Mountain house in mist - Countryside book house in Liangjiashan - leuchtende Bibliothek aus Holz für ein Bergdorf in China - von Shulin Architectural Design

05.01.2019 23:57:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

Liangjiashan, ein Bergdorf in China. Gut versteckt, Liangjiashan Village, Liucheng Town, Wuyi, Jinhua, Zhejiang wird als Ort genannt. Selbst Google Maps findet nur vage Hinweise.

Lauter schlichte, kleine und wahrscheinlich auch sehr alte Häuser. Aus gestampftem Lehm hergestellt. Dazwischen ein Haus, das wie eine "Erleuchtung" wirkt. Spätestens dann, wenn das - wohl mit einer Drohne oder vom benachbarten Hügel aus - am Morgen oder Abend photographiert wird.

Da sieht man, daß das Haus auf Stelzen steht. Und daß das ganze Haus leuchtet.

Der Grund: Das ist ein Bücherhaus für Jung und alt, dessen Wände aus Holzrahmen bestehen. Dazwischen lauter Scheiben mit senkrechten Linien. Ergebnis: Man kann von drinnen nach draußen sehen. Aber es bleibt eben unscharf. Gleichzeitig leuchtet das Haus von innen heraus.

Deshalb auch der Name des Hauses: Mountain house in mist (Nebel).
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suspended wooden book house is clad in translucent panels by shulin architectural design

https://www.designboom.com/architecture/suspended-wooden-book-house-shulin-architectural-design-12-18-2018/

Bei Archdaily gibt es keinen Text, dafür deutlich mehr Bilder und Zeichnungen.

Mountain House in Mist / Shulin Architectural Design

https://www.archdaily.com/907416/mountain-house-in-mist-shulin-architectural-design

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Durch die Stelzen wirkt das Haus einerseits fast wie ein Ufo. Andererseits gibt es für die 10 Holzstelzen einen sehr praktischen Grund, den man bei Archdaily relativ weit hinten findet.

Für das Haus gibt es eine Ebene. Das nächste Haus ist bereits eine Ebene tiefer. Aber hätte man das Haus ebenerdig gebaut, dann würde Haus mit der Dachkante an die nächste Ebene anstoßen, so daß es zur dortigen "Brücke" keine Verbindung gäbe. Dort befindet sich ein Spielplatz für Kinder.

So wurde das Haus auf Stelzen gesetzt. Zum Hang hin gibt es damit einen ebenerdigen Zugang. Über eine Treppe am Haus kommt man zur zusätzlichen Zone "unterhalb" des angehobenen Hauses. Dort ergibt sich ein kleiner Innenhof. In der Mitte ein Miniteich, über dem das Gebäude eine bis zum Dach durchgehende Öffnung hat. So daß das Gebäude selbst in zwei Bereiche aufgeteilt wird. Eine kleinere und eine größere Seite. Durch die beiden Bereiche am Rand kommt man von einer zur anderen Seite (Bild 43 bei Archdaily).

Verblüffend ist, wie unterschiedlich das Haus von verschiedenen Blickrichtungen her wirkt. Vom Hang / Spielplatz her betrachtet wirkt das Haus wie ebenerdig. Eine kleine Hecke verbirgt den Blick auf die Pfeiler.

Von einem Standpunkt unterhalb erhebt sich das Haus wie ein Ufo.

Lead Architect Liu Dongying:

> ‘the setting of the patio looks like it is waiting for a certain time – for the sun to cast in a beautiful shadow, for the rain to drip ripples, or for the breeze to blow in,’

> ‘at those moments, the patio is set as special space waiting for its significance of being created. the essence of rural architecture as I understand is a state in which people and space, people and nature, and people and time coexist harmoniously. this patio, makes it happen by including sunlight, rain and air into the interior space.’

Das Setting des Innenhofes wirkt, als ob er auf etwas warten würde: Auf die Sonne, die Schatten produziert, auf den Regen, der von oben die kleine Wasserfläche auffüllt. Oder auf eine Brise, die durchfegt.

Der Innenhof wartet auf seine Bedeutung, die ihm zukommen wird.

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