Clip - Cork Street Bench hooks onto lightpoles - Korkbank zum Hinsetzen, die sich um einen Laternenpfahl herumwindet - vom projecto cosimo

20.01.2019 23:56:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie kann man den Platz in Städten sinnvoll nutzen? Hier in Berlin sieht man das in der Innenstadt immer mal wieder: Daß Sitzgelegenheiten fehlen. Steht umgekehrt vor einem Haus eine Bank, dann lassen sich dort immer mal wieder Leute nieder.

Eine sehr schöne Möglichkeit solcher "kleiner Sitzgelegenheiten" ist "Clip": Ganz unten ist eine runde Metallplatte mit einem senkrechten Stab. Dort werden erst drei dicke runde Korkscheiben draufgestapelt. Dann folgt ein viertes Element mit einer Erweiterung, die eine Öffnung für den Laternenpfahl bereitstellt.

In dieses Korkelement sind bereits Leerräume eingeschnitten. In diese werden zwei Metallbügel gelegt,die den Laternenpfahl umgeben und hinter diesem zusammengeschraubt werden können. Ferner werden diese Metallbügel mit einer zusätzlichen Metallplatte fest mit dem senkrechten Stab verbunden.

Nun können an den Teilen der Metallbügel, die um den Laternenpfahl herumgehen, weitere Korkelemente angebracht werden. Schließlich kommt oben ein letztes großes Korkstück drauf, das über eine Platte mit der Stange drunter verschraubt wird.

Ergebnis: Eine kleine Sitzgelegenheit, die sehr schick aussieht.
.

cork street bench by projecto cosimo hooks onto lightpoles

https://www.designboom.com/design/projecto-cosimo-clip-cork-street-bench-lightpoles-01-20-2019/

.
Das Video vom Zusammenbauen direkt auf YouTube:

João Pestana Luis Caldeira

https://www.youtube.com/watch?v=eHqQ7z0Uk6Y

> CLIP! is a bench designed to provide high comfort in the outdoor environment, which arises in response to the need for mechanical protection of public lighting poles, placed in areas shared by pedestrian and the cars, and the scarcity of rest spaces in the city.

Ergebnis: Die Sitzbank ist so mit dem Laternenpfahl verbunden, daß dieser einerseits gar nicht berührt wird. Andererseits läßt sich die Sitzbank auch nicht so leicht entfernen.

Bei Beschädigungen können einzelne Teile der Bank ausgetauscht und der Rest weiterverwendet werden. Das Material:

> the material has been chosen for its multifunctional features — cork of national portuguese extraction is light, elastic and compressible, impermeable to liquids and gases, slow combustion, highly resistant to friction, hypoallergenic, and soft.

Leicht, elastisch, komprimierbar. Unempfindlich gegen viele Stoffe. Und angenehm weich. Das gibt es in Portugal in Blöcken zu 100 x 50 x 22 Zentimetern, daraus ergaben sich die Maße.

Leider fand sich keine Information darüber, in welcher Stadt diese kleinen Bänke eingebaut wurden.

Print your City - create custom street furniture with 3D-print and recycling - Zero Waste Lab in Thessaloniki ermöglicht das 3D-Drucken von Stadtmöbeln aus Plastikabfall

19.01.2019 23:58:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Thema Plastikmüll bzw. Recycling von Haushaltsmüll scheint derzeit einen verblüffenden Boom zu erleben. Das in Rotterdam beheimatete Studio "The new raw" hat dazu eine Initiative "Print your City" entwickelt, die nun nach Thessaloniki erweitert wurde. Dort gibt es das Zero Waste Lab.

Die dortige Möglichkeit: Bewohner können ihren Plastikmüll vorbeibringen. Der wird als Grundlage für 3D-gedruckte Stadtmöbel genutzt. Von diesen gibt es verschiedene Formen. Das gemeinsame Prinzip: Einerseits gibt es Platz für einen kleinen Baum. Andererseits kann man sich auf die Fläche draufsetzen.
.

'zero waste lab' by the new raw turns citizens' plastic waste into 3D-printed street furniture

https://www.designboom.com/design/zero-waste-lab-the-new-raw-plastic-waste-3d-printed-furniture-01-17-2019/

.
Die Stadtmöbel sollen in der Stadt aufgestellt werden, die Bewohner können entscheiden, wo das sein soll. Ferner kann jedes Teil "Anhängsel" erhalten:

> a bike rack, a mini gym, a tree pot, a dog feeding bowl, or a bookcase

Die Prototypen wurden im Sommer 2018 gedruckt und auf der Nea Paralia verteilt, das ist die Hauptpromenade von Thessaloniki am Wasser.

Nach dem Start gab es wohl über 3000 Designvorschläge.

Neue Objekte sollen nun im Hanth Park aufgestellt werden.

Damit sollen insgesamt 4 Tonnen Plastikmüll verarbeitet werden.

Der Plastikmüll wird wohl zu Granulat zerhäkselt, das dient als Basis für den Druckprozess.

Ein kleines Video auf Vimeo zeigt den Drucker im Einsatz und den Weg des Plastiks zum Drucker:

The New Raw - Print Your City: Robotic 3D printing with recycled plastics

https://vimeo.com/311304894

Daß dies allerdings grade ausgerechnet von Coca Cola Griechenland unterstützt wird, finde ich etwas schräg. Schließlich tragen die Colaflaschen sehr massiv zum Plastikmüll bei. Und von diesem "Zuckerwasser" halte ich ohnehin nichts, da gibt es gesündere Getränke.

Erhellender ist ein Video, das sich auf

Print Your City — Amsterdam

https://thenewraw.org/Print-Your-City-Amsterdam

findet. Aktuell wird viel vom Plastikmüll verbrannt - mit entsprechenden Folgen. So dagegen wird der Müll erst zerkleinert und wohl in Granulat umgearbeitet. Das kann zum Drucken genutzt werden. Dort gibt es auch Bilder, die einige der Elemente im Querschnitt zeigen.

Ein großer Vorteil: Wenn ein solches Teil beschädigt wird, läßt es sich wieder leicht "zerlegen" und erneut als Ausgangsstoff zum Drucken nutzen.

Trepo - Graphically designed Ceramic Vessels produce Zoetrope Aminations when spun on a wheel - Keramikschalen produzieren Animationen, wenn sie auf eine drehende Scheibe gesetzt werden

18.01.2019 23:50:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manchen Gegenständen wohnt ein Zauber inne, der auf den ersten Blick gar nicht sichtbar ist.

So hat der Keramikkünstler Kenny Sing von Turn Studio eine Reihe von Schalen erstellt, die zunächst ganz unscheinbar aussehen. Ok, ein paar Muster bzw. kleine Öffnungen sind drin.

Aber setzt man eine dieser Schalen auf eine Scheibe, die rotieren kann: Dann ergeben sich plötzlich Muster und Bewegungen.

Das knüpft an Zoetrope an: Jene Geräte vor der Erfindung des Films, die durch Drehungen die Illusion von bewegten Gegenständen erzeugen.

Da läuft dann die Spirale nach außen, verwandelt sich in kleine Würfel, die sich drehen. Und zum Gefäßrand hin werden die Würfel wieder zu kleinen Punkten.
.

Graphically Designed Ceramic Vessels Form Zoetrope Animations When Spun on a Pottery Wheel

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/ceramic-vessel-animations-by-turn-studio/

.
Die Muster wurden am Computer entworfen und dann auf die getöpferten Gefäße aufgebracht.

> These elements act as static designs until they are activated by a pottery wheel.

Wenn die Schale "nur so dasteht", dann ist das einfach nur ein Muster. Man "sieht" nichts. Erst, wenn die Schale gleichmäßig gedreht wird, zeigt sich diese Bewegung.

Ein Video

Trepō - Zoetrope Pottery

https://vimeo.com/311829811

> An exploration of pottery, modern graphic design, and traditional animation techniques

zeigt die Herstellung von so einem Gefäß.

Eine Unterseite

Trepō - An exploration of pottery, modern graphic design, & traditional animation techniques

http://turn.studio/project-trepo/

zeigt die vier Schalen, die erschaffen wurden Wobei die unterste Schale die komplizierteste Version darstellt.

Da findet sich ein interessanter Hinweis:

> This ceramic series implements a 19th-century optical illusion of animation, also known as a zoetrope, onto a series of shallow vessels. Zoetope, derived from the Greek zōḗ life + tropḗ turn and trepō I Turn, I transform, I convert, inspired the name of the series and truly speaks to the primary drivers behind not only this series of work, but also the Turn Studio brand. Leveraging new technologies while nodding to the past, to a 19th century children’s toy, a sense of playfulness and wonder surrounds this body of work.

Einerseits implementiert diese Keramikserie eine Technik aus dem 19. Jahrhundert. Das führte zu dem Namen trepō für die Serie. Andererseits weist dies darauf hin, daß neue Techniken verwendet werden, um diese alten Techniken mit neuem Leben zu erfüllen.

Und weiter:

> The playful patterns hide behind their stillness, waiting to be spun at just the right speed, and viewed at just the right frame rate, to reveal their true magical selves. With each calculated rotation, each frame of the animation takes the place of its previous frame, a flip-book who’s every page is seen at once.

Die Muster sind zunächst versteckt, wenn die Schale stillsteht. Sie warten darauf, aufzutauchen, wenn sich die Schale mit der richtigen Geschwindigkeit dreht. Ist die passende Geschwindigkeit erreicht, ergibt sich eine neue Bewegung, wenn jedes Element den Platz des Vorgängers einnimmt und so etwas ganz Neues sichtbar wird.

World's largest 3D-printed Concrete pedestrian Bridge completed - 26,3 Meter - weltweit bislang grösste 3d-Betonbrücke für Fussgänger wurde in Shanghai fertiggestellt

17.01.2019 23:39:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Brücken per 3D-Druck herstellen: Da gibt es in den Niederlanden schon ein interessantes Projekt, bei dem aus Metall gedruckt wird.

In Shanghai wurde nun die bislang größte 3D-Brücke für Fußgänger fertiggestellt. Das Design stammt von Professor Xu Weiguo von der Tsinghua University (School of Architecture) - Zoina Land Joint Research Center for Digital Architecture, inspiriert wurde die Gestaltung von der historischen Anji Bridge in Zhaoxian, China.

Die Breite beträgt 3,6 Meter.
.

World's Largest 3D-Printed Concrete Pedestrian Bridge Completed in China

https://www.archdaily.com/909534/worlds-largest-3d-printed-concrete-pedestrian-bridge-completed-in-china

.
Technisch besteht die Brücke aus 44 Hohlteilen, die Geländer dagegen aus 68 Einzelteilen.

Der Entwicklungsprozess beinhaltete die Herstellung eines 1:4 - Modells, das verwendet wurde, um die Funktionsfähigkeit des Verfahrens zu testen. Ferner sollte es beweisen, daß eine so gebaute Brücke hinreichend stabil ist.

Die tatsächliche Brücke wurde anschließend von zwei Roboter-Druckern gedruckt, die 450 Stunden beschäftigt waren (18,75 Tage). Das führt zu einem deutlich verkürzten Produktionsprozess.

In die Brücke wurden diverse Sensoren eingebaut, so daß ein Real-time-monitoring System existiert. Mit diesem können Belastungen und Schwingungen der Brücke überwacht werden. Die Ergebnisse lassen sich für die weitere Entwicklung solcher Brücken nutzen.

Ein weiterer Hinweis fand sich hier:

The world’s largest concrete 3D printed pedestrian bridge

http://news.tsinghua.edu.cn/publish/thunewsen/9670/2019/20190116161602224500923/20190116161602224500923_.html

> It adopts the structure of a single arch to bear the load, and the distance between the abutments is 14.4 meters.

Ein einzelner Bogen trägt die Last. Die Spanne zwischen den beiden Seiten beträgt 14,4 Meter.

Immerhin stehen auf dem oberen Bild doch sehr viele Leute drauf. Leider fehlt der Hinweis, wieviele das sind.

Da findet sich ein Hinweis darauf, daß das dort entwickelte System weltweit sehr innovativ sei:

> There are three main innovation points of the system, taking the leading position in this field internationally. The first is the printing tool of the robot arm, which avoids plugging in extrusion process and collapse during the material’s layer stacking; For the print path generation and operating system, it integrates form design, print path generation, material pumping, printing tool’s movement, robot arm movement and other systems to work together; the third is a unique printing material formula, which has reasonable performance and stable rheology.

Drei Hauptinnovationen kennzeichnen es:

Zum einen das Drucktool des Roboterarms. Das vermeidet wohl Unterbrechungen beim Druckprozess.

Dann wird die Berechnung des Druckerpfades, das Design, das Pumpen des Materials und die Bewegungen aller Komponenten hinreichend gut aufeinander abgestimmt.

Schließlich gibt es eine besondere Mischung des Druckmaterials. Das wahrscheinlich einerseits hinreichend flüssig sein sollte, andererseits so fest sein sollte, daß der gedruckte Gegenstand nicht zerläuft. Und das über eine Druckdauer von vielen Stunden hinweg.

Ein großer Kostenvorteil ergibt sich daraus, daß keine Betonarmierungen oder Einschalungen benötigt werden.

Interessant ist der Belag des Brückenbogens. Das sieht man auf einem Bild im ersten Beitrag.

> The pavements of the bridge are generated from the form of brain corals, and white pebbles are filled in the voids of the pattern.

Da wurde ein Gittermuster gedruckt, das aus lauter kleinen Zellen besteht. Die dazwischenliegenden Leerräume wurden mit kleinen weißen Kieselsteinen gefüllt.

Das vorletzte Bild bei archdaily zeigt die Brücke im Querschnitt: Zwei Lager an den Ufern, dazwischen der Brückenbogen. Der eigentliche Gehweg bildet eine weitere, flache Schicht drüber.

Gigantic Circular Ice Patch in the Presumpscot River in Westbrook, Maine - Riesiger kreisförmiger Eisblock hat sich in Westbrook (Maine) gebildet

16.01.2019 23:54:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge gibt es einfach nur im Winter. Erst dann, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum hinreichend niedrig sind. Nicht so wie grade hier in Berlin, wo es bislang tagsüber noch ein paar Plusgrade hatte.

In Westbrook (Maine) hat sich im dortigen Presumpscot River so etwas Faszinierendes entwickelt: Westbrook liegt westlich von Portland, nördlich von Boston. Im US-Bundesstaat Maine, also im östlichsten Bundesstaat der USA.

Der Presumpscot River fließt durch das Stadtgebiet. An einer Stelle hat sich eine riesige Eisscheibe entwickelt, die geradezu perfekt rund aussieht.

Die Scheibe ist so groß, daß sie deutlich mehr als die Hälfte der Flußbreite an dieser Stelle belegt.
.

A Gigantic Circular Ice Patch Formed in a River in Westbrook, Maine

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/gigantic-circular-ice-patch/

.
Wie groß die Scheibe im Verhältnis zur Flußbreite ist, sieht man auf einer Aufnahme, wenn man bei thisiscolossal etwas runterscrollt. Das graue Gebäude rechts ist ein nicht so ganz kleines Parkhaus, das von der Fläche her lässig in die Scheibe hineinpassen dürfte.

Nach Auskunft von Tine Radel, Westbrook’s marketing und Communications Manager, dreht sich der Eisblock langsam im Gegenuhrzeigersinn und zeigt keine Tendenzen, seinen Platz zu verlassen.

Das Video auf Vimeo

Westbrook, Maine Ice Disk - Presumpscot River

https://vimeo.com/311380574

> On January 14, 2019 the City of Westbrook, Maine was notified of a large ice disk in the Presumpscot River. Drone Videographer Tina Radel captured this video.

Durch das langsame Drehen, das durch die Lage der Eisscheibe begünstigt wird, dürften sich einerseits immer wieder weitere Eisansätze abstoßen oder glattschleifen.

Andererseits dürfte dieses Drehen dazu geführt haben, daß der Eisblock überhaupt erst zu dieser beeindruckenden Größe herangewachsen ist.

In der Mitte des Videos (etwa ab 01:28) fliegt von links unten ein Vogel auf die Eisscheibe. Er verschwindet fast in dieser riesigen Eislandschaft.

Robot Dogs and driverless Vans as delivery system of the future - fahrerlose Transporter und Robot Dogs als zukünftiges Liefersystem der Zukunft - ein Modell von Continental und ANYbotics

15.01.2019 23:49:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ich hier in Berlin morgens zu bestimmten Zeiten eine Runde drehe, dann passiert es immer wieder, daß Lieferfahrzeuge verschiedener Dienstleister quasi hintereinanderstehen. Hier ein Wagen der Deutschen Post, dort ein Hermes, dann kommt ein UPS. Und dazwischen immer wieder weiße Lieferwagen, die im Auftrag von Amazon unterwegs sind.

Aber wer weiß: Womöglich wird diese Phase langfristig nur eine Übergangsphase sein. Bis zur vollständigen Autonomisierung dieser Liefertätigkeiten.

Wie das gehen könnte, zeigt ein Konzept, das zwei bislang getrennte Ideen - einfach miteinander kombiniert.

Einerseits gibt es immer mehr Konzepte fahrerloser Transporter. Transporter, die meist relativ gemächlich unterwegs sind und batteriebetrieben sind. Continental hat so ein Modell u.a. entwickelt, CUbE genannt.

Andererseits gibt es bsp. von ANYbotics das Konzept von kleinen Robotern, die auf vier Beinen laufen und "ziemlich standfest" sind. Die Roboter können Türen öffnen, Fahrstuhl fahren und dabei kleine Lasten transportieren.

Kombiniert man beide Modelle, dann landet man bei dem Modell, das nun bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt wurde:

Ein autonomes Lieferfahrzeug transportiert sowohl Pakete als auch ein paar dieser quadrupedal robots. Bis zu einem ersten Ort. Dort schwärmen die robots aus, verteilen die Pakete. Kehren wieder zurück. Und weiter geht die Fahrt.
.

robot dogs in driverless vans are the delivery system of the future

https://www.designboom.com/technology/continental-anybotics-robot-dogs-delivery-01-14-2019/

.
Auf YouTube gibt es mehrere Videos von der CES:

CES 2019: Continental robotic delivery dog

https://www.youtube.com/watch?v=4z4uf2sqJmg

Da sieht man, wie sich einer dieser dog robots langsam aus dem Auto heraus bewegt, dann einen umgefallenen Roller übersteigt, ein paar Treppenstufen eine Veranda hochgeht, einmal mit seinem "Vorderfuß" klingelt und das Paket abwirft. Das wurde so vorgeführt.

Das andere ist ein Zusammenschnitt, das Simulationen zeigt, die natürlich deutlich glatter und eleganter aussehen.

This Robot Delivery Dog Can Bring Your Parcel Right To Your Doorstep

https://www.youtube.com/watch?v=ssrk9bW2xBk

> ANYbotics and Continental have partnered up for CES 2019 to demonstrate a holistic concept of autonomous delivery. In "cascaded robot delivery," a driverless shuttle deploys robot dogs that can get the parcels to the recipients' doorsteps or drop them off inside their parcel lockers.

Dabei ist es klar, daß die tatsächlichen Bewegungen von so einem Robot Dog aktuell noch eher langsam sind. Das dürfte nur eine Frage der Zeit und Entwicklung sein, bis diese Roboter schneller unterwegs sein werden.

Für Continental geht es dabei um die Logik der "letzten Meile":

> ‘with the help of robot delivery, Continental’s vision for seamless mobility can extend right to your doorstep,’ said ralph lauxmann, head of continental’s systems & technology, chassis & safety division. ‘our vision of cascaded robot delivery leverages a driverless vehicle to carry delivery robots, creating an efficient transport team.’

Praktisch werden damit zwei sehr verschiedenartige Technologien, die zunächst einmal wenig miteinander zu tun haben, zu einer neuen Logik zusammengefaßt. Ein "effizientes Transport-Team".

Allerdings ist das Ganze bislang nur ein Konzept. Es gibt noch keinen Plan, das tatsächlich umzusetzen.

The Bailong Elevator in Zhangjiajie, China - glass lift climbs 326 meter (1070 feet) - Glasaufzug erklimmt einen Berg mit Aussicht

14.01.2019 23:52:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ich muß gestehen: Beim ersten Blick auf dieses Bild dachte ich, daß das eine Montage aus einem alten Film sei. Also Fiktion, nicht Wirklichkeit. Vielleicht, weil da auch noch Schnee liegt. Doch Bilder gibt es auch vom Sommer.

Der Bailong Elevator (wörtlich: Der Hundred Dragons Elevator, der Hundertdrachen-Fahrstuhl) wurde ab 1999 gebaut und 2002 eröffnet.

Vier nebeneinander postierte Stahlgerüste ermöglichen es drei Kabinen, hoch und runter zu fahren.

Bei einer Gesamthöhe von 326 Metern ist das etwas unter der Gesamthöhe des Berliner Fernsehturms (368 Meter). Aber dessen Kuppel ist 207,53 Meter hoch, da packt dieser Lift nochmals 120 Meter drauf.
.

World’s Tallest Outdoor Elevator Climbs an Amazing 1,070 Feet Up a Mountain Cliff in Zhangjiajie, China

https://laughingsquid.com/worlds-tallest-outdoor-elevator-zhangjiajie-china/

.
Der Fahrstuhl ermöglicht einen Ausblick auf die Wuling Mountain Range. Dort gibt es diverse Felsen und Bergsäulen. Senkrecht, mehrere hundert Meter hoch, mit Bäumen bewachsen.

Wulingyuan

https://en.wikipedia.org/wiki/Wulingyuan

Die Gegend gehört zum Weltkulturerbe. Der Fahrstuhl hat seit 2015 einen Eintrag im Guinness World Records als höchster Outdoor Lift.

Unter

Bailong Elevator: The Highest Outdoor Elevator in The World张家界百龙电梯

https://www.youtube.com/watch?v=ENV6I4eY0-c

gibt es ein Video, bei dem das Hochfahren einer Kabine von einer Drohne begleitet wird.

Ein zweites, älteres Video

Zhangjiajie-Elevator Bailong

https://www.youtube.com/watch?v=ukK8aDGyqoY

zeigt Aufnahmen aus der Kabine beim Hochfahren. Da hat man den Eindruck, daß der Fuß des Fahrstuhls bereits ziemlich weit oben liegt. Das ist quasi in Echtzeit aufgenommen. Eine Fahrt nach oben dauert mindestens eine Minute.

Definitiv nichts für Leute, denen schnell schwindelig wird.

Popcorn Bay near Corralejo, Canary Islands, Fuerteventura looks like paved with popcorn - Strand im Norden von Fuerteventura sieht aus, als wäre Popcorn ausgestreut

13.01.2019 23:50:21, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Internet und die damit möglichen weltweiten Verteilungsmöglichkeiten führen dazu, daß Besonderheiten, die zwar lokal schon seit langem bekannt sind, aber bislang nie überregional bekannt wurden, nun plötzlich weltweit verbreitet werden. Der mir bislang auch nicht bekannte "Popcorn Bay" ist ein schönes Beispiel dafür. Obwohl das auf Fuerteventura liegt. Man könnte also sagen: Von Berlin her "fast um die Ecke" auf den kanarischen Inseln.

Das ist ein Strandabschnitt im Norden von Fuerteventura, nicht weit von der Nordspitze der Insel entfernt, nahe Corralejo. Da gibt es keinen Sand. Dafür Teile, die wie Popcorn aussehen. Von der Ferne sieht man das noch nicht, da sieht das nur nach einem "hellen Strand" aus. Aber wenn man sich das aus der Nähe ansieht, dann fällt einem Popcorn ein.
.

This Canary Island Beach Has Sand That Looks Exactly Like Popcorn

https://mymodernmet.com/popcorn-bay-fuerteventura/

.
Die Erklärung ist eigentlich eher simpel:

> The strange, irregular fragments are actually pieces of white coral that have washed ashore. Mixed with the volcanic rocks and sand on the beach, the coastline looks like a delicious sweet and salty combination of popcorn and black pepper—just don’t be tempted to take a bite!

Das sind Teile weißer Korallen, die dort im Laufe der Jahrtausende angespült wurden. Das gemischt mit dem vulkanischen Gestein und dem Sand führt zu dem Eindruck, daß die Küste wie ein Gemisch aus Popcorn und schwarzem Pfeffer aussieht.

Die genaue Lage bei Google-Maps:

 

Popcorn Bay - Fuerteventura

 

Natürlich gibt es diesen Strandabschnitt schon lange. Das ist nichts, was über Nacht entsteht, sondern das dürfte schon seit Jahrhunderten oder einigen Jahrtausenden so sein. Aber:

> The phenomenon isn’t new to the area, but Popcorn Bay has become popular amongst Instagrammers recently, who have been posting images of themselves with the endless supply of popcorn-shaped coral.

Nun hatten Instagrammer das entdeckt und Photos gepostet. Damit verbreitete sich das.

An manchen Stellen ist der Boden einheitlich weiß.

https://www.instagram.com/p/BmglTbWHbo4/

zeigt dagegen einen Abschnitt, wo größere glattgeschliffene Steine vulkanischen Ursprungs mit weißen Teilen gemischt sind. An anderen Stellen vermischt sich das auch bereits deutlich mit dem Sand.

New Water Tower in Varberg as elongated wave - Neuer Wasserturm für Varberg als langgestreckte Welle - von White Arkitekter

12.01.2019 23:31:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin gibt es zwar einige historische Wassertürme. Aber diese werden längst nicht mehr im Sinne ihres eigentlichen Zweckes genutzt. Sondern wurden zu Wohn- oder Gewerberäumen umgebaut.

Anders sieht das im schwedischen Varberg aus. In der dortigen, flachen Landschaft bestand Bedarf für einen neuen Wasserturm. Der - als "richtiger Turm" - nur eine begrenzte Menge Wasser speichern kann.

Was macht man, wenn dieses Volumen nicht genügt? White Arkitekter hat eine elegante Lösung gefunden: Ein Wasserturm, gebaut auf einer "gewissen Anhöhe". Der nicht aus einem Turm, sondern aus diversen gleichartigen Elementen besteht, die hintereinandergestellt werden und zusammen den Wasserspeicher ergeben. So daß die "Wasserwelle" auf die Entfernung sichtbar ist und ein neues Wahrzeichen, einen Orientierungspunkt in der Fläche erzeugt.
.

white arkitekter forms water tower in the shape of an elongated wave in varberg

https://www.designboom.com/architecture/white-arkitekter-water-tower-varberg-sweden-01-11-2019/

.
Ein Quader, der das Wasser aufnimmt. Dieser wird auf zwei Stelzen gestellt, die vom Rand der beiden Schmalseiten zum Boden gehen. Dann wird der Quader in der Mitte etwas durchgedrückt, so daß eine leicht bogenförmige Struktur draus wird. Ebenso wird er von den Seiten her etwas eingedrückt, so daß die abschließenden Flächen nicht mehr plan, sondern leicht nach innen gebogen sind und sich Schattenmuster ergeben.

Von diesem Einmal-Element wurden acht nebeneinandergestellt. Der eigentliche Wasserzufluß ist in der Mitte zu finden, zwischen dem vierten und dem fünften Element.

Und schon ist eine elegante, graue Welle fertig, die aufgrund der 8 Elemente viel Wasser bereitstellen kann, ohne zu klobig zu werden.

Von den zwei Querseiten her betrachtet sieht das wie ein mächtiges Band in der Landschaft aus.

Laut der Website der Architekten

Wavy water tower wins architecture competition in Varberg

https://whitearkitekter.com/news/wavy-water-tower-wins-architecture-competition-in-varberg/

ist das bislang allerdings nur der gewonnene Wettbewerb, der Wasserturm ist noch nicht gebaut. VÅGA wird der Name sein.

> The creative and bold design will contribute to Varberg’s vision of being the Westcoast’s creative hub

Da gibt es schon einige Punkte, die als Wahrzeichen gelten:

> Varberg has several landmarks, from the 16th Century fort and the classic cold water bathhouse to the UNESCO World Heritage site Grimeton Radio Station and Sweden’s first windfarm. The new horizontal water tower adds to Varberg’s future image.

Ein Fort aus dem 16. Jahrhundert, ein Badehaus, eine Radiostation und Schwedens erste Windfarm. VÅGA soll da mit dazu zählen.

Der Auftrag war ganz offiziell ein doppelter:

> City-owned waste and water management company Vivab organised the competition asking for a water tower that would contain ten thousand cubic metres of water and provide a landmark for the city.

Ein Wasserturm, der 10.000 Kubikmeter Wasser fasst und ein neues Wahrzeichen werden kann. Heißt: Jedes einzelne Element fasst 1250 Kubikmeter Wasser.

Leider finden sich keine genauen Maße. Bei einem Quader und einer Breite von 4 Metern wäre das eine Höhe von 10 Meter und eine Länge von 25 Metern pro Element, um auf 25 * 10 * 4 = 1250 Kubikmeter zu kommen.

Best Drone Imagery - Dronestagram Annual Photo Awards - Drohnenbilder als neue Kunstform - die besten Drohnenphotos der Plattform Dronestagram

11.01.2019 23:49:36, Jürgen Auer, keine Kommentare

Drohnen, mit denen man Bilder aus der Luft aufnehmen kann, gibt es erst seit ein paar Jahren. Damit hat sich die "Kunst der Drohnenphotos" auch erst seither entwickelt.

Seit 2013 gibt es die Plattform www.dronestagr.am, die als "Instagram für Drohnenphotos" gilt. Diese hat nun die besten Drohnenaufnahmen von 2018 gekürt. Mit diversen sehr beeindruckenden Bildern.
.

Breathtaking Drone Imagery Tops Dronestagram’s Annual Photo Awards

https://designyoutrust.com/2019/01/breathtaking-drone-imagery-tops-dronestagrams-annual-photo-awards/

.
Laut der englischen Wikipedia (Dronestagram - https://en.wikipedia.org/wiki/Dronestagram ) hat die Plattform "nur" etwas über 30.000 aktive Nutzer. Klar - das Hobby ist nicht so ganz billig. Wer nicht Geld für Weltreisen hat, der kann "nur" Photos in seiner erreichbaren Umgebung machen.

Das Siegerphoto: Badende Hippos in Tanzania. Den zweiten Platz gab es für die Aufnahme eines Fischerbootes in Vietnam, das ein riesiges Netz aufgespannt hat. Das drittplatzierte Bild zeigt zwei Personen mit Hunden am Strand, wobei die Drohne über dem Wasser fliegt.

Die anderen Bilder sind aber so ziemlich durchgehend ebenfalls sehr faszinierend.

Der Traktor, hinter dem sich die Farbe der Erde deutlich ändert - von einem Grau- zu einem Braunton.

Die Venetian Islands in Miami - dicht bebaute Inseln, verbunden durch eine Straße.

Muschelfarmen in Spanien, die wie vom Wind verwehte Spielkarten auf dem Wasser wirken. Oder das Photo, das oben als Vorschaubild angezeigt wird: Ein Laster in Russland, der zur Seite gekippt ist und seine Ladung verloren hat.

Und dann: Ein Löwe, der zur Drohne hochsieht.

Bilder von Wüsten, endlosem Sand. Und von bewohnten und verlassenen Gegenden: Dubai versus die Sandwüste in Namibia.

Auf der Seite von Dronestagram

International Drone Photography Contest 2018

http://www.dronestagr.am/winners-announced-2018/

sind nur die drei Gewinnerphotos zu sehen. Es habe mehrere tausend Einsendungen gegeben.

Noch vor 10 Jahren waren solche Bilder kaum zu sehen. Und wenn, dann beschränkten sie sich auf wenige Aufnahmen: Von Flugzeugen oder Hubschraubern. Nun dagegen gibt es weitaus mehr Personen, die solche Aufnahmen erstellen können. Und Plattformen, die ein Teilen und weltweites Weiterverbreiten ermöglichen.

Chip(s) Board - Potato peels as alternative to medium density fiberboard (MDF) - Platten aus Kartoffelschalen als Alternative zu mitteldichten Holzfaserplatten

10.01.2019 23:53:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer für den Innenausbau oder ähnliche Zwecke Material sucht, der kann Festholzplatten verwenden. Oder er nutzt Spanplatten bzw. die ähnlichen mitteldichten Holzfaserplatten (MDF). Die bestehen aus zerfasertem Holz, das zu einem homogenen Holzwerkstoff verpresst wird.

Nachteil: Bei der Herstellung werden Formaldehyd-Harze und andere Stoffe eingesetzt, die später ausdünsten.

Drei Londoner waren entgeistert darüber, als sie bemerkten, welche schädlichen Stoffe da drin waren. Und versuchten, eine Alternative zu entwickeln. Ihre Antwort:

Chip(s) Board. Hergestellt aus Kartoffelschalen. Frei von toxischen Bestandteilen, Chemikalien. Und ohne Formaldehyd. Wenn es weggeworfen wird, dann hat es nicht dieselben negativen Folgen wie MDF-Platten.
.

Potato peels offer a sustainable alternative to traditional building materials

https://inhabitat.com/potato-peels-offer-a-sustainable-alternative-to-traditional-building-materials/

.
Praktisch geht es um eine Doppellösung:

> Minkley, Nicoll and Cooper wanted to combine the issue of material waste with the problem of food waste, and the result is a sustainable wood substitute made from potato peelings.

Das Problem des Materialverbrauchs und das Problem des Wegwerfens von Essensresten.

> They collected the peelings from manufacturers and then put them through different refinement processes to create a binding agent. This agent is then applied to fibers like potato skins, bamboo, beer hops and recycled wood.

Sie sammelten diverse Kartoffelschalen von Fabriken ein und konnten schließlich etwas herstellen, das man mit Kartoffelschalen, Bambus, Hopfenresten und recyceltem Holz verwenden konnte. Am Ende wurde das in Platten gepresst, die ähnlich wie MDF-Platten sehr vielseitig einsetzbar sind.

Haben diese Platten ihr Lebensende erreicht, lassen sie sich als Dünger nutzen.

Die Details der Herstellung sind aktuell wohl geheim, weil ein Patentanmeldeverfahren läuft. Der Pressprozess ist zwar ähnlich wie bei MDF,

> but they replace formaldehyde-based resins with waste-derived, biodegradable binders.

Die Bindemittel wurden durch biologisch abbauubare Binder ersetzt.

Auf

Chip[s] Board® have developed a range of innovative and sustainable circular economy materials using potato waste.

https://www.chipsboard.com/materials/

sieht man diverse Beispiele, wie diese Platten aussehen.

BeMA - Beirut Museum of Art with a facade of mismatched balconies - WORKac stellt die Pläne für das neue Museum of Art in Beirut vor

09.01.2019 22:31:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Gebäude sind schon von außen her echte Hingucker. Das US-Büro WORKac hat nun seine Pläne für das neue Museum of Art in Beirut / Libanon vorgestellt. Gekürzt BeMA.

Und das Ergebnis: Die Fassade ist nicht nur Außenhülle und schottet alles drinnen von der Welt da draußen ab. Sondern die Fassade enthält diverse unterschiedliche Balkone, runde Elemente, große Fensterscheiben und ähnliches. So daß die Balkone zum Flanieren einladen und wohl auch teils selbst als "Ausstellungsräume" nutzbar sind.
.

Balconies will double as exhibition space in WORKac's Beirut Museum of Art

https://www.dezeen.com/2019/01/08/beirut-museum-of-art-lebanon-workac-architecture/

.
Wenn man in dem Vorschaubild diesen letzten Rest des Gebäudes links daneben sieht. Das mit einer spiegelnden Hülle die Welt da draußen abweist. Da lädt bereits die Hülle des neuen Museums ein, dieses zu betreten und zu erkunden.

Das neue BeMA ist ein Würfel. Mit der bald unglaublichen Zahl von

> BeMA will take a cube-shaped form, wrapped by seventy "Mediterranean" style balconies, and made from stone and glass fibre reinforced concrete (GFRC) cladding.

siebzig mediterranen Balkonen. Auf allen 4 Seiten. Wenn man sich durch das erste Bild durchzählt, kommt man bereits auf ungefähr 20 Balkone.

Die Kunst soll auf die Balkone ausstrahlen, damit nach außen.

> WORKac's intention is that art will "spill out" onto the balconies, as well as creating meeting spaces – creating "a new type of flexible exhibition space".

Zusätzlich wird damit eine neue Art eines flexiblen Ausstellungsraumes gewonnen. Die Grenze zwischen Innen und Außen soll absichtlich aufgehoben werden, so daß sich das Museum vom typischen "weißen Würfel" verabschiedet.

Die Dimensionen: 6 Stockwerke über der Erde, vier darunter. Wobei spätere Skizzen zeigen, daß das erste Untergeschoss einen großen Veranstaltungsraum enthalten soll. 2700 Quadratmeter Ausstellungsfläche sollen zur Verfügung stehen.

> Alongside the exhibition spaces, seventy percent of the BeMA will be dedicated to space for educational programs and public events, a library, offices and a cafe and a rooftop restaurant from which to view the city.

70 % der Fläche soll für Programme und Events, eine Bibliothek, Büros, ein Cafe und ein Dachterrassen-Restaurant zur Verfügung stehen.

> Below ground level, there will be a black box theatre and workshops for collection storage and restoration.

Unten gibt es ein großes Theater und Räume für Sammlungen und Restauratoren.

Der Artikel oben enthält unten weitere Bilder. U.a. ein Modell der Fassade "am Stück". Die Fassade soll an diversen Stellen Platz für Pflanzen bieten. Teils gibt es Treppen in der Fassade. Die einzelnen Elemente sind allerdings nicht direkt verbunden, sondern immer nur über Innenräume zugänglich. Wobei die durchschnittliche Minimaltemperatur in Beirut im Winter bei über 10°C liegt. In kühleren Gegenden wäre so eine Gebäudekonzeption wahrscheinlich kaum mehr denkbar.

Querschnittsbilder zeigen, daß ab dem dritten Stockwerk einige Ebenen gegeneinander versetzt sind. Damit ergibt sich in der dritten Etage ein Raum mit einer höheren Raumdecke im Vergleich zu anderen Räumen derselben Etage. Dafür ist die fünfte Ebene in diesem Gebäudeteil nicht ganz so hoch. Auf der anderen Seite steht dagegen im fünften Stockwerk ein höherer Raum zur Verfügung.

Die Website von WORKac

https://work.ac/work/beirut-museum-of-art/

zeigt zusätzlich das Gebäude als Würfelmodell.

Little Tree Library - Big old stump gets a library - 100 Jahre alter Baumstumpf wird zur kleinen Little Free Library - Familie in Idaho belebt den Baumstumpf neu

08.01.2019 23:14:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manchmal müssen alte Bäume ja gefällt werden. Vielleicht haben sie bei einem Sturm wesentliche Äste verloren, vielleicht haben Schädlinge dem Baum zu sehr zugesetzt. Oder er war einfach zu alt.

Der Baumstumpf und die Wurzeln bleiben aber oft noch im Boden. Diese bilden oft ein eigenes Geflecht, so daß die Entfernung bei einem alten Baum sehr aufwendig wäre.

Eine Familie in Idaho hatte so einen Baumstumpf vor ihrem Haus. Mit einem so großen Durchmesser, daß wohl mehr als zwei Erwachsene notwendig sein dürften, um den Baumstumpf zu umschließen.

Nun wurde er zu neuem Leben erweckt. Indem eine kleine "Little Free Library" eingebaut wurde.
.

Little Tree Library: A Clever Twist on the Donation-Based Community Library Gives New Life to a Big Old Stump

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/little-tree-library/

.
Es wurde einfach ein quaderförmiges Holzvolumen herausgeschnitten. Innen zwei weitere Holzbretter mitsamt Beleuchtung eingebaut. Davor gibt es eine Tür, drüber eine Lampe. Und der Baumstumpf wurde oben auf beiden Seiten abgeschrägt und bekam zusätzlich ein kleines Dach. Fertig ist die "Little Tree Library". Hinzu kommen diverse kleine Holzbücher, die über der Tür angebracht wurden. Ferner die Steinplatten, die erst den Zugang ermöglichen.

Das basiert auf der "Little Free Library":

https://littlefreelibrary.org/

Ein Programm, das in 88 Ländern existiert und über 75.000 registrierte Little Free Libraries kennt. Das sind kleine Boxen, mit einer Tür zum Aufklappen. Es werden Bücher eingestellt, die man sich ausleihen oder durch andere Bücher ergänzen kann.

Man kann solche Boxen auf der Website kaufen. Das sind gewissermaßen überdimensionale Vogelhäuser, die auf Pfosten aufgestellt werden.

Oder man baut sich eine eigene Lösung, wie das die Familie in Idaho getan hat.

Die lokale Newsstation KREM hatte ein kleines Video dazu gedreht.

https://www.facebook.com/TaylorViydoKREM/videos/295084731359177/

Unter

https://littlefreelibrary.org/ourmap/

kann man suchen, wo es überall solche Little Free Libraries gibt. In Deutschland gibt es ein paar wenige. Eine Suche nach UK listet in Großbritannien nur sehr wenige, in der Ukraine dagegen eine ganze Reihe von Standorten.

Population Mountains - 3D Data Visualization - Global Density as Detailed Population Mountains - 3D-Datenvisualisierung - Bevölkerungsdichte als Berg dargestellt - von Matt Daniels

07.01.2019 23:42:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in Europa oder in den USA lebt: Da kann es manchmal durchaus schwer fallen, sich vorzustellen, wie es in anderen Gegenden der Welt zugeht.

Ein Thema, bei dem das besonders deutlich wird: Wieviele Personen leben eigentlich anderswo?

Matt Daniels hat deshalb das Projekt "Human Terrain" entwickelt. Das beruht darauf, daß er die Daten zu Bevölkerungszahlen an bestimmten Orten so visualisiert, daß dort farbige Säulen gesetzt werden. Je mehr Säulen es gibt und je höher diese sind, umso mehr Personen leben dort. Das Ergebnis sind "Population Mountains":
.

Human Terrain, 3D Data Visualizations That Measure Global Density as Detailed Population Mountains

https://laughingsquid.com/human-terrain-global-density-as-population-mountains/

.
> What stands out is each city’s form, a unique mountain that might be like the steep peaks of lower Manhattan or the sprawling hills of suburban Atlanta. When I first saw a city in 3D, I had a feel for its population size that I had never experienced before. …The 3D view left me with a better understanding of the world’s center of “human” mass, especially the weight of Africa and Asia.

Jede Stadt formt ihren individuellen Berg. In Lower Manhattan gibt es scharfe Spitzen. In Atlanta sind das eher ausgedehnte Hügel. Als er das Ergebnis seiner eigenen Arbeiten zum ersten Mal sah, bekam er ein Gefühl für die Populationsdichte, das er davor nie hatte. Bis hin zur Verteilung der Weltbevölkerung, insbesondere auf Afrika und Asien.

Die eigentliche Seite:

Population Mountains

https://pudding.cool/2018/12/3d-cities-story/index.html

Boston, New York mit etwa 18 Millionen, Philadelphia und Washington D.C. Dazwischen sehr viel freie Fläche. Im 3D-Bild (auf der Seite herunterscrollen) sieht man aber, daß in New York deutlich mehr Personen leben als in den anderen Städten. Erst recht wird das deutlich, wenn man sich ein Modell der ganzen Welt ansieht.

Da sind Indien und China sehr dicht besiedelt. In Afrika und Amerika gibt es fast nur an den Küsten große Zentren.

Seine Einsicht aus der US-Perspektive:

> From my perspective (albeit a US-centric one), it was eye-opening to see how the world’s population is so unevenly distributed. For example, compare the West Coast of the United States to Java, an island in Indonesia (home to 140 million people).

In den USA gibt es San Francisco im Norden, Los Angeles und San Diego. Auf Java gibt es große Zentren in Jakarta und Bandung.

Das weltweite Wachstum:

> In 1993, there were 14 cities with over 10 million people. Today, 20 additional cities qualify (and another 11 will by 2030), with many sprouting from farmland in our lifetimes.

1993 gab es 14 Städte mit mehr als 10 Millionen Mensche. Inzwischen gibt es 20 weitere, 11 weitere werden bis 2030 dazu kommen. Mir fällt da nur der lokale Bezug ein. Berlin hat inzwischen 3,6 - 3,7 Millionen, dürfte bis 2030 maximal auf 4 - 4,5 Millionen kommen. Aber das Umland ist dünn besiedelt, von 10 Millionen ist das weit entfernt.

Dann kann man diverse Städte in verschiedenen Größen sehen. Paris mit 10,9 Millionen ist deutlich spitzer als das eher flächige London (9 Millionen). Die 5,7 Millionen in Singapur sind dagegen allerdings "Wolkenkratzer".

Ganz anders dagegen das Bild in KINSHASA, DRC (13.1M people):

> Since 2001, Kinshasa has grown from the 38th to 23rd largest city in the world. One of the biggest challenges facing this city is transportation: getting to Kinshasa is difficult, and you can see this in the population data.

Kinshasa ist ein isolierter Berg. Ganz anders ist die Situation in Lagos:

> LAGOS, NIGERIA (13M people)— Compared to Kinshasa and Luanda, Lagos is surrounded by cities and development (Nigeria is the most populous country in Africa). The city is predicted to be the largest in the world by 2100 (estimated to reach over 100 million people).

Da gibt es drumherum diverse weitere große Städte.

Aber das ist alles nichts gegenüber den Bevölkerungsdichten in Indien - etwa Bengaluru, das als Silicon Valley von Indien gilt.

Oder die Gegend des Pearl River Deltas:

> PEARL RIVER DELTA, CHINA (50M-100M people)— This is actually three cities: Hong Kong (7.4 million people), Shenzhen (11.9 million), Guangzhou (12.6 million).

Das ist eine Mega-Region, in der etwa ähnlich viele Personen wie in ganz Großbritannien leben. Oder vergleichbar mit der Ostküste der USA - Boston, NYC, Philadelphia, Baltimore, and DC.

Wer selbst zoomen möchte: Unter

https://pudding.cool/2018/10/city_3d/

gibt es die Karte direkt.

Wenn man sich nach Deutschland durchzoomt, dann ist ganz Deutschland Flachland. In Polen gibt es dagegen gleich im Westen deutlich höhere Population Mountains.

Wobei ich da allerdings grade ein paar Daten überprüft habe. Da werden Kleinstädte wie Dębno (~~14.000 Einwohner) als Berge dargestellt. Lipiany hat laut Wikipedia etwa 5000 Einwohner.

Wenn man mit der Karte etwas rumspielt: Dann denkt man bei Australien erst an einen Fehler. Aber da gibt es so wenige Personen, daß es kaum "Berge" gibt.

Timber clad Polish Kindergarten - Kids can play on the green roof - holzverkleideter Kindergarten mit riesiger Spielfläche auf dem Dach - von Biuro Toprojekt

06.01.2019 23:56:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Von unten her sieht der neue Kindergarten im polnischen Żory schick aus. Eine Außenwand aus lauter senkrecht angebrachten dunklen Holzelementen. Man könnte auch an eine einstöckige Firmenzentrale denken.

Aber das "Geheimnis" des Gebäudes erschließt sich nicht vom Blick von der Straße her. Innen gibt es verschiedenste Zimmer. Aber zusätzlich kann man - bevor man das Gebäude betritt -, gleich links die Holztreppe nutzen. Und kommt damit auf das Dach, das praktisch komplett als zweite Ebene für die Kinder zur Verfügung steht.

Ferner gibt es ein Atrium, einen kleinen rechteckigen Innenhof, der im Flachdach ausgespart ist. Von dem führt eine zweite lange Holztreppe nach oben. Auf dem Dach gibt es eine große Holzfläche, die zwei Kreise und den dazwischenliegenden Innenhof einschließt. In beiden Kreisen soll wohl später Gras wachsen. Ebenso in den Bereichen außerhalb der Holzfläche.
.

Timber-clad Polish kindergarten encourages kids to play on the green roof

https://inhabitat.com/timber-clad-polish-kindergarten-encourages-kids-to-play-on-the-green-roof/

.
Das Gebäude wurde schon 2017 fertiggestellt und hat inzwischen diverse Preise bekommen. U.a. eine Nominierung für den European Union Prize for Contemporary Architecture – Mies van der Rohe Award 2019.

Drumherum gibt es sehr viele Einfamilienhäuser. Das Grundstück ist dreieckig, nebenan gibt es eine Schule. Erst wurde an eine zweistöckige Lösung gedacht, dann wäre außerhalb nur relativ wenig Platz zum Spielen übriggeblieben. Stattdessen paßte sich das Gebäude an den freien, dreieckigen Platz an. Und:

> “Instead, we decided to have a one-story building with rounded corners, which filled almost all of the possible surface, and for the outdoor play, we designed a large roof terrace.”

Das Gebäude füllt nun das meiste des vorhandenen Platzes aus. Und schafft mit der Dachebene eine fast ebenso große Fläche zum Spielen für die Kinder.

Durch das Atrium kommt Tageslicht in das Innere hinein, außerdem ist das ein Stück “piece of the outside world”, wenn Regen oder Schnee dort hinunterfällt.

Die Seite der Architekten:

KINDERGARTEN / 2017

http://www.toprojekt.com/en/projekty/przedszkole-zory-kleszczowka/

Da gibt es gleich oben eine Luftaufnahme, die das gesamte Gelände zeigt. Die Schule dürfte 2/3 bis 3/4 des gesamten Grundstücks belegen. Wenn man sich auf dem verbleibenden Dreieck ein zweistöckiges Gebäude vorstellt, dann bliebe nur noch ein kleiner Außenbereich übrig. So können die Kinder "sich selbst aufs Dach steigen" und haben damit - bei einigermaßen ordentlichem Wetter - doppelt so viel Platz zur Verfügung.

Mountain house in mist - Countryside book house in Liangjiashan - leuchtende Bibliothek aus Holz für ein Bergdorf in China - von Shulin Architectural Design

05.01.2019 23:57:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

Liangjiashan, ein Bergdorf in China. Gut versteckt, Liangjiashan Village, Liucheng Town, Wuyi, Jinhua, Zhejiang wird als Ort genannt. Selbst Google Maps findet nur vage Hinweise.

Lauter schlichte, kleine und wahrscheinlich auch sehr alte Häuser. Aus gestampftem Lehm hergestellt. Dazwischen ein Haus, das wie eine "Erleuchtung" wirkt. Spätestens dann, wenn das - wohl mit einer Drohne oder vom benachbarten Hügel aus - am Morgen oder Abend photographiert wird.

Da sieht man, daß das Haus auf Stelzen steht. Und daß das ganze Haus leuchtet.

Der Grund: Das ist ein Bücherhaus für Jung und alt, dessen Wände aus Holzrahmen bestehen. Dazwischen lauter Scheiben mit senkrechten Linien. Ergebnis: Man kann von drinnen nach draußen sehen. Aber es bleibt eben unscharf. Gleichzeitig leuchtet das Haus von innen heraus.

Deshalb auch der Name des Hauses: Mountain house in mist (Nebel).
.

suspended wooden book house is clad in translucent panels by shulin architectural design

https://www.designboom.com/architecture/suspended-wooden-book-house-shulin-architectural-design-12-18-2018/

Bei Archdaily gibt es keinen Text, dafür deutlich mehr Bilder und Zeichnungen.

Mountain House in Mist / Shulin Architectural Design

https://www.archdaily.com/907416/mountain-house-in-mist-shulin-architectural-design

.
Durch die Stelzen wirkt das Haus einerseits fast wie ein Ufo. Andererseits gibt es für die 10 Holzstelzen einen sehr praktischen Grund, den man bei Archdaily relativ weit hinten findet.

Für das Haus gibt es eine Ebene. Das nächste Haus ist bereits eine Ebene tiefer. Aber hätte man das Haus ebenerdig gebaut, dann würde Haus mit der Dachkante an die nächste Ebene anstoßen, so daß es zur dortigen "Brücke" keine Verbindung gäbe. Dort befindet sich ein Spielplatz für Kinder.

So wurde das Haus auf Stelzen gesetzt. Zum Hang hin gibt es damit einen ebenerdigen Zugang. Über eine Treppe am Haus kommt man zur zusätzlichen Zone "unterhalb" des angehobenen Hauses. Dort ergibt sich ein kleiner Innenhof. In der Mitte ein Miniteich, über dem das Gebäude eine bis zum Dach durchgehende Öffnung hat. So daß das Gebäude selbst in zwei Bereiche aufgeteilt wird. Eine kleinere und eine größere Seite. Durch die beiden Bereiche am Rand kommt man von einer zur anderen Seite (Bild 43 bei Archdaily).

Verblüffend ist, wie unterschiedlich das Haus von verschiedenen Blickrichtungen her wirkt. Vom Hang / Spielplatz her betrachtet wirkt das Haus wie ebenerdig. Eine kleine Hecke verbirgt den Blick auf die Pfeiler.

Von einem Standpunkt unterhalb erhebt sich das Haus wie ein Ufo.

Lead Architect Liu Dongying:

> ‘the setting of the patio looks like it is waiting for a certain time – for the sun to cast in a beautiful shadow, for the rain to drip ripples, or for the breeze to blow in,’

> ‘at those moments, the patio is set as special space waiting for its significance of being created. the essence of rural architecture as I understand is a state in which people and space, people and nature, and people and time coexist harmoniously. this patio, makes it happen by including sunlight, rain and air into the interior space.’

Das Setting des Innenhofes wirkt, als ob er auf etwas warten würde: Auf die Sonne, die Schatten produziert, auf den Regen, der von oben die kleine Wasserfläche auffüllt. Oder auf eine Brise, die durchfegt.

Der Innenhof wartet auf seine Bedeutung, die ihm zukommen wird.

New York City bans polystryrene foam and packing peanuts - New York verbannt Styroporteller und Verpackungen ebenso wie Styroporschnitzel ab 2019

04.01.2019 23:52:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

In deutschen Zeitungen habe ich noch gar nichts davon gelesen. Dafür klagt bsp. Berlin gerne über den Müll, der von Einwegkaffeebechern produziert wird und sucht noch nach Lösungen.

New York City ist da einen Schritt weiter. Mit dem neuen Jahr sind Styroporteller, Verpackungen für Lebensmittel aus Styropor und die "packing peanuts" untersagt.
.

New York City bans polystyrene foam starting January 1

https://inhabitat.com/new-york-city-bans-polystyrene-foam-staring-january-1/

Der Beitrag, auf den die Meldung zurückgeht:

Polystyrene Foam Containers Out in Nation's Largest City

https://www.nrdc.org/experts/eric-goldstein/polystyrene-foam-cups-clamshells-and-packing-peanuts-are

.
Das geht auf einen Beschluß von 2013 zurück.

> Back in 2013, the City Council authorized the statute that states NYC restaurants, food vendors and stores can’t possess, sell or offer polystyrene foam containers for food and beverages.

Das betrifft Restaurant, Essensdienste und Läden, die auch keine Styroporcontainer zum Warm- oder Kalthalten einsetzen dürfen.

Ferner wurde der Bann auf Styroporschnitzel erweitert. Das sind diese kleinen Styroporteile, die für Verpackungen verwendet werden, bei denen Leerraum mit Styroporschnitzeln gefüllt wird. Der zweite Link oben enthält Beispielphotos.

Es gibt noch eine Übergangszeit bis Ende Juni. Ab dann sind 250 Dollar für das erstmalige Ertapptwerden fällig.

Diverse Essenszulieferer haben solche Verpackungen bereits aussortiert und Kaffeebecher, Styroporteller und aufklappbare Behälter durch andere Gegenstände ersetzt.

> Such substitutes include products made of compostable paper, aluminum, corn or sugarcane, or other, more easily recycled plastics, in addition of course to reusable containers.

Diese sind teils aus kompostierbarem Papier, Aluminium oder Mais als Rohstoff. Oder aus Kunststoff, der besser recycelt werden kann.

Ein Problem bsp. bei den Styropor-Kaffeebechern ist, daß diese in sehr kleine Teile zerbröseln. Das nun in großen Mengen Straßen und Parks verunreinigt. Und von dort in die Kanalisation und ins Wasser wandert. Gleichzeitig sind sie mehr als hundert Jahre haltbar. Ferner verunreinigen sie oft gesammeltes Plastik, das - ohne diese Verunreinigung - noch weiterverwertet werden könnte.

Die Kosten für Ersatzlösungen liegen oft nur ein oder zwei Penny drüber.

Die Regelung wurde sowohl von der Bloomberg- als auch von der folgenden De Blasio-Administration unterstützt.

Ornament Now: Cake Vases - Swedish spit cake technique used to create unique ceramic vases - Erika Emeren nutzt schwedische Technik der Kuchenherstellung zur Herstellung individueller Keramikvasen

03.01.2019 23:54:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Keramikvasen denkt man normalerweise an "feste, glatte Gegenstände", nicht unbedingt an Techniken, die in der Küche zur Herstellung von Kuchen verwendet werden. Erika Emeren von der Design Academy Eindhoven hat aber diese beiden Bereiche zusammengebracht.

Und damit Cake Vases, Kuchen-Vasen aus Keramik erschaffen, von denen jede einzelne individuell ist.
.

Erika Emeren uses Swedish spit-cake technique to create decorative vases

https://www.dezeen.com/2018/12/31/erika-emeren-spit-cake-vases-design/

.
Ein Video

Erika Emeren uses spit-cake technique to create decorative vases

https://www.youtube.com/watch?v=v3kXPvMmuR8

zeigt die Technik, die mit "gewissen Seiteneffekten" einhergeht:

Ein Pappzylinder mit einem Holzblock drin ist waagerecht so befestigt, daß er auf der einen Seite drehbar gelagert ist und auf der anderen Seite von einem Bohrer langsam angetrieben wird. Über den Pappzylinder ist eine Schicht Zeitung geklebt, dahinter ein Heizgerät.

Wenn Heizung und Bohrer laufen, wird relativ dickflüssige Keramik auf den rotierenden Pappzylinder gespritzt. So daß das Rotieren für eine gleichmäßige Verteilung sorgt und sich nach diversen Runden ein Zylinder ergibt. Dessen Struktur aus dicken und dünnen Teilen erinnert komplexe Pflanzen oder Wurzelgeflechte.

> Cake Vases are created by applying slip clay to a rotating cylinder of papier-mâché using a piping bag, similar to those used in pastry making and cake decorating.

Genutzt wird dazu eine Art Spritzbeutel, wie man ihn auch verwendet, um Kuchen zu dekorieren.

Das Ergebnis benötigt noch einen Boden und wird anschließend gebrannt. Die Folge: Jede Vase ist völlig individuell.

In Schweden scheint es dazu ein besonderes Gebäck zu geben:

> The production method is based on the tradition of making Spettekaka, which translates as spit-cake, a traditional confection from Emeren's homeland of Sweden.

> The cake is made by baking batter around a dowel used for spinning. A similar technique can also be found in traditional cakes in other European countries like France and Poland.

Laut Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Spettekaka ) besteht der Teig aus Eiern, Kartoffelstärke und Zucker. Ähnlich wie bei der Baumkuchenherstellung läßt man das auf einen rotierenden Holzspieß vor einem offenen Feuer laufen.

Emeren hatte die Technik am European Ceramic Workcentre in Oisterwijk entwickelt.

> "There is this notion that folk art is supposed to be regional, but in the world of food, we can see how it has often worked as a cultural exchange".

Volkskunst würde man normalerweise mit einem regionalen Bezug verbinden. Aber in der Welt des Essens gibt es einen kulturellen Austausch.

> "In my work I hope to contribute to a language in objects, which extends beyond national borders. Cakes are fun and joyous, it is something meant to be shared."

In ihrer Arbeit will sie eine "Sprache der Objekte" entwickeln, die nationale Grenzen überschreitet. Kuchen sind lustig und fröhlich, es ist etwas, das man teilen könne.

Letsencrypt - kostenlose und automatisierte Zertifikate für Websites - Wachstum im vergangenen Jahr und Ausblick

02.01.2019 23:55:03, Jürgen Auer, keine Kommentare
Statistik zum Anstieg der von Letsencrypt ausgelieferten Zertifikate.

Letsencrypt startete Ende 2015 als CA, also als Certificate Authority mit der Möglichkeit, kostenlose und automatisiert beantragbare Zertifikate zu erhalten.

Damals war noch weniger als die Hälfte des Webtraffics verschlüsselt. Ganz zu schweigen von 2008 oder noch früher. Da gab es Zertifikate nur für ausgewählte Websites, weil auf einer IP-Adresse nur ein Zertifikat installiert werden konnte. Damit war Verschlüsselung als Massennutzung undenkbar, da sich bei Massenhostern viele Websites eine IP-Nummer teilten.

2013 führten die Snowden-Enthüllungen zu einem Umdenken. Die Gründung von Letsencrypt war eine Folge davon.

Zum Jahreswechsel gab es einen Blogbeitrag. U.a. mit einer neuen Statistik und einem Ausblick auf 2019.
.

Looking Forward to 2019

https://letsencrypt.org/2018/12/31/looking-forward-to-2019.html

.
Die 50 % - Schwelle des verschlüsselten Traffics ist schon eine Weile geknackt.

> Most importantly though, the Web went from 67% encrypted page loads to 77% in 2018, according to statistics from Mozilla. This is an incredible rate of change!

Im letzten Jahr ging das um weitere 10 % auf nun 77 % hoch. So Daten von Mozilla.

Die oben sichtbare Statistik zeigt das Wachstum bei der Zahl von Letsencrypt-Zertifikaten.

Etwa 46 Millionen Domains (eine Ebene unterhalb der Top Level Domains) sind aktiv. Das ist die unterste Linie. Etwa 87 Millionen aktive Zertifikate gibt es. Diese decken etwa 152 Millionen vollqualifizierte Domainnamen ab.

Ein Zertifikat kann einen oder mehrere Domainnamen enthalten. Wer bsp. ein Zertifikat für seine Website example.com mit zwei Domainnamen example.com und www.example.com erstellt, der taucht in dieser Statistik mit einer Domain, einem aktiven Zertifikat und zwei vollqualifizierten Domainnamen auf. Wer zusätzlich Namen wie mail.example.com und blog.example.com in sein Zertifikat aufnimmt, hat 4 vollqualifizierte Domainnamen.

2018 kamen bei Letsencrypt ab Mitte März Wildcard-Zertifikate hinzu. So eines nutze ich auch seit Mitte Juli auf server-daten.de, so daß auch der hiesige Blog darüber gesichert ist.

Wesentlich dabei ist, daß sich der gesamte Prozess von der Beantragung des Zertifikats und Überprüfung der Domain-Inhaberschaft bis hin zum Download des Zertifikats über das ACME - Protokoll (Automatic Certificate Management Environment) automatisieren läßt. Die Version 1 wurde von Letsencrypt entwickelt. Zur Version 2 wurde ein Standardisierungsverfahren als RFC gestartet.

Die Statistiken gibt es auf der Seite

https://letsencrypt.org/stats/

Letsencrypt-Zertifikate sind 90 Tage gültig. Inzwischen werden im Schnitt knapp eine Million Zertifikate pro Tag ausgeliefert. Das sind etwa elf Zertifikate pro Sekunde.

Für 2019 ist ein wesentliches neues Feature angekündigt: Die Überprüfung der Domaininhaberschaft von verschiedenen Standorten:

> The feature we’re most excited about is multi-perspective validation. Currently, when a subscriber requests a certificate, we validate domain control from a single network perspective. This is standard practice for CAs.

Das ist zwar Standard. Meine käuflich erworbenen Zertifikate hatte ich immer per Klick auf einen Link in einer Mail bestätigt, da ist die http-Domainvalidierung (spezielle Datei in einem Verzeichnis) oder die dns-Domainvalidierung (ein spezieller DNS-Eintrag) deutlich sicherer. Aber:

> If an attacker along the network path for the validation check can interfere with traffic they can potentially cause certificates to be issued that should not be issued.

Es gibt das sogenannte BGP Hijacking. BGP ist die Abkürzung für das sehr elementare "Border Gateway Protocol", das als Routing-Protokoll dafür sorgt, daß Browser zu Servern finden und die Daten wieder zurückgeschickt werden. Das Protokoll kennt keine internen Absicherungen, so daß Traffic umgeleitet werden kann. Das kann beim Erstellen von Zertifikaten dazu führen, daß ein Nichtberechtigter ein Zertifikat beantragt und es ihm gelingt, den Prüftraffic von Letsencrypt auf seinen eigenen Server umzuleiten.

Die Lösung, die Letsencrypt anstrebt:

> The solution we intend to deploy in 2019 is multi-perspective validation, in which we will check from multiple network perspectives (distinct Autonomous Systems). This means that potential BGP hijackers would need to hijack multiple routes at the same time in order to pull off a successful attack, which is significantly more difficult than hijacking a single route.

Eine Überprüfung von verschiedenen Standorten. Eine Route mag ein Angreifer noch kontrollieren und umleiten können. Wenn die Überprüfung über verschiedene Wege läuft, wird das deutlich schwieriger.

Ferner soll es ein eigenes Certificate Transparency Log geben. Das ist ein Append-Only-Log, bei dem Daten nur angehängt werden können. Zertifikatsanbieter sollen jedes ausgestellte Zertifikat in mindestens zwei dieser Logs protokollieren, so daß fehlerhafte Zertifikatsausstellungen zumindest rückblickend gefunden werden können. Allerdings gibt es nur relativ wenige CT-Protokolle. Die Anforderungen dafür sind gewaltig.

Schließlich sollen die schon für 2018 angekündigten ECDSA-Rootzertifikate kommen. Ich bin mit den hiesigen Zertifikaten im Oktober auf ECDSA (statt RSA) umgestiegen. Die Zertifikate sind - bei gleicher Sicherheit - deutlich kleiner.

Crown Shyness - Trees avoid touching - Bäume, deren Kronen Abstand halten, so dass sich von unten her zellenartige Muster ergeben

01.01.2019 23:57:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Phänomen ist - eigentlich - schon seit langem bekannt. Forscher beschäftigen sich schon etwa seit 100 Jahren damit, Leuten auf dem Land wird das mit Sicherheit schon weitaus länger bekannt gewesen sein. An mir ist das bis jetzt vorübergegangen, obwohl ich eigentlich in einer ländlichen Gegend aufgewachsen bin und auch oft genug im Wald war.

Stehen diverse Bäume bestimmter Arten nebeneinander, dann sind die Kronen nicht miteinander "verfilzt". Sondern halten brav Abstand zueinander, so daß sich größere Lücken ergeben.

Der englische Begriff "Crown Shyness" - Kronenschüchternheit - drückt das treffend aus.

Grade bei mir aus dem Fenster gesehen: Hier gibt es genau das Gegenteil. Sehr hohe Bäume, die ineinander ragen. Auch von diversen Wegen in Berlin kenne ich das. Links gibt es Bäume, rechts gibt es Bäume. Und die Kronen kommen sich oben so nahe, daß bsp. Eichhörnchen problemlos von einer Seite zur anderen gelangen können. Also exakt das Gegenteil einer Crown Shyness.

Umso faszinierender wirken die Bilder in dem folgenden Beitrag, die aus verschiedensten Quellen zusammengetragen wurden.
.

Stunning Examples Of “Crown Shyness”, A Phenomenon Where Trees Avoid Touching

https://designyoutrust.com/2018/12/stunning-examples-of-crown-shyness-a-phenomenon-where-trees-avoid-touching/

.
Beobachtet wird das mindestens beim Eukalytus und bei der Sitka-Fichte. Über die Gründe wird eher spekuliert.

Es könnte sein, daß dies eine erfolgreiche Abwehr gegen Schädlinge ist. Die so nicht von einer Baumkrone zur nächsten wandern können. Oder daß es eine Maßnahme ist, daß nicht um Licht konkurriert wird.

Eine andere These vermutet, daß sich die Äste bei Wind berühren. Und daß diese Berührungen dazu führen, daß die Äste das Wachstum einstellen.

Da gibt es eine Arbeit von 2015 dazu:

Mechanical abrasion, and not competition for light, is the dominant canopy interaction in a temperate mixed forest

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378112715001486

Da wurde über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren ein älterer Mischwald beobachtet. Der aus vier Baumarten besteht:

Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Carpinus betulus, Tilia cordata - Rotbuchen, Eschen, Hainbuchen und Winterlinden.

Lediglich bei der Esche schien es einen Zusammenhang zum Licht zu geben. Bei den anderen waren mehr als 50 % der Astverkürzungen auf Abbrüche zurückzuführen. Also auf irgendeine Variante einer "mechanical interaction".

> Crown shyness was highest in the Fagus–Fraxinus neighbourhood (average minimum distance: 1.0 m), intermediate in Carpinus–Fagus pairs (0.6 m), and low in Fagus–Fagus (0.2 m) and Fagus–Tilia pairs (0 m; direct contact).

Interaktionen seien meist asymmetrisch gewesen und hingen von der Art ab.

Die meisten Photos in dem obigen Artikel scheinen dagegen Bäume von jeweils einer Art zu zeigen.

|<<>>|1 / 201