo wollen Leute wohl eher arbeiten?

Leider ist das nur ein Hotel. Das müßten Büroarbeitsplätze sein. Und das sollten sich mal andere Städte als Vorbild nehmen.

Eine Million E-Autos in Europa - Schwellenwert vor den USA, aber ein Jahr nach China erreicht

29.08.2018 23:47:27, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im ersten Halbjahr 2018 sind die Verkäufe von E-Autos in Europa (geographisch, nicht nur die EU) deutlich angestiegen. Insgesamt wurden 195.000 Fahrzeuge verkauft, ein 42 % - Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Damit ist die Schwelle von einer Million zugelassener E-Autos erreicht. Die USA dürften diese Schwelle im Laufe des Jahres erreichen. China hatte das schon im letzten Jahr geschafft. Vor etwa einem Jahr.
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Europe officially has more than one million electric cars

https://inhabitat.com/europe-officially-has-more-than-one-million-electric-cars/

Der zugrunde liegende Beitrag im Guardian:

Electric cars exceed 1m in Europe as sales soar by more than 40%

https://www.theguardian.com/environment/2018/aug/26/electric-cars-exceed-1m-in-europe-as-sales-soar-by-more-than-40-per-cent

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In dem Guardian-Beitrag gibt es eine Grafik, welche die aktuelle Verteilung zeigt:

Norwegen führt die Statistik der reinen E-Auto-Verkäufe mit etwas über 20.000 E-Autos an. Gefolgt von Deutschland mit ziemlich genau 20.000.

In beiden Ländern liegt der Anteil der Hybrid-Autoverkäufe bei etwas über 15.000. In Großbritannien gab es dagegen über 20.000 Hybrid-Verkäufe. Dagegen nur etwa 9000 E-Autos.

Die eigentliche Original-Datenquelle bei EV-Volumes:

Europe Plug-in Sales Results for 2018 H1

http://www.ev-volumes.com/country/total-euefta-plug-in-vehicle-volumes-2/

Viktor Irle, ein dortiger Market Analyst:

> “A stock of one million electric vehicles is an important milestone on the road to electrification and meeting emission targets but it is of course not enough.”

Norwegen ist beim Bestand in Europa führend: 21 % BEV (Battery Electric Vehicles, batteriegetriebene Autos) und 16 % PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicles).

In Europa liegt der Gesamtanteil noch bei etwa 2 %, ungefähr zur Hälfte BEV und PHEV. Deutschland liegt leicht unter den 2 %.

Insgesamt wird mit 1,35 Millionen E-Autos am Jahresende gerechnet. Wobei da Hybridautos mitzählen. Das dürfte ein Marktanteil von 2,35 % werden.

Beim Wachstum ist aktuell Deutschland schneller (Guardian):

> However, rapid growth in Germany means Europe’s biggest car market is set to overtake Norway by the end of the year for total sales.

So daß die Zahl der absoluten Verkäufe am Jahresende in Deutschland am höchsten liegen könnte.

Interessant ist, daß es diverse Modelle mit langen Wartezeiten gibt (ev-volumes):

> Models with more than 10 000 unfulfilled orders, each, are Hyundai Kona, VW e-Golf, Jaguar i-Pace and Nissan Leaf and obviously the Tesla Model 3, all of them BEVs.

Also mindestens 5 Modelle mit mehr als 10.000 offenen Bestellungen.

Bei einem aktuellen Marktanteil von 2 % und einem geschätzten Marktanteil von 2,35 % zum Jahresende wären das bei ungefähr gleichem Wachstum Ende 2019 3 % Gesamt-Marktanteil.

Pop-Up Park from Hello Wood - a lot of Color - ein Pop-Up Park in Budapest auf einer brachliegenden innerstädtischen Fläche - bunt, Sportgeräte, Ladestationen, Teqball

28.08.2018 23:51:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Städten gibt es immer wieder Ecken, die irgendwie brach liegen. Nicht direkt vermüllt, aber schlecht gelegen. Ohne Sitzflächen und Sportgeräte.

Hello Wood, ein Unternehmen, das u.a. verschiedene Holzgeräte für den öffentlichen Raum entwickelt, hat in Budapest eine solche Fläche mit einem Pop-Up Park ausgestattet.

Eine Ecke mit Stein- und Rasenflächen. Gepflegt, aber auch so, daß es dort nichts wirklich gibt. Nun gibt es diverse Bänke, Sportgeräte, Kletterstangen.

Deutlich bunt, aus Holz. So daß ein Schwingen, ein Vibrieren in diese Gegend hineinkommt.
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Hello Wood's POP-UP Park Adds a Splash of Color to an Underused Square in Budapest

https://www.archdaily.com/900943/hello-woods-pop-up-park-adds-a-splash-of-color-to-an-underused-square-in-budapest

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Die Strukturen wurden wohl schon 2017 gebaut und kamen nun zurück. Der Zweck:

> “a democratic space for all social groups embedded within the everyday movement of the city.”

Einen demokratischen Raum für alle sozialen Gruppen in der Stadt zu erschaffen. Der Park ist 24 Stunden geöffnet, ein "free-to-use space" für Personen aller Altersgruppen.

Einen guten Eindruck über die Lage und Größe vermittelt ein kleines Video:

POP UP park 2018

https://www.youtube.com/watch?v=f7sZ4cjZgu0

Zwei Baumreihen, davor teils runde Rasenflächen, teils Steinflächen. Im Original etwas langweilig, nicht inspirierend. Die bunten Elemente sind auf den Stein- und Rasenflächen aufgebaut. Es gibt diverse kurvige Sitz- und Liegeflächen.

Es sind diverse Seile gespannt, an denen schattenspendende dreieckige Elemente angehängt sind. Im Video sieht man diese gut von oben. Sie sind mit Solarpaneelen ausgestattet, so daß Leute Smartphones und Laptops aufladen können. Das richtet sich sowohl an nomadische Arbeiter mit Laptop als auch an Touristen. Girlanden mit kleinen Lampen sorgen in der Dunkelheit für eine gewisse Beleuchtung.

Hinzu kommen stabile Turngerüste, die auch von Erwachsenen genutzt werden können. Tischtennisplatten und Teqball-Platten. Letzteres basiert auf Platten, die wie Tischtennisplatten aussehen, aber gebogen sind. Das kombiniert Elemente von Tischtennis mit Fußball. Ein kleines Video aus dem Park:

Teqers in PopUP Park in Budapest ️(Video: Balázs Bagó)

https://www.youtube.com/watch?v=3dHWYI_1qho

> Teqball is a new sport equipment which brings real football to your home. It objectively measures your technical skills in a joyful way.

Man muß den Ball zweimal annehmen und ihn beim dritten Mal auf die gegenüberliegende Plattenseite bringen. Mit Kopf, Fuß, Oberschenkel - mit allem, was auch beim Fußball zur Ballannahme zulässig ist.

Bis Oktober steht der Pop-Up Park noch zur Verfügung. Dann wird er abgebaut. Etwas ähnliches gab es dort schon im letzten Jahr. In diesem Jahr sind - mit Blick auf Budapest als "European Capital of Sport" 2019 - diverse Sportgeräte dazugekommen.

Auf der Website von Hello Wood

http://www.hellowood.eu/

finden sich leider keine genaueren Informationen.

The Haze - Immersive Experience places Visitors at the Center of a Swirling Vortex - Besucher im Zentrum eines wabernden Wirbels - eine Installation von teamLab in Tokio

27.08.2018 23:55:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man lauter Geraden "geschickt anordnet", dann können die Geraden in der Mitte die Ränder eines kreisförmigen oder elliptischen Gebildes produzieren. Das gelingt mit Mikadostäben oder lauter feinen Fäden. Es gelingt aber auch, wenn man in einem Raum diverse Lichtstrahler anbringt, die sehr gezielt strahlen können.

Sind diese beweglich und lassen sie sich per Computer steuern: Dann ist nur noch etwas Nebel im Raum notwendig, damit auch im Raum solche kreisförmigen oder elliptischen Gebilde entstehen. Die nun sogar dreidimensional sind.

The Haze ist eine nach diesem Prinzip aufgebaute Installation von teamLab in Tokio.
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The Haze: A New Immersive Experience by teamLab Places Visitors at the Center of a Swirling Vortex

https://www.thisiscolossal.com/2018/08/the-haze-by-teamlab/

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Das Video auf Vimeo:

The Haze / 靄の彫刻

https://vimeo.com/286151027

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Dort wird der Vorgang so beschrieben:

> In the centre of the space due to a haze being created a three-dimensional object is born.

Zusätzlich:

> The work uses light, fog, and sound to wrap guests in a mesmerizing cacophony of swirling spotlights which are reflected by a mirrored floor.

Es kommt noch ein eigenwilliger Sound dazu. Ferner reflektiert der Boden die Lichtstrahlen.

Auf der Website von teamLab

The Haze

https://www.teamlab.art/w/haze/

sieht man auf den unteren Photos den spiegelnden Boden, der dafür sorgt, daß die - dunkel gekleideten - Besucher im Geschehen versinken.

Es gibt eine zweite Version:

Light Vortex II

https://www.teamlab.art/ew/lightvortex

Diese nutzt dieselbe Technik. Dort ist die Lichtsteuerung allerdings deutlich anders - die Musik ebenfalls.

teamLab hat erst jetzt

Borderless

https://borderless.teamlab.art/

eröffnet. Ein 100.000 Quadratmeter umfassendes Museum, in dem es diverse digitale Installationen gibt. Da findet sich der Hinweis:

> *Before you visit, check the ticket availability. Some days are completely SOLD OUT

An manchen Tagen ist das Museum schon komplett ausverkauft. Die Installationen sind von einer Art, bei der man nicht zu viele Leute gleichzeitig reinschicken kann.

Hengqin CRCC Plaza - Three-dimensional, vertical landscape - Looping green Sky Bridge - vier Tower, verbunden durch eine grüne Sky-Brücke - ein Konzept von Aedas in Zhuhai, China

26.08.2018 23:53:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hochhäuser werden oft mit dem Ziel erbaut, daß die Nutzfläche möglichst hoch ist. Inzwischen gibt es diverse Konzepte, die Hochhäuser mit zusätzlichen grünen Ebenen entwickeln. Aber wenn das zu einer Stufenform des Hochhauses führt, kostet das Nutzfläche.

In Zhuhai in China gibt es nun eine andere Lösung: Vier klassische, senkrechte Hochhäuser mit einheitlicher Fassade. So daß es wahrscheinlich im Inneren auch einheitliche Büros geben dürfte. Zwei hohe, im Nordosten und im Südosten des Grundstücks. Dazwischen zwei deutlich kleinere.

Die Dachflächen der beiden kleineren Hochhäuser sind mit einer wohl dreistöckigen schleifenförmigen Struktur bebaut. Diese bietet verschiedene Ebenen für Grünpflanzen. Und diese schleifenförmige Struktur setzt sich fort: Sie umgarnt ebenfalls die beiden hohen Hochhäuser auf gleicher Ebene wie auf den Dächern der kleinen Hochhäuser. Und sie setzt sich zwischen den Hochhäusern fort.

So daß eine ziemlich große, begehbare Fläche entsteht. Über die man vom ersten Eckturm (mit Swimmingpool) über die beiden kleineren Türme zum zweiten Eckturm gehen kann.
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A Looping, Green Sky Bridge Connects Four Unique Towers in Aedas' Recent Proposal

https://www.archdaily.com/900616/a-looping-green-sky-bridge-connects-four-unique-towers-in-aedas-recent-proposal

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Damit entsteht etwas Doppeltes: Ein maximierter ökonomischer Output, weil das Grundstück dicht bebaut wird. Aber andererseits ein großzügiger öffentlicher Raum, der die umliegenden Büros miteinander verbindet. Mitarbeiter können damit in der Mittagszeit einen langen Spaziergang machen. In luftiger Höhe, ohne, daß sie auf den Boden gelangen.

Eine Idee:

> Connecting all areas of the scheme, it acts as a dynamic, green space for the promotion of cross-office communication, integrating the four buildings into one cohesive whole.

Da diese dreidimensionale Landschaft alle vier Gebäude verbindet, soll sie die büroübergreifende Kommunikation unterstützen. Und sie verschmilzt die vier Gebäude zu einem.

Außerdem wird so entstehende Vierergebäude dadurch einzigartig.

Da sollen Einkaufsflächen, Außenterrassen und Freizeiteinrichtungen auf diesen Elementen entstehen. Der Gebäudekomplex ist aktuell noch im Planungs-/Baustatus, die Fertigstellung ist bis 2022 geplant.

Die gesamte Nutzfläche soll bei 200700 Quadratmetern liegen.

Auf der Website von Aedas gibt es eine Pressemitteilung dazu (14.08.2018):

Aedas designs a featured sky bridge to connect all towers in a mixed-use development

https://www.aedas.com/en/news-and-media/press-release/aedas-designs-a-featured-sky-bridge-to-connect-all-towers-in-a-mixed

Die eine Grundstückskante ist mit 5 flacheren Gebäuden bestückt. Der Platz dahinter ist teils ebenfalls grün, teils mit einer Struktur bestückt, die wie diese Sky Bridge strukturiert ist. Laut der Pressemitteilung

> The retail podium sits along the main road, and there are a central atrium plaza and an outdoor amphitheatre.

gibt es da ein zentrales Atrium und ein Amphitheater.

Auf der Liste der "Features Projects"

https://www.aedas.com/en/what-we-do/featured-projects

fehlt dieses Projekt derzeit. Da sieht man allerdings, daß Aedas schon ein paar dieser "Hochhäuser mit Grün" entwickelt hat.

Plastic Fishing in Amsterdam - PlasticWhale, die erste professionelle Plastic Fishing Company ist mit zehn aus gefischtem Plastik gebauten Booten unterwegs - neue Büromöbel-Serie mit Vepa

25.08.2018 23:55:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Amsterdam gibt es viele Kanäle. Und leider findet sich auch dort diverses an Plastikmüll im Wasser. Schon vor sieben Jahren wurde PlasticWhale gegründet. Ein Unternehmen, das weltweit als erstes Plastic Fishing anbietet.

Inzwischen können Touristen und Einheimische zweistündige Plastic Fishing - Touren buchen. Wie das Video zeigt, werden die herausgefischten Plastikreste zu einem Granulat verarbeitet, aus dem weitere Boote gebaut werden.

2016 (Datum des Videos) waren 7 Boote unterwegs. Inzwischen gibt es 10 Boote.
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amsterdam tourists can combine sightseeing with plastic fishing on the city's canals

https://www.designboom.com/design/amsterdam-tourists-fishing-plastic-whale-08-24-2018/

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Das Video auf Vimeo:

Plastic Whale 2016

https://vimeo.com/168751197

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Die Mission des Unternehmens:

> the world’s waters plastic-free and create value from plastic waste

Das Wasser weltweit plastikfrei machen und neue Werte aus dem Plastikmüll erschaffen.

Das Unternehmen organisiert inzwischen Trips nach Amsterdam, bei denen Leute per Airbnb unterkommen. Dann können die Teilnehmer das historische Zentrum von Amsterdam mit Booten besichtigen und mit zur Verfügung stehenden Netzen Plastik fischen. Zum einen werden aus dem Plastikmüll neue Boote hergestellt. Zum anderen wird mit dem niederländischen Unternehmen Vepa zusammengearbeitet:

https://vepa.nl/sustainability/?lang=en

Da gibt es eine eigene Rubrik:

> Plastic Whale Circular Furniture - TABLE - CHAIR - LAMPS - ACOUSTIC PANELS

Tische, Stühle, Lampen und Seitenwände für Büros, die als Schallschutz dienen.

In Amsterdam gab es bereits Events: "Amsterdam Plastic Fishing".

Auf der Website PlasticWhale

https://plasticwhale.com/

gibt es auch Events für Unternehmen. Ein Schiff ist inzwischen in Rotterdam unterwegs.

Aktuell weiß ich gar nicht, wie die Situation hier in Berlin ist. Derzeit komme ich einfach zu selten am Wasser vorbei, obwohl es in Berlin ja eigentlich diverse Fließgewässer in der Stadt gibt.

Die aktuelle Entwicklung ist in einem neuen Video von 2018 aufgeführt:

PLASTIC WHALE CIRCULAR FURNITURE

https://www.youtube.com/watch?v=54npb1YrnZI

> Plastic soup is a growing global problem. This year another 8 billion kilos of plastic waste will enter the world’s rivers, lakes and oceans, creating a hazard to sea life and humans. We have two options: do nothing or do something. At Plastic Whale and Vepa Project Furniture we’ve decided to do something. Joining forces to turn a problem into a solution: Plastic Whale Circular Furniture.

Demnach gab es zwar die Boote. Aber die Abnahmemengen waren wohl zu gering. Also wurde ein Konzept für Büromöbel entwickelt, das sich an Walen orientiert. Dann konnte Vepa als lokaler Produktionspartner gewonnen werden. Und es gelang, sehr schnell die Serienproduktion zum Laufen zu bekommen.

Bundesarbeitsgericht: Bilder aus rechtmässiger offener Videoüberwachung von Mitarbeitern dürfen monatelang aufbewahrt und erst dann verwendet werden - kein Beweisverwertungsverbot - 2 AZR 133/18

24.08.2018 23:57:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Aufgrund der technischen Entwicklung wächst das Volumen von Videoaufzeichnungen, mit denen Personen überwacht werden. Strittig ist dabei oft, wie lange eine Speicherung dieser Daten zulässig ist und wann die Daten auf jeden Fall gelöscht werden. Gibt es eine Löschfrist und werden die Daten nicht gelöscht, können sie - eigentlich - nicht mehr in Gerichtsverfahren verwendet werden. Das ist das sogenannte Beweisverwertungsverbot.

Hier in Berlin gibt es bsp. die Regelung, daß die BVG zwar auf Bahnhöfen, in U-Bahnen und Straßenbahnen Videoaufzeichungen erstellen darf. Wenn ich das aber richtig im Kopf habe, dann müssen die Daten nach 48 Stunden gelöscht werden, sofern nicht die Polizei nachfragt.

Aber was ist, wenn das Verhalten eines Mitarbeiters aufgezeichnet wird, die Daten im August 2016 durchgesehen werden und dabei herauskommt, daß ein Mitarbeiter im Februar 2016 Geld entwendet hat? Die Vorinstanz hatte noch entschieden, daß diese Daten einem Beweisverwertungsverbot unterliegen, also nicht gegen den Mitarbeiter verwendet werden dürfen. Deshalb hatte das Landesarbeitsgericht der Kündigungsschutzklage stattgegeben.

Das Bundesarbeitsgericht hat diese Entscheidung nun aufgehoben und das Verfahren - aus anderen Gründen - zurückgeschickt. Dabei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß dies auch gemäß der Datenschutz-Grundverordnung für die aktuelle rechtliche Lage gilt.
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Pressemitteilung Nr. 40/18: Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot

Urteil vom 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 20. Dezember 2017 - 2 Sa 192/17

https://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&Datum=2018&nr=20865&pos=0&anz=40&titel=Offene_Video%FCberwachung_-_Verwertungsverbot

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Der Fall: Die Klägerin war Mitarbeiterin in einem vom Beklagten betriebenen Geschäft - Tabak- und Zeitschriften plus Lottoannahmestelle. Dort gab es eine offene Videoüberwachung. Um Straftaten von Kunden als auch von Arbeitnehmern vorzubeugen.

Im 3. Quartal gab es einen Fehlbestand bei Tabakwaren. Im August 2016 wurden Videoaufzeichnungen ausgewertet. Da stellte sich heraus, daß die Klägerin im Februar 2016 an zwei Tagen vereinnahmte Gelder nicht in die Registrierkasse gelegt hatte. Daraufhin außerordentliche und fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Die Vorinstanzen hatten der Kündigungsschutzklage stattgegeben. Begründung: Die Aufzeichnungen dürften nicht mehr verwendet werden, weil sie längst hätten gelöscht werden müssen. Der Beklagte hätte die Aufzeichnungen unverzüglich, jedenfalls deutlich vor dem ersten August 2016 löschen müssen.

Das korrigierte das Bundesarbeitsgericht explizit. Der Kernsatz aus der PM:

> Der Beklagte musste das Bildmaterial nicht sofort auswerten. Er durfte hiermit solange warten, bis er dafür einen berechtigten Anlass sah.

Da ist also eine Art "Vorratsdatenspeicherung" legitim. So daß Arbeitgeber nicht ständig damit beschäftigt sein müssen, Aufzeichnungen zu überprüfen, um Fehlverhalten rechtzeitig vor dem Löschen zu entdecken.

Unklar war allerdings - damit hatte sich das Landesarbeitsgericht nicht beschäftigt -, ob die Videoüberwachung grundsätzlich rechtmäßig war. Das muß neu verhandelt werden.

Dann allerdings gilt: War die Videoüberwachung grundsätzlich rechtmäßig, dann dürfen die Aufzeichnungen auch gegen den Kläger verwendet werden.

Etwas erinnert das Urteil an die Dashcam-Entscheidung vom Bundesgerichtshof im Mai 2018:

Bundesgerichtshof: Dashcam-Aufnahmen sind zwar als Daueraufnahmen unzulässig, als Beweismittel im Unfallhaftpflichtprozess jedoch verwertbar - VI ZR 233/17

https://blog.server-daten.de/de/2018-05-15/Bundesgerichtshof--Dashcam-Aufnahmen-sind-zwar-als-Daueraufnahmen-unzulaessig--als-Beweismittel-im-Unfallhaftpflichtprozess-jedoch-verwertbar---VI-ZR-233-17-266

Da gab es auch die Feststellung, daß eine Daueraufzeichung unzulässig sei. Im Unfallhaftpflichtprozess ist jedoch eine Güterabwägung zu treffen, da sind Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel zulässig.

SmartBook - alle Leute in der U-Bahn starren auf ihr Smartphone, nur einer scheint ein Buch zu lesen - Buchattrappe zum Smartphone-Verstecken - von Vlady aus Italien

23.08.2018 23:47:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer mit der U- oder S-Bahn, dem Bus oder der Straßenbahn unterwegs ist, der kennt das inzwischen: Fast alle Leute beschäftigen sich mit ihrem Smartphone.

Bücherlesende Mitfahrer sind kaum mehr anzutreffen. Aber halt - der eine dort: Der liest doch ein Buch. Ein Exemplar im öffentlichen Nahverkehr.

Dann sieht man ihm von hinten über die Schulter. Und stellt fest: Er hat eine Buchattrappe. Innen liegt - das Smartphone, mit dem er sich beschäftigt.
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Urban Art: Mit dem „SmartBook“ auch mit dem Smartphone in der Öffentlichkeit intellektuell wirken

http://urbanshit.de/smartbook-das-smartphone-im-buch-verstecken-und-intellektuell-aussehen/

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Die Idee dazu stammt von dem italienischen Künstler Vlady.

Ein kleines Video:

SmartBook (m)

https://vimeo.com/285865289

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Interessant ist der Gedanke, warum man so etwas nutzen könnte:

„Smartphones are very useful indeed, but intellectual users sometime feel uncomfortable while using it in public. In order to look different and perhaps smarter, I’ve created a book with an interchangeable cover so one can carry on using a smartphone without feeling ashame.“

Intellektuelle Nutzer würden sich manchmal unwohl fühlen, wenn sie ein Smartphone in der Öffentlichkeit nutzen. Wollen sie anders aussehen und smarter wirken? Dafür hat Vlady das SmartBook erfunden.

Der Einband läßt sich austauschen. Plato, Steven Hawking oder die Bibel. Oder ein neutraler, grüner Buchumschlag. Die Buchumschläge sind mit "Vladyart" gekennzeichnet.

Das eigentliche Buch kann sich jeder zu Hause herstellen: Ein nicht mehr gelesenes Buch im passenden Format heraussuchen. Und ein scharfes Messer nutzen, um die Seiten herauszuschneiden.

Auf der leider etwas unübersichtlichen Website

http://www.vladyart.com/

fand sich das SmartBook bis jetzt nicht.

Interessant ist die Frage, ob es Reaktionen geben würde, wenn jemand so ein Buch für diesen Zweck nutzt. Da die meisten Leute mit ihren Smartphones beschäftigt sind, würden diese es wohl nicht einmal merken.

Beim Betrachten des Videos fiel auf, daß die Handbewegungen zumindest für einen einigermaßen aufmerksamen Beobachter schnell auffällig sind. Sie passen nicht zum Lesen eines Buches.

Insofern: Wer sich beim "Smartphone-Verwenden" unwohl fühlt, der möge es eine Weile aus der Hand legen und zum Fenster heraussehen. Oder er wirft einen Blick auf seine Mitfahrer.

Mechanical Ballet - ballet mecanique - ein Haus mit aufklappbaren Lüftungsklappen, die zu Pop-Out-Balkonen werden - von Manuel Herz in Zürich

22.08.2018 23:54:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Fassaden von Häusern sind meistens unveränderlich. Einmal gebaut ist der Anblick immer derselbe. Aber was passiert, wenn ein Haus lauter etagenhohe Fenster hat. Mit kleinen, vorgespannten Balkonen. Und es zusätzlich - pro etagenhohem Fenster - vier aufklappbare Lüftungsklappen gibt.

Entweder sind diese Lüftungsklappen geschlossen. Dann dienen sie zur zusätzlichen Isolierung. Oder sie werden aufgeklappt. Dann vergrößert sich der Balkon. Und gleichzeitig gibt es nach links, rechts und oben einen Sichtschutz.

Ein solches Haus ist in Zürich gebaut worden.
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manuel herz clads zurich residences with louvers that can form pop-out balconies

https://www.designboom.com/architecture/manuel-herz-ballet-mechanique-housing-zurich-switzerland-08-22-2018/

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Die Lüftungsklappen gibt es für das Erdgeschoss und für die erste Etage. Auf einer Hausseite gibt es vier Elemente mit Klappen. Eine zweite Etage ist etwas kleiner und hat keine Klappen. Das Flachdach drüber kann als allgemein zugängliche Dachterrasse genutzt werden.

Die Konsequenz: Das Haus ändert sein Aussehen immer wieder.

Im geschlossenen Zustand decken die vier Elemente das Fenster dahinter nicht komplett ab. Jede der Lüftungselemente endet statt in einer Spitze in einer Bogenform. So daß zwei "etwas größere" Stellen frei bleiben. Abends wirkt das wie Jalousien oder Fensterläden und sorgt drinnen für Dunkelheit.

Gesteuert werden die Klappen über eine Hydraulik. Bei manchen der so entstehenden Pop-Out-Balkone gibt es ein Geländer, das aber eigentlich vor dem Einklappen manuell wieder entfernt werden müßte. Die obere Klappe wirkt gleichzeitig wie ein Sonnenschutz.

Im zugeklappten Zustand sieht das Haus von außen her gleichmäßig metallisch aus. Die Innenflächen der Lüftungsklappen sind jeweils in einem einheitlichen Farbton gestrichen, der zwischen Rot und Blau liegt.

Beim Aufklappen wird die Außenseite damit deutlich farbiger.

Interessant ist der Blick von innen auf die geschlossenen Elemente. Teils sind die Lüftungsklappen links und rechts in dem gleichen Rot-Farbton gestrichen. Oben und unten unterscheiden sich die Farbtöne (zwei verschiedene Blaustufen). Teils ist das umgedreht.

Das Video in dem Beitrag ist zwar von Vimeo eingebunden, läßt sich aber dort nicht direkt finden. Wenn die Klappen auf und wieder zugehen, wird der Name "Mechanical Ballet" / ballet mécanique verständlich.

Auf der Website von Manuel Herz

http://www.manuelherz.com/ballet-mecanique

ist erwähnt, daß es 2013 wohl einen Wettbewerb gegeben hat, aus dem der Entwurf als Sieger hervorging. Das Haus liegt in der Kernzone Seefeld, in der Nähe liegen der Chinagarten und das Heidi Weber Museum von Le Corbusier.

Da ist ein Bild drin, welches das Haus in der Umgebung zeigt. Das Treppenhaus ist in der Gebäudemitte, ferner gibt es im Untergeschoß Atelierräume.

Da findet sich ein Detail zur Konstruktion des Geländers:

> Nach vollständigem Ausfahren der Klappelemente, kann das Geländer nach aussen geschoben werden. Es rastet automatisch in einer endgültigen Position ein. Durch den Schiebemechanismus wird sichergestellt, dass Personen zu jederzeit geschützt sind, da vor Begehen der Balkonfläche das Geländer ausgeschoben werden muss.

Das Geländer ist also doch fixiert eingebaut und muß nach dem Aufklappen rausgeschoben werden. So daß die Personen immer hinter dem Geländer sind.

Unten ist ein animiertes GIF eingebunden, das zeigt, wie das Geländer nach dem Aufklappen herausgeschoben und vor dem Zuklappen wieder hereingeschoben wird.

Fusion: Backpack style wearable two armed robot - Tragbarer Robot, der dem Träger zwei zusätzliche Hände gibt - eine Entwicklung an der Keio University Graduate School of Media Design in Japan

21.08.2018 23:45:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man jemandem anderen Handgriffe erklären möchte, dann kann das für den Lernenden durchaus schwierig sein, wenn er das bei einer anderen Person sieht, die gesehenen Bewegungen aber in eigene Bewegungen umsetzen soll.

In Japan, an der Keio University Graduate School of Media Design, ist dazu ein interessantes Projekt entstanden.

Ein Roboter, den man wie einen Rucksack trägt. Hinten sind die Steuertechnik und Batterien drin. Zusätzlich hat der Roboter drei Elemente. Eine Art Hals mit einem kleinen Kopf und zwei Kamera-Augen. Und zwei Arme, die beide in Hände münden und von den Gelenken her ähnlich aufgebaut sind wie menschliche Arme.

Der Kopf und die Arme können aus der Entfernung von einem anderen Nutzer gesteuert werden. Über ein Oculus Rift virtual-reality headset.

Der Effekt: Der Träger des Roboters kann so auf die Entfernung von jemandem anderen angeleitet werden.
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Backpack-style robot companion gives wearer two functional extra hands

https://www.dezeen.com/2018/08/21/fusion-robot-backpack-yamen-saraiji-extra-arms/

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Das Video auf YouTube:

Fusion: Full Body Surrogacy for Collaborative Communication

https://www.youtube.com/watch?v=Nrc7gH6dydw

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Effektive Kommunikation sei ein Schlüsselfaktor, wenn es darum geht, Fähigkeiten an andere Personen weiterzugeben.

Eine Person kann die andere Person quasi direkt anleiten. Als ob sie hinter ihr stehen und ihr alle Handgriffe zeigen würde.

> "Fusion" enables body surrogacy by sharing the same point of view of two-person: a surrogate and an operator, and it extends the limbs mobility and actions of the operator using two robotic arms mounted on the surrogate body. These arms can be used independently of the surrogate arms for collaborative scenarios or can be linked to surrogate's arms to be used in remote assisting and supporting scenarios. Using Fusion, we realize three levels of bodily driven communication: Direct, Enforced, and Induced.

Es gibt verschiedene Modi: In der einen Variante hat der Robot zwei Hände und agiert eigenständig, kann den Robot-Träger so anleiten.

In dem anderen Modus entfallen die Hände. Die Enden der Roboterarme sind direkt mit den Handgelenken des Robot-Trägers verbunden (das ist die Enforced-Variante). Damit können Bewegungen direkt gezeigt werden.

Als "Induced" wird die Variante bezeichnet, wo der Robot dem Träger bsp. einen Weg zeigt.

Das "Anleiten auf die Entfernung" könnte in einigen Szenarien sehr interessant sein. Mal sehen, ob sich in ein paar Jahren solche Systeme so weiterentwickeln, daß sie in konkreten Situationen außerhalb von Forschungsprojekten genutzt werden.

Der Name "Fusion" ist wohl von dieser Überlegung hergeleitet:

> We demonstrate through this system the possibilities of truly embodying and transferring our body actions from one person to another, realizing true body communication.

Köperaktionen lassen sich so von einer Person zu einer anderen transferieren, so daß eine Körper-Kommunikation auf die Entfernung möglich ist.

Unter

Meet the guy with four arms, two of which someone else controls in VR

https://www.technologyreview.com/s/611745/meet-the-guy-with-four-arms-two-of-which-someone-else-controls-in-vr/

gibt es noch einige weitere Informationen. Demnach wären auch Einsatzmöglichkeiten wie physikalische Therapien denkbar, bei denen Personen Bewegungen wieder erlernen. Aktuell ist das noch ein Prototyp - mit einem Gewicht von 21 Pfund, also etwa 9,5 kg.

Hermano Igo Krebs, der sich am MIT lange mit "Rehabilitations-Robots" beschäftigt hat, sieht in Rehabilitationsmaßnahmen eher nicht eine zukünftige Verwendung. Aber er kann sich vorstellen, daß so ein Robot in verschiedensten anderen Situationen nützlich sein könnte. Angefangen im Weltraum.

Inzwischen laufen Vorbereitungen, das als Geschäftsidee weiterzutreiben.

Haboob - Massive Dust Storm in Phoenix, Arizona - Taken from Helicopter - Sandsturm, aufgenommen aus einem fliegenden Hubschrauber von Jason Ferguson

20.08.2018 23:41:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Photos von Naturereignissen zu machen: Das ist zwangsläufig ein Glücksspiel: Wann ist man schon zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort? Erst recht gilt das für Stürme, bei denen man zusätzlich das eigene Risiko minimieren sollte.

Aber manchmal haben Photographen auch Glück. Und sind zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. So ging es dem Photographen Jason Ferguson, der in einem Hubschrauber mitsamt Pilot unterwegs war.
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Incredible Photos of Massive Dust Storm Taken From Fleeing News Helicopter

https://mymodernmet.com/arizona-dust-storm-news-helicopter/

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In Phoenix, Arizona gab es Anfang August einen Haboob. Die Stürme werden im arabischen Raum auch Habub ( https://de.wikipedia.org/wiki/Habub ) genannt. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erreichen und wirbeln Sand bis auf eine Höhe von 800 Metern hoch.

In der Sahara treten diese Stürme im Zusammenhang mit Monsunwinden auf. In den USA können kollabierende Unwetter Haboobs auslösen. Das Unwetter sorgt dafür, daß Regen fällt, Windrichtungen können sich umdrehen. Die Wirkung:

> When the cold burst of air reaches the ground, it blows up dust from the desert which moves like a wall in front of the storm cloud.

Wenn die kalte Luft den Boden erreicht, bläst sie Sand aus der Wüste nach oben. Und bewegt sich wie eine Wand vor der Sturmwolke.

Die Geschwindigkeitsverhältnisse: Haboobs bewegen sich mit 20 - 60 Meilen pro Stunde (30 - 96 km/h). Der Hubschrauber fliegt mit etwa 100 Meilen pro Stunde (160 km/h), ist also deutlich schneller, so daß er nicht vom Haboob verschluckt wird. Außerhalb des Sturms zu bleiben ist Pflicht. Sonst wäre die Sicht gewaltig eingeschränkt.

Allerdings gibt es ein zweites Problem: Der Helikopter flog zunächst in einer Höhe von 800 Fuß (243 Meter). Die Sandstürme können aber eine Höhe von mehreren tausend Fuß haben, dieser hatte eine Höhe von etwa 6500 Fuß (1981 Meter).

Wenn es hier üblicherweise regnet oder stürmt, dann regnet es quasi überall, an den Rändern wird das allmählich schwächer. Dieser Sandsturm hat aber zumindest in der Vorwärtsbewegung einen klaren und relativ scharfen Beginn.

Man sieht das auf einigen der Bilder, die in dem obigen Beitrag gezeigt sind. Teils ist der Boden noch klar zu sehen. Teils ist der Boden unsichtbar. Vom Sand verschluckt. Wenn man da grade Fenster offen hat, dann dürfte so manches von dem Sand in Wohnungen landen.

Auf der Website

Chopperguy - Galleries

http://chopperguy.com/galleries

findet sich dieser Sandsturm noch gar nicht.

The General - ein achtstöckiges Wohnhochhaus in Melbourne mit Photovoltaic Glass an der Fassade - von C. Kairouz Architects

19.08.2018 23:48:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Solarpaneelen denkt man vielleicht an ein Entweder-Oder: Entweder nutzt man eine Glasscheibe, dann kann man durchsehen. Oder man nutzt die Fläche zur Stromerzeugung. Dann ist das blickdicht.

Inzwischen gibt es aber eine weitere Lösung: Photovoltaic Glass, da scheint Onyx Solar weltweit der Marktführer zu sein. Das sind Gläser, die entweder wie normale Glasscheiben verwendet werden und "Durchblick" gestatten. Zwischen den Glasscheiben befindet sich jedoch eine stromerzeugende Schicht. Die allerdings so dünn bzw. lichtdurchlässig ist, daß das Glas wie übliche Fensterscheiben verwendet werden kann.

Ferner gibt es Gläser, die absichtlich blickdicht sind. Etwa, weil die darunter liegende Struktur verborgen bleiben soll. Und die Strom erzeugen, ohne wie typische Solaranlagen auszusehen.

In Melbourne wurde nun "The General" fertiggestellt. Ein Wohnhochhaus, das Photovoltaic Glass an den Fassaden nutzt.
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Photovoltaic glass clads a sustainably minded residential tower in Melbourne

https://inhabitat.com/photovoltaic-glass-clads-a-sustainably-minded-residential-tower-in-melbourne/

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> an eight-story building that’s said to be Australia’s first-ever large-scale residential structure to use photovoltaic glass on its facade

In den ersten beiden Etwagen gibt es Platz für Geschäfte, drüber sind 87 Apartments untergebracht.

Das Gebäude sieht architektonisch nicht sonderlich spektakulär aus. Die beiden ersten Etagen erstrecken sich über eine größere Fläche, an einer Ecke gibt es einen Würfel, der nach oben geht.

Ein Statement des Architektenbüros:

> “Technically speaking, it displays a solar factor of 10%, making it an ideal candidate to achieve control over the interior temperature”

Die Fassade wirkt jedenfalls als UV- und Infrarot-Filter, läßt natürliches Licht durch - und produziert gleichzeitig Strom. 2.075 kWh können so pro Jahr produziert werden. Die Energie wird für Licht, Strom und Motoren genutzt.

Leider wird weder bei inhabitat noch auf der (langsamen) Seite der Architekten

The General

http://ckarchitects.com.au/portfolio-items/the-general-development/

genau mitgeteilt, welche Fassadenteile aus Photovoltaic Glass bestehen.

Sieht man sich die Beispiele bei Onyx Solar

PHOTOVOLTAIC SKYLIGHT

https://www.onyxsolar.com/product-services/photovoltaic-glass-solutions/pv-skylight

an, dann kann Photovoltaic Glass sowohl bei den Glasscheiben als auch (Typ PV Spandrel)

PHOTOVOLTAIC SPANDREL

https://www.onyxsolar.com/product-services/photovoltaic-glass-solutions/pv-spandrel

> Building envelopes traditionally call for spandrel glass wherever a construction material or structure needs to be hidden.

hinter den dunkleren Fassadenteilen stecken.

Die Projektliste bei Onyx Solar

https://www.onyxsolar.com/projects

listet diverse Projekte, wo dieses Photovoltaic Glass bereits eingesetzt wird. Allerdings scheinen die 2.075 kWh nicht so dolle zu sein. Ein Projekt in Europa von 2014

AZURMENDI RESTAURANT

https://www.onyxsolar.com/projects/11-projects/41-azurmendi-restaurant

hat die LEED Gold Certification, erhielt die Auszeichnung "Most Sustainable Restaurant in the World in 2014". Hat 200 Quadratmeter Photovoltaic Glass, eine semi-transparente 20 % Durchlässigkeit. Und erzeugt 16.380 kWh pro Jahr, also deutlich mehr als "The General". Ein Ein-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt 2.300 kWh pro Jahr, soviel erzeugt also "The General".

Chicken's House - ein Platz für Hühner, Enten und Kinder - mit vielen Ebenen, Leitern und höher gelegenen Rückzugsmöglichkeiten - von Tropical Space in Vietnam

18.08.2018 23:53:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer auf dem Land Hühner halten will, der steht zwangsläufig vor der Frage: Wie kann man den Hühnern einerseits möglichst viel Bewegung ermöglichen, andererseits aber sicherstellen, daß sie nicht davon fliegen und daß sie auch hinreichend geschützt sind.

In Vietnam wollte ein älteres Ehepaar aufs Land ziehen. Dort Hühner halten. Und es ihren Enkeln ermöglichen, häufig zu Besuch zu kommen. Das Ergebnis:

Ein 2 * 10 Meter großer Kasten mit einer Höhe von 2 Metern aus hellen Metallstreben, der mit einem Drahtgitter belegt ist, so daß die Hühner drin bleiben.

Innen gibt es diverse Wasserstellen und diverse Stufen. Die es Tieren und Kindern ermöglichen, herumzuklettern. Plus Pflanzen, die teils im Boden gepflanzt sind, teils in größeren Kübeln sind.
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Tropical Space creates playground for chickens and children in Vietnam

https://www.dezeen.com/2018/08/17/tropical-space-chickens-coop-vietnam-architecture/

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> that features a network of boxes, platforms and stairs

Ein Netzwerk von Boxen, Plattformen und Stufen.

An diversen Stellen gibt es kleine Mini-Stufen aus Metall. Die es den Küken ermöglichen, nach oben zu klettern.

> "The design team does not want to imprison the chickens in small cages. The chickens also need free space, air, a place to drink water, lay and hatch eggs,"

Die Hühner sollten nicht in kleinen Käfigen gehalten werden. Stattdessen sollte auch ihnen möglichst viel Freiraum zur Verfügung stehen. Plätze, wo sie trinken können, sich hinlegen und Eier legen können.

Die Seite von Tropical Space:

Chicken’s House

http://khonggiannhietdoi.com/chicken-house/

Demnach liegt das in My Hanh Nam, in der Long An Province. Diese liegt im Südwesten von Vietnam, grenzt im Nordwesten an Kambodscha und liegt direkt westlich von Ho-Chi-Minh.

Ein weiterer Gedanke:

> Basing on the chickens living habit, they often go up high in the dark. To create more activities for the them, the team creates additional vertical axis. The boxes are hung up and connected by lightweight stairs, the space below those boxes combined with the canopy to avoid sunlight.

Hühner suchen im Dunkeln gerne höhere Plätze auf. Deshalb diese "höheren Boxen", die über verschiedene Wege nach oben zugänglich sind. Gleichzeitig sorgen die höheren Elemente dafür, daß es drunter Wechsel zwischen sonnigen und schattigen Plätzen gibt.

Die Einsicht der Tropical Space - Mitarbeiter:

> When we finished the chicken house, we realized that sometimes humans also need to relax in order to have the freedom as chickens. The simple things make life more beautiful and lovely.

Die Erwachsenen, die sich selbst stressen. Da kann das Beobachten von Hühnern ein Ausgleich sein.

Der Boden wirkt aktuell noch etwas kahl. Und auf einem Bild ist ein Küken außerhalb zu sehen. Das sind Hühner und Enten, die gemeinsam dort gehalten werden.

WRECK von Bentu Design - Wasted Ceramics Get a Second Chance - Weggeworfene und verschwendete Keramik bekommt ein zweites Leben - in Chaozhou - China

17.08.2018 23:54:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Alltagsgegenstände wie Teller oder Schüsseln aus Keramik: Üblicherweise haben solche Gegenstände ein eher langes Leben. Und fehlt irgendwo einmal eine Ecke oder gibt es einen Riß am Rand: Dann wirft man das Stück noch lange nicht weg.

Aber: Weltweit wird das wohl teilweise anders gehandhabt. In Chaozhou, China gibt es eine keramische Industrie mit einer langen Tradition. In den letzten Jahrzehnten wurde dort für den Weltmarkt produziert. Inzwischen werden dort auch keramische Abfälle von anderswo wiederverwertet.

> Factories have been transformed into recycling centers for ceramic waste.

Aus Firmen für die Herstellung von Keramik wurden Firmen, die Keramikmüll recyceln. Allerdings kann derzeit nur ein kleiner Teil der Keramik wiederverwendet werden. Damit türmen sich die Berge.
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WRECK by Bentu Design: Wasted Ceramics Get a Second Chance

https://design-milk.com/wreck-by-bentu-design-wasted-ceramics-get-a-second-chance/

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> Bentu wanted to draw more attention to this issue through an exhibition presented during Shenzhen Design Week called: “WRECK–Regeneration Experiment of Wasted Daily-use Ceramics from Chaozhou, China”

Teils werden neue Gegenstände daraus gemacht. Bänke, Tische und kleine Hocker. Wobei das Rohmaterial nicht vollständig, sondern nur teilweise zerkleinert wird. So daß die ehemaligen Keramikteile in den kompakten Blöcken sichtbar bleiben.

Ein Video:

Wreck: Experiment of Wasted Daily-use Ceramics from Chaozhou, China

https://vimeo.com/283419977

Da sieht man einerseits "Berge zerbrochener Keramik". Andererseits auch die Neuerstellung, wo eine Masse, bestehend aus Bruchstücken und neuem flüssigen Material gerührt wird.

Die Seite des Studios:

失体 — 中国潮州日用废瓷概念展
WRECK—Concept Exhibition of Wasted Daily-use Ceramics from Chaozhou, China

http://www.bentudesign.com/views.asp?b_classid=101&yid=338

Demnach ist Chaozhou schon seit mehreren tausend Jahren ein Keramikzentrum.

> In the 20th century, economic globalization swept over the world, neat and orderly-planed old towns rapidly disappeared, as well as the traditional rural culture that rooted in consanguinity and regionalism.

Im 20. Jahrhundert schwappte die Globalisierung über Chaozhou.

> In the 21st century, Chaozhou supplies 70% of the total ceramic commodities for the world, becoming the world's largest daily-use ceramics production base. However, behind the huge output and commercial value of the industry are dumping price, excess capacity, dust pollution, irresponsibly disposal...... Desire is out of control.

Im 21. Jahrhundert kamen 70 % der Keramikgüter aus Chaozhou. Aber dahinter stecken Dumpingpreise, Überkapazitäten, Umweltverschmutzung.

Ein Unternehmen wird mit 1000 Tonnen unbrauchbarer Keramik pro Jahr beliefert. Das sind nicht nur Reste der Keramikfabriken vor Ort, sondern auch von anderswo.

Breath Marks - Transforming a waste Incinerator into a public Art Project - eine unbrauchbare Müllverbrennungsanlage wird zum lokalen Treffpunkt - in Doksan-dong, Geumcheon-gu in Seoul - von Urban Society

16.08.2018 23:48:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine alte, kleine gemauerte Müllverbrennungsanlage. Die aus bräunlichen Backsteinen besteht, natürlich verrußt und dreckig ist und die in Doksan-dong im Stadtteil Geumcheon-gu in Seoul zu finden ist. In den 1980ern erbaut, ab den 1990ern als Warenlager verwendet. Was macht man damit?

Das Architekturstudio Urban Society hat daraus ein kleines Schmuckstück gemacht. Es wurden 3000 Kacheln erstellt, in einer Größe von 15 x 15 Zentimetern. Da durfte wohl, wenn ich das richtig verstanden habe, diverse Schüler der nahegelegenen Grundschule und andere Bewohner aus der Umgebung, mal kräftig pusten. So daß die blaue Farbe individuell auf der einzelnen Kachel verteilt wurde, damit 3000 Kacheln entstanden, die alle unterschiedlich aussehen.

Damit wurde die ehemalige Müllverbrennungsanlage außen komplett und innen teilweise gekachelt.

So daß es nun einen kleinen Treffpunkt für die dortige Bevölkerung gibt.
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urban society transforms a waste incinerator with tiles bearing the breath of local residents

https://www.designboom.com/architecture/urban-society-waste-incinerator-public-art-tiles-breath-seoul-08-16-2018/

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Das Ziel:

> the goal of the proposal is to provide a safe and clean environment for students, parents, and local residents, creating a cultural space which the school and the community can both share.

Eine sichere und saubere Umgebung für Studenten, Eltern und lokale Bewohner, ein kultureller Ort, den sich die Schule und die Bevölkerung teilen können.

Ganz unten findet man in dem obigen Beitrag ein Bild, wie die Müllverbrennungsanlage davor ausgesehen hat. Ein unwirtlicher Ort, an dem sich wohl niemand freiwillig aufhalten wollte.

Die Bilder gibt es nochmals in einem etwas größeren Format auf der Seite des Studios:

Breath marks

http://urbansociety.co.kr/item-detail.html?id=47#1

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Allerdings fehlt dort eine englische Variante. Wenn man sich die Texte mit Google-Translate übersetzt: Der Zugang zu der ehemaligen Müllverbrennungsanlage erfolgt vom Schulhof her. Der Raum ist also von außen her nicht direkt erreichbar. Man muß erst durch ein abschließbares Tor durch, um den Raum betreten zu können.

Zwei Wände schließen am öffentlichen Straßenraum an. Die zusätzliche Mauer, die einen überdachten Platz bis zum öffentlichen Raum schaffte, wurde abgerissen. Damit wurde der öffentlich zugängliche Raum an dieser Stelle etwas erweitert. Damit steht dort auch für das Überqueren der Straße mehr Platz zur Verfügung.

Ferner wurde eine Umfrage gemacht. Was wünschen sich Anwohner für die Gegend? Da wurden etwa 300 Personen befragt. 12 % wollten einen Raum zum Entspannen. 81 % waren an einem sauberen und sicheren Platz interessiert. 7 % wollten einen Raum, um sich über lokale Dinge austauschen zu können.

Die Wirkung auf die Umgebung dürfte ziemlich massiv sein: Davor eine unansehnliche Ecke. Nun ein hell erleuchtetes Schmuckstück, das man gerne aufsucht. Hinzu haben sich all jene Personen, deren Atem genutzt wurde, um die Kacheln zu erstellen, da selbst verewigt.

BikeSphere - rotierende rote Abstandsstreifen um einen Fahrradfahrer in der Dunkelheit - von Trendy Drivers - Michelin Spanien

15.08.2018 23:29:23, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei manchen Ideen fragt man sich, warum sich diese nicht schon seit Jahren massiv ausbreiten. So hat Michelin im Juni 2017 eine Lösung im Rahmen von "Trendy Drivers" vorgestellt, die Fahrradfahrer in der Dunkelheit mit einem roten, rotierenden Ring aus einer Laserquelle umgibt. So daß Autofahrer sehen, wieviel Platz das Fahrrad auf jeden Fall benötigt.

Das ist zunächst die einfache Nutzung. Zusätzlich ist das Gerät aber mit Sensoren ausgestattet, die darauf reagieren, daß ein Auto von hinten her kommt. Dann werden die rotierenden Streifen zu Doppelstreifen und die Rotationsgeschwindigkeit steigt. Man könnte auch sagen: Dem Autofahrer wird unmißverständlich klargemacht, wieviel Platz der Fahrradfahrer benötigt.
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Trendy Drivers vuelve con BikeSphere

https://www.youtube.com/watch?v=Esc1oU8NKwU

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Das wurde auf Trendy Drivers

BikeSphere

https://trendydrivers.michelin.es/ideas/bikesphere

vorgestellt. Leider gibt es den Text dort nur auf spanisch.

Licht- und Entfernungssensoren beobachten die Umgebung. Durch die Rotation ist der Radfahrer bereits direkt besser sichtbar.

Bei normalem Tageslicht bleibt das ausgeschaltet. Das aktiviert sich erst in der Dunkelheit. Ferner ist das auch für den Fahrradfahrer ein Hinweis, daß sich ein Auto von hinten nähert.

Technisch ist das ein kugelförmiges Gerät, das am Lenker bzw. drunter angebracht wird. Tagsüber kann das als normale, weiße Lampe leuchten.

Designboom hatte im Juni 2017 darüber berichtet:

michelin’s ‘bikesphere’ protects cyclists from cars inside a ring of red light

https://www.designboom.com/technology/michelin-trendy-drivers-bikesphere-06-09-2017/

Demnach hat Michelin eine Unfallstatistik: Jeder fünfte Autofahrer unterschreitet die vom Fahrradfahrer benötigte Sicherheitsdistanz. Es gäbe über 5000 Unfälle pro Jahr, die vermeidbar wären.

Da findet sich etwas zu "Trendy Drivers":

> the bikesphere is the first product to come out of michelin’s ‘trendy drivers’ movement, which seeks to change the habits of drivers and reduce accidents on the road. the movement crowdsources ideas, giving them the money needed to get off the ground in order to start reducing road traffic incidents.

BikeSphere ist das erste Produkt, das im Rahmen von "Trendy Drivers" entstanden ist. Da soll für solche Ideen, die das Risiko von Unfällen verringern, Geld bereitgestellt werden.

photokinetic E. coli - Mit Escherichia coli - Bakterien die Mona Lisa malen - italienische Forscher steuern die Geschwindigkeit und Dichte von Bakterien über Licht und gestalten damit Bilder

14.08.2018 23:30:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann man Millionen von Bakterien so steuern, daß sie sich "wie gewünscht" verhalten? Forschern der Sapienza University of Rome ist es gelungen, Bakterien so genetisch zu manipulieren, daß sich ihre Geschwindigkeit mit Licht steuern läßt.

Dann:

> ‘swimming bacteria, much like cars in city traffic, are known to accumulate in areas where their speed decreases,’ the scientists describe.‘by controlling swimming speed with proteorhodopsin, researchers can manipulate the local density of bacteria simply by projecting different patterns of light.’

So, wie sich Autos in der City stauen können, läßt sich auch die Konzentration von Bakterien an bestimmten Stellen erhöhen, indem die Geschwindigkeit abgesenkt wird. Das gelingt über bestimmte Lichtmuster.
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italian scientists use bacteria to 'paint' the mona lisa

https://www.designboom.com/technology/mona-lisa-bacteria-italian-scientists-08-14-2018/

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Den Artikel zu der Forschungsarbeit gibt es hier:

Dynamic density shaping of photokinetic E. coli

https://elifesciences.org/articles/36608

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Aus dem Abstract:

> Here we demonstrate that millions of bacteria, genetically modified to swim smoothly with a light controllable speed, can be arranged into complex and reconfigurable density patterns using a digital light projector. We show that a homogeneous sea of freely swimming bacteria can be made to morph between complex shapes. We model non-local effects arising from memory in light response and show how these can be mitigated by a feedback control strategy resulting in the detailed reproduction of grayscale density images.

Millionen von Bakterien können in komplexen und veränderbaren Dichtemustern angeordnet werden. Über einen digitalen Licht-Projektor. Ausgangspunkt ist eine homogene schwimmende Menge von Bakterien, die zunächst gleichmäßig verteilt sein dürften.

Die Escherichia coli - Bakterien haben eine Art Propeller-Antrieb. Diese werden in der Zelle angetrieben, benötigen dafür aber Energie. Proteorhodopsin, ein Protein, wirkt wie eine Solarzelle.

> In cells powered by proteorhodopsin, the intensity of light from their environment determines their swimming speed: brighter light means faster movement, and less light, slower movement.

Helleres Licht sorgt für eine höhere Geschwindigkeit, weniger Licht führt zu einer Reduktion der Geschwindigkeit. Allerdings:

> The results showed that the bacteria responded slowly to these stimuli, which was the main factor limiting the resolution of the final pattern they formed.

Zuerst war das limitiert, weil die Bakterien relativ langsam auf die Lichtänderungen reagierten. Aber dann:

> A simple feedback mechanism, which compared the pattern formed by the cells to the desired image and updated the projected light accordingly, was enough to solve this problem.

Dann wurde ein Rückkoppelungsmechanismus eingebaut, der das aktuelle "Bakterienbild" mit dem gewünschten Bild abglich und das projizierte Licht anpaßte. Das genügte, um ein hinreichend genaues Bild zu produzieren.

Was kann man damit machen?

> This work allows us to control the movement of large populations of bacteria more precisely than ever before. This could be extremely valuable for building the next generation of microscopic devices. For example, bacteria could be made to surround a larger object such as a machine part or a drug carrier, and then used as living propellers to transport it where it is needed.

Damit lassen sich die Bewegungen großer Bakterienpopulationen weitaus besser als bisher beeinflussen. Damit könnten "mikroskopische Transporter" produziert werden.

Auf YouTube gibt es ein kleines Video, das heute hochgeladen wurde:

Dynamic density shaping of photokinetic E. coli

https://www.youtube.com/watch?v=8jWS4ji0KaY

Bei dem YouTube-Video ist auch auf den obigen Beitrag verlinkt.

Curved Benches with Thin Strips of Steam-Bent Hardwood, Kurvenreiche Bänke aus dünnen Streifen von dampfgebogenem Hartholz - Matthias Pliessnig aus Brooklyn nutzt eine eigene Technik

13.08.2018 23:48:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei solchen Produkten staunt man doch: Eine Bank aus feinen Holzstreifen. Aber nicht nach dem Muster "Brett zum Draufsitzen und Füße dran". Sondern aus diversen feinen, nicht enden wollenden Holzstreifen in Quer- und Längsrichtung. Und auch das nicht nach dem Muster "waagerechte Sitzfläche, irgendwie Füße". Sondern in Form einer geschwungenen, bogenförmigen Struktur, bei der es keine Ecken und Winkel gibt.

Der in Brooklyn beheimatete Holzkünstler Matthias Pliessnig nutzt dafür eine eigene Technik.
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Sinuously Curved Benches Made with Thin Strips of Steam-Bent Hardwood

https://www.thisiscolossal.com/2018/08/benches-made-by-steam-bent-hardwood-by-matthias-pliessnig/

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Das Prinzip scheint nur auf thisiscolossal kurz beschrieben zu sein.

Er war 2006 an der University of Wisconsin-Madison und studierte dort Bootbautechniken aus Holz. Da entdeckte er, daß er die Techniken des Bootbaus dafür verwenden kann, daß er das Ergebnis gewissermaßen umdreht. Und so eine stabile Sitzbank bekommt. Er designte Objekte unter Verwendung von Rhinoceros 3-D software.

Dann:

> Pliessnig places a strips of wood into a tube filled with hot steam. After ten minutes the wood is malleable enough to bend into his desired shape, but only for about 30 seconds. In eight hours, the wood is fully hardened, and back to its original strength

Ein Holzstreifen in ein Rohr, gefüllt mit heißem Dampf. Nach zehn Minuten ist das Holz formbar genug, um es in die gewünschte Form zu biegen. Aber das gilt nur für etwa 30 Sekunden. Nach 8 Stunden härtet das Holz wieder so aus, daß es die ursprüngliche Festigkeit hat.

Auf der Website

http://www.matthias-studio.com/

gibt es zwar unter dem Punkt "Seating" unten die drei Punkte Small / Medium / Large

http://www.matthias-studio.com/large/

mit diversen Bänken, die an verschiedenen Orten stehen. Teils wirken die Bänke wie eigene Kunstwerke, bei denen man gar nicht auf die Idee kommen würde, diese anzufassen. Aber es sind auch Bilder dabei, wo die Bank-Skulpturen einfach als Bänke genutzt werden - zum Sitzen und Sich-Unterhalten.

Allerdings findet sich dort nirgendwo ein Hinweis zur Herstellungstechnik.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/matthiaspliessnig/

gibt es drei Bilder, die diese "Dampfröhre" zu zeigen scheinen:

https://www.instagram.com/p/BBTRlJELQj5/

https://www.instagram.com/p/BBSoYl5LQn9/

https://www.instagram.com/p/BBSWk2-rQmr/

Ansonsten noch diverse Photos von einzelnen Objekten sowie aus der Werkstatt.

Auf YouTube gibt es zwei relativ kurze Videos:

Matthias Pliessnig

https://www.youtube.com/watch?v=1iQN2VtWEz0

Da sieht man einmal die sehr lange Röhre, in der diverse Holzstreifen grade im Dampf "eingeweicht" werden. Die werden im biegsamen Zustand herausgenommen und müssen dann sehr schnell entsprechend in Form gebracht und mit Zwingen fixiert werden.

Ein zweites Video

PVD, the process

https://www.youtube.com/watch?v=VNG3RIojDxA

zeigt als Timelapse den teilweisen Aufbau einer Bank.

Rail-Car 01 Callatis - Umgebauter Ford Minivan als Transporter auf Schienen - die Wassertalbahn in den rumänischen Karpaten - neben Dieselloks zum Holztransport und Dampflokomotiven für Touristen

12.08.2018 23:47:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die rumänischen Karpaten sind ein riesengroßes Waldgebiet. Dort wurde 1932 die Wassertalbahn in Betrieb genommen. Das ist eine schmalspurige Waldbahn, die von Vișeu de Sus in die Karpaten führt. Genutzt wurde sie vorrangig dafür, Holz zu transportieren.

Inzwischen werden teils Dieselloks eingesetzt, teils noch die alten Dampflokomotiven. Letztere allerdings vorrangig für touristische Zwecke.

Aber zusätzlich - gibt es umgebaute alte Ford Minivan, die nun als Transportmittel verwendet werden.
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Minivan Railway

https://theawesomer.com/minivan-railway/486426/

Das Video direkt:

minivan on rails, Vaser Valley Railway, Romania

https://www.youtube.com/watch?v=0zeBIxI7n1I

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Aus dem Videotext:

> Die private Draisine 01 CALLATIS wurde aus einem Ford Transporter umgebaut, gebraucht erworben von einer deutschen Feuerwehr. Der Fahrer bedient Zündung, Gänge und Gaspedal wie in einem normalen Auto. Das Lenkrad wirkt auf die Bremse.

Das ist also ein "etwas modifiziertes Auto", das statt der normalen Räder Räder hat, wie sie auch für Lokomotiven verwendet werden. Über eingebaute Weichen gibt es Abstellplätze, von dort her kann die Wassertalbahn befahren werden.

Was macht man, wenn man zurückfahren möchte?

> Das Fahrzeug hat einen Rueckwaertsgang, der aber nur fuer kurze Strecken genutzt wird. Fuer laengere Strecken kann man die Draisine auf der Stelle wenden, mit einer Platte die im Schwerpunkt des Fahrzeugs auf die Schienen abgesenkt wird.

Das Wenden des Fahrzeugs sieht man ab etwa 02:30: Da werden erst zwei kräftige Holzbohlen auf die Schienen gelegt. Dann wird eine Stahlplatte heruntergedreht, bis sie auf den Holzbohlen aufliegt. Über ein Gewinde wird das Fahrzeug hochgedreht, so daß es nicht mehr auf den Schienen steht.

Dann wird es um 180° gedreht, bis es wieder über den Schienen steht. Und langsam wieder abgesenkt.

Ein zweites, noch etwas älteres Video:

Mit dem Ford Transit auf der Wassertalbahn HD

https://www.youtube.com/watch?v=6BxdMJaCGvw

Da wird ein zweites umgebautes Auto, ein Ford Transit, verwendet, um Waldarbeiter zu den entlegenen Einsatzorten zu bringen. In dem Video tauchen noch weitere Rail-Cars auf. Und manchmal müssen die Rail-Cars auf Nebengleise ausweichen, um die Dampflok durchzulassen.

Ein längeres Video (16:29) von 2016

Die Wassertalbahn - Rumäniens letzte betriebsfähige Waldeisenbahn

https://www.youtube.com/watch?v=D9cGlrUGwX0

zeigt nach 38 Sekunden eine Karte.

> Gab es 1989 in Rumänien noch über 15 Waldbahnen mit einer Gesamtlänge von fast 1000 km, so ist heute die etwa 50 km lange Wassertalbahn die einzige Bahn, die neben Fahrten für Touristen noch ihren ursprünglichen Zweck, den Holztransport erfüllt.

Immerhin lassen sich über diese Rail-Car - Lösungen die verlegten Gleise weiterhin nutzen. Denn Straßen gibt es dort nur eher wenige bzw. unbefestigt.

Allerdings werden laut Wikipedia

Die Wassertalbahn

https://de.wikipedia.org/wiki/Wassertalbahn

die Dampfloks im wesentlichen nur noch für touristische Zwecke eingesetzt. Für den Holztransport gibt es dagegen Dieselloks.

Das Video

Wassertalbahn , Produktionszüge, Regeldienst, kleine Krauss Teil 4

https://www.youtube.com/watch?v=gGWjN57zCyE

zeigt mehrere dieser Transporte. Das sind (wenn ich mich nicht verzählt habe) 17 Wagen mit Baumstämmen gewesen. Die Geschwindigkeit ist eher gemächlich, von 10 km/h ist die Rede. So daß für die 30 Kilometer von Faina bis zum Sägewerk bei Vișeu de Sus etwa 3 Stunden benötigt werden.

Gegen diese langen Holztransporte sind die Rail-Cars Winzlinge.

FrogLog: Animal Escape Ramp for Swimming Pools - einfaches Rettungssystem für den Weg aus dem Wasser - damit kleine Tiere nicht im Wasser ertrinken und dieses verunreinigen

11.08.2018 23:52:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Deutschland bzw. erst recht hier in Berlin: Da gibt es natürlich - in der Mieterhauptstadt - nicht allzu viele Häuser mit eigenem Swimmingpool im Garten.

Aber in den USA, wo viel Platz ist und wo in manchen Staaten die Temperaturen doch deutlich höher sind: Da gibt es diverse Häuser, die im Garten einen eigenen Swimmingpool haben.

Und damit ein Problem, das - grade bei höheren Temperaturen - immer wieder auftreten könnte: Kleine Tiere aus der Umgebung nutzen den Pool. Zum Trinken, zum Abkühlen. Und kommen dann nicht mehr aus dem Wasser heraus.

Ergebnis: Irgendwann ertrinken sie oder sterben aufgrund von Futtermangel. Verwesen und verunreinigen damit das Wasser.

In den USA gibt es deshalb - bereits seit 2004 - FrogLog. Ein einfaches "Rettungssystem" für Tiere, die auf der Suche nach Wasser im Swimmingpool gelandet sind und nicht mehr herauskommen.
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Save local wildlife with a stylish FrogLog in your pool

https://inhabitat.com/save-local-wildlife-with-a-stylish-froglog-in-your-pool/

Die Website: FrogLog

https://froglog.us/

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> The FrogLog Project started in 2004 to help my good friends who were always finding dead frogs in their pool.

Gründer ist der Biologe Rich Mason.

Das Wirkungsprinzip:

How it works:

https://froglog.us/pages/how-it-works

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> When frogs, chipmunks, salamanders, or other animals enter a pool, they automatically swim toward the pool wall attempting to escape.

Wenn Tiere wie Frösche, Streifenhörnchen, Salamander und andere kleine Tiere im Pool landen, dann schwimmen sie zum Poolrand in der Hoffnung, daß sie dort wieder herauskommen.

> This is their instinct. Unfortunately, most animals will never be able to escape the pool as there is no way for the animal to exit the water easily over the pool coping to safety.

Allerdings schaffen das die meisten Tiere nicht. Weil der Abstand einfach zu groß ist.

> When the animal gets so tired, it typically either drowns, or gets sucked into the skimmer basket. For frogs, toads and salamanders, their permeable skin allows chlorine to enter their bloodstream. This will eventually kill the animal if it stays in the chlorinated water to long.

Wenn sie schwächer werden, ertrinken sie entweder direkt. Oder sie verheddern sich in einem Sieb. Für Tiere wie Frösche, Kröten und Salamander ist das Chlorwasser gefährlich, weil Chlor über die Haut direkt in den Blutkreislauf kommen kann. Das kann bei hinreichend langer Zeit im Wasser direkt tödlich sein.

Die Lösung: Ein Teil, das auf dem Wasser schwimmt und das einen gitterartigen Rand hat, der unterhalb der Wasseroberfläche ist. Da kommen Tiere aber leicht drauf und haben damit wieder "Boden unter den Füßen". Von dort kommen sie auf das blaue Teil und sind damit außerhalb des Wassers. Das blaue Teil hat eine Art "Stoffgitter", das als Weg über den Poolrand dient. Draußen hängt ein Beutel dran, der wahrscheinlich mit Sand aufgefüllt wird und der so für einen festen Ort sorgt.

Die "floating Platform" wird einfach aufgeblasen. In den Beutel kann Sand oder Kies rein. Manche Kunden, die in windigen Gegenden wohnen, nutzen auch Tauchgewichte, um den Beutel windfest zu machen. Dann werden ein oder mehrere dieser FrogLogs am Poolrand verteilt.

Interessant ist der Hinweis: Welche Tiere nutzen das?

https://froglog.us/pages/what-animals

Frösche, Kröten, Eidechsen, Salamander, Mäuse und Eichhörnchen kommen unmittelbar damit klar. Kunden haben Photos geschickt mit Entenküken, Schlangen, Streifenhörnchen, Baby-Kaninchen, Fledermäusen und Vögeln. Einzelne Photos gab es mit Igeln und anderen Tieren. Ebenfalls bemerkenswert:

> Swimming pool owners have sent us emails stating that far fewer beetles, bees, and spiders are found in their skimmers after placing FrogLogs in their pool.

Nach dem Einsatz von FrogLog gab es weniger Käfer, Bienen und Spinnen in den Filtern. Auch für diese Tiere scheint so eine Konstruktion hilfreich zu sein.

Auch zu einem Gürteltier und einem Opossum gab es Berichte.

22,99 Dollar kostet ein Exemplar, bei größeren Pools sollte man mehrere FrogLogs nutzen. Das dürfte sich für Poolbesitzer schnell rechnen, wenn die Tiere rauskommen. Und nicht im Wasser verenden und das Wasser damit massiv verschmutzen.

Ein Video von 2012:

FrogLog: Animal Escape Ramp for Swimming Pools

https://www.youtube.com/watch?v=daMjqc8OdJQ

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Der eine Frosch schafft sogar den Sprung direkt von der floating Platform nach draußen. Der andere kommt über das Verbindungsstück hoch. Und auch Eidechsen und eine Maus kommen so wieder nach draußen.

Wechsel bei den fünf meistbesuchten Websites - YouTube dürfte Facebook überholen, Amazon Yahoo - Facebook-Traffic innerhalb von zwei Jahren fast halbiert

10.08.2018 23:54:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei solchen Daten zuckt man schon fast zusammen. Ganz unabhängig davon, ob man selbst eine der Plattformen nutzt oder nicht.

In den letzten Jahren war die Rangfolge der fünf meist besuchten Websites konstant:

Google - Facebook - YouTube - Yahoo - Amazon.

Nun deuten sich zwei Wechsel an: Die zu der neuen Reihenfolge

Google - YouTube (eine Google-Tochter) - Facebook - Amazon - Yahoo

führen könnte.
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Paradigm Shift: Impending Shakeup in Top Five Websites

https://market-intelligence.io/analysis/shakeup-in-top-five-websites/

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Das Ganze könnte in den nächsten zwei bis drei Monaten passieren.

Wenn man allerdings die Daten genauer betrachtet, dann ist Facebook der riesengroße Verlierer.

In den beiden letzten Jahren sank demnach der Google-Traffic von etwa 18 Milliarden Visits pro Monat auf 15 Milliarden. Da sei teils der Wechsel zu Apps oder zur Voice Search wesentlicher Grund.

Bei Facebook ist das dramatischer: Von 8,5 Milliarden Visits pro Monat auf etwa 4,7 Milliarden. Also fast eine Halbierung. Allerdings wuchs das gesamte Ökosystem Facebook:

> Yes, visits to the “flagship” website in the U.S. are down, but their entire network continues to grow. Their app usage is large and increasing, and they increasingly find growth from other parts of their portfolio, such as Instagram and Messenger. Users of the Instagram Android app, for example, now average 56 minutes a day on the app, up from 27 minutes a year ago.

YouTube ist im Zwei-Jahresvergleich eher stabil bzw. - mit Blick auf die Grafik - leicht gesunken. Stieg aber in den letzten Monaten tendenziell an und kommt aktuell auf 4,5 Milliarden Visits, also knapp unter die 4,7 Milliarden von Facebook.

YouTube ist die zentrale Anlaufstelle für Entertainment für die jüngere Generation. Sowie die wichtigste Anlaufstelle für Videocontent - im Gegensatz zu schriftlichem Content.

Vier Unternehmen sind erfolgreiche Brands - und dann gibt es noch Yahoo. Zwar weiterhin mit hohem Traffic, aber auch ein Rückgang von 2,9 Milliarden auf 1,9 Milliarden innerhalb von zwei Jahren. Ein Satz, der das Dilemma beschreibt:

> Yahoo’s decline reflects in part the winner-take-all nature of many digital markets – weaker technology and frequent pivots left Yahoo with good-but-not-dominant positions in the fundamental areas of the Internet economy such as search, advertising, content, and social.

Der Gewinner bekommt alles. Yahoo hatte immer wieder die schwächere Technologie, diverse Wechsel. Eine gute, aber nicht dominante Position in den verschiedenen Bereichen. Wobei mich persönlich wundert, daß sich Yahoo immer noch so hält.

Amazon nimmt eine Sonderposition ein. Die anderen Plattformen machen mindestens 90 Prozent ihrer Umsätze per Werbung. Amazon hat zu 3/4 Einnahmen aus Transaktionen. Bei Transaktionen sind grundsätzlich eher weniger Seitenaufrufe notwendig, um finanziell erfolgreich zu sein. Zweimal wurde Yahoo bereits eingeholt: In der Feriensaison 2017 und im Juli 2018. Setzen sich diese Entwicklungen fort, würde Amazon Yahoo bald beim monatlichen Traffic überholen.

Man sollte dabei allerdings nicht vergessen, daß dies nur die "Top Five US Websites" sind. In Asien sind in den letzten 5 - 10 Jahren diverse Dienste entstanden, die größtenteils mobil genutzt werden. Und die damit aus solchen Zählungen grundsätzlich herausfallen dürften.

The Floating Island - ein schwimmender Pavillon auf einem Kanal in Brügge - zur Triennale Brugge 2018 - von OBBA und Dertien12

09.08.2018 23:09:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Brügge hat viele Kanäle und wird manchmal auch als das "Venedig des Nordens" bezeichnet. Die historische Struktur stammt größtenteils noch aus dem Mittelalter. Der mittelalterliche Stadtkern ist seit dem Jahr 2000 Weltkulturerbe.

Aber: Die Kanäle sind ja - noch dazu bei den aktuellen Temperaturen - sehr angenehm. Nur hat nicht jeder ein Boot.

Zur Triennale Brugge 2018 haben deshalb OBBA und Dertien12 einen Pavillon entwickelt, der nun auf einem Kanal fest anliegt. Der aber die Kanalfläche auf eine ganz neue Art und Weise nutzbar macht.
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The Floating Island / OBBA & Dertien12

https://www.archdaily.com/899820/the-floating-island-obba-and-dertien12

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Der Kanal wird von den Architekten als das einzigartige Element bezeichnet, das typisch für Brügge sei.

Eigentlich ist das ganz einfach: Eine schlangenförmige Struktur, ein Metallgestänge, drüber Holzplatten, drunter Potons. Auf diesen schwimmt der Pavillon auf dem Kanal, ist aber durch zwei Wege vom Ufer her zugänglich.

Und dann gibt es ein Band, das auf diversen weißen Pfosten in einer Höhe von vielleicht 2 Metern läuft. Von diesem hängen weiße Schnüre bis nach unten. Oder sind an einer Stelle schräg gespannt, so daß Kinder dort klettern können.

An einer Stelle ist auch das Wasser mit so einem Gitter überspannt, so daß sich eine Art "Hängematte über dem Wasser" ergibt, die von vielen Personen gleichzeitig genutzt werden kann.

Die Wirkung: Das dürfte natürlich ständig wackeln, wenn man sich auf diesem Pavillon bewegt. Oder man setzt sich ruhig hin, womöglich mit den Beinen direkt ins Wasser. Und spürt das Schaukeln. Der eigentliche Rand zum Wasser ist nicht abgegrenzt.

Durch diese weißen, beweglichen Schnüre ergibt sich ein verblüffender Effekt: Das ist offen und geschlossen - gleichzeitig. Man kann sich ans Wasser setzen. Dann grenzt der Vorhang einen nach hinten hin ab. Oder man beobachtet, wie der Wind mit dem Vorhang spielt. Oder man liest ein Buch.

Auf der Triennale-Seite:

THE INSTALLATION - THE FLOATING ISLAND

https://triennalebrugge.be/en/installation/obba-the-floating-island

Eigentlich ist die Idee als Einmal-Pavillon viel zu schade. Stellt man sich das allerdings in einer Stadt wie Berlin als Dauereinrichtung vor, dann bestünde hier schnell das Risiko, daß zu viele Leute gleichzeitig drauf wollen. Oder daß der Besucheransturm so heftig wird, daß diese "luftig-leichte Struktur" Schaden nimmt. Insofern müßte ein regelmäßiger Wartungsaufwand eingeplant werden.

Laut

BRUGGE TRIENNALE 2018 - THE FLOATING ISLAND

http://www.o-bba.com/projects/38

ist der Pavillon noch bis zum 16.09.2018 zugänglich.

The El Cerrito Recycling and Environmental Resource Center - LEED Platinum Refresh - Recycling-Leuchtturm in Kalifornien wird erneut ausgezeichnet - Noll & Tam Architects

08.08.2018 23:57:00, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Deutschland würde man so ein Zentrum wohl schnöde als Recyclinghof bezeichnen. Nicht unbedingt etwas, das man mit Passivhaus oder einem Null-Energie-Verbrauch in Zusammenhang bringt.

Aber in Kalifornien gibt es seit 2012 das El Cerrito Recycling and Environmental Resource Center. Das hat schon 2013 eine LEED Platinum - Auszeichnung erhalten. Die wurde nun - erneuert.
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A California beacon of sustainability gets a LEED Platinum refresh

https://inhabitat.com/a-california-beacon-of-sustainability-gets-a-leed-platinum-refresh/

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Die Anlage besteht aus diversen öffentlich zugänglichen Behältern, in denen verschiedenste Wertstoffe gesammelt werden. Diese sind kreisförmit angeordnet. Von innen her können Besucher mit dem Auto direkt vor den passenden Behälter fahren. Außen gibt es um die Behälter einen zweiten Asphaltring, der dazu genutzt werden kann, die Behälter auszutauschen.

Die Behälter sind überdacht. Mit einer Konstruktion aus Betonblöcken, die einzelne Stahlstreben tragen. Darauf eine Holzkonstruktion, die ein Wellblechdach trägt, das zusätzlich mit Solarpaneelen bestückt ist.

Wenn man bei Google-Maps sucht und sich reinzoomt, sieht man die Kreisstruktur sehr schön. Außen der Asphaltring, dann das Dach mit den Solaranlagen.

El Cerrito Recycling Center

Gegründet wurde es in den 1970er Jahren. Es strahlte bald in die Gegend aus, so daß sich auch Leute aus der weiteren Umgebung von San Francisco dafür interessierten. Für die Betonblöcke, das Holz und die Wellblechdächer wurde auf Recycling-Material zurückgegriffen.

Ein Photo weist darauf hin, daß dort auch diverse Bücher abgegeben und mitgenommen werden können.

Aufgrund der klimatischen Bedingungen kommt das Center die meiste Zeit des Jahres passiv über die Runden. Die 12 kW - Anlage der Solardächer genügt, damit das Center nicht auf Netzstrom angewiesen ist. Inzwischen ist noch eine zweite 8,8 kW - Anlage dazugekommen. Mit der lassen sich E-Autos aufladen und die sonstige Technik des Centers betreiben.

Wasser wird über Zisternen aufgefangen, ferner gibt es sowohl natürliche als auch Wintergärten, die Wasser auffangen.

Auf der Seite der Architekten

EL CERRITO RECYCLING CENTER - A LIVING MODEL OF NET-ZERO WASTE, RESTORATION AND REGENERATION

http://www.nollandtam.com/portfolio/civic_transit/el_cerrito_recycling_and_environmental_resource_center

gibt es weitere Bilder (Bild 4 und 5 oben), die zeigen, wie die Gebäude aufgebaut sind. Von dort:

> This design-build project transformed a beloved neighborhood resource into a destination built around sustainability. The new Recycling and Environmental Resource Center serves an average of 400 visitors a day with a circular site plan that safely separates operations and visitors’ paths of travel.

400 Besucher kann das Center pro Tag bewältigen. Das sind bei 8 Stunden im Schnitt 50 pro Stunde.

Das LEED-System:

Leadership in Energy and Environmental Design

https://de.wikipedia.org/wiki/Leadership_in_Energy_and_Environmental_Design

Das ist ein Punktesystem, mit dem man die Nachhaltigkeit eines Gebäudes beurteilen kann. Es

> definiert eine Reihe von Standards für umweltfreundliches, ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen.

Inzwischen gibt es die Version LEED v4, demnach kann ein Gebäude bis zu 110 Punkte erreichen. Platinum gibt es ab 80 Punkten.

Die Stadt El Cerrito:

EL CERRITO RECYCLING + ENVIRONMENTAL RESOURCE CENTER ACHIEVES PRESTIGIOUS LEED PLATINUM CERTIFICATION - CITY OF EL CERRITO RECEIVES HIGHEST LEED CERTIFICATION FOR RECYCLING + ENVIRONMENTAL RESOURCE CENTER

https://www.el-cerrito.org/777/El-Cerrito-RERC-Achieves-LEED-Platinum

Da gibt es auch ein PDF, das die erreichten Punkte auflistet ( https://www.el-cerrito.org/DocumentCenter/View/1743 ). Demnach waren das 82 von 110 Punkten, also knapp Platinum.

Wobei manche "Mängel" eher zwangsläufig sind. So gab es für die "Community Connection" 0 von 5 Punkten.

Troll Hunt im Morton Arboretum near Chicago, Illinois - dänischer Artist Thomas Dambo baut sechs hölzerne Riesentrolle auf

07.08.2018 23:37:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Morton Arboretum, westlich von Chicago, Illinois gelegen: Das ist ein öffentlicher Park und ein Freilichtmuseum. Es gibt eine Bibliothek und ein Herbarium. Eine Fläche von 6,9 Quadratkilometern, mit katalogisierten Bäumen und anderen dort wachsenden Pflanzen. Es gibt Wanderwege, Wege zum Radfahren, ein großer, interaktiver Garten für Kinder und ein 4000-Quadratmeter-Labyrinth.

Dort gibt es in diesem Sommer eine "importierte Neuigkeit": Der dänische Künstler Thomas Dambo, der bereits auf der ganzen Welt und in Kopenhagen einige seiner hölzernen Riesen aufgebaut hat, hat nun auch im Morton Arboretum sechs Figuren erstehen lassen.
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Mischievous Wooden Trolls Take Over an Arboretum in Northern Illinois

https://www.thisiscolossal.com/2018/08/wooden-trolls-take-over-an-arboretum-by-thomas-dambo/

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Der eine wirft gleich mal einen Stein auf ein Auto, in dem bereits ein zweiter, richtiger Felsbrocken liegt. Dieser läßt sich nicht einmal besteigen.

Das geht jedoch umso besser mit den Riesen, die sitzen oder liegen. Ok, der große Krieger, der in die Ferne sieht und seinen Speer neben sich aufgestellt hat: Der läßt sich auch nicht besteigen.

Dambo konstruiert diese Figuren aus diversen Holzteilen. Teils verwendet er Holz umgestürzter Bäume. Teils ausrangierte Holzpaletten.

"Troll Hunt", also Trolljagd, nennt sich die Ausstellung. Wahrscheinlich sind die sechs Figuren nicht auf einem Plan verzeichnet, so daß man sie nur dann findet, wenn man sie im Gelände sucht. Das ist die erste Ausstellung von Thomas Dambo in den USA. Bis Ende 2018 sollen die Figuren stehen bleiben. Wenn das Wetter mitspielt, auch länger.

Seine Website:

Thomas Dambo

http://thomasdambo.com/

In der Nähe von Kopenhagen gibt es von ihm "The 6 Forgotten Giants", die im letzten Jahr entstanden sind:

http://thomasdambo.com/works/forgotten-giants/

> Go on a treasure hunt to find The Six Forgotten Giants in the western municipalities of Copenhagen: Rødovre, Hvidovre, Vallensbæk, Ishøj, Albertslund and Høje Taastrup.

Ein Video

https://www.youtube.com/watch?v=NjmR2zueoYg

zeigt den komplexen Aufbauprozess von so einer einzelnen Figur.

Ein Timelapse-Video von 2015

BUILDING BIG RECYCLED SCULPTURE

https://www.youtube.com/watch?v=hoecnoc85G8

zeigt den Aufbau einer einzelnen Figur. Diese ist so konstruiert, daß im Inneren ein Weg nach oben zur Verfügung steht, um den Kopf und den Hut bauen zu können.

Letsencrypt versorgt nun mehr als 115 Millionen Websites mit Zertifikaten, eigenes Root-Zertifikat ISRG Root X1 wird von allen grossen Root-Programmen unterstützt - sd-ACME-Servermanager als Freeware-Tool

06.08.2018 23:55:46, Jürgen Auer, keine Kommentare

Letsencrypt, die kostenlos und automatisiert nutzbare Certificate Authority (CA), bietet seit Ende 2015 kostenlose SSL-Zertifikate an. Damit lassen sich Websites verschlüsselt nutzen, per https.

Heute wurde darüber informiert, daß seit Ende Juli mit Microsoft auch das letzte große Root Programm das Root-Zertifikat von Letsencrypt - ISRG Root X1 - unterstützt.

Die Wirkung: Microsoft wird das ISRG Root X1 mit den nächsten Updates auf alle Windows-Rechner verteilen. So daß der Internet Explorer und Edge sowie andere Programme, die den Windows Zertifikatsspeicher nutzen, Zertifikate direkt als vertrauenswürdig einstufen, wenn diese von einem von ISRG Root X1 signierten Zwischenzertifikat bestätigt wurden.
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Let's Encrypt Root Trusted By All Major Root Programs

https://letsencrypt.org/2018/08/06/trusted-by-all-major-root-programs.html

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> Our root is now trusted by all major root programs, including Microsoft, Google, Apple, Mozilla, Oracle, and Blackberry.

Aktuell gibt Letsencrypt Zertifikate aus, die mit dem Let's Encrypt Authority X3 signiert wurden. Das ist einerseits von ISRG Root X1 signiert, andererseits auch von DST Root CA X3, einem sehr alten Root-Zertifikat, das vom 30.09.2000 bis zum 30.09.2021 gültig ist. Das wird von IdenTrust als Certificate Authority verwaltet.

Grade sehe ich bei mir: Mein FireFox zeigt mir auf *.server-daten.de, also auch auf dem hiesigen Blog, bereits ISRG Root X1 als Root-Zertifikat an. Ich meine, das war vor ein paar Wochen noch nicht der Fall. Chrome, IE11 und Edge zeigen aktuell noch DST Root CA X3 als Root-Zertifikat an.

Diese Kreuzvalidierung soll auch noch mindestens die nächsten fünf Jahre beibehalten werden. Denn es gibt diverse ältere Systeme (u.a. Windows XP), die werden zwar immer noch verwendet, aber nicht mehr aktualisiert. Da läßt sich ein neues Root-Zertifikat nicht mehr verteilen.

> Some of those older systems will eventually be updated to trust Let’s Encrypt directly. Some will not, and we’ll need to wait for the vast majority of those to cycle out of the Web ecosystem. We expect this will take at least five more years, so we plan to use a cross signature until then.

Und dann gibt es noch die "kleine Information":

> Let’s Encrypt is currently providing certificates for more than 115 million websites.

Ende 2015 war das als Beta gestartet, nun wird ein deutlicher Teil aller Websites mit Zertifikaten versorgt. Wobei ein wesentlicher Punkt darin besteht, daß nicht nur die Letsencrypt-Zertifikate kostenlos sind. Sondern daß mit dem ACME-Protokoll (Automatic Certificate Management Environment) endlich ein Werkzeug geschaffen wurde, mit dem sich der Prozess der Zertifikatsbeantragung, Bestätigung und Zur-Verfügung-Stellen des Zertifikats automatisieren läßt. Bis dahin war das immer ein "manuelles Herumpfriemeln", was die breitflächige Verwendung von Verschlüsselung gebremst hat.

Wer möchte, der findet unter

https://w3techs.com/technologies/history_overview/ssl_certificate/all

und dortigen weiteren Links Statistiken: Eine wohl gleichbleibende Menge von Websites, die seit Anfang 2016 täglich darauf untersucht wird, ob - und falls ja, welches Zertifikat sie nutzt. Anfang 2016 waren noch 80 % dieser Websites unverschlüsselt oder hatten ein ungültiges Zertifikat. Dieser Anteil hat sich mit nun etwa 41 % fast halbiert. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil an IdenTrust / Letsencrypt-Domains von praktisch 0 % auf aktuell 25,3 % an. Bei den absoluten Anteilen wachsen einige Anbieter. Relativ dagegen

Market share trends for SSL certificate authorities for websites

https://w3techs.com/technologies/history_overview/ssl_certificate

steigt nur IdenTrust / Letsencrypt an (mit Ausnahme des Wechsels der Symantec-Zertifikatssparte zum 01.12.2017).

Die hiesige Dienstleistung Server-Daten, die Website www.sql-und-xml.de sowie Kundendomains, die ihre Datenbank unter der eigenen Domain nutzen, laufen bereits seit Mitte Juni komplett per Letsencrypt-Zertifikaten. Zur Verwaltung wird ein eigener, derzeit noch nicht veröffentlichter Letsencrypt-Client genutzt. Dieser überprüft die Zertifikate im CertificateStore Webhosting, ob diese von Letsencrypt sind. Falls ja und falls die Zertifikate nur noch höchstens 30 Tage alt sind, werden sie automatisch erneuert.

Ein zweiter Client, der das Aktualisieren der Bindungen erledigt, wurde inzwischen als Freeware-Tool veröffentlicht.

https://www.sql-und-xml.de/freeware-tools/#sd-acme-servermanager

Das Programm wird minimal mit dem Namen einer Website (-site) und dem Namen eines Zwischenzertifikats (-issuer) gestartet. Dann werden alle Bindungen dieser Website überprüft, ob das Zertifikat vom Zwischenzertifikat signiert wurde. Falls ja und falls das Zertifikat nur noch -days gültig ist, wird geprüft, ob in "Webhosting" bereits ein neueres Zertifikat desselben Issuers mit demselben CommonName zu finden ist. Wird ein solches Zertifikat gefunden, wird die Bindung aktualisiert.

Das Programm kann zusätzlich Statusmails über einen lokal erreichbaren SMTP-Server versenden. Ferner läßt es sich im Testbetrieb verwenden. Nur wenn -update true explizit angegeben wird, werden die Änderungen per Commit tatsächlich ausgeführt.

Das Prinzip bei beiden Programmen ist: Die Ersteinrichtung (http-Bindung einrichten, Zertifikat erstellen und in Webhosting ablegen, https-Bindung einrichten) wird manuell erledigt. Ab dann läuft das automatisiert. Es gibt aber Informationsmails, so daß man bei Fehlern rechtzeitig eine Nachricht erhält und noch genügend Puffer für einen eventuellen manuellen Eingriff hat.

The Eysturkommuna Town Hall on the Faroe Islands - das Gemeindehaus und Rathaus, das einen Fluss auf den Färöer-Inseln überbrückt und begehbar ist - von Henning Larsen

05.08.2018 23:53:02, Jürgen Auer, keine Kommentare


Hier in Berlin mag es ja manchmal die unmöglichsten Gebäude geben. Hingeklatscht, häßlich oder zerfallend. Aber zwei Straßen weiter ist das Gebäude schon aus dem Blickfeld geraten. Weil man es gar nicht mehr sieht.

Ganz anders sieht das auf dem Land aus. Wo einzelne Gebäude die Landschaft deutlich stärker prägen können. Besonders gilt das, wenn es nur ziemlich wenige Häuser gibt. Und wenn es sich um eine Insel hoch im Norden handelt.

Die Eysturkommuna entstand 2009 durch die Zusammenlegung von vier kleinen Gemeinden auf den Färöer-Inseln:

Die Orte: Leirvík (876), Norðragøta (609), Syðrugøta (417), Gøtugjógv (43) und Gøtueiði (32). In Klammern - die Zahl der Einwohner.

Dort wurde ein Gemeindezentrum und Rathaus neu gebaut. Das die Mündung eines kleinen Flusses überspannt. Das Gemeindezentrum liegt ganz auf der Gemarkung von Norðragøta, der Fluß geht da mitten durch. Gøtugjógv und Syðrugøta folgen im Süden, wenn man der Küste folgt. Leirvík liegt nordöstlich von Norðragøta auf der anderen Seite einer Erhebung.
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Henning Larsen builds town hall that bridges a river on the Faroe Islands

https://www.dezeen.com/2018/08/03/henning-larsen-faroe-islands-eysturkommuna-town-hall-architecture/

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Bei Google-Maps wird das Gemeindehaus grade noch im Bau angezeigt. Die Struktur steht bereits. Das Dach ist noch unvollständig.

Norðragøta Färöer

Das eingeschossige Gebäude enthält sowohl Büroräume für Mitarbeiter als auch größere Versammlungsräume. Auf beiden Seiten jeweils mit großen Fenstern mit Blick nach draußen. Der Rathaussaal ist direkt über dem Wasser angesiedelt.

Fußgänger können über das langgestreckte, mit Gras bepflanzte Dach den Fluß überqueren.

Das Design stammt von Ósbjørn Jacobsen, dem Partner von Henning Larsen auf den Färöer-Inseln.

> "Many contemporary contributions to Faroese architecture directly copy elements from traditional buildings," said Jacobsen.
> "I find it much more interesting to look into the underlying thoughts of traditional buildings."

Diverse Anleihen an die Färöer-Architektur würden direkt kopieren. Er findet es sehr viel interessanter, sich die "darunterliegende Struktur" traditioneller Gebäude anzusehen und sich diese als Vorbild zu nehmen.

Ein zentrales Thema der Architektur sei die unscharfe Grenze zwischen der Natur und den Gebäuden. Daß der Zuschauer nicht wisse, wo das Gebäude endet und wo die Natur beginnt.

> "The primary conceptual idea behind the design of the town hall is driven by the notion of this fleeting line between landscape and building. I believe that could be one way to approach modern Faroese architecture."

Wenn man sich durch die Bilder in dem Beitrag klickt, gibt es auch Pläne. Diese zeigen, daß es teilweise über dem Erdgeschoss noch eine zweite Ebene gibt, die für die Haustechnik genutzt wird. Das beschränkt sich aber auf einen Teil unter der Dachfirst-Kante. So daß Räume links und rechts davon höher sind, weil sie die gesamte Höhe ausfüllen.

Auf manchen der Bilder muß man die Town Hall geradezu suchen. So perfekt schmiegt sie sich in die Landschaft ein.

Anamorphic Street Art - dreidimensionale Rieseninsekten als Streetart in verlassenen Gebäuden und Ecken - von Odeith

04.08.2018 23:53:35, Jürgen Auer, 4 Kommentare

Riesengroße Insekten zu zeichnen oder auf eine Hauswand aufzubringen: Das ist ja bereits eine Kunst für sich. Etwas komplizierter wird das noch, wenn die Insekten so dargestellt werden, daß sie aus einer bestimmten Perspektive dreidimensional wirken.

Der portugisische Street Artist Odeith hat einige dieser Kunstwerke erstellt. Wenn man sich die Bilder genauer betrachtet, fällt auf, daß die Zeichnungen scheinbar Schatten werfen und damit den Eindruck der Dreidimensionalität verstärken.
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Larger-Than-Life Insects Lurk Around Abandoned Buildings in Anamorphic Street Art by Odeith

http://www.thisiscolossal.com/2018/07/anamorphic-insects-by-odeith/

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Auf Instagram:

https://www.instagram.com/odeith/

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Der riesengroße Käfer

https://www.instagram.com/p/BltIiAklbsZ/?taken-by=odeith

ist allerdings tatsächlich auf einem dreidimensionalen Untergrund aufgemalt worden.

Ähnliches scheint für diese Schildkröte

https://www.instagram.com/p/Bkx7lzPlKQ8/?taken-by=odeith

zu gelten.

Eine Technik, die sich wiederholt findet: Die Gemälde gehen "über Eck":

https://www.instagram.com/p/Bho_Ks6F-Fy/?taken-by=odeith

Ein Gecko, der eine Gottesanbeterin geschnappt hat. Da scheint der Gecko aus der Eckfläche herauszuragen.

Ein paar Bilder gibt es, die das Davor und Danach zeigen:

https://www.instagram.com/p/Bfl8X7kFuIe/?taken-by=odeith

und

https://www.instagram.com/p/BfofA8bFejt/?taken-by=odeith

Davor ist das nur ein unansehnliches Betonelement, das aus der Wand herauskommt. Danach ist das ein komplexes Bild, bei dem die eine Wand des Betonelements scheinbar herausgetrennt ist, weil sie die Bemalung innen fortsetzt. In Wirklichkeit dürfte das aber ein weiterhin kompaktes Betonelement sein, das eben nur "hinreichend geschickt" bemalt wurde.

In einem Tag ist das entstanden.

Intelhorce - la catedral del textil in Malaga - abandoned Factory renovated and repurposed - verfallene Textilfabrik mit Sägezahndach wurde renoviert und zu neuem Leben erweckt - von System Arquitectura

03.08.2018 23:42:55, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Problem gibt es weltweit: Gebäude, die vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten relevant waren. Dann standen sie lange leer. Womöglich hat sich die Wirtschaft in der Gegend komplett geändert. Was macht man damit?

Teils sind die Gebäude so aufwendig erbaut worden, daß auch ein Abriß mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Damit stellt sich die Frage: Kann man das "alte Gebäude" auch so erhalten, daß die Grundstruktur, insbesondere die tragenden Elemente, erhalten bleiben? Und das Gebäude so zu neuem Leben erweckt wird?

In Malaga gibt es das große Intelhorce - Gelände. Ein großes Textilunternehmen, das bis zum Jahr 1963 diverse Gebäude fertigstellte. Darunter eine große Fabrik. Damals spielte das Unternehmen eine wichtige Rolle, um die regionale Wirtschaft umzugestalten. Aber am Ende des 20. Jahrhunderts wurden die dortigen Produktionsstätten aufgegeben, der Komplex stand leer.

Die meisten Gebäude sind inzwischen abgerissen. Eine sehr große Produktionshalle wurde jedoch renoviert und steht nun für neue Nutzungen zur Verfügung.
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an abandoned factory in southern spain is brought to life by system arquitectura

https://www.designboom.com/architecture/system-arquitectura-intelhorce-factory-08-02-18/

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Wenn man bei Google-Maps nach

Intelhorce Malaga

Intelhorce, Málaga, Provinz Málaga, Spanien

sucht, dann sieht man das Dach des nun renovierten Gebäudes. Daneben 6 Flächen, auf denen wohl Gebäude standen, die inzwischen aber abgerissen wurden. Das sieht danach aus, als ob damals die Fertigungsanlagen direkt neben neuen Wohnanlagen errichtet wurden. Industrial Intelhorce, dann eine Straße, dann Intelhorce.

Die Produktionshalle besteht aus diversen, mächtigen Y-förmigen Pfeilern aus Beton. Diese tragen Betonschienen, die von unten wie Gleiskörper einer Hochbahn wirken. Sie verlaufen ungefähr in Ost-West-Richtung. Die Betonschienen tragen die Dachelemente. Diese bestehen nach Süden hin aus einem geschlossenen Viertelkreis. Nach Norden hin sind das lauter Einzelstreben, durch die Licht fällt. Die Anordnung und Ausrichtung sieht man bei Google-Maps, wenn man sich ranzoomt. Insgesamt ergibt sich damit ein Dach mit einem Sägezahn-Muster / sawtooth enclosure.

Die Elemente wurden damals wohl an anderer Stelle vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt.

Die Renovierung behält die grundsätzliche Struktur bei: Die sehr lichte Dachkonstruktion, die Y-förmigen massiven Betonpfeiler, die "Schienen" und die Dachkonstruktion.

Die ursprünglichen Betonflächen zwischen den Dachbögen, die für die Geschlossenheit in Richtung Süden sorgten, wurden wohl komplett herausgebrochen. Auf einem Bild sieht man, wie ein Spezialbagger sich Strebe um Strebe vorarbeitet. Ein später aufgenommenes Bild zeigt die Sägezahn-Elemente ohne Zwischenelemente. Dann wurden aber neue Elemente eingesetzt, so daß der Wechsel zwischen geschlossenen Viertelbögen und lichtdurchlässigen Schrägen wiederhergestellt wurde.

Die Außenfassade wurde mit neuen, gefalteten Elementen gestaltet, die wie Stoffstücke wirken.

Bei System Arquitectura findet sich leider auf der eigentlichen Website nichts. Lediglich ein Blogbeitrag

Intelhorce: la catedral del textil

https://blog.systemarquitectura.com/20180411-IntelhorceLaCatedralDelTextil

enthält zwei Bilder vor der Renovierung.

Angesichts der massiven - und bis heute tragfähigen - Betonstruktur wären Komplettabriss, Entsorgung und Neubau wohl teurer geworden. So bleibt die damalige Grundstruktur des Gebäudes erhalten. Und kann nun für neue Zwecke genutzt werden.

Das Ergebnis ist ein sehr helles und lichtes Gebäude. Das in seinen ursprünglichen Dimensionen wiederauferstanden ist.

Bundesfinanzhof ändert Rechtsprechung zum Vorsteuerabzug aus Rechnungen - Rechnung muss nur Anschrift mit postalischer Erreichbarkeit enthalten, Briefkastensitz genügt - V R 25/15 und V R 28/16

02.08.2018 23:57:50, Jürgen Auer, keine Kommentare

Welche Anforderungen muß eine Rechnung erfüllen, damit sich für das zahlungspflichtige Unternehmen aus der Rechnung das Recht ergibt, die dort geltend gemachte Umsatzsteuer als Vorsteuer von der selbst vereinnahmten Umsatzsteuer abzuziehen?

Um diese Pflichtangaben in Rechnungen gibt es immer wieder Konflikte zwischen Unternehmen und Finanzämtern. Der Bundesgerichtshof hat nun seine bisherige Rechtssprechung zugunsten der Unternehmen geändert und die Anforderungen an die Rechnungsanschrift reduziert.
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Umsatzsteuer: BFH erleichtert für Unternehmen den Vorsteuerabzug aus Rechnungen

Urteil vom 21.6.2018 V R 25/15
Urteil vom 21.6.2018 V R 28/16

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=37354&pos=0&anz=42

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Die beiden Fälle:

> Im ersten Fall (V R 25/15) erwarb der Kläger, ein Autohändler, Kraftfahrzeuge von einem Einzelunternehmer, der "im Onlinehandel" tätig war, ohne dabei ein "Autohaus" zu betreiben. Er erteilte dem Kläger Rechnungen, in denen er als seine Anschrift einen Ort angab, an dem er postalisch erreichbar war.

Das Urteil:

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&anz=42&pos=0&nr=37363&linked=urt

Sowie:

> Im zweiten Fall (V R 28/16) bezog die Klägerin als Unternehmer in neun Einzellieferungen 200 Tonnen Stahlschrott von einer GmbH. In den Rechnungen war der Sitz der GmbH entsprechend der Handelsregistereintragung als Anschrift angegeben. Tatsächlich befanden sich dort die Räumlichkeiten einer Anwaltskanzlei. Die von der GmbH für die Korrespondenz genutzte Festnetz- und Faxnummer gehörten der Kanzlei, die als Domiziladresse für etwa 15 bis 20 Firmen diente. Ein Schreibtisch in der Kanzlei wurde gelegentlich von einem Mitarbeiter der GmbH genutzt.

Das Urteil:

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&anz=42&pos=0&nr=37366&linked=urt

Bislang hatte der Bundesfinanzhof gefordert, daß eine "vollständige Anschrift", die auf der Rechnung notiert sein muß, die Adresse sein muß, unter der er seine wirtschaftlichen Aktivitäten entfalte. Ein "Briefkastensitz" reiche nicht aus.

Das zweite Urteil nennt die bisherige Rechtssprechung (RN 27):

> Nach bisheriger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) wird das Merkmal "vollständige Anschrift" in § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG nur durch die Angabe der zutreffenden Anschrift des leistenden Unternehmers erfüllt, unter der er seine wirtschaftlichen Aktivitäten entfaltet; die Angabe eines "Briefkastensitzes" mit nur postalischer Erreichbarkeit, an dem im Zeitpunkt der Rechnungstellung keinerlei geschäftliche Aktivitäten stattfinden, reichte danach als zutreffende Anschrift nicht aus (BFH-Urteile vom 22. Juli 2015 V R 23/14

Stattdessen hatte der Bundesfinanzhof das erste Verfahren ausgesetzt und dem Europäischen Gerichtshof einige Fragen vorgelegt. Das zweite Verfahren wurde bis zur Entscheidung des EuGH ruhend gestellt. Der Europäische Gerichtshof hatte schließlich in einem weiteren Verfahren die Anforderungen reduziert (RN 22, zweites Urteil):

> Der EuGH hat durch Urteil Geissel und Butin vom 15. November 2017 C-374/16 und C-375/16 (EU:C:2017:867) in den Rechtssachen entschieden, dass Art. 168 Buchst. a und Art. 178 Buchst. a i.V.m. Art. 226 Nr. 5 der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem dahin auszulegen sind, dass sie einer nationalen Regelung entgegenstehen, die die Ausübung des Rechts auf Vorsteuerabzug davon abhängig macht, dass in der Rechnung die Anschrift angegeben ist, unter der der Rechnungsaussteller seine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt.

Die Konsequenz (RN 28):

> Hieran [an der bisherigen Rechtssprechung] hält der Senat nach dem EuGH-Urteil Geissel und Butin (EU:C:2017:867) nicht mehr fest. § 15 Abs. 1 Nr. 1, § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG sind vielmehr richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung nicht voraussetzt, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten des leistenden Unternehmers unter der Anschrift ausgeübt werden, die in der von ihm ausgestellten Rechnung angegeben ist. Vielmehr reicht jede Art von Anschrift, einschließlich einer Briefkastenanschrift, sofern der Unternehmer unter dieser Anschrift erreichbar ist.

Es genügt also irgendeine Anschrift, sofern der Unternehmer unter dieser Anschrift erreichbar ist.

Die Pressemitteilung spricht davon, daß den beiden Urteilen eine hohe Bedeutung zukäme:

> Die Rechtsprechungsänderung ist für Unternehmer, die nach ihrer Geschäftstätigkeit zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, von großer Bedeutung. Die Frage, ob bei der Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs ordnungsgemäße Rechnungen vorliegen, ist bei ihnen regelmäßig Streitpunkt in Außenprüfungen. Die neuen Urteile des BFH erleichtern die Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs.

Die beiden Urteile führen genauer aus, wie die Situation "vor Ort" war. So gab es im ersten Fall nur einen Raum, bei dem streitig war, ob das Unternehmen diesen ganz oder nur teilweise angemietet hatte. Ein Autohaus gab es dort jedenfalls nicht. Im zweiten Fall war das ohnehin nur ein "Briefkastensitz".

Das Finanzgericht hatte im ersten Verfahren der Klage trotzdem stattgegeben. Mit einer bemerkenswerten Begründung (Urteil 1, RN 7):

> Der Klage sei aber stattzugeben, weil die Angabe der Anschrift i.S. des § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) nicht erfordere, dass dort geschäftliche Aktivitäten stattfänden. Die anderslautende Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sei in Anbetracht der technischen Fortentwicklung und der Änderung des Geschäftsgebarens überholt.

Dem hat sich der Bundesfinanzhof nun über den Umweg des EuGH angeschlossen und seine bisherige Rechtssprechung geändert. Weil es eben inzwischen vielfältigere Formen von Unternehmen gibt, die ihre Geschäfte ohne große Geschäftsräume abwickeln.

Casa alrededor de un pino - House around a Tree - ein Haus in Mazamitla (Mexico) wurde um eine ausgewachsene Kiefer herumgebaut - von Espacio Multicultural Arquitectura (EMA) aus Barcelona

01.08.2018 23:31:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Platz für ein Haus, das an einem Hang steht. Da soll eine Familie ein neues Zuhause finden. Aber an dem Platz steht, ziemlich genau dort, wo auch die Schräge beginnt, eine Kiefer. Nicht eine kleine, sondern eine ausgewachsene. Was auch bedeutet: Unten hat die Kiefer keine Äste. Oben dafür eine umso prächtigere Krone.

Was macht man da? Besitzer und Architekten haben das Haus - um die Kiefer herumgebaut.
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This gabled home wraps around an existing pine tree in Mexico

https://inhabitat.com/this-gabled-home-wraps-around-an-existing-pine-tree-in-mexico/

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Von der Straßenseite her ist das Haus schlicht. Eine weiße Frontseite, unterbrochen von einer großen Holztür und einem hölzernen Anbau. Die Holztür befindet sich genau vor der Kiefer. Das Dach hinter der Tür ist flach. Dahinter folgt die Kiefer.

Das Haus hat eine Breite von 6 Metern und eine Länge von 20 Metern. Dahinter geht es aber deutlich runter, auf der anderen Seite gibt es eine durchgehende Terrasse. So daß sich das Haus zum Gelände dahinter öffnet. Leider gibt es davon kein Photo.

Die Dimensionen der Holztür: Zwei Meter breit, drei Meter hoch.

Die eine Querseite des Hauses ist schlicht weiß. Die andere Seite besteht aus übereinandergeschichteten Steinen. Von dieser Seite her betrachtet sieht man auch, wie steil es runtergeht.

Die Seite der Architekten zeigt nochmals einige weitere Bilder:

Casa alrededor de un pino - Haus rund um eine Kiefer

http://www.espacioema.com/en/casa-alrededor-de-un-pino/

Durch die Kiefer wird das Haus in zwei Teile geteilt. Auf der Seite der Architekten gibt es einen Plan, der die Raumverteilung zeigt.

Demnach ist das, was nach außen hin wie ein Holzstapel aussieht, innen ein eigenständiger Bereich mit einer Waschküche, einem kleinen und einem größeren Badezimmer. Ganz außen, hinter der steinernen Seitenwand, ist das Kinderzimmer mit zwei Betten. Dann folgt ein Raum mit einem Doppelbett. Dann kommt der große Hauptraum mit Esstisch und Küchenbereich.

Daran schließen sich Tür und Kiefer an. Daneben gibt es einen weiteren Raum und ein Bad.

Eine Wirkung dieser Innengestaltung: Von der Straße her gesehen wirkt das Haus wie ein langgestreckter Raum, unterbrochen durch Tür und Kiefer. Innen gibt es jedoch mehrere Räume, so daß eine Querstruktur existiert. Ferner gibt es kein erstes Stockwerk. Jeder Raum hat also eine Höhe von drei Metern plus die Dachschräge. Mit Ausnahme des hölzernen Elements (Waschküche und Bad), das etwa 2,5 Meter hoch sein dürfte.

Eine schöne Lösung. Theoretisch verzichtet zwar die Familie auf 12 Quadratmeter Fläche. Praktisch hat sie damit aber eine "Kiefer mit Familienanschluß". Und ein ganz besonderes Haus.

Flooded Train Station in Uppsala (Sweden) is a gigantic swimming pool - Nach einem kräftigen Regen ist eine Station überflutet - Bewohner freuen sich über riesigen Swimming Pool

31.07.2018 23:47:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn es in Deutschland, etwa hier in Berlin, kräftig regnet. Und eine U-Bahn-Station oder ein Bahnhof abzusaufen droht: Was würde passieren? Polizei und Feuerwehr würden die U-Bahn-Station oder den Bahnhof vermutlich sehr schnell absperren und anfangen, das Wasser abzupumpen.

In Uppsala in Schweden regnete es am Sonntag kräftig. Nachdem es - wie aktuell in ganz Europa - davor sehr warm war. Uppsala ist die viertgrößte Stadt in Schweden und hat knapp 150.000 Einwohner. Bei einer Bevölkerungsdichte von 3412 Einwohnern pro Quadratkilometer. Ok, Berlin-Friedrichshain hat 127.000 Einwohner, Kreuzberg 153.000, da liegt Uppsala also dazwischen.

Der "kräftige Regen" führte dazu, daß eine Zugstation unter Wasser stand. Und was machten die Bewohner? Die einen stapfen barfuß, mit hochgekrempelten Beinen durch. Andere kommen mit Badereifen und Schwimmflossen. Ein Video gibt es auch.
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Auf Reddit: The fourth largest city of Sweden, Uppsala, is currently flooded. The Swedes aren’t that concerned

https://www.reddit.com/r/funny/comments/92w9tj/the_fourth_largest_city_of_sweden_uppsala_is/

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Auf Instagram:

@svanstrom

https://www.instagram.com/svanstrom/

@sarah.thoren

https://www.instagram.com/sarah.thoren/

Mit einem kleinen Video (30 Sekunden):

https://www.instagram.com/p/Bl0ukGZlkR9/?taken-by=sarah.thoren

Das es inzwischen auch auf YouTube gibt:

Cool swimming pool in the city centre in Sweden

https://www.youtube.com/watch?v=uvc6H2RdXhY

> The rain created this cool swimming pool in the city centre!

Drei im Pool, sechs gucken zu:

https://www.instagram.com/p/Bl0Xo5EBkeR/?taken-by=lil_burk_

@sarah.thoren kam mit kompletter Ausrüstung: Ein Sitz zum Paddeln, Schwimmflossen, eine Taucherbrille und ein Regenschirm. Und großen Wasserpistolen.

Southbank by Beulah - Tower Competition - der Vorschlag von MAD Architects für einen Hochhaus-Wettbewerb in Melbourne - Glaskasten versus grüner Turm mit Wolke

30.07.2018 23:56:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Melbourne gibt es die Southbank, etwa einen Kilometer südlich des zentralen Business Districts von Melbourne. Früher war dort Industrie angesiedelt. Seit den frühen 1990ern hat sich die Gegend gewandelt, hochwertige Apartments und Büros prägen nun das Bild.

Nun läuft ein Wettbewerb für einen Hochhausturm, an dem sich diverse weltweit agierende Architekturunternehmen beteiligen.

Ein interessanter Vorschlag kommt von MAD Architects: Ein Hochhaus, dessen breiter Fuß geradezu "chaotisch grün" aussieht. Und das nach oben hin immer wieder Platz für diverse große Bäume bietet. "Fast ganz oben" könnte es eine Plattform geben, die deutlich größer ist als der Querschnitt des Hochhauses an dieser Stelle. So daß Personen auf mehreren Ebenen die wohl gigantische Aussicht erleben könnten. Also ein Hochhaus, das weit weg von den typischen glatten Glaskästen wäre.
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MAD's landmark tower proposal seeks to reconnect melbourne citizens with nature

https://www.designboom.com/architecture/mad-melbourne-tower-southbank-beulah-australia-07-27-2018/

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Der Bauplatz liegt an der Ecke City Road / Southbank Boulevard. Da gibt es schon diverse weitere Hochhäuser.

Der Fuß des Gebäudes soll diverse "kleine grüne Nischen" bieten:

> conceived as a series of small, green foothills that lead pedestrians up to the ‘mountain village’

Die Darstellung des Hochhausfußes sieht danach aus, als ob diverse kleine Räumlichkeiten und Erker existieren. Auf denen unzählige Plätze für Bäume und Grünflächen geschaffen werden. Das alles auf mindestens 10 Ebenen.

Von da an geht es wie ein Baumstamm nach oben. Da verjüngert sich der Bau immer mal wieder, das schafft Platz für weitere Bäume.

Eine Höhe von 360 Metern. Das soll also grade mal 8 Meter niedriger als der Berliner Fernsehturm werden. Der mit 368 Metern das höchste Gebäude in Deutschland und das vierthöchste freistehende Gebäude in Europa ist. Allerdings ist die Kugel auf 203 Metern Höhe, alles drüber ist nur noch "dünne Technik".

Bei dem Southbank-Gebäude gibt es dann aber in der Höhe die "Wolke":

> at its peak, ‘the cloud’ forms a cantilever that houses the public amenities for the hotel (lobby, restaurant, bar, and observation deck), and offers panoramic views across the city.

Die "Wolke" könnte am Abend beleuchtet sein, so daß der ganze Turm von oben her heller ist.

Die Seite von MAD Architects:

Southbank by Beulah - new Landmark Building for Melbourne

http://www.i-mad.com/press/mad-southbank-by-beulah-new-landmark-building-for-melbourne/

Demnach ist MAD Architects die einzigste von sechs Firmen, die aus Asien eingeladen wurde.

Die dortige Beschreibung

> At podium level, we break down the typical massing of a retail/mall space, and introduce a human-scale, ‘mountain village’ that invites passersby to explore. Urban spaces are stacked vertically, and landscaped with lush green walls and trees to give visitors and residents alike, the feeling that they are in nature, rather than in the middle of the city. The tower rises up out of the village like a tree. Clad in transparent glass, it boasts an innovative wood façade structure (Glulam) that appears to be roots twisting upwards, reinforcing the tower’s organic shape; with sky gardens interspersed throughout that vertically extend the urban green.

trifft das, was mir beim Ansehen der Bilder durch den Kopf gegangen war: Ein "Moutain Village", das Passanten einlädt, es zu erkunden. Die mehr den Eindruck haben sollen, daß sie in der Natur seien. Anstatt mitten in einer Stadt.

Auftraggeber ist Beulah International, ein international tätiger Projektentwickler.

SOUTHBANK BY BEULAH

http://beulahinternational.com/project/southbank-by-beulah

Eine Website zum Projekt nennt einige Daten:

Southbank by Beulah

https://www.southbankbybeulah.com/

220.000 Quadratmeter, 23.000 davon öffentlich zugänglich. Es soll Luxusapartments geben, Büros, ein Fünf-Sterne-Hotel, ein Entertainment Centre, "technological display centres", Einzelhandel, Platz für Kultur und öffentlich zugängliche Grünflächen. Da ist auch die genaue Adresse genannt - 118 City Road. An dem Wettbewerb nehmen 6 Architekturunternehmen teil, darunter BIG und MVRDV, die ja ebenfalls für faszinierende Architektur bekannt sind.

Am 08.08.2018 soll der Gewinner bekannt gegeben werden.

Dutch Windmills in the Fog - Niederländische Windmühlen im Nebel - um fünf Uhr am Morgen aufgenommen in Zaanse Schans - vom Photographen Albert Dros

29.07.2018 23:50:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den Niederlanden gibt es die Zaanse Schans. Ein Dorf der Gemeinde Zaanstad, in der Provinz Nordholland, etwa 20 Kilometer nördlich von Amsterdam.

Dort gibt es ein Freilichtmuseum, das aus diversen Häusern und Mühlen besteht. Diese wurden an anderen Orten abgebaut, dorthin transportiert und wiederaufgebaut.

Etwa 1,9 Millionen Besucher gibt es dort pro Jahr, macht pro Tag etwa 5.200 Besucher. Dementsprechend voll dürfte es tagsüber immer wieder sein.

Aber was passiert, wenn man am frühen Morgen dort unterwegs ist? Und es auch noch Nebel gibt?

Der Photograph Albert Dros hat einige - wenige - Aufnahmen um diese Zeit erstellt.
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Dutch Windmills in the Fog

http://www.fubiz.net/en/2018/07/28/dutch-windmills-in-the-fog-2/

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Der Nebel ist direkt am Boden. Und die Windmühlen sowie im Hintergrund einige Bäume und andere Gebäude ragen aus dem Nebel heraus.

Unklar ist allerdings, ob das ein Photo mit einer Drohne war oder ob das von einem anderen höheren Standpunkt aus aufgenommen wurde.

Auf der Website des Photographen

Albert Dros

http://www.albertdros.com/

gibt es eine Unterrubrik

Netherlands

http://www.albertdros.com/netherlands

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Da sind zwei der Bilder mit dabei. Sowie diverse andere Bilder, teils mit Nebel oder ungewöhnlichen, sehr intensiven Beleuchtungen.

Ähnliche Bilder gibt es in der Rubrik

World - Landscapes

http://www.albertdros.com/world-landscapes

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Als IT-ler arbeite ich ja häufig am Abend. Aber solche Photos dürfte man oft nur am frühen Morgen machen können. Wenn die Landschaft noch menschenleer und die Lichtverhältnisse entsprechend sind.

Die Infos zu Zaanse Schans stammen von Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Zaanse_Schans .

Reimagined fire hydrant - ein neugedachter Feuerwehr-Hydrant, der Menschen und Tieren als Trinkwasserspender dienen kann - von Dimitri Nassisi

28.07.2018 23:40:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Aktuell ist es sehr heiß. Da tut Erfrischung gut. Und eigentlich gibt es ja in Großstädten bereits ein weit verzweigtes System von Wasserentnahmestellen. In Form von Feuerwehr-Hydranten. Aber diese stehen der Allgemeinheit nicht zur Verfügung. Hier in Berlin war 2015 die Rede davon, daß es berlinweit grade mal 24 Trinkwasserbrunnen gibt. Die intensiv genutzt werden. Die Grünen wollten damals eine Erweiterung auf mindestens 200 für die Stadt.

Der Industriedesigner Dimitri Nassisi von der Ecole cantonale d'art de Lausanne (ÉCAL) hat nun eine interessante Lösung entwickelt:

Ein Feuerwehrhydrant, der auf den ersten Blick gar nicht wie ein solcher aussieht, trotzdem aber für diesen Zweck genutzt werden kann. Und der gleichzeitig als Trinkwasserspender dient: Für Menschen und Tiere. Ferner ist er in einem kräftigen Blauton gestrichen.
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Reimagined fire hydrant doubles up as a water fountain for people and dogs

https://www.dezeen.com/2018/07/28/ecal-dimitri-nassisi-fire-hydrant-water-fountain-dogs-design/

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Er berichtet von seinen Beobachtungen aus der Schweiz:

> "In Switzerland you find some drinking fountains, but I don't feel there is enough of them. The problem I saw was that they would often be very discreet and people don't know where to find them"

Es gibt dort zwar Trinkwasserspender, aber es könnten gerne mehr sein. Oft seien diese sehr diskret aufgestellt, so daß Leute gar nicht wissen, wo sie zu finden sind.

Ferner sei es sehr kompliziert, neue Trinkwasserspender aufzustellen. Es sei sehr viel Entwicklungszeit notwendig und die Kosten seien hoch.

Seine Lösung: Oben gibt es einen schwarzen großen Knopf, der sich in zwei verschiedene Richtungen runterdrücken läßt. Wählt man die eine Richtung, erzeugt das eine kleine Fontäne zum direkten Trinken. Wählt man die andere Richtung, so kommt Wasser direkt senkrecht nach unten raus. Damit kann man entweder eine Flasche auffüllen. Oder das Wasser landet im Fuß des Hydranten und wird dort aufgefangen. Dieser Fuß ist als Trinkschale für Hunde gebaut.

Das Ziel:

> to create a new drinking fountain that was both intuitive, attractive and used existing infrastructure in the city.

Die Straßen seien in der Schweiz mit diversen, wohlbekannten Objekten gefüllt. Es gäbe einen Überschuß an Informationen, Leute betrachten die Straße wie ein abstraktes Gemälde. Ihm fiel auf, daß die Feuerwehrhydranten quasi unsichtbar wurden. Aufgrund all dieser anderen Objekte. Die Konsequenz:

> The hydrant had to be aesthetically pleasing to as many people as possible and be practical in case of city fires, but also had to appear new.

Der neue Hydrant sollte ästhetisch ansprechend sein. Und im Falle eines Feuers praktikabel sein. Aber eben auch neu sein, auffallen.

Die neue Form orientiert sich an dem Konstruktionsprozeß für reguläre Hydranten. Aktuell existiert wohl nur das Konzept als Prototyp. Aber die Konstruktion sei so, daß ein bestehender Hydrant einfach gegen einen solchen neuen Hydranten ausgetauscht werden könne. Die Komplexität steckt unter Tage.

Ein doppeltes Ventilsystem sorgt dafür, daß Feuerwehrmänner Wasser mit hohem Druck bekommen. Für Personen, die den Hydranten als Wasserspender nutzen, ist der Druck dagegen reduziert.

Eine Wirkung wäre auch, daß Flaschen aus Plastik massiv wiederverwendet werden könnten.

In Rom gibt es das schon lange:

Nasone: Trinkwasser kostenlos

http://www.ciao-roma.de/nasone-trinkwasser-kostenlos/

Die Nasone, spezielle, öffentliche Trinkwasserbrunnen. Da läuft das Wasser aber meist kontinuierlich.

Laut

Gesundheit in der Hauptstadt: Berlin soll mehr Wasserspender bekommen

https://www.tagesspiegel.de/berlin/gesundheit-in-der-hauptstadt-berlin-soll-mehr-wasserspender-bekommen/22814732.html

sollen nun auch in Berlin mehr Wasserspender aufgestellt werden. 100 neue sollen dazu kommen. Da kostet bereits der Brunnen etwa 5000 Euro, Bauarbeiten und Anschlüsse erfordern nochmals mindestens dieselbe Summe. In der Frostperiode werden sie allerdings immer abgeschaltet.

Da wäre so eine Lösung, die vorhandene Feuerwehrhydranten ohne Funktionseinschränkung für die Feuerwehr in Trinkwasserspender umwandelt, insgesamt kostengünstiger.

Bavillion - Upcycling old school bus into an Open Air Theater - Alten Schulbus nicht verschrotten, sondern zum Open Air Theater veredeln - Doaba Public School in Punjab - Indien

27.07.2018 23:35:21, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man in Deutschland einen 20 Jahre alten Schulbus hat, der damals einer der ersten Schulbusse war, nun jedoch der älteste von 50 Bussen ist und eigentlich ausgemustert werden soll: Was würde man damit machen?

Die Doaba Public School in Punjab hat den alten Schulbus jedenfalls nicht verschrottet. Sondern ihn - zusammen mit dem Studio Ardete - in den Bavillion umgewandelt. Und dabei gleich dieses neue Wort erschaffen. Das ist nun ein geometrischer Aufsatz, ein geometrischer Pavillon. Der damit eine Spielfläche erschafft, ein Open Air Theater erzeugt und einen Gallerieplatz im Inneren des Busses bereitstellt.
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An old school bus is upcycled into an open-air theater in India

https://inhabitat.com/an-old-school-bus-is-upcycled-into-an-open-air-theater-in-india/

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Die Schule hat mehr als 2.500 Schüler, die aus mehr als 100 Orten kommen. Vorrangig mit Schulbussen.

> Knowing how important buses are to the school, Studio Ardete was careful to keep the vehicle shape intact (including the steering wheel and driver’s seat) while gutting the interior to make way for a new gallery space lined with multi-faceted panels for texture.

Die Form des Busses blieb unverändert, auch das Lenkrad und der Platz des Fahrers. Die Pavillon-Struktur wurde drumherum gebaut. Wobei es zusätzlich eine begehbare Fläche oberhalb des Busdaches gibt. Von der aus man neue Ausblicke auf die direkte Umgebung hat.

Das Upcycling hatte auch den Zweck, die Schüler darin zu unterrichten, welche Vorteile so ein Recycling bieten kann. Die Gallerie innen informiert über die inzwischen 40-jährige Geschichte der Schule.

Die Website des Studios:

Bavillion:

http://www.studioardete.com/project-detail.php?id=16&cat=Educational&projID=135&project=Bavillion

Der Bus hat wohl über 8.000 Fahrten hinter sich gebracht und insgesamt über eine Million Personen transportiert. Nun ruht er - aber wird zu einem integralen Teil der Schule vor Ort.

> “A play area, an open air theater, a gallery and above all a symbol that inculcates the importance of reuse and upcycling in the students so their vision for tomorrow can be driven toward a sustainable future.”

Bei Archdaily

Bavillion / Studio Ardete

https://www.archdaily.com/897650/bavillion-studio-ardete

gibt es noch Zeichnungen, die den Bus von oben und die Innenaufteilung zeigen.

> The original key elements of the bus, the steering wheel and the driver seat are still kept intact, to let the children interact with the same.

Das ist für Kinder gedacht, die dort Busfahrer spielen können.

> The traditional villages have always believed in circular economy but over the years trying to imitate cities due to their aspirational value they are being converted into wasteful linear economies.

In den traditionellen Dörfern ist diese "zirkuläre Ökonomie" immer schon vorhanden. Aber in den letzten Jahren hatten die Dörfer teilweise Städte imitiert. So daß sie zu linearen Ökonomien wurden - inklusive Verschwendung und Wegwerfen. Das Bus-Upcycling führt damit wieder zurück zum zirkulären Wirtschaften.

Bundesgerichtshof bestätigt Haftungsprivileg von Anschlussinhaber bei Urheberrechtsverletzung über ungesichertes WLAN - eventuell Sperranspruch des Rechteinhabers - I ZR 64/17 - Dead Island

26.07.2018 23:54:48, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit einer heutigen Entscheidung hat sich der Bundesgerichtshof erstmalig mit dem seit Oktober 2017 geltenden neuen Telemediengesetz (TMG) und dem dort erstmals benannten Haftungsprivileg für Anschlußinhaber beschäftigt.

Ein Betreiber eines Internetanschlusses (Beklagter) betrieb darüber im Jahr 2013 fünf öffentlich zugängliche WLAN-Hotspots sowie zwei Tor-Exit-Nodes. Über einen dieser Zugänge wurde das Programm "Dead Island" in einer Internet-Tauschbörse zum Download angeboten. Die Rechteinhaberin mahnte den Beklagten daraufhin ab und forderte ihn zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung sowie zur Erstattung der Abmahnkosten auf.

Das Landgericht hatte der Klage stattgegeben. Das Berufungsgericht wies die Berufung des Beklagten im wesentlichen zurück.

Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung zur Unterlassung aufgrund der neuen Gesetzeslage aufgehoben. Da ist eine neue Entscheidung des OLG notwendig, die sich allerdings nur auf einen eventuellen Sperranspruch des Rechteinhabers bezieht.

Die Revision gegen die Erstattung der Abmahnkosten wurde - da dies nach altem Recht behandelt wurde - abgelehnt.
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Zur Haftung des Anschlussinhabers für Urheberrechtsverletzungen über ungesichertes WLAN - Urteil vom 26. Juli 2018 - I ZR 64/17 - Dead Island

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2018&Sort=3&nr=85948&pos=3&anz=127

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Zur Aufhebung des Unterlassungsanspruches:

> Die Verurteilung zur Unterlassung hat der Bundesgerichtshof aufgehoben, weil nach der seit dem 13. Oktober 2017 geltenden Neufassung des § 8 Abs. 1 Satz 2 TMG der Vermittler eines Internetzugangs nicht wegen einer rechtswidrigen Handlung eines Nutzers auf Schadensersatz, Beseitigung oder Unterlassung einer Rechtsverletzung in Anspruch genommen werden kann. Ist eine Handlung im Zeitpunkt der Revisionsentscheidung nicht mehr rechtswidrig, kommt die Zuerkennung eines Unterlassungsanspruchs nicht in Betracht.

Da ist das neue Gesetz also eindeutig bestätigt worden. Da sich der Unterlassungsanspruch auf die Zukunft auswirkt, gilt da - obwohl der eigentliche Fall 2013 war - das neue Gesetz.

Ferner sei die Regelung auch mit europäischem Recht vereinbar. Allerdings:

> Der deutsche Gesetzgeber hat die Unterlassungshaftung des Zugangsvermittlers in § 8 Abs. 1 Satz 2 TMG nF zwar ausgeschlossen, jedoch zugleich in § 7 Abs. 4 TMG nF einen auf Sperrung des Zugangs zu Informationen gerichteten Anspruch gegen den Betreiber eines Internetzugangs über WLAN vorgesehen.

Der Unterlassungsanspruch entfällt also. Allerdings hat der Rechteinhaber womöglich einen Anspruch auf eine Sperrung, so daß bsp. Tauschbörsen so nicht zugänglich sind.

> Diese Vorschrift ist richtlinienkonform dahin fortzubilden, dass der Sperranspruch auch gegenüber den Anbietern drahtgebundener Internetzugänge geltend gemacht werden kann. Der Anspruch auf Sperrmaßnahmen ist nicht auf bestimmte Sperrmaßnahmen beschränkt und kann auch die Pflicht zur Registrierung von Nutzern, zur Verschlüsselung des Zugangs mit einem Passwort oder - im äußersten Fall - zur vollständigen Sperrung des Zugangs umfassen.

Da im OLG-Verfahren nicht geklärt worden war, ob der Kläger gegenüber dem Beklagten ein Anspruch auf Sperrung von Informationen zusteht, geht das zurück ans OLG Düsseldorf.

Daß der Beklagte die Abmahnkosten zahlen muß, das ergibt sich aus der damaligen Gesetzeslage. Zu dem Zeitpunkt galt noch die Störerhaftung, damit haftete der Betreiber des Internetanschlusses für die Rechtsverletzung Dritter.

Damit ergibt sich also einerseits, daß der Bundesgerichtshof das neue Gesetz deutlich bestätigt hat: Kein Anspruch auf Unterlassung, kein Anspruch auf Schadensersatz (der hier nicht geltend gemacht wurde).

Aber andererseits kann der Rechteinhaber einen Anspruch auf Sperrung haben, so daß eine Wiederholung der Urheberrechtsverletzung nicht mehr möglich ist. Wie weit dieser Anspruch geht, muß nun gerichtlich geklärt werden.

Forschung in Philadelphia: Umgestaltung verwaister Orte in der City in Grünflächen reduziert Depressionssymtome in der Umgebung - am stärksten bei Personen mit geringem Einkommen

25.07.2018 23:29:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Städten gibt es einerseits dicht bebaute Gegenden. Andererseits kann es immer wieder "verwaiste" Ecken geben, die keine richtigen Grünflächen sind, verwildern, aber auch nicht wirklich genutzt werden können.

Was passiert, wenn man sich solche verwaisten Stellen herauspickt und diese gezielt verschönert? So daß sie für ihre Umgebung nutzbar sind. Als "kleine Oasen"?

In Philadelphia hatten Forscher der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania 541 dieser "verlassenen Orte" ausgewählt. Die wurden in drei Gruppen aufgeteilt. In der ersten Gruppe wurde nichts geändert. In der zweiten Gruppe gab es "kleine Aufhübschungen", etwa das Entfernen von Müll. In der dritten Gruppe wurde die vorhandene Vegetation und alles weitere entfernt und neu gestaltet: Mit neuen Bäumen und neuem Gras.
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A new study reveals that urban green spaces may be an antidote to depression

https://inhabitat.com/a-new-study-reveals-that-urban-green-spaces-may-be-an-antidote-to-depression/

Die Studie: Effect of Greening Vacant Land on Mental Health of Community-Dwelling Adults - A Cluster Randomized Trial

https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2688343

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Die Kurzzusammenfassung:

> A recent study shows that symptoms of depression can be reduced for people who have access to green spaces. Researchers in Philadelphia transformed vacant lots in the city into green spaces and found that adults living near these newly planted areas reported decreased feelings of depression, with the biggest impact occurring in low-income neighborhoods.

Symptome von Depressionen lassen sich reduzieren, wenn Personen Zugang zu grünen Orten haben.

Eugenia South, eine der Co-Autoren:

> “There’s probably 40,000 of them in the city” she told NPR, “but they’re concentrated in certain sections of the city, and those areas tend to be in poorer neighborhoods.”

Über 40.000 davon gibt es, aber sie sind in einigen Gegenden der Stadt konzentriert, in denen Personen mit weniger Geld wohnen.

In dem Beitrag finden sich zwei Bilderfolgen: Davor, während der Umgestaltung und danach.

> “We found a significant reduction in the amount of people who were feeling depressed”

Die Wirkung war teilweise sehr deutlich:

> Low-income neighborhoods showed as high as a 27.5 percent reduction in depression rates. South said, “In the areas that had been greened, I found that people had reduced heart rates when they walked past those spaces.”

Andere Forscher bezeichneten das Experiment als innovativ. Bisherige Studien seien immer nur beobachtend gewesen. Diese Studie habe dagegen direkte Tests durchgeführt, indem die einzelnen Grundstücke umgestaltet wurden.

Parallele Studien ergaben, daß auch die Kriminalität zurückging und es zu mehr "Community Interaktionen" kam. Das zeige,

> that green spaces are a low-cost answer to improving many facets of a community’s well-being, now including mental health.

Hier in Berlin ist das eher alltäglich sichtbar. Sind Grünflächen wie der Volkspark Friedrichshain auch nur einigermaßen gepflegt, werden sie von der Bevölkerung genutzt.

Ärgerlich sind dagegen die immer wieder zu findenden leerstehenden Gebäude, die sich negativ auf die ganze Umgebung auswirken. So steht seit Jahren das Haus der Statistik direkt am Alexanderplatz leer. Und strahlt in seiner Schmuddeligkeit auf die ganze Umgebung aus. Dabei handelt es sich um staatliche Grundstücke bzw. Bauwerke.

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