Smoke and Mirrors - Architecture Students of a 12 day course had to create Harry Potter scenes - Studenten sollten in kurzer Zeit aus Pappe Harry-Potter-Szenen erstellen

20.03.2019 23:55:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein zwölftägiger Kurs für Architekturstudenten an der Melbourne School of Design. Den Studenten wurden Aufgaben zugeteilt. Verschiedene Architektur-Szenen aus Harry-Potter-Filmen sollten erzeugt werden.

Und zwar per Laserschneiden aus Karton. Dafür gab es bis zu 10 Punkte. Dann das Modellieren per Hand (40 Punkte) sowie die Konstruktion in sehr kurzer Zeit (50 Punkte).
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architecture students reimagine ollivanders, weasley burrow, and more harry potter scenes

https://www.designboom.com/architecture/harry-potter-architecture-models-students-reimagine-ollivanders-weasley-burrow-3-15-2019/

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1 Millimeter und 0,6 Millimeter Karton war die Grundlage. Transparenzpapier für die Fenster, LED-Beleuchtung.

"Smoke and Mirrors" war der Projekttitel. Es gab 8 Szenen von Harry Potter, einige Hinweise zum Material, Zitate aus dem Buch und die Informationen eines hypothetischen Clients.

> ‘we tried to replicate, but in a more fun way, when a client approaches your architecture practice with a pinterest board of ideas and you have to distill them into a design. you can use the ideas pack as a reference, but you can’t copy from it. the students used this information to design their versions of the scenes described as miniature objects or sets, but we only let them use brown card (because challenges are fun!)’

Ein Client kommt mit diversen Ideen, aus diesen muß das zentrale Design herausdestilliert werden. Die Ideen können als Referenz dienen, aber nicht 1:1 kopiert werden. Die Studenten hatten die Informationen genutzt, um ihre Versionen der Szenen als Miniaturobjekte zu erstellen.

Die eigentliche Herausforderung ergab sich aus dem Zeitdruck, den technischen Schwierigkeiten und der Teamarbeit. In elf Tagen mußte das designt und gebaut werden. 400 Stunden Laserschneiden waren dafür notwendig.

Die Objekte sind noch bis zum 25.03.2019 in Melbourne ausgestellt:

Studio Exhibition: Smoke and Mirrors

https://msd.unimelb.edu.au/events/smoke-and-mirrors

> Smoke and Mirrors explores the intersection of stage sets, miniatures, architecture and narrative driven design. Utilising spatial analysis of film sets and literature, the animated artefacts are a product of the digital and physical born from rapid prototyping (laser-cutting), digital fabrication techniques and model-making.

Auf YouTube gibt es ein Video, das Details der Bauarbeiten zeigt:

Studio Exhibition: Smoke and Mirrors

https://www.youtube.com/watch?v=RFXcHOAUjZc

Das Zusammenbauen ist bald noch beeindruckender als die Ergebnisse. Weil man bei dem Video sieht, aus wievielen Teilen so etwas besteht.

Belhaven Bridge - The Bridge to nowhere - eine Brücke in Biel, Dunbar, Schottland, die scheinbar nirgendwo hinführt - aber bei Ebbe den Biel Water überspannt

19.03.2019 23:57:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Brücke, die scheinbar im Wasser steht. Wie ein Schildbürgerstreich. Dabei ist das kein Schildbürgerstreich. Dunbar liegt östlich von Edinburgh in Schottland an der Nordsee.

Dort gibt es einen Fluß, der Biel Water. Der läuft am Osten durch die Belhaven Bay, eine Bucht mit einem großen Sandstrand.

Bei Ebbe hat die Brücke eine klare und eindeutige Funktion: Sie ermöglicht das Überqueren des Biel Water. So daß man von der östlichen Seite (von Dunbar her) auf die westliche Seite kommen kann, ohne nasse Füße zu bekommen. Der Biel Water ist zwar nicht sonderlich tief, aber hinreichend breit. So daß er für Fußgänger ansonsten unüberwindbar wäre.

Bei Flut füllt sich dagegen die gesamte Umgebung mit Wasser. So daß auch der kleine Weg, der im Osten von der Straße zur Brücke führt, im Wasser versinkt.

Das ermöglicht faszinierende Bilder.
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The Bridge To Nowhere: Belhaven Bridge

https://designyoutrust.com/2019/03/the-bridge-to-nowhere-belhaven-bridge/

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Eine Brücke, die scheinbar im Nirgendwo steht. Mitten im Wasser. Sinnlos und zwecklos.

Wenn man sich das bei Niedrigwasser ansehen möchte, liefert Google Maps die passenden Bilder.

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Belhaven Bridge

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Da reinzoomen und sich einmal die ganze Darstellung ansehen.

PS: Beim Schreiben hatte ich Google-Maps-Bilder von 2011. Nun werden Bilder vom Oktober 2018 angezeigt.

Der Biel Water ist einige Meter vor der Brücke noch deutlich breiter. Verengt sich dann und wird dahinter noch deutlich breiter. Östlich von der Brücke folgen bald Häuser, das ist deutlich höher.

Da erschließt die Belhaven Bridge diese riesengroße Sandbucht, die ansonsten von dieser Seite her nicht zugänglich wäre.

> Locals and tourists alike are waiting for low tide to spend some quality time by the beach, especially that this is one of the sunniest areas of Scotland. The view is spectacular, particularly during sunsets, thus creating an ideal scenery for photography.

Bei Niedrigwasser ist das ein gern genutzter Platz, eine der sonnigsten Gegenden in Schottland. Speziell bei Sonnenauf- und Untergang ist das eine ideale Gegend für Photos.

Aber eben nicht nur dann. Je nachdem, wie hoch das Wasser steigt, kann der Weg zur Brücke von der Ostseite her noch begehbar sein. Oder sogar der Weg ist komplett unter Wasser. Da auf der Westseite ein Großteil der Sandfläche unter Wasser liegt, steht die Brücke dann "mitten im Wasser". Die eigentliche Funktion ist nicht mehr sichtbar.

Auf YouTube fand sich ein Video, das diverse Bilder zusammenfasst:

The Submerged Belhaven Bridge

https://www.youtube.com/watch?v=xHn4yChrMjo

> Photographing the bridge at high tide is hence a favorite activity among tourists and beach goers.

Offenbar ist das inzwischen zu einem beliebten Photomotiv geworden.

Schwierig dürfte auch die Erstellung der Brücke gewesen sein. Die beiden steinernen Pfeiler mußten errichtet werden. Die Brücke besteht aus diversen Metallteilen. Aber wie diese dort hinbringen? Eventuell ist das auch ein zusammenhängendes Stück und ein entsprechender Kran fuhr nahe genug ran.

Constellations - Geometric Light Projection - geometrische Lichtprojektionen über dem Wasser - eine Installation von Joanie Lemercier

18.03.2019 23:38:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie so etwas technisch gemacht wird, erschließt sich mir derzeit nicht. Aber das Ergebnis ist ziemlich faszinierend.

Constellations - eine lichtbasierte audio-visuelle Installation, die im Dunkeln diverse geometrische Muster und "explodierende Strukturen" durch Licht erzeugt. Das Ganze oberhalb einer Wasserfläche, so daß sich zusätzliche Reflexionen ergeben. Plus ein elektronischer Sound dazu.
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A Geometric Light Projection by Joanie Lemercier Invites Viewers to Take a Trip Through the Stars

https://www.thisiscolossal.com/2019/03/constellation-by-joanie-lemercier/

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> “It’s an exploration of the stars, constellations and the vastness of the cosmos, suggesting the beauty of geometry, simple and complex structures of the universe,”

Das wurde zuerst im März 2018 in Bristol, UK gezeigt. Inzwischen ist das "auf Tour".

Das Video direkt auf Vimeo:

CONSTELLATIONS

https://vimeo.com/324872156

Die Website: Constellations:

https://joanielemercier.com/constellations/

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Demnach hat das eine Gesamtlänge von 16 Minuten.

> With Constellations, the environment becomes a gate for the exploration of the cosmos. The 3D like visuals will allow us to move from the heart of a black hole into deep space, travelling through planets and stars, as we look for the limits of the universe. Constellations is a fascinating journey where the vectorial, monochromatic aesthetics of Lemercier dialogues with the electronic soundscapes of producer Paul Jebanasam.

Das war im Februar in Barcelona zu sehen.

Auf der Website gibt es unten einige GIFs, die als kleine Filme gestaltet sind.

Ferner gibt es einen Instagram-Account

https://www.instagram.com/joanielemercier/

mit diversen weiteren Bildern und kleinen Filmen.

Ab 2021 will Daimler selbstfahrende Autos bauen - mehr als 10000 in der ersten Runde - ab 2021 die ersten Robotaxis in den USA und Europa.

17.03.2019 23:29:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Daß solche Entwicklungen schon laufen, hatte ich vermutet. Und - als jemand, der in Berlin wohnt und selbst schon lange kein Auto mehr fährt - auch erhofft.

Nun bestätigte Michael Hafner, Leiter automatisiertes Fahren bei Mercedes Benz, der "Automobilwoche", daß die Arbeiten an selbstfahrenden Autos schon sehr weit fortgeschritten seien.

Ab 2021 sollen die ersten Robotaxis in den USA und in diversen europäischen Städten an den Start gehen. Anschließend sollen erste Fahrzeuge in China starten.
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Daimler will ab 2021 selbstfahrende Autos bauen

https://orf.at/stories/3115356/

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In einem ersten Rutsch soll es mehr als 10.000 Autos geben. Hafner rechnet damit, daß sich die Autos innerhalb von einem Jahr amortisieren.

Basis ist ein gemeinsames Projekt, das Daimler und Bosch 2017 gestartet hatten und das offenbar "gut vorankommt".

Laut

Daimler: Ab 2021 will der Konzern massenhaft selbstfahrende Taxis bauen

https://t3n.de/news/daimler-selbstfahrende-taxis-1151096/

soll es in der zweiten Jahreshälfte 2019 erste Tests in San Jose in Kalifornien geben. Im Prinzip ist das eine Art Shuttle-Dienst - nur ohne Fahrer.

Interessenten können bei Bedarf ein Auto per App heranrufen. Das Fahrzeug kommt, der Fahrgast steigt ein und wird zum Ziel transportiert.

Damit kommt genau die Entwicklung an, die sich vor ein paar Jahren schon angedeutet hatte: Ein weltweiter Wettlauf zwischen verschiedenen Unternehmen: Wer bringt als erstes autonome Autos auf die Straße?

Und wenn es erst einmal die ersten größeren Flotten gibt, die vielleicht 10 - 15 Prozent des Verkehrs in den teilnehmenden Städten abwickeln: Dann ist zu wetten, daß sich sowohl Versicherungen als auch Politiker sehr genau die Auswirkungen, insbesondere das Unfallrisiko ansehen werden.

Mit der Konsequenz, daß über kurz oder lang die Quote der Unfälle mit autonomen Autos deutlich niedriger sein wird als die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen am Steuer sitzen. Was zwangsläufig dazu führen wird, daß die Versicherungen die Kosten entsprechend auf die Tarife umwälzen und sich Politiker ebenso wie die Öffentlichkeit Gedanken über ein Verbot privater Autofahrten machen werden.

So ein selbstfahrendes Auto könnte hier in Berlin morgens einige Berufstätige von außen nach innen bringen. Tagsüber fährt es in der Stadt umher und fungiert als Taxiersatz. Am Spätnachmittag fährt es Berufstätige wieder raus.

Mit der Konsequenz, daß sich private Autos kaum mehr lohnen. Und der "Spaßfaktor" durch steigende Versicherungskosten gebremst wird.

Die mehr als 3000 Toten pro Jahr, die - wenn ich das aus dem Kopf richtig weiß - mehr als 100.000 Verletzten pro Jahr und der immense Platzbedarf von Autos, die größtenteils nur rumstehen, ist einfach zu viel.

Vessel - Giant honeycomb like sculpture of Thomas Heatherwick opens to the public - die grosse, begehbare Skulptur an den Hudsons Yards in New York kann nun genutzt werden

16.03.2019 23:36:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Nun ist das fertig. Diese riesengroße, begehbare und damit nutzbare - ja was eigentlich? Ist das eine Skulptur? Ein Gebäude? Aus der Entfernung sieht das wie ein großes, wenn auch etwas löchriges Gefäß aus. Aus der Nähe sind das lauter begehbare Wege, die auf eine symmetrische Art und Weise miteinander verbunden sind. Man kann auf ungefähr einer Ebene einmal die ganze Umrundung beschreiten.

Oder man geht mit jedem Element eine Ebene höher, bis man schließlich ganz oben angelangt ist.
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Heatherwick's Vessel at Hudson Yards opens to the public

https://www.dezeen.com/2019/03/15/vessel-thomas-heatherwick-studio-hudson-yards/

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"Im Prinzip sind das jeweils flache, sechseckartige Strukturen. Eine Hälfe ist nach außen versetzt. An den "Berührstellen" gibt es jeweils etwas größere Flächen.

Das wirkt, als hätte ein Riese einen Becher liegengelassen.

Als "Escher-artig" würde ich das gar nicht bezeichnen, dafür ist dieses Kunstwerk viel zu gleichmäßig strukturiert.

Es gibt wohl insgesamt 80 Treppenabsätze.

Stuart Wood vom Heatherwick Studio:

> "We've never designed anything like this before, and we'll probably never design anything like it again,"

Wir haben niemals vorher so etwas entworfen. Und wir werden so etwas wahrscheinlich auch niemals mehr erneut entwerfen.

> "People often ask us, what is this for? Is it a viewing platform? Where are you looking to?" he told journalists ahead of a tour. "It's not a building, it's not a sculpture, it's not an artwork, and yet it has scale and relevance to all of those typologies... In a way, we're thinking of this as a piece of furniture. Its ongoing use will evolve, quite naturally."

Für was ist das? So fragen Leute. Ist das eine Aussichtsplattform? Es ist kein Gebäude, keine Skulptur, kein Kunstwerk. Und doch hat es Bezüge zu all diesen Klassifikationen. Wir denken, daß es eine Art Möbelstück ist, eine Art Stadtmöbel.

Das ganze Vessel ist 150 Fuß (46 Meter) hoch und hat oben einen Durchmesser von 46 Metern.

Es könnte zu einem beliebten Selfie-Motiv bei Touristen werden.

Stuart Wood meint, der Blick nach draußen, zum Hudson River, sei zwar interessant. Aber die interessantesten Dinge gäbe es innen. Der dunkelgraue Belag.

> "It feels like pieces of pavement lifted into the air," said Wood.

Als seien Stücke des Gehwegs in die Luft gehoben worden.

Es soll nun einen öffentlichen Wettbewerb geben, bei dem der Name festgelegt wird.

Der Blick von oben nach unten erinnert - ganz wenig - an den Blick hier am Berliner Hauptbahnhof: Wenn man oben mit der S-Bahn ankommt und durch das relativ offene Gebäude fünf Ebenen tiefer auf die Züge im Nord-Süd-Tunnel blickt.

Mal sehen, wie das angenommen wird.

Unter

Vessel

https://www.hudsonyardsnewyork.com/discover/vessel

gibt es diverse weitere Informationen.

U.a. ein Video vom letzten Jahr, das Ausschnitte aus den Bauarbeiten zeigt.

Thomas Heatherwick on Vessel

https://www.youtube.com/watch?v=zPBTygyCXkc

Im Dezember 2017 wurde das letzte Stück eingesetzt, 232 Tage nach dem ersten Stück.

Human Powered Clocks - Uhren die scheinbar von Menschen pro Minute neu gestellt werden - von Maarten Baas

15.03.2019 23:56:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Zeit vergeht ja eigentlich kontinuierlich. Gleichzeitig sind in industrialisierten Staaten Uhren notwendig, um bestimmte Tätigkeiten miteinander zu synchronisieren. Wer mit der Bahn fahren möchte, der muß wissen, wann diese abfährt. Und er muß rechtzeitig am Bahnhof sein.

Diese Taktung der Zeit wird besonders bei Bahnhofsuhren deutlich, wenn deren Zeiger eine Minute weiterspringt. Da bewegt sich der Zeiger nicht kontinuierlich, sondern springt pro Minute weiter.

Aber da kann man ja auch einen Menschen beschäftigen, der den aufgemalten Zeiger löscht und einen neuen Zeiger malt. Das ist die Grundidee der Uhren von Maarten Baas. Zusätzlich ist das Ziffernblatt halb transparent. So daß man den "zeigermalenden Menschen" und nicht nur den entstehenden Zeiger sieht.
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Human-Powered Clocks by Maarten Baas Physically Mark the Passage of Time

https://www.thisiscolossal.com/2019/03/human-powered-clocks-by-maarten-baas/

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2016 enstand so die Schiphol clock:

http://maartenbaas.com/real-time/schiphol-clock/

Die wurde im Terminal des Amsterdamer Flughafens installiert.

Ein Video

Schiphol Clock

https://vimeo.com/173325199

zeigt das in Realtime (1:21 Minuten). Eine Linie wird gemalt. Und etwas später wieder weggewischt und durch eine neue Linie ersetzt.

Ferner gibt es verschiedene Varianten der "Grandfather Clocks":

http://maartenbaas.com/real-time/grandfather-clocks/

> The Real Time series are 12-hour films of performances indicating the time. With Real Time, Baas combines theatre, art, film and design in a series of new clock designs.

Das wurde wohl immer als 12-Stunden-Performances ausgeführt, aufgezeichnet und anschließend wiederholt abgespielt.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/p/BpxDi5tiN__/

> he's not actually in the clock but it's a video installation that took about 12 hours to complete

gibt es einen entsprechenden Hinweis.

Origami Robot Gripper to lift up different things - Roboter, der mit einer origami-inspirierten Vakuumglocke unterschiedliche Gegenstände sicher anheben kann - MIT - Forschung

14.03.2019 23:41:12, Jürgen Auer, keine Kommentare

Roboter werden schon lange in der Industrie zu verschiedenen Zwecken eingesetzt. Sie können "kräftig zupacken", das ist unproblematisch, wenn die Gegenstände, bsp. in der Autoindustrie, das aushalten.

Aber was ist, wenn es bsp. darum geht, Obst oder andere empfindliche Materialien anzuheben?

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben nun einen Roboter entwickelt, der in der Lage ist, verschiedenartige Gegenstände "vorsichtig anzuheben" und sie von einer Stelle an eine andere zu transportieren.

Ein per 3D-Druck erzeugtes glockenartiges Stück aus Silikon schiebt sich von oben her bsp. auf eine Flasche oder einen Apfel. Dann wird Luft herausgesaugt, so daß ein Vakuum entsteht. Damit lassen sich verschiedene Gegenstände sicher anheben.
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an origami robot gripper could help pack your groceries in the future

https://www.designboom.com/technology/origami-robot-gripper-mit-csail-03-14-2019/

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Wobei ich das bei Glas- und Kunststoffbehältern noch eher nachvollziehbar finde. Da gibt es eine einigermaßen glatte Oberfläche.

Aber das gelingt auch mit Brokkoli und Trauben.

Das Teil kann das hundertfache seines eigenen Gewichts anheben.

Die MIT Professorin Daniela Rus

> ‘one of my moonshots is to create a robot that can automatically pack groceries for you,’

Ein Ziel sei es, einen Roboter herzustellen, der automatisch Lebensmittel verpacken kann. Nur: Die bisherigen Lösungen waren immer limitiert - auf bestimmte Objekte.

> ‘previous approaches to the packing problem could only handle very limited classes of objects — objects that are very light or objects that conform to shapes such as boxes and cylinders

Die Gegenstände mußten entweder sehr leicht sein oder bestimmte Formen haben - Würfel oder Zylinder.

> but with the … gripper system, we’ve shown that we can do pick-and-place tasks for a large variety of items ranging from wine bottles to broccoli, grapes, and eggs.‘

Interessant ist dabei der Kontrast zwischen glatten, aber schweren Weinflaschen und sehr empfindlichen Dingen wie Brokkoli, Trauben und Eiern.

Das Video zeigt den Einsatz:

Origami Robot Gripper

https://www.youtube.com/watch?v=byqGFH6AZuk

Beim MIT:

New robot hand is soft and strong

https://www.csail.mit.edu/news/new-robot-hand-soft-and-strong

> This motion lets the gripper grasp a much wider range of objects - such as soup cans, hammers, wine glasses, drones, and even a single broccoli floret.

Da wurden auch Weingläser auf diese Weise angehoben. Das Anheben einer Drohne ist im Video zu sehen.

Das Design orientiert sich am

Origami Magic Ball (Dragon's Egg by Yuri Shumakov)

https://www.youtube.com/watch?v=VgXwSdJNks8

Der Roboterarm und die dort dranhängende Technik wurde nicht modifiziert, da wurde ein Standard-Roboter verwendet.

Es gibt zwar Techniken mit Roboterfingern - aber die sind ziemlich schwach. Oder Roboter mit Saugflächen - suction-cup grippers. Aber die scheitern, wenn sie mit sehr vielen unterschiedlichen Gegenständen umgehen sollen. Oder wenn das Objekt Löcher hat.

Interessant wird das, wenn man an das Verpacken bsp. bei Amazon denkt: Sehr viele unterschiedliche Gegenstände, die angehoben werden müssen.

Ein Vorteil des Roboters ist seine Einfachheit.

> “The materials and fabrication strategies used allow us to rapidly prototype new grippers, customized to object or environment as needed.”

Es können leicht neue Prototypen erstellt und getestet werden.

Started making toys from wool - then too much commissions - kleine Tiere aus Wolle - und dann gab es plötzlich viel zu viele Aufträge - Anna Yastrezhembovskaya

13.03.2019 23:53:52, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eigentlich hatte ich den folgenden Beitrag deshalb schreiben wollen, weil die dort vorgestellten "kleinen Tiere" so faszinierend sind. Beim Lesen stellte sich allerdings heraus, daß es in dem Beitrag noch um ganz andere Erfahrungen geht: Sozusagen die Kehrseite des Erfolgs.

Anna Yastrezhembovskaya aus Russland hatte vor drei Jahren kleine, wunderbare Spielsachen gesehen. Gefertigt aus einem unbekannten Material. Später stellte sich heraus, daß das Wolle war. Sie interessierte sich für die Technik und beschloss, selbst so etwas herzustellen.

Die ersten Spielsachen waren noch nicht so gut, eher lustig. Aber sie interessierte sich für die Technik und machte weiter. Und sie wurde mit jeder Anfertigung besser.

Langsam kamen die ersten Bestellungen. Manche Vögel von ihr flogen durch andere Städte.
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I Started Making Toys From Wool 3 Years Ago, Here Are 28 Of My Best Works

https://www.boredpanda.com/handmade-felted-wool-toys-anna-yastrezhembovskaya/

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> I was excited about the recognition of my artwork and didn’t even think about the other side of this popularity.

Sie freute sich über die Anerkennung ihrer Arbeit und dachte nicht an die womöglich problematischen Aspekte.

Dann entstand die kleine Fledermaus (Bat), die im Vorschaubild zu sehen ist. Eigentlich sei das ein Unfall gewesen. Ihre Tochter hatte sie gefragt, ob sie ihr eine Fledermausbrosche machen könne. Die wurde aber zu groß, so wurde eine kleine Figur draus.

Es entstanden einige Photos mit Assistenz der Tochter, die sie auf Facebook einstellte. Mitsamt dem Hinweis, daß das nicht zu verkaufen sei - "Not to sale".

Anna Yastrezhembovskaya hatte zwar vor, weitere Fledermäuse herzustellen. Aber zunächst hatte sie genügend andere Aufträge.

Irgendetwas muß dann schiefgelaufen sein. Oder jemand hat sich einen bösen Streich erlaubt:

> A few weeks ago, my inbox on Instagram filled up with messages from people who supposedly bought my toys from online shops and never received their order after completing the payment. I was shocked.

Sie wurde von diversen Leuten angeschrieben, die ihre Fledermaus haben wollten und die bereits in Onlineshops gezahlt hatten. Also gab es wohl Betrüger, die Onlineshops aufgesetzt und diese mit Bildern bestückt hatten. Dann Vorkasse kassierten und verschwanden.

Sie hatte in keinster Weise mit einem so großen Interesse gerechnet. Und der Preis von 19,99 Dollar war ohnehin unrealistisch.

> As a result, hundreds of scammed people wrote to me in hope of receiving their bats.

Sie braucht wohl etwa 10 - 15 Arbeitstage für so eine Figur.

> I don’t really know what should I do, tell everyone to forget about their bats? Or try to fulfill a promise I never made?

Was tun? Allen absagen? Oder zu versuchen, ein Versprechen zu erfüllen, das sie niemals gegeben hatte?

Dabei will sie sich eben nicht nur mit der Herstellung von Fledermäusen beschäftigen. Es gibt so viele interessante Vögel, die sie gerne in einer Wollversion herstellen möchte.

Die gezeigten Spielzeuge sind eindrucksvoll. Praktisch hieße das: Den Preis deutlich hochsetzen.

Aber die Geschichte zeigt auch, daß Leute - die "Kunden", die das gekauft hatten - einen gänzlich unrealistischen Preis für denkbar gehalten haben. Analoge Vorkasse-Betrügereien gibt es ja ohnehin in verschiedensten Bereichen. Meist werden Dinge zu einem Bruchteil des Originalpreises angeboten. Daß man eigentlich schon daran merken sollte, daß da nicht mit einer Lieferung zu rechnen ist.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/yast.anna/

gibt es noch mehr von den Kunstwerken zu sehen.

BillysDonutsHTX - Dad opens Donut Shop, nobody is there - son shares photo and people flood the shop - Vater eröffnet Donut Shop, keiner kommt, der Sohn tweetet - und das Geschäft wird leergekauft

12.03.2019 23:57:23, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer gründet, geht ein Risiko ein. Erst recht gilt das, wenn man mit diversen Leistungen in Vorleistung gehen muß. Etwa, wenn man einen Donut Laden aufmacht: Der Laden will eingerichtet sein, man benötigt Rohstoffe.

Und dann macht man ein Geschäft auf - und das Geschäft bleibt leer.

So passierte das dem Vater von Billy By, der in Missouri City, Texas einen Donut Shop eröffnete. Niemand kam.

Der Sohn twittere eine kurze Nachricht: "My dad is sad cause no one is coming to his new donut shop".

https://twitter.com/BillysDonuts/status/1104473014291185665

Mit vier Bildern, Twitter zeigt das erste größer an, die anderen zunächst kleiner. Beim Draufklicken kann man sich durch alle vier Bilder durchklicken.

Und der Adresse drunter.

Ergebnis: Der Tweet verteilte sich - und Leute kamen. Bis der Laden leergekauft war.
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Son Shares Photo Of His Dad, Sad That No One Is Coming To His New Donut Shop, It Goes Viral And People Flood The Shop

https://www.boredpanda.com/sad-dad-new-shop-billys-donuts/

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Erst lief das nur online durch, dann wurde aus dem Online-Thema ein Offline-Thema. Leute kamen tatsächlich in den Laden.

Und tweeteten Photos von ihrem Besuch:

https://twitter.com/vincy_bt/status/1104782170328125441

Da sind die Auslagen bereits deutlich leerer.

Der Sohn startete schließlich noch eine Instagram-Seite, die ein paar Tage später bereits 100K Follower hat.

Social-Media-Plattformen haben sich in vielen Dingen durchaus zum Negativen gewandelt. Bis hin zum Überhandnehmen problematischer Entwicklungen, etwa der neueste Blödsinn, auf schlafenden Kindern mit Süßigkeiten Türme zu bauen oder Käsescheiben ins Gesicht zu werfen.

Aber die Geschichte zeigt, daß es eben auch immer wieder andere Dinge gibt. Wo durch so eine Plattform ein Anschub zustandekommt, der auf anderen Wegen kaum zu erreichen gewesen wäre. Da können einzelne Social-Media-Aktivitäten zu solch einem Selbstläufer werden.

Xanadu of Rainbows - Cascading metal Rainbow in a bookstore in Suzhou - regenbogenfarbige Gitter erzeugen einen Regenbogen in einem Buchladen in China - Wutopia Lab

11.03.2019 23:01:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Ideen sind simpel. Und entfalten doch eine faszinierende Wirkung.

So wurde in Suzhou in China eine größere Buchhandlung eröffnet. Dort gibt es einen großen Lesesaal. Und dort wurden ein Zentimeter starke gelochte Bleche aus Aluminium an die Decken gehängt. Die gehen bis um Rand, dort senkrecht nach unten.

Und sie sind eingefärbt. So daß sich die ganze Farbenfolge des RGB-Spektrums wiederfindet. Das Ergebnis: Eine verblüffende und faszinierende Wirkung auf den gesamten Raum.
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A Cascading Metal Rainbow Fills a Bookstore in Suzhou, China with Layers of Transparent Hues

https://www.thisiscolossal.com/2019/03/rainbow-bookstore-by-wutopia-lab/

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An manchen Stellen bilden diese Gitter quasi Tropfen, wie Stalaktiten in einer Tropfsteinhöhle. Wobei das bei den flachen Blechen bleibt. Der Eindruck von Tropfen entsteht dadurch, daß sich das bei den ersten Blechen leicht nach unten auswölbt. Und dann immer stärker wird, bis diese "Tropfen" schließlich in einem Bodenelement münden.

> The word Xanadu is used to describe an idyllic space or place, which is what the architects sought to create with the vibrant, flowing design.

Das Wort Xanadu soll einen idyllischen Ort beschreiben.

Ferner dienen die Elemente mit ihren Farben dazu, den Raum zu untergliedern und Teilbereiche zu erzeugen.

Man kann die Farben natürlich auch für Verabredungen nutzen: "Treffen wir uns am grünen Tropfen".

Auf Instagram

https://www.instagram.com/wutopialab_sh/

gibt es - verstreut neben den anderen Bildern - einige weitere Bilder.

Das scheint schon etwas älter zu sein: Ein Beitrag vom November 2017 stellt das vor.

Wutopia Lab Creates a Spectacular Display for a Zhongshuge Bookstore in Suzhou, China

https://www.interiordesign.net/projects/13918-wutopia-lab-creates-a-spectacular-display-for-a-zhongshuge-bookstore-in-suzhou-china/

Da findet sich eine interessante Formulierung: Der Gegensatz zwischen Natur und Künstlichkeit:

> The interplay between nature and artifice is central to the vision of Wutopia principal Yu Ting, who believes it’s impossible to untangle one from the other: “In my opinion, there is no significant difference between the two. It just depends on how much humans change their environment. For me, once people interact with or even just observe the natural world, then to some extent they transform it.”

Beides ließe sich nicht wirklich trennen. Menschen ändern ihre Umgebungen. Wenn sie mit der Natur interagieren, dann transformieren sie diese.

Die Konstruktion ist einerseits extrem künstlich: Gelochte und einheitlich gefärbte Aluminiumbleche. Andererseits wirkt das mit den fließenden Farbübergängen nicht mehr wie ein Raum, sondern wie eine Höhle, wie eine Lichtung im Wald.

Bundesfinanzhof: Bei privater Pkw-Nutzung ist allgemeiner Listenpreis für Privatpersonen zu berücksichtigen, nicht eventuell vergünstigter Preis für einzelne Berufsgruppen - III R 13/16

10.03.2019 23:59:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn jemand ein geschäftlich genutztes Auto zusätzlich privat nutzt, dann kann er den geltwerten Vorteil dieser Firmenwagennutzung nach der 1 %-Regelung versteuern. Dann wird pro Nutzungsmonat 1 % des Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert.

Was ist aber, wenn das Fahrzeug nicht über den "offiziellen Listenpreis für Privatpersonen" bezogen wurde, sondern ein Kaufpreis zugrunde lag, der vom Hersteller für Taxi- und Mietwagen angeboten wurde? Im Streitfall war der Kläger Taxifahrer, konnte deshalb ein vergünstigtes Taxi kaufen und nutzte das privat. Er setzte diesen vergünstigten Preis als Basis für die 1 % - Regelung an. Das Finanzamt war damit nicht einverstanden.

Beim Finanzgericht hatte der Kläger mit seiner Auffassung zunächst Erfolg. Anders beim Bundesfinanzhof. Der entschied gegenteilig:
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Private Pkw-Nutzung im Taxigewerbe: Definition des Listenpreises bei Anwendung der 1 %-Regelung - Urteil vom 8.11.2018 III R 13/16

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&nr=39576&pos=2&anz=12

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Der Fall:

> In dem vom BFH beurteilten Fall nutzte der Kläger sein Taxi nicht nur für sein Taxiunternehmen, sondern auch privat. Einkommensteuerrechtlich entschied er sich für die sog. 1 %-Regelung, d.h. er versteuerte für die Privatnutzung monatlich 1 % des Listenpreises gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes.

Da hat der Kläger eine Wahlmöglichkeit. Aber wenn er als Unternehmer das Auto vergünstigt bezogen hat, was ist der Bezugspreis?

> Maßgeblich ist dabei der inländische Listenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer. Im Streitfall legte der Kläger den Bruttolistenpreis aus einer vom Hersteller herausgegebenen Preisliste für Taxen und Mietwagen zugrunde.

Anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer nutzte das Finanzamt eine andere Liste und kam zu einem höheren Listenpreis.

Der Bundesfinanzhof hob die Entscheidung des Finanzgerichts auf.

Als Listenpreis gilt der Preis, den ein Privatkunde zu zahlen hätte. Der Listenpreis soll weder die Neuanschaffungskosten noch den gegenwärtigen Fahrzeugwert abbilden. Stattdessen ist das eine generalisierende Bemessungsgrundlage für die Bewertung der Privatnutzung eines Betriebs-Pkw.

Die Pressemitteilung weist darauf hin, daß das Urteil für alle vergleichbaren Fälle gilt:

> Das Urteil betrifft einen Taxiunternehmer. Es hat darüber hinaus auch Bedeutung für alle Sonderpreislisten mit Sonderrabatten, die ein Fahrzeughersteller bestimmten Berufsgruppen gewährt.

Wenn jemand die 1 % Regelung nutzen möchte, gilt immer der allgemeine Preis für Privatkunden. Nicht ein eventueller günstigerer Preis, der nur bestimmten Berufsgruppen oder Branchen angeboten wird.

Was ich persönlich auch sinnvoll finde. Damit wird die Privatnutzung einheitlich besteuert. Unabhängig von der Berufstätigkeit des Steuerpflichtigen.

Das Urteil

BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2018, III R 13/16
ECLI:DE:BFH:2018:U.081118.IIIR13.16.0

Listenpreis i.S. des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG im Taxigewerbe

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&anz=12&pos=2&nr=39594&linked=urt

nennt den Preisunterschied: Das Finanzamt setzte aufgrund der Herstellerangaben einen abgerundeten Preis von 48.100 Euro an. Die Preisliste "Taxi und Mietwagen" desselben Herstellers nannte einen Preis von (abgerundet) 37.500 Euro. Macht also einen geltwerten Vorteil von 481 bzw. 375 Euro pro Monat, die zu versteuern sind. Bzw. etwa 28 % mehr.

The Bentway - Toronto transforms space under the expressway into community venue - Toronto wandelt Platz unter der Stadtautobahn in öffentlich nutzbaren Raum um

09.03.2019 23:59:41, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Vorstellung einer "autogerechten Stadt" war lange Zeit ein Leitmotiv bei der Entwicklung großer Städte. Inzwischen wirkt das Modell merkwürdig überholt. Ausgebaute Straßen produzieren eher mehr Verkehr, das belastet die Luftqualität. Der Platz fehlt für andere Dinge.

Toronto hat nun mit dem Projekt "The Bentway" eine zumindest teilweise gegenteilige Richtung eingeschlagen. Die Stadtautobahn steht dort auf kräftigen Betonsäulen, die als "Bents" bezeichnet werden. Dieser zwar öffentliche, aber bislang wohl kaum genutzte Platz wurde nun neu gestaltet.
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the bentway transforms space under toronto's expressway into a community venue

https://www.designboom.com/architecture/bentway-toronto-public-work-03-09-19/

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> the ongoing project will revitalize the route into a vibrant public place where visitors can experience a diverse mix of activities and programs.

Diese Strecke soll revitalisiert werden, in einen lebhaften öffentlichen Raum. So daß Besucher an einem Mix unterschiedlicher Aktivitäten und Programme teilnehmen können.

Eine erste, initiale Phase war im Januar 2018 abgeschlossen. Da wurde der Raum für Fußgänger und Radfahrer neu erschlossen.

Das Projekt basiert auf einer Partnerschaft zwischen der Stadt Toronto und einem Paar, Judy und Wilmot Matthews, die 25 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt haben. Da hatte PUBLIC WORK Vorschläge gemacht, wie dieser Raum unter der Stadtautobahn über das ganze Jahr hinweg reaktiviert werden könnte.

Der Ausgangspunkt der "Bents":

> these elements can either function together or on their own to offer spaces for a diverse range of programming and events from passive, contemplative spaces to creative hubs and public markets.

Die Säulen markieren einzelne Bereiche, die von passiven, eher ruhigen Bereichen bis zu kreativen Hubs und öffentlichen Marktplätzen gehen können.

> the expressway provides a canopy at varying heights, while the bents offer structural support for clamps, cables, power and lighting, designed to meet both the requirements of large performance groups and the needs of fringe productions.

Die Stadtautobahn erzeugt ein Dach mit wechselnder Höhe. Die Bents bieten Platz für Befestigungen, Kabel, Stromverbindungen und Lampen, so daß größere Gruppen dort eine passende Infrastruktur finden.

Auf den Bildern sieht man, daß das teils lange Strecken sind, die zum Joggen oder Flanieren genutzt werden können. Immer wieder unterbrochen von "Räumen", die für Veranstaltungen genutzt werden können. "Räume" sind das natürlich nicht, da alles offen ist. Aber bsp. durch einen eigenen Bodenbelag entsteht eine kleine Sportarena.

Die Website

The Bentway

http://www.thebentway.ca/

hat an einer Stelle eine Google-Maps eingebunden:

The Bentway

Demnach geht die Stadtautobahn dort von West nach Ost und liegt am südlichen Rand eines Parks, der sich parallel zur Autobahn erstreckt.

Chairs, Stools and Coat Racks into raw pieces of Wood - Hölzerne Alltagsgegenstände in rohe Baumstämme hineingearbeitet - die Arbeiten von Alicja Kwade

08.03.2019 23:57:55, Jürgen Auer, keine Kommentare

Gegenständen aus Holz sieht man üblicherweise nicht mehr ihren Ursprung - den Baumstamm - an. Denn der Baumstamm wird in einzelne lange Bretter oder Blöcke zersägt, die anschließend weiterverarbeitet werden.

Ganz anders ist das bei den Arbeiten von Alicja Kwade. Da gibt es auch einen Stuhl, einen Hocker oder einen hölzernen Kleiderständer. Aber bei ihr sind diese Einzelstücke nicht aus verschiedenen Holzteilen zusammengesetzt.

Stattdessen nutzt sie große, senkrecht hingestellte Baumstämme und arbeitet aus diesen die Objekte heraus. So daß das Objekt an seine bisherige Umgebung angebunden bleibt.
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Chairs, Stools, and Coat Racks Carved into Raw Pieces of Wood by Alicja Kwade

https://www.thisiscolossal.com/2019/03/achairisatreeisachair-by-alicja-kwade/

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Das sind quasi 3/4 - Gegenstände. 3/4 sind wie gewohnt nutzbar, das letzte Viertel verschwindet im Holz. Die so erzeugten Gegenstände wären außerhalb dieser Umgebung eher einfach in der Herstellung. Im Kontext dieser langen Baumstücke werden eigenwillige Kunstwerke daraus.

Auf der Website

https://alicjakwade.com/works/selected-works/gefraestes-holz

ist das die Rubrik "Gefrästes Holz". Da sind 3 dieser Objekte mit jeweils vier Bildern zu sehen.

Auf Instagram gibt es ein Bild

https://www.instagram.com/p/BVFpuptgaft/

das eine Frau sitzend auf dem Stuhl zeigt. Da nach oben hin vom Baumstück schnell wieder mehr drangelassen wurde, ist das jedenfalls kein "gemütlicher Stuhl zum Anlehnen".

Die Kleiderständer

https://www.instagram.com/p/BurPe6hluxS/

könnte man allerdings wahrscheinlich direkt verwenden.

Solar Panel invented that produces hydrogen - Forscher in Belgien haben Solarpaneele entwickelt, die Wasserstoff erzeugen - bis zu 250 Liter pro Tag

07.03.2019 23:43:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Solarpaneelen denkt man üblicherweise, daß diese eingesetzt werden, um Strom zu erzeugen. Strom ist allerdings insofern schwierig, da er sofort verbraucht werden muß. Sonnenenergie steht nur tagsüber zur Verfügung. So daß überschüssiger Strom unter Verlust gespeichert werden muß.

Da wäre es eigentlich praktisch, wenn sich die Sonnenenergie direkt in ein speicherbares Medium umwandeln lassen könnte.

Forscher in Belgien haben nun eine Möglichkeit entwickelt, mit der sich direkt Wasserstoff erzeugen läßt. Dieser kann beliebig gespeichert werden und verbrannt werden. Das Ergebnis: Wasser.

Die Solarpaneele nutzen dabei die Luftfeuchtigkeit als Quelle.
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Scientists invent a solar panel that produces hydrogen

https://inhabitat.com/scientists-invent-a-solar-panel-that-produces-hydrogen/

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Das Forschungsteam hatte 10 Jahre daran gearbeitet. Beim Start waren nur sehr geringe Wasserstoffmengen produzierbar.

Nun dagegen:

> but now the gas bubbles are visible the moment they roll the panel out under the sun.

Kaum werden die Paneele in die Sonne gebracht, sind Gasblasen sichtbar.

> “It’s actually a unique combination of physics and chemistry,” Martens explained. “Over an entire year, the panel produces an average of 250 liters per day, which is a world record.”

Eine einzigartige Kombination aus Physik und Chemie. Im Schnitt produziert ein Panel 250 Liter pro Tag.

20 davon würden genügen, um die Energie und Elektrizität zu produzieren, die ein Haushalt im Jahr verbraucht.

An den kommerziellen Einsatz ist noch nicht zu denken. Aber ein Haus in Flandern soll nun damit ausgestattet werden. Wasserstoff ist zwar relativ gefährlich, falls man falsch damit umgeht. Aber die Forscher meinen, das sei dasselbe Risiko wie bei gewöhnlichem Gas, das ja ebenfalls großflächig eingesetzt wird. Zum Wassererhitzen, Kochen und direkt als Heizung.

Das Gas läßt sich in einem üblichen Öltank lagern.

Die Vorstellung ist natürlich faszinierend: Das Ergebnis des Verbrennens ist reines Wasser, umweltfreundlicher geht es nicht. Die Kosten sind aktuell noch unklar. Aber wenn ein Haushalt dafür auf jeden Bezug von Strom und Gas verzichten könnte, würde sich das rechnen.

Bei der KU Leuven, an der die Forscher arbeiten:

KU Leuven scientists crack the code for affordable, eco-friendly hydrogen gas

https://nieuws.kuleuven.be/en/content/2019/belgian-scientists-crack-the-code-for-affordable-eco-friendly-hydrogen-gas/view

Da sieht man die Größe des Panels.

Übliche Solarpanele kann etwa 18 - 20 % der Sonnenenergie in Strom verwandeln. Wird dieser Strom genutzt, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, geht sehr viel Energie verloren. Die jetzige Version kann dagegen 15 % der Sonnenenergie direkt in Wasserstoff umwandeln.

Das Haus, in dem das getestet werden soll, ist gut isoliert und bezieht jetzt schon das meiste der benötigten Energie aus Solaranlagen. Es hat keinen Anschluß ans Gasnetz. Da werden die 20 Module dazugefügt. Wenn das funktioniert, sollen weitere Anlagen außerhalb von Häusern aufgestellt werden, die 39 weitere Familien mit Wasserstoff versorgen.

Interessant ist vor allem, daß die Energie im Sommer gewonnen, für den Winter gespeichert und im Winter genutzt werden kann. Mit Strom wäre das unsinnig.

Mal sehen, ob sich das im größeren Maßstab einsetzen läßt.

Ceramic Jewelry - Antique Ceramic Dinnerware punctured into Pieces of Wearable Art - historisches Essgeschirr aus Keramik mit kleinen Scheiben durchlöchert, die Ketten bilden - die Arbeiten von Gesine Hackenberg

06.03.2019 22:51:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

Beim ersten Blick auf die Photos hatte ich mich schon gewundert: Wie wurde das gemacht? Aus dem nassen Ton die Löcher ausstanzen, dann sowohl die Schale als auch die einzelnen Löcher so bemalen, daß sich ein kontinuierliches Muster ergibt?

Der Text klärte auf, daß das "Herstellungsverfahren" umgekehrt verläuft.
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Antique Ceramic Dinnerware Punctured into Pieces of Wearable Art by Gesine Hackenberg

https://www.thisiscolossal.com/2019/03/wearable-art-by-gesine-hackenberg/

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Gésine Hackenberg, von Hause her Goldschmied, fühlte sich von den traditionellen Tätigkeiten ihres Handwerks nicht mehr angesprochen. Und begann, nach neuen Tätigkeiten und neuen Formen der Schmuckherstellung zu suchen.

Für ihre "Ceramic Jewelry" suchte sie zunächst in Second Hand Shops nach diversen historischen Porzellantellern, Schüsseln und ähnlichen Stücken.

Aus diesen "schneidet" sie einzelne kreisförmige Elemente aus. Wie man das macht, ohne daß das Porzellan zerspringt, ist mir derzeit völlig schleierhaft. Wahrscheinlich gibt es Spezialwerkzeuge, mit denen das möglich ist.

Das Ergebnis ist jedenfalls bsp. ein Teller mit diversen Löchern. Und die Folge dieser ausgestanzten Porzellanelemente. Die Bemalung paßt damit natürlich zwangsläufig.

Aus diesen Elementen kann eine Kette gebildet werden.

Oder aus dem Rand eines Tellers wird ein Element ausgeschnitten, das entsteht, wenn man erst einen größeren Kreis, dann einen kleineren, überlappenden Kreis ausschneidet. Die so ausgeschnittenen beiden Porzellanstücke lassen sich als Oberteil zu einem Ring zusammenfügen.

Oder zwei kleine Löcher - werden zu zwei Ohrringen. In Abhängigkeit von der Dicke des Porzellans und der Bemalung entstehen so sehr individuelle Schmuckstücke. Wobei man - be einer Kette - die Elemente auch wieder der Reihe nach in den Teller einlegen kann, so daß der Teller "fast wieder" wie im Original aussieht.

Laut der Website

https://www.gesinehackenberg.com/?id=12

sind die Arbeiten teils schon 2006 entstanden.

Dort findet sich unter "Info" der Hinweis, daß diese Kollektion als "Double Life collection" bezeichnet wurde. Die alten Gegenstände erhalten ein neues Leben.

> During the time Gésine was working on the Double Life collection, she developed the technique of drilling pieces out of earthenware, a material that is widespread in the Netherlands and its neighbouring countries. Within the Ceramic Jewellery collection, she perfects this technique which offers a whole universe of shapes, found in plates, dishes, and pudding moulds. These disc-shaped ‘beads’ are firmly threaded to – almost object-like - necklaces, or pieced on (ear)rings, and brooches.

Die Technik, diese Stücke auszuschneiden, hatte sie in dieser Zeit entwickelt und perfektioniert. Das erschafft ein ganzes Universum of Formen, gefunden in Tellern, Schüsseln und Formen. Diese scheibenartigen "Kügelchen" lassen sich zu Halsketten, Ringen und Ohrringen und Broschen verwandeln.

Cardboard Bombay - Interior of the Cafe is made with a lot of cardboard - Cafe in Mumbai nutzt als Inneneinrichtung Karton in vielfältigen Formen - von Nudes

05.03.2019 23:52:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann man die Inneneinrichtung eines Cafés im wesentlichen aus Pappkarton gestalten? In Mumbai wurde nun ein solches Café eröffnet, das "Cardboard Bombay".

Tische, Stühle, Lampen und zusätzliche, voluminöse Raumteiler sind aus unzähligen Kartonschichten gefertigt. Wobei der Karton quasi roh, unverputzt genutzt wird.

Die Gründe für die Nutzung: Zum einen ist Pappkarton sehr vielseitig einsetzbar. Zum anderen führt das zu einer wunderbaren Absorption von Geräuschen, da die senkrechten Seiten offen sind.
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this mumbai cafe by NUDES is made almost entirely from cardboard

https://www.designboom.com/architecture/nudes-cardboard-bombay-mumbai-india-03-04-2019/

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Dahinter steckt das Architekturbüro Nudes:

http://www.nudeoffices.com/

wobei sich auf der Website grade gar kein Hinweis auf dieses Café findet.

Die Tische sind mit einer Wachsschicht imprägniert, so daß sie wasserunempfindlich sind. Das Volumen der Pappkartons besteht zu etwa 50 % aus Luft, so daß das ein leichter und beständiger Ausgangsstoff ist.

Interessant ist, wie sich das Verhältnis von "mikroskopischer Betrachtung" der Kartonstücke und der makroskopischen "großen Form" verhält: Als ob die starre Masse gleich losfließen würde.

Besucher können sich durch diese bald höhlenartigen Bereiche hindurchschlängeln.

Die Tische sind luftiger, aus quasi gefalteten Kartonelementen. Stühle und Lampen sind dagegen massiv aus Scheiben aufeinander geschichtet.

Von außen her wirkt das Café verblüffend, wie ein komplexes Gebäude.

Der Grundriß des Cafés ist etwas merkwürdig, da scheint ein benachbartes Gebäude halb hineinzuragen. Durch diesen Raumteiler aus Karton ist die eine Ecke vom Rest des Cafés abgeschirmt.

Weitere Bilder finden sich auf einer indischen Website:

Out-Of-The-Box: Mumbai Cafe Is Made Entirely From Recyclable Cardboard!

https://www.thebetterindia.com/174020/mumbai-cafe-cardboard-eco-friendly-innovation-india/

Da sieht man Bilder vom Entstehungsprozeß. Die waagerecht aufeinanderliegenden Pappscheiben sind pro Schicht miteinander verleimt.

Warum Karton?

> “Cardboard is a 100% recyclable and renewable material and is primarily made up of 50% air. That void, texture and corrugation have been used to fabricate various furniture and elements. It is also very durable, lightweight, insulating and exhibits excellent sound absorption properties making it extremely acoustic-friendly,”

Das Gebiet rund um das Café, der Bandra Kurla Complex, ist stark "glas-zentriert". Da sei eine Inneneinrichtung aus Karton ein Statement.

4 Monate gingen für das Prototyping drauf. Dann wurde 3,5 Monate vor Ort gebaut.

Die Wirkung auf die Besucher:

> “People are very intrigued and curious because they haven’t seen a concept like this before. It is a very tactile space, so the customers also love to touch its various elements and look closely at how things are made. It helps that the food and coffee are also getting good reviews, so they get a good reason to return,” they conclude.

Besucher sind fasziniert, weil sie so ein Konzept noch nie gesehen haben. Es sei ein sehr fühlbarer, taktiler Raum. Die Besucher berühren die verschiedenen Elemente, sehen sich an, wie diese gemacht werden. Das führt zu positiven Berichten und liefert Gründe, wiederzukommen.

All Places an Eagle visited in one Year - Welche Strecken legt ein Adler im Laufe eines Jahres zurück?

04.03.2019 23:55:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Adler sind beeindruckende Tiere. Sie können sehr scharf sehen und erspähen ihre Beutetiere aus großer Höhe. Und sie können sehr gut Aufwinde nutzen, um lange zu fliegen. Aber welche Strecken legt ein Adler eigentlich im Laufe eines Jahres zurück?

Ein junger Mann in Saudi-Arabien fand einen toten Adler auf einem Spaziergang. Dieser trug einen GPS-Tracker, auf dem die Mailadresse des Besitzers zu lesen war:

"Wer diesen Tracker findet, möge sich per Mail melden".

Der Tracker hatte alle Orte gespeichert, an denen sich der Adler aufgehalten hatte. Dahinter steckte wohl ein Experiment, in dem Wissenschaftler 20 Adler mit solchen Geräten ausgestattet hatten.
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This Map Shows All Of The Places Eagles Visited In One Year, And People Are Guessing Why They Stayed Clear Of The Sea

https://www.boredpanda.com/gps-tracks-eagle-movement-over-twenty-years/

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Das Ergebnis ist bereits ungefähr auf dem rechten Teil des Vorschaubildes zu sehen.

Der Adler flog auf verschiedenen Strecken rund um das Kaspische Meer, dann nach Süden, durchquerte Saudi-Arabien bis zum Roten Meer, flog dort an der Küste entlang nach Süden und wechselte an der schmalsten Stelle nach Afrika.

Auffallend ist, daß er nie über große Wasserflächen geflogen ist. Weder das Kaspische Meer noch das Rote Meer wurden dort überquert, wo die Strecke über dem Wasser lang ist.

Andere Forscher hatten bei ähnlichen Experimenten herausgefunden, daß Adler bis zu 355 Kilometer am Tag zurücklegen. Etwa 31,5 % der Zeit bewegen sie sich in den Wintergebieten, 41,9 % in den Gegenden, wo sie brüten. Die restlichen 26,6 % gehen für die Wanderung zwischen diesen Gebieten drauf.

In den Kommentaren gibt es für das Vermeiden großer Wasserflächen einen Hinweis: Über Land heizt sich die Luft eher auf. Damit gibt es dort eher Aufwinde, die von Adlern zum Fliegen genutzt werden können.

Beeindruckend sind die Daten jedenfalls.

Wer sich über die Adresse des Artikels wundert: Ursprünglich dachten die Autoren, daß dies die Daten von 20 Jahren seien. Dann stellte sich heraus, daß Wissenschaftler Daten von 20 Adlern gesammelt hatten, jeweils über ein Jahr. Die Artikeladresse war da aber schon fixiert.

Bundesfinanzhof: Bedingungslose Firmenwagennutzung bei Minijob im Ehegattenbetrieb ist fremdunüblich - Arbeitsvertrag hält Fremdvergleich nicht stand - X R 44/17

03.03.2019 23:45:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Unternehmer und Selbständige haben gewisse Gestaltungsmöglichkeiten: Wen beschäftigen sie als Arbeitnehmer, wie gestalten sie die Bezahlung?

Manche Modelle sind da allerdings sehr kreativ. Der Bundesfinanzhof hat in einem solchen Fall das Urteil des FG aufgehoben.
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Steuerliches Aus für bedingungslose Firmenwagennutzung bei "Minijob" im Ehegattenbetrieb
Urteil vom 10.10.2018 X R 44/17

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&nr=39504&pos=1&anz=9

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Der Fall:

> Im Streitfall beschäftigte der gewerblich tätige Kläger seine Ehefrau als Büro- und Kurierkraft mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von neun Stunden mit einem Monatslohn von 400 €. Im Rahmen des Arbeitsvertrages überließ er ihr einen PKW zur uneingeschränkten Privatnutzung. Den darin liegenden geldwerten Vorteil, der nach der sog. 1 %-Methode ermittelt wurde, rechnete der Kläger auf den monatlichen Lohnanspruch von 400 € an und zog seinerseits den vereinbarten Arbeitslohn als Betriebsausgabe bei seinen Einkünften aus Gewerbebetrieb ab.

Laut dem Urteil

BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.10.2018, X R 44-45/17; X R 44/17; X R 45/17
ECLI:DE:BFH:2018:U.101018.XR44.17.0

PKW-Überlassung bei einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis unter Ehegatten

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&anz=9&pos=1&nr=39543&linked=urt

führte das zu tatsächlichen Auszahlungen (400 Euro abzüglich des geltwerten Vorteils) an die Ehefrau in Höhe von monatlich 137 Euro bzw. später von 15 Euro. Die Ehefrau durfte dafür den betrieblichen Wagen uneingeschränkt nutzen. Ferner zog der Kläger die 400 Euro komplett als Betriebsausgaben ab.

Das Finanzamt fand das fremdunüblich und lehnte die Geltendmachung der 400 Euro als Betriebsausgabe ab. Das Finanzgericht war gegenteiliger Meinung.

Dem Bundesfinanzhof ging diese unbeschränkte Zur-Verfügung-Stellung eines Autos allerdings zu weit.

Die Entscheidung orientiert sich am Vergleich: Würde der Arbeitgeber einen solchen Arbeitsvertrag auch mit einer Person abschließen, die nicht seine Ehefrau wäre? Das verneinte der BFH:

> Auf die Revision des FA hob der BFH die FG-Entscheidung auf und ging von einer fremdunüblichen Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses aus. Arbeitsverträge zwischen nahen Angehörigen müssen für die steuerrechtliche Beurteilung sowohl hinsichtlich der wesentlichen Vereinbarungen als auch der Durchführung denjenigen Maßstäben entsprechen, die fremde Dritte vereinbaren würden.

Die Begründung:

> Nach diesen Grundsätzen hielt der BFH jedenfalls eine uneingeschränkte und zudem selbstbeteiligungsfreie Nutzungsüberlassung eines Firmenwagens für Privatfahrten an einen familienfremden "Minijobber" für ausgeschlossen.

Ein Arbeitgeber kalkuliert üblicherweise: Wieviel kostet das (u.a. der Kraftstoff für die Privatfahrten) plus wieviel wird an Barlohn gezahlt? Dagegen der erwartete Wert der zu erbringenden Arbeitsleistung. Da ist natürlich ein Auto, das Versicherungen und Kraftstoff kostet, nicht unbedingt etwas, das man einem Minijobber unbegrenzt und ohne Selbstbeteiligung zur Verfügung stellt.

Wenn der Arbeitnehmer ohnehin nur für den Zeitumfang eines Minijobs zur Verfügung steht, das Fahrzeug aber beliebig nutzen darf, dann ist das Risiko groß, daß die Kosten deutlich über dem Ertrag liegen. Also würde ein Arbeitgeber so einen Vertrag nicht mit einem externen Mitarbeiter abschließen.

Insofern wirkt der Fall eher so, daß versucht wurde, private Kosten (für den PKW der Ehefrau) geschickt in die berufliche Sphäre zu verschieben, um die Kosten dafür abziehen zu können.

Lo-fi ASMR triggering installations at NYU Abu Dhabi Art Gallery - Schweizer Künstler Zimoun konstruiert geräuschproduzierende Rieseninstallationen aus einfachsten Materialien

02.03.2019 23:41:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Aus relativ simplen Materialien lassen sich verblüffende Konstruktionen entwickeln. So gibt es einen Schweizer Künstler und Komponist Zimoun. Dieser nutzt Pappkartons, baumelnde Unterlegscheiben oder einfache Klöppel. Die werden - in größeren Stückzahlen - angeordnet und von kleinen Motoren in Bewegung versetzt. Das Ergebnis sind "rauschende Erlebnisse", die für die einen vielleicht nur nervig, für andere jedoch berauschend sind.

In der NYU Abu Dhabi Art Gallery in den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es vom 26.02.-01.06.2019 eine Ausstellung mit fünf dieser großen Installationen.
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zimoun features lo-fi ASMR-triggering works at NYU abu dhabi

https://www.designboom.com/art/zimoun-abu-dhabi-nyu-art-gallery-03-02-2019/

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Das Video

zimoun features lo-fi ASMR-triggering works at NYU abu dhabi

https://vimeo.com/320614950

zeigt eine Installation: Diverse Pappkartons so aufeinandergestapelt, daß sie eine große, nach oben offene Röhre bilden. An jedem Pappkarton ist oben ein kleiner Motor befestigt. Dieser bewegt eine Schnur, an der unten eine Kugel hängt.

Die Wirkung: Jede einzelne Kugel schlägt immer wieder gegen den Karton und erzeugt damit ein "kleines Geräusch". Insgesamt ergibt sich ein intensives Rauschen, bei dem man einerseits immer wieder einzelne Kugeln heraushört. Andererseits ist das aber eben - ein nicht mehr aufschlüsselbares Dauerrauschen.

Das sind 269 kleine Motorantriebe, die in einem 10 Meter hohen Turm rotieren. Ein paar Kartons sind ausgespart, so daß man von außen nach innen in den Turm kommt.

Diesen Tower gibt es bereits seit 2013.

Auf der Website

https://www.zimoun.net/

ist rechts unten ein Video von 2013 mit einer vergleichbaren Installation eingebunden. Da waren das allerdings nur 186 Klöppel, der jetzige Turm ist also noch etwas höher.

Ein anderes Modell nutzt Klöppel, die an langen Schnüren hängen und in kleinen Pappkartons Geräusche produzieren.

https://vimeo.com/320615437

Die Seite der Gallerie:

ZIMOUN - February 26 – June 1, 2019 - NYUAD Art Gallery

https://www.nyuad-artgallery.org/en_US/exhibitions/zimoun/

> Zimoun constructs extraordinary, immersive sensory experiences using lo-fi technology, such as analogue motors connected to various functional objects, including wooden sticks, cardboard boxes, and tin foil. He creates chaos from underlying systems of order, exploring elements of biology, engineering, music, sound, and installation art. These minimalist, mechanized sculptures confront the viewer/listener with a unique and compelling visual soundscape, one that simultaneously evokes the urban experience while eliciting almost physical memories of natural sounds (rain, sandstorms, or wind).

Beim "Zuhören" fällt auf, wie das Gehirn beim Zuhören versucht, da eine Struktur hineinzubringen.

Art or Vandalism - Street Ceramist replaces Graffiti by 3D ceramic forms - Pablo Savon ersetzt in Paris Graffiti durch 3D-Keramik

01.03.2019 23:50:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kunst pflegt umstritten zu sein. Besonders gilt das für Graffiti. Da kann manches schnell als Sachbeschädigung oder Vandalismus betrachtet werden.

Pablo Savon bezeichnet sich selbst als "Street Ceramist". Er ist ein Street Art Künstler, der mit Ton und Keramik arbeitet. In Paris hat er ein interessantes Projekt "Art or Vandalism" gestartet.

Dabei sucht er sich Graffitis aus, von denen er eine Kopie in Form eines keramischen Objektes erstellt. Dann wird das Originalgraffiti übermalt. Und durch das "keramische Graffiti" ersetzt.
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Artist Turns Vandalism into Ceramics

http://www.fubiz.net/en/2019/02/24/artist-turns-vandalism-into-ceramics-2/

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Seine Beobachtung:

> Installing his ceramic graffiti versions around Paris, he later noted that three days after, the normal graffiti had been painted over, while his own version remained untouched.

Wenn er so seine keramischen Versionen installierte, dann fiel auf, daß weitere Graffiti nach drei Tagen übermalt worden war. Seine keramischen Versionen blieben aber unberührt.

> “How is it that a simple change of material can modify our perception of this act?”

Der simple Austausch des Materials scheint aus dem Vandalismus ein ehrfürchtig bestauntes Kunstwerk zu machen.

Auf seinem Instragram-Account

https://www.instagram.com/pablosavon/

gibt es ein paar Beispiele mit jeweils drei Photos:

Das Originalgraffiti - nach dem Übermalen - das eigene Werk. Etwa

https://www.instagram.com/p/Bttl6t4Fn0Q/

An dem Beispiel sieht man allerdings, daß bereits das Übermalen eine eher saubere Fläche erzeugt. Wenn dann noch ein gestalteter Schriftzug aus Keramik erscheint, dann wirkt das eher wie eine absichtliche Maßnahme des Hausbesitzers als die Fortsetzung eines Graffitis mit Keramik.

Ähnlich bsp.

https://www.instagram.com/p/BtnW-t5FKH3/

Wenn es sich bei Graffiti nur um "Unterschriften" und Tags handelt, dann lassen sich diese "im Vorbeigehen aufmalen". Der Prozeß, daraus eine Keramik zu machen und diese hinreichend fest anzubringen, ist deutlich aufwendiger.

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