Solar Panel invented that produces hydrogen - Forscher in Belgien haben Solarpaneele entwickelt, die Wasserstoff erzeugen - bis zu 250 Liter pro Tag

07.03.2019 23:43:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Solarpaneelen denkt man üblicherweise, daß diese eingesetzt werden, um Strom zu erzeugen. Strom ist allerdings insofern schwierig, da er sofort verbraucht werden muß. Sonnenenergie steht nur tagsüber zur Verfügung. So daß überschüssiger Strom unter Verlust gespeichert werden muß.

Da wäre es eigentlich praktisch, wenn sich die Sonnenenergie direkt in ein speicherbares Medium umwandeln lassen könnte.

Forscher in Belgien haben nun eine Möglichkeit entwickelt, mit der sich direkt Wasserstoff erzeugen läßt. Dieser kann beliebig gespeichert werden und verbrannt werden. Das Ergebnis: Wasser.

Die Solarpaneele nutzen dabei die Luftfeuchtigkeit als Quelle.
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Scientists invent a solar panel that produces hydrogen

https://inhabitat.com/scientists-invent-a-solar-panel-that-produces-hydrogen/

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Das Forschungsteam hatte 10 Jahre daran gearbeitet. Beim Start waren nur sehr geringe Wasserstoffmengen produzierbar.

Nun dagegen:

> but now the gas bubbles are visible the moment they roll the panel out under the sun.

Kaum werden die Paneele in die Sonne gebracht, sind Gasblasen sichtbar.

> “It’s actually a unique combination of physics and chemistry,” Martens explained. “Over an entire year, the panel produces an average of 250 liters per day, which is a world record.”

Eine einzigartige Kombination aus Physik und Chemie. Im Schnitt produziert ein Panel 250 Liter pro Tag.

20 davon würden genügen, um die Energie und Elektrizität zu produzieren, die ein Haushalt im Jahr verbraucht.

An den kommerziellen Einsatz ist noch nicht zu denken. Aber ein Haus in Flandern soll nun damit ausgestattet werden. Wasserstoff ist zwar relativ gefährlich, falls man falsch damit umgeht. Aber die Forscher meinen, das sei dasselbe Risiko wie bei gewöhnlichem Gas, das ja ebenfalls großflächig eingesetzt wird. Zum Wassererhitzen, Kochen und direkt als Heizung.

Das Gas läßt sich in einem üblichen Öltank lagern.

Die Vorstellung ist natürlich faszinierend: Das Ergebnis des Verbrennens ist reines Wasser, umweltfreundlicher geht es nicht. Die Kosten sind aktuell noch unklar. Aber wenn ein Haushalt dafür auf jeden Bezug von Strom und Gas verzichten könnte, würde sich das rechnen.

Bei der KU Leuven, an der die Forscher arbeiten:

KU Leuven scientists crack the code for affordable, eco-friendly hydrogen gas

https://nieuws.kuleuven.be/en/content/2019/belgian-scientists-crack-the-code-for-affordable-eco-friendly-hydrogen-gas/view

Da sieht man die Größe des Panels.

Übliche Solarpanele kann etwa 18 - 20 % der Sonnenenergie in Strom verwandeln. Wird dieser Strom genutzt, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, geht sehr viel Energie verloren. Die jetzige Version kann dagegen 15 % der Sonnenenergie direkt in Wasserstoff umwandeln.

Das Haus, in dem das getestet werden soll, ist gut isoliert und bezieht jetzt schon das meiste der benötigten Energie aus Solaranlagen. Es hat keinen Anschluß ans Gasnetz. Da werden die 20 Module dazugefügt. Wenn das funktioniert, sollen weitere Anlagen außerhalb von Häusern aufgestellt werden, die 39 weitere Familien mit Wasserstoff versorgen.

Interessant ist vor allem, daß die Energie im Sommer gewonnen, für den Winter gespeichert und im Winter genutzt werden kann. Mit Strom wäre das unsinnig.

Mal sehen, ob sich das im größeren Maßstab einsetzen läßt.

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