Biodegradable tableware from wheat bran - biologisch abbaubares Geschirr aus Weizenkleie - von Biotrem aus Polen, vorgestellt auf der Green Living Show in Toronto

25.03.2019 23:55:50, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man Getreide mahlt und das Mehl am Ende absiebt, dann bleibt Kleie übrig. Ein Mix aus Schalen und dem Keimling. Zur Ernährung nicht wirklich geeignet, weil die Kleie aus großen Fasern besteht, die vom menschlichen Verdauungssystem nicht gespalten werden können. Als Ballaststoff kann man das der Nahrung beifügen. Aber die damit verwendbare Menge ist gering.

Biotrem, ein polnisches Unternehmen, hat nun eine Möglichkeit gefunden, diesen "Abfall" als Rohstoff für biologisch abbaubares Geschirr zu nutzen.

Bei der Green Living Show in Toronto in dieser Woche wird das vorgestellt.
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Biodegradable tableware made from wheat bran debuts at Toronto’s Green Living Show

https://inhabitat.com/biodegradable-tableware-made-from-wheat-bran-debuts-at-torontos-green-living-show/

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Übliches Plastik-Einmalgeschirr benötigt bis zu 500 Jahre für die Verrottung. Dieses Weizenkleie-Geschirr ist nach einem Monat Geschichte. Das Mengenverhältnis ist beeindruckend:

Aus einer Tonne Weizenkleie lassen sich bis zu 10.000 Teller herstellen.

Das Geschirr läßt sich mit kaltem und heißem Essen nutzen, flüssig oder fest. Es kann in der Mikrowelle verwendet werden.

Erfunden hat das Jerzy Wysocki, der Weizenbauer und Müller ist. Bei jedem Mahlen blieben gewaltige Mengen an Kleie übrig. Per Versuch und Irrtum fand er heraus, daß sich das mit Wasser mischen, erhitzen und pressen läßt. Dann wird das zu einem - zeitweilig - sehr stabilen Material.

So begann er mit einer ersten, handgebauten Maschine.

Aktuell kann die Fabrik in Zambrow 15 Millionen Schalen und Teller pro Jahr herstellen. In Europa, den USA, Kanada, Südkorea und im Libanon ist das Geschirr bereits erhältlich.

In Kanada will das nun Transform Events & Consulting verbreitern, ein Unternehmen, das Events organisiert.

> “As event organizers, we see just how much plastic waste is generated at events of all kinds, especially festivals,” said Mark Carr-Rollitt, owner of Transform Events & Consulting. “We are thrilled to partner with Biotrem to offer a well-designed, viable alternative to single use plastics.”

Bei Events wird sehr viel Plastikmüll produziert, speziell auf Festivals. Mit Biotrem gäbe es nun eine Alternative.

Die Website von Biotrem:

http://www.biotrem.eu/

Komisch: Unten ist aufgelistet, in welchen Ländern das in Europa und weltweit bereits angeboten wird. Deutschland fehlt noch. Wahrscheinlich fehlt da noch eine Zulassung.

Das sieht mir nach einer sehr interessanten Lösung aus. Den Rohstoff dürfte es reichlich geben. So daß Fabriken an unterschiedlichsten Orten denkbar sind.

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